Legende:

»Gerede«

/Gedanken/

::Parsel::

((AdA: Meine Kommentare))

°°Gedankenübertragung°°

$Tiersprache$

Sture Gryffindor

Einen Augenblick später standen Professor Sawyer und die Schüler in einem Wohnzimmer. Es war nicht besonders groß, eher durchschnittlich. Und es sah muggelmäßig aus. Keine magischen Artefakte waren vorhanden und an den Wänden hingen unbewegliche Bilder.

»Ich war in der Annahme, dass wir zu Tanja gehen«, sagte Minerva perplex. Bevor noch irgendjemand etwas sagen konnte, stürmte eine 1,68m große, braunhaarige Frau mit dunkelblauen Augen in den Raum. Sie umarmte Minerva hastig und – was man sehr gut an dem Keuchen der Gryffindor erkennen konnte – fest. Als sie sie endlich wieder los ließ, strahlte sie fröhlich. Dies erhellte ihr vierzigjähriges Gesicht um einiges.

»Schatz! Ich freu mich so, dich wieder zu sehen. Professor Dippet sagte zwar, dass ihr im Laufe des heutigen Tages ankommen würdet, aber das ihr so schnell da seid? Das ist wunderbar! Kommt, ich mach euch etwas zu essen!«, grinste die Frau – die Schüler nahmen stark an, dass es Audrey McGonagall, Minervas Mutter, war – übermutig.

»Mrs. McGonagall!«, machte Sawyer schnell auf sich aufmerksam. »Ich muss wieder gehen, da ich noch andere Schüler Portschlüssel bringen muss. Einen schönen Tag noch.« Und damit war die Professorin verschwunden. Walpurga und Cygnus sahen leicht verloren auf den Punkt, an dem die Frau zuvor gestanden hatte.

»Nette Frau, wirklich. Kommt, Kinder«, lächelte Audrey und zerrte ihre Tochter in einen angrenzenden Raum. Die Schüler folgten ihnen und wurden in dem Esszimmer auf Stühlen gedrückt. Audrey verschwand in der Küche, die gleich an den Raum angrenzte und kümmerte sich wieder um ihre Pfannenkuchen. Walpurga lehnte sich leicht nach vorne.

»Das ist also deine Mutter?«, fragte sie leise das Mädchen, welche ihr gegenüber saß. Minerva nickte. »Nun... euer Anwesen ist anscheinend nicht sehr groß.«

»Da hast du recht, Black«, gab die Gryffindor zu. »Das Haus ist nichts im Vergleich zu Potter Manor. Dennoch ist es schön. Ich nehme stark an, dass wir sehr viel zusammenrücken müssen, aber es wird schon klappen.« Minervas dunkle Augen blickten zu der Frau, die gerade die Pfannenkuchen auf mehrere Teller verteilte – natürlich ganz ohne Zauberei, immerhin hatte Audrey McGonagall kein Tropfen Magie in sich.

»Mum? Hast du die Zimmer schon her gerichtet?«

»Natürlich, Schatz. Es stehen Betten bereit, nur die Zimmerordnung müsst ihr entscheiden.« Audrey stellte die Pfannenkuchen auf den Tisch, ehe sie noch Gläser und Säfte holte. »Nach dem Frühstück könnt ihr eure Sachen einräumen.«

Das schien das Stichwort für einen etwas älteren, schwarzhaarigen Mann mit braunen Augen zu sein, das Esszimmer zu betreten. Seiner Kleidung nach zu urteilen, war er im Ministerium oder in einer Firma tätig, die von Zauberern geführt wurden. Die dunkle Robe passte zu seiner schlanken Figur, er war so groß wie Tom und schlecht sah er nicht aus. Herzlich zog er Minerva in eine Umarmung.

»Min, wie geht es dir? Ich freue mich, dich schon vor Weihnachten zu sehen«, sagte er lächelnd.

»Mir geht es gut, Dad. Darf ich dir meine Mitschüler vorstellen. Alexander Potter, Rubeus Hagrid, Tanja Blixen, Sandy Weasley, Alastor Moody, Cygnus und Walpurga Black, Angelus Nexima und Tom Riddle. Leute, das ist mein Vater.«

Lächelnd schüttelte der Mann nacheinander den Schülern die Hände. »Freut mich, euch kennen zu lernen. Sagt Gregor zu mir. Ich darf euch doch duzen, oder?«

Walpurga wollte gerade etwas sagen, als auch schon Angelus, welcher neben ihr saß, ihr auf den Fuß trat und bewusst das Aufkeuchen ignorierte, während er zu Mr. McGonagall sah. »Wir freuen uns ebenso, Gregor. Natürlich dürfen Sie uns duzen.« Walpurga funkelte ihn böse an. Als Audrey auch das letzte Glas abgestellt hatte und ihre Gäste gebeten hatte, zuzugreifen, lehnte sich der junge Todesengel leicht zu der Black.

»Vergiss nicht, meine Liebe, deine Note wird umso besser, je freundlicher du zu den Menschen bist.« Neben sich hörte der Blonde ein amüsiertes Schnauben. Warum noch mal hatte Tom so verschärfte Sinne? Achja, Vampirdasein und so. Manchmal konnte es lästig sein, vor allem, wenn ihn ein Blick traf, der eindeutig »Slytherin!« aussagte. Doch er ertrug es mit Würde... er streckte ihm ganz kindisch und unbemerkt die Zunge raus.

»Also«, begann Gregor und häufte sich Pfannenkuchen auf den Teller. Die Gäste, Minerva und Audrey taten es ihm gleich. »Ihr seid also alle aus Hogwarts? Ich wünschte, ich wäre noch dort. War eine schöne Zeit. Nun, wie auch immer, was wollt ihr in den nächsten Tagen machen? Schon einen Plan?«

»Nein«, gab Minerva zu. »Noch nicht.«

»Das ist ja auch egal, ihr könnt euch ja immer noch etwas überlegen«, lächelte Audrey. Gregor nickte.

»Das stimmt. Aber, wie sieht jetzt eigentlich die Zimmerverteilung aus? Ich würde gerne dabei sein, wenn er diese bestimmt. Und ich muss in einer dreiviertel Stunde los.«

Nachdenklich legte Minerva das Marmeladenglas beiseite, bevor sie zu ihrer Mutter sah. »Wo stehen denn überall Betten, Mum?«

»In deinem Zimmer stehen noch drei kleine, in Raymonds Zimmer – außer dem einen – noch ein weiteres. Im Wohnzimmer können zwei auf den Sofas schlafen und einer in einem weiteren Gästebett«, zählte die Frau auf.

»Mum...«, sagte Minerva leise. Ihre Mutter sah sie fragend an. »Wir sind zehn. Du hast nur acht Betten aufgezählt, wenn man von meinem eigenen absieht.«

»Ihr seit zehn?«, fragte Audrey überrascht. Ihre Augen huschten über die Anwesenden. »Professor Dumbledore sagte, dass ihr zusammen neun seid. Nun, dann muss er sich wohl verzählt haben. Was machen wir denn jetzt?«

»Zaubern Sie doch einfach noch ein Bett hinzu«, schlug Alexander vor. Gregor schüttelte den Kopf.

»Das kann ich nicht. Der Platz reicht nicht. Und vergrößern dürfen wir die Räume nicht, zumindest nicht mit Magie. Unser Mieter ist da dagegen.«

»Was ist mit dem Gästezimmer?«, warf Minerva ein.

»Nein, Schatz, ich habe dir doch schon in den Sommerferien gesagt, dass Raymond, Kamilla und Carolin heute anreisen.«

»Stimmt«, murmelte die Schwarzhaarige, ehe sie ergeben seufzte und zu ihren Mitschülern sah. »So wie es aussieht, müssen dann zwei in einem Bett schlafen.«

Tom und Angelus blinzelten verblüfft, als alle Augen der Schüler auf ihnen lagen.

»Das könnt ja ihr machen. Und wie sieht die Zimmerverteilung aus?«, wandte sich Alexander an die Gryffindor. Angel sah zu dem Halbvampir, ehe er mit den Schultern zuckte. Das war ihm nur recht und seinem Geliebten anscheinend auch, wenn man das Funkeln in den Rubinen so deuten durfte. Audrey und Gregor schienen leicht verwirrt, dachten sich aber ihren Teil und blieben still.

»Naja«, begann Minerva und sah noch einmal in die Runde, ehe sie sich selbst entschieden zunickte. Doch bevor sie etwas sagen konnte, meldete sich Gregor zu Wort.

»Ich sag euch gleich einmal, dass kein Junge und kein Mädchen in einem Zimmer sein werden.«

Seine Tochter warf ihm lediglich einen genervten Blick zu. »Also, wie ich sagen wollte, könnten Sandy und Tanja in das Zimmer meines Bruders. Da sind ja zwei Betten. Geht das für euch in Ordnung? Gut. Im Wohnzimmer schlafen dann Hagrid, Alexander und Alastor.«

»Warum?«, entfuhr es dem Moody.

»Weil ich es nicht wage, dich mit Slytherins in ein Zimmer zu stecken.«

»Moment!«, quietschte Gregor. Komisch wurde er angesehen, was er aber geflissentlich ignorierte. »Das bedeutet aber, dass du selbst in deinem Zimmer schläfst und dabei drei Jungen bei dir hast!« Minerva zuckte mit den Schultern. »Das akzeptiere ich nicht! Sandy, Tanja, Walpurga und du werdet in deinem Zimmer schlafen.«

»Dad«, sagte Minerva lang gedehnt. »Ich werde Black nicht in irgendeinem anderen Zimmer schlafen lassen!«

»Vertraust du mir so wenig?«, schnaubte Cygnus. »Du verletzt mich.«

»Pah! Du verletzt mich«, äffte Minerva ihn ziemlich genau nach, was ihr einen tadelnden Blick Audreys einbrachte. »Das ich nicht lache!«

»Okay, ich sehe, du bleibst in dieser Situation stur. Wie wäre es, wenn anstatt Angelus und Tom, Sandy und Tanja in deinem Zimmer schlafen?«

»Nein, Sandy und Tanja können ruhig in Raymonds Zimmer schlafen. Das ist nicht so schlimm. Ich will Angel und Riddle in meinem Zimmer!«, beharrte Minerva entschieden.

»Uns vertraust du auch so wenig?«, fragte Angel und zog eine Augenbraue hoch.

»Ich hab eine Woche mit euch in einer Wohnung gewohnt, was glaubst du denn, Angelus? Natürlich vertraue ich euch... oder eher dir. Und genau deshalb will ich euch in meinem Zimmer. Und jetzt ist Schluss, wir werden es so machen und nicht anders!« Das Mädchen stand auf, nahm sich ihren Koffer und ging aus der Küche. Schnell erhoben sich die anderen und folgten ihr, das Gestotter des Hausherren gekonnt ignorierend.

Die Schüler stiegen die Treppe nach Minerva hoch, wodurch sie auf einen Flur gelangten. Minerva öffnete die erste Tür, trat ein und hievte ihren Koffer zu ihrem Bett. Die sechs Zauberer und vier Hexen folgten ihr, wobei Hagrid die Tür hinter ihnen schloss.

»Also, McGonagall«, begann Cygnus und warf sich auf ein leeres, kleines Bett, das ohne Zweifel hergezaubert worden war. »Du willst also, dass meine Schwester, Tom, Nexima und ich hier schlafen. Keine Angst, dass wir dich in der Nacht überfallen?«

»Wohl kaum«, schnaubte das Mädchen. »Angel wird dich schon davor abhalten und erst recht Riddle, sollte er auf diese dumme Idee kommen.«

Tom stellte seinen Koffer neben das größte Gästebett, das im Zimmer stand, ebenso sein Geliebter. »Und ich dachte, du würdest mich besser kennen, McGonagall. Dumme Ideen sind nicht mein Fachgebiet.«

»Ach ja, ich vergaß, 'Intelligenz' ist dein zweiter Name«, gab Minerva zurück. Recht teilnahmslos sahen die restlichen Schüler bei dem kleinen Wortgefecht zu.

»Nein, mein zweiter Name ist Vorlost. Aber du kannst mich auch Intelligenz nennen.«

»Eigenlob stinkt.«

»Das war kein Eigenlob, dass war nur die Bestätigung für das Annehmen eines neuen, wenn auch dritten Vornamens.«

»Ach, halt einfach die Klappe, Riddle.«

»Solange du dasselbe tust.« Angepisst sah das Mädchen dabei zu, wie die vier Slytherins sich auf den Betten bequem machten, wobei Tom sich ausstreckte und Angel sich zwischen dessen Beine legte. Die anderen Schüler ließen ihre Koffer dort stehen, wo sie gerade waren. Während Sandy und Tanja sich neben Minerva auf das Bett setzten, ließen sich die Jungs auf den Boden plumpsen. Seufzend stand die Gryffindor auf und öffnete das Fenster, um etwas frische Luft zu bekommen.

»Schönes Zimmer hast du, Minerva«, meinte der Zeitreisende plötzlich und sah sich weiter um. Die hellen Tapeten waren rot, während die Möbel – ein Schreibtisch, ein Stuhl, das Bettgestell, ein Schrank, zwei Regale, ein Nachttischchen und eine Vitrine – hellbraun waren. Der Schreibtisch war ordentlich aufgeräumt, ebenso wie das ganze Zimmer und das Nachttischchen. Die Regale enthielten Bücher, soweit der Todesengel erkennen konnte waren diese Muggelromane. Jedoch hatten sich auch viele Bücher über Magie dazwischen gequetscht. Angel nahm an, dass Minerva die restlichen in Hogwarts oder in ihrem Koffer hatte.

Die Vitrine hingegen enthielt eine Sammlung von Figuren. Diese waren Engel, Pferde, Einhörner, Pegasi, Delphine, Elfen, Feen und allerlei andere magische und nichtmagische Geschöpfe.

»Danke«, murmelte Minerva und setzte sich wieder auf ihr Bett.

»Was machen wir heute?«, fragte Tanja und blickte in die Runde. Ahnungslose – oder in drei Fällen recht desinteressierte – Blicke trafen sie.

»Was ist denn so in der Umgebung, Minerva?«, erkundigte sich Alexander.

»Naja, wir könnten shoppen, in den Freizeitpark, spazieren oder in das Schwimmbad«, überlegte die Angesprochene laut.

»Sollen wir abstimmen?«, fragte Sandy aufgeregt. Ihre Augen funkelten voller Tatendrang. Da sie keine Antwort erhielt, sah sie es einfach als Zustimmung an. »Also, ich bin für das Schwimmbad! Wer noch?«

»Ich auch!«, rief Tanja erfreut aus.

»Shoppen«, widersprach Walpurga.

»Ich bin für den Freizeitpark«, murmelte Hagrid schüchtern.

»Ich auch«, nickte Alexander.

»Schwimmbad«, kam es von Alastor.

»Ich würde auch gerne schwimmen gehen«, warf Minerva ein.

Nun sahen alle zu den Slytherins. Tom beschloss, als niemand seiner beiden Altersgenossen etwas sagen, ebenfalls seinen Senf dazu zu geben. »Schwimmbad.« Angelus nickte daraufhin zustimmend und, wie konnte es anders sein, gefiel auch Cygnus die Vorstellung, seinen Schwarm in nichts Anderes als einer Badehose zu sehen. Zwei freudige Ausrufe zeigten den Anderen, dass die jüngsten der Mädchen über das Ergebnis mehr als nur froh waren.

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Eine gute Stunde später hatten alle Schüler ihre Koffer neben ihren Betten deponiert, Unterwäsche in Badesachen verwandelt und ihre Rucksäcke gepackt. Audrey wusste über ihren Ausflug Bescheid und Gregor war gerade bei der Arbeit, vermutlich jammerte er sich in diesem Moment bei seinen Kollegen aus. In mehreren Fällen aufgeregt standen die Zauberer und Hexen im Flur und streiften sich Schuhe und Jacken über. Inzwischen war es draußen doch etwas frischer geworden. Minerva sagte ihrer Mutter noch schnell, dass sie jetzt gehen würden, ehe sie hinter den Jugendlichen aus dem Haus trat. Sie schloss die Tür hinter sich, ehe sie die Gruppe zu dem Hallenbad führte.

Dort bezahlten sie und begaben sich dann in die Umkleide. Zu Angels Freude und Cygnus' Ärger gab es einzelne Kabinen. Doch dafür konnte der Black dann Tom bestaunen, als dieser nur mit seiner Badehose bekleidet aus der Kabine trat. Cygnus sabberte fast, als er diesen überaus gut gebauten Oberkörper sah. Angelus hingegen band sich verärgert die Haare zusammen, bevor er sich Toms Hand schnappte und diesen zu den Schwimmbecken zog, wo auch schon Rubeus, Alexander, Minerva, Sandy und Tanja warteten. Zeitgleich zu den beiden Slytherins kam auch Walpurga an. Die beiden anderen Jungs kamen schon kurz darauf.

»Wir können uns doch hier trennen, oder?«, schnarrte Walpurga auch gleich los.

»Sicher«, zuckte Minerva mit den Schultern. Das sah die Black als ihre Chance und verschwand, um irgendwo in das Wasser zu springen.

»Gehen wir in das heiße Bad, Tanja?«, fragte Sandy. Die Angesprochene nickte, bevor die Weasley zu Minerva sah. »Kommst du mit, Minerva?«

»Nein, ihr könnt ruhig gehen.«

»Dafür komm ich mit«, meinte Alexander. Die Mädchen nickten. »Kommst du auch, Hagrid? Schön. Und du, Alastor?«

»Nein, ich schwimm ein paar Runden.« Kurz darauf standen nur noch Tom, Angel, Minerva und Cygnus leicht verloren auf der Stelle.

»Gehen wir zu den Liegen, Angel?«, fragte der Halbvampir deshalb seinen Geliebten. Dieser nickte zustimmend, bevor sie sich umdrehten und zu dem kleinen, gartenähnlichen Paradies stiefelten, wo es haufenweise leicht versteckte Liegen gab – wenn man der Information des Bademeisters glauben durfte.

»Wartet, Jungs!«, rief Minerva und eilte ihnen hinterher. Sie bemerkte nicht, dass sich Cygnus nach einem letzten Blick auf Tom zu seiner Schwester verkrümelte. Er musste jetzt endlich über seinen Schatten springen und Walpurga um Rat fragen, sonst wäre das mit dem hübschen Schwarzhaarigen vorbei, bevor es überhaupt angefangen hatte. Dass es bereits seit einem Monat zu spät war, wollte er einfach nicht einsehen. Er hatte es in drei Jahren nicht gepackt, Toms Herz zu erobern und da konnte es nie und nimmer sein, dass dieser blonde Schönling es in ein paar Wochen geschafft hatte. Das war einfach unmöglich!