28. Magic
Sie lebten noch. Das Monster war aus dem Wasser gestiegen, als sie hineingegangen waren. Schnell hatte er bemerkt, dass das Trockenfleisch nass werden würde, und deshalb balancierte er sein Bündel nun auf dem Kopf und versuchte, nicht unterzugehen. Schnell hatten sie den unangenehm kühlen und undurchsichtigen See durchschwommen und das andere Ufer erreicht.
Er blickte schwer atmend zurück und erkannte, dass das Monster seinen toten Freund ächzend zurück ins Wasser befördert hatte. Er ging stark davon aus, dass der tote Wichser spätestens morgen wieder lebendig war. Und dann waren er und Granger hier auf dieser Insel gefangen.
Unfassbar, dass sie ihn ausgespielt hatte! Unfassbar, dass er darauf ansprang. Aber er brauchte sich nichts vorzumachen. Er vertraute ihr blind, wenn es darum ging, ihren Körper zu besitzen. Merlin, er war erbärmlich. Aber er war ein Mann. Und noch lebten sie.
Er war sich nicht einmal sicher, was diese Monster taten. Beschützten sie die Insel? Waren sie zufällig hier? War es so auf dieser Insel? Gab es sinnlose Feinde und Gefahren, einfach weil? Einfach nur so? Wieso gab es Wesen auf dieser Insel, die es eigentlich nicht geben sollte? Wieso bewahrheiteten sich alte Geschichten, die er als Kind gelesen hatte? Er hatte keine Antwort auf seine Fragen. Es war frustrierend, so wie alles andere hier.
Er sah sich um. Groß war die kleine Insel nicht wirklich. Er nahm an, in zehn Minuten hätte man die Insel einmal umrundet.
„Lass uns den Baum finden", sagte sie, als sie an Land geklettert war und ihre Haare halbherzig auswrang. Die Wesen waren im moosigen Wasser verschwunden. Die Oberfläche lag wieder glatt und unscheinbar.
Sein Blick glitt über ihren Körper. Das war es schließlich, was er durch diesen Vertrauens-Deal gewonnen hatte, dachte er dumpf. Ihren Körper. Wie lange er ihn wohl haben würde? Es waren dumme Gedanken. Sie waren so unfassbar unpassend, dass er seine Gedanken wieder auf das Wesentliche zwang.
„Ja", bestätigte er. Er nahm an, sie müssten das Einhorn sehr schnell finden. Es sei denn, auch das war eine Metapher, die sie erst entschlüsseln mussten. Oder vielleicht hatten die beiden Wasser-Wichser das Einhorn auch schon verschlungen. Wieder dachte er zornig an seinen verdammten Affen, der ihn im Stich gelassen hatte. Skills war ein Angsthase. Aber wenn Draco ehrlich war, dann war ihm lieber, dass Skills sich versteckte, als dass er umgebracht wurde.
Granger hatte Recht. Er war nicht wirklich sauer auf Skills. Er war sauer auf sich selbst. Aber das musste er ihr nicht auf die Nase binden. Er mochte es nicht, in ihrer Schuld zu stehen. Es macht ihn lediglich verletzbar. Und er wusste nicht, wo genau sie standen, um so etwas zuzulassen. Und dass er ihr ihren Willen ließ, um Sex mit ihr zu haben… es sagte gefährlich viel über ihn aus, oder nicht? Er dachte so. Denn dass es falsch war, musste sogar Prinzessin Gryffindor neben ihm wissen.
Und sie hatte das Wesen umgebracht, weil es ihr versichert hatte, es würde ihr nichts zustoßen lassen? Es klang vielleicht abwegig. Tatsächlich. Wenn es gesprochene Worte waren, aber… Draco wusste schon, er würde ihr tatsächlich nichts zustoßen lassen. Gut, wenn sie es abwegig fand, dass er nett war. Gut so. Denn er konnte sich selber nicht mit diesem neuen Konzept anfreunden.
Schweigend durchschritten sie die spärlich bewachsene Insel.
Aber sehr schnell wurde ihm klar – der schwarze Baum war nicht hier.
Auch ihr schien es aufzufallen, denn nach wenigen Minuten hatten sie den Großteil der Insel durchkämmt, und weder ein Einhorn, noch ein schwarzer Baum offenbarten sich ihnen. Sie sah ihn an.
„Wo ist er?", fragte sie tatsächlich. Er blieb stehen und atmete aus.
„Ich weiß es nicht", antwortete er still. Das… wäre wirklich, wirklich dumm. Und er hätte wirklich, wirklich Recht gehabt.
„Aber… es ist… wie in der Vision!", beteuerte sie ratlos.
„Ja", entgegnete er, drehte sich um die eigene Achse, aber nichts deutete darauf hin, dass hier ein giftiger Baum wuchs, noch dass ein Einhorn auf dieser Insel lebte.
„Meinst du… es gibt noch so einen See und noch so eine Insel?" Draco nahm an, dass sich die Landschaft hier möglicherweise wiederholte, aber auch er hatte gespürt, dass das der richtige Ort war. Und er schüttelte langsam den Kopf.
„Nein. Die Wassermonster werden die Insel aus einem bestimmten Grund bewachen, Granger. Und… in der Vision", er dachte kurz nach, bis es ihm einfiel, „war es später Nachmittag. Sonnenuntergang", schloss er nachdenklich. „Wir warten." Und etwas anderen blieb ihnen fairerweise auch nicht übrig.
Das Warten kam ihm endlos vor. Sie saßen in der Mitte der Insel. Aber es war alles magisch hier, also lag die Vermutung nicht fern, dass die Tageszeit tatsächlich gewisse Umstände hier beeinflusste. Es war eine schmale Hoffnung, aber bei Merlin, erst gestern hatten sie die Hütte des Riesen im Wald gefunden!
Hier war alles möglich.
Sie saß etwas abseits von ihm, starrte blind nach vorne, und sie hatten seit einer Weile nicht mehr gesprochen. Der Nachmittag war über sie hereingebrochen, und er nahm an, bald müsste es soweit sein.
Aber er wusste, warum sie schwiegen. Sie glaubten beide nicht wirklich daran, dass magischerweise ein Baum und ein Einhorn aus dem Nichts auftauchten.
Zäh tickten die Minuten dahin, und er hielt es nicht mehr wirklich aus. Er erhob sich spontan. „Komm", sagte er schließlich, bedeutete ihr, aufzustehen, und skeptisch blickte sie zu ihm auf.
„Wohin?", fragte sie ihn niedergeschlagen, aber er kam näher, griff nach ihren Händen und zog sie auf die Beine. Unschlüssig stand sie vor ihm.
„Irgendwohin. Lass uns nachdenken, ok?" Er versuchte, sie zu motivieren, denn er glaubte, sie brauchte das jetzt. Er brauchte das jetzt. „Wir sind am richtigen Ort", versicherte er ihr. „Aber… vielleicht müssen wir noch irgendetwas tun. Was… weißt du über Einhörner, Granger?" Und tatsächlich schienen diese simplen Wissensfragen sie immer aus ihrer Reserve zu locken. Und kurz flackerte etwas Eigenartiges über ihre Züge. Er glaubte, es von ihr zu kennen, aber er hatte es selten erlebt. Was war es? Ein schlechtes Gewissen? War es das? Aber dann war der Ausdruck verflogen, und sie sprach.
„Einhörner werden golden geboren. Mit zwei Jahren wechselt die Fellfarbe in eine silberne. Mit vier Jahren wächst das Horn, und mit sieben Jahren nimmt das Fell eine strahlend weiße Farbe an. Wie… in der Vision. Sie bevorzugen Frauen, und… ihr Schweifhaar wird für Tränke und Zauberstäbe verwendet", schloss sie atemloser. Er nickte. So ähnlich hatte er es auch im Kopf.
„Kann man sie anlocken?", fragte er dann, aber sie schien darauf keine Antwort zu wissen.
„Ich glaube nicht", entgegnete sie unglücklich. Sein Blick glitt ins Leere, während er nachdachte.
„Wieso sehen wir es nicht?" Er fragte nicht sie, sondern äußerte lediglich die Worte. „Was vergessen wir?"
„Einhörner sind sehr scheu. Sie sind… unschuldig und rein. Die wunderschönsten Kreaturen der Natur", rezitierte sie weiter aus einem mentalen Lehrbuch, wie ihm schien. „Sie sind ehrlich und willensstark, und das einzelne Haar birgt eine makellose Magie und unterwirft sich nicht den Dunklen Künsten. Ein Zauberstab gefertigt aus Einhornhaar benötigt Vertrauen in seine Kraft…", schloss sie schließlich. Draco war mäßig beeindruckt. Und dann hob sich ihr Blick, und fast befiel ihn eine Gänsehaut, denn er erkannte auch diesen Blick. Er verbrachte zu viel Zeit mit ihr, denn er konnte sie bereits lesen.
Und sie kannte die Lösung!
„Hast… hast du den alten Zauberstab dabei?", fragte sie ihn übergangslos. Draco griff in das schmale Bündel um seine Schulter, tastete im Innern, und Grangers Ausdruck wich schierer Ungeduld. Dann zog er das geflickte Stück Holz hervor.
„Ja", sagte er dann.
„Wie sehr hängst du daran?", entkam es ihr heiser. Er runzelte die Stirn.
„Warum?", wollte er wissen, und sie sah ihn aufgeregt an.
„Ich glaube, dass wir das Vertrauen stören, wenn wir einen anderen Zauberstab bei uns tragen. Wir sind hier, um neue Zauberstäbe zu bauen, richtig?" Er starrte sie an. „Und… ich denke, das einzige, was wir tun können, um unsere Aufrichtigkeit zu beweisen, ist… ihn zu zerstören", schloss sie atemlos.
Sein Blick fiel auf das Stück Holz in seiner Hand. Nein, er hing nicht mehr daran. Er war wertlos geworden.
„Lass uns Feuer machen", erwiderte er bestätigend, und allein das Leuchten ihrer Augen sagte ihm, dass sie Recht hatte. Sie war klug. Ohne jeden Zweifel. Vielleicht nicht in Bezug auf ihn, aber… grundsätzlich war sie klug, dachte er in einem lichten Anflug von Selbstreflexion.
Sofort sammelten sie genügend Laub, und es dauerte nicht lange, bis das Feuer brannte. Er zögerte nicht lange, tauschte noch einen Blick mit ihr, und dann warf er seinen Zauberstab ins Feuer. Und eilig fiel ihm ein, was seine Mutter ihm tausendmal eingetrichtert hatte. „Zurück!", rief er, griff ihren Arm, und zog sie mit sich, zwischen die Bäume, während die Flammen gierig am Holz seines Zauberstabes leckten.
„Nicht mit kaputten Zauberstäben spielen, sie vom Feuer fernhalten, keine alten oder kaputten Portschlüssel anrühren", zählte er die Kinderregeln seiner Vorschulzeit auf, und Granger wich neben ihn zurück, während der kaputte Zauberstab im Feuer zischende Funken spie.
Dann sah sie ihn an. „Warum keine Portschlüssel?", fragte sie ihn plötzlich. Sein Blick war immer noch gebannt auf den Zauberstab in den Flammen geheftet, die sich plötzlich grün färbten, dann rot, dann blau.
„Weil man nicht weiß, wo man landet", erwiderte er, ohne sie anzusehen. Jetzt sprühten goldene Funken in einem hohen Bogen nach oben.
Und dann – war es vorbei. Die Flammen schrumpften, brannten wieder normal, und der Zauberstab war zerstört. Die Sonne versank hinter den Bergen.
„Ja, man weiß nicht, wo man landet", wiederholte sie unglücklich seine Worte, aber dann vernahmen sie ein Schnauben, direkt hinter sich. Granger wandte sich als erstes um, und er hörte sie laut einatmen. Er folgte ihrem Blick, und er vergaß fast, dankbar zu sein. Denn der Anblick war unglaublich.
Das Einhorn wirkte wesentlich größer als in der Vision. Und viel schöner. Es schüttelte die Mähne, beobachtete sie beide mit größter Vorsicht, und seine goldenen Hufe funkelten in der Sonne. Und als hätte er immer dort gestanden, erkannte Draco keine zehn Meter weiter recht einsam einen pechschwarzen Baum.
Er konnte nicht fassen, dass Granger recht gehabt hatte.
„Und jetzt?", flüsterte er bloß, ohne sich zu rühren, und sie atmete neben ihm langsam aus.
„Jetzt… versuche ich näher zu gehen", wisperte sie zurück. Und das tat sie. Sie streckte die bloße Hand aus und machte einen Schritt in die Richtung des Einhorns. Kurz scheute es, warf den Kopf zurück, und gefährlich ragte das Horn in die Höhe. „Ruhig", flüsterte sie und kam noch einen Schritt näher. „Ich tue dir nichts, ok?", fuhr sie fort, und einen Meter vor dem Tier blieb sie stehen, die Hand noch immer ausgestreckt.
Aber so einfach war es nicht, ging ihm auf. Zwar beäugte das Tier Granger weitaus weniger misstrauisch als ihn, aber Granger wartete lange, ohne Erfolg. Immer wieder zog sich das Tier zurück, scheute, schnaubte auf, bis es letztendlich durch die Bäume brach und davon stob. Nicht weit, nur wenige Dutzend Meter, aber… sein Vertrauen schien einige Zeit in Anspruch zu nehmen. Und… Zeit war das einzige, was sie nicht übrig hatten.
Er atmete enttäuscht aus. Grangers Arm sank entmutigt.
Dann sollten sie sich vielleicht zunächst dem Baum zuwenden, überlegte er seufzend.
„Es ist wundervoll", flüsterte Granger traurig, die dem Einhorn wie verzaubert nachblickte. Und Draco verspürte das seltsamste Verlangen, Granger die Strähne aus dem Gesicht zu streichen, sie zu berühren, aber er tat es nicht.
Er hatte sie heute bereits geküsst. Sie hatten sich geküsst, ohne danach Sex zu haben, und es war… etwas anders gewesen. Vielleicht fiel es ihr nicht auf, aber ihm fiel es auf. Er war ihr dankbar gewesen. Sie hatte ihn gerettet, völlig blind gegenüber der Gefahr, die es für ihr eigenes Leben bedeutet hatte. Und es bedeutete viel.
Es bedeutete wahrscheinlich mehr, als er wahrhaben wollte. Er seufzte leise auf.
„Lass uns den Baum näher ansehen", sagte er ruhig, und ihr verschleierter Blick hob sich zu seinem Gesicht. Dann verstand sie.
„Ok", sagte sie nickend, und sie näherten sich dem schwarzen Stamm, der alles Licht zu schlucken schien. „Ist… ist er giftig?", fragte sie ihn, und er konnte nur wiedergeben, was er von seinem Kinderbuch noch wusste.
„Nur die Blätter. Die können wir nicht berühren." Ihr Ausdruck fiel, und er verstand auch, warum.
„Aber… die Blätter sind überall", entkam es ihr müde.
„Wir müssen einfach vorsichtig sein", murmelte er, aber er hatte noch keine Ahnung, wie sie an die hohen Äste gelangen sollten. Wenn er die Arme hoch über seinen Kopf streckte, erreichte er die Blätter nicht mal. Die Äste wuchsen drei Meter über dem Boden und waren praktisch verborgen durch ein extrem giftiges und voluminöses Blätterdach. „Du könntest auf meinen Schultern stehen", schlug er nach einer Weile vor, und der Blick, den sie ihm schenkte war sehr eindeutig. „Oder ich auf deinen?", ruderte er zurück, und sie verdrehte die Augen.
„Ernsthaft? Das ist die Lösung?" Sie sah ihn demonstrativ ablehnend an, aber er hatte tatsächlich eine bessere Idee.
„Der Speer ist stabil genug. Damit sollte ich einige Äste abschlagen können. Wir müssen nur mit den Blättern aufpassen!" Unschlüssig holte sie den Speer, gab ihn ihm, und zögernd stellte er sich unter den Baum.
„Warte!", rief sie, bevor er den Speer heben konnte. „Lass uns lieber Steine werfen. Ist sicherer", ergänzte sie hastig, lief einige Meter weiter und grub handgroße, moosbedeckte Steine aus dem Boden. Sie zielte, einige Meter weit vom Baum entfernt, und schleuderte den Stein mitten in die Baumkrone. Es knackte, aber nur Blätter rieselten hinab. Leuchtend schwarz schimmerten sie am Boden.
Er griff sich ebenfalls einen Stein, warf ihn heftiger, und dieses Mal knackte es lauter. Ein Zweig fiel aus der Krone nach unten. Er zog seinen Säbel und bückte sich zum Zweig. Das Holz wirkte nahezu schwarz und mit geschickten Schnitten hatte er die kleinen Zweige abgeschnitten und den dickeren Zweig von Blättern befreit.
Er hob ihn auf die Hand. Tatsächlich waren nur die Blätter giftig. Merlin sei Dank.
„Hier." Feierlich überreichte er ihn ihr. Lächelnd nahm sie den Zweig entgegen.
„Vielen Dank", bemerkte sie zufrieden. „Und was jetzt?"
„Jetzt kannst du die Rinde abfeilen und teilst in am besten mittig, damit wir – irgendwann – das Einhornhaar einfügen können. Wir verkleben das Holz am besten wieder mit Harz." Er wandte sich wieder dem Baum zu und griff sich den nächsten Stein. Zeit, seinen Zauberstab zu gewinnen.
Sie sahen nicht schlecht aus, stellte er fest, nachdem sie die Zweige blank geschabt hatten. Es fehlte die Politur, aber beinahe sauber hatte er sie anschließend in der Mitte geteilt. Sie warteten praktisch nur auf das Einhornhaar.
„Wow", sagte sie nach einer Weile. Das dunkle Holz schien das Licht des Feuers zu schlucken. „Es ist wirklich schönes Holz."
„Es ist sehr mächtiges Holz", bestätigte er. Die Dunkelheit war hereingebrochen, aber etwas weiter erkannte er immer noch das Einhorn, was müßig zwischen den Bäumen graste. Ab und an erkannte er auch die grünen glühenden Augenpaare im Wasser, die sie zu beobachten schienen, und er nahm an, die Monster waren enttäuscht, um ihr Frühstück gebracht worden zu sein. Es wäre ratsam, wenn sie wieder in Schichten schlafen würden. Zur Sicherheit.
Noch besser wäre es, wenn das Einhorn einfach zu ihnen käme und sich zwei Schweifhaare abschneiden ließ. Aber das Horn war doch ein wenig zu gefährlich, um es darauf ankommen zu lassen, dachte er dumpf.
„Sie sind wieder zu zweit", kommentierte Granger seinen Blick aufs Wasser.
„Ja, ich weiß", entgegnete er seufzend.
„Ich glaube, sie können nicht an Land kommen", sagte Granger dann nachdenklich. Draco war sich da nicht sicher. Er nahm an, sie fürchteten vielleicht das Einhorn, aber wirklich sicher war er nicht. Sie streckte sich und rieb sich dann die Augen.
„Hast du Durst?", fragte er sie, und sie ruckte mit dem Kopf.
„Es geht schon", gab sie zurück. Das Feuer flackerte ruhig zwischen ihnen.
Und dann hörte er ein entferntes Heulen. Er hob den Kopf. Es war sein Affe. Es war Skills. Granger hatte es auch gehört.
„Ich glaube, er ruft uns", flüsterte sie unglücklich. Draco nickte bloß. Er vermisste ihn doch tatsächlich, diesen verlausten Affen. Unfassbar. „Armer Skills", murmelte sie lächelnd. Sein Mund war sehr trocken. Die lange Dehydration schwächte sie beide stark. Seine Augen fielen immer wieder zu. „Ich übernehme die erste Wache", bot sie ihm an. Und er diskutierte einmal nicht mit ihr.
„Ok", entgegnete dankbar, und legte sich auf den Rücken. Er musste Kräfte sparen. Und er hoffte, dass sie tatsächlich funktionierende Zauberstäbe herstellen konnten. Er hoffte es wirklich. Denn der Schmerz in seinem Rücken war nicht mehr zu ignorieren.
