Für alle Freunde und Feinde von Rita Skeeter: hier ist endlich der Artikel, den sie verfasst hat. Und tja, der erklärt auch zum Teil, warum meine Geschichte ihren Titel trägt. Viel Vergnügen dabei! Leider sind die Story-Alerts derzeit außer Funktion, aber ich hoffe, ein paar finden trotzdem das neue Kapitelchen hier online ;)

Ganz nebenbei (räusper) möchte ich noch darauf hinweisen, dass ich eine zweite Harry-Potter-Geschichte angefangen habe, von der schon Prolog und 2 Kapitel online sind. Sie heißt "Julie und der Tränkemeister" und ist eher ein wenig zum schmunzeln, weil der allerliebste Snape wirklich ein garstiges Geschöpf ist und ich einen Heidenspaß daran habe, ihn zu schreiben. Ich würde mich freuen, wenn ein paar von meinen treuen Lesern hier, dieser Geschichte auch ne Chance geben, auch wenn es dort nicht um Draco und Hermine geht, sondern um den finsteren Tränkemeister. Ich persönlich liebe meine neue Story sehr ;)

sheer: Mein Hinweis auf Draco und Harry bezieht sich auf politische Verstrickungen zum Ende der Story und das mit der Unterwäsche, ich konnte es mir nicht verkneifen

wickienchen: Inzwischen bin ich wieder relativ fit und habe mein Arbeitspensum etwas zurückgeschraubt, man soll ja nicht mit 26 schon ausgebrannt sein ;) also mehr Zeit für FF

D.V.G.M.1: Das war ein großes Lob. Mir liegt viel daran, dass die Gefühlswelt meiner Protagonisten (ok J.K.'s Protagonisten) trotz aller Verwirrung realistisch ist

TryPepper: Tja, ist Draco nun noch Todesser, oder nicht? Das klärt sich in den nächsten Kapiteln

JuliaSarah: heul ich vermiss Dich im ICQ! P.S. Post kommt bald, ich machs heute fertig!

Gifty: oooooooooh so viel tolles Lob! Danke!

Tanya: Ich hoffe mein Rita-Skeeter-Artikel ist aus deiner Sicht gelungen :)


Kapitel 27

Hermine hatte sich still an ihren kleinen Schreibtisch gesetzt und versucht der seltsamen Unterhaltung zu folgen, die sich vor ihren Augen entsponnen hatte. Tonks hatte ihre Fragen an Draco gestellt und er hatte ihr durch Amandas Mund geantwortet. Es war ihr nicht wirklich gelungen, den Sinn der Worte aufzunehmen, die gesprochen wurden, doch so friedlich wie Tonks und Remus den Raum verlassen hatten, schien Draco zu ihrer Zufriedenheit geantwortet zu haben. Hermines Gedanken rasten.

Amanda war ein Cogitomagus und hatte ihr nichts davon gesagt. Hermine wusste nicht, ob sie darüber enttäuscht sein sollte. Warum hatte sie sich ihr nicht anvertraut? Und warum hatte sie es stattdessen Draco erzählt? Und noch viel schwieriger zu beantworten fand sie die Frage, warum Malfoy es zugelassen hatte. Hermine wusste, dass er ein geübter Okklumentiker war, der wahrscheinlich Amandas junge Kräfte leicht auszusperren vermochte. Was verband diese beiden miteinander, dass sie so augenscheinlich Vertrauen zueinander gefasst hatten?

Hermine hatte Dracos Reaktion in seinem Traum noch bildlich vor ihren Augen, er war fürchterlich zornig gewesen, als er ihre Einmischung bemerkt hatte. Und nun ließ er Amanda ohne zu zögern in seinem Geist herumstöbern? Das alles ergab keinen Sinn.

Hermine wusste, dass es noch einige Dinge in Amandas Vergangenheit gab, die ungeklärt waren und wahrscheinlich bleiben würden. Amanda war die Tochter zweier Todesser. Als Hermine Amanda aufgenommen hatte, hatte sie angefangen Nachforschungen über die Familie der Moorlands einzuziehen. Es gab nicht viel über sie zu berichten. Die Moorlands waren unter den neueren Anhängern des Dunklen Lords gewesen. Es stand nicht fest, ob sie aus eigenem Willen handelten oder unter dem Einfluss des Imperius-Fluches gestanden hatten. Hermine hielt letzteres für wahrscheinlicher, denn Amanda hatte stets ihre Eltern in guter Erinnerung gehabt. Im Gegensatz zu manch anderem… sie schluckte, als die Erinnerungen an Dracos Träume sie erneut übermannten… war Amanda trotz des Todesser-Daseins ihrer Eltern mit Liebe aufgewachsen. Savanna und Eugene Moorland hatten auch nicht zum engeren Kreis der Todesser gehört, sondern waren in der strengen Hierarchie Lord Voldemorts auf den unteren Ebenen angesiedelt gewesen. Was also schaffte diese seltsame Beziehung zwischen dem gewissenlosen Todesser, der Draco Malfoy ja… bisher?… gewesen war, und der zarten Amanda? Sie glaubte nicht, dass die Malfoys sich mit so jemandem wie den unwichtigen Moorlands abgegeben hätten. Auszuschließen war es allerdings auch nicht.

Hermine seufzte laut und blickte zu den beiden Personen, die im Moment ihre Gedanken so beschäftigten. Erst jetzt bemerkte sie, dass ein paar tiefblaue Augen sie ängstlich beobachteten und ein paar silbergrauen Augen sie interessiert taxierten, als wollten sie erkundschaften, was in ihr vorging. Hermine schüttelte leicht den Kopf, mit dem verzweifelten Versuch ihre Gedanken zu ordnen, als ihr Blick auf die ineinander verschränkten Hände des dunkelhaarigen Mädchens und des weißblonden Mannes traf. Ihre Stirn legte sich ungewollt in Falten und aus unerfindlichen Gründen verursachte der Anblick einen seltsamen Stich in ihrem Herzen. Amanda schien es zu spüren, denn sofort löste sich ihre Hand aus Dracos und sie legte sie nervös in ihren Schoß. Es war der beste Beweis, dass Amanda tatsächlich zu dem fähig war, was sie von sich sagte.

„Es tut mir leid." kam die zögerliche Stimme der jungen Hexe und Hermine brauchte einen Moment, um zu verstehen, worauf sich Amandas Entschuldigung bezog. Hermine lächelte etwas gequält.

„Du hättest es mir doch sagen können, Amanda. Ich hatte gedacht… Du würdest mir vertrauen."

Entsetzt riss Hermines Gegenüber die Augen weit auf.

„Das tue ich doch auch! Ich hatte doch nur Angst…"

„Wovor denn?"

„Harry hat gesagt, dass es Quatsch ist. Und Draco auch…" schoss es aus Hermines Ziehtochter hervor, dann schwieg sie beschämt, weil sie wohl bemerkt hatte, dass sie Hermine nun mitgeteilt hatte, dass auch Harry schon informiert war. Hermine blickte liebevoll und nachsichtig auf das junge Mädchen, sie wusste, dass Amanda und Harry schon immer einander besonders nahe gestanden hatten. Und manchmal fragte sie sich sogar, wann Harry bemerken würde, dass aus dem kleinen Mädchen inzwischen eine junge Fau geworden war, die ihn zudem noch vergötterte.

„Du hättest auf die beiden hören sollen, Amanda. Du weißt doch, dass Harry mich besser kennt, als sonst jemand. Vielleicht sogar besser als Ron es tut. Und sogar Draco… „ Hermine schwieg einen Moment und setzte dann fort, ein ironisches Grinsen auf ihren Zügen. „… scheint mich besser zu kennen, als mir lieb sein sollte. Wer hätte gedacht, dass ich das jemals sagen werde."

Einen Augenblick lang blickte sie den einstigen Jugend-Feind, von dem sie nicht wusste, ob er immer noch ihr Feind war, an und vergaß über dem amüsierten Funkeln, dass sie in seinen Augen entdeckte, einen winzigen Moment lang, dass sich dieses Gespräch um Amanda drehte.

„Du bist mir also nicht böse?" fragte Amanda voller unterdrückter Hoffnung in der Stimme und riss Hermine von den silberfarbenen Pupillen los, die sie fixierten.

„Dir böse sein? Weswegen denn? Amanda, das ist ein wundervolles Talent, das du da besitzt. Und wir sollten daran üben, es zu verbessern!"

Mit einem Jauchzen sprang Amanda auf und warf sich Hermine in die Arme, die das Mädchen glücklich in die Arme schloss.

„Ich hatte Angst, dass du mich nicht mehr lieb hast, weil Du Angst hast, ich würde Deine Gedanken lesen." erklärte die junge Hexe verlegen.

Hermine schlang die Arme noch fester um die zarte Gestalt.

„So ein Blödsinn!" Hermine schob Amanda ein wenig von sich fort. „Ich werde Dich immer lieb haben, Du bist doch meine Familie!"

Amanda wischte sich verlegen eine einzelne Träne von ihrer Wange und lächelte glücklich.

„Gut, dann lass ich Euch jetzt mal… alleine."

Ein ungutes Gefühl überkam Hermine, als sie die seltsame Betonung Amandas auf dem letzten Wort hörte. Sie hatte nicht die Absicht gehabt, in der Zeit, in der Ron nicht in Hogwarts war, mit Draco in irgendeiner Form alleine zu sein. Zu ihrer Überraschung bemerkte sie, dass er es scheinbar als ebenso unangenehm empfand als sie. Zumindest warf Malfoy Amanda einen flehentlichen Blick zu und schien ihr irgendetwas zu sagen, aber das Mädchen kicherte nur und antwortete: „Das, mein Lieber, ist Dein Problem, nicht meines!" und verschwand damit sang- und klanglos aus dem Portrait.

Hermine blieb sitzen, wo sie war und wagte es nicht aufzublicken. Eine lastende Stille breitete sich im Raum aus und sie begann unwillentlich unruhig auf dem Schreibtischstuhl umherzurutschen. Krampfhaft suchte sie nach einem Thema, über das sie sich mit dem Todesser ‚unterhalten' konnte. An diesem Punkt wurde ihr klar, dass Malfoy auf Grund des Fluches nicht fähig war, das Schweigen zu beenden, und das es an ihr war, diesen Umstand zu ändern. Sie räusperte sich.

„Du willst also versuchen, die Todesser davon zu überzeugen, dass Remus und Tonks Kind unwichtig für sie sei?" Ihre Stimme klang recht zweifelnd, als sie versuchte zu rekapitulieren, was sie vorhin mit halbem Ohr mitbekommen hatte. „Unter der Voraussetzung natürlich, dass Du dazu Gelegenheit bekommst." fügte sie leise hinzu, als ihr wieder ins Bewusstsein kam, dass mit der Rückkehr von Harry und Ron auch Dracos Schicksal besiegelt werden sollte. Percy und die Häscher des Ministeriums würden nur kurz nach den beiden Auroren auf Hogwarts eintreffen.

Dracos Gesicht war emotionslos, als Hermine es wagte den Kopf zu heben und in seine Richtung zu sehen. Das Schweigen drohte sie wieder zu übermannen, als ihr glücklicherweise einfiel, warum sie sich ursprünglich auf den Weg zum Schlafsaal der Gryffindor-Mädchen gemacht hatte. Nervös nestelte sie in ihrer Robe und brachte ein kleines Fläschchen hervor, das sie Draco Malfoy entgegen streckte.

„Hier. Ich hatte Dir ja versprochen, dass ich mir etwas einfallen lassen wegen Deiner Träume. Es ist noch nicht perfekt und auch keine dauerhafte Lösung. Aber es unterdrückt die Träume erst einmal, bis ich einen Weg gefunden habe, der besser ist."

Sie schluckte und wartete. Zu ihrem Ärger rührte sich Draco nicht vom Fleck, sondern erwiderte ihren unruhigen Blick nun scheinbar gelassen. Hermine biss sich auf die Unterlippe, als sie merkte, dass ihre Hand leicht zitterte und sie hoffte inständig, dass Draco es nicht bemerkt hatte. Schnell zog sie den ausgestreckten Arm zurück, raffte sich auf und ging etwas zu übereilt auf Draco zu, der plötzlich auch aufstand. Hermine, zu überrascht von seiner unerwarteten Bewegung, prallte mit voller Wucht gegen seinen Oberkörper und ließ die kleine Phiole fast fallen. Doch bevor das Gefäß von ihrem Fingerspitzen glitt, spürte sie eine starke Hand den Fall der Phiole stoppen und wieder in ihre Hand drücken. Irritiert bemerkte sie, dass seine Finger einen Moment zu lange auf ihren weilten, als dass es nicht beabsichtigt gewesen sein könnte. Hermine verbot sich zu überlegen, ob ihr die Tatsache gefiel oder nicht, denn ihr Verstand und ihr Gefühl flüsterten ihr gegensätzliche Dinge zu.

Fahrig fuhr sich Hermine mit der Hand durch die Haare und schaute betreten zur Seite, um nicht direkt auf Dracos breite, muskulöse Brust zu starren, die sich von dem immer noch nicht zugeknöpften schwarzen Hemd fast weiß abhob. Sie konnte den Duft seiner Haut riechen und mit Erstaunen stellte sie fest, dass er nach frischem Tannenholz und salzigem Meer roch. Verzweifelt versuchte sie sich an den Duft von Rons Haut zu erinnern, aber es wollte ihr einfach nicht gelingen.

Hermine trat einen Schritt zurück, um Malfoys verstörender Nähe zu entkommen. Die Phiole noch immer der Hand haltend, beschloss sie, das Gefäß auf das Bett zu legen. Als sie sich vorbeugte, um den Trank auf die Decke zu legen, sah sie die Zeitung, die Amanda offen auf der Matratze liegen gelassen hatte. Eine dicke schwarze Schlagzeile sprang ihr in die Augen:

‚Liebesdrama in Hogwarts – Krieg und Betrug der Herzen?'.

„Skeeter!" entfuhr es ihr und sie riss die Zeitung an sich. Hatte die Reporterin es gewagt, tatsächlich einen Bericht über Amanda und ihre Schwärmerei für Harry, von der jeder außer Harry etwas wusste, hineinzusetzen? Das konnte sie nicht gewagt haben! Harry würde sie dafür lynchen…

Völlig vergaß sie Dracos Anwesenheit, als sie ungläubig auf die Überschrift starrte und begann den Artikel laut vorzulesen, als müsste sie sich selbst davon überzeugen, dass dieser… Unsinn… dort tatsächlich stand!

Liebesdrama in Hogwarts – Krieg und Betrug der Herzen?

Während meines leider viel zu kurzen Aufenthalts in der ehemaligen Schule für Zauberei Hogwarts, wo ich die rührende Arbeit und Sorge, um unsere Kriegshelden beobachten durfte (s. S. 2 – „Helfende Hände in ungewohnten Gemäuern – Einstige Schule wird zum größten Lazarett aller Zeiten") ist mir eine tragische Begebenheit zu Ohren gekommen.

Hermine Granger, Aurorin im Dienste des Ministeriums und helfender Engel auf dem Schlachtfeld, scheint Teil einer der ungewöhnlichsten Liebesgeschichten seit Kriegsbeginn zu sein.

Hermine Granger ist wie allgemein bekannt seit mehr als einem halben Jahr mit Ronald Weasley, ebenfalls Auror, verlobt. Ron Weasley und Hermine Granger sind Freunde seit ihrem ersten gemeinsamen Jahr auf Hogwarts, bevor sie ihre leidenschaftliche Liebe füreinander entdeckten. Doch was hält das vermeintlich glückliche junge Paar von der Hochzeit ab?

Während Harry Potter, gemeinsamer Freund der beiden Verlobten, sich zu diesen Umständen nicht äußern wollte, bekam ich bei meinen Nachforschungen genügend Hinweise darauf, dass Hermine Granger scheinbar gar nicht heiraten will!

Ganz im Gegenteil scheint es sich so zu verhalten, dass Hermine Granger Gefühle für einen anderen hegt. Doch dieser andere mysteriöse Mann in Miss Grangers Leben ist nicht, wie sie liebe Leser, vielleicht vermuten möchten, Harry Potter.

Nein, meine verehrten Damen und Herren! Ich, Rita Skeeter, darf ihnen verkünden, dass es sich bei Hermine Grangers heimlicher Liebe vermutlich um einen anonymen Unbekannten handelt, den sie vor fremden Augen im ehemaligen Mädchenschlafsaal der Gryffindors abschottet.

Während Ronald Weasley das Zögern seiner hübschen Verlobten, auf den Umstand zurückführt, dass sich die Zaubererwelt im Krieg befindet, reicht ein Blick auf Hermine Grangers bewegte Vergangenheit, dass so ein Ereignis diese vielleicht manches Mal zu willensstarke junge Hexe niemals von ihrem Vorhaben abbringen könnte, sollte sie es sich einmal vorgenommen haben. Es muss also mehr dahinter stecken.

Wie mir der langjährige treue Hauself von Harry Potter, den er aus dem Erbe des Sirius Black übernommen hatte, berichtete, handelt es sich um eine bekannte Persönlichkeit unserer Gesellschaft, die es vorzieht anonym zu bleiben. Scheinbar hat sich dieser Mann im Kampf gegen den Dunklen Lord schwere Verletzungen zugezogen und sich in die exklusive Pflege von Hermine Granger begeben, der von dem leitenden Heiler Neville Longbottom außergewöhnliche Fähigkeiten in der Heilkunst zugesprochen werden. Doch liegt es tatsächlich nur an der heilenden Wirkung ihrer Hände oder gibt es andere Gründe für die außergewöhnliche Sonderbehandlung?

Hermine Granger, die selber keine Auskunft über diese Tatsache preisgibt, und jeden Blick auf den speziellen Patienten mit allen magischen Mitteln wie eine…"

Hier stockte Hermine und ihre Stimme, die nach und nach angefangen hatte vor Wut zu zittern, überschlug sich fast, als sie den Satz weiterlas. „… liebestolle Löwin zu verhindern sucht, sieht man die große psychische Belastung, die dieses augenscheinliche Doppelleben verursacht, an. Mit Augenringen und reizbarer Laune hält sie sich von ihren Mitmenschen fern und war auch nicht bereit selbst mit mir als langjähriger guter Bekannten ein paar freundschaftliche Worte zu wechseln.

Zu fragen bleibt, ob sich diese ungewöhnliche Liebe schon vor der Patienten-Pflegerin-Beziehung entwickelte, oder die gegenseitige Anziehung erst bei dem intensiven Kontakt im Schlafsaal entstand. Wir werden sehen, was in den nächsten Monaten geschehen wird und ob Miss Granger in Zukunft mit dem zuverlässigen und beliebten Auror Ronald Weasley als ihrem Ehegatten in der Öffentlichkeit auftauchen wird, oder ob dieser als Gehörnter Platz machen muss für den neuen Mann in Hermine Grangers Leben, von dem uns nichts bekannt ist, außer seiner erlesenen blonden Haarfarbe. Wie auch immer Sie sich entscheiden, Miss Granger, nehmen Sie den Rat einer guten Freundin an und schaffen Sie klare Verhältnisse!

Ihre Rita Skeeter"

Unter dem Artikel war ein Foto von Hermine, die sich am Eingang zum Gryffindor-Gemeinschaftsraum hektisch umschaute und dann unauffällig durch das Portrait schlüpfte. Hermine ließ die Zeitung sinken und schnappte empört nach Luft. Ihre Wangen waren erhitzt und ihre zur Faust geballten Hände bebten vor Zorn. Was fiel dieser unglaublichen Person ein, solche Unterstellungen zu verbreiten!

„Dieses niederträchtige Weibsstück! Das hat sie gemacht, um sich an mir zu rächen!" platzte es aus ihr heraus. Wütend knüllte sie die Zeitung zusammen und warf sie von sich in den Raum. Sie blieb genau vor Dracos Füßen liegen. Erschrocken erinnerte sich Hermine daran, dass sie alles laut vorgelesen hatte. Sie hatte Malfoys Anwesenheit in ihrer Wut völlig ignoriert. Sie stöhnte leise, setzte sich auf die Bettkante und schlug die Hände entsetzt vor die Augen.

„Oh, Merlin. Wenn Ron das liest…" murmelte sie erschöpft.

Entschlossen stand sie auf. Sie würde Ron eine Eule schicken mit dem Artikel und einem Brief in dem sie ihm erklärte, was sie Skeeter für diese Unverschämtheit alles antun würde! Es waren noch drei Tage bis Ron zurückkommen würde. Vielleicht war bis dahin seine Wut verraucht. Inzwischen hatte Draco sich gebückt und die Zeitung aufgehoben. Befehlend streckte Hermine die Hand aus.

„Gib mir die Zeitung, Malfoy!"

Draco rührte sich nicht. Hermine stellte entsetzt fest, dass in seinen Augen ein seltsames Funkeln lag, das sie zutiefst beunruhigte.

„Gib mir die Zeitung, habe ich gesagt! Merlin, du glaubst doch hoffentlich nicht ein Wort davon! Das ist nichts als Spinnerei dieser widerlichen Klatschtante! Das weißt Du genauso gut wie ich…" Ihre Stimme wurde zittrig als sie bemerkte, dass Draco statt ihr die Zeitung zu geben, auf sie zuging.

„Keinen Schritt weiter, Malfoy. Ich warne Dich. Ich hex dir…" sie verstummte, als Draco auf ihre schwache Drohung nicht reagierte und nur wenige Zentimeter vor ihr stehen blieb.

„Da ist nichts zwischen uns! Das ist doch absurd!" versuchte sie noch einmal aufzubegehren. Aber sie spürte ihre eigene Unsicherheit, die seine Nähe erneut in ihr auslöste. Mit schreckgeweiteten Augen sah sie, wie Draco seinen Zeigefinger unter ihr Kinn legte und ihr Gesicht anhob, sodass sie seinem silber glühenden Blick nicht mehr ausweichen konnte. Hermine roch wieder Tanne und Meer und schluckte hart. Einen Moment lang hatte sie Angst, Draco könnte sie erneut küssen, doch sie spürte seine andere Hand, wie sie nach ihrer suchte und die verknüllte Zeitung ihr in die geöffnete Handfläche drückte.

Hermine zuckte beim Druck seiner Finger leicht zusammen und blickte ungläubig auf den Tagespropheten, den sie nun wie gewünscht in Besitz hatte. Sie war viel zu überrascht, um zu bemerken, wie sich Draco leicht nach vorne beugte und ihr einen kaum spürbaren Kuss auf ihre Locken hauchte, dann wandte er sich ab und begann sein Hemd zuzuknöpfen.

Hermine schluckte noch einmal schwer und dann rannte sie wie ein Reh auf der Flucht vor dem Raubtier aus dem Raum an Arkadius vorbei, der sich mit einem abgebrochen Stück einer Lanze das Visier hochgeklappt festgesteckt hatte, und endlich seinen langen Bart ohne Gefahr wallen lassen konnte. Mit pochendem Herzen erreichte Hermine ihre und Rons gemeinsame Kammer und lehnte sich gegen das kühle, starke Mauerwerk. Langsam rutschte sie daran hinunter, umschlang ihre Knie mit den Armen und legte den Kopf darauf. Leise rannen die Tränen ihre Wangen hinunter. Was sollte sie Ron schreiben? Dass Rita Skeeter alles frei erfunden hatte? Oder steckte nicht in jeder Lüge auch ein Funken Wahrheit?


Forsetzung folgt

Das nächste Kapitelchen wird vermutlich einen kleinen Ausflug zu Harry und Ron machen und zu zwei Eulen, die erst Ron und dann Harry erreichen. Das Drama wird eingeläutet!