sunny: Ich mache dich wieder glücklich.
Bully for You
„Du hast geduscht.", war das Erste, das Sara hörte, als sie die Tür öffnete und Nick vor ihr stand.
Nick erblickte Sara. Er hatte sie vorher noch nie so gesehen. Sie hatte nasses Haar und war mit einem Bademantel bekleidet.
„Wow, woran hast du es erkannt? An den nassen Haaren oder dem Bademantel.", fragte sie, als sie Nick hereinließ.
„Eigentlich daran, dass du nicht mehr stinkst.", antwortete er und ließ sich auf ihr Sofa fallen.
Sara schloss die Tür. „Nick Stokes, charmant wie immer."
Nick lachte über ihren Kommentar. „Ja, ich weiß.", sagte er mit gespielter Überheblichkeit.
„Bist du aus irgendeinem Grund hier oder einfach nur so?", fragte Sara und setzte sich neben Nick.
„Ich wollte nur wissen, was mit dir und Frank jetzt ist.", sagte er und versuchte gleichgültig zu klingen. Er hatte nur einen Fehler gemacht, den er nicht beachtet hatte. Sara jedoch, fiel der Fehler auf. Wäre es ihm gleichgültig gewesen, wäre er nicht so spät am Abend gekommen, um sie zu fragen.
„Du weißt, dass er Hank heißt.", erwiderte Sara und Nick nickte.
„Und, was ist jetzt mit dir und Hank?", fragte Nick erneut.
Sara seufzte. „Auch wenn es dich überhaupt nichts angeht, aber ich glaube nicht, dass da irgendwann mal was laufen wird."
„Wirklich?", warf er glücklich in den Raum. Dann merkte er es und sagte ihn einem mitfühlenden Ton: „Wirklich?"
Sara ignorierte die Art, wie er es zum zweiten Mal gesagt hatte. Für sie zählte nur das erste Mal. Doch sie antwortete auf seine Frage, auch wenn es ihn eigentlich nichts anging.
„Mein Geruch war glaube ich nicht so der Hit."
„Ich hätte nie gesagt, dass ich das jemals in meinem Leben sagen werde, aber Greg hat Recht. Ein echter Mann steckt das weg.", antwortete Nick um sie aufzumuntern.
Sara konzentrierte sich vollkommen auf ihren Bademantelgürtel, als sie sagte: „Das ist echt süß, aber ich glaube nicht, das es der Wahrheit entspricht."
„Ich würde es wegstecken.", erwiderte Nick überzeugt.
Sara sah auf und lächelte ihn an. „Das sagst du nur, weil du auch so gestunken hast."
„Vielleicht, vielleicht auch nicht."
Sara zog eine Augenbraue hoch und blickte ihn an. „Willst du mir irgendwas sagen?"
Nick setzte sich so hin, dass er frontal zu ihr saß. Sara drehte sich auch zu ihm, damit sie ihn besser angucken konnte. Irgendwie fühlte es sich seltsam an, mit Nick spät abends in ihrer Wohnung zu sitzen, wenn sie nur mit einem Bademantel bekleidet war. Und irgendwie auch nicht.
Nick nahm all seinen Mut zusammen. „Sara, ich…", dann verließ ihn sein Mut wieder, „ich mag deine Haare, wenn sie so sind."
Er kam sich vor wie ein Trottel. Er dachte sich, dass das für sie klingen musste, als wäre er ein kranker Psychopath.
„Danke.", sagte Sara leise. Sie hatte auf etwas Anderes gehofft. Und irgendwie sagte sein Blick ihr, er auch.
Nick setzte sich wieder normal auf die Couch, was Sara kurz danach auch tat.
„Willst du was trinken?", fragte sie vorsichtig.
„Ja. Ich hole es mir, okay?"
Sara nickte. „Ich werde mich anziehen gehen.", sagte sie und verschwand auch schon im anderen Raum.
Beiden waren froh, über die räumliche Trennung. Sie konnten sich über einige Dinge klar werden, was sie Beide unbedingt mussten.
Als Sara wieder ins Wohnzimmer kam, war Nick schon wieder an seinem Platz. Vor ihm standen zwei Gläser.
„Danke.", sagte Sara, als sie sich setzte und einen Schluck trank.
Sie Beide wussten, dass sie die Situation ignorieren und nicht mehr erwähnen würden. Jedenfalls für heute Abend.
„Wollen wir fernsehen?", fragte Sara nach einer Weile.
Nick überlegte, um schließlich zu sagen: „Ja, warum nicht."
Sara griff nach der Fernbedienung und schaltete durch die Kanäle. Nick musterte sie unauffällig von der Seite, als sich das Licht des Fernsehers auf ihrem Gesicht spiegelte.
Er wusste jetzt schon, dass sie es irgendwann bereuen würden, dass sie nie darüber gesprochen haben. Und er konnte nichts daran ändern.
Jedenfalls noch nicht jetzt.
