27. Kapitel
"Sie sind fort", stellte Hermine das Offensichtliche fest und machte sich auf eine spöttische Antwort gefasst, aber Severus sagte nur: "Ja!"
Nur dieses kleine Wort und doch hörte Hermine deutlich die Veränderung. Etwas Fremdes, völlig Unbekanntes lag in seiner Stimme. Sie musterte ihn aufmerksam und plötzlich wusste sie es und atmete hörbar auf.
"Du hast auch Angst!", flüsterte sie und ihre Erleichterung war unverkennbar.
Severus stritt es nicht ab. Tatsächlich fürchtete er sich mehr als jemals zuvor in seinem Leben.
So alt war er schon und doch völlig unerfahren.
Er hatte keine Ahnung, was sie von ihm erwartete, was er tun durfte und was nicht. Zum allerersten Mal bereute er es, niemals eins der Bordelle besucht zu haben, in denen die anderen Todesser Stammgäste waren. Lucius hatte es nicht verstanden, hatte ihn immer wieder bedrängt.
"Na, komm schon, mit etwas Magie erfüllen dir die Nutten auch die abartigsten Gelüste."
Aber er hatte keine wie auch immer gearteten Wünsche, er verspürte überhaupt nichts beim Gedanken an eine nackte willige Frau. Es interessierte ihn nicht! Doch Lucius Unterstellungen festigten seinen unheimlichen Ruf in den Kreisen der Todesser. Sie fürchteten ihn, weil es ihnen unmöglich war, ihn zu durchschauen.
Was wäre wohl mit ihm geschehen, hätten sie geahnt, dass er sich sogar davor ekelte, sich selbst zu berühren?
Lust und Begehren waren ihm vollkommen fremd. Noch nie hatte er auch nur annähernd etwas Vergleichbares empfunden wie vorhin in der Heulenden Hütte als Hermines suchende Finger durch den Stoff seiner Hose sanft sein Glied berührten. Allein der Gedanke daran ließ sein Herz schneller schlagen. In diesen Sekunden war keine Zeit gewesen für Zweifel und Angst, aber jetzt, jetzt fürchtete er nichts mehr als den Ausdruck in Hermines Augen, wenn sie begriff, was doch eigentlich unvorstellbar war.
So viel unerfahrener war er als sie!
Rons jugendliche Gestalt tauchte vor seinem geistigen Auge auf und Viktor Krums muskulöser Körper. Was würde sie denken, wenn sie seinen hageren, bleichen Leib sah?
Tausend Gedanken peinigten ihn in den wenigen Sekunden, bevor Hermine den Kopf senkte und leise flüsterte: "Ich hab das noch nie gemacht, Severus. Bitte, lach nicht über mich!"
Er schloss für einen Moment die Augen, stärkte sich innerlich, wie er es schon so oft zuvor getan hatte in dem Bewusstsein, dass er was auch immer geschah irgendwie würde ertragen müssen und sagte dann ruhig: "Nicht ich bin es, der Grund haben wird zu lachen, Hermine."
Er wich ihrem Blick nicht aus. Sie sah verwirrt zu ihm auf, aber plötzlich weiteten sie ihre Augen ungläubig. "Du hast noch nie mit einer Frau geschlafen?"
"Nein!", bestätigte er tonlos und fühlte doch genau, wie seine Wangen zu brennen begannen. Was konnte noch peinlicher sein?
Aber sie reagierte völlig anders als er befürchtet hatte. Sie lachte ihn nicht aus, nein, sie lächelte ihn an.
"Dann ist es eigentlich gar nicht so schlimm, wenn ich irgendwas verkehrt mach, nicht wahr?", fragte sie leichthin, obwohl ihr plötzlich unerklärlich heiß war.
Es war für ihn ebenso neu wie für sie! Was für ein faszinierender Gedanke.
"Nein, überhaupt nicht", bestätigte Severus, aber seine Stimme zitterte dabei.
Sie hob eine Hand und strich ihm ganz sanft über die Lippen. Er erschauderte und Hermines Atem beschleunigte sich. Da war es wieder, dieses Sehnen!
"Ich will dich fühlen, Severus."
Wie heiser die Worte klangen!
Sie trat einen Schritt zurück und löste die Spange, die seine Robe zusammenhielt.
Er schleuderte sie förmlich von sich, aber als Hermine begann, sein Hemd aufzuknöpfen, zuckte er zurück und verkrampfte sich zusehends.
"Wovor fürchtest du dich so sehr?"
Ihr Blick war zärtlich und weich und zugleich so verführerisch, dass sein Körper mit aller Macht darauf reagierte. Er begehrte sie so sehr und hatte doch schreckliche Angst, sich ihr in all seiner Hässlichkeit zu zeigen.
"Ich bin nicht wie die anderen", flüsterte er mühsam.
Sie leckte sich über die Lippen und das Funkeln ihrer Augen vertiefte sich. Wie dunkel ihre Pupillen mit einem Mal waren!
"Welche anderen?", fragte sie.
Diese Stimme, dieser Blick!
Ihre Finger griffen wieder nach seinem Hemd.
"Krum", stieß er hervor, "und Weasley!"
Sie warf den Kopf in den Nacken und lachte leise.
Wie heftig die Ader an ihrem Hals pulsierte, ob ihr Herz ebenso raste wie seines?
"Nein", erwiderte sie, "so bist du nicht!" und zog mit einem Ruck sein Hemd aus der Hose. Dann schob sie beide Hände darunter und streichelte seine Haut.
Er hätte schreien mögen, so unerträglich schön war ihre Berührung, so sanft und fordernd zugleich. Die Sinne drohten ihm zu schwinden vor Wonne. Doch ihre Augen fesselten ihn, hielten ihn davon ab, seine eigenen zu schließen. Ein Feuer loderte darin, versengte sein Herz.
"Du bist einzigartig!", fügte sie hinzu und mittlerweile war ihre Stimme so heiser und rau, dass er sie kaum wiedererkannte.
Ihre Finger hatten seine Brust erreicht. Wie ein Stromstoß durchzuckte es ihn. Alles Blut schien sich in seiner Mitte zu sammeln. Hermine drängte sich an ihn, rieb sich an seiner Härte und diesmal konnte er den Laut nicht unterdrücken, der sich in seinem Innern löste. Kehlig und dunkel war sein Stöhnen, brach aus den tiefsten Gründen seiner Seele hervor, riss Hermine mit sich in die höchsten Sphären der Lust.
Keine Sekunde länger konnte sie warten, wollte sehen, fühlen, berühren!
Wie von selbst glitt ihr Zauberstab aus dem Ärmel. Ein stummer Zauber und beide waren nackt.
Für einen schrecklichen Augenblick befürchtete sie, zu weit gegangen zu sein. Wie erstarrt stand Severus vor ihr, die Augen schreckgeweitet.
Sie hielt seinen Blick fest, sah nur in sein Gesicht, während sie nach seinen Händen tastete.
"Berühr mich!", flüsterte sie. "Bitte!"
Er wollte es so sehr, ganz deutlich konnte sie es fühlen, aber er schien wie gelähmt, unfähig, auch nur den kleinen Finger zu rühren.
Ganz sacht zog sie seine Hände nach oben, legte sie auf ihre Brüste.
Sie war nicht gefasst auf die heftige Reaktion ihres eigenen Körpers. Seine kühlen Finger auf ihrer sensiblen Haut lösten Wellen der Erregung in ihr aus. Unerträglich war seine Starre mit einem Mal. Er sollte sie streicheln, warum tat er denn nichts?
"Bitte!"
Wie ein Schluchzen klang es, als hänge ihr Leben davon ab. Und endlich verschwand die grauenvolle Angst und er war wieder imstande zu fühlen. Die weiche Haut unter seinen Händen drang in sein Bewusstsein, so wunderbar warm und geschmeidig. Unendlich vorsichtig strich er darüber.
Wieder schluchzte sie auf, aber diesmal war es ein so glückseliger Laut, dass jegliche Hemmung von ihm abfiel. Sie genoss seine Berührung mit allen Sinnen, sehnte sich nach mehr.
Fordernd drängte sie sich ihm entgegen. Zögernd umschloss er ihre kleinen Brüste und ließ seine Daumen über die harten, verlockenden Spitzen gleiten.
Hermine stöhnte vor Lust, ihre Beine begannen zu zittern, gaben nach.
Severus fing sie auf, nahm sie in seine Arme und trug sie ins Zelt. Er bettete sie auf das Lager, das sie bereits einmal miteinander geteilt hatten.
Dann sank er neben ihr auf die Knie und betrachtete voller Ehrfurcht ihren jugendlichen und doch so ungemein weiblichen Körper. Sie wirkte völlig entspannt, obwohl sie mit Sicherheit seine Blicke deutlich fühlte.
Ihre Augen waren geschlossen und er wusste, sie würde die Lider erst wieder öffnen, wenn er sie darum bat.
Und plötzlich wollte er nichts mehr, als dass sie ihn ansah, wollte die herrliche Erregung in den braunen Augen wiedersehen, auch wenn es bedeutete, sich ihren Blicken zu stellen.
"Nicht zögern!", befahl er sich selbst, "nicht denken!"
Er beugte sich zu ihr hinab, berührte ihre Lippen ganz sacht mit seinen.
"Sieh mich an!"
Es war gesagt!
Noch sah sie ihm nur in die Augen, aber dabei würde es natürlich nicht bleiben. Entschlossen stand er auf.
Sie griff nach seiner Hand und er umklammerte sie unbewusst wie einen rettenden Anker. Aber sie senkte den Blick nicht, sah ihm offen ins Gesicht.
"Du bist der erste Mann, den ich so sehe, Severus und du sollst der Einzige bleiben."
Ein zarter Schimmer überzog ihre Wangen, als sie den ungläubigen Ausdruck in seinen Augen erkannte.
"Es waren nur Küsse und ich hab absolut gar nichts dabei empfunden. Viktor hat es natürlich bemerkt. Er hatte ja jede Menge Erfahrung."
Sie lachte, aber es klang eigenartig in seinen Ohren, gezwungen.
"Bei Ron hab ich mich dann einfach verstellt, hab so getan, als würde es mir gefallen. Das war falsch."
Ihr Blick wurde ernst, sehr ernst.
"Bei dir war es vom ersten Moment an anders. Es ist echt, Severus und so tief und stark, dass es nichts auf dieser Welt geben kann, das diesem Gefühl gleichkommt. Und deshalb", jetzt lächelte sie und es war das ehrlichste und berührendste Lächeln, das ihm jemals zuteil geworden war, "wirst du für mich immer der schönste Mensch auf Erden sein. Also hör auf, dich zu fürchten."
Ihr Lächeln veränderte sich, wurde zum schelmischen Grinsen.
"Und wenn du noch einmal abfällig über den Mann sprichst, den ich liebe, dann lernst du meine dunkelste Seite kennen."
Und dann senkte sie den Blick, musterte ihn unendlich langsam. Tiefer und tiefer glitten ihre Augen, verbrannten ihn wie glühende Finger. Nicht unangenehm, ganz im Gegenteil, ihm wurde unglaublich heiß und sein Atem beschleunigte sich ebenso wie der ihre.
Mehr und mehr verdunkelten sich ihre Pupillen. Sein Anblick stieß sie nicht ab, er erregte sie und er fühlte überdeutlich, wie sein Körper auf dieses Wunder reagierte.
Hermines Mund wurde staubtrocken. Alle Feuchte schien sich zwischen ihren Beinen zu sammeln. Wie von selbst hob sich ihre Hand, berührte ganz sanft sein Geschlecht, strich unendlich zärtlich darüber und ein Schauer durchfuhr Severus, der sie mutiger werden ließ. Behutsam umschloss sie sein Glied, massierte es ganz sacht. Immer härter wurde es, drängte sich gegen ihre Finger. Was für ein berauschendes Gefühl es war, ihn derart zu stimulieren. Sein ganzer Leib bebte mittlerweile vor Lust, sein Atem ging stoßweise, wurde zum Keuchen und sie zog ihn zu sich herab. Ihr eigener Schoß pulsierte beinahe schmerzhaft, als wolle er sie gradewegs in den Wahnsinn treiben. Sie konnte nicht warten, wollte ihn in sich spüren, sofort!
"Nimm mich!", hauchte sie, "jetzt!"
Sie spreizte die Beine, wölbte sich ihm entgegen. Sein Glied pochte so heftig, dass es ihm völlig unmöglich war, noch länger zu widerstehen. Er legte sich über sie und dann, ohne zu begreifen wie es geschah, war er in ihr.
So schnell, so leicht, so vollkommen ohne Angst und Zweifel.
Es war richtig und es war wunderbar!
Vorsichtig bewegte er sich, der Ausdruck ihrer Augen leitete ihn und ihr Stöhnen, das mit jedem seiner sanften Stöße intensiver wurde. Ihre Hände legten sich um seine Hüften.
"Fester!", keuchte sie und seine Furcht, sie zu verletzen, verschwand.
Schneller, rhythmischer wurden seine Bewegungen und was er dabei empfand war unbeschreiblich. Auch er ertrug es nicht länger schweigend. Der Laut, der aus seiner Kehle drang, versetzte Hermine endgültig in Ekstase. Kein erotischeres Geräusch konnte es geben.
Und dann versank die Welt um sie herum, als ihre Leiber in perfekter Harmonie explodierten.
Hermine glaubte zu zerbersten vor Glück. Wieder und wieder beutelten sie die wohligen Schauer, der Nachhall vollkommener Befriedigung und auch Severus erzitterte ein ums andere Mal, bevor er sich mit einem tiefen, kehligen Seufzer aus ihr zurückzog und erschöpft neben ihr aufs Laken sank.
"Es ist ein Traum!"
Severus leise Stimme klang so zittrig und schwach wie Hermine sich fühlte. Doch trotz der überwähltigenden, allumfassenden Erschöpfung, die Leib und Seele nach diesem unfassbaren Gefühlssturm ergriffen hatte, war ihr Verstand noch wach genug, um die Angst wahrzunehmen, die in seinen Worten mitschwang.
"Eine Vision, nur Einbildung, nichts weiter!", murmelte er, als versuche er, sich selbst gegen die Enttäuschung zu wappnen, die ihn zweifelsohne erwartete, wenn er die Augen aufschlug.
Aber es war keine Fantasie, es war tatsächlich geschehen. Unvorstellbar und doch real! Ihre Körper hatten ebenso zueinandergefunden wie ihre Seelen, hatten sich gegenseitig ungeahnte, ja fast unerträgliche Freuden geschenkt, so wundervoll, dass ihre Herzen schmerzten vor Glück. Nur zu verständlich war es, dass Severus Verstand an dem Geschehenen zweifelte.
"Nein!", flüsterte Hermine, ergriff seine Hand und legte sie auf ihr hämmerndes Herz. "Es ist wirklich."
Seine Lider zuckten ein wenig, doch sie öffneten sich nicht. Er wollte nicht aufwachen, wollte nicht erkennen, dass er immer noch in der Heulenden Hütte lag, einsam und von aller Welt verlassen. Er wollte nicht, dass die berauschende Wirkung von Naginis Gift nachließ, wollte die Bilder festhalten, die sein sterbender Geist ihm vorgaukelte. Er wollte die warmen, braunen Augen vor sich sehen, wenn der Tod kam, um ihn zu holen.
"Severus!"
Wie deutlich er ihre Stimme hörte. So schön klang sein Name, wenn sie ihn aussprach. Etwas berührte seine Lippen, so weich und warm, so wirklich! Seine Augen gehorchten ihm nicht länger, wollten sehen und blickten direkt in ihre.
"Severus!", sagte sie nocheinmal und lächelte ihn an, und er hob die Hand und berührte ihr warmes, lebendiges Gesicht.
"Ich bin echt!", flüsterte sie und küsste ihn erneut und etwas in seinem Innern schien zu zerbersten vor Erleichterung.
Sie setzte sich auf und sah ihm tief in die Augen. "Du wirst dich daran gewöhnen, glücklich zu sein. Kein Traum ist so schön wie das Leben, das werde ich dir beweisen, Herr Professor", fügte sie verschmitzt hinzu und ließ ihre Hand so sanft über seine nackte Haut gleiten, dass er vor Wonne erschauderte. Dennoch hielt er ihre Finger fest.
Sie sah ihn fragend an. Er schluckte mühsam, die grauenvolle Furcht steckte ihm immer noch in den Knochen.
"Ich war so sicher ...", flüsterte er heiser, "so sicher, dass nichts von alledem Wirklichkeit war."
Er konnte nicht verhindern, dass er zu zittern begann. Hermine überlegte nicht lange, zog ihn einfach an sich und wiegte ihn sanft und er klammerte sich an sie wie ein verängstigtes Kind.
Einfach würde es nicht werden, die Schrecken der Vergangenheit zu besiegen. Sie konnte nur hoffen, dass sie stark genug war.
Plötzlich verkrampfte er sich, schien förmlich in ihren Armen zu erstarren und natürlich begriff sie, was in ihm vorging.
"Bitte, Severus, schäm dich niemals für deine Gefühle, für deine Sehnsucht nach Wärme und Geborgenheit. Ich wünsch mir nichts mehr, als dir genau das zu schenken. Ich will nicht nur deine Geliebte sein, sondern vor allem deine Freundin. Ich will diejenige sein, der du all deine Ängste und Zweifel anvertrauen kannst. Ich will für dich dasein - immer!"
Hermine konnte deutlich fühlen, wie er schluckte.
"Bitte, lass mich dich festhalten, solange, bis du dich wieder besser fühlst."
Ein leises unterdrücktes Schluchzen entfuhr ihm und sie presste ihren warmen Körper noch enger an ihn und streichelte beruhigend seinen Rücken und er gab alle Abwehr auf und vergrub sein Gesicht an ihrem Hals.
Severus wusste, er sollte sich selbst verachten, doch es gelang ihm nicht. Es tat so unsagbar gut, sich einfach fallenzulassen. Er gab sich Hermines beschützender Umarmung hin, genoss sie mit allen Sinne, bis nichts mehr in ihm war als tiefer, herrlicher Frieden. Er stieß einen befreiten Seufzer aus, bevor er völlig ohne Scheu den Kopf hob und sie ansah.
"Danke!", sagten beide wie aus einem Mund.
"Wofür dankst du mir?", fragte Severus leise und strich ein paar widerspenstige Locken aus Hermines Stirn.
"Für dein Vertrauen", antwortete sie ernst. "Es ist das Kostbarste, was mir je geschenkt wurde. Weißt du," fuhr sie fort und zog mit dem Zeigefinger die Wölbung seiner Augenbraue nach, "das vorhin, das war ...", sie stockte, sah ihn hilfesuchend an, aber auch ihm fiel beim besten Willen kein Wort ein, das auch nur annährend zu seinen Gefühlen gepasst hätte.
"Unbeschreiblich?"
"Ja!", sie lächelte, "das triffts wohl am besten."
Ihr Finger wanderte weiter zu der tiefen Falte in seiner Stirn und er hielt ihre Hand fest und zog sie an seinen Mund. "Sieh mich nicht so genau an", bat er leise und hauchte sanfte Küsse auf ihre Handfläche.
"Lenk mich nicht ab." Sie erschauderte leicht und warf ihm einen strengen Blick zu. "Was ich dir sagen will, ist mir sehr wichtig, Severus."
Er hielt in seiner Liebkosung inne und betrachtete sie aufmerksam. Eine zarte Röte schoss ihr in die Wangen unter seinem forschenden Blick.
"Das vorhin", wiederholte er ihre Worte, "war unbeschreiblich ..., aber? So geht es doch weiter, nicht wahr?"
Sie nickte. "Aber das grade eben bedeutet mir tausendmal mehr", beendete sie den Satz.
Er musste schlucken. Wie recht sie hatte! Auch für ihn war diese kleine Geste, dieses sich ihr voll und ganz öffnen, soviel bedeutungsvoller als die Erfüllung der körperlichen Lust.
"Du genießt es also, mich schwach und hilflos zu erleben, Hermine Granger?", flüsterte er, während er sein Gesicht erneut in ihrem Haar vergrub und sie so fest er konnte an sich zog. "So ähnlich", erwiderte sie leise und in ihrer Stimme schwang soviel Zärtlichkeit mit, dass er erschauderte. Eine Woge puren Glücks durchströmte ihn und er wusste mit Sicherheit, ihr ging es genauso. Er hob ein wenig den Kopf. Ihre Blicke trafen sich, verschmolzen und jeder erkannte die Gewißheit in den Augen des anderen:
Sie waren füreinander geschaffen, waren eins in Körper und Geist. Unendliches Vertrauen zueinander, keine Zweifel, keine Bedenken mehr. Es war Liebe und nichts würde sie je zerstören!
