Danke für all eure Reviews! Jetzt wünsche ich euch viel Spaß mit dem letzten Kapitel des zweiten Parts! :D

Im nächsten Kapitel erfahren wir endlich Hermines Geheimnis - und das poste ich am 30.12.2008!

LunaNigra: Also es werden sicherlich 30 Kapitel... an Kapitel 27 - 30 schreibe ich nämlich gerade... und nein, so einen Zauber kenne ich leider nicht, aber das wäre toll, wenn mich mal die Muse verlässt. ^^

einfach so...:Oh, in diesem Kapitel passiert viel zu viel, als dass sie darüber reden könnten. :D

Elizan:Das stimmt - mit Draco wäre die Suche bestimmt spannender! Aber er wird den Dreien anders helfen... aber erstmal kommt in diesem Kapitel eine überraschende Wende!

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Kapitel 25:

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Endlich!

Zufrieden schlug ich all die Bücher zu, welche auf meinem Schreibtisch verteilt waren.

Gestern haben wir endlich wieder nach einer Ewigkeit einen vernünftigen Hinweis auf den fünften Horkrux gefunden. Hary hatte lustlos in meiner Geschichte Hogwarts herumgeblättert und nachdem er zum wiederholten Mal die Geschichte der Gründer gelesen hatte und Ron zum wiederholten Mal nach möglichen und bisher nicht überprüften Familienstücken fragte und wir uns zum wiederholten Mal systematisch durch die berühmtesten Erbstücke kämpften, erinnerte ich mich an den Kelch.
Noch im letzten Schuljahr hatte Professor McGonagall uns von Hufflepuffs Kelch erzählt, welcher in Londons bekanntes Magisches Pokalzimmer verlegt wurde, nachdem er sich jahrelang in Hogwarts befunden hatte.

Mangels Internetzugang, mithilfe dem ich zuhause recherchierte, und ohne die erschöpfende Bibliothek Hogwarts hatte ich erst heute morgen die Adresse des Pokalzimmers in London gefunden. Es befand sich in einem turmartigen Gebäude in einer Seitengasse des Tropfenden Kessels und ich war mir sicher, das windschiefe Haus schon einmal gesehen zu haben.

Ich stürzte aus meinem Zimmer durch den Flur.

Oh, ich brannte vor Begeisterung, Harry und Ron mitzuteilen, dass wir nach London apparieren konnten!

Doch plötzlich wurde ich herumgewirbelt und gegen die kalte Steinmauer geschleudert. Die Luft in meinen Lungen wurde mit einem Zischen herausgedrückt und zwei blasse Arme pressten mich gegen die Wand.

„Draco?", keuchte ich.

Als ich aufblickte, sah ich seinen leuchtend blonden Schopf, der sein gesenktes Gesicht verdeckte. Er atmete schwer, doch sein Griff um meine Schultern ließ nicht nach.
Sekunden verstrichen und nach einer gefühlten Minute versuchte ich, seine Arme abzustreifen.

„Draco, was soll das?"

Ich verstand ihn nicht - wieder einmal.
Also wartete ich. Und die Zeit verstrich.

Nach einer Ewigkeit hob er bedächtig den Kopf. Sein stockender Atem strich über meinen Hals und sein Gesicht tauchte langsam aus den Schatten des Gangs auf. Das warme Fackellicht fiel auf seine Augen und offenbarte mir den gehetzten Ausdruck darin.

„Gib ...", flüsterte er. „gib mir das Fläschchen..."

Ich hatte das Gefühl, augenblicklich zu gefrieren.

„Nein!", murmelte ich genauso leise wie er.

Draco hob vollends den Kopf und sah mir in die Augen.
„Gib mir das Fläschchen!", fauchte er.

Ich lächelte ihn an.

Er starrte mich an.

„Ich habe keinen Zauberstab", begann er langsam. „Aber ich kenne unzählige andere Methoden, dich grausamer zu verletzen, als du es dir vorstellen kannst."

Ich wandte meinen Blick nicht von ihm ab. „Das weiß ich."

Seine Augen weiteten sich, ehrlich geschockt. Dann stieß er sich von der Wand ab.
„Du weißt gar nichts", zischte er. „Überhaupt nichts!"

Er drehte sich um, aber ich griff nach seinem Arm. Dem Arm, der sich gerade eben noch um meine rechte Schulter geklammert hatte.
Draco zuckte kurz, dann wandte er sich mit einem Dreh auf dem Absatz wieder um und funkelte mich bedrohlich an.

„Ich gebe dir deine Drogen nicht zurück", sagte ich und achtete darauf, seinen Blick einzufangen. Er erwiderte ihn starr, aber gleichzeitig offener als es bei ihm Norm war. „Aber ich kann dir helfen, dich von ihnen zu lösen. Nimm die Mischung, ich habe sie vollkommen auf dich abgestimmt."

Einen Herzschlag lang sah er mich an.
„Ich brauche keine Hilfe!", sagte er leise.

Dann drehte er sich endgültig um und ging auf seine Zimmertür zu.

„Draco!", rief ich und sah wie seine Hand einen Moment über der Klinke verharrte. „Wenn du später anders denkst, ich - ich bin für dich da."

Er zögerte nicht, sondern öffnete seine Tür.
„Auch wenn du es gar nicht willst...", flüsterte ich, so leise, dass er es nicht hören konnte.

Dracos Tür fiel klackend ins Schloss.

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Auch wenn die Freude darüber, tatsächlich einen weiteren Horkrux gefunden zu haben, immer noch spürbar war, waren wir schon bald alle wieder in unseren alten Trott zurückgekehrt.
Nun ging es darum, den Kelch zu finden, falls Voldemort diesen tatsächlich als Horkrux bestimmt hat, und diesen dann schnellstmöglich von dort wegzuholen. Ein ziemlicher Batzen Vorbereitungsarbeit lag vor uns.

Wenige Minuten, nachdem ich die dritte Kaffeekanne dieses Abends auf den Couchtisch gestellt hatte, war die Motivation bereits um ein enormes Stück gesunken.
Schließlich beschloss ich, es für heute zu belassen und schlafen zu gehen, ehe mir die Augen zufielen.

Doch als ich mein Buch zuklappte, flackerte das Holz des alten Kamins auf. Die Flammen verfärbten sich grün und dann erschien das Gesicht von Severus Snape in unserem geheimen Flohnetzwerkanschluss.
Überrumpelt starrte ich wie versteinert in das Feuer, während Ron und Harry immer noch in ihre Bücher vertieft zu sein schienen.

„Miss Granger", sagte er, mit derselben öligen Stimme wie eh und je.

Rons Kopf fuhr hoch und sein Mund klappte auf, Harry sprang sofort auf und beide stießen ein animalisches Knurren aus. „Schließen Sie bitte den Mund....Ah, Mr Potter, Mr Weasley", fügte er gelassen hinzu.

„Sie!", stieß Harry aus, während er zum Kamin stürzte. „Wie können Sie es wagen, Sie -"

„Mr Potter, ich wäre nicht hier, wenn es sich nicht um eine äußerst bedeutsame und bedrohliche Situation handeln würde." Er schwieg einen Moment. „Das Zauberministerium wird fallen. Todesser haben es besetzt."

„Was?"

„Todesser und Auroren kämpfen immer noch in den Hallen des Ministeriums, doch wir wissen alle, dass es nur eine Frage der Zeit ist. Die Auroren dezimieren sich beträchtlich."

„Sie Mistkerl -"

„Zu welcher Seite gehören Sie, Professor Snape?", fragte ich schnell. Harry sah mich entsetzt an und öffnete empört den Mund. Ich schüttelte kaum merklich den Kopf und er fing sich für einen Moment. Vielleicht fühlte er sich verraten, doch er vertraute dennoch auf meine Taktik, welche uns bereits häufig aus der Patsche geholfen hatte.

Snape zog eine Augenbraue in die Höhe. „Ich habe Sie für intelligent gehalten, Miss Granger, aber das -"

„Für welche Seite handeln Sie jetzt?", beharrte ich.

„Das ist offensichtlich." Sein Gesicht nahm diesselben spöttischen Züge an, wie ich sie aus den Stunden in den dunklen Kerkern Hogwarts kannte. „Im Moment warne ich Sie, indem ich Ihnen nun empfehle, diesen Ort schnellstmöglich zu verlassen. Der Grimmauldplatz ist nicht länger sicher."

„Wieso das?" Ron war an das Feuer herangetreten und trug einen entsetzten und verwirrten Ausdruck.

„Es gab einen gewissen... Zwischenfall im Ministerium. Im Kampf gelang es Mr. Nott einem Ordensmitglied durch eine geschickte und schmerzhafte Taktik die mentalen Informationen um den Hauptsitz zu ...entziehen. Zumindest glaubt er, mit dem Grimmaulplatz den aktuellen Hauptsitz gefunden zu haben. Ein Glück, dass dem nicht so ist."

„Geschickte Taktik...?", keuchte ich und mir wurde flau im Magen.

„Der Mann ist tot", sagte Snape barsch. „Aber das tut hier nichts zur Sache, Miss Granger; es gibt bereits wesentlich mehr Opfer dieses Gefechts. Sie müssen sofort einige Dinge zusammenpacken und disapparieren."

Ich nickte steif.

„Sie haben Professor Dumbledore kaltblütig ermordet und jetzt behaupten Sie, uns helfen zu wollen?", donnerte Harry, wobei Ron und ich zusammenzuckten.

„Allerdings – und Sie täten besser daran, meine Anweisungen zu befolgen." Er schwieg einen Moment und ein harter Zug schlich um seinen Mund. „Mr Potter... dem Professor geschah nichts gegen seinen Willen. Auch wenn Sie es nicht glauben möchten, ich kann Ihnen versichern, dass dieser von ihnen als „kaltblütiger Mord" bezeichnete Vorfall penibel arrangiert wurde. Und nun holen Sie Draco, ich möchte mit ihm sprechen."

Harry öffnete den Mund, dann schloss er ihn wieder.
„Ich glaube Ihnen nicht und ich traue Ihnen erst recht nicht!", zischte er, ehe er davonstürmte.

Einige Sekunden vergingen, ehe tatsächlich eine Tür knallte und Harrys barsche Stimme erklang. Dann knallte eine weitere Tür.

Ich zog Ron gerade in dem Moment aus dem Salon, als Draco Malfoy an die Tür trat.
Sein Ausdruck war immer noch nervös wie bei unserem gestrigen Aufeinandertreffen, doch als er das Kaminfeuer erblickte, erbleichte er in einer Art, wie ich es nicht für möglich gehalten hätte. Seufzend schob ich ihn in den Salon und schloss die Tür.

Ron starrte mich wie paralysiert an und ich glaubte, wahnsinnig zu werden.

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Ich glaube, ich hatte noch nie so wenig Zeit und so viel Angst gehabt, als ich meine Sachen für eine unbestimmte Reise packte.

Selbst bei dem spontanen Trip zu meiner kranken Großtante vor wenigen Jahren war genügend Zeit geblieben, mir einen mentalen Plan von dem zu erstellen, was ich mitnehmen musste und was mich erwartete. Nun hatte ich keinerlei Ideen und mein Kopf fühlte sich trüb und leergefegt an, als ich meinen Kofferdeckel schloss und mich daraufsetzte. Dieses Mal hatte ich einfach alles mitgenommen, weil alles einen Hinweis für die Todesser
hinterlassen und alles für uns nützlich sein konnte.
Ich seufzte.

Plötzlich fühlte sich meine Kehle wie zugeschnürt an und ich spürte mein Herz deutlich in meiner Brust hämmern. Und auf einmal war mein Kopf voll mit Bildern.

Ich sah Harry und Hogwarts und ich sah den überraschten Lucius Malfoy und Voldemort - und ich sah den Fluch und das Licht - und ich sah sein Gesicht und sein Entsetzen und ich hörte meinen Schrei und ich sah Draco und ich spürte die Kälte und ich fühlte den Haß und - er fiel...

Stöhnend presste ich mir die Handballen auf die Augen, als könnte ich damit die blitzenden Szenarien verdecken. Ich wusste, dass mich gerade eine Panikattacke überkam und dass es mich eigentlich nicht überraschen dürfte, da dies in einer solchen Situation nicht ungewöhnlich war.
Doch gleichzeitig hatte ich das Gefühl, platzen zu müssen.

Ich werde verrückt, wenn ich mich nicht bald jemandem anvertrauen kann!, dachte ich verzweifelt und wimmerte leise.

Wie lange ich so zusammengekauert auf meinem Koffer saß, kann ich nicht sagen, aber urplötzlich war die Panik wieder verschwunden und machte einem flauen Gefühl in meinem Magen Platz.

Wir mussten uns einen guten Plan zurechtlegen, doch zuerst einmal sollten wir von hier verschwinden, damit hatte Professor Snape Recht gehabt.
Ob er wohl noch den Professortitel besaß?
Außerdem - hatte er wirklich die Wahrheit gesagt?
War er auch ein Spion für Dumbledore gewesen? Und war sich Dumbledore seines Opfers bewusst gewesen?

Langsam erhob ich mich und schloss umständlich meinen Koffer. Dann reduzierte ich ihn mit einem Zauberstabschlenker sein Gewicht, ehe ich ihn in meine magisch erweiterte Handtasche schob. Und im selben Augenblick, polterte etwas vor meiner Tür und Ron und Harry betraten mit ihren Koffern meinen Raum.

„Ah, du bist auch fertig", sagte Ron. Er sah etwas durcheinander aus – aber das lag wohl daran, dass er seinen Pullover falsch herum angezogen hatte.

„Wir sollten am Besten an den Rand eines kleinen Dorfs apparieren", meinte Harry nachdenklich. „Irgendwo, wo wir inkognito ein paar Tage bleiben können, ehe wir wissen, wie wir weitermachen."

Ron nickte.

„In Schottland kenne ich einige schöne kleine Dörfer, Inverary an der Westküste oder Luss zum Beispiel", murmelte ich zerstreut.

„Gut", stimmte Harry zu. Dann sah er ratlos zu den beiden Koffern vor seinen Füßen. „Hermine, kannst du irgendetwas mit unserem Gepäck machen? Ich glaube, du hattest einmal-"

„Oh, natürlich." Ich zückte meinen Zauberstab, sprach meinen Massenreduktionszauber und drückte dann die beiden Koffer in meine kleine Handtasche.

Ron machte große Augen.
„Mann... Hermine, wenn wir dich nicht hätten...", murmelte er.

Ich grinste und verließ mein Zimmer, ohne mich noch einmal umzusehen.

Als wir in den Flur traten, schloss Draco gerade seine Tür hinter sich. Ein großer Lederkoffer stand neben ihm, den er mangels Zauberstab mit sichtlichem Missfallen eigenständig zur Treppe trug.
Schweigend kehrten wir in den Salon zurück, in welchem uns sofort Snapes Stimme empfing.

„Wie ich sehe, sind sie endlich aufbruchbereit. Haben Sie einen sicheren Aufenthaltsort gefunden?"

Harry nickte zögerlich und kniff die Lippen fest zusammen. Dennoch bebten sie und ich glaubte die Anstrengung, mit welcher er sich zurückhielt, spüren zu können.

„Gut. Dann trennen Sie sich und verwischen Sie mindestens vierundzwanzig Stunden ihre Spuren, ehe Sie an einem Ort zusammentreffen. Vermeiden Sie es dennoch tunlichst, alleine unterwegs zu sein." Der ehemalige Zaubertränkelehrer nickte jedem von uns Vieren zu. „Seien Sie achtsam, die Lage ist kein Kinderspiel mehr." Dann warf er Draco einen Blick zu, den man nur als beschwörend beschreiben konnte.

Das Feuer knisterte noch einmal, ehe es mit Snape verschwand.

„Wir sollten keine Zeit verlieren", murmelte Harry.

„Ja", pflichtete ich ihm bei, „Wie trennen wir uns?"

Ron und Harry starrten mich entgeistert an und Draco hob zweifelnd eine Augenbraue.

„Wie ...?"

„Professor Snape hat Recht", erklärte ich mit einem genervten Unterton. „Keiner von uns Vieren sollte in dieser Zeit alleine reisen."

Es herrschte weiterhin eisiges Schweigen.

„Nun gut", seufzte ich. „Ich werde mit Draco nach Luss am Loch Lomond apparieren. Wohin werdet ihr gehen?"

„Aber - was, wenn er wirklich ein Todesser ist?" Ron wirkte ehrlich besorgt und blickte Harry fordernd an.

„Ich glaube...", begann Harry zögerlich. „Ich denke, Hermine ist eine sehr fähige Hexe und wird mit jemandem wie ihm fertig." Draco grinste spöttisch, doch Harry ignorierte es gekonnt. "Wir gehen nach... Fort William, davon habe ich bei den Dursleys einmal Prospekte gesehen. Sah ganz nett aus."

Ich lächelte ihn an.
„Treffen wir uns morgen um diesselbe Zeit in Inverary an der Westküste? Es liegt etwa hundert Kilometer nordöstlich von Glasgow..."

Ron räusperte sich. „Da war ich 'mal mit Dad, an den Weg zur katholischen Kirche müsste ich mich erinnern."

Einen kurzen Moment herrschte Schweigen.

„Passt auf euch auf", rief ich dann auf einmal und warf mich den beiden um den Hals. „Macht bloß nichts Dummes, begeht keine Heldentaten, seid diskret und zaubert nicht in der Öffentlichkeit und -"

„Hermine!", keuchte Ron, weil ich ihm die Luft abdrückte.
Ich löste mich von den Beiden und reichte ihnen ihre Koffer und ein Zelt aus meiner Handtasche, die ich mit einem gemurmelten Zauberspruch auf Hosentaschengröße verkleinerte.

„Mit dem Zauberstab antippen genügt", flüsterte ich und wandte mich Draco zu, dessen Koffer ich nun in wenigen Sekunden in die Tasche drückte.

„Seid vorsichtig", sagte Harry nun und in seinem Blick lag Sorge.

Ich nickte, denn schon wieder schnürte mir die Panik die Luft ab.
Stumm griff ich nach Dracos Fingern und versuchte den diffusen Nebel in meinem Kopf zu beseitigen.

„Oh, übrigens - Weasley, du hast deinen Pullover falsch herum an."

Rons Erröten war das Letzte, was ich wahrnahm, ehe alles in einem rauschenden Farbwirbel versank.

Ich umklammerte Dracos Hand, denn sie war das Einzige, woran ich mich festhalten konnte.

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- BEAUTIFUL LIE Part 2 Ende -

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