Die Personen und Orte gehören Stephenie Meyer.

Die Originalstory ist von Pam3.C.S.

Epilog II Bellas POV.

Durchs Fenster meines Büros sah ich wie es dunkel wurde. Ich hatte keine Lust nach Hause zu gehen, das Haus würde leer sein und ich würde mich einsam fühlen. Ich war frustriert und traurig nachdem Test den ich vorhin gemacht hatte. Keine Ahnung was mit mir los war und war bekümmert und das schon seit Monaten.

„Doktor Swan?" Hörte ich die Stimme meiner Sekretärin.

„Ja." Antwortete ich, noch immer in Gedanken.

„Ihr Mann ist in der Leitung. Er hat versucht sie auf dem Handy zu erreichen, aber das ist aus."

„Stellen sie ihn durch." Sagte ich und suchte nach meinem Handy, ich hatte vergessen es wieder an zu machen.

„Bella?" Ich nahm den Hörer ab.

„Hallo. Ich hab gerade gesehen, das mein Handy aus ist. Tut mir Leid ich hab es nach der Visite nicht wieder an gemacht."

„Ich hab mir schon Sorgen gemacht. Was machst du noch im Büro? Es ist schon Acht, du solltest zu Hause sein."

„Ich habe noch ein paar Krankenberichte für Morgen vorbereitet." Log ich.

„Mir geht es genauso, ich habe ohne Pause durchgearbeitet. Aber so kann ich Morgen ganz früh los fahren. Ich hasse diese Tage, an denen ich hier bleiben muss."

„Seattle ist noch an der gleichen Stelle." Scherzte ich.

„Ja und ich vermisse es neben meiner Frau ein zu schlafen." Maulte er.

„Ich vermisse dich auch, aber so sind nun mal die Verpflichtungen die wir haben." Ich versuchte überzeugt zu klingen.

„Hast du was?" Fragte er plötzlich und erwischte mich damit völlig unvorbereitet.

„N...nein...Das muss die Müdigkeit sein." Ich stand auf und lief um meinen Schreibtisch, mehr ließ die Schnur des Telefons nicht zu.

„Lüg mich nicht an. Ich kenne dich zu gut. Was läuft schief?"

„Eh...ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen, die halbe Wochen von dir getrennt zu sein." Ich hoffte das er mir das glaubte.

„Tut mir Leid Schatz, aber jeden Tag von Chicago nach Seattle und zurück ist nicht machbar. Und ich kann nicht immer alles Emmett und Jake überlassen." Entschuldigte er sich.

„Das weiß ich doch, nimm mich nicht so ernst. Ich bin wirklich müde." Ich lachte nervös und trocknete meine Tränen.

„Ich liebe dich und Morgen bin ich wieder bei dir."

„Ich liebe dich auch. Bis Morgen." Ich legte auf und setzte mich wieder in meinen Sessel.

Als ich dann endlich aus dem Hospital kam, stand der Mond hoch am Himmel. So war es immer wenn Edward in Chicago blieb. Wir waren, nachdem ich den Posten bei Hayes angenommen und geheiratet hatten, hierher gezogen. Es war eine sehr schöne und sehr schlichte Hochzeit gewesen, genauso, wie ich es mir gewünscht hatte. Das einzige was bei dieser Hochzeit wichtig war, waren Edward und ich.

Während der Fahrt nach Hause erinnerte ich mich an den Tag. Es war jetzt fünf Monate her seit wir uns vor Gott vereinigt hatten. Ich kann mich an keinen glücklicheren Tag in meinem Leben erinnern. Mein Kleid war ebenfalls sehr schlicht gewesen, aber genau das passte zu mir. Alice war nicht sehr glücklich darüber gewesen, aber wir waren stur geblieben und alles war genauso wie wir es uns vorgestellt hatten.

Noch nie hatte ein einfaches ja, eine so große Bedeutung gehabt.

Zu Hause angekommen, machte ich als erstes die Musikanlage an. Ich brauchte etwas das diese absolute Stille die im Haus herrschte wenn Edward nicht da war vertrieb. Ich ging in jedes Zimmer und suchte etwas womit ich mich beschäftigen konnte, aber da ich einen Mann geheiratet hatte der manisch-ordentlich war, war natürlich nichts zu tun.

Also ging ich ins Wohnzimmer und ließ mich auf das Sofa fallen. Ich sah mich um und mein Blick fiel auf die Fotos unserer Flitterwochen. Es war eine kurze Reise gewesen, nur vier Tage, aber die schönsten die man sich vorstellen konnte.

…..

„Wo fahren wir hin?"

„Das ist eine Überraschung."

„Edward." Brummelte ich.

„Ist ja gut. Wir fahren an einen Ort an dem die Sonne scheint, es Sand und Meer gibt und es sehr sehr heiß ist." Erklärte er und ging grinsend durchs Zimmer.

Das Lächeln auf meinem Gesicht verschwand langsam. Ich drehte mich zu meinem Koffer und sah, das alles was ich schon vorbereitet hatte verschwunden war. Stattdessen lagen da jetzt Shorts, Röcke, Sandalen und Blusen mit kurzen Ärmeln und Ausschnitt. Entsetzt sah ich auf die winzigen Kleidungsstücke die in einer Ecke des Koffers lagen. Das würde ich nicht mal in die Hand nehmen.

„Warum dieses Gesicht?" Ich sah Edward von der Seite an.

„Wegen nichts." Ich versuchte zu lächeln.

„Das freut mich." Murmelte er, gab mir einen Kuss und ging.

„Das werde ich auf gar keinen Fall anziehen." Murmelte ich. Noch nie hatte ich einen Badeanzug angehabt und jetzt sollte ich dieses winzigen Bikini anziehen?

„Was ziehst du nicht an?" Rief Edward von der anderen Seite der Tür her.

„Nein, nein und nein!" Schrie ich sauer. „Ich komme hier erst wieder heraus, wenn wir nach Hause fahren." Mit verschränkten Armen setzte ich mich auf den Rand der Wanne.

„Mach die Tür auf Bella." Edward trommelte gegen die Tür. „Bella." Seufzte er nach einigen Minuten müde.

„Geh und genieße den Strand Edward. Ich werde etwas anderes machen."

„Benimm dich bitte nicht wie ein kleines Kind." Ich streckte der Tür die Zunge raus.

„Ich bin kein Kind, ich will mich einfach nur nicht lächerlich machen. Das sind meine Flitterwochen und keine versteckte Kamera!" Ich stapfte mit dem Fuß auf.

„Lass mich sehen was du da hast." Er trommelte weiter gegen die Tür. „Mach die Tür auf Schatz, sonst muss ich sie eintreten und sie schmeißen uns hier raus." Das fand ich eine gute Option, so musste ich nicht zum Strand. „Denk nicht das es eine Alternative ist, sie werden mich verhaften und wir müssen noch länger hier bleiben."

Ich schnaufte und stand auf, dabei fielen die Teile die ich auf dem Schoss hatte auf den Boden. Als ich die Tür aufmachte, erstarrte ich für einen Moment. Da stand mein Ehemann, nur mit einer Badeshorts bekleidet, die ihm tief auf den Hüften hing. Mit den Augen wanderte ich über seinen Körper, bis ich bei seinem Gesicht ankam. Er grinste mich schief an und hatte eine Augenbraue hochgezogen. Abrupt drehte ich mich um und hob die Sachen wieder auf.

„Was haben dir Alice und Rose den so schreckliches eingepackt?" Fragte er belustigt und ich sah ihn böse an.

„Ich werde keinen Bikini anziehen, der nicht mal die Hälfte meines Körpers verdeckt." Erklärte ich fest. Er bückte sich und nahm das erste Teil was er fand.

„Das hier ist hässlich?" Fragt er ungläubig. Es war ein komplett schwarzer Bikini, mit einer roten Blume an einer Seite. Es war alles andere als hässlich, aber das würde ich jetzt nicht zugeben.

„Ich weigere mich so etwas anzuziehen." Ich zeigte mit dem Finger auf das Teil.

„Also?" Ich seufzte und setzte mich wieder auf die Wanne. „Willst du mit Jacke, Schal und Handschuhen zum Strand?" Fragte er vergnügt. Ich sah ihn noch böser an.

„Das ist nichts für mich." Ich rannte an ihm vorbei, warf mich aufs Bett und deckte mich komplett zu.

Ich merkte wie er sich neben mich aufs Bett setzte und er zog an der Decke, aber ich hatte sie fest im Griff. Edward seufzte und legte seinen Kopf auf meinen Rücken. Langsam stiegen mir die Tränen in die Augen. Seit wann war ich so unsicher? Die Antwort lag auf der Hand. Wir waren vorhin am Strand vorbeigekommen, die Frauen die ich da gesehen hatte trugen alle winzig kleine Bikinis und sahen aus wie gemalt. Ich war nicht so, ich hatte einige Kilos zu viel und das würde in so einem Bikini noch mehr auffallen.

„Dann bleiben wir eben Beide hier." Sagte Edward und stand auf.

„Du kannst doch gehen." Murmelte ich unter dem Kissen hervor.

„Das ist eine Reise für zwei, bei der einer mit dem anderen zusammen sein sollte." Antwortete er schlicht.

Ich schob etwas die Decke von meinem Kopf und sah durch die Lücke, wie er sich ein Shirt anzog und etwas im Koffer suchte. Ich fühlte mich schlecht und wollte das nicht, aber das einzige was dem abhelfen konnte war, das ich nachgab und den Bikini anzog der dazu gemacht war, meine Ruhe und Selbstbewusstsein zu zerstören. Edward setzte sich in den Sessel und machte den Fernseher an.

Ich setzte mich auf und er sah mich kurz an, lächelte und sah wieder zum Fernseher. Er wollte mir das Gefühl geben das alles in Ordnung sei, aber dem war nicht so. Meine neu erworbene Unsicherheit machte unsere Pläne kaputt und ich war nicht so. Nie hatte mir etwas meine Kraft nehmen können, nicht mal die schreckliche Narbe, die ich so lange auf meinem Körper gehabt hatte. In den letzten Jahren hatte ich zwar ein paar Kilos abgenommen,aber nicht wirklich viel.

Komm schon Bella, du kannst das! Wiederholte ich ein paar mal in meinem Kopf, bis mein Körper sich in Bewegung setzte und ich wieder ins Bad ging. Schnell zog ich mich aus und zog einfach den ersten Bikini an, der mir in die Finger fiel. Ohne in den Spiegel zu sehen ging ich wieder zu Edward, ich stellte mich vor ihn und seufzte tief.

„Ich bin fertig. Ich kann nicht schwimmen, du solltest also nicht von meiner Seite weichen. Ich will auch nicht in den Zähnen eines Hais enden." Scherzte ich, um den Druck los zu werden.

„Ich habe nicht vor, etwas anderes zu tun las auf meine Frau aufzupassen." Bemerkt er, stand auf und stellte sich vor mich. „Vor allem dann nicht, wenn sie so hübsch in ihrem Bikini aussieht." Ich verdrehte die Augen.

„Ja, ich sehe bestimmt besser aus, als all die Sirenen die am Strand sein werden." Sagte ich sarkastisch, drehte mich um und wollte gehen, aber er hielt mich auf.

„Das du für mich die schönste bist, sollte eigentlich ausreichen. Aber ich lüge nicht, wenn ich sage das du wunderhübsch aussiehst."

Er nahm meine Hand und zog mich zum Spiegel. Ich wollte mich nicht sehen, aber er nahm mein Kinn und zwang mich dazu. Keine Ahnung, ob ich wirklich so gut aussah, aber sein stolzes und glückliches Lächeln ließ mich all meine Bedenken vergessen.

…...

„Ist Edward heute Morgen gekommen?"

„Ja Mama, er ist ziemlich früh nach Hause gekommen."

„Dieser Mann steht ja völlig unter Stress." Bemerkte meine Mutter und rührte ihren Kaffee um.

„Sie denken darüber nach, die Firma hierher zu verlegen. So ist auch Leah näher bei ihrer Familie und Emmett gefällt Seattle auch."

„Ist das nicht ein zu großes Risiko? Ich meine, in Chicago wird doch wesentlich mehr gebaut als in Seattle."

„Sie haben an alles gedacht und machen erstmal eine Marktstudie, bevor sie sich endgültig entscheiden." Sagte ich um das Thema zu beenden.

„Und du? Wie geht es dir?" Fragte sie als ob wir übers Wetter reden würden, aber ich wusste worauf sie hinaus wollte.

„Gut." Sagte ich nur und lächelte sie an.

„Du brauchst deine Mutter nicht an zu lügen Bella." Sie sah mich ernst an.

„Mir geht es gut Mama. Wie geht es Papa? Behandeln ihn die Krankenschwestern gut?"

„Es geht ihm gut. Er ist auch besorgt um dich. Hast du mit Edward geredet?"

„Es gibt nichts zu reden. Ich warte bis nächsten Monat."

„Wann hast du den letzten Schwangerschaftstest gemacht." Fuhr sie mit ihrem Verhör fort.

„Vor zwei Wochen." Antwortete ich und ich wollte kein negatives Ergebnis mehr sehen.

„Ich glaube ja Bella, das deine Unruhe und Ungeduld nicht gerade förderlich ist. Nicht alle Frauen werden sofort schwanger."

„Ich versuche es seit fünf Monaten Mama!" Es bildete sich schon wieder dieser Knoten in meinem Hals.

„Und? Manchmal braucht es halt seine Zeit." Sie nahm meine Hand.

„Und manchmal klappt es gar nicht." Sagte ich wütend.

„Bella..."

„Danke das du mich besuchen gekommen bist Mama, aber jetzt muss ich wieder an die Arbeit. Grüße Papa von mir und sag ihm, das wir am Wochenende kommen werden." Ich legte das Geld für den Kaffee auf den Tisch und stand auf.

„Ist gut Schatz. Grüße Edward von mir."

Ich nickte und ging.

„Mist!" Rief ich und sah auf die Scherben.

„Was ist passiert?" Edward stand in weniger als einer Minute neben mir.

„Ich habe unser Essen versaut, wir müssen was bestellen." Ich machte meine Schürze ab und warf sie auf den Tisch.

„Gut, was soll ich bestellen? Pizza?" Fragte er und suchte auch schon die Nummer. Sauer sah ich ihn an. Unser Essen war voller Scherben und er bestellte ohne mit der Wimper zu zucken etwas anderes. Wollte er mir nicht mal meine Tollpatschigkeit vorwerfen?

„Bestelle was du willst, mir ist der Appetit vergangen." Ich stapfte aus der Küche und ging in den Garten. Esme hatte uns einige Blumen mitgebracht, die ich noch einpflanzen musste.

„Schatz, was möchtest du auf..."

„Pass auf!" Schrie ich, als ich sah das er fast auf eine der Blumen getreten wäre.

„Tut mir Leid, ich hab sie nicht gesehen." Entschuldigte er sich.

„Du siehst ja nie was." Murmelte ich und sah ihn wütend an, er zog die Stirn kraus.

„Ich habe gesagt, das es mir Leid tut Bella. Es ist ja nicht so, das wir keine neuen kaufen könnten."

„Die sind von deiner Mutter. Was glaubst du was sie sagt, wenn sie sieht das es andere sind? Das ich als Hausfrau nichts richtig machen kann?"

„Ich bin sicher, das sie so was niemals sagen würde. Esme war noch nie so eine Schwiegermutter, wie du sie darstellst." Er ließ das Telefon sinken.

„Klar, du bist ja auch nicht derjenige der für den Haushalt sorgt. Ich habe das Essen verdorben und du bestellst einfach was zu essen. Du zertrittst fast eine Blume und das einzige was dir einfällt ist, dich zu entschuldigen. Glaubst du das wir mit deiner Passivität weit kommen?" Fauchte ich ihn an.

„Hey! Was soll das alles Bella? Es ist ja nicht so als ob die Welt untergehen würde."

„Selbstverständlich nicht. Super-Edward hat ja schließlich immer die passende Lösung. Aber ich sag dir jetzt mal was! Auch du bist nicht perfekt!" Schrie ich ihn an.

„Gut, ich will nicht streiten. Ich komme wieder, wenn du dich wieder beruhigt hast." Er drehte sich um.

„Immer ist es dasselbe mit dir. Sobald ein Problem auftaucht gehst du weg!"

„Und warum zum Teufel sagst du mir nicht was wirklich los ist, anstatt mich hier unnötig anzuschreien?" Jetzt hatte ich seine Geduld erschöpft.

Ich rannte an ihm vorbei ins Haus und direkt in unser Zimmer. Ich knallte die Tür hinter mir zu und warf mich aufs Bett. Gestern war ein fürchterlicher Tag gewesen, eine der Krankenschwestern hatte mir freudestrahlend erzählt, das sie schwanger sei und eine andere, das sie bald Tante werden würde.

Und ich? Wieso konnte ich nicht schwanger werden? Ich heulte verzweifelt in meine Kissen und hörte wie die Haustür zufiel und der Motor von Edwards Auto anging. Er hatte keine Schuld und ich hatte einfach nur meinen Frust an ihm ausgelassen . Ich war sauer und er musste drunter leiden.

„Wach auf Schatz." Flüsterte Edward. Ich war anscheinend eingeschlafen.

„Wie...spät ist es?" Fragte ich mit rauer Stimme.

„Elf Uhr abends." So lange hatte ich geschlafen?

„Ich will weiter schlafen." Brummelte ich in mein Kissen.

„Nein, wir werden jetzt über das reden was passiert ist. Was läuft schief Schatz?" Er legte sein Gesicht an meinen Hals und gab mir dort einen Kuss.

„Es tut mir Leid, das kam einfach nur durch die Müdigkeit." Ich sah ihn nicht an.

„Die Lüge mit der Müdigkeit zieht nicht mehr meine Hübsche." Murmelte er in meine Haare. „Es ist also an der Zeit zu reden."

„Mir geht es gut, es ist nur..."

„Es ist nur etwas, das du nicht mit mir teilen willst." Unterbrach er mich. „Hat es vielleicht mit den Bons der Apotheke zu tun, die ich gefunden habe?" Fragte er sanft.

Da war auch schon wieder dieser verdammte Knoten in meinem Hals. Selbstverständlich hatte es etwas damit zu tun und ich hatte nicht mit ihm darüber gesprochen, weil ich mich dem nicht stellen wollte. Er würde Untersuchungen vorschlagen und die würden genau das Ergebnis bringen, das ich nicht hören wollte. Ich drehte mich auf den Rücken und sah Edward an.

„Ich möchte Mama werden, ich möchte das wir Eltern werden." Sagte ich mit dünner Stimme.

„Und warum hast du es mir nicht gesagt?" Er drückte mich an sich.

„Weil ich dachte...und wollte, das es jeden Moment passiert...Und ich dich überraschen wollte." Erklärte ich und heulte natürlich schon wieder.

„Das ist ein Thema zwischen uns Beiden Schatz. Du hättest mit mir reden sollen und nicht zulassen, das ich es durch die vielen Bons der Apotheke erfahre, die ich gefunden habe als ich einen Plan suchte." Er lächelte gegen meine Haare.

„Ich habe Angst Edward...und ich will nicht hören, das es manchmal dauert und es andere Alternativen gibt, das..."

„Bella." Er hob mein Gesicht an. „Ich wünsche es mir doch genauso, aber ich dachte das es eine Frage von Monaten ist. Wenn du glaubst, das etwas nicht in Ordnung ist dann werden wir uns untersuchen lassen und entscheiden uns, wenn wir die Ergebnisse haben."

„Ich will nicht hören, das mit meinem Körper etwas nicht stimmt."

„Wer sagt denn, das es an dir liegt? Vielleicht bin ich ja derjenige der Probleme hat. Oder es ist einfach aus dem Grund, weil du über Jahre die Pille genommen hast. Oder etwas ganz normales. Lass uns keine voreiligen Schlüsse ziehen Schatz. Lass uns warten, bis wir die Ergebnisse in den Händen halten."

Nervös drehte ich an Edwards Ehering. Aber ich war nicht die einzige die nervös war, Edwards Fuß hörte sich nicht auf zu bewegen und er ließ seine Haare nicht eine Minute an der gleichen Stelle. Der Arzt hatte zwar gemeint, das es nach sechs Monaten noch viel zu früh für einen der Teste der Unfruchtbarkeit sei, hatte auf mein Drängen hin dann aber nachgegeben und jetzt warteten wir auf die Ergebnisse.

Die Sekretärin rief uns auf und wir gingen in das Büro. Schweigend setzten wir uns vor den Doktor. Edward rieb mir abwesend den Arm und lächelte nervös.

„Guten Morgen." begrüßte uns der Doktor.

„Guten Morgen." Sagten Edward und ich unisono.

„Ich habe ihre Resultat hier." Er wedelte mit den Papieren. „Ich habe sie genau studiert und es ist alles in Ordnung."

„Alles?" Fragte ich nervös.

„Absolut alles Isabella. Die Test die wir bei Edward und dir gemacht haben sind alle normal."

„Können wir trotzdem irgendeiner Behandlung unterziehen?" Wollte Edward wissen.

„Nein." Antwortete der Arzt fest. Er legte die Papiere weg und sah uns an. „Wann hast du den letzte Schwangerschaftstest gemacht?"

„Vor sechs Wochen." Das wusste ich genau.

„Und seit dem hast du keine Veränderung verspürt?" Fuhr der Arzt fort.

„Nein...Eh, was genau meinst du damit?" Fragte ich, fasziniert von seinen Fragen. Edward sah den Mann vor uns intensiv an. In mir machte sich eine Ahnung breit, aber ich wollte nicht zu voreilig sein.

„Wenn du bis jetzt noch keine Veränderungen gespürt hast, werden sie nicht mehr lange auf sich warten lassen." Er grinste verschwörerisch. „Ihr könnt euch keiner Behandlung unterziehen Isabella, weil du schwanger bist."

Schwanger? Edward zog mich vom Stuhl und umarmte mich stürmisch und ich fing an dümmlich zu grinsen. Wir würden Eltern werden. Aber wie? Es hatte sich nichts in mir geändert.

„Wir werden Eltern meine Hübsche." Flüsterte Edward und als ich die Tränen in seinen Augen sah, stand ich auch sofort wieder unter Wasser.

„Ich bin so glücklich! Endlich bist du da!" Ich legte ehrfürchtig meine Hand auf meinen Bauch und Edward legte seine darüber.

Edwards POV.

Konnte jemand alleine so glücklich sein? Ich ging grinsend durch den Laden und sah mir all die Sachen an,die es für Babys gab. Die Verkäuferinnen versuchten mit mir zu flirten, aber das Lächelnd das ich im Gesicht trug, war nicht für sie. Es war einzig und allein für die Frau die ich liebte und die im fünften Monat mit meinem Sohn oder meiner Tochter schwanger war.

All die Erschöpfung die ich vor der guten Nachricht gespürt hatte, war wie weg geflogen. Die Kraft die ich brauchte um weiterzumachen schöpfte ich aus der Frau die ich liebte und dem neuen Leben das in ihr wuchs. Wir hatten beschlossen uns überraschen zu lassen und bis zur Geburt zu warten,um zu wissen was es ist. Aber ich hatte da so meine Vorahnung.

In der einen Hand hatte ich ein niedliches rosa Kleidchen und in der anderen einen authentischen Matrosenanzug. Bella würde wieder mit mir schimpfen, wenn ich wieder mit Tüten nach Hause kam. Aber ich konnte einfach nicht widerstehen.

„Hast du dich entschieden?" Ich drehte mich zu Alice um.

„Ja,ich werde das hier nehmen." Ich hielt das rosa Kleid hoch.

„Du bist davon überzeugt das es ein Mädchen ist?" Fragte meine Schwester vergnügt.

„Da bin ich absolut sicher." Antwortete ich überzeugt. Sie nahm ein Paar weißer Sandalen.

„Dann machen wir das Mädchen mal hübsch." Sie grinste mich an.

„Edward!" Ich schoss aus dem Bad und Bella lachte mich aus. „Ich werde das Kind jetzt nicht bekommen." Sie verdrehte die Augen. „Ich bekomme meine Schuhe nicht zu."

„Hey! Das ist meine erste Schwangerschaft." Maulte ich sie an.

„Ich weiß und du bist hysterisch." Sagte sie lachend.

„Ich verstehe nicht, das du so entspannt bist." Bemerkte ich ungläubig.

„Ich habe viel gelesen." Sie zucke mit den Schultern. „Und ich glaube, das wir Frauen einfach darauf vorbereitet sind."

„Alice war wie ein wildes Tier im Käfig und hat uns alle wahnsinnig gemacht." Ich machte ihre Schuhe zu und setzte mich neben sie.

„Wir sind halt nicht alle gleich."

„Ich werde die Sachen ins Auto bringen." Bella nickte und stand schwer fällig auf. Ihr Bauch war so rund, das sie ihre Füße nicht mehr sehen konnte. Und ich konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.

„Sieh mich nicht so an."

„Du siehst einfach perfekt aus Bella. Ich hab das Gefühl, das es erst Gestern war das wir erfahren haben das wir bald zu dritt sein werden."

„In wenigen Tagen werden wir es live und in Farbe sein." Scherzte sie und wollte mir einen Kuss geben, aber ihr Bauch war im Weg und ich musste mich zu ihr herunter beugen.

Ich legte einen Arm um ihre Taille und half ihr die Treppe herunter, unten nahm ich die vorbereitete Tasche und wir gingen zum Auto. Bella kletterte hinten hinein, vorn hatte sie nicht mehr genug Platz. Während ich langsam zum Krankenhaus fuhr, hörte ich wie Bella für unser Baby ein Lied summte.

Eigentlich hatte es noch ein paar Tage Zeit bis zum Geburtstermin, aber mein Vater war der Meinung, das es besser wäre wenn Bella jetzt schon ins Krankenhaus ging. So würde sie unter ärztlicher Beobachtung stehen, für den Fall das es Komplikationen gab oder das Baby früher kam. Bellas Eltern würden heute Nachmittag ankommen und meine ganze Familie und unsere Freunde waren informiert. Ich war nervös, wie es sich für einen werdenden Vater gehörte.

„Wie geht es uns?" Fragte mein Vater, der schon auf dem Parkplatz auf uns wartete.

„Sehr gut." Bella strahlte ihn an. „Ich habe die ein oder anderen Beschwerden gehabt, aber das ist glaube ich normal." Erklärte sie.

„So ist es. Jetzt bist du ja hier und wir werden uns um dich kümmern."

„Danke Carlisle. Sind meine Eltern schon da?"

„Esme holt sie ab und bringt sie direkt hierher. Jetzt bring ich dich erstmal in dein Zimmer." Mein Vater nahm ihren Arm und half ihr in den Fahrstuhl.

Bald gesellten sich auch meine Schwiegereltern zu uns, sie waren genauso nervös wie ich. Renee konnte gar nicht aufhören zu plappern und war fröhlich wie immer. Charlie dagegen beobachte seine Tochter besorgt und reagierte auf jedes kleine Stöhnen von ihr, genau wie ich.

„Ich würde lieber hier bleiben Papa." Maulte ich.

„Das ist nicht nötig Edward. Es gibt hier jede menge Ärzte und Krankenschwestern die sich um sie kümmern. Und wie ich das sehe, hat mein Enkelkind nicht die Absicht früher zu kommen."

„Und wenn was passiert?" Mein Vater verdrehte die Augen.

„Ich habe Dienst und ich bin Arzt, falls du das vergessen haben solltest." Er zeigte mir sein Namensschild. „Ich glaube das ich ausreichend Ausgebildet bin, um den werdenden Vater zu verständigen und mich um eine Geburt zu kümmern. Und jetzt verschwinde, Bella braucht Ruhe." Ich schnaufte und gab nach.

„Hübsche." Flüsterte ich. „Ich fahre nach Hause, bin aber bald wieder da."

„Uns geht es gut Schatz." Sie streichelte über meine Wange und ihr fielen die Augen zu. „Du musst auch etwas schlafen, wer weiß wie es bald damit steht."

„Ich bin mehr als bereit dazu, meinen Tagesablauf für sie zu ändern." Ich gab ihr einen Kuss und auch ihrem Bauch.

„Oder für ihn. Sei nicht so diskriminierend Edward." Schimpfte Bella.

„Was auch immer, es ist beides herzlich willkommen. Ich liebe dich, euch."

„Wir lieben dich auch Papa." Sie schlief ein.

Ein nerviges Piepen drang in mein Ohr, ich machte die Augen auf und tastete nach dem verdammten Wecker. Doch als ich ihn gefunden hatte, merkte ich das das Piepen nicht vom Wecker kam. Ich drehte mich zu Bella, aber sie war nicht da. Schlagartig war ich wach, sie war im Krankenhaus und mein Handy schellte. Wie von der Tarantel gestochen sprang ich aus dem Bett und suchte mein Telefon.

„Ja?"

„Wo bist du?" Rief mein Vater ins Telefon und ich fing sofort an mich anzuziehen.

„Ich habe geschlafen. Was ist mit Bella?"

„Sie zeigt die ersten Symptome. Du solltest dich so langsam auf den Weg machen." Erklärte er mir, jetzt wesentlich ruhiger.

„Bin auf dem Weg!" Ich legte auf.

Sieben Stunden später waren wir noch keinen Zentimeter weitergekommen. Meine Tochter nahm sich alle Zeit der Welt, um sich in die richtige Position zu bringen. Es war soweit alles in Ordnung und es würde eine normale Geburt werden. Bella biss sich bei jeder neuen Wehe auf die Lippe und ich fühlte ihren Schmerz mit ihr.

„So Bella, es ist soweit. Bei der nächsten Wehe musst du pressen." Erklärte uns der Arzt etwas später.

„Ich bin hier und wir machen das zusammen." Flüsterte ich ihr ins Ohr.

„Ich bin...nervös." Gab sie zu.

„Ich auch, das ist normal. Aber bald werden wir zu dritt sein Schatz. Ich liebe dich." Ich küsste sie schnell und ein durchdringendes Piepen kündigte die nächste Wehe an.

Und ihr folgten noch so einige. Die Frau die ich liebte brachte mein Kind zur Welt. Es war ein neuer Wendepunkt in meinem Leben. Dem Leben, das erst richtig angefangen hatte als diese Frau sich, trotz all meiner Defekte, meiner angenommen hatte und mir die wirklich wichtigen Dinge im Leben gezeigt hatte.

Bella bemühte sich, den Anweisungen zu folgen die die Hebamme und mein Vater ihr gaben, um meine Prinzessin auf die Welt zu bringen.

„Edward..." Sagte mein Vater und ich hörte den schönsten Ton, den das menschliche Ohr wahrnehmen konnte.

„Es ist da..." Murmelte Bella erschöpft.

„Es ist ein Mädchen." Sagte die Hebamme und legte Bella ein keines Bündel auf die Brust.

Ich hatte es doch gewusst! Es gab keine Wort um diesen Moment zu beschreiben. Bella liefen die Tränen über die Wangen und sie streichelte unserem Geschenk über den Kopf. Auch meine Augen waren voller Tränen und ich konnte meine beiden Frauen gar nicht richtig sehen.

„Sie ist perfekt." Sagte meine Frau, nachdem sie ihre Hände und Füße untersucht hatte.

„Sie ist mehr als perfekt Schatz." Ich war Papa, ein Traum war in Erfüllung gegangen.

„Bist du zufrieden? Es ist ein Mädchen." Sie sah mich fest an.

„Ich bin glücklich. Ihr seit mein ganzes Glück, du und unsere kleine Prinzessin." Mit den Fingerspitzen streichelte ich das Gesicht meiner Tochter. Sie war so weich.

„Ich glaube sie hat deine Haarfarbe." Bella hob den Kopf um sie besser sehen zu können.

„Ihr habt viel Zeit um herauszufinden wem sie ähnelt. Babys verändern sich jeden Tag etwas." Mein Vater sah stolz auf seine Enkeltochter. „Glückwünsche zu diesem kleinen Schatz. Ich werde den anderen informieren. Genießt die Zeit mit ihr, bevor gleich die Familie hier herein stürmt." Er lachte und ging.

„Diese Prinzessin braucht einen Namen." Murmelte ich und trocknete meine Tränen.

„Was hältst du von Antonella? Schön wie eine Blume." Fragte Bella leise.

„Das ist der perfekte Name für sie." Ich küsste meine beiden Frauen.

„Emmett hat angerufen und hat gesagt, das er noch die letzten Details seine Anzugs mit dir besprechen muss. Er meint das er völlig lächerlich in ihm aussieht und wenn du dich nicht endlich mal für einen Tag von uns lösen kannst, geht er im Pyjama zum Alter."

„Kann er nicht hierher kommen? Es ist doch nicht so weit." Ich zuckte mit den Schultern und bewunderte weiterhin meine Antonella.

„Edward!" Sagte Bella warnend.

„Ist ja gut, nächste Woche fahre ich hin."

„Nächste Woche ist es zu spät. Du musst diese Woche noch fahren" Ich fluchte leise.

„Welche Farbe haben deine Augen meine Süße? Lass sie mich sehen." Bat ich meine Tochter und verlor den Faden des Gesprächs das ich eigentlich mit meiner Frau führte.

„Es ist noch zu früh um das zu sehen Schatz." Bella hörte sich leicht genervt an. Ok, ich stellte diese Frage schon seit drei Wochen.

„Carlisle und Esme haben gesagt das, wenn sie so was wie einen Ring um die Pupille hat, sie helle Augen haben wird." Als meine Tochter für einen Augenblick die Augen aufmachte, sah ich sie fest an. „Sie wird nicht meine Augenfarbe haben." Stellte ich enttäuscht fest.

„Sie ist hübsch, es war also klar das sie meine Augen bekommt und nicht deine." Ich sah sofort zu Bella. Sie machte sich über mich lustig.

„Sehr witzig. Aber sie hat meine Haare." Ohne sie anzusehen wusste ich, das sie die Augen verdrehte.

„Selbstverständlich. Sie hat das Beste von uns Beiden." Sie legte sich auf die andere Seite unserer Tochter.

„Wie viele Kinder möchtest du haben?" Fragte ich und spielte mit den Fingern meiner Tochter.

„Keine Ahnung Edward. Ich erhole mich gerade von einer Geburt und denke bestimmt nicht an die nächste." Sie lachte.

„Ich möchte aber nicht, das meine Kleine lange alleine bleibt." Ich zuckte mit den Schultern.

„Das ist sie mit Sicherheit nicht. Du bist ja nicht mal bis zur nächsten Ecke gegangen seit sie da ist. Ich bin dankbar das du einer der Inhaber der Firma bist, sonst wärst du schon längst Arbeitslos." In dem Moment schellte mein Handy. Bella sah mich mit hochgezogenen Augenbrauen an, damit ich mich bewegte. „Das ist zu viel." Brummelte sie, las ich keine Anstalten machte mich zu bewegen.

„Deine Mutter ist etwas von deinem Vater genervt." Erklärte ich meiner Tochter ernst.

„Das war dein Vater und er hat gesagt das, wenn du dich dazu herab lässt mal wieder in Chicago aufzutauchen, du bei ihnen vorbeikommen sollst, sie haben was für Antonella. Und sie kommen nächste Woche her."

„Dann können sie es ja mitbringen." Murmelte ich, ohne meine kleine Prinzessin aus den Augen zu lassen.

„Hast du vor irgendwann mal wieder dieses Haus zu verlassen Edward?" Fragte Bella belustigt.

„Irgendwann vielleicht." Ich drehte mich zu Bella und zwinkerte ihr zu.

„Du bist irre." Sie schüttelte den Kopf.

„Ihr Beide macht mich irre." Ich zeigte auf sie und meine Kleine.

„Du bist unser Untertan? Kann ich das ausnutzen?" Sie wackelte mit den Augenbrauen.

„Selbstverständlich!" Rief ich und bevor sie etwas sagen konnte, fügte ich hinzu. „Aber nur, wenn ich dafür nicht dieses Haus verlassen muss." Sie schnaufte und ich grinste sie an.

„Ok, ich hab also nicht so viel Macht wie diese kleine Hexe hier." Bella zog eine Schnute und piekste Antonella sanft mit dem Finger.

„Klar hast du das. Ich gehöre ganz dir...na ja, fast." Diesmal machte ich mich über sie lustig. Dafür streckte sie mir ihre kleine rosa Zunge entgegen.

Ich war in meine beiden Frauen verliebt, aber während Bella mich an meiner Unterlippe hatte, hatte mich meine Tochter um ihren kleinen Finger und noch viel mehr gewickelt. Es war einfach, wie in einem Traum zu leben und ich hatte nicht vor daraus aufzuwachen. Deswegen dachte ich auch nicht daran, das Haus zu verlassen. Wenigstens für die nächsten 15 Jahre nicht, oder so...glaube ich...

Fin!