Die Personen und Orte gehören Stephenie Meyer.

Die Originalstory is von T. G. Kira.

Dinge die weh tun, Dinge die heilen. Bellas Pov.

Alice grub ihre Fingernägel in meinen Arm und ich konnte spüren, wie nervös sie war. Aber ich blieb trotzdem dich neben ihr.

„Ich wusste das du es warst Alice." Jasper lächelte sie an. „Warum bist du im Krankenheus vor mir geflüchtet? Hast du mich nicht erkannt?" Wollte er wissen.

„Derjenige der mich nicht erkannt hat, war ein anderer." Fauchte Alice. Ich hatte also nicht geträumt, sie hatten sich wirklich im Krankenhaus gesehen.

„Ich weiß nicht was du meinst Alice. Warum bist du weggelaufen?" Jasper wollte einen Schritt auf Alice zumachen, aber Alice zog mich vor sich.

„Ich bin weggelaufen, weil ich nichts mit ihnen zu bereden habe."

„Alice..." Sagte Jasper traurig. Ich hätte nie gedacht ihn mal so unglücklich und geknickt zu sehen. „Ich habe gedacht, dass du tot seist und das alles meine Schuld ist."

„Jetzt hast du ja gesehen, dass dem nicht so ist. Du brauchst also kein schlechtes Gewissen mehr zu haben."

„Nein Alice, ich..."

„Ich wollte gerade gehen Dr. Whitlock. Wenn sie erlauben..." Sagte Alice überheblich und zog mich zum Ausgang.

„Warte! Geh bitte nicht. Lass uns reden." Bat Jasper.

„Ich habe nichts zu reden!" Kam es kalt von Alice.

„Bitte Alice. Ich...ich liebe dich. Es hat mich verrückt gemacht nichts von dir zu wissen."

„Lüg mich nicht an." Fauchte Alice. „Du kannst dich nicht in einen Patienten verlieben. Das hast du doch immer zu Bella gesagt, nicht? Und das es nicht gut ist mit Edward zusammen zu sein. Das es ein Fehler sei. Danke, dass ich ein Fehler in deinem Leben sein durfte. Danke, dass du mich an diesem verdammten Ort gelassen hast!" Ich hatte Alice noch nie so wütend gesehen. „Und ich blöde Kuh, habe immer gehofft, dass du kommst und mich hier heraus holst."

Und jetzt verstand ich sie. Alice hatte keine Angst, sie war wütend auf Jasper und zu tiefst verletzt. Und ich hoffte nur, dass ihre Wut sie nicht daran hindern würde, Jasper irgendwann zuzuhören.

„Ich wusste doch nicht..."

„Was? Das meine verdammte Schwester mich an diesen Ort bringen würde? Sehr gut Jasper, du hast also keine Schuld. Und jetzt lass mich in Ruhe." Alice zitterte vor Wut.

„Ich habe dir einen Brief geschrieben." Versuchte es Jasper nochmal.

„Ah ja, der Brief. Da hast du geschrieben, dass du mir ein schönes Leben wünschst. Das ich nicht lache." Spottet sie. „Ich habe ihn Monate nachdem ich aus dieser Klinik hier heraus war gelesen. Hätte ich ihn hie drin gelesen, wäre ich wahrscheinlich wirklich verrückt geworden."

„Das wollte ich doch so gar nicht sagen Alice. Ich habe dich nie vergessen und niemals wieder jemanden so geliebt, wie ich dich geliebt habe. Bitte, ich wollte doch nur, dass du glücklich bist. Tu mir das jetzt nicht an." Flehte er und versuchte ihre Hand zu nehmen, sie zog ihre sofort zurück, als ob sie sich verbrannt hätte.

„Ich tue dir gar nichts an. Du kannst dir nicht vorstellen, wie viele Nächte ich hier verbracht habe, frierend, hungrig und voller Angst, aber immer mit der Hoffnung, dass du kommst und mich hier heraus holst. Klar, ich war ein ein dummes und naives Mädchen. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass ich für den großen Doktor einfach nur eine Patientin mehr gewesen war."

„Nie warst du nur eine Patientin für mich!" Schrie Jasper außer sich. „Du warst diejenige, die mir gezeigt hat, wie man in schwierigen Situationen Lächeln kann."

„Wie schade, dass du das was ich dir gezeigt habe, so schnell wieder vergessen hast." Die eiskalte Stimme von Alice schien Jasper wie ein Schlag zu treffen und er sagte nichts mehr.

„Tut mir Leid, dass du das miterleben musstest Bella. Ich muss jetzt gehen." Sie gab mir einen Kuss auf die Wange und ging schnell über die Straße.

Jetzt bemerkte ich erst die vielen Neugierigen, die sich um uns versammelt hatten. Jasper stand einfach nur da und sah hinter Alice her. Dann erwachte er plötzlich aus seiner Starre und ging wie in Trance hinter Alice her. Jasper bemerkte das Auto nicht, dass auf ihn zu kam, erst das laute Hupen ließ ihn reagieren und ich zog ihn von der Straße.

„Was zum Teufel ist mit dir los? Willst du dich umbringen?" Schimpfte ich und schubste ihn in die Klinik.

„Du weißt was los ist." Murmelte er. Ich wollte verstehen was los war, aber ich hatte keine Ahnung wie Alice so hatte explodieren können, wie sie Jasper so hat fertig machen können, dass er nur noch ein Häufchen Elend war.

Ich wusste nicht, was ich jetzt mit ihm machen sollte. Wenn ich ihn jetzt allein ließ, würde er vielleicht wirklich zusammenbrechen. Und das konnte ich nicht zulassen.

Jasper tat mir Leid und ich wollte gar nicht wissen, wie er sich jetzt fühlte.

„Wieso hast du mir nicht gesagt, dass die noch lebt?" Fragte er mit dünner Stimme. Ich brachte ihn zu den Stühlen die in der Halle standen und wir setzten uns hin.

„Ich...ich habe auch erst vor kurzem erfahren, wer sie wirklich ist und wollte, dass sie es dir selber sagt."

„Warum hasst sie mich? Ich verstehe das nicht...niemals wollte ich ihr weh tun, oder das sie leidet."

„Gib ihr Zeit, damit sie sich mit der Situation auseinandersetzen kann. Sie hat viel erlitten und braucht Zeit." Versuchte ich ihn zu trösten.

„An dem Tag hatte ich sie zuerst nicht erkannt, sie sieht anders aus. Ihre Haare sind viel kürzer und sie ist erwachsener geworden. Es ist offensichtlich, dass sie kein Mädchen mehr ist." Er hörte sich leicht belustigt an, so als ob er sich, trotzt allem, freute sie zu sehen. „Als ich endlich merkte wer sie war, rannte ich hinter ihr her, aber als ich auf der Straße ankam, war sie verschwunden. Einen Moment lang dachte ich, dass ich einen Geist gesehen hätte, wusste aber gleichzeitig, dass sie real war."

„Du musst dich beruhigen. Möchtest du einen Kaffee?" Fragte ich, er schüttelte den Kopf.

„Solltest du mich jetzt nicht eigentlich einen Heuchler nennen und mich verspotten?" Er sah mich bei der Frage nicht an. Ich legte ihm meinen Arm um die Schulter.

„Das würde ich niemals tun. Du leidest und das macht mich bestimmt nicht glücklich." Erklärte ich und drückte ihn etwas. „Obwohl du mit dem Heuchler recht hast, brauchst du jetzt bestimmt keine Standpauke, du brauchst einen Freund und etwas Trost. Und da deine liebenswerte Personalität das nicht zulässt, werde ich mich als Freundin eben aufdrängen." Sagte ich lapidar. Ich wollte ihn etwas aufmuntern, er hatte das Recht sich zu erklären und dann war es an Alice eine Entscheidung zu treffen.

Auf Jaspers Reaktion war ich überhaupt nicht vorbereitet, er drehte sich zu mir und umarmte mich. Ich merkte, dass er weinte.

Der eiskalte Doktor Whitlock weinte um seine große Liebe.

Wie ironisch das Leben doch manchmal war. Jasper musste jetzt die Worte schlucken, die er mir an den Kopf geworfen hatte.

Aber ich warf es ihm nicht vor, er hatte es so schon schwer genug.

„Du wirst schon sehen, sie wird zur Vernunft kommen. Alice brauch einfach nur Zeit." Ich strich ihm etwas über den Rücken.

Er rückte etwas von mir ab und ich konnte jetzt die Tränen auf seinen Wangen sehen.

„Was hast du jetzt vor?" Wollte ich wissen.

„Ich werde nicht nach England zurückgehen, im Moment zumindest nicht. Und mehr weiß ich noch nicht. Ich glaube ich werde das tun, was du mir geraten hast, warten." Sagte er.

„Ich glaube das ist das beste." Ich war mir nicht sicher, ob dem wirklich so war, aber mir fiel nichts besseres ein.

So langsam wurde ich unruhig, ich hatte Edward schon viel zu lange alleine gelassen.

„Du kannst gehen." Sagte Jasper plötzlich. „Es geht mir schon besser."

„Geht es dir wirklich besser?"

„Ja, wirklich." Er versuchte fröhlich zu klingen, schaffte es aber nicht wirklich.

„Gut, pass auf dich auf."

„Du auch."

Ich stand auf und machte mich auf den Weg zu Edward.

„Bella..." Ich drehte mich um, Jasper stand am Eingang.. „Danke für das was du getan hast, obwohl ich deine Freundschaft nicht verdient habe. Vielen Dank." Mit den Worten ging er.

Schnell ging ich zur Cafeteria und war überrascht, Edward mit Tanya zu sehen. Ich hatte sie schon so lange nicht mehr gesehen, dass ich geglaubt hatte, dass sie nicht mehr hier sei.

„Bin wieder da." Ich lächelte die Beiden an und setzte mich zu ihnen. „Hallo Tanya."

„Miss Isabella, wie geht es ihnen?" Fragte Tanya fröhlich.

„Seht gut und dir?"

„Ich bin glücklich. Bald komme ich hier heraus, das habe ich gerade Edward erzählt. Ist das nicht eine tolle Nachricht?" Ihre blauen Augen strahlten mich an. Selbstverständlich war es eine gute Nachricht für sie.

„Wie schön Tanya, ich freue mich für dich." Sagte ich ehrlich.

„Und du Edward? Freust du dich nicht für mich?"

„Selbstverständlich freue ich mich für dich." Auch Edward lächelte sie an, obwohl es ihm nicht leicht zu fallen schien.

Tanya blieb noch einen Moment bei uns, bis eine Schwester sie rief.

„Hast du was?" Fragte ich, als ich sah wie traurig Edward aussah.

„Nein. Können wir wieder in mein Zimmer gehen? Ich möchte nicht mehr hier sein." Ich nickte, verwirrt über sein Verhalten.

Schweigend gingen wir zu seinem Zimmer, ich nahm seine Hand, aber er reagierte nicht.

Edward setzte sich auf sein Bett und ich hockte mich vor ihn.

„Was ist? Vorhin warst du doch noch fröhlicher."

„Es ist nichts." Antwortete er defensiv.

„Du bist traurig. Warum?" Er seufzte.

„Ich liebe dich." Sagte er und legte seine Hand auf meine Wange. Ich verstand nicht, warum er das jetzt sagte.

„Ich liebe dich auch und das weißt du, bist du deswegen traurig?" Fragte ich konfus.

„Nein, deswegen könnte ich nie traurig sein. Es ist nur...ich beneide Tanya, weißt du? Sie kommt bald hier raus und ich muss noch wer weiß wie lange hier drin bleiben."

„Deswegen bist du so traurig? Edwards Schatz, du wirst hier heraus kommen und alles das tun können, was du möchtest."

„Manchmal glaube ich, dass ich mir selber etwas vormache, wenn ich das glaube."

„Das stimmt nicht. Carlisle hat mir gesagt, dass du Fortschritte machst. Du wirst bald hier herauskommen und weißt du was wir dann machen?" Fragte ich aufgeregt. „Wir gehen in den Park der in der Nähe meiner Wohnung ist, wir werden den Nachmittag dort verbringen und den Kindern beim Spielen zusehen. Wir werden ein Eis essen, uns auf eine Bank setzten und die Leute beobachten. Danach gehen wir zu Alice in die Konditorei und kaufen uns einen leckeren Nachtisch. Während die Sonne langsam untergeht, gehen wir Hand in Hand zu meiner Wohnung zurück. Dort angekommen, machen wir es uns auf meinem Sofa bequem und sehen uns einen Film an, den wir aber eigentlich gar nicht sehen, weil wir zu sehr damit beschäftigt sind uns zu sagen, wie sehr wir uns lieben. Gefällt dir die Idee?" Diese Liste hatte ich schon länger im Kopf. So stellte ich mir einen perfekten Nachmittag mit Edward vor.

„Du glaubst wirklich, dass wir all das eines Tages tun werden?" Fragte er bewegt.

„Natürlich! Und das ist nur ein Tag. Es wird noch mehr Tage geben, die wir planen können. Tu mir nur einen Gefallen, verliere bitte nie die Hoffnung. Carlisle gibt nicht auf und ich auch nicht, Ok?" Er nahm mich wortlos in den Arm, ich wusste, dass er etwas von seiner Sorge verloren hatte.

„Bist du jetzt nicht mehr traurig?" Fragte ich und gab ihm einen schnellen Kuss auf den Mund.

„Nein, jetzt nicht mehr. Danke."

„Gut, ich mag es nicht dich so zu sehen." Er gab mir einen zarten Kuss und legte dann seinen Kopf auf meine Schulter. Für nichts in der Welt wollte ich jetzt an einem anderen Ort sein.

Es wurde dunkel und Edward bestand darauf, dass ich bei ihm in seinem Bett schlafen sollte. Das war jetzt schon fast eine Gewohnheit, aber bei dem Gedanken, dass Carlisle uns so sehen könnte, wurde mir etwas mulmig. Es war ein wenig seltsam, aber er würde bestimmt nichts negatives sagen.

Carlisle war der verständnisvollste Mensch, den ich je kennen gelernt hatte. Er hatte mich nie verurteilt, oder meine Gefühle in Frage gestellt, er hatte mich sogar unterstützt.

Edward drehte sich im Schlaf und ich fiel fast aus dem Bett. Ich setzte mich auf, damit er genug Platzt hatte. So schnell würde ich eh nicht einschlafen könne, es ging mir zu viel durch den Kopf. Vor allem Alice und Jasper. Wie sollte es jetzt mit ihnen weitergehen? Alice war zu tiefst verletzt und Jasper ging es auch nicht besser. Ich stand auf und ging in die Cafeteria um mir einen Kaffee zu holen. Das war vielleicht nicht das gesündeste, aber den brauchte ich jetzt.

Als ich ins Zimmer zurück kam, saß Edward im Bett.

„Was ist?" Er wirkte ruhig und nicht so, als ob er einen Alptraum gehabt hätte.

„Nichts, ich bin nur nicht müde."

„Ach so und was möchtest du machen?"

„Erzähl mir etwas von dir."

„Von mir? Was möchtest du den wissen?"

„Erzähl mir, wie du als kleines Mädchen warst." Bat er, legte sich wieder hin und ließ mir Platzt, damit ich mich zu ihm legte.

„Also, als ich noch klein war, war ich ein richtiger Tolpatsch, ich bin es immer noch, aber nicht mehr so extrem. Ich fiel ständig hin und alle lachten über mich. Das war für mich gar nicht lustig."

„Warum haben sie über dich gelacht?" Wollte Edward wissen.

„Wie ich schon sagte, ich fiel ständig hin und das schien sie zu amüsieren."

„Hat dich das nicht gestört?"

„Anfangs musste ich immer weinen, wenn sie über mich gelacht haben und schämte mich fürchterlich. Irgendwann habe ich es meinem Vater erzählt. Der sagte zu mir, dass ich sie einfach ignorieren sollte, wir würden alle irgendwann hinfallen und wenn es einem von ihnen passierte, sollte ich nicht lachen, sondern ihnen beim aufstehen helfen. So würde ich ihnen zeigen, dass ich die Stärkere und Intelligentere sei. Von da an, war es mir egal." Ich lächelte ihn an.

„Dein Vater scheint ein guter Mensch zu sein."

„Das ist er."

„Ich kann mich an meinen nicht erinnern, aber ich fühle, dass er auch ein guter Mensch gewesen ist."

„Er hat dich sehr lieb gehabt, dass sagte Carlisles immer."

„Danke, erzähl mir mehr."

„Ich hatte nicht viele Freunde, aber mit denen die ich hatte, hatte ich immer viel Spaß."

„Ich wäre dein Freund gewesen und hätte immer mit dir gespielt."

„Das weiß ich." Ich gab im einen Kuss auf die Wange. „Wir sollten jetzt schlafen. Ich erzähle dir Morgen mehr."

„Danke, dass du mir von dir erzählst."

„Es gibt niemandem, dem ich lieber von mir erzählen würde." Er legte seinen Arm um mich und wir schliefen ein.

Am nächsten Morgen war es kalt und ungemütlich und ich wollte gar nicht aufstehen, aber mir bleib natürlich nichts anderes übrig.

Wir verbrachten einen ruhigen Vormittag. Ich versuchte mehrmals Alice anzurufen, aber sie ging nicht ans Telefon und rief auch nicht zurück. Wenn ich sie Morgen auch nicht erreichte, würde ich zu ihr fahren.

Gegen Mittag hatte Edward, wie immer, seine Sitzung mit Carlisle und ich wartete auf ihn.

Als er aus Carlisles Büro kam, hatte er ein kleines Album in der Hand.

„Ich habe Carlisle nach meinem Vater gefragt, er hat mir ein wenig von ihm erzählt und mir dann dieses Fotoalbum gegeben. Er sagt, es seinen viele Fotos meiner Eltern, magst du es mit mir ansehen?" Fragte er nervös.

„Natürlich. Wo sollen wir hingehen?"

„In meinem Zimmer, wenn das Ok für dich ist."

„Klar."

Es würde gut für ihn sein, seine Eltern zu sehen und zu versuchen sich an sie zu erinnern. Jeder Schritt war ein Fortschritt.