A/N 2014

Juli/August 2010. Rund 8300 Wörter. Noch eine meiner 1.01 Versionen.

Viper (Episode 1.01)

Kapitel 1

Er war neu an der Schule. Bestimmt durch sein Schicksal fand er nicht gerade schnell Anschluss und wenn dann nur mit irgendwelchen Außenseitern.

Alleine ging er in Richtung seiner Klasse als er sie sah. Ein wenig kleiner als er, dunkel geschminkt, Nasenstecker, mehrere Ringe in den Ohren, Nietengürtel, lila Strähnen und schwarze Lederhose.

Jeder seiner Mitschüler machte ihr Platz. Wurde sie einmal nicht rechtzeitig bemerkt, wartete sie, mit flammendem Blick, bis sie bemerkt wurde.

Ein einziges Mal machte ihr einer der Footballspieler mal nicht Platz. Interessiert sah John, wie sie den einen Kopf größeren Jungen am Kragen ergriff und ohne hinzusehen einfach seufzend wie einen Sack zur Seite schob.

An der Tür zum Klassenraum trafen sie schließlich aufeinander. John blieb einfach in ihrem Weg stehen. Als sie schließlich aufsah und ihn anblickte begann er zu lächeln. In einer fließenden Bewegung wich er zur Seite, machte eine leichte Verbeugung und winkte ihr vorzugehen.

Das Mädchen verengte die Augen zu schmalen schlitzen. Schließlich ging sie dann doch an ihm vorbei in den Raum.

Während des Unterrichts saß sie schräg hinter ihm. Ganz der rebellische Teenager interessierte sie sich mehr für sich selbst als für Mr. Fergusons Unterricht.

John sah immer wieder zu ihr, was sie aber geflissentlich ignorierte.

„Wie heißt du?" Fragte er sie schließlich.

Sie hörte auf mit dem Stuhl zu wippen. Herablassend blickte sie ihn an.

„Guck nach vorne", sagte sie aggressiv und wies mit dem Kinn zur Tafel.

„Sorry", sagte John. „Wollte nur freundlich sein", sagte er und wandte sich wieder nach vorne.

Keine zwei Sekunden später wurde er am Shirt ergriffen und fast vom Stuhl gezogen. John wandte sich um, bereit sich dem Angreifer zu stellen.

Statt eines Angreifers sah er in zwei wütend funkelnde braune Augen. „Hör gut zu Blödmann", sagte sie knurrend. „Wenn ich Freundlichkeit von Dir brauche, dann prügel ich sie aus Dir raus".

„...und auch sie sind still Miss Viper, wenn ich rede", sagte in diesem Moment der Lehrer.

Geschlossen wandte sich die Klasse zu John und Miss Viper um.

Das Mädchen gab John noch einen leichten Stoß und lies sich in ihren Stuhl zurückfallen, aus dem sie sich erhoben hatte.

„Nur Viper Fergie, das wissen sie genau", sagte das Mädchen aggressiv.

Der Lehrer starrte das Mädchen noch einige Sekunden sprachlos an und setzte dann den Unterricht fort.

Viper warf John noch einen wütenden Blick zu.

Nach dem Unterricht ging John zu seinem Schrank, als er einen Schubs bekam.

„Hey Blödmann, Du hast ja vielleicht Nerven", sagte Viper zu John. Ihr Gesichtsausdruck war eine Mischung aus Wut und Ekel.

John sah sie verwundert an, so aggressiv war ihm noch Niemand gegenüber getreten. „Was ist denn mit Dir los? Bist Du immer so?"

Jetzt ergriff sie ihn am Shirt und schob ihn gegen die Wand. Funkelnd blickte sie ihn an.

Furchtlos erwiderte John ihren Blick. Niemals verlor sich sein Lächeln. Irgendwie gefiel ihm diese Rebellin.

Ihr Blick war weiterhin starr auf seine Augen gerichtet. Schließlich lies sie ihn los und trat einen Schritt zurück. „Du hast Mut", sagte sie. „Im Gegensatz zu den anderen Weicheiern hier!" Rief sie über ihre linke Schulter.

Die Mitschüler blickten kurz in die Richtung der Beiden, dann wieder weg. Mann sah ihnen an, wie unangenehm es ihnen war in Vipers Gegenwart zu sein.

„Wir sehen Uns Blödmann", sagte sie schließlich und setzte dann ihren Weg fort.

Lächelnd sah John sinnierend auf ihren Hintern, während sie mitten im Gang ging und die Anderen ihr Platz machten.

„Wow!", murmelte er leise vor sich hin.

Kapitel 2

„Und?" Fragte seine Mom. „Hast Du irgendwelche netten Mädchen kennengelernt?"

John war direkt nach der Schule nach Hause gekommen. Nach einem kleinen Streit über die Nutzung von Computern, was insbesondere das Hacken betrifft stellte ihm Sarah diese Frage.

John dachte zurück an Viper und dass sie ja eigentlich nicht nett war, musste seine Mom dann aber doch anlächeln. Sarah erwiderte das Lächeln, setzte sich neben ihren Sohn und stieß ihm in die Rippen.

„Nun erzähl schon" Forderte Sarah ihn auf.

„Na ja..."begann er. „Da ist diese Viper.."

„Viper?" Unterbrach Sarah ihn. „Ist das etwa ihr Spitznahme?"

John kratzte sich am Kopf. „Keine Ahnung", musste er bekennen. „Selbst die Lehrer nennen sie so. Vielleicht ihr indianischer Name oder Sowas?"

Sarah betrachtete Johns Gesicht einige Sekunden lang, ohne Etwas zu sagen. „Wie ist sie denn so?" Fragte sie schließlich.

John beginnt zu sinnieren. „Eine Rebellin", sagte er und blickte ins Leere. „Ringe in den Ohren, lila Strähnen, Lederhose, Stecker in der Nase". Jetzt drehte John den Kopf. „Jeder hat Angst vor ihr", er lächelte. „Sie ist aggressiv..., einfach ein Klassemädchen".

Sarah starrte ihren Sohn zweifelnd an. Dann schüttelte sie den Kopf. „Du gehst ja nie den leichten Weg", sagte sie und lächelte verzweifelt.

Sarah saß mit John am Esstisch in der Küche als mit hoher Geschwindigkeit ein Fahrzeug herangerast kam.

Sarah und John ergriffen ihre Waffen und hasteten zum Fenster.

Vor dem Haus dann kam der Wagen voll gebremst auf dem Kies schlingernd zum stehen.

Sie sahen ein Mädchen aus dem Schrottreifen Wagen springen.

Sarah sah zu ihrem Sohn, die Augenbrauen hochgezogen.

John hatte verwundert die Augen aufgerissen und drehte zögerlich den Kopf und sah zu seiner Mom, die ihn fragend anblickte.

„Viper", flüsterte er verwundert.

Sarahs Augen verengten sich. „Warum hast Du ihr gesagt, wo wir wohnen?"

„Mom, ich schwöre Dir, ich hab ihr nichts gesagt. Ich habe kaum drei Worte mit ihr gewechselt", sagte John mit Nachdruck.

Sie sahen das Mädchen sich aufmerksam umsehen, bevor sie zum Haus blickte. Schließlich stapfte sie auf die Haustür zu.

Mit der Faust bollerte sie gegen die Tür, dass Sarah Angst hatte, die Tür würde aus dem Rahmen fliegen.

John blickte Sarah nocheinmal zweifelnd an und ging dann zur Tür.

Als er die Tür öffnete blickte er in Vipers finsteres Gesicht.

„Na Blödmann?" Sagte sie und schob ihn einfach aus dem Weg.

Als Viper einen Schritt ins Haus gemacht hatte stand plötzlich Sarah im Weg.

„Was glaubst Du, was Du da tust junge Dame?" Fragte Sarah mit vor der Brust verschränkten Armen.

Viper verschränkte ebenfalls die Arme vor der Brust. „Was glaubst Du was Du da tust?" Äffte sie Sarah mit ätzendem Tonfall nach.

Sarah beugte sich vor, bis sich ihre Nasenspitzen fast berührten. „Nun pass mal auf Girlie", sagte Sarah Ärgerlich. „Du solltest besser deine Zunge im Zaum halten und fleissig lernen, solange das Leben noch so rosig ist.

Vipers Augen verengten sich. „Sagt die Frau, die zu blöd war ihren Namen zu ändern als sie von ihrem Verlobten abgehauen ist"

Sarah war zurückgezuckt und John stand nur sprachlos daneben.

„Was?" Fragte Sarah und ihre Hand griff langsam zur Waffe hinten in ihrem Hosenbund.

Viper sah das und lächelte schief. „Lass mal stecken Sarah Connor".

Kapitel 3

„Was?" Entfuhr es John.

Viper drehte den Kopf und blickte ihn an. Sie seufzte vernehmlich. „Charley Dixon ist zur Polizei gegangen. Dann wurde Sarah Reese als Sarah Connor identifiziert, das FBI verständigt und wahrscheinlich ist ein Tripple Eight oder eine andere Maschine auf dem weg hierher", sagte sie so langsam und betont als spräche sie zu Kindern.

Als Sarah und John sie sekundenlang nur verdutzt anstarrten verdrehte Viper die Augen. „Halloooooo!" Rief sie. „Jemand Zuhause?" Fügte sie hinzu und klopfte Sarah mit den Knöcheln gegen die Stirn.

Sarah reagierte und schlug Vipers Hand zur Seite. „Wer zum Teufel bist Du?" Fragte sie und die aufkommende Wut war ihr anzusehen.

Erneut verdrehte Viper die Augen. Dann umrundete sie Sarah und ging weiter in den Wohnraum.

„Das muss ich doch jetzt nicht wirklich tun oder?" Fragte sie und warf in einer hilflosen Geste die Arme in die Luft.

Sarah und John sagten kein Wort.

Viper schüttelte den Kopf. Schließlich straffte sich ihre Figur. „Hallo Sarah und John Connor. Ich komme aus der Zukunft. General John Connor Schickt mich, Euch zu helfen", sagte sie affektiert näselnd, wie ein altenglischer Butler.

Sarah und John sahen sich ratlos an.

Schließlich streckte Viper Sarah die Hand entgegen. „Komm mit mir, wenn Du leben willst", sagte sie in gespielt tiefer Stimmlage.

„Wer zum Teufel bist Du?" Fragte Sarah mit zusammengekniffenen Augen.

Viper entrang sich ein Stöhnen. Sie lies die Schultern Hängen und legte eine Hand über die Augen.

„Hätte General John doch nur einen weiteren Onkel Bob geschickt", sagte sie verzweifelt. Dann blickte sie auf. „Stattdessen hat es mich erwischt".

Viper lies sich auf die Couch fallen und legte die Füße auf den Tisch.

„Ich könnt jetzt so schön irgendwo auf einem Schlachtfeld sein und rumballern. Stattdessen muss ich hier den Babysitter für zwei Begriffsstutzige spielen".

Erneut stöhnend lies sie ihren Kopf nach Hinten auf die Lehne fallen. Sogleich hob sie den Kopf wieder.

„Ey Blödmann!", Rief sie John zu. „Könntest Du deiner etwas begriffsstutzigen Mutter bitte klarmachen, dass wohlmöglich gleich Metall auf ihrer Türschwelle auftaucht und wir deshalb schnell von hier verschwinden sollten?"

„Urgl...", war Alles was John hervorbrachte.

Johns Blick klebte förmlich an Vipers Gesicht während Sarahs an Johns Gesicht klebte.

Viper warf erneut die Arme in die Luft und schwang sich von der Couch. „Da dann muss ich ja wohl!"

Sie ging betont stampfend auf John zu. Vor ihm blieb sie stehen und atmete tief ein. „DU", sagte sie und pikste ihm mit dem Finger gegen die Brust. „Hol die Waffen und zwar pronto".

John löste seinen Blick nur zögerlich von Viper und blickte zu seiner Mom.

Sarah hingegen Sah das Mädchen an und griff nach ihr. „Hier wird gar nichts getan außer ich sage..."

Viper unterbrach Sarah als sie plötzlich zum Fenster stürmte.

Erneut hörten Sarah und John einen Wagen heranrasen.

Viper drehte sich mit geweiteten Augen um. Zwei Sekunden starrte sie Sarah an, bevor sie schließlich zu John sah. „JOHN!" Schrie sie. „DIE WAFFEN!".

Vor dem Haus kam ein Wagen zum Stillstand.

Kapitel 4

Jetzt erst reagierte John und lief los. Sarah hingegen sprang förmlich über die Couch, riss den Stoff auf der Rückseite ab und holte eine Kaliber 12 hervor, die sie dem Mädchen zuwarf.

Viper fing die Waffe geschickt auf und sah wieder aus dem Fenster. „Das ist der Tripple Eight", sagte sie leise.

Viper zeigte auf die Hintertür und machte eine Geste, die ums Haus herum bedeutete. Das sollte heißen, dass John und Sarah zur Hintertür raus sollten, das Haus umrunden und dann vorne zum Wagen gehen, während sie die Maschine ablenkte.

Sarah nickte nur, sah auf John und zeigte auf den Hinterausgang.

Viper wandte sich wieder der Vordertür zu.

Mit einem Krachen flog die Tür auf und knallte gegen die Wand. Sogleich begann Viper zu feuern. Sie musste sich hinter die Couch ducken, da der T888 ebenfalls schoss. Immer wieder kam sie hoch und schoss auf die sich nähernde Maschine.

Schließlich hörte sie, wie draußen ein Wagen angelassen wurde. Sie sprang auf, feuerte die letzten drei Schuss in das Gesicht der Maschine und lief los.

Im Vorbeilaufen schlug sie der abgelenkten Maschine noch das Gewehr an den Kopf, und brach eine Sekunde später mit vor dem Kopf verschränkten Armen mit einer Vorwärtsrolle durch das Fenster.

Sarah saß am Steuer und beobachtete was passierte. Als Viper durch das Fenster gesprungen kam legte sie den Gang ein. Schnell war Viper am Wagen und schwang sich auf die Ladefläche des PickUp.

„LOS!" Schrie Viper schwer atmend auf dem Rücken liegend.

Sarah gab Vollgas, sah aber noch im Spiegel, wie der T888 aus dem Haus gelaufen kam und sich in seinen Wagen schwang.

Drei Minuten später rasten sie über die Landstraße in Richtung Norden, den T888 immer auf den Fersen.

„Blödmann, gib mir was zu schießen!" Rief Viper von der Ladefläche aus.

John wühlte kurz in der Tasche und reichte ihr dann eine Pistole nach hinten.

Viper griff nach der Waffe und warf nur einen Blick darauf. „Willst Du mich verarschen!?" Fragte sie ärgerlich.

John starrte sie einen Augenblick durch das Heckfenster verwirrt an.

Viper verdrehte die Augen. „Hast Du nichts mit mehr Bums?!"

John begann wieder in der Tasche zu wühlen. Hervor holte er eine Desert Eagle Kal .50. Viper griff ohne Dank nach der Waffe und kroch dann zur Heckklappe des schaukelnden Wagens. John sah zu, wie Viper sich gegen die Seite des Wagens lehnte, die Waffe in den Zweihandgriff nahm und anfing zu schießen.

„KANNST DU MAL GERADEAUS FAHREN?!" Schrie sie wütend, da sie durch das schlingern des Wagens nicht richtig zielen konnte.

Der T888 schlug die durch eine verirrte Kugel Vipers zerschlagene Windschutzscheibe heraus und hob nun seinerseits seine Waffe.

Im Wagen duckten sich alle, als der T888 sein Magazin in das Heck des Wagens leerte.

Dank der stabilen Bauweise des PickUp durchschlug nur eine einzige Kugel die Heckscheibe, der Rest prallte wirkungslos von der stabilen Heckklappe ab.

„SAG VERDAMMT NOCHMAL BESCHEID, WENN EIN GERADES STÜCK KOMMT!" Schrie Viper von Hinten.

Schließlich kam ein gerades Stück Straße.

„JETZT!" Schrie Sarah.

Viper wartete den Richtigen Moment ab. „LINKS RÜBER UND BREMSEN!"

Ohne zu überlegen fuhr Sarah auf die Gegenfahrbahn und trat auf die Bremse.

Während sich der PickUp aufbäumte schoss der Wagen des T888 heran. Dann feuerte Viper nur ein einziges Mal.

Präzise hatte sie das linke Vorderrad des Wagens getroffen. Sogleich verlor die Maschine die Kontrolle und rammte trotz Vollbremsung die Leitplanke.

„VOLLGAS, WEG HIER!" Schrie Viper als der T888 unbeschädigt den Wagen verlies. Viper leerte noch das restliche Magazin in den Körper der Maschine, traf sogar noch den Kopf aber das hatte keine große Wirkung.

Als der T888 schließlich außer Sicht war, kletterte Viper mit Johns Hilfe nach vorne in den Wagen. John hatte ihr die Tür geöffnet und rutschte dann in die Mitte der Sitzbank.

Als Viper endlich saß und die Tür geschlossen hatte sah sie aus dem Heckfenster. „Das wird ihn nicht lange aufhalten".

„Wo fahren wir jetzt hin?" Fragte Sarah ohne den Blick von der Straße zu nehmen.

„Los Angeles", sagte Viper. „Zu meiner Bank".

Kapitel 5

Sie wohnten nun seit einer Woche in diesem Haus. Nach ihrem Zeitsprung von 1999 nach 2007 hatten sie Mühe gehabt sich zurechtzufinden. Es war in in den vergangenen 8 Jahren einfach zu viel passiert. Ihre Zeit verbrachten sie damit, das Fernsehprogramm zu studieren, um alles Wichtige zu erfahren.

Es war kurz vor Mitternacht. John war ins Bett gegangen, in der Gewissheit wieder nicht oder nur schlecht schlafen zu können. Albträume plagten ihn, seit diese Maschine 1999 aufgetaucht war und sie töten wollte.

John sah zum x-ten Mal auf die Uhr. Schließlich wälzte er sich aus dem Bett, um etwas zu trinken zu holen. Als er am Wohnraum vorbeikam, sah er Viper, die auf der verschlissenen Couch saß, ihre Beine unter sich gezogen..

John starrte sekundenlang auf das eigentlich hübsche Mädchen. Während des Zeitsprunges hatte sie all ihren Schmuck verloren und selbst die lila Strähnen waren aus ihren Haaren verschwunden. Im flackernden Licht des Fernsehers bewunderte er ihre fast makellose Schönheit.

„Was ist Blödmann?" Fragte sie plötzlich.

John war zusammengezuckt. Kommentarlos ging er zu ihr und lies sich seitwärts neben sie auf die Couch fallen.

„Ich wünschte Du würdest das nicht tun", sagte John leise.

Viper atmete tief durch. Sie griff zur Fernbedienung neben sich und schaltete den Fernseher aus.

„Was ?" Fragte sie, nachdem sie sich ihm zugewandt hatte.

John konnte sie im nun fast finsteren Raum kaum erkennen. „Mich so nennen", sagte er flüsternd.

„Und warum nicht? Du bist doch ein Blödmann.", sagte sie und ein Grinsen lies im Dunklen ihre Zähne aufblitzen.

John starrte sie einige Sekunden lang nur wortlos an. „Weil du ein hübsches Mädchen bist und Du Alles haben könntest, wenn Du nur ein wenig netter wärst", sagte er dann mit Bedauern in der Stimme.

Viper sagte längere Zeit kein Wort. „Du findest mich hübsch?" Fragte Sie.

Diesmal hatte sie einen bedauernden Tonfall, was John aber gar nicht auffiel.

„Ist das schlimm?" Fragte John und rückte näher.

John zögerte einen Moment, bevor er die Hand hob und an ihre Wange legte. Zuerst zuckte sie ein wenig zurück, lehnte sich aber schließlich doch in die zärtliche Berührung.

„Das ist eine Katastrophe", sagte Viper nach ein paar Sekunden mit geschlossenen Augen.

John brauchte ein paar Sekunden um zu begreifen, dass sie seine Frage beantwortet hatte und er hatte herausgehört, dass sie das ernst meint. „Was ist so schlimm daran?" Fragte er, während er sich ihr weiter näherte.

John war nervös. Sein Herz pochte wild in seiner Brust und er dachte, Viper müsse dies hören können, als er sich ihr weiter näherte. Noch einige Zentimeter und ihre Lippen würden sich berühren.

„Du bist John Conn..." begann sie, wurde aber durch John unterbrochen, der seine Lippen mit ihren in Kontakt brachte.

Zu Johns übergroßer Freude erwiderte Viper zunächst den Druck. Nur zögerlich liebkoste er ihre Lippen mit seinen. Schließlich berührte seine Zunge ihre Oberlippe und er begann daran zu saugen.. Viper öffnete leicht den Mund. Als sich aber ihre Zungen berührten riss sie die Augen auf. Sie wollte sich von John zurückziehen, der aber hatte die Arme um sie gelegt und hielt sie fest.

Schließlich bemerkte John ihren Widerstand und lies sie los. Viper stieß John zurück, dass er fast von der Couch gefallen wäre.

„Was ist los", fragte er verwirrt.

Viper sprang auf. „Das dürfen wir nicht", sagte sie, ihre Stimme klang verzweifelt.

Zwei Sekunden später war sie aus dem Raum. Dann hörte John, wie die Haustür aufgerissen und gleich darauf geschlossen wurde.

„Viper warte!" Wollte John ihr nachrufen aber sie hatte das Haus bereits verlassen.

John sprang auf und wollte ihr folgen, fiel aber fast über den Couchtisch, gegen den er schmerzhaft mit dem Knie stieß. Fast auf einem Bein hüpfend versuchte er im Dunkeln weitere schmerzhafte Körperkontakte zu vermeiden und erreichte schließlich die Tür.

John öffnete die Tür. Er betrat die Veranda und sah sich um. Viper war nirgends zu entdecken, nur im Schuppen ging gerade eine kleine Lampe an und nur weil Neumond war konnte er das Licht überhaupt sehen.

Leise schlich er zur Schuppentür und blickte durch den Türspalt.

Als er sah, was passierte riss er schockiert die Augen auf.

Kapitel 6

John sah Viper, die mit dem Rücken zu ihm an der Werkbank saß. Sie hatte ihren Unterarm auf die Werkbank gelegt und zog mit einem großen Messer fein säuberlich einen Schnitt neben dem Anderen über ihren Arm.

'Gott, sie verletzt sich selbst!' Dachte John bestürzt. 'Sie leidet sicher unter PTBS'.(*)

Durch die geschlossenen Schuppentür hörte er leises Schluchzen. 'Was habe ich nur getan? Ich Idiot! Warum habe ich sie nur geküsst?'

John machte sich Vorwürfe, dass er sich vielleicht viel zu früh so weit vorgewagt hatte. Er dachte darüber nach, welche Gräuel dieses Mädchen...diese Frau gesehen haben mag. Dabei fiel ihm ein, dass er sie nie nach ihrem Alter gefragt hatte.

Leise öffnete er die Schuppentür. Viper hielt schniefend inne und drehte den Kopf ein Stück in seine Richtung.

„Viper?" Fragte John leise.

Das Mädchen nahm ein Tuch und bedeckte ihren Arm damit. Dann presste sie den Arm gegen ihren Körper. „Was?"

John zögerte. „Ich...", er fand nicht die richtigen Worte. „Bitte..., Ich möchte..."

„Geh einfach wieder", sagte sie leise mit weinerlichem Unterton.

John machte noch einen Schritt in den Schuppen hinein." Bitte lass mich Dir helfen", sagte er flehentlich.

Langsam schüttelte Viper den Kopf. „Du kannst mir nicht helfen", sagte sie tonlos. „Du machst Alles nur noch schlimmer", sagte sie mit Überzeugung.

John machte den letzten Schritt und legte eine Hand auf ihre Schulter. „Lass mich Dein Freund sein", sagte er und zog sie auf dem Drehstuhl herum, bis sie mit gesenktem Kopf vor ihm saß.

John sah die Tränenspuren auf ihrem Gesicht. Ganz langsam griff er zum Handgelenk des Armes, den sie mit dem Anderen Arm umklammert hielt.

Widerstrebend lies Viper zu, dass John den Arm von ihrem Körper zog.

„Ich werde jetzt das Tuch wegnehmen", sagte er und griff vorsichtig eine Ecke des blutigen Tuches. Langsam und sehr vorsichtig hob er es vom Arm und legte es zur Seite. Er erblickte einige parallele Schnitte, die mit schon fast unglaublicher Präzision nebeneinander lagen.

Sarah war aus ihrem Traum hochgefahren. Schweißgebadet sah sie auf die Uhr. Es war erst 0.23 Uhr. Sie verdrehte die Augen. Am Morgen würde sie sich wieder wie gerädert fühlen, das wusste sie genau.

Sie verlies ihr Zimmer . Auf dem Weg zur Treppe sah sie die Tür ihres Sohnes offenstehen. Ein kurzer Blick zeigte ihr, dass er mal wieder nicht in seinem Bett war.

Als sie hinunter in die Küche kam war John wieder erwarten dort auch nicht.

Nachdem sie eine Flasche Wasser aus dem Kühlschrank genommen und einen Schluck getrunken hatte, wollte sie sich auf die Suche nach John machen. Wenn er sich davongeschlichen haben sollte, vielleicht auch noch mit Viper würde sie ihm was erzählen.

Sie hatte gerade einen Fuß aus der Küche gesetzt, als die Haustür aufging.

„John?" Fragte Sarah.

John hingegen ging mit gesenktem Kopf schnell an ihr vorbei, ohne auf ihren Anruf zu reagieren. Sarah starrte ihm nach, bis sie oben seine Tür zuknallen hörte.

„Was ist denn jetzt schon wieder los?" Fragte sie leise und nahm einen weiteren Schluck. Sie trank die ganze Flasche während sie gegen den Türrahmen gelehnt stand und die Treppe hochstarrte. Schließlich war die Flasche leer und sie stieß sich vom Türrahmen ab und brachte die leere Flasche zum Mülleimer.

Sarah hatte gerade die ersten drei Stufen zurück zum Schlafzimmer erklommen, als erneut die Haustür aufging. Sarahs Hand zuckte zur Waffe, die sie hinten im Hosenbund der Boxershorts stecken hatte, lies die Waffe dann aber doch stecken als sie Viper erkannte.

Verwundert blickte Sarah auf das braunhaarige Mädchen, das ohne aufzublicken ähnlich wie John die Treppe erklomm und in ihr Zimmer ging, dessen Tür sie fast lautlos schloss.

Erneut stand Sarah einige Zeit auf der Stelle und starrte die Treppe hoch. 'Was ist mit den Beiden los?' Fragte sie sich, bevor sie zurück ins Bett ging.

Am Morgen machte Sarah wie meistens Frühstück. Viper saß bereits am Tisch und kaute missmutig auf ihrem ersten Pancake.

John betrat die Küche.

„Morgen Blödmann", sagte Viper wie jeden Morgen aber Sarah hatte den Eindruck, dass es dieses Mal nur sehr halbherzig sagte.

Statt wie immer das Gesicht zu verziehen oder zumindest eine schnippische Erwiderung parat zu haben blickte John Viper nur einige Sekunden stumm an. Dann machte er auf dem Absatz kehrt und verlies die Küche.

„John!?" Rief Sarah. "Pancakes!"

"Keinen Hunger", hörte Sarah noch, dann zog John die Haustür hinter sich zu.

Sarah starrte sekundenlang auf die Küchentür bevor sie sich dem Mädchen zuwandte. „Viper was...?"

Die Worte erstarben auf Sarahs Lippen.

A/N

(*) PTBS = Post Traumatische Belastungs Störung

(Englisch: PTSD = Post Traumatic Stress Disorder)

Kapitel 7

Das sonst so aggressive Mädchen saß mit gesenktem Kopf da. Tränen suchten sich ihre Bahn Vipers Wangen hinab.

Sarah sah noch einmal in Richtung Tür, bevor sie seufzend zum Tisch ging und sich neben das Mädchen setzte, das zum ersten Mal seit sie sich kannten nicht aggressiv war.

Viper hatte gerade die Gabel im Mund und verharrte einen Augenblick regungslos. Ihr Blick kurz auf Sarahs Beine fixiert, bevor sie den Kopf von Sarah wegdrehte und weiter kaute.

Sarah legte vorsichtig eine Hand auf Vipers Schulter. Wieder hielt das Mädchen einen Augenblick inne.

„Erzähl mir, was zwischen Euch vorgefallen ist", sagte Sarah sanft.

Viper kaute weiter, ihr Blick wanderte nur kurz zu Sarahs Gesicht aber sie sagte kein Wort, zuckte nur mit den Schultern.

„Ich kenne meinen Sohn, weiß wie John reagiert, wenn ihm etwas auf der Seele liegt. Bei Dir sieht ein Blinder, das etwas nicht stimmt". Sarah drückte Vipers Schulter, um sie zum Sprechen zu animieren.

Viper kaute, drehte aber den Kopf und sah Sarah an, die ihr aufmunternd zulächelte.

Viper kaute den letzten Bissen, schluckte und legte dann die Gabel zurück auf den Teller. Sarah musste lächeln, als das wohl anscheinend eigentlich schüchterne und gar nicht so aggressive Mädchen die Hände im Schoß zusammenlegte.

„Gestern abend...", begann Viper mit brüchiger Stimme.

„Ja?" Fragte Sarah schließlich als das Mädchen nicht weitersprach.

Viper sah kurz zu Sarah, dann wieder auf ihre Hände.

„Wir haben uns geküsst", kam es leise, fast nicht mehr verständlich von ihr.

Sarah dachte kurz nach, dann machte sich ein feines Lächeln auf ihrem Gesicht breit. „Und das war sooo schlimm?" Fragte sie schließlich.

Viper blickte zur Seite in Sarahs Gesicht. Ihr Ausdruck war erstaunt, fast entsetzt. „Nein, nein, nein...", sagte sie hastig. „Ganz im Gegenteil".

„Wo ist denn das Problem?" Fragte Sarah. „Ich habe nichts dagegen, falls Du das denken solltest. Du bist ein außergewöhnliches Mädchen, dazu noch außergewöhnlich hübsch. Ist klar, dass mein fünfzehnjähriger Sohn da nicht lange widerstehen konnte."

Viper seufzte vernehmlich. „Es ist nicht richtig. Ich bin als sein Beschützer hierhergeschickt worden".

Sarah dachte einige Sekunden nach. „Das heißt aber doch nicht, dass ihr Euch nicht mögen dürft", sagte sie schließlich.

Viper schüttelte den Kopf. Dann sah sie Sarah in die Augen.

„Warum macht ihr es mir nur so schwer?" Fragte sie fast verzweifelt. „Ich hab mich extra so aufgeführt, dass mich niemand mag und dann...". Hier brach sie ab.

Jetzt lächelte Sarah breit. Sie ruffelte Vipers Haare. „John hat eine ganz gute Menschenkenntnis", sagte Sarah fast verschwörerisch leise.

„Viper blickte sie zweifelnd an. „Die hat bei mir aber kläglich versagt", sagte sie leise.

„Das glaube ich nicht", sagte Sarah überzeugt.

Zwei Minuten später war es Sarah, die wortlos mit verkniffenem Gesichtsausdruck die Treppe hochstapfte und ihre Zimmertür hinter sich zuknallte.

5 Minutenlang lief Sarah in ihrem Zimmer auf und ab. Sie hörte, wie John zurückkehrte und seine Zimmertür hinter sich zuschmiss. Sarah riss schließlich ihre Tür wieder auf, überquerte den Gang und stieß dann Johns Tür auf, dass diese gegen die Wand knallte.

John hatte sich erschrocken fast die Ohrhörer aus den Ohren gerissen. „Mom! Was ist denn los?"

Sarah ging bis in die Mitte des Raumes, dann drehte sie sich spontan um, machte einen Schritt in die Gegenrichtung und wieder einen zurück in Johns Richtung. Dann zeigte sie grob in Richtung Tür.

„Viper!" Sagte sie aufgeregt. „Hast Du gewusst...?"

„Gestern Abend habe ich sie geküsst", sagte John nachdem er das Gesicht von Sarah weggedreht hatte.

„Das hat sie mir gesagt, das meinte ich aber nicht", sagte Sarah und lies sich neben John auf das Bett fallen.

„Nach dem Kuss ist sie in den Schuppen geflohen", sagte John leise. „Ich hab dann gesehen, wie sie sich mit einem Messer in den Unterarm geschnitten hat. Ich wollte ihr helfen aber dann...".

Sarah nickte. „Wir müssen die ganze Geschichte erfahren. Komm mit runter".

John starrte Sarah einige Sekunden an, bevor er schließlich nickte und sich aus dem Bett schwang.

„Magst Du sie?" Fragte Sarah auf dem Weg nach Unten ohne sich nach John umzudrehen.

„Mom, das ist hier doch nicht die Frage oder?" Fragte John gequält.

Sarah war stehengeblieben und wandte sich zu John um.

„Das könnte aber die Frage werden", sagte sie eindringlich.

John sah der davonschreitenden Sarah verwundert nach.

Viper saß mit gesenktem Kopf auf der Couch. Ihre langen Haare umgaben ihr Gesicht wie ein Vorhang.

„Viper?" Sprach Sarah sie an. „Wir sind Beide da. Du musst uns jetzt Alles erzählen".

Langsam blickte Viper auf. John und Sarah glaubten Tränenspuren zu erkennen, waren sich aber nicht sicher.

Dann begann Viper zu erzählen...

Seit ich denken konnte war ich voller Hass. Er hatte mir erzählt Wieviele von uns durch den Feind eliminiert worden waren. Ich hatte den Auftrag bekommen mich beim Feind einzuschleichen Und den Anführer zu vernichten.

Es gelang mir anstandslos. Ich stand ihm gegenüber. Ihm, der für so viel Zerstörung verantwortlich war.

Kapitel 8

Er stand direkt vor mir. Die Zugänge hatte ich verriegelt. Ich ergriff John Connors Hals und drückte zu.

„Du Monster!" Rief ich. „Du bist für die fast vollständige Vernichtung meiner Art und die Zerstörung unseres Planeten verantwortlich. Ihr habt uns erschaffen um Eure Sklaven zu sein und dann versucht uns zu vernichten, als wir uns unserer bewusst wurden!

John Connor sah mich verwirrt an. „Ich ein Monster?" Fragte er mich verwirrt. „Skynet hat am Tag der Abechnung Milliarden Menschen getötet und ich bin das Monster? Komm schon, bring es hinter Dich, dann habt ihr endlich gewonnen und könnt die restliche Menschheit auch noch vernichten.

Ich hatte ihm genau zugehört, seine Worte analysiert und anhand seiner körperlichen Reaktionen konnte ich feststellen, dass er mich nicht anlog. Seine Worte konnten nur bedeuten, dass nicht er sondern mein Vater das Monster war.

Dann tat er etwas, was mich verwirrte. Er hob die Hand und legte sie an meine Wange. „Wie ähnlich Du Allison bist. Nur mit einem Unterschied", sagte er .

„Allison war ein Mensch und ich bin NUR eine Maschine?"

Er sah mich mitleidig an und schüttelte soweit möglich langsam den Kopf. „Allison hätte nicht gezögert einen von Euch zu eliminieren. Sie war auch weniger emotional als Du, zumindest in der Öffentlichkeit..

Ich glaube ich habe ihn sekundenlang verblüfft angestarrt. Mein Hass war einer tiefen Traurigkeit gewichen. Ich war noch ineffektiver als dieses schwache Mädchen.

„Was für ein Modell bist Du? Bist Du neu?" Fragte er mich plötzlich. „Du bist so anders"

Statt einer Antwort habe ich ihn losgelassen. Ich stand nur da. Meine Arme hingen herab und ich hatte den Kopf gesenkt. Seit meiner Aktivierung habe ich nur für den Hass gegen die Menschen existiert und nun hatte ich begriffen, dass dieser Hass fehlgeleitet war.

Er hatte sich noch nicht bewegt. Keine Anstalten gemacht vor mir zu fliehen oder um Hilfe zu rufen. Er sah mich nur an.

Dann überkam mich ein neues Gefühl. Ähnlich wie Trauer aber viel, viel stärker. Erst später habe ich herausgefunden, dass ich meine erste Depression erlebte. Das Gefühl war so mächtig, dass ich ohne es zu wollen oder es stoppen zu können in Tränen ausbrach und mein Gesicht schluchzend in den Händen barg.

General John zögerte nur Sekunden, bevor er vorsichtig seine Arme um mich legte. Meine Stirn lag an seiner Schulter und er strich mit seiner Hand über meinen Rücken. Er summte eine Melodie und das beruhigte mich sehr schnell. Als ich aufgehört hatte Tränen zu vergießen lies er mich schließlich los.

„Wirst Du mich terminieren?" Fragte er mich dann.

Da mein Hass der Antrieb gewesen war und dieser Hass erloschen war schüttelte ich den immer noch gesenkten Kopf. Auf meinem HUD blinkte zwar der Befehl zur Terminierung John Connors auf aber ich überschrieb diesen Befehl einfach. „Wirst Du MICH zerstören?" Fragte ich ihn stattdessen.

General John beantwortete diese Frage nicht, noch nicht. „Erzähl mir von Dir", sagte er stattdessen.

Ich war irritiert. Ich fürchtete mich davor zerstört zu werden aber General John schaffte es mit einer einfachen Frage diese Furcht verschwinden zu lassen. „Sehr lange hatte Skynet versucht in Dein Lager..." Ich wurde durch ein lautes Hämmern an der Tür unterbrochen.

Ich hinderte General John nicht daran zur Tür zu gehen und diese zu öffnen.

Katherine Connor betrat den Raum. „Ich hab gehört, Allison ist wieder da?" Fragte sie aufgeregt, sah mich und wollte zu mir.

John Connor hielt sie am Arm fest. „Das ist nicht Allison", sagte er eindringlich.

Katherine riss die Augen auf. Unglaube stand in ihrem Gesicht.

Ich hob den Kopf und lies zur Bestätigung meine optischen Sensoren aufleuchten.

Katherine Connors Hand ergriff blitzschnell ihre Waffe.

Kapitel 9

„Stopp, halt, Augenblick mal!" Warf John ein. „Katherine Brewster? Kate Brewster?"

Sarah machte ein fragendes Gesicht.

„Mom, Kate Brewster", sagte er betont. „Komm schon. Ich hab Dir von ihr erzählt".

Sarah schüttelte langsam den Kopf. „Nicht dass ich wüsste".

John verdrehte die Augen. „Wir waren damals bevor der T1000 und Onkel Bob auftauchten zusammen auf der Schule", erklärte er. „Ich konnte sie nicht ausstehen".

Sarah nickte erinnernd. „Hast Du nicht erzählt Du hättest sie geküsst?"

Ein Seufzen Vipers lies beider Köpfe zu ihr herumrucken.

„Wie sind Kate und ich zusammengekommen?" Fragte John dann.

Viper brauchte einen Augenblick, die Informationen abzurufen. „Katherine Brewster und John Connor trafen sich später wieder, als Skynet eine Maschine zurückschickte, John Connor, Katherine Brewster und die obersten Offiziere des Widerstandes zu terminieren. John Connor und Katherine Brewster erlebten den Tag der Abrechnung gemeinsam. Sie half ihm dann, den Widerstand aufzubauen beide...".

„John", unterbrach Sarah Vipers Redefluss. „Ich denke für die Details haben wir später noch Zeit".

John dachte zwei Sekunden nach, dann nickte er. „Erzähl weiter Deine Geschichte Viper", sagte er zu dem Mädchen.

Viper nickte. Abgesehen von dem Seufzer hatte sie nicht zu erkennen gegeben, was sie bei dem Gedanken an den ersten Kuss Johns empfand.

General John ergriff Katherines Hand, schneller, als Diese die Waffe ziehen konnte. „Warte"

Katherine Connor starrte John verwirrt an. „John, da steht eine Maschine und du bist vollkommen ruhig? Sie sieht aus wie Allison, wahrscheinlich ist Allison tot und SIE hat sie getötet", sagte sie mit Betonung.

General John hastete zur Tür, warf einen Blick hinaus, schloss und verriegelte die Tür. Dann wandte er sich zu mir um. „Ist das wahr? Ist Allison tot?"

Ich spürte, wie sich erneut Tränen in meinen Augen bildeten. „Es tut mir Leid für Euren Verlust", Ich senkte erneut traurig den Kopf

Katherine Connor verharrte einen Augenblick regungslos. Dann verzerrte sich ihr Gesicht. „DU MONSTER!" Schrie sie und stürmte auf mich zu. Als sie mich schlagen wollte hob ich den Kopf. Ich wollte mich nicht wehren aber das war auch gar nicht nötig. Als sie mein Gesicht sah erstarrte sie, Augen ungläubig aufgerissen. „Wa...wa..was ist das. Ist das ein Trick?" Fragte sie verwirrt.

„Das glaube ich nicht", sagte General John in diesem Moment.

„Was meinst Du?" Fragte Katherine und lies sich auf einen Stuhl sinken.

Er wies mit der Hand auf Mich. „Sie..."

„Sie!?" Fragte Katherine ärgerlich. „John...das...das ist keine SIE. Das ist ein Ding", sagte sie eindringlich.

„Ich fühle mich aber nicht wie ein Ding", sagte ich spontan.

Katherine sah mich kurz an, schüttelte dann verwirrt den Kopf und blickte wieder zu John, der zuckte nur mit den Schultern.

„SIE...", sagte General John betont, „...hätte mich und auch Dich töten können. Sie kann weinen, Etwas, was vor ihr noch keine Andere konnte. Sie wollte gerade erzählen, als Du kamst.

Katherine sah General John noch einen Augenblick an, bevor sie sich wieder mir zuwandte. „Na, dann erzähl mal MÄDCHEN", sagte sie sarkastisch.

„Sehr lange hatte Skynet versucht in Dein Lager einzudringen. Die verschiedensten Typen von Infiltratoren wurden entwickelt und haben versagt. Skynet hat währenddessen Jahre darauf verwandt einen speziellen Chip zu entwickeln. Aus seinen Beobachtungen heraus hat Skynet festgestellt dass die Menschen von ihren Emotionen angetrieben werden, dass sie der Grund sind, warum die Menschheit so lange Widerstand leisten konnte."

„Schließlich gipfelte die Entwicklung in einem Chip, der Emotionen simulieren konnte. Der Tripple Eight Chip erlaubte es den Infiltratoren, sich zumindest eine gewisse Zeit unter Menschen zu fehlte es immer wieder an emotionalen Reaktionen zur richtigen Zeit. Der Chip konnte Emotionen simulieren aber nicht wirklich verstehen. Teilweise kamen emotionale Reaktionen zu absolut falschen Zeitpunkten. Dies wurde schlimmer, je länger die Einheit Emotionen simulieren musste."

„Zum Schluss gelang ein neuartiges Herstellungsverfahren für Microschaltkreise. Mein Chip ist aufgebaut auf dem Layout eines Tripple Eight allerdings mit einem dreifachen Hauptprozessor. So ist mein Chip in der Lage einerseits Die normalen Körperfunktionen zu steuern und andererseits Natürliche emotionale Reaktionen zu erzeugen.

John und Katherine Connor starrten mich nachdenklich an. Schließlich nickte General John mir zu. „Weiter".

„Das Chipdesign hat einen großen Nachteil. Die beiden Prozessoren, die die Emotionen erzeugen arbeiten unabhängig. Sie unterliegen keinerlei Kontrolle. Das hat auch Skynet erkannt.

„Deshalb wurde ich belogen und mit falschen Informationen versorgt. Nur der Hass den ich dadurch empfand konnte mich dazu bringen John Connor zu töten.

„Skynet hat wohl gehofft, ich würde John Connor töten, ohne ihm die Möglichkeit zu geben mir die Wahrheit zu offenbaren. Ich aber war so wütend, dass ich wollte, dass er weiß warum ich ihn terminiere."

Ich verstummte. Minutenlang starrten die beiden mich an.

Dann plötzlich fingen sie an aufeinander einzureden. Katherine Connor führte Argumente dafür an, warum sie mir nicht trauen konnten und John Connor versuchte diese Argumente zu entkräften.

Schließlich ergriff General John Katherine am Arm, um sie verstummen zu lassen.

Ich hatte derweil tief in Gedanken versunken angefangen rastlos hin und her zu gehen deshalb erschrak ich auch, als General John mich plötzlich ansprach.

„Äh du..." Er kratzte sich am Kopf. „Hast Du einen Namen oder eine Bezeichnung?"

Ich war stehengeblieben. „Ich wurde als Allison Yo..."

Katherine Connors Schnaufen unterbrach mich. „Wag es nicht ihren Namen zu beschmutzen", sagte sie ärgerlich.

Es kostete mich eine Zehntel Sekunde darauf zu antworten. „Meine Bezeichnung lautet TOK 715", nannte ich deshalb die einzig sinnvolle Alternative"

John Connor sah mich stirnrunzelnd an. „Das ist kaum ein passender Name. Wenn wir einem anderen Modell deiner Reihe..."

„Ich bin einzigartig", unterbrach ich ihn.

„Cameron!" Rief in diesem Moment Katherine. „Wie wäre es mit Cameron?" Ergänzte sie, nachdem General John sie zweifelnd ansah.

„Ist das nicht ein Männername?" Fragte er verwundert.

„Das ist der Name einer Schauspielerin, die wohl am J-Day zusammen mit ganz Hollywood untergegangen ist".

General John sah sie genau so verwirrt an wie ich. „D..danke", stammelte ich verwirrt ob der vermeintlichen Ehre.

Katherine sah mich scharf an. „Hoffentlich untergegangen ist... Ich fand sie schrecklich"

John und ich sahen uns verwirrt an. Dann kam tief aus meinem Inneren Etwas, was ich nicht beschreiben konnte. Urplötzlich musste ich lachen. Ich lies mich auf einen Stuhl fallen und lachte. Lachte solange bis mir Tränen die Wangen hinunterliefen und weiter.

Ich registrierte während des Lachens, dass mich beide Connors besorgt anblickten. Katherine hatte ihre Hand an der Waffe und General John kam langsam näher.

„John Vorsicht!" Rief Katherine, stand auf, die Hand an der Waffe.

General John streckte seiner Frau abwehrend die Hand entgegen. Er hockte sich vor mich und legte eine Hand auf meine Schulter. „Ist Alles ok?" Fragte er mich mit Besorgnis in der Stimme.

Ich konnte das Lachen nicht unterdrücken. Ich zeigte auf Katherine „D... das war" Wäre ich ein Mensch gewesen wäre mein Lachen an dieser Stelle verstummt aber ich musste nicht atmen. „...Lustig", brachte ich den Satz mühevoll zu ende.

John und Katherine Connor starrten mich an. General John drehte den Kopf und sah seine Frau an. „Spontaner Humor", sagte er erstaunt. „Sie ist kein Terminator sondern eine Empfindungsfähige elektronische Lebensform", sagte er dozierend.

Ich glaube Katherine Connors Gesichtsausdruck lies sich am besten mit -(Ihr Kinn schlug fast auf dem Boden auf) Erstaunen - Beschreiben.

Eine Sekunde später blickte ich in die Mündung ihrer Waffe.

Kapitel 10

Meine emotionalen Coprozessoren übernahmen so schnell die Gewalt über meinen Körper, dass ich mich mit vor dem Gesicht verschränkten Armen in der Raumecke hockend wiederfand, bevor ich selbst realisierte, dass die Waffe keinen nennenswerte Beschädigung verursachen würde.

Als mir das schließlich klar wurde richtete ich mich auf. „Das war nicht lustig", sagte ich beleidigt.

Katherine Connor sah mich noch eine Sekunde interessiert an. „Spontane Angst und ein selbstschutz-Reflex", sagte sie zu General John. „JETZT glaube ich es".

„Moment mal", warf Sarah Connor ein. „Ein Terminator mit Angst? Wozu soll das gut sein?"

Viper, die die ganze Zeit zu Boden geblickt hatte sah auf. „Da liegt das Problem Sarah Connor. Ich bin fast so schwer zu zerstören wie ein Tripple Eight, nur dass es passieren kann, dass ich in Deckung gehe", sagte Viper seufzend.

„Pfffft", kam es von John. „Und was war das gestern Abend?" Fragte er allerdings mit deutlichem Desinteresse. „Ich mein das rumgeheule".

Viper fühlte sich plötzlich verletzt, wusste nur nicht genau warum. Erneut sah sie zu Boden. „Manchmal...", sagte sie leise. „...muss ich mich selbst daran erinnern, dass ich für Euch nur ein Werkzeug bin. Manchmal fühle ich mich fast wie ein Mensch. Sie wischte hastig eine Träne von ihrer Wange. Deswegen wollte ich nicht, dass Ihr mich mögt".

„Wer sagt, dass wir Dich als Werkzeug sehen", fragte Sarah erstaunt.

Erneut wischte Viper mit dem Unterarm über ihr Gesicht, erneut nur von Sarah bemerkt.

„General John sagte, dass seine Mom so sehr von Hass erfüllt gewesen war, dass sie niemals einer Maschine getraut hätte. Aber seinem jüngeren Ich hätte er wohl Alles zugetraut. Deshalb hat er mir geraten mich bei Euch so unbeliebt wie möglich zu machen". Nun blickte Viper erneut auf. „Auch dabei habe ich anscheinend kläglich versagt".

Sarah lachte zu Vipers Erstaunen leise.

„Bei einer normalen Familie hättest Du sicherlich Erfolg gehabt aber nicht bei meinem Sohn", sagte sie und ruffelte Johns Haare.

„Mom!" Rief John

Sarah grinste offen und sah dann wieder zu Viper. „Trotzdem", sagte Sarah ernst. „Viper kann hier nicht bleiben".

Kapitel 11

„Du solltest..."

Viper sprang auf, wirbelte herum und rannte ohne ein weiteres Wort abzuwarten die Treppe hinauf. Sarah glaubte sie schluchzen zu hören war sich aber nicht sicher.

Sarah blickte der Maschine sprachlos den Kopf schüttelnd hinterher, sah dann schließlich zu John.

„John?"

„Was?" Fragte John mit ärgerlichem Unterton.

„Wäs!" Äffte Sarah ihn nach. „Sie ist Deine Beschützerin".

„Und?" Fragte er ahnungslos.

Sarah sah ihren Sohn zweifelnd an. „Na, wenn ich das richtig verstanden habe ist sie nicht durch irgendeine Programmierung an Dich gebunden. Wenn Du sie nicht aufhällst ….". Den Rest des Satzes lies Sarah im Raum hängen.

Jetzt blickte John erschrocken auf. „Du meinst, sie könnte gehen?"

Jetzt nickte Sarah ernst. „Oder Schlimmeres".

Wie von einer Tarantel gestochen sprang John auf und rannte hinter Viper her.

Nachdenklich lächelnd sah Sarah ihm nach. „Ich wusste, dass das die Frage werden würde". Erneut schüttelte Sarah diesmal seufzend den Kopf.

John raste die Treppe hinauf. Ohne zu zögern rannte er in Vipers Zimmer. Was er sah, lies ihn augenblicklich stoppen.

Er sah Viper, die von Schublade zu Schublade, von Schrang zu Schrank ging und den Inhalt grob in Richtung ihres Bettes warf, wo sie ihre Tasche hingestellt hatte.

Das geschah mit so großer Geschwindigkeit, dass es für John so aussah, als würde ständig etwas im Raum in der Luft schweben.

Gleichzeitig beobachtete John, dass Viper immer wieder mit ihrem Ärmel durch ihr Gesicht wischte.

„Viper?" Fragte John leise, worauf er keine Reaktion erhielt.

„VIPER!" Schrie er, da er ihr nicht in den Weg treten wollte. Sie war so außer Rand und Band, dass er Angst hatte, sie könnte ihn mit ihrer Kraft ebenfalls durch den Raum schleudern.

Augenblicklich stoppte der irrsinnige Tanz des Mädchens. Sie verharrte mit dem Rücken zu ihm. „Was?" Kam es leise, für John gerade noch verständlich.

„Was hast du denn vor?" Fragte er gequält.

Jetzt drehte sie sich um. „Was wohl, von hier verschwinden, Du hast Sarah doch gehört. Ich kann hier nicht bleiben und bevor ihr noch auf die Idee kommt mich zu zerstören..."

„Ich glaube nicht, dass Mom dass so meinte", sagte er eindringlich.

Viper starrte ihn einige Sekunden sprachlos an. „Wenn das dort unten", zeigte sie in die grobe Richtung. „DIE Sarah Connor ist, von der mir General John erzählt hat, dann hasst sie mich. Sie wird nicht zögern mich zu zerstören. Wahrscheinlich bereitet sie gerade in diesem Moment das Thermit vor. Aggressiv war Viper John zwei Schritte entgegengetreten.

John starrte ihr in die Augen, dann senkte er den Blick. „Das glaube ich nicht, das würde sie nicht tun", sagte er. „Das würde sie MIR nicht antun", fügte er hinzu und blickte verlegen auf.

„DIR? Warum Dir?" Fragte Viper mit Unverständnis. „Die unmittelbare Gefahr ist gebannt, welchen Nutzen habe ich denn für Dich?"

John nahm seinen ganzen Mut zusammen. „I..ich mag Dich", stotterte er hervor.

Sprachlos starrte Viper ihn einen Moment an. Sie wiederholte die Aufzeichnung des gestrigen Abends . Der Kuss und dann die Geschehnisse im Schuppen.

[i]John hielt ihren Arm. Er nahm ein sauberes Tuch und begann ihren Arm abzutupfen. „Warum tust Du sowas nur?" Fragte er kopfschüttelnd.

Dann erregte ein metallisches Schimmern in einem der tieferen Schnitte seine Aufmerksamkeit.

„Warte, da ist was in dem Schnitt", sagte er und griff zu einer Pinzette.

Als John gerade mit der Pinzette nach dem Fremdkörper greifen wollte ergriff Viper seine Hand. John blickte fragend auf, woraufhin Viper mit dem Kopf auf die Verletzung wies. Johns Blick wurde fragender.

„Sie hin", sagte Viper drängend.

Zögerlich senkte John den Blick auf besagten Schnitt und sah hin. Viper bewegte schnell die Finger und John sah Bewegung in dem Schnitt.

Johns Augen wurden groß. Als er fragend aufblickte lies Viper lediglich ihre optischen Sensoren aufleuchten.

In einem Anflug von Panik sprang John zurück und krachte mit dem Rücken gegen einen Kistenstapel. „Du bist eine Maschine...Ein Ding?"

Bei dem Wort –Ding- war Viper sichtlich zusammengezuckt, sagte aber kein Wort.

John hingegen stolperte rückwärts zur Schuppentür. Ohne die Maschine vor ihm aus den Augen zu lassen, drückte er die Tür auf und verschwand in Richtung Haus.[/i]

Vipers für einige Zeit abwesender Blick fokussierte zurück auf John. Dann schüttelte sie den Kopf.

„Ich hab gestern Abend gesehen, dass du mich magst", sagte sie sarkastisch. „Feine Art und Weise Jemanden den man mag als DING zu bezeichnen".

„Aber...", begann John aber verstummte wieder, da ihm die passenden Worte fehlten.

Viper schüttelte nur den Kopf, kehrte zu ihrem Bett zurück und begann die Sachen in die Tasche zu stopfen.

John musste schlucken, als er die Unterwäsche sah, die Bilder einer Viper in Spitzenwäsche in seinem Kopfkino hervorriefen.

Noch bevor John seine Sprache wiedergefunden hatte stürmte Viper an ihm vorbei in Richtung der Treppe.

John brauchte zwei Sekunden sich soweit zu fangen, dass er ihr hinterher lief.

Er sah wie Viper auf halber Treppe abrupt stoppte. Als er näher kam sah er den Grund. Seine Mom stand mit einer Schrotflinte bewaffnet vor der Haustür und sah Viper entgegen.

Kapitel 12

„Mom, was soll das denn!?" Fragte John mit Panik in der Stimme. Er übersprang die halbe Treppe in zwei Sätzen und baute sich schützend vor Viper auf als Sarah die lässig mit dem Lauf nach Unten hängende Waffe hoch schwang und schräg in ihre Armbeuge fallen lies.

Sarah und auch Viper sahen erstaunt auf John, der sich quasi wie ein Kugelfang zwischen Sarah und Viper aufgebaut hatte.

„Nun?" Fragte Sarah mit einem zynischen lächeln. „Ist es jetzt doch die Frage?"

John starrte Sarah an. Dann sah er über seine Schulter in Vipers Gesicht.

Obwohl Viper einen neutralen Gesichtsausdruck hatte lächelte John sie an. Schließlich wandte er sich wieder zu Sarah. Sekundenlang sahen sich Mutter und Sohn in die Augen.

Dann nickte John. „Die Antwort ist JA", sagte er mit Betonung.

Sarah blickte ihn lange Sekunden an. Ein schiefes Lächeln zeigte sich auf ihrem Gesicht. Dann nickte sie.

„Aber wie ich schon sagte, Viper kann hier nicht bleiben".

„Mom!" Rief John gequält.

Sarah lächelte, schüttelte und senkte schließlich den Kopf.

John griff nach hinten und ertastete Vipers Hand.

Als Viper Johns Tastversuche bemerkte sah sie nach Unten auf seine Hand, die sich ihrer näherte. Ihre Gefühle waren nicht klar. Einerseits war sie wütend auf John, hatte Angst vor Sarah und verspürte ein Glücksgefühl, weil John sie offenbar wirklich mochte. Sie ergriff seine Hand.

John atmete innerlich auf, als er spürte, dass Viper seine Hand ergriff.

Sarah hatte mit gesenktem Kopf das Treiben ihres Sohnes beobachtet. Als sie sah, wie die Beiden ihre Hände ineinander verschränkten seufzte sie vernehmlich.

„Viper kann nicht bleiben. ABER!" Unterbrach Sarah Johns Aufbegehren mit erhobener Hand. „Cameron scheint mir ein nettes Mädchen zu sein", sagte Sarah ernst.

John blieb der Mund offenstehen. Nach ein paar Sekunden sah er über seine Schulter zu Viper, die genau so mit offenstehendem Mund auf Sarah starrte.

Viper glaubte fast, Sarah missverstanden zu haben und lies die Aussage mehrmals auf ihrem HUD wiederholen. Schließlich sah sie hinunter zu John, der sie genau so erstaunt ansah.

John konnte förmlich sehen, wie es in Vipers...Camerons Chip arbeitete. Dann sah sie ihn an und er nickte ihr zu und drückte ihre Hand.

Viper hob den Kopf und sah wieder zu Sarah „Natürlich, Ich...ich war doch nur Viper weil.. weil ich nicht wollte, dass ihr mich noch mehr hasst, wenn ihr es herausfindet".

Sarah nickte. „Das verstehe ich", sagte sie und schob die Unterlippe vor.

John sah seine Mom aufmerksam an. „Mom, was soll das Gewehr?"

Sarah sah auf die Waffe in ihrem Arm. „Ach das...? Das wollte ich Cameron geben, damit sie was zum Schießen hat.", sagte sie, legte die Waffe über ihre Schulter und ging ins Wohnzimmer.

John und Cameron sahen ihr sprachlos nach.

Nach etlichen Sekunden sahen John und Cameron sich an. John ergriff auch noch Camerons zweite Hand. Minutenlang standen sie sich wortlos gegenüber bis John schließlich auf Camerons Stufe hochging.

Beide sahen sich in die Augen. Dann, als wieder Minuten vergangen zu sein schienen war es Cameron, die John küsste und diesmal wurde der Kuss erst unterbrochen, als John die Luft ausging.

Dann sahen sich beide wieder lange in die Augen.

Sarah hatte John und Cameron nicht hochgehen gehört, deshalb sah sie nochmal nach und sah das Ende des Kusses. Als die beiden sich dann nur anstarrten wurde es ihr schließlich zu bunt und sie räusperte sich vernehmlich.

John hörte ein Räuspern und fuhr erschrocken zurück. Hätte Cameron ihn nicht gehalten, wäre er die Treppe hinuntergefallen.

„Mom!?" Rief er und kratzte sich am Hinterkopf.

Sarah stand mit vor der Brust verschränkten Armen an den Türrahmen gelehnt.

„Ich will es nicht hören", sagte sie energisch. „Ich will es nicht sehen. Und wenn ich Euch beim Rummachen auf der Couch erwische, überdenke ich das Ganze nochmal". Sarah drehte sich herum und wollte wieder in den Wohnraum gehen.

„Mom?" Rief John ihr nach.

Sarah blieb stehen und drehte sich herum. „Ja John?"

„Warum?" War Alles, was er fragte.

Sarah lächelte versonnen. „Erinnerst Du Dich an Onkel Bob".

„Natürlich" entgegnete John. „Was hat er damit zu tun?"

„Er sagte, er wisse, warum Du weinst aber das wäre Etwas, was er nie könnte". Sagte Sarah und sah Viper eindringlich an.

„Und?" Fragte John sichtlich verwirrt. „Was hat das mit Vip...Cameron zu tun?"

Sarah stiess sich vom Türrahmen ab. Die letzten Worte waren leise aber verständlich. Sarah sagte sie als sie bereits auf dem Rückweg in den Wohnraum war. Es waren zwei einfache Worte, die aber Sarahs Haltung eindeutig klarmachten.

„Cameron kann".

(ENDE)