-Kensi-

7:00 Uhr Am nächsten Morgen

Schnell brachte ich Alyssas Muggel-Wecker mit einem geübten Schlag zum verstummen.
Das Ding war dermaßen effektiv, es stieß einen so schrecklich eindringlichen Ton aus, dass alle in unserem Schlafraum augenblicklich wach waren und panisch versuchten, die Unruhequelle zum Schweigen zu bringen, alle außer Alyssa selbst natürlich.
Mir war schleierhaft, wie jemand so tief schlafen konnte...

Anyways... ich verschwand im Bad und machte mich wie üblich für den Tag fertig. Ich spritzte mir kaltes Wasser ins Gesicht und sah mein Lächeln im Spiegel. Heute würde ein guter Tag werden. Besser als gestern.

Ein paar Minuten später saß ich am Ravenclaw-Tisch und nippte an meinem Kaffee, als etwas oder jemand plötzlich einen Schatten auf meine Ausgabe des Tagespropheten warf und ich sah, wie Charly etwas oder jemandem ein gutes Stück über meinem Kopf zugrinste.
Ich brauchte mich nicht umdrehen.
Etwas oder jemand griff mir unter die Arme und hob mich wortlos von meinem Platz auf der Bank in die Luft. Charly grinste immernoch, seelenruhig faltete ich die Zeitung zusammen, ließ sie auf den Tisch fallen und fragte dann mit einem Blick auf meine beste Freundin: "Es ist Deeks, oder?"
Charly nickte und prustete los.
"Was hat mich verraten?", hauchte eine warme, raue Stimme in mein Ohr, die mir unwillkürlich ein aufgeregtes Kribbeln über die Haut jagte.
Ich schluckte und versuchte, mich zu sammeln.

"Gar nichts, ich hab geraten.", flunkerte ich grinsend.

"Gut, ich hatte mir schon Sorgen gemacht, du würdest unter dem Wuschel ein zweites Paar Augen verstecken.", sagte er gespielt erleichtert und tastete in meinen Haaren.

"Pass auf! Pieks sie nicht, die waren teuer!"

"Ich wusste es! Hi Carlo." Carlo war Deeks' Spitzname für Charly. Ich weiß nicht, wann er sich den angewöhnt hatte, aber mittlerweile wunderte sich niemand mehr darüber.

"Tach Deeks, seeehr beeindruckend, wie lang du sie gestemmt hast, du hast fast gar nicht geweint dabei.", witzelte sie.

"Vielen Dank, ich hab mich sehr bemüht, mich zu kontrollieren."

"Ich hab dich ja zuerst für Hagrid gehalten, aber Hagrid riecht nach Hundefutter." erwiderte ich auf den Wink über mein Gewicht, hinter mir hörte ich Charly lachen.

"Dasselbe hab ich mir auch gedacht, ich wollte ja nicht den/die falsche Brünette hochwuchten."

"Touché, mein Freund."

"Unentschieden würde ich sagen", er zwinkerte mir zu, "bist du fertig?"

"Jap. Adios amigos." Ich nahm meinen Mantel von der Bank und winkte Charly und den anderen im Weggehen zu. Dann verließ ich mit Deeks die Große Halle.