Diese Story gehört zu Emilys Vorgaben:
Wichtelwunsch Weihnachtskalender 2011
Lieber Wichtel!
Ich wünsche mir zum heiligen Fest eine Geschichte mit Luna und Hermione. Als sonstige Vorgaben gebe ich:
• Flamenco
• Die Metro
• Kung Fu
Das ganze soll mindestens 500 Wörter haben und es darf auf keinen Fall das Wort Weihnachten vorkommen.
Viel Spaß und eine frohe Vorweihnachtszeit!
Heute versüßt uns eines unserer Raubtiere den Freitagmorgen. Unser schwarzer Jaguar Savenia hat nicht lange gezögert und sich mitten ins Wichtel-Chaos geworfen. Und sie hat sich wacker geschlagen. Wer mehr von ihr lesen möchte, folge bitte dem Link:
http:/www. fanfiktion. de/u/Savenia
(Nehmt bitte die Leerzeichen nach www. und nach fanfiction. raus)
Das Rudel – Das Rudel – Das Rudel – Das Rudel – Das Rudel
Disclaimer:
Mir gehört nichts, na gut, die Umsetzung, aber das war es auch schon.
Alles, was euch aus dem HPverse bekannt vorkommt, stammt auch direkt daher und gehört somit JKR. *seufz*
Was euch sonst noch bekannt ist, stammt aus genau der Quelle, mit der ihr es assoziiert und gehört wieder nicht mir sondern dem Schöpfer besagter Quelle.
Nicht mal die grobe Idee gehört mir. Von wem sie ist? Keine Ahnung. Ich weiß es nicht, noch nicht.
Ein großes Dankeschön an meine Beta Traumtänzer.
Viel Spaß mit diesem Kunstwerk.
Weihnachten bei Snapes vonSavenia
Draußen war Weihnachten – nur draußen. Da lag glitzernder, weißer Schnee auf den Straßen und Dächern. Das ganze Dorf war in dieser merkwürdig feierlichen Stimmung, die er, wenn auch nicht verabscheute, dann wenigstens nicht nachvollziehen konnte.
In seiner kleinen Wohnung war es wie immer: Dunkel, kahl und auf keinen Fall weihnachtlich. Seine junge Gattin versuchte das zwar schon seit einigen Jahren zu ändern, aber jedes Jahr biss sie bei ihm damit aufs Neue auf Granit. Er wollte diesen bunten, strahlenden, leuchtenden, blinkenden, roten, goldenen, grünen Firlefanz nicht in seiner Wohnung haben. Er hatte nicht einmal silberne Dekorationen akzeptabel gefunden.
Er hoffte, dass sie irgendwann die Aussichtslosigkeit ihres Unterfangens einsah und ihre Bemühungen einstellte. Doch er kannte sie besser und er wusste, dass eine Hermione Snape, geborene Granger, nicht so schnell aufgab.
Leise seufzte er in seine Teetasse. Er fühlte sich einsam. Wie lächerlich! Severus Snape fühlte sich einsam. Vor wenigen Jahren noch war so etwas undenkbar gewesen und er hätte jeden, der das Gegenteil behauptet hätte, bis nach Weihnachten und zurück gehext. Aber damals hatte er noch nicht gewusst, wie angenehm es sein konnte seine Tage mit einer geliebten Person zu verbringen. Ja, er liebte Hermione – mehr als er je Lily geliebt hatte. Und das Beste an der ganze Sache war, dass auch er von Hermione geliebt wurde und sie sich nicht irgendeinem gryffindorschen Hohlkopf an den Hals warf. Schlimm genug, dass sie noch immer regelmäßig mit den Oberhohlköpfen Potter und Weasley verkehrte.
Gut, Potter war nicht mehr ganz so penetrant hohlköpfig wie noch zu seiner Schulzeit. Aber Hohlkopf blieb Hohlkopf – fand Severus. Da spielte es auch keine Rolle, dass besagter Nicht-mehr-ganz-so-einer-hohler-Hohlkopf seinem Sohn seinen Namen gegeben und ihn auch noch gebeten hatte den lieben Patenonkel für den Junior zu mimen. Er hätte ja ablehnen können, aber ihm erschien die Gefahr zu groß, dass Albus Severus Potter dann wahlweise ein Portrait oder einen Stümper – Weasley oder Longbottom wohlmöglich – zum Paten bekommen hätte. Das hatte er natürlich nicht zulassen können.
Als Dank für diesen Großmut durfte – oder viel mehr musste – er jetzt jeden zweiten Weihnachtsfeiertag mit dem Mini-Potter verbringen. Jedes Jahr hatte der Knirps neue, immer ausgefallenere Wünsche, wie er den Tag verleben wollte. Letztes Jahr wollte er allen Ernstes mitten im Winter in den Zoo. Dieses Mal musste es dann bestimmt der Verbotene Wald sein.
Severus seufzte erneut. Viel Zeit blieb ihm nicht mehr. Der Junge stand unter Garantie Punkt 8 Uhr in seinem Kamin. Albus war der einzige lebende Mensch, der eine Erlaubnis dazu hatte. Jeder andere musste sich erst anmelden.
Kaum hatte er diese Gedanken zu Ende gedacht, färbten sich die Flammen – ja, gut, es war nur ein schwach schwelendes Feuerchen – in seinem Kamin giftgrün und ein kleiner Junge erschien darin.
„Frohe Weihnachten, Onkel Severus", krähte der Knirps auch schon los, noch immer im Kamin stehend.
„Komm aus meinem Kamin raus, Junge", antwortete Severus gewohnt ungnädig und der Junge beeilte sich der Aufforderung nachzukommen.
Ohne sich den Ruß von den Kleidern zu klopfen wollte er sich schon auf das bequeme Sofa werfen. Doch da bellte der dunkle Mann im Raum schon los.
„Wag es dich, meine sauberen Möbel mit deinen schmutzigen Kleidern zu berühren."
Albus seufzte und klopfte sich den Staub ab. Das würde ein schweres Stück Arbeit werden Onkel Severus in Weihnachtsstimmung zu bringen. Aber der kleine Potter hatte schon Übung darin. Seit er drei Jahre alt war, verbrachte er den 26. Dezember in Spinner's End und mittlerweile war er schon 9.
„Darf ich jetzt?"
Severus nickte nur. Wo war nur sein ruhiges, friedliches, angenehmes, potterloses Weihnachtsfest geblieben?
Niemand, der ihn belästigte, niemand, der ihn besuchte und vor allem niemand, der ihm regelmäßig mit seiner hellen Stimme Belanglosigkeiten ins Ohr krähte. Albus Dumbledore war der letzte Mensch gewesen, der ihn regelmäßig an Weihnachten aufgesucht hatte.
Ha! Da hatte er doch den Grund, warum der Knirps zu ihm kam. Es musste am Namen liegen. Ein kaum sichtbares Lächeln glitt ob dieser Erkenntnis über seine harten Gesichtszüge.
„Warum grinst du so, Onkel Severus?"
„Geht dich nichts an, Winzling."
„Hmpf", grummelte der Knirps.
Innerlich stählte sich Severus für eine längere Diskussion, als er die Frage der Fragen an diesem Tag stellte.
„Also, was machen wir heute?"
„Heiße Schokolade, Kekse und diese Geschichte.", antwortete sein Besucher prompt und hielt ihm sowohl eine große Tüte mit Weihnachtsplätzchen als auch ein Buch entgegen.
Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens, las Severus den Buchtitel.
Womit hatte er das verdient? Aber er wollte sich nicht beschweren. Alles war besser als bei diesem Wetter und dieser Stimmung da draußen rum zu latschen – dachte er und freute sich, dass der Verbotene Wald ein weiteres Jahr ohne ihn und Mini-Potter auskommen musste.
„Wie bist du denn auf das Buch gekommen?"
„Hat mir der Weihnachtsengel geschenkt!"
Die berühmt-berüchtigte Augenbraue des Tränkemeisters wanderte automatisch in Richtung seines Haaransatzes. Hatte der Junge das Buch schon gelesen?
„Welcher Weihnachtsengel denn?"
„Na, Tante Mione. Die war doch der Weihnachtsengel. Ich hab sie genau gesehen!"
Erleichtert atmete Severus aus. Nur um sogleich wieder skeptisch zu werden. Hermione hatte dem Winzling das Buch doch nicht ohne Hintergedanken geschenkt. Er würde ein ernstes Wörtchen mit ihr über die Geschenke für seinen Patensohn reden müssen – heute Abend, wenn Mini-Potter weg und Hermione von ihren Eltern zurück war.
„Onkel Severus?", schnitt die helle Stimme seines Patensohnes in seine Gedanken.
„Ja?"
„Was ist denn jetzt mit der heißen Schokolade?"
„Immer mit der Ruhe, Winzling."
Severus eilte in die Küche und bereitete das Getränk für seinen kleinen Gast zu. Für ihn selbst kochte er Wasser für einen wärmenden Tee.
„Hast du keinen Hauself?"
„Nein!", lautete die barsche Antwort.
Severus hatte einmal einen solchen Haushaltsgehilfen besessen. Aber nachdem Hermione das Wesen gesehen hatte, hatte sie ihn solange bearbeitete bis er Tonky in den Dienst von Hogwarts gestellt hatte – natürlich mit Bezahlung und Urlaub.
„Und warum zauberst du die Getränke nicht einfach?"
Severus seufzte. Jedes Jahr die gleichen Fragen und jedes Jahr die gleichen Antworten.
„Weil ich nichts von albernem Zauberstabgefuchtel halte und jetzt trink." Damit hielt er dem Jungen eine Becher Kakao unter die Nase.
„Liest du mir jetzt vor?"
„Habe ich eine andere Wahl?"
„Nö. Tante Mione hat gesagt, dass du vorlesen musst, wenn ich mir das von dir heute wünsche."
Aha, seine herzallerliebste Gattin hatte das also alles genau geplant. Ihr hatte er diese nette Beschäftigung zu verdanken. Das würde sie noch bereuen. Ihn, Severus Snape, trickste niemand aus, schon gar nicht seine Frau und erst recht nicht mit Hilfe seines Patensohnes.
Wieder einmal platzte der Knirps in Severus Gedanken.
„Lohooooos, lies jetzt." Rasch setzte er noch ein „Bitte" hinterher.
„Gib schon her", brummte Severus mürrisch.
Er nahm das Buch entgegen, blätterte zu der Seite wo der Text begann und fing an zu lesen.
Seine Stimme passte sich von allein den verschiedenen Charakteren an. Für Ebenezer Scrooge benutzte er seine normale, mürrische Tonlage. Dessen Neffen sprach er ähnlich wie Klein-Albus – laut, krähend, überdreht und viel zu hoch. Scrooges Angestellter klang ähnlich wie der Neffe, mit dem einen Unterscheid, dass er sich kränklich anhörte und daher nicht so krähend klang. Ab und an ließ Severus ihn sogar husten.
Ebenezers altem Kompagnon Marley gab Severus eine leise, traurige Stimme, ohne wimmernd zu wirken. Er wollte ja nicht seinen Kollegen Longbottom in jungen Jahren parodieren. Dann kamen die Weihnachtsgeister an die Reihe. Die fielen Severus schon schwerer.
Für den kleinen, zerbrechlich wirkenden Geist der vergangenen Weihnacht versuchte er Hermiones Stimme zu imitieren – sanft und freundlich. Nach einigen Sätzen gelang es ihm sogar, wenn man davon absah, dass Hermione eine höhere Stimmlage besaß als er.
Dem Geist der diesjährigen Weihnacht verpasste er die Stimme eines alten dicken Mannes. Er sprach absichtlich so langsam, dass der Winzling nur mit Mühe wach bleiben konnte. Die Worte schleppten sich nur so dahin und manchmal gab es Kunstpausen, wo sie gar nicht passten. So wirkte es, als müsste Severus oder besser der Geist über seinen Text nachdenken.
Innerlich grauste es Severus noch vor dem Geist der zukünftigen Weihnacht. Er hatte keine Idee, wie diesen sprechen sollte. Das war kein gütiger Onkel, aber auch nicht das absolut Böse. Seine Stimmbänder nahmen ihm die Überlegung ab. Sie versuchten sich einfach an Sibyll Trelawneys rauchiger Stimme.
Während Severus las, warf er immer wieder einen Blick auf den Jungen, der sich in der Zwischenzeit an seinen Paten geschmiegt hatte. Das Kind war hin und weg. Es lauschte auf jedes Wort, das Severus sprach. Ähnliches hatte dieser sonst nur mit seiner Professorenstimme erreicht und das auch nur, weil die Schüler Angst hatten, er könnte sie bei einer Unaufmerksamkeit erwischen.
„Lies doch bitte weiter, Onkel Severus", bettelte der Junge, dem aufgefallen war, dass sein Pate schwieg.
„Ja, ja, gleich Albus."
Es kam nicht oft vor, dass Severus den Namen des Jungen aussprach. Meist nannte er ihn nur „Junge" oder „Winzling". Aber wenn dann mal der Name über seine Lippen kam, dann war es voller Zuneigung. Auch wenn der Tränkemeister es nie zugeben würde, er liebte seinen Patensohn. Obwohl ihn dessen Wesen und Aussehen an dessen Vater und die von ihm geliebte Großmutter erinnerten. Ja, Albus sah aus wie Harry, inklusive der grünen Augen, die dieser von Lily geerbt hatte.
„Möchtest du noch eine heiße Schokolade?", fragte Severus um Zeit vor dem unvermeidlichen Happy End der Weihnachtsgeschichte zu schinden.
Begeistert nickte Albus. „Aber dann liest du zu Ende."
„Ja, das mach ich. Keine Angst, Winzling."
Viel Zeit hatte Severus nicht gewonnen – nur ein paar Minuten später standen wieder zwei Trinkgefäße mit dampfendem Inhalt vor den beiden auf dem niedrigen Wohnzimmertisch und er musste die Geschichte beenden.
Er bemerkte nicht, dass sich seine Scrooge-Stimme wärmer und freundlicher anhörte als zuvor. Aber die mürrische Tonlage hätte auch nicht mehr zu dem veränderten Wesen Ebenezer Scrooges gepasst. Immerhin hatte dieser während der heiligen Nacht seine Fehler erkannt und war zu einem besseren Menschen geworden, der seinem Angestellten eine Gehaltserhöhung gab und einen riesigen Truthahn schickte. Außerdem ging er sogar mit Freude im Herzen zur Weihnachtsfeier seines Neffen nebst Familie, die er vorher noch verächtlich „Humbug" und „Zeit- und Geldverschwendung" geschimpft hatte.
Nach der Geschichte saßen Pate und Patensohn noch einige Zeit aneinander geschmiegt auf dem Sofa und hingen jeder seinen eigenen Gedanken nach.
Albus überlegte, ob die Geschichte wirklich so passiert war und wie cool es sein musste, wenn er selbst einmal jemandem die Weihnachtsfreude näher bringen könnte. Er malte sich seine Hilfe in den buntesten und schillerndsten Farben aus. Doch irgendwann wurde ihm das zu langweilig. Er sprang auf und wollte etwas spielen. Zum Glück hatte er immer ein paar Spielsachen in seinen Taschen dabei. Onkel Severus war kein Freund von diesem Tamtam, der nur in der Gegend herum lag und ihn störte.
Dieser Onkel Severus saß noch immer unbewegt auf dem Sofa. Seine Gedanken waren weit weg und immer wieder tauchte eine Frage in seinem Geist auf: War er selbst nicht auch wie Ebenezer Scrooge? Würde ihn das gleiche Schicksal erwarten wie den alten Kauz, wenn er nicht die Reißleine zog und Weihnachten annahm, statt dieses harmlose Fest zu verteufeln? Konnte er auch Freude schenken?
Er kam zu keiner befriedigenden Antwort. Es ärgerte ihn, dass er all seine Fragen mit „ja" beantworten musste. Aber noch mehr ärgerte es ihn, dass Hermione Schuld an der ganzen Misere war. Hätte sie dem Jungen nicht diese alberne Geschichte geschenkt und ihm eingeredet, dass Severus diese vorlesen solle, würde er jetzt nicht hier sitzen.
„Spielst du mit mir?", drang wieder die glockenhelle Stimme von Albus in seine Gedankenwelt ein.
„Nein, jetzt nicht. Spiel allein und stör mich nicht, Winzling", antwortete er barsch. Er hatte keine Zeit zum Spielen. Er musste sich seinen Racheplan zu Recht legen. Hermione würde es büßen und sie würde es sich in Zukunft mehrmals überlegen, ob sie ihn wieder so slytherin hereinlegen wollte.
„Hoch mit dir, Winzling", befahl er. „Zieh deine Wintersachen an, wir gehen hinaus."
Er konnte kaum glauben, dass er das wirklich sagte. Aber sein Patensohn freute sich ob dieser unerwarteten Wendung des Tages. Hatte er sich doch schon darauf eingestellt den ganzen Tag allein vor dem Kamin zu sitzen und mit seinen kleinen verzauberte Figuren Hogwarts zu spielen. So beeilte er sich in sein eigenes Zimmer in Spinner's End zu kommen und seine Sachen anzuziehen.
Währenddessen sorgte auch Severus dafür, dass er sich den äußeren Gegebenheiten entsprechend kleidete.
Kurz darauf trafen sich beide dick eingemummelt im Flur.
„Es gibt keine Schneeballschlacht, verstanden?", schärfte der Erwachsene seinem jungen Begleiter ein.
Dieser nickte nur mit glänzenden Augen. Dann verließen die beiden so ungleichen Menschen einträchtig das Haus und spazierten lange durch die Umgebung. Auf dem Weg erzählte Severus seinem Patenkind von seinem Plan für den Abend und dass er die Hilfe des Jungen bräuchte. Albus war sofort Feuer und Flamme und versprach alles zu tun, was Severus von ihm verlangte. Dieser nickte zufrieden.
Nach etlichen Stunden an der frischen Luft und einer Stärkung in einem der unbekannten, aber guten Wirtshäuser in der Nähe waren Severus und Albus wieder in der Wohnung angekommen und hatten alles vorbereitet. Sie waren sehr zufrieden mit ihrem Werk und Albus verabschiedete sich früher und müder als sonst von seinem Paten und flohte nach Hause. Seinen Eltern erzählte er nichts vom gemeinsamen Plan, so wie er es Onkel Severus versprochen hatte.
Dieser saß auf seinem Sofa und las – zumindest gab er vor zu lesen. In Wahrheit lauschte er nach draußen, ob Hermione noch nicht zurück kehrte. Sie hatte es sich angewöhnt bei schönem Wetter nicht direkt nach Hause zu apparieren sondern an den Ortseingang und von dort aus zum Haus zu laufen und die Stimmung zu genießen.
Da! Endlich! Das ersehnte Geräusch des magischen Schlüssels. Severus löschte das Licht und stellte sich an die noch geschlossene Wohnzimmertür. Er konnte hören wie sich Hermione ihrer wärmenden Wintersachen entledigte und diese säuberlich wegräumte. Er hörte wie sie stehen blieb und wartete. Irgendetwas musste sie irritieren.
„Severus?", rief sie da zaghaft. „Severus, bist du zu hause?"
Das war sein Stichwort. Mit einem Schlenker seines Zauberstabs löschte er auch das Flurlicht und ließ Hermione in absoluter Dunkelheit zurück. Er öffnete die Tür und huschte in den Flur. Die Tür zog er wieder hinter sich ins Schloss.
„Aber natürlich bin ich zu hause, Hermione. Wo sollte ich denn sonst sein? Im Gegensatz zu anderen Personen hier im Haus, treibe ich mich an Weihnachten nicht in der Gegend herum."
Er ließ seine Stimme kalt und beißend klingen. Sie sollte sich vor ihm fürchten.
„Severus, du weißt genau, dass du jedes Jahr bei meinen Eltern eingeladen bist. Aber du willst mich ja nie begleiten."
Oh diese kleine Gryffindor. Sie wehrte sich noch gegen ihre Furcht.
„Wie könnte ich auch? Ich habe selbst Verpflichtungen oder soll ich den Winzling vielleicht hier alleine lassen?"
„Verdreh mir nicht die Worte im Mund, Severus Snape. Davon habe ich nie gesprochen."
„Oh doch, meine Liebe. Der heilige Abend gehört nur uns beiden, am 1. Weihnachtstag sind wir dann bei Molly eingeladen – übrigens jedes Jahr aufs Neue – und am 2. Weihnachtstag ist Albus bei mir und du bei deinen Eltern. Das lässt sich nicht anders regeln, wie wir auch jedes Jahr aufs Neue feststellen."
Hermione seufzte. Er hatte ja Recht. Aber selbst ihr fiel nicht ein wie man diese Situation ändern konnte. Weder wollte sie den Besuch bei ihren Eltern abschaffen, noch das Weihnachtsessen bei Molly Weasley und schon gar nicht wollte sie Albus den Tag mit seinem Paten nehmen.
„Mit dem Winzling sind wir übrigens schon am zweiten Punkt angelangt über den ich mit dir sprechen muss, Hermione."
Die Angesprochene schluckte. Sie kannte ihren Mann. Er war nicht gewalttätig, aber er hasste es, wenn man sich in seine Angelegenheiten einmischte und konnte sich dann ziemlich gemeine Sachen ausdenken – Slytherin eben. Und Albus war eindeutig einzig und allein seine Angelegenheit. Nicht mal von Harry oder Ginny ließ er sich hinein reden, wenn er den Kleinen am 26. Dezember bei sich hatte. Als die beiden es das letzte Mal versucht hatten, hatten sie am nächsten Morgen sehr interessante Frisuren. Dank eines Trankes, den Severus ihnen untergejubelt hatte.
„Können wir dafür nicht ins Wohnzimmer gehen? Da ist es gewiss gemütlicher und heller als hier im Flur", versuchte sie ihr Glück.
„Nein, wir klären das hier und jetzt", bestimmte ihr Gatte.
„Gut, worum geht es denn überhaupt?"
„Sehr gute Frage. Wie kommst du dazu meinem Patensohn in den Kopf zu setzen, dass ich ihm eine alberne Geschichte vorlesen soll?"
„Ich hielt es für eine gute Idee, die euch beide näher zusammen bringen würde. Ihr macht doch sonst nicht viel gemeinsam. Und irgendwelche Ausflüge sind nicht unbedingt dafür geeignet Gemeinsamkeiten zu finden."
„Ich brauche mit ihm keine Gemeinsamkeiten finden. Wir sind auf einer Wellenlänge – wie du eigentlich wissen solltest", schnarrte Severus. Er hatte Hermione fast an dem Punkt, wo er sie haben wollte.
„Es tut mir leid, Severus. Ich hatte gedacht, dass Albus sich freuen würde, wenn ihr mehr miteinander sprechen würdet. Außerdem glaubte ich, dass es nix besseres für einen Gesprächsanfang gibt als eine Geschichte, über die man sich hinterher noch unterhalten konnte."
„Aha. Unterhalten sollte ich mich also mit dem Winzling. Nun wir haben uns nicht unterhalten. Ich habe ihm vorgelesen, dann hab ich ihn zum Spielen geschickt, während ich mich der Tränkeforschung hingegeben habe. Nach dem Abendessen habe ich ihn dann heim geschickt", log Severus schamlos.
Er konnte geradezu sehen wie Hermione die Schulter hängen ließ und leicht in sich zusammen sackte. Ihr schöner Plan war zunichte gemacht worden von diesem Sturkopf, den sie geheiratet hatte.
„Okay. Wenn euch diese Art des Zeitvertreibes gefällt, werde ich mich nicht mehr einmischen. Wie schon gesagt, es tut mir leid. Es wird nie wieder vorkommen…"
„Das will ich auch hoffen", schnitt er ihr harsch das Wort ab. „Und jetzt komm endlich ins Wohnzimmer. Langsam wird es hier wirklich ungemütlich." Seine Stimme klang zum Ende hin regelrecht versöhnlich. Eine Tatsache, die bei Hermione eigentlich dafür hätte sorgen müssen, dass sämtliche Alarmglocken schrillten. Aber sie tat nur wie er ihr geheißen hatte und öffnete die Tür zum Wohnzimmer.
Doch sie konnte das Zimmer nicht betreten. Es sah fremd aus und doch war es vertraut. Sie blickte in einen grellen Lichtschein, dessen Quellen sie nicht auf Anhieb ausmachen konnte.
Der ganze Raum war in rot und grün getaucht, nur vereinzelt unterbrochen von silbernen und goldenen Lichtpunkten. Der größte von ihnen befand sich in gut eineinhalb Metern über dem Boden. Es war ein goldener Weihnachtsengel auf einer mittelgroßen, wunderschönen Weihnachtstanne.
„Frohe Weihnachten, Hermione!"
