Kapitel 26: Cheerleader, Football-Spieler, Lehrer und Loser
Hallo leute! Ich denk ich hab euch jetzt lang genug warten lassen, bin auch schuldbewusst, dass ich so lang nicht geupdated hab, aber ihr müsst bedenken, dass ich auch noch mit dem schreiben nachkommen muss und die Kapitel sind ja nich gerade kurz. Aber ich will euch jetzt nicht voll heulen, werde trotzdem regelmäßig updaten und wenn ich mich dazu zwingen muss. Also erst mal danke für die netten Kommies, hab mich sehr gefreut und hoffe auf mehr!
Zu Kapi 26 is zu sagen, es is nicht unbedingt eins meiner Lieblings Kapiteln, aber nicht unwichtig für die Storyline. Alsdann will euch nicht länger aufhalten, viel spaß, hoffe es gefällt euch und freue mich eure meinung zu hören!
Es war Lucys erster Arbeitstag nachdem sie vor fast drei Wochen nieder gestochen worden war. Ihr fiel auf, wie alle versuchten ihr Arbeit abzunehmen, so hatte sie fast ausschließlich Papierkram zu tun.
Selbstverständlich bemerkte sie auch, wie die Leute hinter ihrem Rücken über sie redeten, aber sie kümmerte sich nicht darum, im Gegenteil, sie genoss die freie Zeit, die sie, trotz ihres Dienstes, hatte. Sie saß im Ärztezimmer der Chirurgie und überprüfte Krankenblätter, die sie in ihrer Abwesenheit hätte bearbeiten müssen.
Die Tür öffnete sich und Carter trat mit einem strahlendem Lächeln auf dem Gesicht ein.
„Hi!", sagte er und setzte sich auf einen Stuhl ihr gegenüber.
„Hallo", erwiderte Lucy und legte das Krankenblatt auf den Stapel zurück.
„Wie geht es dir, ist die Arbeit auch nicht zu schwer?", fragte er leicht besorgt.
„Ich hab nur Papierkram zu tun, was erwartest du?", wollte sie wissen und lächelte.
„Na ja", meinte er und grinste verlegen.
„Was ist denn? Warum hast du dich aus der Notaufnahme geschlichen?"
„Ich hatte mir überlegt, wenn ich meinen Eltern sage, dass wir uns verlobt haben, wollen sie garantiert einen Termin hören", erklärte er und sah sie ernst an.
„Das stimmt meine Eltern werden das auch hören wollen", stimmte sie ihm zu und nickte während sie ihren Kugelschreiber weg legte. Sie sahen sich einen Moment an bis Carter vorschlug: „Wie wäre es mit dem 1.7. nächsten Jahres?" Lucy überlegte kurz.
„Ja, warum nicht", lächelte sie, lehnte sich vor und küsste ihn.
In der Kindernotaufnahme herrschte dieser Zeit mal wieder Hochbetrieb. Doug und Jeanie waren in ihrer Arbeit hilflos überlastet, was für ein Glück war es da doch einige Assistenten zu haben, die gerne (?) etwas der Arbeit abnahmen.
„Geht das hier jeden Tag so hektisch zu?", fragte Chris Jeanie, die gerade bei einem Jungen Blutdruck maß.
„Meistens", erwiderte sie, „Blutdruck ist 75 zu 90.
„Danke", murmelte der Arzt und trug es auf dem Krankenblatt ein.
„Sag mal Jeanie, wie lange arbeitest du schon hier", wollte er wissen und sah von dem Klemmbrett auf.
„Ca. 5 Jahre", erwiderte die Arzthelferin.
„Und hattest du schon mal Probleme mit Kollegen?"
„Ach es geht darum, dass Dr. Lewis, Dr. Del Amico und Carol richtig wütend auf dich sind ja?", fragte Jeanie und konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.
„Ich hab keine Ahnung woran das liegt", meinte er.
„Ich hab da was anderes gehört, aber es war ja auch super dumm von dir schlecht über deine eigene Chefärztin zu sprechen. Dr. Lewis, Dr. Del Amico, Carol und Dr. Corday sind die besten Freundinnen, tut mir leid, aber da musst du jetzt durch", grinste sie, „Aber sieh's positiv, es könnte schlimmer sein, denn sie könnten dir auch ungerechte Beurteilungen geben, aber dafür sind alle vier zu pflichtbewusst."
Jetzt war Chris beleidigt und schmollte, das amüsierte Jeanie noch mehr.
„Wenn du schmollst siehst du richtig süß aus", meinte sie.
„Findest du wirklich?", fragte er überrascht.
„Ja!", erwiderte die Arzthelferin lächelnd, „Würdest du das Machoarschloch nicht so raushängen lassen hättest du mit Sicherheit auch mehr Erfolg bei Frauen!"
„Bin ich so schlimm?" Jeanie nickte heftig, „Das denken alle!"
„Woher weißt du was die anderen über mich denken?", wollte er wissen.
„Ich bitte dich, neue Assistenzärzte sind der Gesprächsstoff jeder Mittagspause!", erklärte sie.
„So und was denken die einzelnen Leute von mir?"
„Soll ich dir wirklich erzählen, was sie denken, dass könnte hart für dich werden!", warnte sie ihn.
„Aber klar, ich bin schließlich kein Weichei und werde mich in einer Ecke verkriechen!"
„Okay:
Dr. Greene sagte, du seiest überheblich und solltest lieber zu sehen, dass du mit dem Lernstoff klar kommst.
Was Dr. Kovac von dir hält weiß ich nicht.
Dr. Weaver sagte, du seiest aufsässig, hältst dich nicht an Regel, sie würde dich am liebsten feuern, bereut aber, dass du Chirurg bist und sie da keinen Einfluss hat.
Dr. Benton mag dich auch nicht, da er und Dr. Corday auch sehr gut befreundet sind.
Dr. Corday selbst meinte, so wörtlich, du überbeschätzt dich gewaltig, seiest ein Macho, ein Nichtskönner, der noch einmal deswegen auf die Schnauze fallen wird und sie wird dir nicht wieder aufhelfen, weil sie schon genug von deiner Sorte gesehen hat. Außerdem hast du dir ihrer Meinung nach den falschen Beruf ausgesucht.
Über Dr. Lewis, Dr. Del Amico und Carol müssen wir wohl nicht sprechen, genauso über Lucy, die von dir nur angenervt ist und außerdem sehr loyal Corday gegenüber, Carter schließt sich sowieso ihrer Meinung an, dann bleibt noch Abby, der du egal bist, Dr. Ross, der dich ebenfalls für egozentrisch und überheblich hält und zu guter Letzt noch Dr. Malucci, der noch wütender auf dich ist als die anderen, da er mit Corday zusammen ist, pass auf, dass du nicht mit ihm an ein anderer gerätst."
Chris musste erst einmal schlucken. „Und du willst mich nicht verarschen? Dürfen die so klar sagen, was sie von mir halten, ich meine, dass ich mir den falschen Beruf ausgesucht hab ist doch ein Schlag unter die Gürtellinie, oder, außerdem ist das doch ein Lehrkrankenhaus, wo man sich gegenseitig hilft", protestierte er.
„Du musst dir eins merken: In einem Krankenhaus ist es wie auf der High School, okay? Corday, Lewis, Del Amico, Carol, Abby und Lucy sind die beliebten Cheerleader, Greene, Kovac, Benton, Carter und Malucci und teilweise auch schon Tim Harris und Alexander Summers sind die Football Stars, Weaver, Romano, Anspaugh und so weiter sind die Lehrer, die einem allen Spaß vermiesen und dann gibt es da noch die neuen AIPler, die sich erst einordnen müssen, entweder sie schaffen das, oder sie sind die typische Loser, die von allen gehänselt werden. Deshalb ist es wichtig, dass man es sich nicht mit den falschen Leuten verscherzt", belehrte sie ihn mit erhobenen Zeigefinder.
„Und wo gehörst du zu?", wollte er wissen und verschränkte seine Arme vor der Brust.
„Ich weiß es nicht, ich kann mich nicht selbst einschätzen", erwiderte sie schulterzuckend.
„Ich würde sagen Cheerleader", meinte er bevor er den Raum verlies.
Zwanzig Minuten später bekam Chris die Chance Elizabeth zu beweisen, dass er doch etwas von Chirurgie verstand, er musste sie nur nutzten.
„Gleich kommt ein Verkehrsunfall rein", sagte Jerry an die Chefärztin der Chirurgie gewand, die sich mit Mark unterhielt.
„Ich komme gleich", erwiderte sie.
„Darf ich helfen?", fragte Chris, der ebenfalls am Empfang stand. „Sicher", erwiderte Lizzie, nahm sich einen OP - Kittel und zog ihn über.
Nur wenige Minuten später kamen die Sanitäter an, es handelte sich um eine Frau, die bei über die Straße gehen angefahren wurde, der Fahrer hatte Fahrerflucht begangen.
„Werte?", fragte Elizabeth während sie die Patientin in Behandelungsraum 1 brachten.
„25 Jahre, weiblich, Trümmerfraktur des Beckens und linken Armes, verminderte Atemgeräusche beidseits, Blutdruck 70 zu 50 und fallend, Herzfrequenz 88, sie ist ohne Bewusstsein und hat eine Platzwunde am Kopf", berichtete der Sanitäter, als sie die Frau auf die Trage hoben.
„Gut, GBB, Blutgase, HKT, Thorax, Becken und linken Arm röntgen, Becken in zwei Ebenen, Kreuzblut für 6, Blutgruppe und 10 Spezifische. Dann ein Intubationsset, zwei ThoraxDrainagen und eine Peretonial-Lavage", befahl Lizzie, während sie die Lunge der Frau abhörte, „Los Read, schlaf nicht ein, leg eine Dränge!"
Da Chris ihr beweisen wollte, dass er kein Nichtskönner war, gab er sich große Mühe. Die Chefärztin intubierte die Frau und begann dann mit der anderen Dränge, als sie fertig war, warf sie einen Blick auf seine Arbeit.
„Zweite Interkostalraum? Bist du wahnsinnig? Fünfter Interkostalraum, da legt man eine Thoraxdränge, ich habe keine Ahnung, was genau du absaugen wolltest, aber Blut aus dem Thorax kriegst du so bestimmt nicht, hoffentlich hat du keine Arterie erwischt!"
Zum ersten Mal fiel dem AIPler auf, dass die anderen vielleicht gar nicht so unrecht hatten, eigentlich wusste er doch, dass eine Thoraxdränge in den fünften Interkostalraum gehörte, oder nicht. Er schluckte seine Zweifel hinunter, denn es war jetzt wichtiger sich die richtige Version anzusehen. Einige Zeit später brachten sie die Patientin in den OP.
„Mein Fehler im Behandelungsraum tut mir leid", sagte er, „Ich möchte Ihnen beweisen, dass ich es besser kann, darf ich Ihnen assistieren?"
„Nein, du kannst dir ein Buch über die Grundlagen der Chirurgie kaufen und das lesen", erwiderte die Chefärztin, „Lucy, Tim, Alexander, ich könnte im OP einige helfende Hände gebrauchen, habt ihr Zeit? Ein interessanter Fall mit mehreren Frakturen und Verletzungen der inneren Organe, außerdem müssen wir eine Verletzung der Thoraxarterien und Venen ausschließen", meinte Elizabeth an die drei anderen Assistenten gewand und alle drei nickten.
Die Cheerleader und Footballer ließen den Loser einfach stehen. Chris konnte seine Wut nur schwer unter Kontrolle halten, er war nicht nur wütend auf Dr. Corday sondern in erster Linie auf sich selbst, dass er so überheblich, selbstgerecht, egozentrisch und all das was die anderen Ärzte von ihm sagen war. Im Umkleideraum brüllte er seine Wut aus sich heraus und schlug gegen seinen Spind:
„Verdammte Scheiße!"
Als Chris am Abend in die Wohnung kam, die er mit seinem besten Freund bewohnte, war er niedergeschlagen wie nie. Als er das Wohnzimmer betrat, in dem John vor dem Fernseher mit einem Bier in der Hand saß wurde er von ihm gut gelaunt begrüßt:
„Hey, Alter, wie war dein Tag? Willste nen Bier?"
„Nein danke", murmelte er und ging geradewegs in sein Zimmer.
„Was ist denn mit dir los? Welche Laus ist dir denn über die Leber gelaufen?", rief er ihm nach.
„Ich hab einfach keine Lust, okay!"
Er warf sich auf sein Bett und öffnete seinen Rucksack. Zum Vorschein kam ein Buch, dass er gekauft hatte, bevor er nach hause gekommen war. Er hatte sich das, was Lizzie zu ihm gesagt hatte zu herzen genommen und war zu dem Ergebnis gekommen, dass vielleicht die anderen recht hatten, vielleicht war er egozentrisch, überheblich, selbstgerecht, aufsässig, faul, hatte keine Ahnung von dem was er tat und hatte sich wirklich vielleicht den falschen Beruf ausgesucht.
Jetzt schlug er das Buch über die Grundlagen der Chirurgie auf und fing an zu lesen. Er hoffte nur, dass sein Vorsatz, dass er sich ändern würde nicht all zu schnell nach lies.
John öffnete die Tür zu Chris' Zimmer einen Spalt breit und warf einen Blick hinein, was er sah verblüffte ihn doch sehr. Sein bester Freund lag auf seinem Bett und las in einem Buch über Medizin. Dieser Anblick war so absurd, dass er sich gezwungen fühlte nachzufragen:
„Was soll das denn?"
„Ich lerne", erwiderte Chris ohne aufzusehen.
„Aber das machst du sonst auch nicht", meinte John und trat ein, „Wer hat dich so vor den Kopf gestoßen?"
„Jeanie, die Arzthelferin aus der Kindernotaufnahme, hat mir erzählt, was die anderen Ärzte über mich denken, wenn Greene sagt ich solle mich lieber anstrengen im Stoff mitzukommen, ist das noch geschmeichelt, Corday meint sowieso ich hätte mir den falsche Job ausgesucht und würde noch einmal wegen meiner Faulheit heftig auf die Schnauze fallen. Heute in der Notaufnahme war es dann so weit, ich sollte eine ThoraxDrainage legen und hab das im zweiten Interkostalraum getan, Corday hat mich vor der gesamten Notaufnahme angeschnauzt und ich hab's verdient. Als ich dann meinen Fehler wieder gut machen wollte und sie bat assistieren zu dürfen, sagte sie nur ich solle mir lieber ein Buch über die Grundlagen kaufen und anfangen zu lernen. Mit Lucy, Summers und Harris ist sie dann in den OP gegangen und hat mich einfach stehen lassen."
„Alter, davon lässt du dich doch wohl nicht runter ziehen, Corday hat doch von nichts ne Ahnung!", protestierte Bambi.
„Im Gegenteil Mann, sie ist ne brillante Chirurgin und hat völlig recht, aber ich werde ihr beweisen, dass ich was drauf habe und wenn ich sämtliche Werke über Chirurgie lesen muss, die bis her veröffentlicht wurden und alle Fachzeitschriften abboniere muss..."
„Alter, so kenn ich dich gar nicht, willst du so ein Streber werden!", fragte John verwirrt.
„Das nicht unbedingt, es geht mir nur darum mir Cordays Respekt zu verdienen und das werde ich, Harris, Summers und Lucy haben das schon getan, mir ist egal was du machst, aber ich werde mir meine Karriere nicht durch meine Faulheit verbauen! Ich werde nicht zu den Losern gehören, die von allen ausgelacht werden, ich werde ein Football Star!"
