Chapter 26: „Kabale und Liebe: Liebe"
Irgendwie hatten sie es zurück in die Wohnung geschafft, Schinji hatte angeboten, dass Rei in Asukas Zimmer übernachten könnte, was diese gerne annahm.
Irgendwann in der Nacht spürte er ein Gewicht auf seinem Körper, langsam erwachte er und erkannte sehr schnell den Grund für den Druck auf seinen Körper.
Eine nackte Rei hatte sich bäuchlings auf ihn gelegt.
Sofort war er hellwach, wollte Rei, die so friedlich und glücklich aussah, aber auch nicht wecken, daher drehte er sein Haupt beiseite, sodass der bleiche Körper nicht in seiner Sicht lag. Nach einer Weile hatte er sich soweit beruhigt, dass er langsam begann einzudösen als er Rei flüstern hörte, mit einer so erotischen Stimme, wie er sie bei Rei nie für möglich gehalten hätte hauchte sie:
„Shinji"
Sie redet im Schlaf!
Nach einer kurzen Pause, in der Rei sich mit sämtlichen Extremitäten um Shinji schlang hauchte sie:
„Shinji, bitte werde eins mit mir!",
Das Blut gefror ihm in den Adern, während seine Augen auf die Größe von Esstellern anwuchsen.
Als sich sein Herz wieder in der Lage sah sein Blut weiterzubefördern, schoss es ihm ins Gesicht.
Langsam fuhr er sich mit einer Hand, die er aus der Umarmung befreit hatte über dasselbe.
Irgendwie komme ich in letzter Zeit einfach nicht zum schlafen.
Er versuchte sich zu beherrschen und ruhig zu bleiben.
Die ersten Sonnenstrahlen streichelten ihn und er beschloss aufzustehen und Frühstück für sie alle zu machen.
Dann bekommt sie wenigstens mal etwas anderes zu essen als Milch und Brot.
Er versuchte sich aus Reis Umklammerung zu befreien ohne zu viel von ihr auszumachen.
Shinji bettete sie weich in seinem Bett, küsste sie auf die Stirn und begab sich in die Küche.
Sobald das Frühstück bereitstand kam Misato, durch den Geruch aufgeweckt aus ihrem Zimmer gekrochen.
„Morgen",
damit setzte sie sich an den Esstisch und öffnete eine Dose Bier und durch den ersten Schluck schien ihre Lebenskraft zurückzukehren.
Shinji ging zur Haustür um die Post und Zeitung einzusammeln. Er hob den Stapel auf und überflog die Briefe und wendete sich dann Misatos Zeitschriften und Automagazinen zu.
Was er auf der Titelseite einer dieser Blätter las raubte ihm den Atem, seine Augen weiteten sich zum zweiten mal an diesem frühen Tag, während seine Pupillen schrumpften. Seine Hände versagten ihren Dienst und er lies die Post auf den Boden fallen.
Das war alles zu viel für einen derartig kurzen Tag.
Kurz darauf folgte er den Briefen zu selbigem.
„Bam."
Rei blickte bestürzt aus dem Zimmer. Sie wusste nicht wie sie in Shinjis Zimmer gekommen war, noch wo Shinji war, der, davon hatte sie sich versichert, nicht in seinem Zimmer war.
Sie hoffte, dass ihm nichts passiert war und das sie nicht der Anlass für die Abwesenheit Shinjis war.
Als sie ihn auf dem Flur liegen sah, versuchte sie ihm aufzuhelfen.
Es gelang ihr nicht.
Daher holte sie einen Lappen aus dem Bad, kniete sich neben ihn und zog seinen Kopf sanft auf ihren Schoß.
Er hatte sich die Stirn aufgeschlagen.
Langsam tupfte sie mit dem nassen Lappen die Wunde ab.
Allmählich öffnete Shinji die Augen, nur um unverzüglich wieder wegzudämmern als er feststellte, dass er von einer immer noch unangezogenen Rei in einer für ihn zu intimen Pose gepflegt wurde.
Aufgrund dieser Reaktion beschloss sie, dass es wohl besser für Shinjis Befinden sei wenn sie sich etwas anziehen würde.
Etwas später saß ein immer noch reichlich konfuser Shinji mit Misato und Rei am Tisch.
Rei saß still da, während Shinji Misato anfunkelte:
„Du hast das zu verantworten, nicht wahr?"
Dabei schob er ihr die Zeitschrift hinüber. Diese blickte nur kurz von ihrer Dose auf.
Rei die immer noch nicht wusste was der Auslöser für Shinjis Kollaps war passte die Zeitung ab und betrachtete sie.
Über die gesamte Titelseite war ein Bild abgedruckt, welches sie und Shinji an der Aussichtsplattform darstellte. Sie waren einander zugeneigt und küssten sich während im Hintergrund der Mond schien, darunter stand in großen schwarzen Lettern:
„die Liebe der Weltretter, exklusiv."
Zufrieden gab sie die Zeitschrift an Misato weiter:
„Ich bin noch etwas unsicher im Umgang mit Emotionen, aber ich bin der Meinung, dass das ein recht ... romantisches Bild ist."
Shinji starrte Rei an, während Misato hinter ihrem Bier verschmitzt lächelte.
Er wusste beim besten Willen nicht wie er darauf reagieren sollte.
Rei richtete ihre Aufmerksamkeit auf Misato:
„Ob es wohl möglich wäre einen Abzug zu erhalten?"
Jetzt wusste auch Misato nicht mehr was sie sagen sollte.
Für Shinji war der Tag auch so schon aufragend genug, immer hin war für heute der Talentwettbewerb angesagt, für den auch er sich beworben hatte, anfangs auf Misatos anraten, er solle doch was auf dem Cello vorspielen, aber inzwischen hatte er seine eigene Idee umgesetzt.
Er verschwand im Bad, in der Hoffnung unter einer kalten Dusche wieder einen klaren Gedanken fassen zu können.
Auch Rei wollte sich noch reinigen, sie hatte sich vorher nur schnell etwas übergeworfen um Shinji zu schonen.
Sie legte ihre Kleidung wieder ab und betrat das Bad.
Shinji der hörte das die Türe geöffnet worden war zog den Duschvorhang zurück um nachzusehen was vor sich ging:
„WAHH, REI DU KANNST DOCH NICHT EINFACH SO IN EIN BAD KOMMEN!!"
Er hatte es inzwischen hingenommen, dass sich Rei nicht wirklich für ihren Status der Bekleidung, oder Entkleidung interessierte.
Shinji warf der im Raum stehenden Unschuld ein Handtuch zu, damit sie sich bedecken konnte, wobei ihm bewusst wurde, dass er selbst ebenfalls nackt war. Bei dem Versuch sich selbst zu bedecken rutschte er in der Wanne aus, verlor den Halt und legte sich in der Wanne nieder. Rei blickte über den Rand, das Handtuch um sich geschlungen.
Ikari rieb sich den Hinterkopf:
„Rei wir müssen uns unbedingt einmal über den richtigen Umgang mit Kleidung reden."
Shinji schob Rei aus dem Bad und schloss die Tür wieder hinter Rei. Aus der Küche kam Misatos Stimme, die sich ausgemalt hatte was im Bad vor sich ging und es nicht lassen konnte die beiden aufzuziehen:
„Hey, Rei wollte Shinji nicht, dass du ihm den Rücken schrubbst?"
Rei antwortete mit ihrer disziplinierten Stimme und vollem Ernst, den sie eigentlich immer an den Tag legte:
„Ich habe Shinji nicht nach dem Wunsch einer solchen Aktivität gefragt.",
damit drehte sie sich zur Tür des Badezimmers und klopfte an:
„Shinji, wünscht du, dass ich dir beim Waschen behilflich bin?"
Misato trank genüsslich von ihrem Bier, wobei sie versuchte nicht loszulachen und sich zu verschlucken:
„Niedlich."
Hinter der Tür war wieder ein dumpfer Aufschlag zu vernehmen.
Shinji erhob sich abermals langsam vom Kachelboden.
Das versprach ein sehr ... interrasanter Tag zu werden.
