Titel: Lower Your Shields And Surrender
Autoren: Zanna & Laren (ZaLa)
Disclaimer: siehe Prolog
Kommentar: Danke für die Kommis, die wirklich sehr schnell nach dem hochladen kamen! Hat uns sehr gefreut! Leider müssen wir euch ein wenig enttäuschen, denn an unseren Solo-Storys haben wir im Urlaub gar nicht geschrieben - wir waren viel zu sehr damit beschäftigt zu schnorcheln, in der Sonne zu liegen und braun zu werden. :-)
So, um ein paar Kommis zu beantworten: Soryu, um dich zu entwirren: Ian war mal ein Sweeper, er ist ca. 3-4 Jahre älter als die GW-Jungs und hat natürlich vor 10 Jahren die Invasion der Borg miterlebt. Aber das wurde in den ersten paar Kapiteln auch zur Sprache gebracht. :-)
Mika: irgendwie verstehen wir dein Kommi nicht - vielleicht sind wir ja noch nicht ganz wach...
Kapitel 25
„Verdammt ich will endlich wissen was hier genau gespielt wird," erklärte Une.
Wufei schluckte. Es kam sehr selten vor das Lady Une, Commander der Preventers, fluchte. Und wenn es mal so weit war, dann konnte man sicher sein, dass es die Situation auch erforderte. Trotzdem, seine Chefin wirkte sehr müde und ausgepowert. So als hätte sie schon seit Tagen keinen Schlaf mehr bekommen, was vielleicht auch erklären würde, weshalb sie über die neuesten Entwicklungen in ihrem Fall mehr als unerfreut reagierte. Nach dem mehr als dürftigen Verhör von Agent Morris hatten sie sich alle in Unes Büro zurück gezogen.
„Wir sind noch dabei alle Details zu sichten," sagte Seven mit knappen Worten.
Une nickte der ehemaligen Borg zu und begann in einer merkwürdig nervösen Geste damit auf ihrem Schreibtisch Akten hin und her zu schieben. „Ich möchte eine möglichst kurze Übersicht der Fakten. Und was wir als nächstes zu tun gedenken."
Wufei räusperte sich. „Wie wir gerade schon beim Verhör von Agent Morris erklärt haben, sieht die Sache so aus: Agent Maxwell und Morris sollten diesen Informanten treffen. Morris ist nicht erschienen, dafür war der Informant leider ein Borg."
„Erstaunlich das Agent Maxwell den Borg so einfach besiegen konnte," sagte Une.
„Dem stimme ich zu. Zwar hatte Agent Maxwell die Hilfe von einem anderen Agenten, aber trotzdem hätten die beiden nicht so einfach eine Drohne besiegen dürfen. Agent Maxwell hat allerdings berichtet dass die Drohne seltsam langsam reagiert hat. Vielleicht eine Fehlfunktion. Der Doktor und ich werden das gleich genauer untersuchen."
„Ein anderer Agent? Hatte Maxwell Verstärkung mitgenommen?" Une zog fragend ihre Augenbrauen hoch.
Wufei schüttelte schnell seinen Kopf. „Nein, dass war wohl eher ein glücklicher Zufall. Agent Trueheart wohnt in der Gegend und ist Agent Maxwell gefolgt als er ihn in die Seitengasse gehen sah."
„Trueheart? Kommt mir nicht sehr bekannt vor der Name," murmelte Une.
„Einer der neuen Kadetten. Ist seit einem halben Jahr bei der Truppe. Macht sich gar nicht mal schlecht. Und scheint ein gutes Gespür für die Situation zu haben."
Une seufzte. „Wie viel hat er gesehen?"
„Alles," warf Trowa in seiner berühmt gesprächigen Art ein.
„Mist," fluchte Une. „Das ist kein Wissen mit dem ein Kadett belastet werden sollte." Une seufzte erneut. „Ich fürchte wir werden ihn einweihen müssen. Wie sieht sein psychologisches Profil aus? Nicht dass es noch etwas an der Situation ändern würde."
Wufei wusste worauf seine Chefin hinaus wollte. Alle Agenten wurden von ihrer Aufnahme bei den Preventers an immer wieder daraufhin untersucht ob sie mit dem Geheimnis der Borg zurecht kommen würden. Wer das entsprechende Profil besaß wurde von vornherein für die Sicherheitsstufe 7 vorgesehen, die ihm nach einer Bewährungszeit dann auch gegeben wurde. Allerdings gab es bei den Preventers auch Agenten die eigentlich nicht dem Profil entsprachen, die aber bei dem Kampf gegen die Borg mitgemacht hatten – oder wie in Morris Fall Assimilierungen gesehen hatten. Diesen Leuten wurde auch die Sicherheitsstufe 7 gegeben, denn sie kannten das Geheimnis bereits. Allerdings hatten diese Agenten auch die größten Probleme mit diesem Wissen.
„Seine Akte hat einen positiven Vermerk," sagte Wufei nach einem kurzen Blick in seine Unterlagen.
„Soweit so gut. Ich werde mir unseren Jungspund nachher vornehmen. Weiter im Text, was ist sonst noch so alles passiert?"
„Neben dem merkwürdigen Verhalten des Borg sollte noch erwähnt werden, dass um die Stelle des Angriffs ein Dämpfungsfeld errichtet worden war. Erste Anzeichen darauf hatte Agent Yuy festgestellt, denn dort funktionierten die Mobiltelefone nicht. Außerdem war es uns nicht möglich direkt dorthin zu beamen. Was sehr ungewöhnlich ist. Ich habe schon O und S darauf angesetzt herauszufinden wie jemand ein Dämpfungsfeld errichten konnte das sogar unserer Starfleet Technologie widersteht."
„Guter Plan. Sobald Sie etwas herausgefunden haben, möchte ich einen Bericht. So, und was halten wir jetzt von dieser Email Geschichte?"
„Auf den ersten Blick hört sich dass doch sehr fadenscheinig an," erklärte Ian. „Ich meine, wieso sollte Baxter diesen Einsatz absagen? Baxter kann davon noch nicht einmal gewusst haben."
„Aber wäre so eine Ausrede nicht einmal für Morris zu dumm? Ich meine, ich kenne ihn ja nur aus euren Erzählungen, aber auch er müsste wissen, dass Baxter der denkbar unwahrscheinlichste Sündenbock ist," warf Trowa fragend ein.
„Das sollten wir als erstes genau herausfinden. Ich schlage vor, dass ich Baxter in die Mangel nehme. Mal sehen was er zu diesen Vorwürfen zu sagen hat," erklärte Ian.
„Gut," stimmte Wufei zu. „Ich werde mir dann die ominöse Email vornehmen. Ich werde bestimmt herausbekommen von wem die ursprünglich stammt."
„Soll ich dir beim hacken helfen?" fragte Trowa. „Dass heißt, natürlich nur wenn Commander Une damit einverstanden ist."
Une winkte einfach ab. „Machen Sie was Sie wollen, solange wir nur so schnell wie möglich Antworten haben. Außerdem, nachdem sowohl Seven als auch der Doktor als Experten bei diesem Fall mitarbeiten, da kann ein weiterer Zivilist auch nicht mehr schaden." Der Hauch eines Lächelns wischte kurz über Unes Gesicht. „Aber was machen die Agenten Yuy und Maxwell? Denen wurde noch keine Aufgabe zugewiesen."
„Agent Maxwell wurde bei dem Überfall verletzt. Nichts schlimmes, der Doktor konnte es recht schnell heilen, aber er soll sich trotzdem heute noch ausruhen. Und Agent Yuy besteht darauf bei ihm zu sein," erklärte Wufei.
Une zog wieder ihre Augenbraue hoch. „Ach, ist das schon wieder eine von Yuys Mutterkomplex-Aktionen? Wenn Maxwell nicht ernsthaft verletzt ist sehe ich eigentlich keinen Grund wieso Yuy sich vom Dienst drücken kann. Wir haben hier eine schwerwiegende Situation."
„Aber sie hätten beinah das..." Ian biss sich schnell auf die Zunge als er bemerkte dass er fast das Geheimnis ausposaunt hätte.
„Sie hätten beinah was?" bohrte Une nach.
„Das ist etwas das Ihnen die beiden Agents selbst sagen müssen und werden, Commander Une. Im Moment bin ich nur befugt zu sagen, dass die Verletzung durchaus schlimme Folgen hätte haben können und der Doktor es deshalb für besser hält, dass Yuy bei ihm ist," beeilte sich Wufei zu sagen. Es wäre noch schöner, wenn Une von ihnen über das Baby erfahren würde. Duo würde deswegen mehr als ausrasten. Außerdem war das jetzt wirklich nicht weiter von Belang für ihre Vorgesetzte.
Une schob wieder die Akten auf ihrem Tisch hin und her. „Nun gut, eine ärztliche Anweisung, damit kann ich leben. Und jetzt machen Sie sich an Ihre Aufgaben. Wir haben viel zu tun. Ach und schicken Sie mir den jungen Trueheart her." Mit diesen Worten entließ Une sie.
Wufei und die anderen beeilten sich das Büro zu verlassen. In Situationen wie diese wurde klar, wieso Une manchmal immer noch den Spitznamen „Scary Lady" trug.
Kaum hatten sie die Bürotür hinter sich verschlossen, da tippte Seven auch schon an ihren Kommunikator. „Doktor, wie weit sind Sie?"
„Alles ist bereit Seven. Ich habe unseren Borg und ein paar Untersuchungsgeräte sicher in die Labore der Preventers gebracht. Und die zwei Wissenschaftler stehen auch schon Gewehr bei Fuß. Sobald Sie hier sind, können wir mit der Untersuchung beginnen."
„Verstanden," bestätigte Seven und wandte sich dann an Wufei. „Wenn ihr mich braucht, ich bin in den Labors. Zum Glück kenne ich mich hier jetzt ja schon aus." Und dann drehte sie sich um und ging in Richtung der Labore davon.
Ian verschränkte seine Finger und drückte sie einmal durch, so dass es knackte. „Und ich werde jetzt Baxter durch die Mangel nehmen. Hoffentlich ist das Gespräch informativer als das mit Morris."
Wufei nickte seinem Partner zu. „In Ordnung. Trowa und ich werden dann mit dem hacken anfangen. Solltest du auf Probleme bei Baxter stoßen..."
„Dann hole ich mir Seven, denn sie kann jeden in Grund und Boden starren. Keine Angst Wufei," Ian grinste von Ohr zu Ohr und ging dann in die andere Richtung.
Wufei blickte Trowa an und machte eine Geste dass dieser ihm folgen sollte. „Ich bin froh dass du mir helfen willst, aber bist du sicher, dass du nicht was besseres zu tun hast?" fragte er während sie gemeinsam zu seinem Büro gingen.
„Was besseres als einen neuerlichen Angriff der Borg zu verhindern? Wohl kaum!"
„Ja, aber was ist mit Quatre?" Wufei erinnerte sich noch allzu genau daran, dass sein blonder Freund ziemlich aufgeregt gewesen war, als er ihn am Tatort gesehen hatte. Aufgeregt und vollkommen verstört.
„Quatre geht es gut. Und wie ich ihn kenne, ist er jetzt entweder dabei WEI auf den Kopf zu stellen, damit wir die Preventers unterstützen, oder er wird sich voller Sorge noch davon überzeugen wollen, dass es Duo und dem Baby wirklich gut geht. Wahrscheinlich sogar beides."
„Die Sache scheint ihn sehr mitgenommen zu haben," gab Wufei seine Beobachtung weiter.
„Mehr als du ahnst Wufei, mehr als du ahnst."
Seven seufzte tief und ging dann zum Labortisch am anderen Ende des Raumes. Es hatte sich als relativ praktisch herausgestellt, dass die Wissenschaftler O und S ihre Untersuchungen über das Dämpfungsfeld in dem selben Raum abhielten wie die von dem Borg.
Seven blickte noch einmal über ihre Schulter zurück zu dem Doktor und der Ärztin Sally Po, die gemeinsam ihre Köpfe über den Körper des Borg zusammensteckten. Seven war in den letzten Stunden mehr oder weniger damit beschäftigt gewesen zwischen den zwei verschiedenen Untersuchungen hin und her zu laufen. Überall war ihr Wissen gefragt.
Und es war mehr als erstaunlich was sie bisher alles herausgefunden hatten. Seven wusste zwar noch nicht was das alles genau zu bedeuten hatte, aber es war sehr interessant. Und sehr unerwartet.
Als sie den Tisch mit den beiden Wissenschaftlern erreichte blickte O auf und winkte sie noch dichter heran. Seven hatte es nicht wenig erstaunt zu erfahren, dass die beiden – genau wie G – sich den Preventers angeschlossen hatten und seitdem gute Arbeit für die Erhaltung des Friedens leisteten. Nicht dass sie die Wissenschaftler gut genug gekannt hätte um etwas anders zu vermuten, aber sie hatten damals halt einige Fehlentscheidungen getroffen, die Seven ihnen immer noch nicht so richtig verziehen hatte. Die ganze Assimilierung von Duo hätte nicht passieren dürfen.
Aber vielleicht war sie auch viel zu streng mit den Wissenschaftlern, sie hatten halt einfach nicht das Ausmaß der Bedrohung durch die Borg begreifen können – und sie waren zu sehr mit ihrem Guerillakrieg gegen OZ beschäftig. Und wenn Seven ganz ehrlich war, dann hatten sie alle doch recht bestürzt gewirkt als ihnen klar wurde was genau mit Duo passiert war. Und waren auch sehr erleichtert gewesen als sie ihn befreien konnten. Alle mit Ausnahme von J. Seven knurrte leicht bei der Erinnerung an diesen impertinenten Mann. J schien die treibende Kraft hinter all dem Ärger damals gewesen zu sein. Und es war wirklich unangebracht wie er auf Duo reagiert hatte. Natürlich war Duo ‚schuld' das Heero doch nicht der perfekte Soldat geworden war, den J so sehnlichst erschaffen wollte – dies hatte Seven damals durch etliche Gespräche und dem lesen von J's Unterlagen herausgefunden, aber das war doch kein Weltuntergang. Im Gegenteil, J hätte erfreut sein müssen dass Heero seine Menschlichkeit doch nicht ganz verloren hatte.
Seven hatte selbst jahrelang darum kämpfen müssen das zu werden was man einen normalen Menschen nannte. Sie hatte auch immer noch manchmal Schwierigkeiten mit sozialen Interaktionen. Aber sie hatte Leute – Freunde – gehabt die ihr bei dem schwierigen Prozess geholfen hatten. Chakotey half ihr immer noch so gut er konnte. Und Heero hatte Duo gehabt.
Vielleicht fühlte sich Seven deshalb etwas mit den beiden verbunden. Duo, weil er wie sie dem Kollektiv angehört hatte und danach wieder lernen musste ein Mensch zu sein, und Heero weil auch ihm in seiner Kindheit die Menschlichkeit abtrainiert worden war. Umso schöner, dass die beiden einander eine Stütze waren. Und Seven musste immer hart mit sich kämpfen nicht verträumt zu seufzen, wenn sie daran dachte das die beiden seit fast zehn Jahren ein Paar waren. Das hätte ihre Reputation zerstört.
Seven schüttelte den Kopf, irgendwie waren ihre Gedanken mit ihr durchgegangen. Auf jeden Fall, es war einerseits merkwürdig das die Wissenschaftler jetzt für die Preventers arbeiteten, andererseits auch wieder nicht. Und da sie gute Arbeit zu leisten schienen und einen tadellosen Ruf hatten würde Seven das auch nicht weiter bestreiten. Und außerdem, der schlimmste von ihnen, dieser J war ja schon seit vier Jahren tot. Was sein Glück war, denn sie hätte ihm gerne noch einmal die Meinung gesagt.
Seven blickte über die Schulter von S auf einen der Monitore. Lange Zahlenreihen blinkten darauf. „Irgendwas neues?" fragte sie.
„Oh Seven, schauen Sie sich das an. Es ist unglaublich." Der ältere Mann sprühte vor Aufregung. „Wir hatten ja am Anfang Probleme die Art des Dämpfungsfeldes zu bestimmen. Aber sehen Sie was wir jetzt gefunden haben."
Seven blickte genauer auf die Zahlen. „Das kann doch nicht sein," stieß sie hervor.
„Doch," erwiderte O ruhig.
Seven schickte ihm einen kurzen Seitenblick, dann konzentrierte sie sich wieder auf die Zahlenkolonnen. Sie drängte S etwas zur Seite und schnappte sich die Tastatur. Hastig begann sie darauf zu tippen.
Die beiden Wissenschaftler verfolgten genau was sie tat. „Sehen Sie, am Anfang hatten wir noch gedacht dass es sich um Starfleet Technologie handeln müsse. Schließlich sind das die einzig bekannten Dämpfungsfelder hier auf der Erde. Aber wie Sie uns schon vorhin gezeigt haben, entsprach dieses nicht den normalen Schemata," erklärte O.
„Wir haben alle uns bekannten Untersuchungen gemacht. Und jetzt sind wir endlich auf den Schlüssel gestoßen. Schauen Sie hier," sprach S weiter. „Wenn Sie diese Werte zu Grunde nehmen dann kann es nur zu einem Schluss führen!"
„Borgtechnologie!" vollendete Seven.
Die beiden Wissenschaftler nickten gleichzeitig. „Ja, wenn man weiß wonach man Ausschau halten muss dann sind die Werte unverkennbar."
Seven schüttelte den Kopf. „Aber wie ist das möglich? Die Borg haben niemals Dämpfungsfelder verwendet." Seven war ganz aufgeregt.
„Nun, sie haben ja wohl etliche Menschen aus Ihrem Universum assimiliert, vielleicht sind sie so an die Technologie gekommen."
Seven schüttelte erneut den Kopf. „Sicher, das kann möglich sein, aber mit etwas so primitiven wie einem Dämpfungsfeld würden sich die Borg nie abgeben. Sie fügen nur die Technologie ihrer eigenen hinzu, die sie voran bringt. Und die Dämpfungsfelder haben die Borg nie für länger als ein paar Minuten lahm gelegt, es gab keinen Grund das dem Kollektiv hinzuzufügen.
„Vielleicht haben sie ihre Strategie geändert. Sie haben schon vor zehn Jahren erwähnt, das die Königin bei der Assimilierung unserer Erde anders vorgeht als normalerweise. Es könnte wieder eine neue Taktik sein. Schließlich haben wir hier einem Dämpfungsfeld nichts entgegen zu setzten," warf O ein.
Seven schüttelte erneut ihren Kopf. Das konnte sie sich einfach nicht vorstellen. Sie scannte die Untersuchungsergebnisse weiter. „Schauen Sie hier, diese Signaturen sind eindeutig nicht Borg."
O rückte seine Brille zurecht. „Stimmt, das sieht eher nach dem original Dämpfungsfeld der Sternenflotte aus."
„Aber das ist Borg. Um genau zu sein, das sind die Signaturen eines Borg-Kraftfeldes. Aber Kraftfelder werden nicht zum gleichen Zweck eingesetzt wie Dämpfungsfelder." Seven war ganz aufgeregt.
„Tja, dann scheint jemand die beiden Technologien miteinander verbunden zu haben," erklärte S ganz ruhig.
Seven schaute vom Monitor hoch. Konnte das sein? Konnte dies eine Hybridtechnologie sein? Und wenn ja, wer war dafür verantwortlich? Die Borg die eine neue Taktik ausprobieren wollten? Oder am Ende eine dritte Kraft? Dieser Fall wurde immer undurchsichtiger. „Das kann sein," gab Seven den beiden Wissenschaftlern recht. „Speichern Sie die Daten und erstellen Sie einen Bericht. Ich denke wir werden bald in größerer Runde über die Ergebnisse diskutieren müssen."
Sie wollte noch mehr sagen, als ein aufgeregtes „Seven!" von der anderen Seite des Labors herüber schallte. Seven seufzte erneut, nickte den beiden Wissenschaftlern zu und beeilte sich dann zu den anderen zwei zu gehen.
„Was ist denn Doktor?" fragte sie als sie den Untersuchungstisch erreichte.
Der Doktor sah ziemlich mitgenommen aus, obwohl man ja meinen sollte dass die für ein Hologramm unmöglich war. „Wir haben unsere Untersuchung so gut wie abgeschlossen, Seven," sagte er mit ruhiger Stimme.
„Und?" Seven hob ihre Augenbraue.
„Und es sieht sehr merkwürdig aus," erklärte die Ärztin der Preventers, die mit dem Doktor zusammen die Autopsie durchführte.
Seven schaute verwirrt auf Sally Po. Dass war jemand den sie noch nicht wirklich einschätzen konnte. Auch sie schien von Anfang an bei den Preventers mitgearbeitet zu haben und war von allen hochgeschätzt. Aber da sie nicht zu dem unmittelbaren Kämpferkreis gehörte den Seven noch vom letzten Kampf gegen die Borg kannte, war sie so etwas wie eine unbekannte Größe. Auch wenn Une und die anderen versicherten dass die junge Frau ein absolutes Ass auf ihrem Gebiet und mehr als vertrauenswürdig war. „Was genau meinen Sie damit?"
„Seven, dass hier ist der merkwürdigste Borg den ich je zu Gesicht bekommen habe!" erklärte der Doktor.
„Es ist zwar nicht mein Fachgebiet, aber ich habe vor zehn Jahren auch einige der toten Borg die wir hier und da gefunden haben untersucht. Und ich bin absolut der gleichen Meinung wie der Doktor."
„Die da wäre? Ich mein ‚merkwürdig' ist keine Beschreibung die mir etwas sagt, Doktor."
„Ok, Sie wollen die Fakten Seven, Sie sollen sie kriegen. Zunächst einmal, dieser Borg hat keine größeren sichtbaren Implantate, dass heißt kein Okular und auch sonst keine verbesserten Gliedmaßen. Bis auf die Assimilierungsröhrchen ist er äußerlich fast ein ‚normaler Mensch'."
„Ich gebe zu, dass ist merkwürdig, aber schon damals hat die Königin versucht die Borg auf der Erde so unauffällig wie nur möglich zu gestallten."
„Das ist ja auch nicht alles, was wir herausgefunden haben," Sally hibbelte beinah auf ihren Zehenspitzen. „Innen drin scheint auf den ersten Blick alles so zu sein wie man es von einem Borg erwartet. Es gibt Nanosonden en masse, diverse interne Implantate und natürlich einen Neuralprozessor."
„Aber?" Seven war sich sicher das es ein Aber geben musste, oder die beiden wären nicht so aufgeregt gewesen.
„Aber ich kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen dass dieser ‚Borg' niemals in seinem Leben mit einem Kollektiv verbunden war!" erklärte der Doktor mit dramatischem Tonfall.
„Bitte?" Seven glaubte sich verhört zu haben.
Sally nickte aufgeregt. „Es ist genauso wie der Doktor sagt, dieses Ding war nie dem Hive angeschlossen, war niemals Teil des Borgkollektivs."
„Und nicht nur dass, wir haben auch herausgefunden dass ihm seine Befehle direkt in den Prozessor programmiert wurden. Er war eher eine Art Marionette als ein Borg."
Seven schluckte. „Wissen Sie was das heißt?" fragte sie. Zusammen mit der Entdeckung über das Dämpfungsfeld gab das ein erschreckendes Bild.
Der Doktor nickte. „Ja. Irgendjemand ist dabei sich sein eigenes Kollektiv zu basteln," erklärte er trocken.
