A/N Okay, ich weiß, ihr habt einen Monat nichts mehr von mir gehört, aber ich hoffe, es macht euch nichts aus...und ich kann zu meiner Verteidigung vorbringen, dass ich in einem Schreibloch gehangen habe ... SRY :) Dank an: Polarkatze; kurai91; LittleWhisper und dramine ... HEAGDL und ich bin raus aus meinem Schreibloch ;) R&R


Sechsundzwanzig

Hermine saß, die Beine angezogen auf ihrem Sessel und starrte an die ihr gegenüberliegende Wand. Gedanken rasten durch ihren Kopf, bereiteten ihr Kopfschmerzen und ließen sich trotzdem nicht vertreiben. Seit gestern Abend grübelte sie über die Tatsache nach, wie viel an Rons Behauptung wahr war oder ob er sie vielleicht wirklich angelogen hatte. Die Stimme in ihrem Kopf schwieg und zum ersten Mal kam sich ihr Kopf, trotz der vielen Gedanken unglaublich leer vor.

Krummbein lag vor ihr zusammengerollt auf dem Sessel und schlief. Er hatte solche Probleme nicht, niemand schien solche Probleme zu haben.

Durch die unglaubliche Stille dröhnte die Klingel. Ungewollt zuckte Hermine zusammen und Krummbein fuhr fauchend aus seinem Schlaf. Es klingelte erneut. Hier schien es jemand ziemlich eilig zu haben. Hermine schälte sich aus dem Sessel, stellte ihre Tasse auf den Boden und tapste auf den kalten Dielen entlang, bis zur Tür. Sie hoffte inständig, dass es weder Fred noch Draco war. Sie hatte jetzt nicht die Nerven sich mit einem der beiden auseinander zu setzen.

Ein Blick durch ihren Spion sagte ihr jedoch, dass es Harry war.

„Hey Harry", sagte sie, während sie die Tür aufmachte und zur Seite trat. Irgendwie sah Harry glücklich aus, auf eine komische Art und Weise.

„Hey, Mine", erwiderte er, wartete bis sie die Tür zugemacht hatte, riss sie in seine Arme und wirbelte sie herum. „Alles klar?", fragte er, sobald er sie wieder abgesetzt hatte und sie an den Schultern festhielt.

„Aye, soweit ich das beurteilen kann, ja."

„Du siehst aber nicht gerade glücklich aus."

„Ich bin nicht glücklich, vielleicht liegt es daran", gab sie etwas schnippisch zurück und ging in die Küche.

„Was ist passiert?" Besorgnis hatte sich auf sein Gesicht geschlichen und er beachtete das Glas und die Wasserflasche nicht, die Hermine vor ihn auf den Tisch stellte.

„Ah … wie soll ich nur anfangen?", fragte Hermine und augenblicklich war der Zorn wieder da, überdeckte die Verzweiflung. „Dein bester Freund und mein ehemaliger bester Freund war hier! Man nennt ihn auch Ronald Arschloch Weasley. Er war hier, hat sich da hingesetzt, wo du jetzt sitzt und hat ganz frech behauptet, ich sei … ich sei ein Gegenstand, nur ein Gegenstand. Und weiß du auch wofür? Ein Gegenstand einer Wette, die zwischen seinem Bruder und Draco läuft!" Tränen traten ihr in die Augen und ihre Stimme war mit jedem Wort leiser geworden.

„Er hat dir wahrscheinlich Scheiße erzählt", gab Harry zu bedenken, stand auf und nahm Hermine in den Arm. „Fred würde so etwas nie tun, weißt du, er liebt dich. Niemand macht so etwas mit jemandem, den er liebt, okay?"

„Okay", nuschelte sie gegen sein Sweatshirt, versuchte die Tränen aus ihren Augen wegzublinzeln, doch es half nichts, sie wollten einfach nicht verschwinden. Es tat gut, von jemandem in den Arm genommen zu werden, es tat gut, sich anzulehnen.

„Ich dachte, ich habe wirklich gedacht, er hätte sich verändert…"

„Hermine?", Harry schob sie ein Stück weit von sich weg und zwang sie, ihn anzusehen, „Du wirst sehen, es rängt sich alles ein, wenn du Fred oder Malfoy das nächste Mal siehst! Von mir aus sprich Fred drauf an, dann wird er dir sagen, dass Ron sich das alles nur ausgedacht hat … ich wette mit dir, er ist einfach nur krank vor Liebe, weil er ein so reizendes Mädchen nicht haben kann", er zwickte ihr leicht in die Nase und ein winziges Lächeln schlich sich auf Hermines Gesicht.

„Wenn ich dich nicht hätte…", er unterbrach sie:

„Dann wärst du lange nicht so glücklich."

„Ach, wieso hast du eigentlich so glücklich ausgesehen?", fragte sie und sah zu ihm auf.

„Ginny und ich, wir sind wieder zusammen. Ich habe sie einfach auf der Straße abgefangen, sie hat gerade wieder mit irgendeinem von ihren Muggelfreunden telefoniert und da habe ich mich bei ihr entschuldigt, ihr gesagt, dass ich sie liebe und alles war wieder in Butter. Ganz ehrlich, ich hätte nicht gedacht, dass ich es so leicht ginge. Du kennst Ginny ja."

„Oh, Harry, ich freue mich für dich, wirklich", gab Hermine zurück, auch wenn sich eine Spur Traurigkeit in ihre Stimme geschlichen hatte.

„So, weißt du, was wir jetzt machen?"

„Nein?"

„Wir werden Fred sagen, dass ihr beiden einfach zusammen gehört. Es wird Zeit, dass dir jemand wieder dein Leben zurückgibt, Hermine."

„Meinst du?"

„Ja, ich bin mir sogar sehr sicher." Hermine lächelte und es war ein Lächeln, welches aus ihrem Herz kam, von ganz tief unten und sich ausnahmsweise richtig gut anfühlte.

„Okay."


Seufzend lehnte er sich zurück. Woher wusste sie von der Wette? Und warum machte sich ein komisches Gefühl in seiner Magengegend breit, als er Potter und sie sah, wie sie da, Arm in Arm zusammen in ihrer Küche standen?

Er hatte davon gehört, von diesem Gefühl. Sein Freund war daran zu Grunde gegangen. Pansy hatte ihm nie das Gefühl gegeben und er hatte es bei ihr auch nicht gefühlt, aber bei Hermine war es etwas anderes. Er wollte ihr helfen, sie beschützen und wenn sie nun von der Wette wusste, dann war es die erste und letzte Möglichkeit, die ihm blieb. Er musste ihr alles sagen. Draco stand auf, streckte sich und warf einen Blick aus dem Fenster. Es schien zwar die Sonne, doch die Kälte, die ihm in die Finger kroch konnte sie nicht verhindern. Warum fürchtete er sich davor, ihr die Wahrheit zu sagen? Weil er Angst hatte, sie zu verlieren? Knurrend verließ er sein Zimmer, ging in die Küche und sah sich erneut unschlüssig um. Dieses Gefühl der Unwissenheit brachte ihn um


Hermines Finger krallten sich schon beinahe schmerzhaft in die Riemen ihrer Tasche. Warum war sie hier? Sie wollte nicht mit Fred reden, sie hatte Angst davor. Was, wenn Ron die Wahrheit gesagt hatte?

Sie blieb stehen, ungefähr zehn Meter vor Weasley's Zauberhafte Zaubererscherze, blickte auf die Menschenmenge, die sich wie immer vor den Schaufenstern die Nase platt drückte.

Geh da jetzt rein, meldete sich plötzlich die Stimme zu Wort, geh da rein und klär es. Ich habe langsam keine Lust mehr in deinen Gedanken zu hocken. Du hast zwei junge Männer, die sich den Arsch aufreißen, um dich endlich in ihre Arme schließen zu können und du nimmst die Gelegenheit einfach nicht war…

Was genau willst du mir damit sagen?, fragte Hermine zurück, die sich langsam wieder in Bewegung setzte und sich schließlich durch die Menge kämpfte, den Laden betrat und für einen Augenblick die Stille genoss.

Sie konnte einen roten Haarschopf in einer Ecke erkennen und machte sich auf den Weg zu ihm, wich etlichen Scherzartikeln aus und stand schließlich hinter ihm.

„Hallo", sagte sie und Fred wirbelte herum, blickte sie an und entspannte sich augenblicklich.

„Hallo, Hermine", sagte er scheinbar unbeteiligt, wandte sich wieder seinem Regal zu und ordnete die Artikel ein.

„Ich dachte, ich komme dich besuchen."

„Ah, schön." Hermine runzelte die Stirn. Hatte sie irgendetwas falsch gemacht?

„Das, das mit Draco. Wir … wir haben nicht zusammen geschlafen, weißt du. Er hat das nur gesagt, damit du dich ärgerst."

„Ah", war alles was er dazu sagte.

„Fred", Hermine langte mit einer Hand nach unten, packte eine Hand von ihm und zog ihn hoch, „Ich weiß nicht, was ich gemacht habe, aber es tut mir Leid. Ich muss mit dir reden, es ist wichtig. Ron hat mich besucht, ich habe keine Ahnung, woher er meine Adresse kennt, auf jeden Fall, er hat mir etwas gesagt, über das ich mit dir sprechen muss." Eine dunkle Vorahnung machte sich in Freds Gedanken breit, doch er nickte und führte Hermine die Treppe hinauf, warf George, der ihr freundlich zu lächelte, einen Blick zu.

„Also, mein Bruder war also bei dir?", fragte Fred, kaum hatte er sich in den Sessel fallen lassen. Hermine stand noch immer unschlüssig vor dem zweiten, ließ sich schließlich aber auf die Kante nieder und sah ihr Gegenüber an.

„Ja und … es ist ziemlich schwer, ich weiß nicht, wie ich anfangen soll", murmelte sie, biss sich auf die Unterlippe und schloss für einen Moment die Augen.

„Vielleicht redest du einfach darauf los?", schlug Fred vor, verschränkte die Arme hinter dem Kopf und sah sie an.

„Okay. Also, Ron, er war bei mir und meinte, dass … dass, ich habe ihn erst gar nicht verstanden! Auf jeden Fall, er hat von dir gesprochen und von Draco und von irgendeiner Wette. Ich sei ein Gegenstand hat er gesagt, ihr hättet darum gewettet, wer mich als erstes ins Bett bekommt…es ist einfach so unverschämt von ihm, du würdest so etwas doch nie tun, oder?", fragte sie, blickte ihn an und zuckte zusammen.