Vielen Dank für die Reviews!
Schade das dir die Idee mit der Rückkehr ins Leben nicht so gut gefallen hat, Mortianna´s Morgana, war aber für mich ein unverzichtbares Element in der Geschichte.
Oh da bin ich aber froh, dass ich mir keine Sorgen um mein Leben mehr zu machen brauch. Ich hoff, nach diesem Kapitel bleibts auch so?!? (Schon nervös auf den Fingern rum kaut!) ;-)
lg Gaby
26 Triumph oder Tod?
Eine unheimliche Ruhe befiel Draco. Seinen Vater in den Armen haltend ging er zu Boden. Er hörte und sah nichts mehr. Nahm den Kampf, rund um sich, nicht mehr wahr. Sein Vater. Er hatte nicht mehr damit gerechnet ihn jemals wiederzusehen, umso grausamer war es für ihn, ihn gleich wieder zu verlieren. Wie konnte das geschehen? Warum war das Schicksal so erbarmungslos zu ihm? Eine Träne rann ihm über die Wange. Mühsam versuchte er seinen Schmerz zu verbergen. Er strich ihm das lange blonde Haar aus der Stirn und sah ihm nach all den Jahren in sein Gesicht. Er war älter geworden, tiefe Falten durchfurchten sein Gesicht. Was sicher auch auf die lange Gefangenschaft in Askaban zurück zu führen war. Neben seinem grenzenlosen Schmerz, begann Hass in ihm aufzuflackern. Er wusste wer ihnen das alles angetan hatte und es musste endlich vorbei sein. Er sollte keinen Schaden mehr anrichten können. Ein letztes Mal strich er seinem Vater über das Gesicht, dann erhob er sich, bebend vor Zorn. Er hatte ihm seinen Vater ein zweites Mal genommen, damit würde er nicht ungestraft davon kommen.
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Luna und Harry hatten unterdessen alle Hände voll zu tun sich gegen die Baharale zu weheren, aber es waren zu viele. Kaum hatten sie einen getötet, stand auch schon der nächste da. Immer mehr drängten sie sie zurück. Schon längst hatte Harry Luna, sowie auch Draco aus den Augen verloren. Von Neville und Tonks konnte er nur hoffen, dass sie noch am Leben waren. Verbissen kämpfte er gegen sie, begleitet von dem höhnisch gemeinen Lachen Voldemorts. Er schien Spaß an Leid, Elend und Tod zu finden. Er war tatsächlich komplett wahnsinnig, doch ihm fehlte die Zeit sich darüber jetzt ausführliche Gedanken zu machen. Zwei Baharale zwängten sich durch die Türöffnung herein und versuchten ihn mit ihren scharfen Klauen zu fassen zu kriegen. Er vermied es, so gut es ging, ihnen zu nahe zu kommen. Einige tiefe Wunden, die es ihnen gelungen war ihm zu zufügen, hatten ihn gelehrt vorsichtig zu sein. Wahrscheinlich würde er sogar Narben davon zurück behalten. Er wich noch ein Stück zurück und spürte den schweren Tisch, der mitten im Speisezimmer stand, im Rücken. Hier ging es nicht weiter und nach vorne konnte er auch nicht. Wenn er einen der beiden tötete, würde der Andere genug Zeit haben sich auf ihn zu stürzen. Ihm brach der Schweiß aus. Er musste sich etwas einfallen lassen und zwar schnell, ansonsten rissen die beiden ihn in Stücke.
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„Beginne zu lesen!" befahl Dumbledore sobald sie das Haus betreten hatten. „Nimm ihm seine Macht!" beschwor er Ginny. Sie eilten durch den Gang auf den Lärm zu. Es war offensichtlich, dass vor ihnen eine Schlacht tobte und auch wer darin verwickelt war. Voldemort und Harry. Was aber Dumbledore noch mehr Sorge bereitete waren Severus und Hermione. Von ihnen hat keiner was gesehen oder gehört. Er befürchtete das Schlimmste. Oh er wusste um die Abgründe von Snape bescheid. Dieser hatte vor langer, sehr langer Zeit seinen Lebenswillen verloren. Existierte praktisch nur mehr als zynischer Menschenfeind. Severus meinte niemand wüsste das, keiner kannte sein Geheimnis, doch Dumbledore hatte es schon vor langer Zeit erahnt und geschwiegen. Was hätte er auch sagen können? Er der ihn immer wieder hierher geschickt hatte, um Informationen zu bekommen, um zu wissen was Voldemort vorhatte, er wusste was er opferte – Severus Snape! Bitter presste er die Lippen zusammen und schüttelte sich unmerklich. Mit solchen Gedanken konnte er sich später beschäftigen. Dafür war jetzt einfach keine Zeit.
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Ginny hielt krampfhaft ihr beschriebenes Blatt fest und räusperte sich nervös. Was wenn sie doch ein Wort falsch übersetzt hatte? Wenn ihre Übersetzung nichts taugte und er unverwundbar blieb? Wie konnte sie sich nur so sicher sein alles richtig verstanden zu haben? Sie durfte gar nicht daran denken, was das für Harry bedeuten würde. Bange schloss sie kurz die Augen und strich sich mit der Zunge über die trockenen Lippen. Fang an! Zwang sie sich selbst zum lesen. Zuerst klang ihre Stimme rau und kratzig. Die Worte waren kaum zu verstehen, doch dann gewann ihre Stimme an Stärke und hallte klar und deutlich von den steinernen Wänden wieder. Es war als würden die Worte ihr selbst diese Kraft verleihen. Sie vergaß alles um sich. Hörte weder Dumbledores Rufe, noch den Kampflärm der, umso näher sie kamen immer lauter wurde. Sah weder die von zahlreichen Wunden übersäte Luna, noch den tot am Boden liegenden Lucius, noch nahm sie Voldemort wahr der sich, um seine magere Haut zu schützen, wieder die Stufen hinab in den Kerker zurückzog.
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Weich bettete sie seinen Kopf in ihrem Schoss. Tränen liefen ihr immer noch über das Gesicht, doch diese waren Tränen der Freude. Severus hob schwach eine Hand und strich ihr die Tränen aus dem Gesicht. „Es war noch nicht die Zeit zu gehen!" meinte er schlicht. Heiser kamen die Worte über seine Lippen. Seine eigene Stimme klang im fremd in seinen Ohren. Wie war das möglich? Er fühlte sich auch anders. Obwohl er schwach war, selbst diese schlichte Geste überforderte ihn beinahe, fühlte er sich stärker als jemals zuvor. Innerlich wusste er, sobald er sich etwas ausgeruht hatte, würde er nicht nur der alte sein, sondern auch stärker als zuvor. So als hätte Lily ihn nicht einfach nur zurück geschickt, sie hatte ihm zum Geschenk des Lebens auch seine vollkommene Gesundheit zurückgegeben und noch etwas. Etwas was ihn mit einem ungeahnten Zorn erfüllte. Er erinnerte sich! Er wusste alles wieder! Wie grausam konnte dieser Bastard eigentlich sein? Er hatte doch tatsächlich geglaubt seine Grenzen zu kennen, doch in seinem absonderlichen Machthunger war seine abartige Gier grenzenlos.
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Remus suchende Augen fanden endlich ihr Ziel. Tonks! Sie lag regungslos am Boden. Ihr Zauberstab war ihr aus den Händen gefallen und lag unweit neben ihr. Sie wirkte in der Ferne auf ihn als würde sie bloß schlafen, so friedlich lag sie da. Angst befiel ihn. Angst die ihn innerlich flehen ließ. Oh bitte nimm sie mir nicht weg! Ich brauche sie! Er kämpfte sich rücksichtslos zwischen den Baharalen durch, die ihn mit unzähligen scharfen Kratzern bedachten, als sie versuchten ihn festzuhalten. Sie waren sehr stark, doch sein verzweifelter Wunsch zu Tonks zu gelangen verlieh ihm ungeahnte Kräfte. Als er sie endlich erreichte, blutete er aus zahllosen Wunden, sein Kopf hatte wieder zu dröhnen begonnen, aber das war ihm alles egal. Bange ging er ihn die Knie und befühlte mit zittrigen Händen ihren Hals. Puls! Sie lebte! Erleichterung von ungeahntem Ausmaß durchflutete ihn. Sie war bloß ohne Bewusstsein, er hatte sie nicht verloren. Schwer stützte er beide Hände auf seinen Oberschenkeln ab, ließ den Kopf nach vorne fallen und dankte seinem Schicksal.
Plötzlich schlossen sich scharfe Klauen um ihn und zerrten ihn fort.
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Dracos Augen verengten sich auf der Suche nach Voldemort, doch etwas anderes zog seine Aufmerksamkeit auf sich. Luna wurde von mehreren Baharalen bedrängt und würde diesen nicht mehr lange standhalten können. Für seine Rache blieb später noch genug Zeit. Zuerst musste er für seine Liebe kämpfen. Entschlossen straffte er die breiten Schultern und stürzte nach vorne, auf seine Frau zu, dabei richtete er seinen Zauberstab auf den ersten dieser widernatürlichen Geschöpfe und sprach die für ihn todbringenden Worte aus. Es waren fünf dieser Kreaturen, die Luna zu greifen versuchten. Immer wieder schrie er das eine Wort und zielte mit dem Zauberstab auf sie. Nacheinander brachen sie unter qualvollen Schreien zusammen. Was war das nur für ein Mensch, der Kreaturen nur zu einem Zweck schuf – um zu töten? Kaum war der letzte tot, schloss er Luna sofort in seine Arme. „Du solltest nicht hier sein!" schalt er sie leise. „Was wenn dir ein Unglück geschehen wäre. Was wenn ich dich verloren hätte. So was darfst du nie wieder tun, hörst du? Ich verbiete es dir!" Seine Stimme überschlug sich fast und er drückte sie so fest an sich dass es ihr wehtat, aber sie beschwerte sich nicht, denn sie kannte ihn. So war er nur wenn ihn seine Gefühle zu überwältigen drohten. „Ich liebe dich und ich würde dich niemals in einer Gefahr alleine lassen." Erwiderte sie ruhig und brachte so den Sturm der in ihm tobte zum erliegen. Er schob sie ein Stück zurück um ihr in die Augen sehen zu können. Ein leichtes Lächeln spielte um seinen schönen Mund. „Ich liebe dich auch!" flüsterte er zurück. Luna legte beide Hände um sein Gesicht und sah traurig hoch zu ihm. „Es tut mir sehr leid um deinen Vater!" sagte sie aufrichtig und musste unglücklich mit ansehen wie der Schmerz in seine Augen zurückkehrte. „Voldemort!"" kam es tonlos über seine Lippen. Er riss sich aus Lunas Armen los und rannte auf den Kerker zu.
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Ihm wurde fast übel, als er diesen liebevoll vertrauten Anblick über sich ergehen lassen musste und warum war dieser Bastard eigentlich noch am Leben? Wieso war dieser nicht tot zu kriegen? Er schlich lautlos die restlichen Stufen nach unten, dabei ließ er die Beiden nicht eine Sekunde aus den Augen. Obwohl was konnten sie schon tun? Nichts! Keiner von ihnen besaß einen Zauberstab! Sie waren unbewaffnet. Nun egal warum er noch am Leben war, er würde ihn erneut töten und zwar endgültig. Knapp vor den Beiden blieb er stehen und richtete seinen Zauberstab auf sie. Er würde sie beide töten. Immer noch hatten sie die Gefahr in der sie schwebten nicht bemerkt. Sie hatten nur Augen für einander. Stumm schworen sie sich ewige Liebe. Noch wagte keiner der Beiden die Worte laut zum anderen zu sagen. Zu neu waren sie noch diese Gefühle, zu groß die Angst zurück gewiesen zu werden und wieder alleine zu sein. Severus streckte seine Hand nach ihrer aus. Sie fing sie in der Luft auf und verschränkte ihre Finger mit seinen. „Versprich mir mich nie wieder alleine zu lassen!" wisperte sie leise, nur für seine Ohren hörbar. Er wollte ihr gerade antworten, doch die schroffe, böse Stimme Voldemorts fuhr dazwischen. „Ich fürchte dieses Versprechen kann er nicht halten!"
