Epilog
Glück im Unglück
Bellas POV
Feuer. Brennen. Schmerz. Das ist das Einzige, was ich bemerke, nachdem die Vampire uns angegriffen haben. Als ich kurz aufwache und meine Eltern sehe, mehr oder weniger in Ordnung, bin ich fürs Erste erleichtert.
Doch die Schmerzen reißen mich von ihnen. Aber die Präsenz von Edward geht nie verloren. Immer wieder redet er mit mir. Spricht auf mich ein, an meine Freunde und Eltern zu denken. Damit ich sie nicht vergesse. Was ich tue. Genauso denke ich aber auch an meine vampirische Familie. Sie, und vor allem Edward, möchte ich ebenso wenig vergessen.
Irgendwann sind die Schmerzen so unerträglich, dass ich Aufschreie nicht verhindern kann. Ich habe versucht es in Grenzen zu halten, denn ich weiß, wie sehr Edward damit zu leiden hätte. Die Schmerzen werden nach einiger Zeit so schlimm, dass ich auch Edward nicht mehr wahrnehme. Gar nichts mehr bekomme ich um mich herum mit.
Bis ich aus dem Albtraum aufwache.
Ich schlage die Augen auf und sehe bekannte Gesichter. Glücklich, alle fünf wiederzusehen. Und noch mehr freue ich mich, Edward zu sehen. In seinem Glanz und Glory. So habe ich Edward und seine Geschwister noch nie gesehen. So schön und perfekt sahen sie in meinen Augen noch nie aus, obwohl sie schon vorher perfekt aussahen.
Es muss an meinen Vampirgenen liegen, da ich nun noch viele andere Dinge noch klarer sehe. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, vorher jedes fliegende Staubkorn in einen Raum gesehen zu haben.
Edward scheint erleichtert zu sein, als ich seinen Namen sage. Und natürlich habe ich meine neuen Kräfte noch nicht unter Kontrolle und erdrücke ihn fast. Bei den Anderen klappt es schon besser.
Betrübt wird meine Stimmung, als Alice mir einen Spiegel reicht. Eigentlich habe ich mich ja darauf gefreut, die äußerlichen Vorzüge eines Vampires genießen zu können und bin auch begeistert, als ich meine Haare und mein Gesicht sehe. Doch kaum sichte ich die blutroten Augen, ist es auch um meine Freude geschehen.
Was dann allerdings geschieht, bringt selbst mich aus der Fassung. Kaum, dass ich den Gedanken habe, am liebsten wieder meine bräunlichen Augen zu haben, werden sie eben genau das. Braun.
In dem Moment kommen fünf weitere Vampire in den Raum. Drei davon erkenne ich sofort als die Vampire, die damals bei den Cullens zu Besuch waren. Auch Tanya ist dabei, die so nah viel freundlicher aussieht, als ich glaubte.
Der mir unbekannte Vampir, der sich später als Eleazar vorstellt, steht mit einem erstaunten Gesicht vor mir. Er ist derjenige, der mich zum ersten Mal an meinen Durst erinnert. Wirklich gespürt hatte ich nichts, erst, als er es erwähnt. Und als er mich dann bittet, eben diesen Blutdurst zu ignorieren, verschwindet er auch.
Ich sehe Edward in die Augen, als ich dann auch noch meinen Herzschlag reanimiere. Erst Faszination und danach Freude in seinem Gesicht. Ich kenne ihn mittlerweile sehr gut und weiß, dass Edward diese Eigenschaften so sehr an mir liebte.
Eleazar hätte gerne weiter experimentiert und getestet, wie weit meine beiden Gaben reichen. Aber Jasper ist der Meinung, dass ich zuerst jagen solle. Schließlich wissen wir alle nicht, wie lange es anhalten würde, diesen Blutdurst zu unterdrücken.
Diese erste Jagd ist ein Spaß und ein Desaster zusammen. Zumindest nach Alice Meinung. Mir macht es wahnsinnigen Spaß, obwohl ich nervös bin. Ich weiß nicht, was zu tun ist, bis Edward mir beisteht und sagt, ganz auf meine Instinkte zu hören.
Als ich den ersten Elch wahrnehme, geht es wie von selbst. Ich rieche das vorzügliche Blut und habe ihn auch schnell erlegt und ausgesaugt. Ohne darauf zu achten, was mit meiner neuen Kleidung geschieht, die mir Alice extra angezogen hatte.
Edwards Blick war es mir allemal Wert. Er ist erregt, was er mir danach mit einem leidenschaftlichen Kuss zeigt, wobei seine Hände über meinen Körper wandern. Ich fühle, dass er mehr will und fast die Beherrschung verliert. Aber Edward ist nun mal Gentleman durch und durch.
„Dies sollte etwas ganz Besonderes werden", meint er.
„Du hast etwas Besseres verdient", sagt er weiter.
Und mir fällt auch wieder ein, dass Edward selber noch nicht viel Erfahrung hatte und ich ihm dieses besondere Erlebnis genau so besonders machen wollte.
Er lächelt mich mit seinem unwiderstehlichen Grinsen an und macht es mir damit eigentlich noch schwerer, nicht über ihn herzufallen. Aber kaum, dass ich mich unter Kontrolle habe, kommen mir weitere Dinge in den Sinn. Aber an erster Stelle stehen immer wieder meine Eltern.
Auch wenn Edward mir immer wieder bestätigt, dass es ihnen gut geht, kann ich den Gedanken an sie nicht abschütteln. Vor allem jetzt, wo mein Blutdurst anscheinend völlig unter Kontrolle ist.
Schweren Herzens haben wir entschieden, dass wir es nicht riskieren und das Jahr meines Neugeborenendaseins abwarten, bis wir überhaupt einen Versuch starten würden, um sie wiederzusehen.
Carlisle und Esme blieben bei meinen Eltern, da wir in Denali alles unter Kontrolle hatten. Ich telefoniere zwar immer wieder mit ihnen und beantworte ihre vielen Fragen, dennoch ist es mir nicht genug und tue mich schwer, nicht einfach loszulaufen.
In einer Phase, in der ich es beinahe durchziehe, von Denali nach Forks zu laufen, tut Edward etwas, was mich völlig sprachlos macht. Aber auch überglücklich.
Wir sind im tiefen Wald unterwegs, Edward ist schon einige Zeit sehr ruhig, führt er mich zu unserem Lieblingsfleck, der mich immer wieder sehr an unsere Lichtung in Forks erinnert. Wir liegen beide nebeneinander, wie so oft, Edward hat meine Hand umschlossen, blicken wir in den Nachthimmel und beobachten die Sterne.
Kurz bevor ich Edward fragen kann, warum er so ruhig ist, kommt er mir zuvor.
„Heirate mich", schießt es aus ihm hinaus.
Sein Blick verharrt weiter an die Sterne, doch sein Körper versteift nervös in Erwartung meiner Reaktion.
Ich überlege nicht lange und setze mich breitbeinig auf seinen Schoss. Edward reagiert, wie von mir erhofft und blickt mich erschrocken an. Zumindest für einen kurzen Moment, bis er mein grinsendes Gesicht sieht.
„OK", sage ich und presse meine Lippen auf seine.
„OK?", fragt er ungläubig, als er sich von mir lösen kann.
Ich nicke nur erfreut und überfalle ihn erneut.
Alles andere als ein Ja wäre mir nie möglich zu antworten. Ich liebe Edward. Mehr als das. Ihn zu heiraten, bringt uns nur näher. Zumal Edward und ich noch immer nicht den Punkt erreicht haben uns komplett zu vereinigen. Seine Geschwister sind regelrecht schockiert, wie wir unsere Lüste so unterdrücken können.
Aber Edward ist nun mal ein Gentleman der alten Schule.
Mir wäre es am liebsten, mit ihm gleich nach Vegas zu fliegen, um zu heiraten. Aber zwei Dinge hindern uns. Zum einen ist da Alice, die schon lange darauf wartet, endlich ihre, ich meine unsere Hochzeit zu organisieren. Wir würden ihr Herz brechen.
Aber warum ich die Idee Vegas schnell streiche, sind meine Eltern. Ich will sie dabei haben. Charlie soll derjenige sein, der mich zum Altar führt. Nur dann wird der Tag perfekt.
Edwards Verlobungsring macht mich erneut sprachlos. Es ist kein Prunk mit vielen Diamanten. Er ist pur, wie unsere Liebe. Aber noch bedeutsamer ist die Tatsache, dass dieser Ring einmal seiner Mutter Elizabeth Masen gehörte. Seine Eltern kann man nur verehren, denn sie haben mir Edward geschenkt, weshalb für mich etwas Wunderschönes ist, etwas von seiner Mutter zu tragen.
Wir brauchen die Neuigkeit unserer Verlobung gar nicht kundgeben, denn Alice konnte sich nicht zurückhalten. Alle wissen bescheid, als wir zurückkommen. Selbst Carlisle, Esme und meine Eltern sind schon am Telefon.
Meine Ma ist zu Tränen gerührt, genau wie Esme. Charlie, naja, er war ein anderes Thema. Aber er wäre nicht Charlie, wenn er Edward nicht ein paar ‚nette' Worte gesagt hätte. Dennoch weiß ich, dass er sich für uns freut.
In den nächsten Monaten beschäftige ich mich viel mit dem Vampirdasein. Jasper erzählt mir viel von seinen Erlebnissen in den Kriegen, die er zusammen mit Maria führte. Zeigt er mir aber auch, wie ich mich zu verteidigen weiß.
Emmett, mein großer Bruder, mit ihm habe ich am meisten Spaß. Seit ich eben nicht mehr die zerbrechliche Bella bin, vergeht kaum ein Tag, an dem wir etwas machen. Sei es nur mal Armdrücken oder mit den Bären toben. Emmett weiß es immer, mich von meinen Eltern abzulenken.
Alice ist Alice. Viel unternehmen tue ich mit ihr gar nicht mal, da sie zu beschäftigt ist, mit dem Vorbereiten der Hochzeit. Edward und ich haben sie zwar täglich gebeten, nicht zu übertreiben, aber wenn Alice erst einmal etwas beginnt, ist sie nicht davon abzubringen. Selbst Jasper kann dann nur mit den Schultern zucken und Alice machen lassen. Aber wenn ich Alice bei ihrer Arbeit beobachte, wie viel Spaß sie daran hat, kann ich ihr nicht im geringsten böse sein. Dafür ist sie erstmal abgelenkt, um mich zum Shoppen zu schleppen.
Eine Person vermisse ich, dabei ist sie die ganze Zeit hier in Denali. Rosalie hat sich, seitdem meine Gabe bekannt wurde, von mir zurückgezogen. Von Emmett weiß ich, dass es nichts Persönliches ist. Es ist auch nicht so, dass sie mich verachtet, wie noch zu Beginn, als sie nach Forks kamen und ich nicht wusste, dass sie Vampire sind.
Einige Zeit hat es gedauert, bis ich wusste, warum sie sich zurückzog. Ich brauchte eigentlich nur zurückdenken, an unser Gespräch nach dem Unfall, bei dem ich herausgefunden hatte, dass die Cullens keine normalen Menschen sind.
Rosalie liebte ihr Leben. Als Mensch. Und ich, mit meiner Gabe, kann dies, mein menschliches Leben weiter leben. Eleazar kann uns zwar noch immer nicht genau sagen, welche Ausmaße meine Gabe hat, aber schon mein Herz schlagen zu lassen, bringt ihr Schmerz. Weshalb ich meine Gabe in Rose Nähe nicht benutze. Ich will es ihr nicht schwerer machen, als es schon ist.
Nach fast genau einem Jahr haben wir beschlossen, Denali zu verlassen und uns wieder ein eigenes Domizil zu suchen. Zusammen mit Carlisle und Esme, aber auch mit meinen Eltern. Ein richtiger Neuanfang.
Wir überlegten lange, wohin es uns verschlagen soll. Es sind dann unsere Eltern, die beschließen, schon jetzt nach Hanover zu ziehen. Rose, Jasper, Alice, Emmett und Edward werden dort definitiv schon ihre Semester beginnen. Auch ich würde mein Studium dort beginnen, aber erst wollen wir testen, ob es auch wirklich sicher ist, mich auf solche Menschenmassen loszulassen.
Beim Besuch auf dem Campus überwiegt schnell die Vorfreude der Angst. Ich möchte am liebsten schon am nächsten Tag beginnen, mit meiner Familie zu studieren. Auch Rosalie beginnt wieder öfter zu lächeln, als sich unser Leben wieder langsam in geordnete Bahnen bewegt.
Als wir vom Besuch der Uni zum Haus, oder wohl eher Villa machen, nehme ich dort zwei Menschen wahr. Ich bin erst irritiert, bis ich den Geruch der beiden tief in mich einsauge. Die beiden unterschiedlichen Düfte erkenne ich auch, obwohl ich sie nie als Vampir wahrgenommen habe.
Charlie und Renèe.
Ich springe aus Edwards neuem Volvo, werde allerdings vor der Tür von freudigen Esme und Carlisle gestoppt.
„Langsam, Bella", lachte Carlisle.
„Vergiss nicht, sie sind Menschen und für dich leicht zu zerbrechen."
„Es ist so schön, dich wiederzusehen, mein Schatz", umarmt mich Esme.
Und ich merke, dass ich nicht nur meine Eltern so sehr vermisst habe. Auch Esme und Carlisle haben einen festen Platz in meinem Herzen eingenommen.
Mit vampiruntypisch zittriger Hand öffne ich die Tür und entdecke meine Eltern. Wir haben viel telefoniert, aber nie konnte ich sie sehen. Oft habe ich darüber nachgedacht, wie sehr sie das Jahr verändert hat. Aber für mich sehen sie noch immer so aus wie damals.
Ich kann nicht anders, als auf sie zuzulaufen und sie umarmen, auch wenn ich im Hintergrund die Proteste der Vampire höre. Prostest in Angst, mein Blutdurst wäre stärker als ich. Doch das Einzige, was blutete, war mein Herz.
Gut, ich konnte nicht vermeiden, dass ich ihnen etwas weh tat, beim Umarmen, aber ich muss sie spüren, dass sie wirklich hier sind. So wundert es mich nicht, als ich spüre, wie Tränen meine Wange hinablaufen. In solchen Momenten bin ich froh über meine Gabe.
Bis auf ein leichtes Hinken bei Charlie erinnert nichts mehr daran, was vor einem Jahr geschehen ist. An dem Tag, als wir drei Swan's beinahe ums Leben kamen. Aber den Gedanken verdränge ich schnell. Wir leben und das ist, was zählt. Und trotz der Tatsache, dass ich nun ein Vampir bin, kann ich bei ihnen sein. Das ist mehr, als wir uns alle erträumt haben.
Ich erfahre, dass Charlie, trotz seines leichten Handicaps mit seiner lädierten Hüfte, den Posten des Sheriffs übernehmen wird. Welch ein Glück, dass der Sheriff in Hanover gerade in den Ruhestand tritt. Carlisle, welch ein Wunder, wird im örtlichen Krankenhaus arbeiten.
Renée und Esme haben beschlossen, ihr eigenes Geschäft zu eröffnen. Zusammen werden sie dafür sorgen, dass auch Hanover von Esmes Dekorations-Künsten verschönert wird. Rose will ihnen, trotz Studiums, dabei helfen. Erste Interessenten haben sich schon gemeldet.
Es geht alles so schnell, dass es selbst mir unheimlich wird. Mein, unser Leben, hat sich in so kurzer Zeit drastisch verändert. Es ist manchmal wie gestern, dass ich Edward das erste Mal sah und mich unsterblich in ihn verliebte. Und dann erwidert er diese Liebe auch noch.
Mittlerweile hinterfrage ich seine Liebe nicht mehr und bin einfach nur glücklich, dass er sich auch in mich verliebt hat.
Das erste Semester am College ist so, wie es mir Edward und seine Geschwister immer vorschwärmten. Aufregend, spannend und lustig zugleich. Dank meiner vampirischen Fähigkeiten fällt es mir auch nicht all zu schwer mir die Sachen zu merken, die mir täglich beigebracht werden.
Natürlich studiere ich Fotografie. Aber auch englische Literatur. Ich kann mich noch nicht entscheiden, ob ich professionelle Fotografin werden will oder Schriftstellerin. Aber mit meiner Zeit, die ich nicht mit schlafen vergeude, werde ich sicher beides machen können.
In den ersten Semesterferien ist es soweit. Edward und ich heiraten.
Mein größter Wunsch für die Hochzeit war es, dass sie hell und sonnig ist. Und Alice erfüllt mir diesen Wunsch. Wo nicht, wenn auf Esmes eigener Insel, die Carlisle ihr einst schenkte, wäre der geeignetste Ort. Kein Mensch weit und breit. Wir Vampire können uns ohne Umschweife frei bewegen.
Es wird keine große Feier. Dank Carlisles Vergangenheit kann er uns vermählen. Die einzigen Gäste sind der Denali Clan. Nach langer Diskussion habe ich auch Jake und seinen Vater eingeladen. Aber beide kommen nicht. Ich kann ihn nicht mal böse sein. Jacob, als Wolf, zwischen all den Vampiren, wäre für ihn sicher eine Qual.
Es schmälert allerdings nicht meine Freude für diesen Tag. Er wird perfekt. Rosalie ist meine Trauzeugin. Sie war überrascht, als ich sie fragte, da sie durch ihre Zurückgezogenheit, nicht damit rechnete. Aber nachdem wir ein langes Gespräch führten und ich ihr versicherte, dass ich ihr Verhalten verstehen konnte, sagte sie begeistert ja. Und ihr Abstand zu mir verringerte sich auf ein Minimum. Alice wäre es natürlich auch gerne geworden, aber diese hat genug mit der Organisation zu tun. Sie will bald mehr als ich, dass dieser Tag perfekt wird.
Edward hat sich für Jasper entschieden. Nicht, weil er weniger für seinen Emmett empfindet als für Jasper, nein, Emmett kann es sich selbst für diesen Tag nicht verkneifen, einen Streich zu planen. Er konnte es aber nicht vor Edward verstecken und wurde deshalb zum Zuschauer verbannt.
Noch aufgeregter als ich an diesem Tag, sind meine Eltern. Renée ist ein Wrack und hat ununterbrochen Tränen in den Augen, was es mir schwer macht, mein Gemüt unter Kontrolle zu halten. Jasper hat allerhand zu tun.
Kurz bevor es losgeht, kommen meine Eltern in mein Zimmer. Wie gerne hätte ich in dem Moment ihre Gedanken gelesen, da ihre Miene unergründlich ist. Sie setzen sich auf meine Seite und jeder nimmt eine Hand von mir. Ich lasse sie warm werden, damit sich keiner erschreckt.
„Wir wollten dir nur noch einmal sagen, wie stolz wir auf dich sind und dass wir immer hinter dir stehen werden", kommt es von Renée.
„Außerdem wollten wir dir unsere Entscheidung mitteilen."
Ja, eine Entscheidung. Vor einigen Wochen setzten wir uns alle zu einem Gespräch zusammen. Es ging darum, ob Charlie und Renée auch verwandelt werden sollten. Ich war hin und her gerissen. Natürlich wäre es toll, wenn meine Eltern für immer an meine Seite sein könnten. Aber wie würden sie die Verwandlung überstehen? Und wie wären sie als Neugeborene? Wir waren uns sicher, dass meine Gabe der menschlichen Eigenschaften eine Ausnahme sei.
Esme war natürlich Feuer und Flamme, dass Renée ewig ihre Freundin sein könnte, genau wie Carlisle und Charlie. Die vier teilten eine Freundschaft, genau, wie sie Edward, Jasper, Alice, Rosalie, Emmett und ich teilten. Aber genauso fürchteten Carlisle und Esme, wie sich die Verwandlung auf Charlie und Renée auswirken würde.
Sie führten lange Gespräche. Meine Eltern redeten mit jedem aus der Familie, um alle Perspektiven kennenzulernen. Die Entscheidung lag allerdings ganz allein bei den beiden. Und egal, wie sie fallen würde, ich werde sie akzeptieren.
Beide lächeln mich an, wie sie es so oft taten. Renée spielt nervös mit meiner Hand, während Charlie mir eine Strähne aus dem Gesicht schiebt und das Wort übernimmt.
„Auch wenn wir lange überlegt haben und viel darüber gesprochen haben, fiel uns die Entscheidung nicht sehr schwer. Du bedeutest uns zu viel, Schatz, dass wir dich irgendwann nicht mehr bei uns haben werden, egal wohin der Tod führen würde."
Ich bin gerührt von den Worten meines Vaters, geht es mir allerdings genau wie ihm.
„Wir waren noch nie so glücklich, wie in den letzten zwei Jahren", übernimmt meine Mutter das Wort.
„Du hast uns in eine Familie geführt, die wir eben als Familie und Freunde schätzen und lieben gelernt haben. Ich kann und möchte mir nicht vorstellen, dass dies einmal ein Ende haben wird."
„Heißt das….?"
„Ja", antworteten beide mit einem Grinsen.
Renée verlässt uns kaum später, während Charlie meinen Arm nimmt und mich bei ihm unterhakt. Als kleines Mädchen träumt man ja öfter mal von diesem Tag. Aber nie war dieser Traum so schön, wie in diesem Moment.
Edward ist im Sonnenschein noch schöner, wie er es schon war. Ich wusste schon, warum meine Hochzeit in der Sonne stattfinden sollte. Auch wenn ich nur Augen für Edward habe, bekomme ich natürlich vom Drumherum auch etwas mit. Es ist perfekt.
Edward und ich grinsen uns an, als hätten wir uns das erste Mal gesehen. Es ähnelt dem auch ein wenig, denn die Schmetterlinge im Bauch sind deutlich spürbar.
Es sind auch keine Worte nötig. Unsere Gesichter sprechen Bände.
Carlisle macht seinen Job wirklich perfekt und bereitet uns eine unvergessliche Vermählung. Als er endlich bei der alles entscheidenden Frage ankommt, kann ich gar nicht schnell genug ‚ja' sagen. Bei unserem Kuss explodiert ein kleines Feuerwerk. Nicht nur in mir. Ich kann nicht glücklicher sein.
Aber was mich noch glücklicher macht, sind die Gesichter meiner Familie und Freunde, denn alle, ohne Ausnahme, freuen sich für uns.
Unsere Flitterwochen verbringen wir zwar auch auf einer einsamen Insel, allerdings nicht auf Esmes Insel, sondern auf Bellas Insel. Edward hat es sich nicht nehmen lassen, mir eine Insel zu schenken. Weitab im Pazifischen Ozean liegt diese kleine Insel.
Sie ist wirklich nicht groß. Außer einer schönen Lagune, ein paar Bäumen und einem schönen, kleinen Häuschen ist nicht mehr auf der Insel, aber genug, um eine traumhafte Zeit mit Edward zu verbringen.
Ich bin aufgeregt, aber erfreut zu gleich, denn ich wusste, dass Edward und ich uns endlich vereinigen würden. Unser erstes Mal.
Anfänglich war Edward sehr nervös. Dabei hatte mich die Lust so sehr im Griff, dass ich es kaum bemerkte. Weshalb ich Edward die Führung übergebe. Und so wird unser erstes Mal, zu einem romantischen, gefühlvollen Erlebnis.
Edward liebkost meinen Körper von Kopf bis Fuß und lässt sich dabei sehr viel Zeit, aber es war perfekt.
Ich glaube, wir verließen tagelang nicht das Bett. Zuletzt wird es richtiger Sex. Nachdem wir die ersten Tage Liebe machten, wird es immer leidenschaftlicher. Es wird zur Droge.
Wir werden beide danach anhänglicher denn je. Weder ich noch Edward können vom anderen lassen. Aber warum auch? Wir sind frisch verheiratet.
Zurück in Hanover, zurück an der Uni, geht das Leben weiter. Allerdings nun als Mrs. Isabella Marie Cullen.
Das Studium macht mir richtig Spaß. Ich lerne meine Kamera neu kennen und weiß, dass das meine Berufung ist. Ich bekomme sogar schon kleine Jobs vermittelt. Auch wenn es nur eine Hochzeit ist oder eine Sportveranstaltung, bin ich einfach nur stolz, auch mal etwas für die Haushaltskasse zu tun.
So glücklich muss natürlich der Tag kommen, an dem dieses Glück getrübt wird.
Nach neun Monaten in Hanover, bekommen wir Besuch von den Volturi. In Person von Aro, Marcus, Caius, Jane, Alec, Demetri und Felix. Zudem ist auch eine Vampirin dabei, die ähnlich wie ich, ein Schild als Gabe hat. Renata ist ihr Name.
Eigentlich bin ich nicht verängstigt, bis Carlisle erwähnt, dass Aro, Caius und Marcus nur in ernsten Fällen ihr Domizil in Italien verlassen. Alice hatte zwar eine Vision von ihrem Besuch, allerdings erst kurz, bevor sie New Hampshire erreichen.
Es gibt keine Zeit mehr, Renée und Charlie weit wegzubringen und ihren Geruch aus dem Haus zu bannen.
Sie kommen in unser Haus, als gehöre es ihnen. Jasper muss mich beruhigen, da mir die Arroganz dieser Vampire überhaupt nicht gefällt. Genauso wenig, wie unterwürfig Carlisle sie begrüßt. Aber Edward erklärt mir, dass man sich besser nicht mit den Volturi anlegt.
Darum werfe ich auch mein Schild über die gesamte Familie.
„Wieso kann ich deine Gedanken nicht sehen?", fragt der Vampir namens Aro, welcher soeben von Carlisle per Handschlag begrüßt wird, aber nicht sofort von unserem Familienoberhaupt ablässt.
„Das wird Bella sein", wirft Carlisle ein Lächeln zu mir, welches ich nicht erwidern kann, da ich völlig unter Spannung stehe.
„Interessant", kommt es von Aro mit einem übertriebenen Lächeln.
„Nimm dein Schild von mir, Bella, damit er sehen kann, welche Absichten wir haben und kein Ärgernis wollen", fordert Carlisle.
Doch ich kann nicht. Soll ich ihn schutzlos aussetzen? Jasper hat mir erzählt, welche Kräfte die Zwillinge Alec und Jane haben. Und so wie die kleine Blondine schaut, wartet sie nur darauf, endlich loslegen zu können.
„Jane, halt dich zurück", kommt es von Aro, als er wohl bemerkt, dass ich ihretwegen nicht von meinem Schild lasse.
Ungern, aber Carlisles Forderungen weichend, nehme ich das Schild von ihm. Aro nimmt sofort wieder seine Hand und schließt die Augen. Auch seine Gabe wird mir erklärt. Er kann alle Gedanken einer Person, auch aus der Vergangenheit, sehen, nur durch die Berührung der Person.
„Das wird ja immer interessanter", schlägt Aro die Augen wieder auf und sieht fasziniert zu mir.
Edward nimmt mich fest in den Arm, als der Volturi-Führer auf uns zu kommt.
„Du hast bemerkenswerte Gaben, mein Kind. Du würdest sehr brauchbar sein für die Volturi."
Nun war es Edward, der kaum zu kontrollieren war. Ich möchte nicht wissen, was er in den Gedanken Aros gesehen hat.
„Nein danke", sage ich.
„Meine Familie ist mir wichtiger."
„Familie…", raunt er und blickt nun zum ersten Mal zu Charlie und Renée, welche hinter Emmett, Jasper, Rose und Esme in Sicherheit stehen.
„Carlisle, mein alter Freund, du kennst unsere Regeln besser als jeder Andere. Was haben diese beiden Menschen auf sich? Als Abendmahl sind sie wohl nicht gedacht."
Überraschenderweise ist es diesmal Alice, die auf Aro zugeht. Jasper will hinterher, wird allerdings von Alice gestoppt. Sie blickt zu mir und deutet mir, das Schild nun auch von ihr zu nehmen. Es widerstrebt mir, aber ihr zuversichtliches Lächeln macht mir Mut, heil aus dieser ganzen Lage zu kommen.
„Sie werden bald welche von uns sein, Aro", sagt Alice und reicht ihm ihre Hand.
Edward blickt in dem Moment auf mich runter und lächelt mich an.
„Sie hat eine Vision gehabt, von deinen Eltern, als Vampire", schafft er es damit, mich etwas zu entspannen.
„Nun gut", kommt es vom Volturi-Führer.
Alice läuft sofort zu Jasper, um ihn zu beruhigen. Ich kann nur erahnen, was in meinem blonden Bruder vorgeht.
„Aro, wenn ich etwas sagen darf", überrascht uns Edward.
Er löst sich von mir und geht auf Aro zu. Mein Schild über ihn gestreckt, bemerke ich einen Angriff darauf. Ich blicke zu Jane, die krampfhaft auf Edward blickt.
„Jane, bitte. Der junge Edward hat nichts Böses im Sinn", vertraut Aro meinem Mann.
„Sprich", fordert er Edward.
„Ich habe in deinen Gedanken gesehen, wovor du dich wirklich fürchtest. Es geht dir nicht mal darum, dass wir hier Menschen unter uns haben."
Carlisle scheint beunruhigt. Er hatte einst bei den Volturi gelebt und hat beängstigenden Respekt vor ihm. Wahrscheinlich hat er noch nie jemanden erlebt, der so offen mit Aro redet. Aber allein Edward kann sehen, was Aro wirklich denkt.
„Wir sind kein Zirkel, der durch die Gegend zieht. Wir sind auch keine Vampiransammlung, die Städte überfällt und die Menschen aussaugt. Und schon gar nicht sind wir eine Gruppierung, die es versuchen wird, euren Thron zu stürzen."
Ach daher weht der Wind. Aro hat Angst, wir könnten sie besiegen, weshalb ihm sicher nicht gefällt, dass unsere Familie immer größer wird.
„Familie ist etwas, was es unter Vampiren nicht gibt. Nennt uns abnormal, aber wir können damit leben, denn wir sind einzig eine große Familie und wollen auch so leben", blickt er erst zu mir und dann zu allen anderen Cullens und Swans.
„Wir wollen nicht als Vampire leben, wollen uns stattdessen an die Menschen anpassen. Deshalb respektieren wir auch, was ihr tut. Dass ihr uns beschützt, indem ihr dafür sorgt, dass die Existenz der Vampire ein Geheimnis bleibt", bin ich beeindruckt von den Worten meines Mannes.
Auch Carlisle und Esmes Blicke strotzen vor Stolz.
„Bella", deutet er mir, mein Schild fallen zu lassen.
Da die anderen Vampire sich zurückhalten und nicht aussehen, als würden sie angreifen, tue ich es. Aro greift Edwards Hand und durchforstet seine Gedanken. Kaum, dass er ihn wieder loslässt, mache ich mein Schild auch wieder über Edward aktiv.
„Wahre Worte. Ich habe so etwas noch nie gesehen, diese Gemeinschaft. Dennoch können wir nicht vorsichtig genug sein. Ich gebe euch zwei Wochen, diese beiden Menschen zu verwandeln", sagt er nun im strengen Ton.
„Zudem wird euch ganz unabhängig von der Zeit eine Volturi-Wache besuchen, um zu sehen, ob Edwards Gedanken auch wirklich eurer Zukunft entsprechen."
Nicht allen Volturi scheint Aros Entscheidung zu schmecken. Besonders Jane nicht. Aber das muss es nicht, solange Aro der Führer der Volturi ist.
„Nun denn. In zwei Wochen sehen wir uns wieder."
Und so schnell sie gekommen sind, waren sie auch verschwunden.
Carlisle steht minutenlang perplex auf einer Stelle und starrt den Volturi hinterher, bis Edward auf ihn zukommt und eine Hand auf seine Schulter legt.
„Das verlief doch gut?", lacht er seinen Vater an.
Dieser dreht sich zu Edward, noch immer verdattert, bricht nach einem Moment auch auf seinen Lippen ein Lächeln aus.
„In der Tat. Ich bin stolz auf dich, Edward, wie du die Sache gehändelt hast."
„Das habe ich von dir", erleben wir einen seltenen Vater-Sohn-Moment.
Esme sieht aus, als würde sie gleich weinen. Auch Renée ist überwältigt.
Die zwei Wochen, die uns bleiben, um meine Eltern zu verwandeln, werden hektisch. Das Gute ist, dass unser Haus weit ab von den nächsten Menschen liegt. Bis auf mich und Edward, nahmen meine Geschwister eine Auszeit von der Uni.
Wir überlegen lange, was wir machen und haben uns dann entschieden, meine Eltern sterben zu lassen. Der Gedanke daran war nicht ganz einfach, aber ich dachte dann immer daran, dass sie danach für immer bei mir sein werden.
So lassen wir die beiden bei einem Autounfall ums Leben kommen. Diese offizielle Meldung schicken wir auch nach Forks. Die Anteilnahme ist riesig. Es gibt eine Trauerfeier, zu der ich mit den Cullens fliege. Es fällt mir nicht schwer, die Trauer zu spielen, da es mir nun mal sehr nah geht, Freunde unserer Familie trauern zu sehen.
Selbst die Wölfe nehmen mir die Trauer ab. Alle, bis auf Jacob. Doch er verspricht mir, es für sich zu behalten und nicht mal seinem Vater zu sagen, das bedeutete viel.
Die eigentliche Verwandlung meiner Eltern wurde für mich noch mal eine Tortour, die schlimmer als meine eigene Verwandlung war, denn beide wünschen sich, von mir verwandelt zu werden. Selbst Carlisle steht dem nicht sehr positiv gegenüber. Aber wir wollen ihnen den Wunsch erfüllen.
Charlie ist der Erste. Er liegt auf einem Bett, Carlisle hat ihm jede Menge Morphium verabreicht, und ist kaum noch ansprechbar, dennoch schafft er es, meine Hand zu nehmen und lächelt mich an.
„Ich vertraue dir, Belle."
Das letzte Mal, dass er mich so nannte, da war ich fünf.
„Ich liebe dich, mein Schatz", sagt er noch, bevor er benommen vom Morphium einschläft.
Jasper, Edward, Carlisle und Emmett sind mit im Zimmer, um mich, wenn nötig, zu stoppen.
Bevor ich meine Zähne in Charlies Handgelenk presse, denke ich daran, wie sehr mich als Mensch, Blut anwiderte und mir schon allein der Geruch Übelkeit besorgte. Und dank meine Gabe, wird die Verwandlung zu einem Kinderspiel. Ich schaffe es kaum, mein Gift in Charlies Venen zu pressen, bevor mir so schlecht wird, dass ich mich übergeben muss.
Renée sagt gar nichts. Sie lächelt mich nur liebevoll an und nimmt mich in den Arm. In diesem Moment leite ich auch ihre Verwandlung ein.
Die nächsten drei Tage sind die schlimmsten meines Lebens. Die Qualen meiner Eltern mitzuerleben, ist alles andere als leicht. Jasper tut wirklich alles, um es ihnen so schmerzfrei wie möglich zu machen und Edward versucht mich so schnell wie möglich aus dem Haus zu bekommen. Aber auch, wenn es für mich eine Qual ist, will ich meinen Eltern beistehen.
Nach drei Tagen ist es Charlie, der als Erster erwacht. Orientierungslos schaut er durch das Zimmer und fasst sich an den Hals. Es dauert etwas, bis er sich beruhigt und seinen Blick auf mir verharrt.
„Bella", klingt er erleichtert.
Ich renne auf ihn zu und umarme ihn. Jetzt weiß ich, wie Edward sich fühlte, als ich ihn das erste Mal umarmte. Charlie ist stark. Sehr stark.
Alice hatte gesehen, dass Renée noch etwas brauchen würde, weshalb wir Charlie schnell zur Jagd führen. Und dort überrascht er alle. Das Jagen war für ihn so natürlich. Aber noch interessanter ist, was geschieht, als ein wildgewordener Elch auf mich zugelaufen kommt. Dort macht sich nämlich Charlies Gabe bemerkbar.
Auch er war ein Schild. Nicht wie ich es bin, sondern sein Schild basiert nur auf dem physikalischen Schutz. Edward kann noch immer seine Gedanken lesen. Sein Schild ist auch explosiver als meins. Bei dem Elch-Angriff zieht er es nicht über mich, sonder stößt es von sich weg und befördert den Elch durch den Wald.
Carlisle philosophiert, dass es an Charlies Berufung liegt, Menschen zu beschützen. Deshalb schlussfolgern wir auch Renées Gabe.
Ja, auch meine Mutter hat eine Gabe. Carlisle ist beeindruckt, dass wir alle drei eine haben. Renées Gabe beruht wohl aus der Liebe, die sie immer verbreiten will, denn ähnlich, wie Jasper, kann sie die Stimmung beeinflussen. Es ist nicht so ausgeprägt, wie bei Alice Mann, denn Renée kann nicht die Emotionen anderer spüren. Allerdings kann sie gemeinsam mit Jasper nun den ganzen Raum ohne Probleme zum Lachen bringen.
Die beiden sind ein prima Team.
Nach einem Jahr, als die wilde Zeit meiner Eltern abgeklungen ist, stürzen wir uns alle wieder in unser Studium. Esme bleibt mit Charlie und Renée zu Hause und arbeitet von da aus.
Bei meiner Abschlussfeier, ein paar Jahre später, müssen meine Eltern leider fern bleiben. Die Gefahr ist einfach zu groß, dass sie jemand erkennt. Aber Emmett nimmt diesen Moment für sie auf, als ich mein Diplom bekomme.
Mittlerweile kann ich schon gut leben, von meinem Fotojob. Auch zwei Bücher habe ich schon herausgebracht. Mit dem Verlag habe ich nur Kontakt via Telefon und E-Mail, damit ich auch noch in einigen Jahren unter dem Pseudonym Marie Swan Bücher veröffentlichen könnte.
Da mittlerweile fünf Jahre vergangen sind und Charlie und Renée sich mittlerweile gut in der Umgebung von Menschen bewegen können, ziehen wir in eine neue Stadt. Aber nicht nur in eine neue Stadt, sondern in ein anderes Land und auf einen anderen Kontinent.
Carlisle wollte schon lange mal wieder zurück nach Europa, weshalb wir uns für Wals entschieden haben. Und da Emmett gewonnen hatte, um zu entscheiden, in welche Stadt wir ziehen, fand er es witzig, dass die Swans nach Swansea ziehen. Gut, dass ich mittlerweile eine Cullen bin.
Aber egal, wie dumm sich der Ort auch anhört, leben wir uns gut ein. Während Alice, Jasper, Rosalie und Emmett die örtliche Schule besuchen, hilft Edward mir, meine Fotografie zu professionalisieren.
Unsere Eltern nehmen ihre Berufe auf, wie sie sie schon zuvor ausübten. Gut, Charlie musste in England erstmal etwas weiter unten anfangen. Aber ich kenne meinen Vater. Schon bald wird er es auch hier schaffen.
Aber eines fehlt doch zu unserem Glück. Mittlerweile kann ich Rosalie bestens verstehen. Auch ich wünsche mir nichts sehnlichster als ein Kind.
Edward und ich haben nie darüber geredet. Auch nicht, als wir merkten, zu was meine Gabe alles fähig ist. Aber dass sie auch dazu fähig ist?
Denn in der Zeit, als ich mir nichts sehnlichster wünsche, als ein Baby, passiert es. Ich werde schwanger. Edward kann mit der Situation überhaupt nicht umgehen. Na klar, ist er auch glücklich, aber gleichzeitig hat er auch Angst um mich. Keiner weiß, wie es sich auf mich auswirken wird. Alle haben Angst. Auch Rosalie.
Für sie ist es schwer. Sie freut sich zwar, aber es fällt ihr schwer, ihren Neid zu unterdrücken. Ich kann es ihr kein bisschen verübeln. Darum machen wir beide das Beste daraus. Wenn nicht Edward an meiner Seite ist, ist es Rosalie.
Die Schwangerschaft selbst verläuft leichter als gedacht. Auch wenn die Geschwindigkeit, mit der sich das Baby entwickelt, beängstigend ist. Nach zwei Wochen macht sich mein Stupsi zum ersten Mal richtig bemerkbar. Die Tritte sind wie ein Kitzeln für mich. Ein schönes Gefühl.
Oftmals liege ich mit Edward im Bett, kuscheln, während er mit unserem Baby spricht. Tatsächlich reagiert das Kleine immer auf unsere Stimme. Egal, wer mit ihm redet. Schon jetzt befindet es Emmett am lustigsten.
Meine Eltern sind stolz. Wie alle wünschen sie sich irgendwann mal Enkel und dachten natürlich, seitdem ich Vampir bin, auch nicht mehr daran, dass dies mal passieren würde.
Weshalb für alle ein besonderer Tag ist, als Renesmee Carlie Cullen geboren wird.
Es ist eine natürliche, schmerzlose Geburt. Renesmee kommt hinaus, doch anstatt zu weinen, strahlt sie uns alle an. Als wenn sie uns sagen will:‚Hallo, hier bin ich'.
Edward möchte unsere Kleine gar nicht mehr hergeben. Aber er muss sie teilen, denn die ganze Familie will etwas von ihr. Rosalie macht es sich zur Aufgabe zur Supertante zu werden. Sie kümmert sich um Renesmee, wie um ihr eigenes Kind. Und ich lasse sie gewähren, denn es ist ein schöner Anblick, sie im Umgang mit meinem Baby zu sehen. Und Emmett habe ich noch nie so glücklich gesehen, wenn er seine Frau beobachtete.
Natürlich ist Renesmee kein normales Kind. Sie wächst so schnell, dass wir Angst haben, dass sie zu schnell altert. Wir bangen fast drei Jahre, bis sie endlich aufhört zu altern. Carlisle schätzt sie von der Anatomie und ihrem Verhalten zwischen 17 und 18 Jahre alt.
Sie war so ein wunderschönes Kind. Edward nennt sie auch gerne seine kleine Bella, da sie mir tatsächlich sehr ähnlich sieht. Auch die braunen, geliebten Augen kann er jeden Tag in ihr sehen.
Mein Engel macht unser Leben perfekt.
Damals, als Edward mit seiner Familie nach Forks kam, hätte ich niemals damit gerechnet, wie sehr sie mein Leben verändern würden. Aber sie taten es. Und ich bin froh, dass sie mich in ihr Leben zogen. Nie wieder werde ich sie loslassen, meine Familie.
Ende
A/N:
Ja, da ist das Ende. Die FF ist tatsächlich fertig.
Ich hoffe ihr hattet euren Spaß und verfolgt in Zukunft meine laufende Story „Helden des Alltags".
Danke, ihr Lieben, für jedes Review und jedes gelesene Kapitel.
Etwas Kleines hab ich noch für euch. Für jedes Review gibt es ein kleines Überraschungs Kapitel, aus der Sicht von Renesmee. ;) Falls anonyme Reviewer dabei sind, denkt an eure E-Mail Adresse.
LG Sam
