Kapitel 26

Gianne wurde am Morgen von dem schrillen Klingeln des Telefons aus dem Bett geschmissen. „Mrs Stanis? Ah, gut das ich sie persönlich spreche. Ich habe ein Angebot für Sie. Zufällig habe ich erfahren, dass sie eine neue Arbeitsstelle suchen. Wie wäre es mit einem Vorsprechen?" Gianne war begeistert und stellte nun unter Beweis das Eneira und Elaine auch ihre Töchter waren. Kurz: Sie löcherte den Mann mit Fragen! Schließlich stimmte sie zu und vereinbarte ein Gespräch noch am selben Tag.

Nach dem Sie sich fertig gemacht hatte ging sie zu Severus nach Hogwarts. Sie traf ihn in seinem Büro an. Was er dort machte, brauchte sie ihn erst gar nicht zu fragen. Selbst am Wochenende hatte er zu tun. „Severus, es ist dringend! Ich muss für heute weg. So komme ich vielleicht an einen neuen Job. Sei so gut und hab ein Auge auf die Mädchen!", erklärte sie dann hastig nachdem Severus aufsah. Kurz darauf war sie wieder verschwunden. Sie wollte Severus erst gar nicht darum bitten, denn wenn sie gewartete hätte, hätte er die Möglichkeit gehabt nein zu sagen. Und unter keinen Umständen wollte sie Elaine und Eneira einen ganzen Tag alleine zu Hause lassen. Das tat dem Haus sicherlich nicht gut.

„EIN AUGE? Da reichen nicht mal 10!", sagte er zu sich selbst und beschloss gleich nach zu sehen, was seine Töchter gerade für einen Unsinn planten oder vielleicht schon in die Tat umsetzten.

Als er auf dem Speicher stand stieg ihm schon ein seltsamer Geruch in die Nase. „Ohh Gott!", dachte er nur und hastete die Stufen hinunter, wo ihm schon Elaine entgegen kam. „Hi Daddy, na alles fit im Schritt?", fragte sie ihn strahlend und er nickte nur unmerklich. „Nach was riecht es hier?", wollte er dann wissen und sah sich fast panisch um. „Ach, Eneira kocht!", informierte ihn Elaine und ging dann Richtung Wohnzimmer. Severus folgte ihr. „Und... wie oft macht Eneira das?"

„Huh... Das ist schwer. Ich glaube sie kocht dieses Jahr zum zweiten Mal!", antwortete die Ältere seiner Töchter, wenn auch nur um exakte 8 Minuten und 47 Sekunden. Wieder nickte Severus nur. „Hey Eneira, Dad ist da!", rief Elaine dann und rannte kurz in die Küche. Hustend kehrte sie wieder zurück. „Du kannst gerne mitessen!", meinte Elaine dann und Severus sah sie nur abschätzend an. „Dieses Mal ist es auch völlig ungefährlich. Seit dem letzten Mal unser Hund drauf gegangen ist, tut sie auch kein Morphium mehr rein!"„Aha!", meinte Severus nur und nickte dann.

„Gut, wenn ich danach in meine Einzelteile zerfalle, dann ist es eure Schuld!", bemerkte er noch. „He Eneira, ein weiterer freiwilliger der mitessen will!"„Cool. Das ist Rekord. Danke, Daddy!", kam es aus der Küche und ein lautes Husten folgte.

Kurz darauf war der Tisch gedeckt und ein markerschütternder Knall wurde hörbar. „Ah sie ist fertig!", stellte Elaine erfreut fest und machte eine einladende Handbewegung zum Tisch, die Severus nur misstrauisch befolgte. Er zweifelte stark daran dieses Essen zu überleben.

Kaum zwei Minuten später stand eine rußbeschmutzte Eneira im Zimmer, in der Hand eine Auflaufschüssel aus der es gewaltig qualmte. Mit einem Topflappen schlug sie immer wieder darauf ein. „Brennt es noch?", fragte Elaine nur wissend und Severus Augen weiteten sich vor Schreck. „Hmm... Ich hätte vielleicht doch den Feuerlöscher benutzen sollen!", bemerkte Eneira darauf und fügte noch hinzu:

„Elaine, morgen kochst du! Daddy, wie viel willst du denn?", wurde Severus dann gefragt, dem nun sehr unwohl in seiner Haut wurde. Es entschied sich für die Offensive: „Also ich hab noch zu tun. Tut mir leid, ich hätte gerne mit euch gegessen. Ähhh... Guten Appetitt!"Damit stand er auf und verließ schnellen Schrittes das Esszimmer. Mit einem erleichterten Seufzer verließ er wieder das Haus durch den Schrank und landete in seinen Kerkern.

Die Mädchen sahen sich fragend an. „Also so schlecht koche ich nun auch nicht!", stellte Eneira gereizt fest. „Genau und aus Erfahrungen lernt man schließlich. Ich meine die Katze war selber Schuld, das sie in die Küche gegangen ist und dann eine Rauchvergiftung hatte. Genauso der Hund, warum muss der auch unser Essen fressen? Oder die Goldfische mit Nutella Füllung, da war Alex selber schuld!"

„Elaine, es reicht!", schimpfte Eneira und stellte die Schüssel auf den Tisch. „Ich koche immerhin noch besser wie du!", fügte sie dann noch hinzu und Elaine nickte nur zustimmend. „Was hast du da eigentlich für eine...delikate Zusammenstellung...gezaubert, Schwesterchen?"

„ELAINE! Also das sieht man doch! Ich habe aus dem Keller eine Dose Ravioli geholt, habe die in die Schüssel gekippt, habe saure Gurken untergemischt und die Spaghetti rein getan, danach das Ganze dann mit dem Bunsenbrenner, aus der Werkstatt, etwas erhitzt.", erklärte Eneira und wurde von ihrer Schwester interessiert angesehen. „Cool. Naja, wollen wir... bevor wir Essen, noch ein bisschen was anderes machen?!"

„Du willst warten bis jemand anderes das Essen hier weg schmeißt? Ja keine schlechte Idee, allerdings sind wir Dad los, Mum ist nicht da, Corin und Alex wurden raus geschmissen!"„Scheisse!", grummelte Elaine und stiefelte in die Richtung des gemeinsamen Zimmers davon. Eneira wartetet nicht lange und lief hinter her. „Was hast du vor?", wollte sie dann wissen, doch Elaine antwortete nicht. Am Schreibtisch suchte sie dann alle auffindbaren Eddings zusammen und hielt sie Eneira vor die Nase.

„Wir spielen: Tattooshop.", entgegnete dann Elaine und wedelte mit dem roten Edding vor ihrer Nase rum. „Ich glaube, blau steht mir besser. Oder?"Nun schien Eneira auch zu begreifen und nahm sich den roten Edding. „Auf gehts!", meinten beide noch und verzogen sich ins Bad. Dort erleichterten sich beide durch das Oberteil und färbten das dunkle Mal. Eneira zog bei ihrer Schwester gerade den Schlangenkopf mit dem Edding nach, da wurde die Türe schwungvoll aufgestoßen.

„Hier seid ihr!", stellte Severus fest und achtete gar nicht weiter auf die Beschäftigung, die sich die Mädchen gesucht hatten. „Sag mal hackt es? Wir könnten hier nackt sein oder sonst was! Du kannst doch nicht einfach hier ins Bad kommen!", brüllte Eneira ihm gleich entgegen. Und Elaine ließ ihm gar keine Zeit um zu antworten, sondern brüllte gleich: „Was wäre wenn wir von ihrem Essen schwere Darmprobleme bekommen hätten und uns hier eine Kloschüssel teilen müssten. Du kannst doch nicht einfach so rein platzen!"

„DAS hätte ich gerochen, glaub mir. Mein Geruchsorgan funktioniert einwandfrei!", meinte Severus nur trocken und musterte für einen kurzen Blick die beiden Mädchen, die im BH vor ihm saßen. „Sag mal, was macht ihr da eigentlich?"„Wir verkünsteln uns!", stellte Eneira fest und betrachtete Elaine's Todesser Mal das schon zur Hälfte blau angemalt war. „Das sind wasserfeste Stifte!", erklärte ihm dann die andere und er zog nur eine Augenbraue hoch. „Aha!", meinte er dann nur und wünschte den beiden noch viel Spaß um darauf das Zimmer zu verlassen. Als Elaine dann schließlich ein blaues und Eneira ein rotes Todesser Mal besaßen gingen sie wieder in ihr Zimmer. Doch plötzlich hielten beide inne.

„Was riecht hier so gut? Das kann nicht dein Essen sein!"„Vielleicht sind es Nachwirkungen oder so. Aber es könnte auch sein, das die Trauben endlich anfangen zu gären. Ich hab die schon seit zwei Wochen im Keller liegen.", meinte Eneira. Beide machten sich auf den Weg in den Keller, doch dort waren keine Trauben mehr. Aber der Hund der beiden lag etwas benebelt auf den Kellerstufen.

„Oh Gott, Barney! Er ist besoffen!", stellte Eneia sofort fachmännisch fest. „Oh weia, immer erwischt es den Hund!", meinte Elaine dann und begann zu singen: „Der Mörder ist immer die Eneira! Am Hafendamm Süd wurde neulich ein Hilfsleuchtturmwart umgebracht. Inspektor van Dyke, stets völlig voreilig, hat drei Täter schon im Verdacht...!", während sie so sang liefen beide wieder die Kellerstufen hoch. Den besoffenen Barney ließen sie einfach liegen. „He, das riecht nach... Hmmm... SPAGETTHI!", riefen beide begeistert und rannten in die Küche. „Daddy!", riefen sie und Severus nickte nur als Zeichen das er verstanden hatte.

„Ich glaube Gianne reißt mir den Kopf ab wenn ich euch verhungern lasse!", meinte dieser nur und stellte zwei Teller mit Spaghetti auf den Tisch. „Du hast doch nicht etwa gekocht!?", platzte Eneira dann hervor und sah Severus ungläubig an. „Nein, aber der hier!", sagte Severus und trat einen Schritt zur Seite um so mit den Blick auf einen kleinen Hauselfen frei zu geben. „Das ist Carv!"„Das erinnert mich an Karpfen!", meinte Elaine daraufhin und erntete darauf nur einen bösen Blick ihres Vaters.

„Der gehört jetzt euch und Gianne!", erklärte Severus und die Zwillinge strahlten ihn an. „Wow, echt?", fragte Eneira und konnte ihre Freude gar nicht zurück halten. Sie stürmte auf den Hauselfen zu und zog ihn in eine heftige Umarmung.

,,Ach Eneira, die bist einfach zu dämlich...aber Moment mal! Ein Hauself ganz für uns alleine? Cool!", stellte Elaine begeistert fest und schien über etwas nachzudenken. Plötzlich bildete sich ein fieses Grinsen auf ihren Lippen. ,,Ja, wenn ich es mir recht überlege... Das ist echt megacool."