Hallo, Ihr Lieben,
hier ein neues Kapitel vom „Raben", nachdem es schon Fragen gab, ob diese Geschichte überhaupt zu Ende geschrieben würde. Sie wird, definitiv.
Ich gebe zu, dass der "Wolf auf der Hintertreppe", der eigentlich nur eine Weihnachtsgeschichte sein sollte, sich etwas verselbständigt hat. Remus ist mit mittlerweile sehr ans Herz gewachsen, aber nach so viel Canidengekuschel war es mal wieder Zeit für was "fedriges". Viel Spaß damit.
Allen meinen Reviewern ein herzliches Dankeschön!
Very
special thanks to Mr. Pads, keep your ears up, so I can pet them.
Very special thanks to Chromoxid, meiner superaufmerksamen Beta-Leserin. Sollten immer noch kleine Fehlerteufel sich eingeschlichen haben, sind das natürlich nur meine, wie immer.
Disclaimer: Alles Potterige nicht meins, nur geborgt.
Soundtrack:
Edvard Grieg, aus der "Peer Gynt-Suite" die "Morgenstimmung" und "Solveigs Lied".
oooOOOooo
-28-
Der See und der Bote
Viele Wochen zog ich mit dem dunklen Boten der Göttin über das Land. Unser Weg führte uns über die grünen Felder meiner Heimat, an der Westküste Englands entlang und schließlich über das graue Meer. Wir überquerten die Normandie und die Bretagne und zogen weiter, immer an der Altantikküste Frankreichs entlang.
Mein Führer gönnte uns wenig Zeit zum rasten, doch er achtete stets darauf, abends auf einem See oder Fluss im Landesinneren zu landen, wo ich essen und in Sicherheit schlafen konnte. Er selbst ruhte zumeist am Ufer auf einem der hohen Bäume. Ganze Krähenkolonien räumten ihm ehrfürchtig den höchsten Platz auf ihren Schlafbäumen ein und hielten stets respektvollen Abstand.
Der Rabe sprach nicht zu mir. Mehrere Male hatte ich versucht, mit ihm zu kommunizieren, doch er gab nur sein heiseres Krächzen von sich und ich verstand ihn nicht.
An meinen Vogelkörper hatte ich mich schnell gewöhnt, ich fühlte mich weder alt noch jung, sondern nur manchmal etwas erschöpft von der langen Reise. Wann immer ich anderen Schwänen begegnete, versuchte ich mich mit ihnen zu verständigen, doch es war, als wären wir zwar von derselben Art, sprächen jedoch eine fremde Sprache. Ich begnügte mich irgendwann damit, still und friedlich neben ihnen zu gründeln und mit ihnen meine Kreise über die Gewässer zu ziehen, wenn sie am Morgen aufflogen.
Dies waren die herrlichsten, Momente meines neuen Lebens. Endlich teilte ich die Luft mit den Vögeln, gehörte zu ihnen und spürte wie der Wind mich trug und mit meinem Gefieder spielte, mich koste und wieder in taumelndem Flug der Erde zurück gab. Auf seinem Rücken reitend erreichte ich nie gekannte Geschwindigkeiten, und lautes Jauchzen erfüllte meine Seele, wenn er mich freudentrunken mit den Wolken umher jagen ließ.
Doch obwohl ich allmählich immer mehr die Perspektive eines Vogels einnahm, wenn ich eine Landschaft, einen See oder Fluss betrachtete und ihre Eignung zum Landen oder Nahrung finden beurteilte, und obwohl ich deutlich das Wirken der Instinkte in meinem Inneren fühlte, blieb mein Geist doch klar und menschlich.
Ich hätte ewig so weiterleben können, der Rhythmus aus fliegen und rasten entsprach dem Auf und Ab einer sehr ursprünglichen Prägung meines aviären Blutes, und er tat auch meiner menschlichen Seele gut.
Ich war eins mit mir und der Welt und sehr zufrieden.
oooOOOooo
Doch jede Reise ist einmal beendet, und am Ende eines weiteren langen Tages bedeutete mir der Rabe, nicht wie sonst zu landen, sondern den Flug fortzusetzen. Ich war erstaunt, folgte jedoch seiner Weisung."
„Wie konnte er Euch anweisen, Fürstin, da Ihr doch nicht miteinander sprechen konntet?" fragte Severus und blickte zu Nuriyya hoch, die sich inzwischen von ihrer Liege erhoben hatte, und neben das Feuer getreten war.
„Er zeigte mir, was er wollte" entgegnete sie mit einer erläuternden Geste. „Als ich auf einem Fluss, der sich unter uns durch die Weiden wand zur Dämmerung hin landen wollte, krächzte er laut, ließ sich im Sturzflug unter mich gleiten und versperrte mir den Weg nach unten."
„Das war allerdings kaum zu missverstehen" sagte Severus mit einem angedeuteten Lächeln, und aus dem Augenwinkel konnte er beobachten, dass Medeora breit grinste.
„Wenn du sie ständig unterbrichst, Zauberer, sitzen wir morgen früh noch hier!" fauchte Martialis durch den Raum.
Nuriyya warf ihm einen tadelnden Blick aus ihren grünleuchtenden Augen zu und er verstummte und senkte die Augen.
Sie wandte sich wieder dem Feuer zu und hielt ihre Hände über die Flammen, die eine angenehme Wärme verströmten.
Severus betrachtete den Schatten, den ihre von feinen hellen Linien durchzogenen Hände warfen, und zuckte zusammen, als sein Blick den Schattenwurf ihres Körpers an der Wand erfasste:
Hinter ihrer hohen schmalen Gestalt zeichneten sich große fledermausähnliche Schwingen dunkel auf der Struktur der Felswand ab, und schlugen gespenstisch auf und ab. Die Flügel an ihrem Rücken waren jedoch unter ihrem langen dunklen Umhang zusammen gefaltet.
oooOOOooo
„Ich folgte also dem Raben" sog ihre Stimme seine Aufmerksamkeit von den Schattenschwingen ab, und wir flogen durch eine kühle Nacht, die Landschaft unter uns immer wieder von Nebelfetzen verdeckt. Über uns jedoch breitete sich das Sternezelt endlos, und wir glitten darunter entlang, als würde es für uns keine Müdigkeit geben. Ich empfand pure Lebensfreude und von mir aus hätte der Morgen ewig auf sich warten lassen können.
Es begann schon heller zu werden, und das fahle Licht der Morgendämmerung kroch im Osten über den Horizont, als der Rabe sein lautes Krächzen erschallen ließ.
Unter uns lag eine nebelüberzogene Senke, und im Sturzflug stürzte er sich in die grauweiße Ungewissheit und war verschwunden. Ich zögerte ihm zu folgen und drehte langsam eine Schleife in sicherer Höhe.
Ich beobachtete den Nebel und wartete, dass der Rabe zurückkehren würde. Tatsächlich erschien auf einmal tief unter mir im Zentrum des wabernden Graus ein Punkt, der sich stetig vergrößerte. Ein Vogel jedoch war es nicht. Die Bewegung, die ich zu bemerken meinte, hatte nichts Fliegendes an sich, sondern etwas Dynamisches, Wirbelndes.
Der Nebel öffnete sich und türmte sich an den Seiten der dunklen Öffnung, höher und höher, während die Mitte des Geschehens immer weiter nach unten zu driften schien.
Endlich wurde mir klar, was ich dort sah: es war das Auge eines Tornados, der sich unter mir entwickelte, und immer schneller sein gigantisches Wolkenkarussell drehte.
Schließlich schien das energetische Drehzentrum im Nichts zu verschwinden, und sog die feuchten Nebel in einem wahnsinnigen Tanz mit sich in eine andere Dimension.
Die zuvor noch dichte Masse verlor ihre Bindung untereinander, Fetzen lösten sich heraus und schließlich zerriss der Jungfernschleier der Landschaft unter mir.
Ich schaute nach unten.
Der Anblick ließ mich in seiner Schönheit und Erhabenheit erschaudern. Unter mir lag ein riesiger See, in dessen dunklem Wasser sich das blasse Licht der letzten Sterne spiegelte. Er schien mir unendlich tief und von einer Klarheit, die sich mit dem menschlichen Geist nicht fassen ließ.
Und er rief mich.
Dies war die fremde Heimat, nach der ich mich immer gesehnt hatte. Ich, die ich überall zu Hause gewesen war, wo das Schicksal mich hingeführt hatte, hatte zurück gefunden zum Quell meiner Sehnsucht. War ich den Wildgänsen als Mädchen hinterher gerannt, so glaubte ich stets, dass es die Freiheit des Fliegens war, die ich begehrte, und die so unerreichbar schien. Nun jedoch erkannte ich, dass das Fliegen nur der Weg gewesen war, der mich zu diesem See hatte bringen sollen.
Es war mir bestimmt, hierher zurück zu kehren, nach tausend Jahren der Wanderung.
Woher ich es wusste? Es war in mir, in meinem Blut und meinem Herzen. Es pulsierte und schlug im Rhythmus der Wellen, die ans felsige Ufer spülten.
Ich bog meine Flügel, und ließ mich sinken, immer tiefer und schneller meinem Begehren entgegen, und als meine Füße die Wasseroberfläche durchstießen und die Kälte des Sees spürten, als mein gefiederter Leib die Fluten berührte, um gleich darauf spielend und sicher auf ihnen zu schaukeln, war ich eins mit der Welt, und atmete ihren uralten Takt.
oooOOOooo
Ich blickte hinüber zu den Ufern des Sees, und gewahrte im Norden eine felsige Steilwand, die sich wohl zweihundert Fuß drohend und schroff in den Himmel erhob, und an deren Klippen sich die Wellen schäumend brachen, obwohl es in der Mitte des Sees beinahe windstill war und ich nur sanft geschaukelt wurde.
Das gegenüberliegende Ufer war von dichtem Wald bedeckt. Niedere Büsche schirmten den Blick auf die Stämme der hohen Bäume ab, die sich mit ihren in allen Schattierungen von Grün gekleideten Wipfeln in den Himmel reckten.
Im Westen des Sees lag ein schmaler steiniger Strand, an den sich eine hügelige grüne Landschaft eng anschloss.
Das östliche Ufer schließlich verbarg sich hinter einem dichten Schilfgürtel, der sich in ein weites Moor erstreckte und sich meinen Blick entzog. Das Schilf glühte orange im Schein der aufgehenden Morgensonne, die sich nun langsam immer hoher ans Firmament schraubte, und schließlich den See und mich in einem breiten, keilförmigen Strahl mit Gold übergoss.
Um mich herum begann die Welt zu erwachen, die Luft füllte sich mit den Schreien einiger Duzend verschiedener Vogelarten, ihrem schrillen Piepsen und melodischem Gesang sowie ihrem Flügelrauschen, und der Grundton dieses Konzerts zu Ehren des Morgens war das mehrstimmige Summen der tausenden von Insekten, die sich nun auf die Suche nach Nahrung machten. Neben mir sprang ein grünglitzernder Fisch hoch aus dem Wasser und hinterließ eine schäumende Fontäne, als er wieder eintauchte.
„Dies ist das Paradies", dachte ich und tauchte meinen langen Schwanenhals in die Kühle des Wassers.
„Ja, es ist ein aquatischer Garten Eden" sagte eine sanfte Stimme vom Ufer her zu mir, und ich blickte mich um und gewahrte einen Mann auf dem felsigen Strand, der mit verschränkten Armen dem Schauspiel zugesehen hatte, welches der See für mich veranstaltet hatte.
„Diese Welt hier ist in Gefahr" fügte er hinzu, „und sie wird nur bestehen, wenn sie mächtigen Schutz erfährt."
Ich schwamm langsam näher ans Ufer und beäugte den Fremden, der mir doch irgendwie vertraut vorkam.
Er war groß und dünn, soweit ich das erkennen konnte, und trug einen weiten dunklen Mantel, über den sein schwarzes, glänzendes Haar ihm fast bis zur Hüfte floss. Sein Alter vermochte ich nicht zu schätzen, doch sein Gesicht war von ebenmäßiger Schönheit, wenn man von der gewaltigen Nase absah, die wie der Schnabel eines Raubvogels daraus hervor ragte. Er hatte die hohen Wangenknochen der östlichen Völker, und seine Augen waren von einem undurchdringlichen Schwarz.
„Wer seit Ihr?" fragte ich ihn und war selbst erstaunt über meine menschliche Stimme, und darüber, dass mein Schnabel menschliche Laute formen konnte.
„Ich war dein Begleiter, Schwanenfrau" entgegnete er, „doch jetzt bin ich nur ein Bote" fügte er hinzu. Seine dunklen Augen ruhten auf mir, mit einem sanften Ausdruck, doch als ich ihn ebenfalls ansah, hatte ich das Gefühl in dunklem Wasser zu ertrinken. Seine Augen waren voller Intelligenz, Wissen und Geduld, doch ohne Seele.
„So höre denn, was ich dir zu sagen habe:
Die Schatten werden nach dieser Welt greifen, und sie werden hier an diesem See ihr Schloss errichten.
Das Licht entsendet eine Kriegerin, die dem Meister des Dunklen Einhalt gebieten kann, wenn sie ihn erkennt und sein Herz prüft. Doch es steht geschrieben, dass der Dunkle Prinz aus den Sümpfen ihren Blick verschleiern wird, wenn er den Schlüssel findet.
Wenn dies geschieht, wird sie ihn erst erkennen, wenn es zu spät ist. Erst tausend Jahre später wird es eine neue Chance geben, das Paradies vom finsteren Nebel seines Zaubers zu befreien."
Ich wartete gespannt darauf, dass er noch mehr sagen würde. Der schwarze Bote jedoch schwieg.
„Bin ich diese Kriegerin?" fragte ich, obwohl ich die Antwort schon zu kennen fürchtete, hatte mich doch die Göttin bereits so genannt.
Er nickte.
Dann griff er in die Tasche seines Mantels und hielt mir eine silberne Kette mit zwei Anhängern entgegen. Einer war ein kleines Schloss mit einem winzigen silbernen Schlüssel, das andere ein Medaillon in Form eines S, um das sich eine fein ziselierte Schlage ringelte."
Severus sog scharf die Luft ein. Er kannte dieses Schloss und er hatte auch das Amulett schon einmal gesehen. Das Schloss gehörte einst Salazar Slytherin und war seit hunderten von Jahren verschollen, aber es gab Bilder davon. Das Amulett hatte er in Büchern nie gesehen, aber als er ein junger Mann war, und sein Ehrgeiz ihn zu den Todessern trieb, hatte er ein merkwürdiges Erlebnis gehabt:
Eines Tages war eine zierliche dunkelhaarige Frau in dem Kerker erschienen, in dem er in der Nokturngasse für einen schmierigen Händler Tränke bereitete. Sie stand plötzlich einfach hinter ihm, er hatte sie weder kommen sehen noch gehört.
„Du bist also Severus Snape" hatte sie zu ihm gesagt und spöttisch die Mundwinkel verzogen.
Er starrte sie an. Für eine Sekunde glaubte er, in einen Spiegel zu starren, doch dann bemerkte er, dass ihre Nase feiner, ihr Kinn runder, ihre Haut zarter, doch ebenso blass wie die seine waren, und ihre Augen, seinen in Form und Ausdruck so ähnlich, hatten einen Hauch von einem sanften Braun, wo ihm selbst stets schwarze Kohlenstücke aus dem Spiegel entgegen starrten.
„Wer will das wissen?" hatte er sie angefaucht, und sie hatte gelacht.
Er hatte blitzschnell seinen Zauberstab gezogen und einen Fluch auf sie geschleudert, doch der rote Lichtstrahl war durch sie hindurch gerast wie durch Luft und von den Wänden abgeprallt. Er hatte einen Kessel in Brand gesetzt, und Severus hatte einige Mühe, die Explosion des Willenlos-Trankes, der darin brodelte, zu verhindern.
„Was bist Du, ein Geist? Ein Trugbild?" schrie er die dunkelhaarige Frau an, nachdem er die klebrige Masse im Kessel mit einem Abkühlzauber gebändigt hatte. Merlin, den Trank konnte er wegwerfen und die Zutaten waren selten und sehr teuer gewesen. Zornig trat er auf die Frau zu.
Mit einer Kraft, die er ihrer kleinen Gestalt nie zugetraut hätte, hatte sie seine Handgelenke festgehalten, nach unten gezogen und ihm plötzlich von Angesicht zu Angesicht gegenüber gestanden. Er konnte sogar ihr Parfüm riechen, so nah war sie ihm. Sein rechtes Handgelenk brannte unter ihrer Berührung, und er spürte die Kraft der arkanen Energien, die sie durchflossen.
Es war mit nichts zu vergleichen, das er kannte, außer vielleicht mit der Macht, die der Dunkle Lord ausströmte.
„Wer bist Du?" fragte er atemlos, während weiße Feuerringe um seine Hand tanzten.
„Du musst umkehren, Severus, fliehe Riddle und sein sklavisches Gewürm" entgegnete sie anstatt einer Antwort und fixierte ihn mit ihren dunklen Augen.
Er hatte nach Luft gerungen, während er versucht hatte, ihrem Blick stand zu halten.
„Zu spät" hatte er gekeucht.
Sie ließ ihn los. Das Brennen verebbte.
„Warum?" hatte sie gefragt.
Er hatte
den Ärmel seiner Robe angehoben und ihr seinen Unterarm
präsentiert, stolz auf das Dunkle Mal.
Er hatte insgeheim
gehofft, sie würde sich erschrecken. Doch die Fremde hatte seine
Hand genommen und mit ihren Fingern über das Dunkle Mal
gestrichen, und es verschwand, ohne etwas anderes als blasse,
makellose Haut zurück zu lassen.
„Du siehst, seine Macht ist nicht unendlich." Sie hatte ihn fordernd angesehen. „Schwöre ihm ab".
„Er würde mich töten", hatte Severus entgegnet, und er spürte, wie Zorn in ihm hoch schoss.
„Er wird mich an seiner Macht teilhaben lassen, und mich für meine Loyalität belohnen" sprudelte er hervor, ein Mantra, dass die Todesser oft gemeinsam sprachen, wenn sie IHN erwarteten.
„Niemand wird meinen Aufstieg an seiner Seite verhindern, schon gar kein...kein...Was-immer-du-bist" hatte er gespuckt, „ich habe zu lange darauf gewartet, seinem Kreis anzugehören!"
Die Frau hatte ihn ruhig angesehen, und mit einem Ausdruck des Bedauerns hatte sie die Schultern gezuckt.
„Es wird am Ende nichts ändern" hatte sie gesagt, „Du wirst zu meinem Orden gehören, ob du jetzt willst oder nicht. Aber wisse, Severus, dass du dir eine schwere Bürde auf deine Seele laden wirst, wenn du nicht umkehrst. Es wird Dich Dein Lebensglück kosten."
Er hatte sie ausgelacht. Was bedeutete ihm schon „Glück"? Er hatte nie welches gehabt. Aber Macht, damit wusste er etwas anzufangen.
„Der Dunkle Lord wird deinen „Orden" vernichten!" hatte er ausgerufen, als sie sich umgedreht hatte und zur Tür gegangen war.
Er hatte ihr einen Hex hinterher geschleudert, doch wieder war der Strahl durch sie hindurch geschossen, und ein tiefes Fluchen aus dem Flur hatte ihm verraten, dass er den Ladenbesitzer stattdessen getroffen hatte.
„Was fällt dir ein, du öliger Bursche?" hatte der geschrieen, und sich keuchend zur Tür hin gerobbt.
„Entschuldigen Sie, Mr. Borgain" hatte Severus gemurmelt, „der Fluch sollte die Frau treffen, die eben hinausgegangen ist."
„Die Frau? Welche Frau?" hatte Borgain gebrüllt, und Severus in tiefen Gedanken seinen Kesseln überlassen, nachdem dieser den Gegenfluch gesprochen hatte, und Borgain seine Beine wieder gebrauchen konnte.
Für eine Weile hatte Severus danach noch sehr merkwürdige Träume gehabt, in denen die dunkelhaarige Frau erschien, doch sie kam nicht wieder und auch die Träume verschwanden und die Erinnerung an sie verblasste. Bis heute.
Denn in dem Moment, in dem Nuriyya das Medaillon beschrieben hatte, sah Severus es wieder vor sich, wie es an einer langen Silberkette um den Hals der seltsamen Frau gehangen hatte, die ihm fast wie aus dem Gesicht geschnitten gewesen war.
„Was geschah mit dem Amulett?" fragte er die Fürstin, und sah mit einem gespannten Seitenblick zu Martialis hinüber, der bereits den Mund geöffnet hatte, um ihm Schweigen zu gebieten.
„Wie ich es eben sagte, Severus" antwortete Nuriyya, „ich schwamm zum Ufer, um die Kette von dem Boten entgegen zu nehmen, und als ich den Hals beugte, damit er sie mir umlegen konnte, verschwand er in dem Moment, in dem die Kette mein Gefieder berührte.
Nur sein Mantel lag wie weggeworfen am Ufer. Als ich aus dem Wasser stieg, um den Mantel näher zu betrachten, zerfloss er wie schwarzer Nebel, als ich ihm mit einem Flügel berührte.
Nur dies ist von ihm geblieben." Sie griff in eine Tasche ihres Gewandes, und zog eine einzige, pechschwarze Feder heraus.
TBC
ooo
Dies war er also, der erste Rabe, nach einer ganzen Weile. Es wird jetzt hoffentlich etwas schneller weiter gehen. I try!
Reviews werden gerne genommen!
