Dieses Kapitel widme ich all meinen Reviewern: Cobra 211, Maxi, Slythery, Yosephine, Marc, Miriam sowie Teufelstocher

Yosephine: Die Identität der Ratte ist eigentlich nicht von Bedeutung, aber da du es wissen willst: es ist der Diener, den Lara mal zu sich geholt hat, um Chase etwas zu schicken.

Dieses Kapitel ist in der Tat das vorletzte. Doch seid nicht traurig, denn ich schreibe bereits eifrig an der Fortsetzung!

Viel Spaß

Euer

laragirl

Chapter Twentysix:

Hetzjagd

Sobald die Aufzugstüren endlich aufgingen, stürmten der Lord, Bradek und einige Krieger in das Luxusapartment der Gefangenen. Die Krieger schwärmten sogleich aus, während Bradek den Lord zurückhielt und auf das zerrissene Portrait zeigte.

„Sie war wohl sehr aufgebracht. Denken sie, sie hat sich etwas angetan, nachdem sie ihr die Wahrheit sagten?"

Sokrates antwortete nicht sondern folgte den Kriegern in das einstmalige Schlafzimmer der Gefangenen. Es gab keinen Fleck mehr im Zimmer, der nicht von Scherben bedeckt war.

„Lord! Sehen sie, dort oben!"

Zwei blutige Abdrücke waren zu sehen. „Ich habe mich wohl geirrt", meinte Bradek leise und in seiner Stimme schwang sogar etwas Respekt mit. „Sie hat sich an den Glasscherben hochgezogen, um zu entkommen."

„Los, schwärmt aus und bringt sie zurück!", befahl der Lord den Kriegern. Diese gehorchten sofort und stürmten zurück um die anderen zu alarmieren. Er wollte selbst gerade umdrehen, als sein Blick auf etwas am Boden hängen blieb. Er hielt Bradek zurück, als der sich ebenfalls umdrehen wollte um dem Befehl nachzugehen.

„Was meinen sie, hat das zu bedeuten?"

„Blut. Aber warum an dieser Stelle? Welchen Sinn hätte es, nochmals hierher zurückzukehren, nachdem sie sich bereits die Hände aufgeschlitzt hatte um zu entkommen?"

„Genau das frage ich mich auch." Er ging in die Hocke. „Sehen sie, sie scheint dort etwas unter der Matratze versteckt gehabt zu haben, dass sie noch unbedingt brauchte."

Er stand auf und drehte sich noch einmal im Raum herum, dann ging er beinahe gleichzeitig mit seinem Commander auf die Unterwasserwelt zu.

Lara hatte die Rufe der Krieger und den Befehl des Lords laut und deutlich vernommen. Ihre Arme begannen bereits unter der enormen Anstrengung zu zittern. Als sie sich gerade wieder hinaufhanteln wollte, hörte sie näher kommende Stimmen. Sie biss die Zähne zusammen und verharrte in ihrer Position. Ohne das Training hätte sie schon längst aufgegeben und hätte sich einfach fallen gelassen.

Sie hörte, wie sich jemand übers Geländer beugte. „Nein, mein Lord, hier ist sie auch nicht."

Für kurze Zeit schwiegen die beiden Männer und als Lara dachte, sie würde sich nicht länger halten können, meinte Sokrates: „Gut, sucht trotzdem auch die Burg ab."

Lara atmete auf, als sie hörte, wie die beiden wieder gingen. Mit ein paar schnellen, schwungvollen Bewegungen schwang sie sich wieder auf den Balkon hinauf und atmete tief durch. Nach kurzer Zeit ging sie ins Wohnzimmer und betrat den Lift. Sie drückte den Knopf, der sie nach unten bringen würde und wartete ungeduldig darauf, dass sie endlich unten ankam.

Die Lifttüren gingen auf und Lara stürzte hinaus auf den Gang. Niemand zu sehen. Doch es näherten sich ihr schnelle Schritte. Sie hetzte in den ihr gegenüberliegenden Gang und lief auf eine nachuntenführende Treppe zu. Sie konnte die Schritte immer noch hinter sich hören. Wahllos nahm sie weitere Treppen, die nach unten führten.

Nach etlichen Treppen und Gängen kam sie endlich in einen Bereich der Burg, der ihr vertraut vorkam. Nun steuerte sie zielbewusst auf eine Treppe zu und ging diese hinunter. Aus einem Seitengang näherten sich ihr Schritte. Gehetzt blickte sie sich um und drückte sich in eine finstere Nische. O Gott, sie konnte Serengethy nur zu gut verstehen. Das Mädchen liebte ihren Lord aus vollstem Herzen und brauchte sich vor nichts zu fürchten, da er ja für ihr Wohlergehen sorgte. Das Einzige was sie fürchten musste, war sein Zorn, wenn sie ihn hinterging, doch das würde ihr ohnehin nicht passieren.

Und sie, Lara, hatte sich gegen diesen Mann aufgelehnt. Es gab nun kein zurück mehr. Es würde nie wieder so sein wie es einmal war, zwischen ihnen. Und sollte sie ihm noch einmal in die Hände geraten, würde sie seinen Zorn zu spüren bekommen.

Bradek kam an ihrem Versteck vorbeigeeilt, gefolgt von einer Truppe seiner Krieger.

Als sie nicht mehr zu hören waren, setzte Lara ihren Weg fort, bis sie vor eine Eisentür gelangte. Sie betrat den Kerker und steuerte auf den Gang zu, in dem sie Tommy gefunden hatte. Doch er war nicht mehr hier.

Seine Zelle war leer. Bestürzt rannte sie einen weiteren Kerkergang entlang, auf Chases Zelle zu. Sie klammerte sich an die Hoffnung, dass zumindest er noch dort war. Den Gedanken, dass sie vielleicht beide tot waren, verdrängte sie.

In einer Zelle noch vor Chases' lag eine schmächtige Gestalt zusammengekauert am Boden.

„Tommy??!!", rief Lara. Sie schlug gegen die Gitterstäbe. Keine Reaktion. „Tommy!"

„...Lara...?"

Laras Herz setzte für einen Moment aus. Tommy hatte sich nicht gerührt. Sie stürzte zur nächsten Zelle und blickte hinein. Chase. Laras Stimme versagte ihr den Dienst.

Sie trat gegen die Tür und war erstaunt, als diese tatsächlich aufging. Sie stürzte zu Chase und ließ sich vor ihm auf die Knie fallen.

Er hatte den Kopf hochgehoben und starrte sie an. Seine Arme waren wie bei ihrer letzten Begegnung nach hinten oben gekettet. Doch letztes Mal war er so gut wie tot gewesen.

Lara nahm sein Gesicht zwischen ihre Hände und konnte die Tränen nicht länger zurückhalten.

„Chase, Chase", flüsterte sie als ob sie Angst hätte, dass er durch den Klang ihrer Stimme wieder verschwinden könnte.

„Lara... Was machst du hier?"

„Ich... ich bin geflohen. Ich nehme dich mit. Du kommst hier raus. Wir... wir gehen gemeinsam." Die Tränen wollten nicht mehr aufhören zu fließen. „Endlich... endlich..." Sie schlang ihre Arme um seinen Hals und barg ihr Gesicht in seinen Haaren. Sie waren stumpf und von verkrustetem Blut durchzogen.

Chase lehnte sein Gesicht in ihr seidiges Haar und atmete ihren Duft ein. Er atmete tief ein und aus, wandte dann jedoch das Gesicht von ihr ab.

Lara ließ ihn wieder los und blieb weiter vor ihm knien. Sie streckte sich nach seinen Ketten.

„Nein! Lara, nein."

Sie stockte und senkte ihre Hände wieder. „Was?"

„Du darfst nicht hier bleiben. Du musst gehen. Sofort."

„Ja, du auch. Wir gehen gemeinsam, mit Tommy."

„Nein, du verstehst nicht. Warum bist du wiedergekommen? Ich habe dir doch gesagt, dass du das nicht tun sollst."

„Aber..."

„Nein. Du musst gehen. Sie werden dich hier suchen. Sie werden dich wieder fangen. Du musst von hier verschwinden, so schnell es geht."

„Nein.. ich-"

„Du musst gehen."

Sie schüttelte den Kopf. „Nicht ohne dich. Und Tommy."

„Sie werden dich kriegen. Du wirst ihm nie wieder entkommen, wenn du nicht gehst. Du kannst mich und Tommy im Moment nicht mitnehmen. Er ist bewusstlos. Er wäre ein Hindernis. Du musst gehen, allein."

Lara schüttelte den Kopf. Sie konnte es nicht glauben.

Etwas polterte.

Lara schrak zusammen.

„Geh! Solange es noch nicht zu spät ist. Geh!"

Lara schüttelte noch einmal schwach den Kopf, dann sprang sie auf. „Ich komme und hole euch. Ich verspreche es."

Sie stürmte aus der Zelle und den Gang entlang zurück. Sie wusste, wenn sie sich noch einmal umblicken würde, würde sie nicht mehr die Kraft aufbringen zu gehen.

Chase blickte ihr hinterher, solange bis er ihre Schritte nicht mehr hörte. Dann ließ er den Kopf wieder sinken.

Lara rannte die Treppen und Gänge entlang zum Ausgang. Sie durchquerte die letzte große Halle und konnte schon die riesigen Flügeltüren des Portals sehen, das sie in die Freiheit führen würde. Sie hörte ein erschrockenes Keuchen und ihr Kopf flog in die Richtung, aus der es kam. Ein junger Krieger kam auf sie zu. Ohne ihren Lauf zu verringern stürmte sie auf ihn zu, sprang hoch und verpasste ihm mit ihrem ganzen Schwung einen Tritt auf die Backenknochen.

Der Krieger fiel besinnungslos zu Boden. Lara kam neben ihm auf. Sie durchsuchte ihn hastig und zog seine einzige Waffe hervor. Einen Dolch.

Sie musste hier verschwinden. Die Sache wurde langsam brenzlig. Schwungvoll riss sie ihm den grauen Umhang vom Körper und streifte ihn sich über. Er war aus grober Baumwolle und hatte eine Kapuze, die sie sich aufsetzte.

Sie hörte schnelle, herankommende Schritte von der weit entfernten Haupttreppe. Es klang, als würde ein Trupp von mindestens zehn Kriegern den Weg in die Eingangshalle kommen wollen, in der sie sich befand.

Sie stürzte die restlichen Meter zu den Türflügeln. Sie waren einen Spalt breit offen und sie quetschte sich hindurch. Rufe der ersten Krieger ertönten, welche die Treppe erreicht hatten und ihren am Boden liegenden Kameraden entdeckt hatten. Sie riefen nach dem Commander und stürzten zu ihrem Kameraden.

Lara rannte so wie sie schon lange nicht mehr gerannt war. Sie hatte die Rufe der Krieger gehört und eine Eiseskälte ergriff ihr Herz. Bradek war bei dem Trupp dabei.

Sie versuchte ihr Tempo zu erhöhen und das nahe gelegene Wäldchen zu erreichen, bevor er sie sah. Zum Glück konnte sie vom Turmfenster aus die Landschaft sehen und wusste, in welche Richtung sie laufen musste.

Sie konnte den Wald schon sehen, doch er war noch immer ein ganzes Stück entfernt. O Gott, Bradek durfte sie nicht entdecken.

Niemandem war es bis jetzt gelungen vor ihm zu fliehen, das hatte sie am eigenen Leib spüren müssen. Sie schöpfte bereits Hoffnung, als der Wald nun schon zum Greifen nahe schien und Bradeks Trupp immer noch nicht hinter ihr erschienen war.

Doch das Gefühl der Hoffnung setzte augenblicklich aus, als sie den Grund für die Verzögerung der Krieger hörte. Hundebellen. Sie erreichte endlich den Wald, war sich aber bewusst, dass es vor den Hunden kein Entkommen gab. Die Verfolgungsjagd hatte begonnen.

Als Bradek aus der Burg stürmte – ihm voran ein Rudel Hunde und hinter ihm seine Krieger – konnte er die Entflohene dank seiner hochmodernen Fernglasbrille sehen.

Er tippte sacht auf das Brillengestell und zoomte zu ihr. Er konnte sie gerade noch sehen, wie sie mit wehendem Umhang zwischen den Bäumen verschwand. Er stellte die Zoomoptik wieder ab. Er würde sie wieder finden. Vor den Hunden konnte sie sich nicht verstecken. Er wusste es und sie vermutlich auch.

Lara lief und lief. Sie blickte immer wieder über die Schulter und musste entsetzt feststellen, dass ihre Verfolger mit jedem Mal aufzuholen schienen. Sie lief schneller, krachte gegen Bäume, zerriss sich den Umhang und taumelte weiter. Sie hörte Wasser rauschen. Ein Bach? Sie steuerte auf das Geräusch zu und versuchte das Bellen hinter ihr zu ignorieren.

Endlich brach sie durch das Dickicht des Waldes und stolperte auf einen breiten aber seichten Bach zu. Das Wasser war klar und reichte ihr bis zu den Knöcheln. Als sie durch den Bach rannte, spritzte das Wasser zu allen Seiten um sie auf. Wenn die Hunde nur auf ihre Nase angewiesen wären, dann würden sie ihre Spur verlieren. Doch leider hatten sie auch Ohren. Aber vielleicht räumte ihr die Zeit, die sie zur Orientierung brauchten, wieder einen größeren Vorsprung ein. Der untere Saum ihres Mantels hatte sich bereits mit Wasser voll gesogen. Sie rannte eine scharfe Rechtsbiegung des Baches entlang und war so aus dem unmittelbaren Sichtfeld der Verfolger verschwunden.

Jedoch hörte sie eine lautes Krachen, als die Krieger mit ihren Hunden ebenfalls durchs Gestrüpp brachen. Das Gebell setzte aus. Lara rannte weiter. Nun war der Zeitpunkt gekommen sich einen noch größeren Vorsprung aufzubauen.

Bradek blickte auf den gurgelnden Bach. „Kluges Mädchen... Nur leider wird dir das auch nichts bringen." Er gab seinen Männern zu verstehen, dass sie sich ruhig verhalten sollten.

Die Hunde blickten alle in die gleiche Richtung den Bach entlang und fingen wieder zu bellen an. „Los Männer! Die Jagd geht weiter!" Sie stürmten den Hunden hinterher.

Lara hörte entsetzt das erneute Einsetzen des Bellens. Doch sie lief nicht weiter. Sie war viel zu geschockt. Ihre Flucht war zu Ende. Der Bach endete vor ihren Füßen in einem Wasserfall, der tosend in die Tiefe stürzte. Unter ihr sammelte sich das Wasser in einem großen Becken. Doch der Bach in dem sie stand war nicht die einzige Zufuhr für das Becken. Sie schien sich in einer Abzweigung eines Flusses zu befinden. Links und rechts von ihr stürzten weitere kleinere und größere Bäche in die Tiefe, meistens durch ein kleines Stück Wäldchen abgegrenzt. Rechts von ihr schien sich die Hauptader des Flusses zu befinden.

Doch sie hatte keine Zeit mehr sich zu überlegen, wohin sie gehen sollte, denn hinter ihr hörte sie das Wasser aufspritzen. Die Hunde kläfften, wurden jedoch zurückgehalten.

„Endstation, Miss Croft." Bradek klang sehr selbstgefällig. „Zeigen sie mir ihre Hände und drehen sie sich zu mir um. Keine falsche Bewegung."

Sie hörte das Klicken der Waffen, die entsichert wurden. Lara hob die Hände und drehte sich provozierend langsam zu ihnen um. Die Krieger hatten allesamt die Waffen auf sie gerichtet, nur Bradek hatte keine Waffe. Ein paar der Männer waren mit Maschinengewehren bewaffnet. Bradek stand genau so vor ihnen, dass er keinem seiner Männer die Schusslinie auf sie blockierte, die Hunde befanden sich im Hintergrund.

„Geben sie auf, sie haben keine Chance!"

Mit noch immer erhobenen Händen warf sie sich eine Strähne aus dem Gesicht. „Sie wollen mich? Nun, dann werden sie mich erschießen müssen, denn ich werde nie wieder in seine Gefangenschaft zurückkehren."

Mit diesen Worten stürzte sie sich Kopfüber nach hinten in die Tiefe. Bradek bedeutete seinen Kriegern aufzuhören zu schießen und rannte auf die Klippe zu. Er starre hinunter, doch sie war nirgends zu sehen. Er winkte seinen Männern. „Los, wir gehen außen herum!"

Lara war in das Becken tief eingetaucht und ihre Kleidung sog sich schlagartig voll mit dem Flusswasser. Es zog sie noch weiter nach unten, doch sie machte kräftige Schwimmbewegungen und tauchte auf das niederprasselnde Wasser vor ihr zu. Als sie dachte, sie würde keine Luft mehr bekommen, tauchte sie hinter dem Wasserfall wieder auf. Erschöpft klammerte sie sich an den glitschigen Felsen und entdeckte erstaunt eine Höhle, die sich hinter dem Wasserfall befand. Mit einigem Kraftaufwand zog sie sich hoch und blickte in die finstere Höhle.

Sie wrang ihre Kleidung zumindest so weit aus, dass sie nicht mehr tropfte und bemerkte dabei eine Streifwunde in ihrem rechten Bein. Sie verzog schmerzvoll das Gesicht, obwohl sie dank des Adrenalinschubs keinen Schmerz empfand. Die Schusswunde blutete stark, doch da konnte sie im Moment nichts machen. Bradek würde sicher nicht so schnell aufgeben und wenn sie noch immer hier stand, wenn er die Umgebung des Wasserfalls absuchte, dann hatte sie ein Problem.

Sie betrat die Höhle und ihre Augen gewöhnten sich langsam an die hier herrschende Düsternis. Die Gefahr, dass sie sich verlaufen konnte, bestand nicht, da die Höhle bloß aus einem Gang bestand. Doch genauso wie das jetzt für sie ein Vorteil war, würde es sich später als Nachteil entwickeln, falls ihre Verfolger die Höhle ebenfalls entdeckten.

Der Gang führte sie nun schon eine ganze Weile nach rechts und sie konnte das Tosen des Wasserfalls nur noch gedämpft vernehmen.

Als Bradek und seine Krieger endlich unten angekommen waren, ließ er die Hunde nochmals an dem blutgetränkten Fetzen riechen, den er aus dem Zimmer der Entflohenen hatte. Es brauchte eine Weile, doch die Hunde schienen ihre Witterung wieder aufzunehmen. Sie rannten auf den Wasserfall zu und erstaunt entdeckte er eine verborgene Höhle. Aufgeregt liefen die Hunde voran in einen langen düsteren Gang.

Eine Sackgasse. Lara war in eine Sackgasse gelaufen. Vor ihr türmte sich ein hoher Knochenhaufen auf, von dem sie lieber nicht wissen wollte, woher er stammte. Dahinter war die Höhle auch schon aus. Dass sie woanders weiterging war ausgeschlossen, da es nicht ein einziges Mal eine Abzweigung gegeben hatte.

Doch irgendetwas hier war anders. Sie konnte es noch nicht genau sagen, als sie das Bellen der Hunde wieder hörte. Erschrocken stolperte sie zurück und krachte gegen den Knochenhaufen. Sie kniff die Augen zusammen, in der Erwartung, dass dieser mit einem lauten Scheppern in sich zusammenfiel, doch - nichts. Der Knochenberg hatte sich nicht einmal gerührt. Nun entdeckte sie auch, dass die Knochen in einem festen Erdgemisch steckten.

Ihr Blick fiel nach oben und sie entdeckte, was ihr merkwürdig vorgekommen war. Über dem Knochenberg verlief ein enger, senkrechter Schacht nach oben und führte ins Freie. Das Licht trat jedoch bloß gedämpft grünlich durch den Schacht, sodass es nicht unmittelbar heller war als im Rest der Höhle. Vermutlich war der Schacht durch Blätter oder ähnliches verborgen.

Das Bellen riss sie wieder in die Gegenwart zurück.

Eilends kletterte sie auf den Berg vor ihr und sah zum Schacht hoch. Von hier aus müsste sie sich eigentlich hochziehen können. Sie fand auch sofort Halt und stemmte sich in die Höhe. Als sie hoch genug war, stemmte sie die Füße gegen die Wand und ihren Rücken gegen die gegenüberliegende. Sie kletterte den Schacht auf Kaminart empor. Ihre Wunde fing stärker an zu bluten und ihr Blut rann von ihr unbemerkt am Rand des Schachts entlang nach unten.