hohoho, fröhliche Weihnachten an alle Leser. Danke Silver für dein Review, ich hoffe, ich krieg dieses Mal mehr Reviews;)

26. In Askaban

Harry war durch den Magieerkenner gegangen, ohne dass dieser einen Laut von sich gegeben hatte, und befand sich jetzt hinter der Absperrung. Auror Wright war ihm mit seinem Zauberstab durch den Magieerkenner gefolgt und dieser hatte ein lautes Pfeifgeräusch, durch das sich Harry erschrocken umdrehte, von sich gegeben, welches einer der anderen Auroren nun mit einem lautlosen Zauber abschaltete. Daraufhin meinte Mr. Wright zu Harry: "Haben sie gesehen, was passiert, wenn jemand mit einem Zauberstab durch den Magieerkenner geht, eure Lordschaft?" Harry, der sich bei dem lauten Ton reflexartig die Ohren zugehalten hatte, nickte nun, während er seine Hände wieder senkte.

Nun wurde Harry von Mr. Wright erklärt, wie das Portal funktionierte. Man musste einfach eine Hand, am besten die Zauberstabhand, auf die Mitte des Portals legen und wurde dann wie durch einen Portschlüssel an seinen Bestimmungsort, nämlich nach Askaban, gebracht. Während er dies erklärt bekam, machte Harry eine für die anwesenden Auroren willkürlich wirkende Geste mit seiner rechten Hand. Kurz schloss er dabei seine Augen, um sich besser konzentrieren zu können, und hatte kurze Zeit später seinen Phönix-Basilisken-Stab, oder besser gesagt den Holster, in dem der Stab steckte und den niemand außer Harry sehen konnte, in seiner Hand.

Der Accio-Zauber war einer der wenigen Zauber, die Harry auch ohne Stab ausführen konnte. Natürlich hätte er damit keine Chance, wenn ein anderer Zauberer mit Zauberstab auch einen Accio-Zauber auf den selben Gegenstand sprach, doch wenn er der einzige war, klappte der Zauber ganz gut. Schließlich hatte er ihn damals in seiner alten Zeitlinie, nachdem Hogwarts gefallen war, geübt, bis er immer geklappt hatte, denn er hatte einfach eine zu große Gefahr darin gesehen, entwaffnet zu werden und dann seinem Gegner schutzlos ausgeliefert zu sein. Also hatte er diesen Zauber ohne Stab trainiert und hatte es schließlich nach einigen Mühen geschafft, dass er diesen Zauber auch ohne Stab schnell und leicht hinbekam. Doch wo kam der Zauberstab her?

Die Antwort auf diese Frage war ganz einfach: Bevor Harry seinen Patronus-Zauber ausgeführt hatte, hatte er durch einen ebenfalls selbstentwickelten Zauber dafür gesorgt, dass sein Zauberstab samt Holster über die Absperrung geflogen und auf der anderen Seite gelandet war, als er die Auroren mit dem 'Patronus' ablenkte. So hatte sie den Aufprall nicht gehört oder sonst wie gemerkt. Dieser Zauber funktionierte zwar ähnlich wie der normale Verscheuchungszauber, doch dessen Bewegungen hätten die Auroren möglicherweise erkannt und wären mißtrauisch geworden. Daher hatte Harry diesen den Auroren unbekannten Zauber benutzt.

Harry legte nun seine Hand mit dem Holster an seinen rechten Oberschenkel. Dort war der Zauber, durch dem der Holster sonst immer gehalten wurde, immer noch aktiv und daher blieb der Holster samt Zauberstab dort, als Harry sein Hand von dort wieder entfernte. Harry verabschiedete sich von den Wachen des Portals und schritt auf eben dieses zu. Er legte seine rechte Hand auf die Mitte des Portals, wie es Mr. Wright erklärt hatte, und spürte sofort das für Portschlüssel übliche Ziehen am Bauchnabel. Wild drehte sich ein Chaos von Farben um Harry und wenige Augenblicke später hörte das Ziehen auf. Er spürte sofort eine gewisse Kälte, die auf die Anwesenheit von Dementoren hindeutete. Doch die anderen Effekte der Dementoren spürte er nicht. Also wirkte sein Zauber.

Lange konnte Harry sich aber darüber nicht freuen, denn nur wenige Sekunden nach seiner Ankunft hörte er eine Stimme etwas rufen und gleich darauf wurden ihm seine Hände durch magische Fesseln auf dem Rücken zusammengebunden. Einer der hier stationierten Auroren, ein verwegen ausehender Mann, dessen schwarze Bart- und Kopfhaare wild wucherten und ihm so das Aussehen eines Mannes gaben, der wenig Sinn für Humor hatte, hatte ihn mit einem Fesselfluch belegt und schritt nun in Begleitung einer Aurorin auf ihn zu. Beide hatten trotz Harrys Fesselung ihre Zauberstäbe auf ihn gerichtet. Daher wusste Harry, dass hier ein ganz anderer Wind wehte, als bei den Auroren am Portal.

"Wer sind sie und was wollen sie hier? - Nun red schon!" Wurde Harry von dem Auror angeschnautzt. Harry überlegte, ob die schlechte Laune der hier stationierten Auroren wohl von der Anwesenheit der Dementoren kommen würde. Er hatte nämlich, während er sich umgesehen hatte, zwar einen Patronus gesehen, der um die Auroren patrollierte, doch diese kosteten viel Energie und so waren die Wachen gezwungen zusammen zu bleiben, damit sie sich gegenseitig unterstützen und beim Patronus-Heraufbeschwören abwechseln konnten. Sein körpergebundener Patronus brauchte hingegen nicht viel Ernergie, nachdem er einmal heraufbeschworen war, da die Magie den Körper nicht wirklich verließ und daher ein Kreislauf der Ernergie innerhalb der verzauberten Person entstand.

Doch weiter kam Harry mit seinen Gedanken nicht, denn er blickte in den Zauberstab des Aurors, der schon ungeduldig auf die Beantwortung seiner Frage wartete. Also meinte Harry zu ihm: "Mein Name tut nichts zur Sache. Ich bin einer der sieben Lords, wie sie an dem Ring an meiner linken Hand sehen können, und möchte die Lestranges besuchen. Ich hab eine Besuchserlaubnis dafür. Sie ist in meiner linken Hosentasche." "Soso, ein Lord? Was für eine Ehre! Und sie wollen die Lestranges besuchen? Was wollen sie denn von diesem Todesserpack, eure Lordschaft?" Meinte der Auror, während er auf Harrys linke Hand schaute, wo er den Lord-Ring entdeckte.

Danach murmelte er leise vor sich hin und fuchtelte mit seinem Zauberstab vor herum. Harry glaubte auf Grund der Stabbewegungen, dass es sich um Zauber handeln musste, mit denen man überprüfen konnte, ob auf dem untersuchten Gegenstand oder Person ein Zauber lag. Nur der Imperius-Zauber war davon ausgeschlossen, genauso wie der Vielsaft-Trank. Dann meinte der Auror zu Harry: "Eure Lordschaft, kann es sein, dass sie ihr Äußeres mit Zaubern verändert haben?" Harry nickte und der andere äußerte daraufhin: "Ihnen ist schon klar, dass ich eigentlich niemanden, dessen Identität nicht feststeht, zu einem der Gefangenen lassen kann. Sie müssen also entweder wieder umkehren oder uns ihr wahres Aussehen zeigen, eure Lordschaft!"

"Das stimmt nicht ganz. Da ich ein Lord bin, genügt der Ring als Identitätsprüfung. Dieser ist nämlich fälschungssicher, zumindest geht das Ministerium davon aus. Außerdem, wie haben sie sich das vorgestellt? Wie soll ich mein Aussehen verändern? Ich hab doch keinen Zauberstab bei mir. Ich musste doch durch den Magieerkenner beim Portal." Entgegnete Harry ruhig, aber ernst, denn er wusste, dass er im Recht war. Nun lächelte der Auror das erste Mal seit Harrys Ankunft und meinte zu seiner Kollegin, die nun auch lächelte: "Aurorin Wright, lösen sie die Fesseln von dem Lord! Er hat den Test bestanden. Und natürlich haben sie Recht mit dem Lord-Ring, eure Lordschaft. Das war nur ein Test. Hätten sie gesagt, dass sie bereit wären, die Zauber zu entfernen, hätten wir davon ausgehen müssen, dass sie verbotenerweise einen Zauberstab bei sich haben. Natürlich hätten wir dann überprüfen müssen, ob sie die Wachen am Portal überwältig haben. Und nun zeigen sie mir bitte ihren Besucherschein, eure Lordschaft!" Er hatte sich am Ende an den nun wieder freien Harry gewendet, der diese Freiheit sofort nutzte, indem er seine vorher gefesselten Hände massierte.

"Wright? Der Name sagt mir was. Sind sie mit John Wright verwandt, Mrs. Wright?" Fragte Harry die Aurorin, die ein paar Ähnlichkeiten zu dem Auror Wright aufwies, den Harry vor kurzem am Portal getroffen hatte. Währenddessen holte er den Besucherschein aus seiner Hosentasche und reichte ihn an den anderen Auror, der ihn daraufhin auf seine Echtheit überprüfte. Die Aurorin Wright rollte mit ihren Augen und antwortete dann in einem gestressten Tonfall: "Allerdings. Ich hab das Pech, John meinen Bruder nennen zu müssen. Woher kennen sie John, eure Lordschaft? Ach übrigens, ich bin nicht verheiratet, also heißt es nicht Mrs, sondern Ms. Wright."

Mit hochgezogenen Augenbrauen betrachtete Harry sich die Aurorin genauer. Die Ähnlichkeiten mit dem Auror John Wright waren nicht zu leugnen, auch wenn sie viel jünger war als dieser. Genau wie ihr Bruder hatte sie dunkle Haare und braune Augen, die jetzt leicht matt wirkten, da sie sich unter dem Einfluss der Dementoren befand. Nur waren ihre Haare pechschwarz, während seine dunkelbraun waren. Auch einige Gesichtszüge sprachen für die Verwandtschaft der beiden. Jedoch waren ihre Gesichtzüge weicher und damit weiblicher. Auch hatte sie ein süßes Stupsnäschen, wohingegen John einen riesigen Zinken hatte. Beide hatten eine gesunde Bräune, die für Engländer eher ungewöhnlich war. Doch der größte Unterschied zwischen den beiden Geschwistern war wohl ihre Körpergröße. Während John mit seinen geschätzten 1,80 Metern nur wenige Zentimeter kleiner als Harry in seiner jetzigen Gestalt war, war Ms. Wright mit höchstens 1,60 Metern über einen Kopf kleiner als ihr Bruder.

'Die könnte was für Regulus sein, wenn ich den Beschreibungen der anderen von seinen bisherigen Frauenbekanntschaften glauben kann!' Dachte sich Harry. Laut meinte er zu dieser: "Aber, Ms. Wright, so schlimm ist ihr Bruder auch wieder nicht! Auch wenn ich sagen muss, dass er sehr gerne zu reden scheint." Ms. Wright wollte darauf etwas erwidern, doch sie kam nicht mehr dazu, denn ihr Kollege gab Harry den Besucherschein zurück und meinte: "Nun, eure Lordschaft, damit scheint allles in Ordnung zu sein. Ihr Besuchserlaubnis ist echt. Auroren Wright wird sie zum Besucherzimmer bringen, während ihr drei", damit wandte er sich an übrigen Auroren, " bringt die Lestranges dorthin. Wie es mir scheint, haben sie noch etwas zu bereden." Damit grinste der Auror dreckig, während die drei anderen schon begleitet von dem Patronus zum eigentlichen Gefängnis liefen, und Ms. Wright lief rot an, während Harry die letzte Aussage und das Grinsen des Aurors einfach ignorierte.

"Wenn sie mir dann folgen würden, eure Lordschaft!" Meinte Ms. Wright und führte Harry in Richtung eines düster wirkenden Gebäudes, was damit noch den furchteinflösenden Eindruck der ganzen Insel verstärkte. Harry blickte sich um, während er der Aurorin folgte. Die Insel hatte eine stark ausgeprägte ellipsische Form, die für Inseln eines Meeres eigentlich ungewöhnlich war. Während die Breite der Insel, nach Harrys Schätzung höchstens 200 Meter betrug, maß die Länge mindestens einen Kilometer. Das Gebäude, auf welches die beiden nun zugingen, waren die Behausungen der Gefangenen und hatte drei Stockwerke, die nach oben hin immer kleiner wurden und somit an die Pueblos der Indianer erinnerten.

Außer dem Gebäude für die Gefangenen, wo sich auch die Dementoren befanden, gab es noch zwei kleine Wachstuben an den Spitzen der Insel. Diese waren jeweils für eine Gruppe von sechs Wachen ausgelegt, doch da er von John Wright wusste, dass hier nur die fünf Auroren stationiert waren, die ihn am Endpunkt des Portals empfangen hatten, wusste Harry, dass die Wachstube auf der anderen Seite nicht besetzt und nur ab und zu durch eine Patroullie überprüft wurde. Harry war mit seinen Beobachtungen gerade fertig geworden, als er von der Aurorin Wright angesprochen wurde: "Eure Lordschaft, ich hätte da eine Frage. Eigentlich mehrere!" Harry blickte ihr in die Augen und sah, dass sie noch mehr unter den Auroren litt als vorher.

'Kann sie keinen Patronus oder will sie nur die harte Aurorin spielen, die wartet bis ich sie dazu auffordere, doch bitte etwas gegen die Dementoren zu machen?' Fragte sich Harry in Gedanken und musste innerlich Grinsen, während er ihr mit einem Nicken signalisierte, dass sie ihre Frage stellen sollte. "Eure Lordschaft, mir ist aufgefallen, dass sie kaum eine Reaktion auf die Dementoren zeigen. Woran liegt das, oder versuchen sie mir nur zu imponieren?" Fragte die Aurorin, woraufhin Harry nun diese charmant anlächelte und antwortete: "Nun, die Dementoren haben wirklich im Moment keinen Einfluss auf mich, da ich, bevor ich hierher kam, einen Zauber ausgeführt hab, der den Effekt der Dementoren neutralisiert..."

"Aber, Sir, ich kenne nur den Patronus-Zauber, der diesen Effekt hat, und dafür braucht man einen Zauberstab. Außerdem seh ich nirgendwo etwas, was nach einem Patronus aussieht. Was ist das also für ein Zauber? Oder haben sie etwa doch einen Zauberstab dabei?" Unterbrach Ms. Wright Harrys Erklärungen und zog währenddessen ihren Zauberstab und richtete ihn auf Harry. "Nein, nein, Ms. Wright, ich hab keinen Zauberstab", log Harry und fuhr dann in seinen Erklärungen fort, "ich hab einen Zauber erfunden, ich nenn ihn den körpergebundenen Patronus. Dieser hat den selben Effekt wie der übliche Patronus, aber der Körper selbst wird zum Patronus. Dadurch braucht man keinen Zauberstab, um den Patronus am Leben zu halten. Dies hält für etwa drei Stunden, danach muss er erneuert werden..."

"Was, sie haben einen körpergebundenen Patronus entwickelt. Wie haben sie das denn geschafft? Den müssen sie mir unbedingt beibri...!" Meinte sie begeistert und ein leichtes Leuchten kehrte in ihre Augen zurück, doch Harry unterbrach sie: "Soso, ich muss ihnen also den Zauber beibringen...?" "Oh, entschuldigen sie, eure Lordschaft, aber ich war so begeistert und neugierig, ich wollte sie natürlich nicht belästigen." Unterbrach sie ihn erschrocken über dreiste und unüberlegte Reaktion. Dabei hörte auch das Leuchten in ihren Augen auf. "Aber nein, Ms. Wright, sie müssen sich nicht entschuldigen. Neugier liegt in der Natur des Menschen. Ich werd's mir überlegen, doch sie wollten wissen, warum und wie ich den Zauber entwickelt hab. Aber vielleicht sollten sie zuvor einen Patronus ausführen, Ms. Wright!" Ewiderte Harry ihr. Sofort kehrte das Leuchten in ihre Augen zurück.

Sie folgte Harrys Blick, der sich vor seinem letzten Satz nach vorne gerichtet hatte. Dort sah sie etwa fünf Dementoren, die auf sie zukamen. Wahrscheinlich angelockt durch ihre Begeisterung für diesen neuen Zauber. Wieso hatte sie davon nicht mitbekommen, jedoch der Lord an ihrer Seite, obwohl dieser doch anscheinen durch seinen Zauber geschützt war? Sie konnte ja nicht wissen, dass der körpergebundene Patronus den Effekt der Dementoren niemals ganz neutralisierte, sondern nur auf ein erträgliches Maß abschwächte und Harry somit durch kleine Unterschiede seiner Gefühlslage erkennen konnte, ob und wieviel Dementoren sich näherten. Doch lange hielt sie sich nicht mit dieser Frage auf, sondern rief ihren Patronus, einen kleinen Adler, herbei und sofort schwebten die Dementoren wieder davon.

Schließlich erreichten sie das Gebäude und Ms. Wright führte Harry zu dem Besucherraum, in den die drei anderen Auroren schon die Lestranges gebracht und auf Stühlen magisch gefesselt hatten. Danach hatten sich diese zurückgezogen, um bei dieser Gelegenheit der anderen Wachstube mal wieder einen Besuch abzustatten. Vor Besucherraum schwebten zwei Dementoren, die die drei Gefangenen bewachen sollten und die daher nur leicht vor dem Patronus zurückwichen. Auf dem Weg durch das Gebäude hatte Harry die Dementoren nur immer von Weitem gesehen, da diese immer geflohen waren, als sie den Patronus der kleinen, schwarz-haarigen Aurorin gesehen hatten. Ms. Wright hatte ihm die ganze Zeit über ihr nervigen großen Bruder und seine schlechten Charaktereigenschaften erzählt, aber Harry war sich ziemlich sicher, dass sie ihn gerade deshalb mochte, auch wenn sie es niemals zugeben würde.

Eigentlich wollte Harry die drei mit Legilimentik testen, doch dafür würde er seinen Zauberstab verwenden müssen, denn er wusste, dass zumindest Bellatrix gut in Okklumentik war. Dafür müsste er mit den Lestranges alleine in dem Raum sein und außerdem dafür sorgen, dass sie nicht mitbekamen, dass er illegalerweise einen Zauberstab dabei hatte, also wandte er sich an Ms. Wright und meinte zu ihr: "Ms. Wright, ich habe nachgedacht und möchte ihnen ein Angebot machen..." "Worum geht es, eure Lodschaft?" Unterbrach sie ihn neugierig. "Nun, Ms. Wright, ich würde gern allein mit den dreien reden und ich weiß, dass das gegen die Vorschriften ist, und daher bin ich bereit, ihnen im Gegenzug den körpergebundenen Patronus beizubringen." Erklärte Harry ihr. Diese war davon zunächst nicht sehr begeistert, auch wenn sie Harrys Zauber sehr interessant und nützlich fand. Doch schließlich schaffte er es doch, sie davon zu überzeugen und sie handelten die Details ihrer Vereinbarung aus.

Danach betrat Harry kurz nach Ms. Wright den Besucherraum. An der Tür blieb er stehen. Er musste sich stark zusammenreißen, um nicht seinen Zauberstab zu ziehen und nicht die Lestranges, vorallem Bellatrix, zu verfluchen. Schließlich hatte diese Person in seiner alten Zeitlinie seinen Paten auf dem Gewissen gehabt und auch die anderen beiden waren für ihn fast wie ein rotes Tuch für einen Stier, denn Neville war in der anderen Zeitlinie einer seiner besten Freunde gewesen und sollte es in dieser auch wieder werden, wenn es nach Harry ginge. Er hatte sich zwar vorgenommen, die Schuldigkeit der drei selber zu überprüfen, doch jetzt vor ihnen zu stehen, war nicht so einfach, wie er gedacht hatte.

Während Harry versuchte, seine Gefühle unter Kontrolle zu bringen, hatte die kleine, dunkel-haarige Aurorin den Lestranges mit herbeigezauberten Tüchern die Augen verbunden, denn das war eins der Details, die Harry mit ihr ausgehandelt hatte. Schließlich wollte er nicht, dass diese bemerkten, dass er illergalerweise einen Zauberstab dabei hatte. Natürlich hatte er der Aurorin einen anderen Grund dafür genannt. Er hatte nämlich behauptet, dass die drei nichts von der Abwesenheit der Aurorin mitbekommen sollten. Die Lestranges hatten davon nichts mitbekommen, jedenfalls sagten sie nichts zu dieser Behandlung. Sie litten noch zu sehr unter dem Einfluss der Dementoren.

Nachdem Ms. Wright damit fertig war, verließ sie den Raum, doch, während sie an Harry vorbeiging, raunte sie ihm leise zu: "Also, wie abgemacht: nur fünf Minuten!" Nach Harrys Nicken, schloss sie leise die Tür hinter sich. Kaum war die Tür ins Schloss gefallen, zog Harry seinen Zauberstab aus dem Holster und errichtete seine Zeitzelle, so dass er jetzt statt nur fünf Minuten eher zwei Stunde Zeit hatte, doch dieses Mal ohne die Markiersteine, denn dafür hatte er keine Zeit. Das hatter er damals nur gemacht, weil er den Zauber lange Zeit nicht mehr angewandt hatte und ein Bißchen Angst hatte, einen Fehler zu machen, indem er zum Beispiel eine Lücke zwischen dem Endpunkt der einen Zauberlinie und dem Anfangspunkt der nächsten ließ. Doch das Problem hatte er nicht mehr, denn er hatte gemerkt, dass er auch in seiner menschlichen Form Magiespuren sehen konnte, wenn er sich darauf konzentriete.

Nachdem Harry das erledigt hatte, schickte er auf alle drei Lestranges einen Fluch, der ihnen das Augenlicht nahm. Dieser Fluch war schwarze Magie und stand auf der Liste der verbotenen Flüche, denn er war früher oftmals in Schlachten zwischen Zauberern angewendet wurden, um den Gegner kampfunfähig zu machen. Doch das war Harry egal, denn er war hier, um zu überprüfen, ob die Lestranges mögliche Gegner oder mögliche Verbündete waren. Außerdem kannte Harry den Gegenfluch und so würde bei den Lestranges kein bleibender Schaden entstehen, daher war er der Meinung, dass die Anwendung dieses Fluches nicht ganz so schlimm war, auch wenn es nicht ganz richtig war. Danach belegte er zunächst Bellatrix mit einem Verwirrungszauber, der verhindern sollte, dass sie bemerkte, dass Harry die Augenbinde abnahm. Schließlich klappte Legilimentik nur mit Augenkontakt!

Dann richtete er seinen Zauberstab auf Bellatrix und dachte: 'Legimens.' Wie erwartet stieß er auf ein starkes Okklumentik-Schild und er war sich sicher, dass er keine Chance gehabt hätte, ihre Gedanken zu lesen, wenn sie nicht jahrelang unter dem Einfluss der Dementoren und im Vollbesitz ihrer geistigen Fähigkeiten gewesen wäre. Doch schaffte er es den Widerstand zu brechen und sah so die ersten Bilder aus Bellatrix Gedächtnis. Er sah Bellatrix bei ihrer Hochzeit mit Rodolphus Lestrange. 'Komisch', dachte er, 'wieso ihre Hochzeit? Ich dachte, dass ich wegen der Dementoren zuerst eine schlechten Erinnerung sehe und somit erst so etwas wie ihre Ankunft in Askaban oder den Tod ihrer Eltern sehe, der kurz vor ihrer Hochzeit gewesen ist. Aber was war so schlimm an ihrer Hochzeit?'

Doch dann konzentrierte sich Harry wieder auf die Legilimentik und sah, wie Rabastan Lestrange seinen Zauberstab auf Hände von Bellatrix und seinem Bruder richtete, als der Ministeriumsbeamte ihr das Eheversprechen abnahm. Aus seinem Stab kam ein roter Magiefaden, der sich um die Hände der beiden Eheleute legte. 'Ah, sie hat also einen Unbrechbaren Schwur abgelegt und sich so mit ihrem Leben an ihren Ehegatten gebunden. Vielleicht hat sie ja doch die ganzen Verbrechen, die man ihr vorwirft, nicht ganz freiwillig gemacht. Ich muss noch tiefer eindringen.' Dachte Harry daraufhin und tat dies auch sofort. Es kamen von ihr und ihrem Mann und von ihr mit Rabastan und auch anderen Todessern, an die ihr Mann sie ausgeliehen hatte.

Dann kam die Sache mit den Longbottoms und Harry sah, wie die beiden Lestrange-Brüder Bellatrix immer wieder anfeuerten und wie sie diesen Befehlen zögernd und nur sehr widerwillig nachkam. Danach kam noch Bilder von Dumbledore, der sie in Askaban besuchte und genau wie Harry mit Legilimentik ihren Geist angriff. 'Also weiß der Alte, dass sie die Sachen nicht ganz freiwillig gemacht hat. Aber warum hat er nichts gemacht?' Dachte Harry. Danach suchte er nach schönen Erinnerungen und sah sie mit Snape zusammen in einem Schlafzimmer. Doch im Gegensatz zu den anderen Todessern redete er die ersten paar Mal nur mit, während er danach immer mit einem breiten Grinsen und erhobenem Daumen aus dem Zimmer in den Raum trat, in dem die Lestranges saßen, um zu warten, bis er fertig war. Erst später wurden die Bilder nicht mehr jungendfrei.

Harry beendete daraufhin die Legilimentik bei Bellatrix, verband ihr wieder die Augen mit dem Tuch, nahm den Verwirrungszauber von ihr und sprach den Gegenfluch, damit sie wieder sehen konnte, wenn man ihr das Tuch abnahm. Dann verfuhr er mit den Lestrange-Brüdern genauso wie zuvor bei Bellatrix. Dort traf er auf weniger Widerstand als bei dieser. Also waren die beiden entweder nicht so gut in Okklumentik oder der Effekt der Dementoren auf sie war größer als bei Bellatrix gewesen. Hier fand er keine neuen Erkenntnisse außer dem genauen Wortlaut des Eheversprechens, denn dieser war auf einem Zettel, den sie dem Ministeriumsbeamten übergeben hatte. Auch erfuhr Harry, dass sie diesem das Gedächtnis modifiziert hatten. Auf dem Zettel stand:

Schwörst du, Bellatrix Black, deinen Ehemann Rodolphus Lestrange zu lieben und zu ehren, ihm treu zu dienen und all seine Wünsche zu erfüllen? Dann sag: Ich schwöre.

'Also muss ich nur Rodolphus töten, um Bellatrix zu befreien. Ich hab schon befürchtet, ich müsste dafür beide töten. Leider kann ich auch nichts für Bella tun. Ich muss warten, bis Voldemort wieder seinen Körper hat und dann lohnt es sich auch nicht, etwas zu tun, denn Voldemort befreit sie ja eh kurze Zeit später. Außerdem könnte sie so vielleicht ja als Spion arbeiten wie Sev und zwei Spione sind besser als einer. Und das Beste: Dumbledore würde davon nichts wissen!' Dachte Harry über seine Erkenntnis nach.

Danach löschte er die Erinnerungen der beiden Brüder an seinen bisherigen Besuch. Nur bei Bellatrix baute er eine Blockade ein, die verhinderte, dass jemand von ihr etwas über diese Ereignisse erfahren könnte. Dann redete er noch etwa fünf Minuten mit den drei Lestranges und machte ihnen dabei schwere Vorwürfe über die Grausamkeit ihrer Verbrechen, inbesondere dem an den Longbottoms. Schließlich beendete er seinen Zeitzauber und steckte seinen Zauberstab weg. Kurze Zeit später öffnete sich die Tür und Ms. Wright kam herein. Zusammen gingen sie zu der Wachstube zurück, bei der auch das Portal war. Kurz bevor sie dort ankamen, erinnerte sie ihn an sein Versprechen. Sie würden sich kurz nach Mitternacht in Hogsmead treffen, denn dann war ihre Schicht zu Ende. Harry bestätigte noch einmal sein Versprechen und verabschiedete sich dann von ihr und später dann auf der anderen Seite des Portals auch von John Wright, ihrem Bruder. Harry kehrte daraufhin zu seinem Haus in London zurück und fragte sich, ob er den anderen drei über Bellatrix reden sollte. Und wenn ja, wie würden sie darauf reagieren?