19. Kapitel: Der Krieg Hogwarts'
„Lily?"
Lily wusste nicht genau, wie sie ihm sagen sollte, was sie auf dem Gewissen hatte. Es war sehr schwierig. Sie war ihren Text seit dem berüchtigten Duell in ihrem Kopf immer wieder durchgegangen, doch nun, da sie hier stand war es, als ob in ihrem Gehirn nur Nebel und Leere herrschte.
„Was machst du hier? Weißt du, wie spät es ist?"
Dieser Satz brachte Lily in Verlegenheit. Sie, Gryffindors verantwortungsbewussteste Vertrauensschülerin war nachts nicht in ihrem Schlafsaal.
„Ich... ich..."
„Hast du auf einmal Angst vor mir?", meinte Harry, den diese Tatsache innerlich verletzte.
„Nein, warum sollte ich vor meinem Bruder Angst haben?"
Diese Worte hallten in Harrys Kopf wider. Er hatte jedes einzelne verstanden, doch er schaffte es einfach nicht, sie zu einem sinnvollen Satz zusammen zu setzen.
„Kannst du das bitte wiederholen?"
„Warum sollte ich vor meinem Bruder Angst haben?"
„Du hast keine Angst vor mir?"
„Oh, kommt schon, Herry. Ich versteh noch nicht mal, warum dich auf einmal alle so sehr hassen. Ich bin nur... verletzt."
„Verletzt?"
„Willst du nicht lieber wo anders weiterreden?"
„Doch. - Komm, folg mir und wir werden sehen, ob du wirklich den legendären Gryffindor-Mut besitzt."
„Wo gehen wir hin?"
„Zu einem umwerfenden Ort."
„Ich folge dir."
Harry und Lily verließen also gemeinsam das Schloss. Lily konnte nicht sagen, wo er sie hinführen würde, bis...
„Wir gehen doch nicht etwa in den Verbotenen Wald, oder? Weil... ich hab keine Angst oder so, aber... na ja, weißt du, der ist eben... verboten?"
„Lily, als ob Verbote mich aufhalten könnten!"
„Nein, aber der Wald – bei Nacht? Ich hab keine Angst, aber, weißt du... na ja, eigentlich hab ich doch Angst."
„Das hab ich mir schon immer gedacht: Die Gryffindors haben gar nicht so viel Mut, wie sie immer tun. Alles bloß Gerüchte."
„Wenn du mich an meinen Gefühlen misst", meinte Lily, womit sie in den Wald stolzierte.
„Du kannst trotzdem auf mich warten", lachte Harry.
Lily hatte keine drei Schritte getan, als sie sich krampfhaft an Harrys Arm festhielt.
„Bist du dir sicher, was du tust, Herry? Weil ich bin nicht gerade... wie soll ich sagen... beruhigt."
„Vertraust du mir, Lily?"
„Ich... was? Was ist denn das für eine Frage?"
„Antworte mir, Lily, vertraust du mir?"
„Natürlich vertraue ich dir, Herry, auch wenn ich mich gegen den gesamten Gryffindor-Turm stellen muss, um das zu beweisen!"
„Meinst du das im Ernst?"
„Na ja, es wird wohl kaum nötig sein, mich gegen alle Gryffindors zu stellen, oder?"
„Nein, aber sag es lieber nicht zu laut, dass du mich weiterhin sehen willst, weil die Reaktion wird prompt erfolgen, vor allem von Seiten Potters und Blacks."
„Du nennst sie bei ihren Nachnamen?"
„Hast du nicht gehört, wie James mich genannt hat? Ich bin ein Verräter für ihn."
„Nein, hab ich nicht gehört, man hat euch beide kaum verstanden, als ihr euch duelliert habt."
„Umso besser."
„Er hält dich wirklich für einen Verräter?"
„Ja und dann hab ich ihn wütend gemacht."
„Ja, das hat man wiederum sehr gut gesehen. Aber ich hab keine Lust, darüber zu reden. Bist du dir sicher, wo wir sind? Ich hab nämlich den Eindruck, dass du keine Ahnung hast, wo wir eigentlich..."
Lily hatte ihren Mund plötzlich geschlossen. Sie waren vor einer wunderschönen kleinen Lichtung angekommen und in deren Zentrum sah man... Nein, sie träumte sicherlich... ein Einhorn. Aber was sagte sie, nicht eins, sondern eine ganze Herde.
„Ist es nicht wunderschön?"
„Aber... wie... Sie werden fliehen, wenn wir uns ihnen nähern."
„Vielleicht, wenn sie dich sehen."
„Sehr nett, danke, mein Erscheinungsbild verschreckt also die Einhörner. Außerdem weise ich dich darauf hin, dass Einhörner mythische Wesen sind, die vollkommen rein sind, weshalb sie jeglichen Kontakt zu Männern und Jungen scheuen. Außerdem scheuen sie Mädchen, die..."
„Nur zu, ich liebe es, deinem Vortrag über Einhörner zu lauschen."
„Du weißt schon, was ich damit sagen will."
„Nein, ich hab keine Ahnung. Also fahre ruhig fort."
„Nun... die Mädchen, ja, genau... sie... Oh, Herry, du weißt sehr genau, was ich sagen will... Mädchen, die keine Jungfrauen mehr sind."
„Na, war doch nicht so schwer..."
„Sehr lustig, ehrlich, sehr lustig."
„Also, dann lass mich dir jetzt etwas zeigen, das deinen Vortrag hinfällig macht, okay?"
„Meinen Vortrag hinfällig? Wovon sprichst du?"
Harry trat aus den Büschen hervor, hinter denen sie sich bisher versteckt gehalten hatten. Die Einhörner hoben ihre Köpfe um zu sehen, wer es wagte, sie zu stören. Manche widmeten sich dann wieder ihrer vorhergehenden Beschäftigung, während zwei Einhörner auf Harry zukamen.
Eines davon war sehr groß, mit einem mächtigen Horn, das einigen Tieren sicherlich Angst einjagen würde, während das andere ein kleines Fohlen war. Im Vergleich zum letzten Mal, da Harry es gesehen hatte, war es jedoch gewaltig gewachsen.
„Hey, ihr zwei."
Das Fohlen begann herumzuspringen, um seinen Freund zu beeindrucken und leckte ihm anschließend das Gesicht.
Der Hengst schnupperte an Harry, dann begann er mit den Füßen zu stapfen.
„Ich kann heute wirklich nicht mit dir rennen, aber dafür hab ich einen Gast mitgebracht. Ich möchte, dass du sie genauso nett begrüßt, wie mich."
Der Hengst nickte leicht und sah Harry mit großen Augen an, der daraufhin lachen musste.
„Komm her, Lily."
Lily trat ganz zittrig aus den Büschen, was das Fohlen erschreckte, so dass es zur Herde zurückrannte.
„Siehst du, der kleine hat Angst vor mir. Es ist besser, wenn ich gehe, Herry."
„Bleib ein wenig. Schau ihm einfach in die Augen und du wirst schon sehen."
Lily richtete ihre grünen Augen auf den Hengst und mindestens zwei lange Minuten musterten sie sich gegenseitig.
Lily konnte ihren Blick nicht von dem Einhorn abwenden. Schließlich näherte sich das Einhorn Lily. Letztere streichelte ihm sanft die Nüstern. Der Kontakt war so weich und sie spürte den warmen Atem des Hengstes... es war unbeschreiblich.
„Du bist wirklich unglaublich", erzählte Lily ihm.
Harry setzte sich ins Gras und Lily folgte seinem Beispiel.
„Gut, sehr schön... mein Vortrag ist wirklich hinfällig." Damit brach sie in Lachen aus.
„Ich hab's dir doch gesagt."
Und sie lachten zusammen.
„Aber in dem Fall hab ich mehrere Fragen: Wie kommt es, dass die Einhörner dich akzeptieren? Und warum mag dich das Fohlen so sehr, wo die Jungen doch ihre Mütter eigentlich nie verlassen?"
„Warum sie mich akzeptieren ist mir wirklich ein Rätsel, aber ich fühle mich von ihnen verstanden. Und was das Fohlen anbelangt, das mag mich, weil ich ihm das Leben gerettet habe, als ich geholfen habe, es zur Welt zu bringen."
„Du... du hast geholfen, ein Fohlen zur Welt zu bringen... und nicht irgendein Fohlen, sondern ein Einhornfohlen?"
„Ja."
„Du bist wirklich jemand Besonderes, kleiner Bruder."
„Was soll denn das heißen: 'kleiner Bruder'?"
„Ja, das hab ich so beschlossen", lachte sie.
„Und trotzdem bin ich es, der dich beschützt, das ist meine Rolle", erwiderte er.
Sie blieben noch eine Weile so sitzen und unterhielten sich über alles und nichts. Die schöne Atmosphäre ließ sie ganz die Zeit vergessen, aber schließlich war es natürlich die Vertrauensschülerin, die Harry doch darauf aufmerksam machte.
„Wir sollten langsam mal in unsere Schlafsäle zurückgehen, oder?"
„Da hast du sicher Recht, aber ich habe so überhaupt gar keine Lust darauf! Ich ziehe diese ruhige Lichtung meinem Schlafsaal, der von Schnarchen erfüllt ist, allemal vor."
„Du übertreibst sicherlich."
„Jedenfalls begleite ich dich zum Turm zurück, bevor ich in die Kerker gehe, sicher ist sicher."
„Wie du willst. Aber wenn du auf einen Lehrer triffst, kriegst du sicher Punkteabzug."
„Mach dir um mich keine Sorgen, ich bin ein großer Junge."
„Ja, ein großer Junge, der hoffentlich keine weiteren Geheimnisse für mich parat hat."
„Komm, gehen wir zurück..."
Vor dem Porträt der Fetten Dame verabschiedeten sie sich und Lily kletterte durch das Porträtloch. Sie stellte überrascht fest, dass sie nicht allein war.
„Könnte ich wissen, wo du warst? Ich glaube, dass die Regeln, die du ja so sehr verehrst, besagen, dass es den Schülern nicht erlaubt ist, nach Bettruhe ihre Schlafsäle zu verlassen – oder irre ich mich da?"
„Nein, du irrst dich nicht. Ich bin überrascht, dass du die Regeln so genau kennst, wenn man bedenkt, dass du sie nie respektierst."
„Könntest du dann wohl auf meine Frage antworten: Wo warst du?"
„Draußen und wenn du es genau wissen willst, bereue ich es nicht im Geringsten, die Regeln missachtet zu haben."
„Und warst du alleine? Du weißt, dass du hättest erwischt werden können."
„Nein, ich war nicht allein und könntest du diese Ausfragerei sein lassen, Potter, das beginnt mich nämlich zu nerven."
„Und wer war bei dir?"
„Das geht dich überhaupt nichts an. Ich kann mich mit allen treffen, die mir gut scheinen."
„Mit allen, außer den Slytherins, Lily, das sind nur dreckige Verräter. Sie greifen dich an, wenn du dich gerade umdrehst und fallen dir in den Rücken."
„Hör auf, so einen Müll zu erzählen. Okay, manchen Slytherins sollte man vielleicht besser aus dem Weg gehen, genauso wie manchen Hufflepuffs oder auch Ravenclaws..."
„Ich verbiete dir, Praott noch einmal zu sehen, ist das klar? Er benutzt dich, um an mich ranzukommen, ist dir das überhaupt bewusst?"
„...und zu meiner Schande auch manchen Gryffindors. Wie kannst du es wagen auch nur zu sagen, was du gerade gesagt hast? Komm von deinem Thron herunter, du bist ja vollkommen verrückt geworden. Du siehst überall nur Verschwörungen gegen dich, aber wach auch, Potter, du bist nicht der Nabel der Welt und es ist höchste Zeit, dass dir das mal jemand sagt."
„Also hat er es geschafft, dich zu verhexen. Ich hätte ihn davon abhalten müssen, sich dir zu nähern", meinte James, womit er aus dem Sessel aufstand, da er allmählich die Geduld verlor.
„Drehst du jetzt völlig am Rad? Ich stehe überhaupt nicht unter dem Einfluss eines Zaubers, weder unter dem eines Trankes noch unter irgendeinem anderen Fluch, den sich deine Phantasie zusammenspinnt."
„Ich glaube, die einzige, die hier am Rad dreht, bist du, Lily."
„Weißt du was, Potter, ich hatte wirklich während ein paar Wochen geglaubt, jemand anderen zu sehen... das war sicherlich die weihnachtliche Magie, die jetzt nicht mehr wirkt. Du bist nichts weiter als ein verwöhnter Bengel, der denkt, alles müsse sich nur um ihn drehen. Eines Tages wirst du aufwachen und dann wirst du auf harte Weise lernen müssen, dass die Welt sich nicht nur um dich dreht."
„Verstehst du denn gar nichts?" James hob den Ton.
„Was ich verstehe, Potter, ist, dass du gegen mich bist. Herry ist ganz einfach jemand Gutes und das weigerst du dich zu sehen."
„Er ist ein künftiger Schwarzmagier", schrie James.
„Ich erlaube es dir nicht, mich derart anzuschreien, hast du das verstanden, Potter?", erwiderte Lily ihrerseits hitzig.
„Bedeutet es für dich also gar nichts, dass er die Sprache der Schlangen spricht?"
„Nein, er hat eine Gabe, das ist alles."
„Er ist ein Monster!"
„DAS EINZIGE MONSTER HIER BIST DU, POTTER!"
„Ist hier langsam mal Ruhe?", schritt Sirius ein, der gerade den Gemeinschaftsraum betrat.
„Allerdings. Ich gehe", verkündete Lily, womit sie die Treppen zum Mädchenschlafsaal hinauf verschwand.
„Komm, James, du solltest auch wieder schlafen gehen."
„Wie stur die sein kann!"
„Komm, wir reden morgen darüber", gähnte Sirius.
Kaum war das Porträt der fetten Dame geschlossen, ging Harry in die Bibliothek. Auf der Karte konnte er sehen, dass Lily nicht alleine im Gemeinschaftsraum war, aber er kümmerte sich nicht darum, immerhin war sie ein großes Mädchen...
Er ging ohne Umwege in die Verbotene Abteilung und schritt auf ein Regal zu, in dem sich Bücher befanden, die weder weiß- noch schwarzmagisch waren. Sie handelten von bestimmten Magieformen, die vom Ministerium zwar toleriert waren, aber gewisse Grenzen aufwiesen.
Er nahm zwei dicke Bände mit und ging anschließend in seinen Schlafsaal.
Es war nicht verwunderlich, dass er den Gemeinschaftsraum leer vorfand und den Schlafsaal, wie vorhergesehen, mit leisem Schnarchen erfüllt. Auf dem Nachttisch stand wie üblich Severus' Stärkungstrank, der ihn den nächsten Tag überstehen lassen würde.
Er machte es sich auf seinem Bett bequem und öffnete eines der Bücher. Die ersten Sprüche waren wirklich interessant, zum Beispiel waren Flüche dabei, mit deren Hilfe man Türen sprengen konnte, die man normal oder auch mit Magie sonst nicht zu öffnen in der Lage war. Die Formel hieß Perabsumo. Harry notierte den Spruch auf einem Pergament, ebenso wie die exakte Zauberstabbewegung und das erzielte Resultat.
Er stieß auch auf den Spruch, mit dem Severus Snape, sein Zaubertränke-Lehrer ihn während der Sommerferien belegt hatte: Den Schmerzensfluch, Laboris. Harry notierte auch diese Formel, sowie alle Informationen darüber, die er für wichtig hielt. Der Spruch schien schon um einiges komplexer zu sein, da man die Intensität des Schmerzes variieren konnte.
Harry schloss das Buch, doch als er nichts mehr zu tun hatte, konnten seine Gedanken auf Wanderschaft gehen. Er hatte wirklich geglaubt, dass die Rumtreiber es verstehen würden... Wie verbohrt sein Vater doch sein konnte! Zumindest von Sirius, den er ja kannte, hätte er etwas anderes erwartet! Das tat weh, aber dagegen dankte er seiner Mutter innerlich. Sie war nur von der Tatsache verletzt, dass er es ihr nicht gesagt hatte und hatte ihn nie für einen 'Verräter' gehalten.
Wenn doch nur sein Vater seine albernen Vorurteile aufgeben würde. Das war sicherlich der Grund, warum sie schließlich Remus für den Verräter gehalten und Peter nicht misstraut hatten.
Immerhin war Peter der Schwache in der Bande... und was dabei herausgekommen war, davon war Harry schließlich Zeuge. Die albernen Vorurteile seines Vaters und Sirius' hatten sie in ihren eigenen Untergang geführt. Harry hatte seinen Vater nie als so dumm angesehen, aber Snape hatte wohl ganz Recht gehabt – das machte aber alles nur noch schlimmer für Harry.
Die Nacht war schon fortgeschritten, aber Harry hatte absolut keine Lust zu schlafen. Er wollte mächtiger werden, er wollte Voldemort ein für alle Mal ins Reich der Toten befördern und vor allem wollte er, dass die Rumtreiber wieder mit ihm sprachen.
Er verließ den Schlafsaal mit seinem Pergament und ging in ein leeres Klassenzimmer. In diesem Klassenzimmer könnte er wenigstens seiner Magie ungezügelten Lauf lassen. Warum nur musste sein Vater so... dumm sein, ja, das war das Wort.
Wie konnte Lily sich nur für ihn entscheiden? Wie hatte es nur zu seiner Geburt kommen können? Was hatte sich Lily nur dabei gedacht, seinen Vater zu heiraten?
Er hatte gewusst, dass sein Vater nicht perfekt war... aber dass er so verbohrt, arrogant und verbissen in Vorurteile wäre...
Dabei waren Natasha und Kevin doch sehr nette Leute... Wie würde eigentlich Kevin die Tatsache aufnehmen, dass sein Enkelsohn Parsel sprechen kann? Er hatte die Reaktion seines Großvaters nicht gesehen... Er würde unbedingt morgen mit ihm sprechen müssen. Er musste nur einen günstigen Zeitpunkt treffen, bevor er Hogwarts verließ.
Die Duelle waren beendet und so würde er schon bald wieder gehen und Harry wusste, dass er Kevin nicht allzu bald wieder sehen würde.
Während Harry so nachdachte, hatte er gar nicht mitbekommen, wie seine Wut auf seinen Vater ein paar Veränderungen im Klassenzimmer herbeigeführt hatte. Die Stühle schwebten ein paar Zentimeter über dem Boden und die Tische hoben auch allmählich vom Boden ab.
Als Harry das feststellte, beruhigte er sich. Er wollte nicht, dass das ganze Klassenzimmer in die Luft flog, das hätte die Aufmerksamkeit mal wieder ungewollt auf ihn gelenkt.
„Wie ich sehe, besitzt du eine große Menge an Magie, Harry."
„Professor Dumbledore, wie kommt es, dass Sie um diese Uhrzeit nicht schlafen?"
„Ein alter Mann wie ich schläft nicht mehr so viel und ich muss sagen, dass es sich sehr gut trifft, dich hier alleine vorzufinden."
„Also meiden Sie mich nicht, weil ich nicht nur in Slytherin bin, sondern auch Parsel spreche?"
„Nein. Zum einen stand in dem Brief, dass du jemand Besonderes bist und dass ich einige Überraschungen zu erleben haben werde. Und zweitens vertraue ich dir. Ich weiß nicht, ob du dem anderen Dumbledore vertraust, aber ich weiß, dass ich dir mein Vertrauen geben kann. Immerhin kann jemand, der sich den Einhörnern derart nähern kann wie du, des Vertrauens nicht unwürdig sein."
„Oh... woher wissen Sie das mit den Einhörnern? Nein... antworten Sie nicht, Sie wissen immer alles und verheimlichen die Informationen..."
„Spüre ich da einen Vorwurf in dem, was du sagst?"
„Das war nicht direkt an Sie gerichtet. Ich bin überrascht, dass Sie die Tatsache, dass ich Parsel sprechen kann, so leicht hinnehmen."
„Weißt du, Harry, jeder denkt, dass ich ein alter Narr bin, aber ich vertraue der menschlichen Natur, sonst hätte ich Remus hier niemals aufgenommen."
„Ja, dafür habe ich Sie immer bewundert. Aber es tut so weh, wenn man feststellt, dass sein eigener Vater so... stur und blind von seinen Vorurteilen ist."
„Wenn man jung ist, macht man oft Fehler."
„Aber ich habe gedacht, dass er es endlich verstanden hätte, als wir Weihnachten zusammen verbracht haben, aber nein..."
„James' Vorstellungen sitzen tief in ihm verankert. Um sie zu durchbrechen, braucht man eine enorm große Überzeugungskraft. Ich denke, dass Miss Evans ihm behilflich sein könnte, auf den Boden der Tatsachen zurückzukommen."
„Das fände ich wirklich toll, aber momentan scheint es zu großen Spannungen zwischen den Häusern zu kommen. Sie betonen ja immer, dass sich die Häuser untereinander annähern sollen, aber ich fürchte, hier gehen wir eher auf einen Krieg zu."
„Ich bin sicher, dass du intelligent genug bist, das aufzuhalten."
„Ich weiß nicht, ich bin nicht gerade für meine Geduld bekannt und wenn Potter mich aufsucht... Das wird nicht gut gehen."
„Ich wollte dir nur sagen, Harry, dass du vorsichtig sein solltest."
„Machen Sie sich um mich keine Sorgen, ich kann mich verteidigen."
„Aber du bist nicht unschlagbar, vergiss das nie."
„Niemand ist unschlagbar."
„Das weiß ich sehr wohl, aber viele haben doch den Hang dazu, es zu vergessen oder wenigstens zu verdrängen."
Damit ließ Dumbledore Harry in dem Klassenzimmer alleine zurück. Letzterer hatte dem Direktor Sirius' Tod noch immer nicht verziehen, doch zugleich war er ihm dankbar für das Vertrauen, das er ihm entgegenbrachte. Es war zwar nicht derselbe Dumbledore wie der aus seiner Zeit, doch auf gewisse Weise fühlte er sich nicht mehr ganz so alleine in der Vergangenheit.
Wenn er so darüber nachdachte, hatte er nur Severus als Freund. Lily war mehr als nur eine Freundin, sie war seine Familie. Sein ganzes Leben hier konzentrierte sich auf diese beiden, so wie er in seiner Zeit immer mit Ron und Hermine zusammen war.
Er fragte sich, ob seine Freunde sich noch immer ständig stritten. Was hatte wohl Neville wieder angestellt, um Gryffindor Punkte zu kosten... War Snape immer noch so schleimig wie eh und je?
Aber er fragte sich auch, ob Voldemort das Schloss angegriffen hatte? Wo er sich wohl versteckt hielt? Was hatte die Zaubererwelt zu seinem Verschwinden gesagt? Wusste wirklich jeder, dass er verschwunden war?
Allein bei den Gedanken daran fühlte Harry, wie in ihm die Tränen hochkamen. Seine Welt, so schwarz sie auch war, fehlte ihm. Hier hatte er keinen Anhaltspunkt. Mit jedem Schritt, den er tat, wusste er nicht, ob er den nächsten noch würde machen können. Alles schien so unsicher in dieser Welt, nichts Gutes war ihm vergönnt und als bestes Beispiel dafür diente die Freundschaft zu den Rumtreibern.
Harry blieb in diesem Klassenzimmer und dachte nach. Er verschloss sich noch ein bisschen mehr in sich selbst, niemand konnte ihn hier verstehen... Ob er nun hier war oder in seiner Welt, nichts und niemand konnte seine Einsamkeit verstehen, die seinem Herzen schon so lange innewohnte.
Harry beschloss bei Sonnenaufgang schließlich, die Unterkunft seines Großvaters aufzusuchen, um mit ihm zu reden. Dank der Karte hatte er sie schnell erreicht und kam vor einem Gemälde an, das einen stolzen Reiter vor einer gebirgigen Landschaft abbildete.
„Passwort?"
„Was passiert, wenn ich Euch sage, dass ich keine Ahnung habe?"
„Dann könnt Ihr nicht eintreten. Ich brauche das Passwort."
„Na gut, können wir Raten spielen? Ich sage, was mir so einfällt und sobald das richtige Wort dabei ist, lasst Ihr mich eintreten?"
„Das erratet Ihr niemals. Das Passwort ist zu kompliziert."
Harry holte die Karte des Rumtreibers heraus und dort, wo sich sein Name befand, sah er ein Wort etwa auf Höhe des Gemäldes.
„Flambierte Banane."
„Das stimmt", gab der Reiter enttäuscht zu.
„Ich bin mir hundert Pro sicher, dass Dumbledore das Passwort ausgesucht hat!"
Harry betrat das Zimmer – oder eher den kleinen Salon. Dieser war sehr hübsch eingerichtet und Harry setzte sich auf einen Sessel, um auf seinen Großvater zu warten.
Er schlief ein, ohne es vorgehabt zu haben und wachte wieder auf, als ihn jemand leicht schüttelte.
„Harry? Was machst du hier?", fragte Kevin in gezwungenem Tonfall.
„Ich musste dich einfach sehen, ich musste es wissen."
„Was wissen?"
„Ob du mich hasst."
„Ob ich dich hasse? Ich... natürlich hasse ich dich nicht... aber du musst zugeben, dass das ganz schön viel auf einmal zum Schlucken ist. Mein Enkelsohn spricht Parsel, wo doch keiner seiner beiden Eltern es sprechen kann. Ich weiß noch genau, dass du es mir bei unserer ersten Begegnung gesagt hast... Es ist nur etwas verwirrend und ich weiß, dass du mir nichts weiter darüber sagen kannst."
„Aber du musst wissen, dass nicht alle Parselmünder schlecht sind oder künftige Schwarzmagier, wie es dein Sohn zu glauben scheint."
„Ich weiß und was das letztere angeht, ist es wohl meine Schuld, ich habe ihn so erzogen. Ich hatte so viele Vorurteile, aber ich hab die Lektion verstanden, Harry. Jetzt sehe ich die Qualitäten, die du als Slytherin hast und ich bin stolz darauf. Es ist nur ein wenig hart, das mit dem Parsel momentan zu akzeptieren. Aber ich habe es verstanden und ich denke, James wird es auch noch verstehen, er wird nur mehr Zeit dafür brauchen. Er ist genauso verbohrt wie seine Mutter."
„Na ja, da bin ich mir nicht so sicher..."
„Mach dich deswegen nicht fertig und wenn mein Sohn wirklich zu stur sein sollte, dann vertrau ich dir voll und ganz, dass du ihn wieder auf den Boden zurückholst. Ich glaube, dass ihm das sehr gut täte."
„Pass auf, um was du mich bittest, das könnte schlimm ausgehen."
„Ich vertraue dir, Harry."
„Danke."
Der letzte Satz seines Großvaters wärmte Harry das Herz. Sein Großvater war nicht böse auf ihn. Er kehrte in seinen Schlafsaal zurück, um doch noch ein wenig zu schlafen.
Als er aufwachte, fühlte er sich schon viel besser. Einen Moment lang sah er die Schlange auf seinem Umhang an, als er ihn anzog. Ja, er hatte sich langsam daran gewöhnt. Die Slytherins waren wirklich ganz anders, als er am Anfang gedacht hatte.
Er ging zusammen mit Severus und Narcissa in die Große Halle. Während des Frühstücks bemerkte er, dass Lily sehr müde aussah und Potter ebenso. Nur eines hatte sich verändert: Lily bedachte Potter mit Blicken, die einem Avada Kedavra gleichkamen. Die Nacht im Gryffindor-Turm musste wohl nicht so gut verlaufen sein.
–
Zur gleichen Zeit langweilte sich Voldemort in einem dunklen Gebiet Großbritanniens während er seinen Todessern von den Neuigkeiten erzählen ließ. Es gab absolut nichts Interessantes – jedenfalls, bis Malfoy das Wort hatte.
Wie ihn dieser alte Mann langweilte, er war nur bei den Todessern, weil seine Familie in Großbritannien Einfluss genoss und er viel Geld hatte.
Er hörte nur mit einem Ohr hin, bis ein Wort seine Aufmerksamkeit erregte.
„...Parsel."
„Was hast du gesagt?", hakte er in ärgerlichem Ton nach, damit niemand bemerkte, dass er nicht zugehört hatte.
„Ich... sagte, dass... ein Parselmund in Hogwarts ist."
„Und woher weißt du das?"
„Mein Sohn besucht gerade sein siebtes Jahr auf Hogwarts und Dumbledore hat seine Schüler im Duellieren trainieren lassen. In einem Duell ist herausgekommen, dass einer der Schüler Parsel spricht."
„In welchem Jahr ist er?"
„Im Sechsten und es scheint, dass er sehr mächtig ist. Viel mächtiger als einige Siebtklässler."
„Sein Name?"
„Herry Praott."
„Weißt du, ob er daran interessiert ist, einer meiner Diener zu werden?"
„Ja, das ist er. Und er war auf der Versammlung in Hogsmeade, kurz nach Beginn des Neuen Jahres."
„Wie ist die Versammlung abgelaufen?"
„Der Junge hat einen Todesser k.o. geflucht und hat sich nicht einmal nach zwei Crucios verbeugt."
Gemurmel erhob sich unter den Todessern. Manche schienen von dem seltsamen Schüler sehr interessiert.
„Gut, endlich mal eine interessante Neuigkeit. Ich finde ohnehin, dass Hogwarts in letzter Zeit zu viel Ruhe genossen hat. Ich schlage einen Angriff vor. Nur, um unserem werten Dumbledore zu zeigen, dass ich noch da und bereit zum Angriff bin."
„Was machen wir mit den Slytherins?"
„Es wird genügen, sie zu warnen, sich vom Eingang fern zu halten. Sie werden es zweifelsohne verstehen, wenn sie nicht vollkommene Idioten sind. Was unseren jungen Parselmund betrifft, den würde ich gerne in seiner Loyalität testen. Mächtig sagst du, Malfoy?"
„Laut meinem Sohn ist er mächtiger als manche Professoren und als alle Schüler. Er hat einen Fluchspezialisten gegen eine Mauer krachen lassen."
„Wirklich sehr interessant... Ihr könnt gehen."
Sobald Voldemort alleine war, ging er nachdenklich auf und ab.
„Ich muss ihn so bald wie möglich testen. Ich würde es nicht schätzen, wenn ein Bengel zu mächtig wird, vor allem, wenn er bei Dumbledore ist... wie kommt es, dass er Parsel spricht, wo ich doch der letzte Nachkomme Slytherins bin? Stellt er letztlich vielleicht gar eine Gefahr für mich dar? Nein, einen Jungen könnte ich mit einem Handzeichen erledigen lassen."
Voldemort wusste noch nicht, wie Unrecht er doch hatte...
Die Atmosphäre in Hogwarts war noch nie so tief gesunken. Der Krieg zwischen den Rumtreibern und Herry Praott und somit gegen die gesamte Slytherinschar war öffentlich erklärt. Zuvor hatte man in den Gängen nicht selten Auseinandersetzungen zwischen Gryffindors und Slytherins gesehen, doch jetzt waren es richtige Duelle, die hier stattfanden.
Das Schlimmste war natürlich, wenn die Rumtreiber auf Slytherins trafen. Harry war wütend auf seinen Vater und letzterer war so stur, dass nichts und niemand ihn zur Vernunft bringen konnte, vor allem, da selbst Lily sich gegen ihn stellte.
Die Eifersucht, die seit Weihnachten verschwunden war, kam wieder an die Oberfläche.
Die Rumtreiber hatten ihre Streiche schlimmer denn je wieder aufgenommen. Das ging vom Gestank mancher nicht identifizierbarer Pflanzen über kalte Duschen, da das warme Wasser plötzlich weggezaubert schien, bis hin zu den lächerlichsten Dingen, wie zum Beispiel dem Essen, das die Haare in Neonfarben färbte, ebenso wie die Kleidung und die Gesichter...
Doch die Slytherins ließen sich das nicht gefallen. Im Gegenteil, die Anzahl der Duelle – ebenso wie die der Strafarbeiten – nahm gewaltig zu, was sowohl Gryffindor als auch Slytherin eine gewaltige Menge an Punkten kostete. Doch darum schien sich niemand zu kümmern.
Harry hatte eines Tages eine tolle Idee. Es war Zeit, dass er seine Streiche auch wieder aufnahm, da er bisher noch nicht darauf geantwortet hatte, weil er gedacht hatte, die Rumtreiber würden es sein lassen, aber das schien nicht der Fall... Nun, sie würden es bezahlen.
Er nahm den Handschuh, den er zu seinem Geburtstag bekommen hatte und warf einen Blick auf die Karte. Dort sah er, dass Peter auf der Toilette im dritten Stock war und er war sogar ausnahmsweise einmal alleine. Die Rache konnte endlich beginnen.
Im dritten Stock angekommen, betrat er die Toiletten und wartete, bis Peter herauskam. Harry räusperte sich, um die Aufmerksamkeit der Ratte auf sich zu ziehen.
„Wer ist da? James? Sirius? Remus?"
„Versuch's noch mal, du hast es fast", antwortete Harry in seinem kühlsten Tonfall.
„..."
„Oh, komm schon, Peter, selbst du wirst es herauskriegen."
„Praott?"
„Na siehst du, du kannst richtig antworten, wenn du willst! Und das, wo ich doch dachte, das niemals erleben zu dürfen."
„Was... Was... Was..."
„Wirst du die Frage irgendwann auch noch mal formulieren?", fragte Harry, der drauf und dran war, die Geduld zu verlieren.
„Was willst du von mir?", brach es auf einmal aus Peter heraus.
„Wow! Doch so viel Mut, eine einfache Frage zu stellen... Ja, du bist ganz eindeutig ein wahrer Gryffindor", meinte Harry voller Ironie.
„Antworte", schrie Peter.
„Solltest du etwa die Geduld verlieren? Übrigens hasse ich es, wenn man in diesem Ton mit mir redet. Mich schreit niemand an, ist das klar?", fuhr Harry in gefährlichem Ton fort.
„Was willst du?", wiederholte Peter. Er schien drauf und dran zu weinen.
„Gar nichts. Na ja, fast gar nichts. Um genau zu sein will ich dich in einen Schrank sperren, damit ich meine Ruhe habe, verstehst du?"
„N...nein..."
„Lustig, aber irgendwie überrascht mich diese Antwort nicht gerade. Wenn man bedenkt, von wem sie kommt."
Harry belegte Peter mit einem Fluch, der ihn bewegungs- und sprachunfähig machte und sperrte ihn in der letzten Kabine ein. Dann beschwor er eine Illusion herauf, damit man glaubte, an dieser Stelle befinde sich eine Wand. Nun war er an der Reihe. Er holte den Handschuh heraus und dachte an Peters Gesichtszüge. Er spürte, wie er dicker wurde und dann war er Peter. Wie konnte man nur in Peters Haut stecken? Das war eine Erfahrung, die er nicht noch einmal erleben wollte, das schwor sich Harry.
Er ging zum Gryffindor-Turm und schloss sich ein paar Erstklässlern an, die eben durch das Porträtloch kletterten.
Er ließ sich in dem Sessel nahe des Feuers nieder und verlor sich in seinen Gedanken.
„Na, an was denkst du, Wurmschwanz?", wollte eine Stimme hinter ihm wissen.
Harry reagierte nicht auf den Namen. Nun, in gewisser Weise schon, aber nicht, wie er es eigentlich sollte: Er sah sich um, um auf die Ratte loszugehen, doch dann machte es 'Klick'.
„Oh, an nichts Besonderes."
„Das erstaunt mich nicht, du hast ja auch nichts im Kopf", lachte Sirius.
Mein Pate ist mir wirklich sympathisch! Versprochen, ich werde mich nie mehr in die Haut des Verräters begeben!
„Danke, Black."
„Hey, was hast du? Warum nennst du mich so?"
Und schon hast du den ersten Fehler begangen. Ja, Harry, du bist wirklich toll!
„Ach, ich fühle mich nur nicht so wohl mit Praott und den ganzen Slytherins", versuchte er sich zu rechtfertigen.
„Du hast Recht, der Verräter und die Todesser. Wenn ich so darüber nachdenke, warst du wirklich der einzige, der nicht auf ihn hereingefallen ist."
„Ja..."
Wenn das Gespräch weiter so verläuft, wird es schlimm enden.
„Worüber sprecht ihr beide?", mischte sich James ein, der eben zusammen mit Remus in den Gemeinschaftsraum trat.
Remus schien sehr müde. Er legte sich auf ein Sofa und schlief fast sofort ein. Harry war erleichtert. Er hatte Angst, da Remus der einzige sein konnte, der ihn entlarvt, doch er schien viel zu müde dafür.
„Bald ist Vollmond", flüsterte James.
„Ja, was machen wir da?", fragte Sirius.
„Wie immer, Padfoot, wir begleiten ihn", antwortete James.
„Und wenn wir den Löwen wieder sehen?"
„Ich sehe da kein Problem. Der scheint doch sehr nett, dieser Löwe."
Harry bemerkte schnell, dass Peter nicht gerade sehr wichtig in der Gruppe der Rumtreiber war. Er war ein Freund, aber wenn es um organisatorische Dinge ging, mischte er sich nicht mit ein. Die Tatsache, dass weder James noch Sirius sich über sein Schweigen wunderten, bestärkte ihn in dieser Annahme. Er lenkte die Unterhaltung also in die Richtung, die er geplant hatte:
„Was ist unser nächster Streich gegen die Slytherins?"
„Oh, Peter, du bist wirklich unverbesserlich. Wir haben es dir doch gestern Abend erzählt, erinnerst du dich nicht mehr?", seufzte Sirius.
„Nein", antwortete Peter schlicht mit einem halb entschuldigenden Grinsen.
„Dank James' und meiner Macht werden wir beim Frühstück direkt über den Slytherins eine Wolke mit magischem Regen heraufbeschwören."
„Mit magischem Regen?"
„Sag mir nicht, dass du das auch vergessen hast", meinte James.
„Doch."
„Wenn die Slytherins von diesem Regen berührt werden, wird sich ihre größte Angst erfüllen, aber nur in ihren Köpfen. Ich glaube, dass die Reaktionen wirklich zum kaputt Lachen sein werden."
„Kindisch", murmelte Harry.
Weder James, noch Sirius hatten ihn gehört, doch Remus öffnete plötzlich die Augen und sah Peter mit eindringlichem Blick an.
„Na, Remus, alles klar? Bist du aus dem Reich der Träume wieder zu uns gekommen?", scherzte Sirius.
„Remus, bist du noch bei uns?", fragte auch James scherzhaft, da dieser noch immer Peter anstarrte.
„Du kennst ihn doch, James. Manchmal ist er mit seinen Gedanken wirklich hinterm Mond", meinte dieser.
Harry zwinkerte Remus schalkhaft zu. Er wusste, dass dieser etwas ahnte oder zumindest wusste, dass irgendetwas faul war. Er spürte es und er wusste, dass dieses etwas von Peter ausging.
„Okay, Jungs, es ist nicht so, dass ich eure Gesellschaft nicht schätzen würde, aber ich muss mal aufs Klo", meinte Harry schnell.
Er verließ eilig den Gemeinschaftsraum, wobei er Remus' brennenden Blick auf seinem Rücken spürte.
Er ging auf direktem Weg zu den Toiletten und befreite den weinenden Peter.
Harry wusste nicht, wie man den Vergessenszauber ausführte, aber dafür konnte er Peter so verzaubern, dass dieser dachte, lediglich aufs Klo gegangen zu sein, indem er die Wahrheit mit einem ungefährlichen Zauber verschleierte.
Dann kehrte er in die Kerker zurück, glücklich, dass er herausgefunden hatte, was die Rumtreiber vorhatten, da er dieses Wissen gut würde nutzen können.
Harry ging in den Schlafsaal und nahm das Buch aus der Bibliothek, sowie das zweite Buch, das er bis dahin noch nicht geöffnet hatte. Anschließend ging er in ein leeres Klassenzimmer, wo er in aller Ruhe die verschiedenen Sprüche ausprobieren konnte. Sie gelangen auch alle hervorragend, doch er müsste sie an richtigen Personen testen. Nun, das könnte er tun, wenn er sich in einem echten Duell mit einem Todesser befand.
Es wurde bereits sehr spät, doch Harry konnte es nicht lassen, das zweite Buch zu öffnen. Dieses war schon interessanter als das erste: Hier standen Formeln drin, wie zum Beispiel, wie man sich unsichtbar macht oder Gedanken lesen kann.
Natürlich war das, laut Buch, ein sehr gefährlicher Zauber und er würde Gehirnschäden hervorrufen, wenn er falsch ausgeführt werden würde.
Allein bei dieser Vorstellung, hatte er Lust, ihn an Bellatrix auszuprobieren!
Er brachte das Buch in die Verbotenen Abteilung der Bibliothek zurück und ging anschließend in seinen Schlafsaal schlafen. Morgen würde sicherlich ein sehr interessanter Tag werden...
Am nächsten Tag waren die Rumtreiber sehr aufgeregt. Endlich würden sie den großen Coup durchziehen. Nur Peter wusste nicht, worum es ging und verlangte Erklärungen.
„Peter, wir haben dir doch alles gestern Abend noch mal erklärt und da scheinst du es verstanden zu haben."
„Ich... ich erinnere mich nicht mehr", erwiderte der kleine Junge.
Einzig Remus schien von dieser Antwort Notiz zu nehmen, James und Sirius verdrehten nur die Augen.
„Erinnerst du dich nicht mehr, als Sirius dich in einem Sessel vor dem Feuer nachdenklich und allein gefunden hat?"
„Ähm, nein. Ich hasse es, alleine zu bleiben, das wäre mir nie passiert."
Diesmal war sich Remus sicher: Hier stimmte ganz eindeutig etwas nicht!
„Jungs... ich finde, ihr solltet den Streich nicht durchziehen... ich bin sicher, dass Praott Bescheid weiß."
„Wie sollte er davon wissen können?", erwiderte Sirius.
„Ich hab keine Ahnung, aber fandet ihr nicht auch, dass Peter gestern irgendwie komisch war?"
„Nein", antworteten die beiden Jungen im Chor.
„Oh, ich bitte euch: Zieht das nicht durch. Mein Instinkt sagt mir, dass das nicht gut gehen wird."
„Ach, quatsch, Remus, du bist viel zu pessimistisch", entgegnete James.
Damit sagte er die Formel auf und die drei anderen stellten fest, dass der Himmel sich leicht verdunkelte.
„Du bist dran, Sirius."
Sirius begann also, Wörter in einer unbekannten Sprache zu rezitieren, was zur Folge hatte, dass der Himmel vollkommen schwarz wurde und bereit schien, den Regen frei zu lassen. In genau dem Moment trat Harry in Aktion.
Er befand sich mitten in einem Gespräch, als er sah, dass die Wolken sich verdunkelten.
„Bei meiner Magie und meinem Willen, möge sich der Spruch gegen den Sprecher wenden und gegen all diejenigen, denen er nicht vorherbestimmt war."
Anschließend verbrannte er eine Feder, auf der ein Tropfen seines Blutes war.
Severus und Narzissa sahen ihn verständnislos an.
„Sagen wir, dass ich den schönen Streich, den uns unsere lieben Freunde aus Gryffindor spielen wollten, auf sie zurückkehre. Ich glaube, dass die Reaktion sehr lustig werden könnte."
„Was hatten sie vorbereitet?", fragte Narzissa.
„Sie wollten uns unsere größten Ängste vorgaukeln und ich glaube, dass sie es nicht gerade gutheißen werden, selber die Opfer zu sein."
Kaum hatte Harry seinen Satz beendet, begann es in der Großen Halle zu regnen, doch seltsamerweise blieben nur die Slytherins davon verschont und Harry betrachtete James und Sirius amüsiert.
Als die betroffenen Personen durchnässt waren, schienen sie Dinge zu erleben, die sie zum Schreien brachten. Glücklicherweise dauerte das Ganze nicht lange und war auch nicht gefährlich.
Einige Hufflepuffs kletterten schreiend auf den Tisch und zeigten mit den Fingern auf imaginäre Mäuse. Andere bekämpften Monster, die selbstverständlich nur in ihrer Phantasie existierten.
James schien einer wütenden Person gegenüberzustehen und Harry wettete innerlich auf eine zornige Lily. Bei Sirius war es offensichtlich seine Mutter und Remus schien vor allen Angst zu haben.
Harry mochte es nicht gerade, dass die Leute schrieen und vor allem, was sich bewegte, Angst hatten. Er hob also den Spruch auf, nur bei den Erfindern dieses Streiches, James und Sirius, ließ er ihn noch andauern.
Letztere rannten schließlich schreiend aus der Großen Halle. Die Slytherins hatten inzwischen verstanden, dass Herry sie vor einer Demütigung bewahrt hatte, doch die anderen Schüler verstanden absolut gar nichts.
Am Abend war das Gesprächsthema der Rumtreiber selbstverständlich der Streich.
„Aber was hat da nur schief laufen können? Ich weiß nicht, ob ihr das so seht wie ich, aber ich mag es gar nicht gerne, die Situation nicht mehr in der Hand zu haben", erklärte James wütend.
„Ich hab euch gesagt, dass irgendetwas nicht stimmt."
„Aber wie hat er es nur rausgekriegt?"
„Das ist einfach, er hat gestern Abend einen Trank genommen, um so auszusehen wie Peter."
„Ah, der Verräter", schrie James.
„Du kannst nicht behaupten, ich hätte dich nicht gewarnt. Ich glaube, dass Praott... na ja, jedenfalls hab ich ein komisches Gefühl!"
„Oh Remus, du solltest wirklich mal zu Pomfrey gehen", lachte Sirius.
„Ist dir bewusst, dass er, wenn er die Form von jemand anderem annehmen kann, jetzt gerade unter uns sein könnte?", meinte James. „Stell dir vor, wenn du er wärst, Sirius."
„Ja klar, und wer sagt mir, dass du er nicht bist? - Nein, mal im Ernst, was wir brauchen, ist ein guter Streich für die Slytherins. Was haben wir denn an ihnen noch nicht ausprobiert? Wir könnten sie alle in Tiere verwandeln! Obwohl, wenn ich mir vorstelle, mich lauter Schlangen gegenüber wieder zu finden... Oh, bei Merlin, ich glaube, dass meine Phantasie einen Schaden erlitten hat. Und wenn wir ihre Toiletten und Duschen manipulieren? Das könnte lustig werden."
„Ehrlich, Sirius, allein die Vorstellung ist Ekel erregend", meinte Remus.
„Momentan bist du wirklich nicht lustig, Remus."
„Nun, entschuldigt mich, aber ich muss ein wenig frische Luft schnappen."
„Aber es ist schon nach Bettruhe", meinte Sirius.
„Sirius, seit wann respektieren wir die Bettruhe?", warf James ein.
„Okay, aber komm nicht zu spät wieder, Moony."
„Versprochen."
Remus hatte den Gemeinschaftsraum leicht verstimmt verlassen. Wie stur Sirius und James doch manchmal sein konnten. Was ihn am meisten überraschte, war, dass weder James noch Sirius Herry nicht vergeben konnten, dass er ein Parselmund war. Dabei hatte James doch Sirius als einen Bruder akzeptiert, obwohl seine ganze Familie schwarzmagisch war. Ebenso hatten sie ihn, Remus, akzeptiert, der er doch ein Werwolf war. Wie weit konnte James' Hass gegen die Slytherins reichen?
Der Werwolf verstand weiterhin nicht, warum James überhaupt so eine Abscheu gegen die Slytherins hegte, das war mehr als merkwürdig.
Seine Schritte führten ihn auf die Schlossgründe, wo es angenehm frisch war. Er setzte ins Gras, lehnte sich gegen einen Baum am Rande des Verbotenen Waldes und sah in den Himmel mit seinen unendlich vielen Sternen und dem fast vollen Mond.
Nachdem er eine Weile so gedankenversunken dort gesessen hatte, sah er zu seiner Überraschung Praott, der das Schloss verließ und – auf ihn zukam.
Die Tatsache, dass Praott auf einmal stehen blieb und ihn ansah, führte Remus zu dem Schluss, dass Praott nicht auf ihn zugekommen war, sondern auf den Verbotenen Wald.
Der Slytherin schien einen Augenblick lang zu zögern, ob er weitergehen oder zum Schloss zurückkehren sollte. Schließlich beschloss er aber, auf Remus zuzugehen.
„Was führt dich zu mir?", fragte Remus freundlich.
„Du bist nicht sauer auf mich?"
„Warum?"
„Na ja, beginnen wir mal am Anfang: Ich bin in Slytherin, hab mich mit dir angefreundet, die Ferien mit dir verbracht, bin ein Parselmund und hab kürzlich erst euren Streich gegen euch gewendet."
„Stimmt, wenn man es so zusammenfasst, warum sollte ich dir dann böse sein?"
„Oh, das war ironisch gesagt!"
„Willst du ernsthaft reden?"
„Ja, sehr gerne, aber meiner Meinung nach werden Black und Potter dich umbringen, wenn sie hiervon erfahren."
„Wo wir schon von denen sprechen: Ich finde, sie verhalten sich lächerlich."
„Kevin hat mir gesagt, dass das daran liegt, dass er seinen Sohn so erzogen hat und was Black anbelangt, der nimmt sich sicher ein Beispiel an seinem Bruder James."
„Was für eine Verbindung besteht zwischen dir und den Potters? Wie bist du mit ihnen verwandt? Cousin? Cousin zweiten Grades? Oder sogar um noch mehr Ecken?"
„Wie bitte?", hakte Harry nach, den diese Sätze vollkommen aus dem Konzept gebracht hatten.
„Du kannst James und Sirius täuschen, aber weißt du, ich weiß, dass du viel mehr über die Potters weißt, als du zugibst. Außerdem weißt du über uns allgemein sehr viel mehr. Lily hat mir sogar gesagt, dass du am ersten Tag, als sie mit dir geredet hat, mehr über uns zu wissen schientest, als sie in sechs Jahren erfahren hat. Das ist merkwürdig, nicht? Und dann der Wolf, den du verwandeln kannst... Ich weiß, dass du weißt, für was er steht. Kein Wolf sieht genauso aus wie er. Und dennoch beschwörst du ihn exakt herauf. Sirius und James wissen das nicht. Und ich könnte deinen Patronus anfügen, du weißt, was er repräsentiert, nicht wahr? Und dann die Kuscheltiere, ein Hund und ein Löwe. Siehst du, es sind einfach viel zu viele Zufälle. Halte mich nicht für einen Idioten, denn ich bin keiner. James und Sirius auch nicht... jedenfalls normalerweise. Sie wären zu denselben Schlüssen gekommen, wenn sie nicht momentan so dickköpfig und in ihre Streiche verbohrt wären. Dann können wir noch hinzufügen, dass du dein wahres Aussehen vor uns verbirgst und deine Sätze nicht beenden kannst – ein perfektes Beispiel für einen Wahrheitszauber. Ich weiß also, dass du auf meine Fragen nicht antworten kannst. Der ausschlaggebende Faktor war aber, dass Mr Potter dir so schnell geglaubt hat und die Tatsache, dass Dumbledore dich Harry und nicht Herry nennt. Ich hab zuerst an einen Fehler gedacht, aber jetzt weiß ich es besser. Dann wissen wir weiterhin, dass du über deine Narbe eine Verbindung zu Voldemort hast, du siehst die großen Angriffe voraus, aber seltsamerweise nicht alle. Ich glaube, dass ich genug gesagt habe, was meine Meinung rechtfertigt, oder?"
Harry war sprachlos. Er wusste nicht, was er sagen sollte – und wenn er Remus einfach alles erzählen würde? Nur ohne die Zukunft zu verraten? Wenn er ihm einfach alles über sich selbst verraten würde?
Harry konzentrierte sich also auf den Wahrheitszauber, der auf ihm lag und seltsamerweise gelang es ihm ohne weiteres, ihn von sich zu nehmen.
„Mein wahres Erscheinungsbild könnte dir, glaube ich, einen Herzinfarkt einbringen, Moony. Aber du hast mit allem Recht."
„Moony? Davon weißt du also auch?"
„Ich weiß, dass du ein Werwolf mit einem großen Herz bist. Der beste Mensch, den ich kenne, um die Wahrheit zu sagen."
„Ich dachte mir, dass du das mit dem Wolf weißt. Aber wie?"
„Ich habe den Wahrheitszauber von mir genommen, der übrigens sehr nützlich sein kann, wenn ich zornig bin. Ich kann dir nicht alles verraten, aber ich bin kein Feind, im Gegenteil sogar."
„Das hab ich schon lange herausgefunden und ich weiß, dass dein wahrer Name Harry ist."
„Damit hast du absolut Recht. Was meinen Familiennamen anbelangt, den kannst du auch erraten, dazu muss man nur ein paar Buchstaben vertauschen, aber ich bitte dich, sag nichts Padfoot und Prongs."
„Ich werde nichts sagen, aber es ist wirklich seltsam, dass du uns bei unseren Spitznamen nennst. Wir, die wir so sehr darauf geachtet haben, sie nicht vor dir zu benutzen."
„Ich wusste sie schon vorher."
„Wirst du mir eines Tages sagen, wer du wirklich bist?"
„Ich werde es sagen, ja, aber danach werdet ihr vergessen müssen, was ich euch sagen werde. Das wird schwierig werden, du wirst es schon merken, wenn der Moment gekommen ist, Moony, das verspreche ich."
„Ein letztes noch, Harry", fragte Remus, „du weißt, dass die drei anderen Animagi sind, aber weißt du auch, wer der Löwe ist? Oder ist das einfach nur ein wildes Tier, das im Wald lebt?"
Unter Remus' Augen verwandelte sich Harry in den Löwen und leckte ihm das Gesicht ab.
„Ein Löwe in Slytherin. Weißt du eigentlich, wie seltsam das ist, Harry?"
„Ja, ich weiß, aber ich bin auch ein Parselmund."
„Das ist eine Gabe, schäme dich nicht dafür."
„Nur, wenn du akzeptierst, was du bist, Remus, der beste und verständnisvollste Mensch, den ich kenne."
„Ich werd's versuchen", erwiderte Remus, der leicht rot anlief.
„Willst du etwas Wunderschönes sehen?"
„Das hängt davon ab, was das ist", entgegnete Remus zögerlich.
„Komm, Lily hat es geliebt. Du wirst es auch lieben, es geht gar nicht anders", meinte Harry freudig.
„Lily? Oh, wenn James das wüsste!"
„Ach, der weiß das. Als Lily zurückgekommen ist, war er im Gemeinschaftsraum. Er weiß nur nicht, was sie gesehen hat, das ist alles. Kommst du jetzt oder nicht?", fragte Harry, der auf den Wald zuging. „Und sag mir nicht, dass er dir Angst macht, du kennst ihn in- und auswendig."
„Na gut, ich folge dir."
Sie gingen gute fünf Minuten schweigsam und in Eintracht nebeneinander her, bis sie eine Lichtung erreichten und Remus nicht umhin konnte, den Mund in Erstaunen weit aufzureißen.
„Sie sind wunderschön, nicht wahr?"
„Sie werden Angst vor mir haben", meinte Remus.
„Ich weiß nicht, aber der Anblick ist bildhübsch."
Harry pfiff einmal kurz und ein Fohlen kam auf ihn zugaloppiert, stupste ihn an und leckte ihm wie immer übers Gesicht.
Harry lachte, die raue Zunge des Fohlens kitzelte.
Das Fohlen sah Remus ein paar Sekunden lang treuherzig an und beschloss dann, zu seiner Mutter zurückzukehren.
„Siehst du, du machst ihm keine Angst. Es ist nur so, dass es noch sehr klein ist und nur mich mag. Nicht mal Lily durfte es streicheln."
„Warum hat es dich akzeptiert?"
„Weil ich ihm eines Abends, als ich hier war, um sie anzusehen, auf die Welt geholfen habe. Hey, mein Großer", wandte sich Harry dann an den Leithengst, der eben herantrat. „Ich will dir einen Freund von mir vorstellen. Hab keine Angst vor ihm."
Der Hengst sah Remus ein paar lange Minuten an, ehe er auch auf ihn zutrat und sich streicheln ließ.
„Du bist wirklich wunderschön", sagte Remus zu dem Hengst.
Harry setzte sich ins Gras und das Fohlen kam wieder zu ihm, um sich neben ihn zu legen.
„Das ist der beste Ort um nachzudenken, findest du nicht auch, Remus?"
„Das stimmt, obwohl der Astronomieturm auch nicht schlecht ist."
„Ja, nur dass man da aufpassen muss, nicht in irgendwelche Verliebten reinzurennen."
„Da hast du Recht", erwiderte Remus lachend. „Was mich darauf bringt, dass du Hogwarts auch sehr gut kennst. Du hast dich nicht ein Mal auf den Korridoren erwischen lassen und dabei bemerkt Filch alles, ganz abgesehen von Miss Norris."
„Ja, aber ich spüre es, wenn sie in der Nähe sind und dreh dann einfach wieder um."
„Animagus zu sein bringt gewisse Vorteile mit sich, hm?"
„Nicht so viele wie Werwolf zu sein. Ich weiß, dass du mich erkannt hast, als ich Peters Gestalt angenommen habe."
„Das war wirklich gut durchdacht gewesen, das gebe ich zu. Wie hast du es hingekriegt, dass er sich an nichts mehr erinnert?"
„Nur ein kleiner Zauber, der seine Erinnerungen an die letzten Minuten ein wenig verändert, sehr einfach und unkompliziert auszuführen."
„Und was hast du für einen Trank benutzt?"
„Das bleibt mein Geheimnis."
„Mal was anderes: Wie machst du das, am Tag nach Vollmond immer so gut drauf zu sein? James, Sirius und Peter sind immer todmüde."
„Severus ist ein Meister in Zaubertränke."
„Sind wir dumm! Warum hab ich daran nicht schon früher gedacht?"
„Ziemlich einfache Erklärung, was?" Harry zwinkerte ihm zu. Dann wandte er sich an das Fohlen, das gerade aufgestanden war und ihn hoffnungsvoll ansah. „Und du? Wie wär's mit einem kleinen Rennen?"
Das Fohlen stob sofort davon.
„Das nehme ich als Ja auf", lachte Harry, womit er sich in den Löwen verwandelte und dem Fohlen hinterher jagte. Dieses gab schließlich auf und wurde bald durch den Hengst ersetzt.
Harry musste alles geben, um mit ihm mithalten zu können, während Remus sich damit begnügte, dieses schöne Spektakel zu bewundern.
Der Hengst gewann schließlich, aber nur, weil Harry so erschöpft war.
Er verwandelte sich zurück und schleppte sich zu Remus.
„Uff, ich bin völlig fertig!"
„Dein Löwe hat sehr schöne Augen, ich nehme an, das ist deine richtige Augenfarbe?"
„Ja, man sagt mir andauernd, wie besonders die aussehen."
„Sie ähneln Lilys ein wenig."
„Findest du?"
„Ja. - Langsam wird es Zeit zurückzugehen."
„Da hast du sicher Recht. Geh du zuerst zurück, ich folge dir in ein paar Minuten, so kann uns die Karte nicht verraten."
„Du weißt von der Karte?"
„Remus, ich..."
„Du solltest mir alles lieber demnächst erklären. Je schneller, desto besser."
„Versprochen, Moony."
Remus ging in den Gemeinschaftsraum zurück, ein Lächeln auf den Lippen und schlief friedlich ein.
Harry tat es ihm eine gute halbe Stunde später gleich.
Am nächsten Morgen hatte Harry absolut keine Lust, in den Unterricht zu gehen. Alles deprimierte ihn momentan und die Schule half dabei nicht viel. Jedoch hatte er da die Rechnung ohne Severus gemacht.
„Komm schon, Schlafmütze, auf", sagte dieser, während er Harry schüttelte.
„Nein, will nicht in den Unterricht gehen", murmelte Harry, wobei er die Decke über den Kopf zog.
„Das kommt leider gar nicht in Frage, hörst du mich? Es kommt nicht in Frage, dass du in deinem Bett bleibst und ich kann sehr ungemütlich werden, wenn ich will."
„..."
„Herry, setz dich in Bewegung oder willst du, dass ich dich auf die harte Tour wecke? - Ah, hallo Bellatrix, hilfst du mir mal schnell, Herry hier zu wecken?"
„Das funktioniert nicht bei mir", antwortete er ins Kissen hinein.
„Aber mit dem größten Vergnügen", erwiderte in dem Moment die Stimme, die Harry am meisten in der Welt hasste.
Mit einem Sprung war Harry aus dem Bett, nahm den Trank, der wie immer auf seinem Nachttisch stand, in die eine Hand, seinen Umhang in die andere und schloss sich daraufhin im Badezimmer ein.
Fünf Sekunden später hörte man einen Schrei, der aus den Duschen kam.
„Er stellt gerade fest, dass Potter mal wieder die Duschen verhext hat. Dieser Eiswassertrick ist wirklich schon alt."
Severus brach in Lachen aus – zum ersten Mal brachte ihn ein Streich von Potter zum Lachen.
Eine gute Viertelstunde später kam ein wütender Harry aus dem Bad – und Severus musste abermals loslachen. Harry hatte nicht mehr seine schwarzen Haare, nein, sie waren blond und anstelle deren normalen Länge gingen sie ihm nun bis zur Hüfte.
„Wenn ich sie abschneide, wachsen sie immer wieder gleich nach", erklärte Harry Severus wütend.
„Soll ich dir vielleicht einen Zopf machen?"
„Anstatt dumme Sprüche zu klopfen, solltest du dich lieber beeilen. Ich hab Hunger!"
Zusammen gingen sie in den Gemeinschaftsraum hinunter. Niemand sagte etwas. Severus dagegen lachte sich noch immer kaputt, was alle verwunderte, da Severus Snape normalerweise nie lachte.
Harry war so wütend, dass sich niemand wagte, ihn in den Gängen anzusprechen, selbst die Gryffindors lachten ihn nicht aus – sie lachten erst, sobald er außer Sicht- und Hörweite war.
In der Großen Halle angekommen, verstummten alle und sahen Herry Praott an, der sehr zornig schien – und mit gutem Recht.
James musste alles geben, um sich vom Lachen abzuhalten, ebenso wie Sirius und Lily war einfach nur vollkommen perplex.
Harry setzte sich erhobenen Hauptes und die Rumtreiber lachten schließlich alle los, woraufhin auch die anderen Gryffindors in Lachen ausbrachen.
Die anderen Tische nahmen ihre Unterhaltungen wieder auf und die Slytherins begannen zu essen.
Harry konnte es einfach nicht glauben, was ihm sein Vater angetan hatte! Die kalte Dusche war schon schlimm genug, aber dann noch das mit den Haaren... Es war nicht so, dass ihm blond nicht stand, aber... oder vielmehr doch, blond stand ihm überhaupt nicht, aber so rein gar nicht!
„Weißt du, blond steht dir sehr gut. Ich mag es, das gibt dir einen gewissen Charme", meinte Narzissa.
„Ja, klar, jetzt sehe ich Malfoy ähnlich", erwiderte Harry zähneknirschend.
„Ich finde, du siehst süß aus."
„Da gebe ich dir vollkommen Recht, Narzissa", mischte sich Severus mit ein, der noch immer nicht über seinen Lachanfall hinweggekommen war.
„Und ich muss irgendwas machen, damit ich mich besser fühle."
Er schwenkte seinen Zauberstab und im nächsten Augenblick ergoss sich eiskaltes Wasser über den Rumtreibern.
„So, jetzt geht's mir schon ein wenig besser."
„PRAOTT! Du hinterhältiger...", schrie Potter.
„Praott, Strafarbeit bei Filch für einen Monat", schrie auch McGonagall.
„Ah, ja, jetzt geht's mir wieder ganz perfekt", meinte Harry stolz auf sich.
„Ein Monat Strafarbeit mit Filch und du fühlst dich besser? Ich hab immer gewusst, dass Pomfrey ihre Patienten psychisch gesehen nur noch kränker macht."
„Das kann man wohl sagen, übrigens bin ich schon lang nicht mehr da gewesen."
„Vergiss die Versammlung heute Abend nicht."
„Oh, heute Abend schon?"
„In einem leeren Klassenzimmer im dritten Stock."
„Okay, ich werde kommen."
Sie beendeten ihr Frühstück. Die Rumtreiber waren schon lange gegangen, um sich umzuziehen und Harry hatte vergnügt beobachtet, wie wütend James und Sirius gewesen waren, während Remus immer noch lachte und Peter vor Kälte zitterte.
Der Tag wurde schrecklich. Verteidigung gegen die Dunklen Künste war vollkommen unerträglich, da der Professor keine Gelegenheit ausließ, auf Herry herumzuhacken.
Dieser ignorierte den Lehrer einfach kalt, was den Professor nur noch wütender machte.
Zum Ende hin, war die Situation ganz aus den Ufern geraten. Professor Isandros hatte geschrieen, dass Herry nur ein Bengel voll von schwarzer Magie war, was, wenn das möglich war, den Gryffindors nur noch mehr Angst gemacht hatte.
Herry hatte daraufhin erwidert, dass er ein Verteidigungslehrer war und kein Wahrsagelehrer und dass er ohnehin vollkommen Unrecht hatte.
Der Professor schien beinahe verrückt zu werden und hatte daraufhin die ganze Klasse entlassen, was den Schülern sehr gelegen gekommen war.
Am Abend war es dann ein großer Moment, als Dumbledore verkündete: „Es tut mir Leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass unser Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste einen Zusammenbruch erlitten hat. Es wird sich momentan im St. Mungos um ihn gekümmert und er wird nicht wiederkehren. Für den Moment haben wir noch keine Aushilfe."
Viele Schüler freuten sich über diese Neuigkeit, einzig Lily schien geschockt von der Tatsache, kein Verteidigungsunterricht mehr zu haben.
„Weißt du was", meinte Severus. „Ich würde gerne eines Tages Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste werden."
„Unter uns", entgegnete Harry, „ich denke, du würdest einen viel besseren Zaubertränkelehrer abgeben."
Am selben Abend versammelten sich die künftigen Todesser in dem leeren Klassenzimmer und Malfoy ergriff das Wort:
„Mein Vater hat mir gesagt, dass Voldemort Hogwarts schon bald angreifen wird und dass wir uns während diesem Angriff verstecken sollen. Er hat gesagt, dass sie gegen Abend angreifen werden."
„Und warum können wir nicht mitkämpfen?", warf Bellatrix ein.
„Bist du dir da vollkommen sicher, Malfoy?"
„Was für eine Frage! Glaubst du, dass ich nicht weiß, was außerhalb dieser Mauern vor sich geht?"
„Rede nie mehr in dem Ton mit mir, Malfoy, ist das klar?", entgegnete Herry in einem so kühlen Tonfall, dass Malfoy widerwillig erwiderte:
„Ja, aber ich bin mir meiner Informationen sicher."
„Und wir sollen uns verstecken", wiederholte Harry angeekelt.
„Ja, bleib einfach, wo du dich gerade befindest, und sie werden dich in Ruhe lassen."
„Ich bin es nicht gewohnt, mich zu verstecken."
„Nun, du wirst dich daran gewöhnen müssen", meinte Malfoy ruhig.
Die Versammlung wurde beendet und Severus hielt Harry zurück.
„Was wirst du tun?"
„Wie Malfoy so schön gesagt hat: dort bleiben, wo ich mich befinde und mich nicht rühren."
„Das ist nicht deine Art."
„Aber genau das werde ich tun."
Harry konnte nicht sagen, dass er Dumbledore helfen würde, Voldemort zurückzudrängen, Severus war der schwarzen Magie noch zu nahe. Außerdem könnte er erwischt werden und Voldemort würde nicht zögern, in seinen Gedanken zu lesen, das war zu gefährlich.
Die Versammlung hatte nur eine knappe halbe Stunde gedauert und alle waren in den Gemeinschaftsraum zurückgekehrt.
Harry las in einem Sessel vor dem Feuer in dem Buch, das Severus ihm geschenkt hatte und schlief dort schließlich ein.
Die restliche Woche verging, ohne dass ein weiterer Lehrer zusammenbrach und ohne dass eine Aushilfe für den Verteidigungslehrer gefunden wurde.
Harry war auf der Hut. Jeden Moment erwartete er den Angriff, doch nichts geschah. Schließlich begann er zu glauben, dass Malfoy sich einmal mehr geirrt hatte.
Die Vollmondnacht war toll gewesen! Die Rumtreiber hatten ihn problemlos in Form seines Löwen akzeptiert und sie hatten sich im Wald gut amüsiert.
Seine Strafarbeiten bei Filch waren nervig, da er die Trophäen oder Korridore putzen musste – ohne Magie natürlich. Aber Harry wusste sich durch zauberstablose Magie zu helfen, also war er immer sehr schnell fertig und Filch konnte ihm nichts anhängen.
Und schließlich kam dann doch der lang erwartete Abend. Harrys Stirn schmerzte auf einmal. Er holte sofort seinen Umhang und verschwand aus dem Gemeinschaftsraum, ohne gesehen zu werden.
Zunächst warnte er Dumbledore, dass Voldemort Hogwarts angreifen würde. Das einzige, dessen sich Harry sicher war, das war, dass Voldemort bei diesem Angriff nicht anwesend sein würde, da seine Narbe nicht derart schmerzte.
Er probierte die Formel aus, mit der man sich unsichtbar machen konnte und stellte fest, dass sie sehr gut funktionierte. Er war sich bewusst, dass Dumbledore ihn sehen konnte, aber solange niemand anderes in der Lage war, fühlte er sich sicher.
Die ersten Flüche begannen, gegen die Torflügel zu donnern und mehrere Professoren verließen das Schloss, um die Todesser zurückzudrängen. Andere hatten die Aufgabe, alle Schüler in ihre Gemeinschaftsräume zu bringen.
Harry stellte stolz fest, dass die Rumtreiber hinter den Professoren blieben und auch mitkämpften. Ebenso wie Anne und einige Siebtklässler aus Ravenclaw und Gryffindor. Somit beschloss Harry, auch am Kampf teilzunehmen.
Er verließ das Schloss und bezog an einem Platz Stellung, von dem aus er einen guten Überblick über die Todesser hatte, aber andererseits seine Position nicht zu leicht verraten würde aufgrund der Flüche, die er abfeuern würde.
Er griff verschiedene Todesser an, die alle auf Dumbledore fixiert waren. Die meisten Schockzauber klappten einwandfrei, doch dann begannen die verwirrten Todesser blind Flüche in der Gegend herumzuschießen und für Harry wurde es schwerer, allen zu entgehen.
Die Situation war unter Kontrolle, bis die Dementoren ankamen.
Harry war von den Todessern auf der einen Seite und den Dementoren auf der anderen eingeschlossen. Das Problem war, dass er keinen Patronus heraufbeschwören konnte, denn dann würde er sich sowohl den Rumtreibern, als auch den Slytherins verraten.
Zu seinem Glück kam ihm Dumbledore zu Hilfe, der einen Patronus in Form eines Phönix heraufbeschwor.
Harry schaltete mehrere Todesser aus, doch dann wurde er von einem Fluch getroffen, der ihn erblinden ließ.
Da er nichts mehr sah, zog er sich vorsichtshalber in eine ruhige Ecke zurück, fern ab vom Kampf.
Er fühlte sich vollkommen verloren und von der Realität abgeschnitten.
Er hörte, wie die Lehrer schrieen und die Todesser lachten.
Dann, ganz langsam, konnte er wieder Formen ausmachen. Sie waren sehr unklar, aber er sah Bewegungen. Nach ein paar weiteren langen Minuten, die für Harry vollkommen schrecklich waren, hatte er seine Sicht endlich wieder.
Er stellte nun fest, dass sich die Lehrer und Schüler sehr gut verteidigten und es geschafft hatten, die Todesser ein wenig zurückzudrängen.
Schließlich ließ Harry mehrere Äste explodieren, sodass die Todesser nicht mehr wussten, wo sich der Feind befand.
Als die Todesser feststellten, dass alles verloren war, flohen sie wie die Angsthasen, die sie waren.
Harry kehrte kurz vor dem endgültigen Sieg Hogwarts' zurück. Er ging in die Bibliothek, machte sich wieder sichtbar, heilte seine sichtbaren Wunden und kam langsam wieder zu Atem. Er nahm ein Buch über Zauberermedizin mit und kehrte in den Gemeinschaftsraum zurück, wo er auf viele Slytherins traf.
„Wo warst du?", sprach Lucius ihn an.
„Wenn du es genau wissen willst: Ich war in der Bibliothek, als die Lehrer begonnen haben, uns zu sagen, wir sollten in unsere Gemeinschaftsräume zurückkehren, aber da ich noch ein Buch gesucht habe, hab ich ihnen nicht zugehört."
„Und warum nicht?"
„Als ob ich ihnen für gewöhnlich zuhören würde!"
Bei dieser Antwort lachten ein paar Slytherins los.
„Und wenn du mich jetzt entschuldigen würdest, ich will lesen und möchte dafür auch gerne allein sein."
Für Lucius war Herry zu gut drauf, als dass er am Kampf teilgenommen hätte. Außerdem hatte er keine Verletzungen und er schien sehr ruhig, was man nach einem solchen Angriff normalerweise nicht sein konnte.
Somit ließ er Herry vorbei, damit dieser in seinen Schlafsaal gehen konnte. Es wäre ohnehin bald Bettruhe.
Dumbledore seinerseits war verwirrt. Sicherlich, er vertraute Harry, der Beweis bestand nicht zuletzt darin, dass er im Kampf gegen die Todesser geholfen hatte, aber andererseits wusste er auch, dass Harry einigen fragwürdigen Slytherins sehr nahe stand, die mit Sicherheit Todesser werden würden. Er wusste nicht, was er tun sollte. Wenn er vor den Slytherins mit Harry reden würde, würden diese etwas ahnen und er würde Harry in Gefahr bringen. Nun, Harry musste wissen, dass er sich an künftige Todesser hielt, denn schließlich kam er ja aus der Zukunft. Was suchte er bloß?
Was den Kampf anbelangte, da war sich Dumbledore sicher, dass Voldemort nur ein paar Todesser und Dementoren geschickt hatte, um ihn zu warnen, dass er noch immer aktiv war, doch wo würde er das nächste Mal zuschlagen?
Die Rumtreiber ihrerseits, zumindest Sirius, James und Remus, denn Peter hatte nicht am Kampf teilgenommen, waren stolz, als sie sahen, wie die Todesser vor ihnen flohen.
Alle hatten bemerkt, dass kein Slytherin zur Verteidigung des Schlosses zu Hilfe gekommen war und das bestärkte James nur in seinem Hass gegenüber Herry Praott.
Der Krieg zwischen den Dunkeln Künsten und den Guten tobte momentan stärker denn je, doch der schlimmste Krieg war der, der sich in Hogwarts selbst abspielte: Der Krieg Hogwarts', wie manche ihn zu nennen begannen.
tbc...
