Kapitel 25: Kennst du einen, kennst du alle? oder It's just Love
Lily P.O.V
Nachdem alle mit ihrem Essen fertig waren, murmelte ich zufrieden vor mich hin. „Ja, das war jetzt echt gut, so gut hab ich schon lange nicht mehr gegessen." Gedanklich fügte ich dabei noch zu: „Außer bei meiner Mutter!" Langsam richtete ich mich auf und blickte die anderen noch kurz an. „Also, Leute wir sehen uns im Gemeinschaftsraum. Ich hab jetzt total Bock eine Runde Quidditich zu spielen!" Ich hatte mich schon zum Gehen gewandt, als Remus mir erwiderte: „Lily, du willst doch jetzt nicht gleich wieder auf den Besen! Nach deinem UNFALL!" Ich legte meinen rechten Zeigefinger unter sein Kinn, hob es zu mir an, dass er mir genau in die Augen sah und lächelte ihn süß an. „Ach, Remilein, sonst verlern ich's am Schluß noch! Und dass wäre nicht gut für unsere nächstes Spiel!" Langsam setzte ich meinen Weg fort und winkte ihnen und mich noch einmal umzudrehen. Doch ich war noch nicht weit gekommen, als mich eine Stimme stoppen ließ. „Ich werde dich begleiten! Hatte sowieso Lust auf ein Spiel!" „Deine Entscheidung, Potter!" „Eben, Evans!" Es war mir ehrlich gesagt gar nicht Recht, dass er mir gefolgt war, da ich mich eigentlich dem Spiel nun ganz und gar hingeben wollte, um wieder eine freien Kopf zu bekommen, aber was sollte ich gegen ihn tun? Verbieten konnte ich es ihm ja nicht. Leider! Doch vielleicht würde es mir ganz gut tun, wenn ich von ihm etwas in meiner Art zu Spielen abgebremst werden würde. „MISS EVANS, sie wollen doch nicht schon wieder auf's FELD, oder?" „Natürlich nicht, Mme Pomfrey. Ich möchte nur einen kleinen Spaziergang machen." „Das will ich ja auch hoffen! So schnell möchte ich sie nicht mehr im Krankenflügel sehen. Sie sollten wirklich nicht so hart trainieren, besonders weil ihre Eltern sie nun nicht mehr in ihrem Eifer zurückhalten können." Ich nickte nur. Mir war bei ihren Worten natürlich klar, dass James alles mitgehört hatte, was bedeutete, dass er wieder etwas gefunden hatte, was ihn auf die richtige Spur bringen würde. Die Krankenschwester verabschiedete sich noch schnell bei uns und eilte dann davon, da sie anscheinend im Krankenflügel gebraucht wurde. Ich war eindeutig froh diesem strengen Blick hinter mich gebracht zu haben. „Die hat fast noch einen schlimmeren drauf als die McGonagall!" spukte es mir durch meinen Kopf. „Was ist mit deinen Eltern?" „Nichts, es geht ihnen gut!" versuchte ich ihm aus zu weichen und setzte den Weg zum Quidditichfeld fort. „Und was schreiben sie über die Hochzeit von deiner Schwester? Du konntest nun ja leider nicht hingehen!" „Hmm.. gute Frage, ob sie glücklich war. Auf jeden Fall ihre Trauer kann sie gut verbergen." wäre mir fast rausgerutscht, aber zum Glück konnte ich mich im letzen Moment zusammen reißen und erwiderte ihm: „Die Hochzeit war echt grandios und Petty war echt glücklich!" „Hmmm... Schade eigentlich, dass ich da jetzt nicht mitkonnte. Die hätten das Spiel ruhig einen Sonntag später abhalten können. Da hätte ich locker deine Family besser kennenlernen und dich endlich dazu überreden können, dass du mit mir nach Hogsmeade ausgehst. Es ist ja schließlich Valentinstag!" „Verdammt, lass mich jetzt endlich mal in RUHE!" giftete ich ihm entnervt an. Schnell stiefelte ich davon, holte meinen Besen und schleppte die Balltruhe hinaus. Die Klatscher flogen schon fast alleine los, als ich bloss die Kiste geöffnet hatte. Doch bevor ich ihnen folgen konnte, wurde ich von einer warmen, großen Hand an meinem Handgelenk zurückgehalten. „Warum willst du denn nicht ein einziges Mal mit mir ausgehen?" „Aus einmal werden zweimal, dreimal, usw!" „Wäre mir ganz Recht. Also gehst du mit mir aus?" „Sag, mal hast du was an den OHREN!" tobte ich inzwischen. James duckte sich schnell und ich ließ den Klatscher, der auf uns zu gerast gekommen war mit einem Schlag in die andere Richtung fliegen. Potter starrte dem Ball hinter her und warf mir dann wieder einen abschätzenden Blick zu, bevor er mir antwortete: „Mann glaubt gar nicht, dass ein so zierliches Wesen wie du, so eine Kraft in sich stecken hat... Und so eine Klappe! Die Abfuhr für MacDoubt war echt knallhart. Hast du das von deiner Mum oder deinem Dad?" „Mum... Dad!" kreiste es für einen kurzen Moment in meinem Kopf und auch schon fingen die ersten Tränen ihren Weg über meine Wange zufinden. Schnell drehte ich mich von ihm weg und entfernte diese mit meinem Handrücken. Ich versteifte mich und versuchte wieder alles zu verbannen. „Habe ich was..." versuchte James anzusetzen, doch ich würde ihm jetzt nicht die Genugtuung gegeben, dass er es geschafft hat mich zum Weinen zu bringen. Ich unterbrach ihn barsch in seinem Satz. „So jetzt mal zum Mitschreiben: LASS MICH IN RUHE!" Ich riß mich von ihm los und schwang mich auf dem Besen, mit dem ich den Klatschern hinterher jagte.
James P.O.V
„Verdammt. Ich wollte doch jetzt nichts falsches sagen. Aber wieder bei ihren Eltern wurde sie so abwesend. Es ist doch was mit ihnen passiert. Sie verschweigt die ganze Zeit was, dass ist mir schon gestern aufgefallen und am Tag, an dem sie zu Dumbeldore musste. Und dann auch noch diese Wort von Poppy! Da stimmt was nicht und ich werde es schon noch heraus finden!" Auch ich erhob mich nun in die Lüfte und ließ den Schnatz, welchen ich aus meiner Tasche geholt hatte, freien Lauf.
Lily P.O.V
„WARUM kann dieser blöde Idiot nicht einfach mal seine verdammte KLAPPE halten?... Aber er hat es doch nicht böse gemeint. Er weiß doch von nicht. Wie die anderen übrigens auch nicht... Trotzdem braucht er sich nicht immer in meine Angelegenheiten mischen, die ihn nichts angehen! Was interessiert 's ihn eigentlich?" Mein gedankliches Zwiegespräch mit meinem Gewissen wurde durch einen Klatscher unterbrochen, dem ich instinktiv mit meinem Kopf ausgewichen war. „Verdammt, Lily, pass doch auf! Du kannst nicht gleich wieder für ne Woche in den Krankenflügel! Poppy würde dich umbringen!" drang es vom anderen Ende des Quidditichfeldes zu mir durch. „Ach, der hätte sowieso nicht getroffen!" entgegnete ich dem ach so besorgten Potter. Schnell schlug ich den nächsten Klatscher in seine Richtung und trieb den nächsten auch dazu an. Genau auf ihn zu fliegen. Er schaute mich ziemlich konfus an, aber was sollte ich machen. Warum musste er sich auch unbedingt bei den Toren aufhalten? Pech für ihn. Wenn ich ehrlich war, es machte mir ziemlich viel Spaß ihn mit Klatscher zu bombardieren, was ich auch eine Zeit lang genoss, bis der goldene Schnatz genau vor meiner Nase auftauchte. Ich hatte ihn schon lange nicht mehr gesehen und schnappte ihn mir deswegen so schnell wie möglich, damit er nicht wieder wegfliegen konnte. Genau musterte ich den kleinen goldenen Ball und dabei viel mir die Eingravierung. „Von LE für JP" Den Schnatz, den ich gerade in meiner Hand hielt, war doch tatsächlich, der den ich James zu Weihnachten geschenkt hatte. Ich dachte, er hätte ihn nicht mehr und hätte ihn weg geschmissen, weil er so wütend auf mich war. Langsam ließ ich ihn wieder los und davon fliegen. Potter betrachtete mich einem ziemlich undefinierbaren Blick, welchen ich versuchte zu ignorieren und mich wieder auf mein Spiel zu konzentrieren, was ich nach einigen Minuten auch schaffte.
James P.O.V
„War das gerade ein Lächeln? Und haben ihre Augen gerade Wärme ausgestrahlt?" fragte ich mich ungläubig, „Wie sie den Schnatz angeschaut hat? Hat sie etwa gemerkt, dass es ihrer ist?" Ich ließ die Fragen nun Fragen sein und stellte mich wieder auf meinen Job als Sucher ein. Wir beide teilten uns das Quidditichfeld noch kurz bevor die Dämmerung anbrach ohne weitere Vorkommnisse. Sie beachtete mich nicht und ich versuchte auch nicht ihre Beachtung zu bekommen. Also waren wir beide friedlich gestimmt. Doch dann sank sie plötzlich ganz lässig runter Richtung Boden, wobei sie ab und an Klatscher von sich wegschlug, um gekonnt landen zu können.
Erzähler P.O.V
Als sie unten angekommen war, schloß sie mit gezielten Handgriffen die Bälle ein. Gerade wollte Lily die Kiste aufheben, um sie wegzutragen, als sie ihre Aufmerksamkeit auf ihren Teamkollegen richten musste, da dieser plötzlich vor ihr gelandet war und ihr nun den Weg versperrte. Dieser hatte Evans die ganze Zeit beobachtet aus den Augenwinkeln beobachtet und ihre riskanten Flugmanöver mit angeschaut. „Du solltest nicht so leichtsinnig spielen!" „Und das sagt mir ein Rumtreiber!" entgegnete sie ihm nur spöttisch und führte ihre zu erst vorgehabte Handlung, die Balltruhe zurück an ihren Platz zubringen, aus, wonach sie ihren Besen, den sie auch noch zwischen ihre Finger nebenbei gezwängt hatte, in die Besenkammer abstellte. James war ihr gefolgt und fing nun an sie mit Fragen zu löchern. „Lily, was ist mit dir los?" „Nichts. Mir geht's absolut gut!" „Erzähl mir mal was NEUES! Ich will die Wahrheit hören!" „Les es von meinen Lippen ab. Das ist die Wahrheit! Und außerdem geht es dich einen feuchten KEHRICHT an!" Die Gryffindor drängte sich an ihm vorbei und wollte sich eigentlich auf den Weg hoch zum Schloß machen, aber nach kurzer Zeit wurde ihr Handgelenk gepackt und von James zu sich gezogen.
James P.O.V
„Hey, lass mich sofort los oder ich befrei mich auf meine WEISE!", zischte sie mir leise und mit ruhiger Stimme zu, was eine gewisse Kälte in ihren Worten widerspiegelte. „Du kannst so viel zu schlagen, wie du willst. Ich werde dich nie mehr loslassen!" entgegnete ich ihr leicht überheblich. „Dann werde ich eben anfangen zu schreien!" Auf diesen Satz habe ich gewartet und grinste sie nur breit an. „Dann muss ich der den Mund eben verschließen!" Bevor Lily überhaupt noch irgendeinen ihrer bekannten bissigen Kommentare von sich lassen konnte, trafen meine Lippen die ihrigen.
Lily P.O.V
Obwohl ich immer noch gegen seine verdammt muskulöse Brust hämmerte, um mich irgendwie von ihm zu befreien, spürte ich, dass sich mein Herz tief drinnen nach seinen Berührungen sehnte. Um so mehr mir das klar wurde, um so mehr entspannte ich mich auch in seinen Armen und hielt inne mich gegen ihn zu wehren. Nach und nach fing ich an es zu genießen, und den sanften und zugleich fordernden Kuss leicht zu erwidern.
James P.O.V
Ich war ziemlich erstaunt, als ich mitbekam, dass sie den Kuss anfing zu gewähren und erblickte mit einem kleinen Lächeln, als ich meine Augen kurz geöffnet hatte, dass ihr ganzes Gesicht voller Wärme und Zuneigung überflutet war. „So sieht sie also aus, wenn sie ihre Gefühle zulässt. Das hab ich bei ihr vermisst und wollte es irgendwann einmal auf ihr Gesicht zaubern." ging mir durch meine Gedanken, kurz bevor ich mich langsam von ihr löste.
Lily P.O.V
„Guck, du willst jetzt gar nicht mehr weg von mir!" Ich hatte meine Augen immer noch geschlossen, doch wenn ich ihm in sein Gesicht nun blicken würde, würde ich ein breites. selbstgerechtes Grinsen vorfinden, aber dieses interessierte mich im Moment nicht. „Mein ganzes Herz wurde von Wärme durchströmt und hat die ganze Einsamkeit vertrieben!", dachte ich mir überrascht und glücklich zugleich, so dass ich ein Lächeln auf mein Gesicht erschienen ließ. „Lass mich jetzt endlich los!" versuchte ich es James noch einmal klar zumachen, aber mit weniger Nachdruck und auch meine sonstige Kälte schwang nicht mit. Meine Worte hatten schon fast ein Flehen in sich, was mich eigentlich fast schon erschreckte. Doch Potter tat nichts der Gleichen. Er drückte mich nur noch fester an sich und wenn ich ehrlich war, genoß ich seine wärmenden Arme. Vorsichtig legte ich meinen Kopf an seine Brust und spürte wie er sich zu meinem linken Ohr hinunter beugte und zu flüstern anfing. „Lily, bitte hör mir jetzt genau zu!" Seine Stimme hatte etwas gefühlvolles, doch der Ernst darin wurde dadurch nur noch verstärkt. „Du brauchst nicht immer zu die Starke spielen und eine Mauer um dich aufbauen. Du bist nicht so eiskalt, wie du uns immer glauben machen möchtest. Ich hab's bei dir zu Hause miterlebt. Du warst so glücklich und konntest aus vollem Halse lachen. Deine Augen funkelten, wenn du mit deinen Eltern nur zusammen warst. Nur bei Remus bist du noch ab und zu so. Er will auch wie ich, dass du diese Festung einreißt und uns hinter die Mauer schauen lässt. Und dich, nur dich, Lily sehen und kennen lernen. Aber er hat es noch nicht ganz geschafft, weil du wahrscheinlich denkst, dass er etwas an uns weiter erzählen könnte, aber er hat wirklich nie ein Wort über die verloren, wenn wir ihn auch noch so gelöchert haben. Lass mich bitte wenigstens hinter allem schauen. Ich verspreche dir, ich werde dich niemals alleine lassen oder verletzen. Du kannst bei mir jeder Zeit Schwäche zeigen, denn jeder Mensch hat Schwierigkeiten und ist nicht unfehlbar. Tränen sind ganz normal und man muss auch mal weinen, um wieder frei lachen zu können. Ich bin für dich da!" Er machte eine kleine Kunstpause, damit ich mir seine ganzen Worte durch den Kopf gehen lassen konnte. „Er ist für mich da! Das hat Mike auch einmal gesagt und dann... Aber James ist nicht gleich ihm. Er will nicht die starke Lily. Er will einfach bloss mich, so wie ich bin!" Er setzte erneut an und nun war ich wirklich baff von seinen Worten. „Weißt du, Lily, ich liebe dich aus ganzem Herzen und das ist jetzt nicht so dahin gesagt. Ich möchte, dass du dir das mit der Schwäche zeigen und dass ich dich wirklich liebe vor Augen hältst und darüber nachdenkst! Ich werde auf dich warten!" James beendete nun endgültig seine ganze Rede und löste die Umarmung. Kurz blickte er mir noch einmal in die Augen, dann drehte er sich langsam um und schlenderte hoch Richtung Schloß.
