Hallo, Ihr Lieben, mich gibt es auch noch!
Nach viel privatem Kram, Urlaubsreisen und einer Art Schreibblokade geht es weiter mit dem Kampf um die Zaubererwelt. Natürlich hoffe ich, dass sich noch jemand dafür interessiert!!!!!
Zur Info: Die Fortsetzung der Story läuft planmäßig und ist völlig unbeeinflusst von HP 7.
Kapitel 25
Ein paar Tage nach diesen Ereignissen wurden Hermine und ihre Tochter in den Großen Saal befohlen, um den Austausch vorzubereiten. Hermine war hin und her gerissen von der Freude, diesen Ort verlassen zu können und von der Angst um Severus den sie allein in dieser gefährlichen Umgebung zurück lassen musste. Seit der Nacht, in der sie sich wieder gefunden hatten, war eine Vertrautheit zwischen ihnen entstanden, die sowohl gegenseitiges Vertrauen als auch Hoffnung und Zuversicht enthielten.
Snape hingegen meinte manchmal, die Zeit bis zum Austausch nicht mehr abwarten zu können. Er wurde zusehends nervöser – ein Gefühl, das er so gar nicht kannte. Plötzlich befürchtete er, dass alles Mögliche dazwischen kommen könnte und sie doch noch entlarvt würden. Der Dunkle Lord bemerkte ebenfalls, dass mit seinem besten Berater etwas nicht stimmte und er begann, ihn schärfer als sonst zu beobachten. Snape musste alle seine Fertigkeiten in Okklumentik einsetzen, um Voldemort den Zugang zu seinen Gedanken zu versperren. Deshalb empfand er ein Gefühl der Erleichterung, als der Tag der Übergabe endlich da war.
Der Große Saal war voll Todessern, als Hermine mit Bianca auf dem Arm hereinkam. Ihnen voraus ging Snape direkt auf den Thronsessel des Dunklen Lords zu, vor dem der Mann stand, in dem Hermine den Kopf aus dem Kaminfeuer erkannte. Sie zwang sich sofort, sich diesen Gedanken aus dem Kopf zu schlagen und musterte den hageren Mann mit dem zerfurchten Gesicht und den grau durchzogenen Haaren mit neugierigen Blicken. Sie fand ihn auf Anhieb sympathisch, trotz seines etwas heruntergekommenen Äußeren und seinen gelblich-braunen Augen, die allerdings einen intelligenten, warmherzigen Ausdruck trugen.
Voldemorts Stimme unterbrach den gegenseitigen Blickkontakt. „Nun, Schlammblut, du hast wahrlich Glück, dass du hier lebend herauskommst. Wenn ich nicht dringend die Anwesenheit meines Freundes Lucius Malfoy benötigte, der sich in der Gewalt dieser Schwächlinge befindet" – in Voldemorts roten Augen loderte Verachtung – „dann würdest du hier verrotten. Du und dein Balg!", zischte Voldemort.
Hermine senkte den Blick –aus Angst und um zu vermeiden, dass er in ihre Gedanken eindrang und dort doch noch etwas Nachteiliges erfahren würde.
Voldemort wandte sich von Hermine und ihrer Tochter ab (Bianca hatte ihr Gesicht am Hals ihrer Mutter verborgen und Hermine spürte, wie die Kleine zitterte) und dem Abgesandten zu. Hermine spürte, wie auch sie zitterte. Sie zitterte vor Wut und Hass auf diese Kreatur, die nur Hass und Gewalt kannte und alles mit ihrer Schreckensherrschaft überziehen wollte.
Der Dunkle Lord hatte inzwischen den Unterhändler mit den Worten: „Hast du endlich begriffen, wo dein richtiger Platz im Leben ist, Werwolf?", begrüßt. Hermine zuckte zusammen. Ein Werwolf? Ein Geschöpf der Nacht? Sie war bisher davon ausgegangen, dass die Werwölfe Verbündete des Dunklen Lords und damit allesamt böse waren. Wie konnte ein solches Geschöpf als Unterhändler für die Gute Sache tätig sein?
Inzwischen fuhr Voldemort fort: „Hier - unter deinesgleichen – hättest du Karriere machen können. Und noch Spaß dabei gehabt!"
Der hagere Mann blickte den Dunklen Lord gleichgültig an und entgegnete: „Spaß zu haben ist unsereins nicht vergönnt. Genauso wenig können wir irgendwo ‚Karriere machen'. Diejenigen von uns, die darauf aus sind, werden doch nur als Handlanger für dunkle Machenschaften benutzt."
Der Dunkle Lord fuhr bei diesen Worten auf und zischte: „Du wagst es, freche Reden zu schwingen? Du hast wohl vergessen, wer du bist und wer ich bin!"
Voldemorts rote Augen funkelten bedrohlich. Hermine beschlich ein ungutes Gefühl. Was wäre, wenn Voldemort dem Unterhändler etwas antat? Würde dann der ganze Handel platzen? Sie wandte sich Severus zu. Sie sah nur sein Profil, aber sie konnte erkennen, wie er vor Anspannung die Augen zusammen kniff. Seine rechte Hand umklammerte seinen Zauberstab.
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Zur gleichen Zeit erreichte der Unterhändler Voldemorts – Rudolph Lestrange – den Ort, an dem er Lucius Malfoy in Empfang nehmen sollte. Er apparierte in Hogsmead und wurde von Ordensleuten in den Verbotenen Wald geführt, wo Lucius Malfoy in einer Hütte gefangen gehalten wurde. Er wurde bewacht von Hagrid, der von seiner Mission, dem jährlichen Besuch bei den Riesen in Rumänien, unbemerkt wieder zurückgekommen war. Durch diese Besuche, bei denen er Geschenke und Ehrbezeigungen des Ordens des Phönix mitbrachte, hatte er es bisher erreicht, dass sich die Riesen zumindest neutral verhielten. Er wurde unterstützt von Madame Maxime und von seinem Halbbruder Gwarp, der als Übersetzer und als Vermittler zwischen den Riesen und den Zauberern schon ein paar Mal gute Dienste geleistet hatte.
Hagrid wartete schon sehnsüchtig auf die Truppe, die seinen Gefangenen mitnehmen sollte. Er hasste die Aufgabe, den arroganten und selbstsüchtigen Malfoy zu bewachen, der doch nur Verachtung für Hagrid übrig hatte und diesen Umstand auch gar nicht zu verbergen versuchte.
Deshalb atmete er auf, als er Minerva McGonagall und die Auroren erkannte, die den Unterhändler der Dunklen Seite begleiteten. Gerade hatte er sich wieder einmal ein Streitgespräch mit seinem ‚Schützling' geliefert, der ihn aufgefordert hatte, ihm etwas Anständiges zu essen zu bringen und den Schweinefraß wieder mit zu nehmen (es gab Würstchen mit Kartoffelpüree und Gemüse).
„Das mag für dich ein Festessen sein", meinte Malfoy mit angeekelter Miene. „Bei mir zu Hause gab es das nicht mal für den Hauselfen."
„Nein, dem hast du lieber Prügel gegeben als was zum Essen", entgegnete Hagrid aufgebracht. „Entweder du isst das jetzt oder Fang freut sich über ein paar zusätzliche Brocken."
Hagrid versetzte dem Hund, der schon begierig hechelte, einen freundschaftlichen Klaps auf dessen wohl gerundetes Hinterteil. „Aber es wäre besser, du würdest es verputzen, Malfoy, denn Fang wird eh schon zu fett", meinte er dann hämisch.
Malfoy sah aus, als ob er gerade eine Kröte verschluckt hätte. „Du verdammter Riesentrottel, dir wird deine Frechheit noch vergehen, dir und deinem Drecksvieh! Denk an den Hippogreif!"
„Hoho", meinte Hagrid. „Ich weiß ja, wer du bist und ich mache mir nicht viel aus deinen unflätigen Bemerkungen. Aber Fang ist da sensibler. Er mag es gar nicht, beleidigt zu werden. Und er mag es auch nicht, wenn ich beleidigt werde.", fügte Hagrid hinzu, als Fang seine ansonsten gutmütig herunterhängenden Lefzen bedrohlich fletschte und sich zu einem wütenden Bellen herabließ. Hagrid tätschelte Fang anerkennend und fuhr fort: „Gut, dass du den Hippogreif erwähnst, Malfoy. Ich muss Seidenschnabel noch füttern. Hätte ich doch beinahe vergessen, vor lauter Streitereien mit dir! Und dabei ist Seidenschnabel ein so sensibles Tierchen. Wenn der seine Mahlzeiten nicht pünktlich kriegt, kriegt er prompt seine Migräne. Keine schöne Sache, ein Hippogreif mit Migräne", fügte Hagrid kopfschüttelnd hinzu.
Malfoy war inzwischen auf dem Siedepunkt seine Empfindungen angelangt. Er konnte sich nicht erinnern, jemals so behandelt worden zu sein. Selbst in Askaban hatte ihn keiner derart geringschätzig angemacht.
Wie sich diese interessante Unterhaltung weiter entwickelt hätte, werden wir nie erfahren, da sich die eingangs erwähnten Personen näherten und Hagrid Fang ermahnte: „Du musst dich wieder benehmen. Die Direktorin kommt." Fang wedelte mit dem Schwanz und setzte seine gewohnte gutmütig-arglose Miene auf. Malfoy, der innerlich schäumte, ließ sich zu keinen weiteren Provokationen hinreißen.
McGonagall sagte zu Malfoy: „Wir bringen Sie jetzt zu dem vereinbarten Treffpunkt in Hogsmead. Seien Sie versichert, dass wir werden auf Sie aufpassen werden bis Sie wieder im Schutz Ihrer Gefährten sind und vor allem bis unsere Schützlinge wieder in unserer Obhut sind." Den messerscharfen Blick McGonagalls erwiderte Lucius mit einem wütenden Schnauben: „Ich kann es nicht erwarten, euch loszuwerden."
„Seien Sie versichert, uns geht es genau so! Kommen Sie!"
Ich hoffe, es hat euch ein wenig gefallen und ihr wollt wissen, wie es weitergeht.
LG Vero
