183: Du bist wieder da :3 Danke, danke, Hermine hat sich auch sehr viel mühe gegeben ;D

27. Vorwürfe & Intermezzo 2

Hermine saß unruhig auf einem Stuhl im Gemeinschaftsraum und blickte aus dem Fenster, als Ginny den Raum betrat.

„Müsstest du nicht bei deinem Okklumentik Unterricht sein?"

„Ja… eigentlich schon…", sagte Hermine abwesend.

„Und warum bist du dann nicht dort?", fragte die Rothaarige.

„Ähm… na ja… Es… Es liegt am Aufsatz."

„Hast du ihn nicht fertig geschrieben? Ich kann dir helfen. Ich kenne da so einen Zauber…"

„Nein", sagte Hermine. „Du kannst mir nicht helfen. Ich bin daran selber schuld."

„Was hast du denn getan?", fragte Ginny erschrocken und kniete sich neben Hermine.

„Ich… ich habe… weitere zwei Monate Nachsitzen", sagte Hermine und ließ traurig den Kopf sinken. „Dabei dachte ich es wäre richtig Professor Snape daran zu erinnern, dass er so etwas nicht machen kann, aber…"

„Aber?", fragte Ginny neugierig.

„Er ist einfach so blind und verbohrt und…"

„Und?"

„Und ich hasse ihn!", sagte die Ältere wütend und stand mit blitzenden Augen auf.

„Oh, ist da jemand verliebt?", fragte Ginny mit süßlicher Stimme und stand auf.

„Nein! Und hör auf mit diesen Witzen. Das ist langsam nicht mehr lustig!", sagte Hermine und verließ wütend den Gemeinschaftsraum.

Draußen lief sie ziellos durch die Korridore und staunte nicht schlecht, als sie plötzlich vor Prof. Snapes Klassenraumtür stand.


Severus stand auf. Er war wütend. Ach was, wütend traf das Gefühl noch nicht einmal annährend! Er hatte eine geschlagene Stunde auf Miss Granger gewartet, doch nichts war passiert. Nichts. Er war gerade aufgestanden, um zu gehen, als sich die Tür langsam öffnete und ein blasses Gesicht in den Raum blickte. Miss Granger betrat den Raum langsam und schloss die Tür leise hinter sich.

„Ich… Es tut…", begann sie, doch Severus unterbrach sie.

„Miss Granger", donnerte er. „Können sie sich auch nur annährend vorstellen, wie lange ich hier auf sie gewartet habe?"

Miss Granger holte gerade Luft, doch er ließ ihr keine Zeit zum antworten.

„Nein, das können sie nicht! Weil sie einfach nur ein dummes Schulmädchen sind, das denkt nur weil es die Schlacht überlebt hat, sich nicht mehr an Regeln halten zu müssen!"

„Aber…", ertönte Miss Grangers dünne Stimme und plötzlich, als Severus kurz davor war zu explodieren änderte sich das Licht im Raum und Miss Granger war nicht länger Miss Granger.

„Amelia?", fragte er. Dann fühlte er nur noch, wie er fiel.


Mit schweißnassen Händen umklammerte sie den Türgriff. Mit angehaltenem Atem drückte Hermine den Türgriff herunter und sah in den Raum. Prof. Snape stand hinter seinem Schreibtisch und sah so aus, als wäre er nicht gerade gut gelaunt.

Langsam betrat sie das Klassenzimmer und schloss die Tür vorsichtig hinter sich. Langsam lief sie in die Mitte des Raums. Ihr Herz klopfte wie verrückt und das lag nicht daran, dass sie eine Stunde zu spät zum „Unterricht" erschienen war. Vorsichtig sah sie in die dunklen Augen ihres Professors und hatte plötzlich das schreckliche Gefühl nicht ein Wort herausbekommen zu können.

„Ich… Es tut…", begann sie leise, doch Professor Snape ließ sie nicht ausreden.

„Miss Granger", donnerte er und sie zuckte zusammen. „Können sie sich auch nur annährend vorstellen, wie lange ich hier auf sie gewartet habe?"

Sie holte gerade Luft, um zu antworten, dass sie sich voll und ganz darüber bewusst war und ihm gerne erklären würde, warum sie den Aufsatz nicht richtig zu Ende geschrieben hatte, als er einfach weiterredete.

„Nein, das können sie nicht! Weil sie einfach nur ein dummes Schulmädchen sind, das denkt nur weil es die Schlacht überlebt hat, sich nicht mehr an Regeln halten zu müssen!"

„Aber…", brachte Hermine hervor, doch es klang mehr gehaucht, als gesprochen.

„Amelia?", fragte Prof. Snape plötzlich unvermittelt, doch als Hermine blinzelte sah sie Cole an Prof. Snapes Stelle stehen. Das letzte, woran sie sich später noch erinnern konnte war, dass sie noch versuchte sich am nächsten Tisch festzuhalten.


„Cole!", rief Amelia erfreut, als sie ihn erblickte.

„Hast du mich vermisst?", fragte Cole und lächelte sie an.

„Machst du Witze?", fragte Amelia und schlang ihre Arme um seinen Hals. „Ich habe dich vermisst…"

„Du hast es vermisst dunkle Zauberer zu jagen?", fragte Cole im scherz.

„Cole!", sagte Amelia und gab ihm einen Schlag auf die Schulter. „Du weißt ganz genau was… wen ich meine!"

„Ich weiß", sagte Cole. „Ich habe mich auch schon darauf gefreut Mr. Masons geheime schwarzmagische Organisation aufzuspüren und aufzulösen."

Er grinste sie an.

„Hey! Black!", rief plötzlich jemand.

„Wer ist das?", fragte Amelia und blickte zu einem jungen Mann, der auf sie zukam. Cole drehte sich um und der Ausdruck auf seinem Gesicht veränderte sich.

„Ignorier ihn einfach", sagte er und wandte sich zum gehen ab, doch Amelia hielt ihn zurück.

Wer ist das?"

„Ein Idiot, der es nicht lassen kann mich in Ruhe zu lassen!", sagte Cole und blickte den jungen Mann böse an.

„Wer…", wollte Amelia noch ein drittes Mal fragen, doch dann hielt sie inne. „Matthew?"

Der junge Mann hatte sie inzwischen erreicht.

„Genau Süße. Matthew Selwyn", sagte er mit seidiger Stimme.

„Ich wusste, dass ich ihn von irgendwoher kenne", flüsterte sie Cole zu. Zu Matthew gewandt sagte sie laut: „Du warst mit Cole in Slytherin, oder?"

„Gut beobachtet", sagte er und legte ihr einen Arm um die Schulter. „Und wie geht es der kleinen Gryffindor?

„Ganz gut, danke der Nachfrage", antwortete Amelia, bemüht Coles genervten Blick zu ignorieren. „Und wie geht es dir?"

„Seitdem ich dich gesehen habe, super."

Cole rollte genervt mit den Augen.

„Es tut mir leid, das freudige Wiedersehen zu unterbrechen, aber wir müssen jetzt leider gehen. Bis bald Matt", sagte Cole und schob Amelia mit sich, die Matthew noch einen Entschuldigenden Blick zu warf.

„Was sollte das denn?", fragte Amelia verwirrt, als sie aus der Hörweite von Matthew waren. „Ich dachte du und Matthew wärt beste Freunde?"

„Wir waren beste Freunde", sagte Cole kühl.

„Und warum seid ihr es jetzt nicht mehr?"

„Das… das ist eine längere Geschichte", sagt er ausweichend.

„Ich habe Zeit", antwortete Amelia und blieb stehen.

Für einen kurzen Moment verschwand der harte Ausdruck aus Coles Gesicht… und dann war der Moment vorbei.

„Du würdest es nicht verstehen", sagte er bedauernd mit einem Seufzer.

„Dann erkläre es mir", sagte Amelia einfach.

„Das ist sehr… persönlich", widersprach Cole.

„Ich bin eine gute Zuhörerin", sagte Amelia und lächelte ihn an.

„Vielleicht… später", sagte Cole und sah auf seine Uhr. „Oh… so spät schon? Wir müssen jetzt aber wirklich los."

Die Szene veränderte sich…

„Ich hatte heute wirklich… Angst", sagte Cole und starrte auf seine Füße, die er im See kühlte. Amelia saß neben ihm und tat es ihm gleich.

„Du und Angst?", fragte sie und wollte lachen, doch der Blick auf seinem Gesicht hielt sie davon ab. „Warum?"

„Weil…", begann Cole, hielt dann jedoch inne und fuhr sich mit seiner freien Hand durchs Haar. „Weißt du noch, was ich vor einem Jahr zu dir gesagt hatte?"

Amelia zog ihre Augenbraue hoch und sah ihn fragend an.

„Damals, als wir Matthew getroffen hatten und ich zu dir gesagt hatte…"

„…vielleicht werde ich es dir später erzählen", beendete Amelia seinen Satz.

„Genau", sagte Cole. „Und später ist jetzt."

Vor Freude rutschte Amelia ein Stück näher zu ihm, keuchte doch dann plötzlich vor Schmerz auf.

„Tut es noch sehr weh?", fragte Cole einfühlsam und deutete auf ihre gebrochene Rippe.

„Es geht", sagte Amelia mit zusammengebissenen Zähnen. „Aber erzähl jetzt."

„Matthew und ich hatten einen Streit. Es ging um…", er brach ab und sah sie an. „…dich."

„Um mich? Aber… Aber Matthew hatte mich doch damals erst zum ersten Mal seit langem wieder gesehen. Oder nicht?"

„Das schon, aber… ähm… wie soll ich das jetzt am besten sagen? Na ja…wir… ich habe über dich gesprochen."

„Du hast mit ihm über mich geredet?", fragte sie und der Ausdruck auf ihrem Gesicht veränderte sich. „Warum? Habt ihr über mich gelästert? Das würde mich bei dir wirklich nicht wundern."

Cole sah sie verletzt an.

„Wir haben uns nicht über dich lustig gemacht… I-Ich habe ihm von dir erzählt… und… und von den Gefühlen, die ich für dich habe."

Amelia blickte ihn verwundert an.

„Du hast… Gefühle für mich?"

Cole nickte.

„Aber… warum hast du mir denn nichts gesagt?"

„Stellst du dir das wirklich so einfach vor? Denk doch mal nach. Du bist eine Muggelgeborene und ich bin ein Reinblut – und dazu noch aus dem ehrwürdigen Hause Black. Wenn mein Vater davon erfahren würde…Er vertritt immer noch die alten Vorstellungen, die viele Reinblütige Familien heute noch haben. Matthew ist übrigens derselben Meinung. Er denkt, dass… Muggelgeborene nichts wert sind und, dass es richtig ist… sie zu… benutzen."

„Benutzen?", fragte Amelia, doch dann wurde es ihr klar. „Dieses Schwein! Jetzt wird mir klar, warum er immer so… eh…Ich glaube, mir kommt mein Essen gleich wieder hoch…"

„Bitte nicht", sagte Cole und schenkte ihr eins seiner seltenen Lächeln.

„Aber das ist voll… ekelhaft", sagte Amelia angewidert und verzog das Gesicht.

„Das ist ja auch der Grund, weshalb wir uns gestritten hatten", sagte Cole und blickte ins Wasser. „Trotz allem, was ich früher gesagt… oder getan hatte, bin ich nicht dieser Ansicht. Ich denke, dass das alles einfach nur totaler Schwachsinn ist und ich… ich liebe Amelia!"

Amelias Gesicht wurde rot und sie blickte verlegen auf ihre Füße.

„I-Ich liebe dich Cole", sagte Amelia und blickte ihm in die Augen.

Plötzlich schien die Zeit still zu stehen und ihre Gesichter bewegten sich näher und näher zueinander.


Severus schlug die Augen auf. Das Licht der Kerzen blendete ihn sehr stark. Während sich seine Augen an die Lichtverhältnisse im Klassenraum gewöhnten, kam er langsam auf seine leicht zitternden Beine. Was war eben bloß passiert? War er eingeschlafen? Aber das konnte doch nicht möglich sein… Sein Blick fiel auf Miss Granger, die bewusstlos auf dem Boden lag.

„Miss Granger?", fragte er und ging auf sie zu. „Miss Granger?"

Er kniete sich neben sie hin und nahm ihre kalte, kühle Hand in seine. Als er nach ihrem Puls fühlen wollte, schlug sie ihre Augen auf. Wurde sie rot oder lag das nur daran, dass endlich wieder Farbe in ihr blasses Gesicht zurückkehrte. Er wollte ihr aufhelfen, doch sie ließ seine Hand los, als hätte sie sich verbrannt.

„I-Ich denke… ich sollte jetzt besser gehen."

Und mit diesen Worten verließ sie schnell den Raum.