A/N: So, endlich geht's weiter! Viel Spaß beim Lesen!
Endlich war es soweit. Die Gefährten waren bereit ihre Reise fortzusetzen. Sie hatten sich wieder halbwegs erholt und waren gut gefüttert und gewässert worden. Aragorn wurde langsam unruhig. Er wollte so schnell wie möglich weiter ziehen und deshalb zuerst die Abschiedszeremonie von Galadriel ablehnen. Das kannte er schon! Endloses Gequatsche, gute Ratschläge und böse Vorahnungen Galadriels, ebenso endlose und vor allem langweilige Geschichten über Reiseunfälle und Tipps zum Einschlafen von Celeborn und die besten Verteidigungstaktiken von Haldir. Er kannte das Geleiere schon auswendig. Außerdem brachte es gar nichts. Nach Galadriels Vorahnungen müsste er schon mindestens siebenmal eines grausamen Todes gestorben sein, von Celeborns Einschlaftipps hatte er Alpträume bekommen und Haldirs Anmerkungen zum Thema Verteidigung ließen auch zu Wünschen übrig! Außerdem zogen sich die ganzen Reden in unglaubliche Längen. Und das, wenn nur er Verabschiedet werden sollte! Wie würde es dann erst bei elf Personen werden? Und dann noch die Gedenkrede für Gandalf! Der königliche Kabarettist stöhnte bei diesem Gedanken laut auf und verdrehte die Augen.
Merry, der gerade an ihm vorbeiging fragte ihn anzüglich grinsend: „He, Streicher! An was hast du denn gerade gedacht? Ist Arwen gerade durch deine Tagträume gegeistert?" „Was, wie?", wollte dieser ganz verwirrt wissen. Dann begriff er. „Oh du Perversling! Ich habe überhaupt nicht an so was gedacht! Das war ein Stöhnen der Verzweiflung und ein Augenverdrehen des Wahnsinns und nichts anderes!", brüllte er. „Ja, ja wer's glaubt!", grinste der Spöttler, „das klang eher wie ein Stöhnen der Lust und ein Augenverdrehen der Befriedigung!" Kaum hatte der Hobbit seinen Satz beendet, sah man ihn auch schon so schnell ihn seine kurzen Beinchen trugen davon hetzen. Hinter ihm her rannte Aragorn der vor Wut beinahe schäumte! Dieser kleine Widerling von einem Hobbit! Warum musste er immer in offenen Wunden stochern? Er hatte jede Nacht erotische Fantasien (darin kam nicht unbedingt Arwen vor) aber eben nur Fantasien. Es war wirklich eine Qual, dass er diese nicht ausleben konnte. Daran würde er etwas ändern müssen! Aber zuerst musste er diesen fiesen Winzling erwischen!
Legolas hatte der Szene amüsiert zugesehen. Er und Ronny waren gerade auf dem Weg ins Lager gewesen, um die letzten Sachen zu packen. Sie hatten sich endlich ausgesprochen und hatten sich jeder vorgenommen etwas an sich zu ändern. Legolas hatte Ronny versprochen sich nicht mehr so eingebildet und hochnäsig aufzuführen und Ronny hatte versprochen nicht mehr auf ihm herumzuhacken und ihn nicht mehr ständig wegen seinem Schönheitsfimmel aufzuziehen. Beide fühlten sich sehr erleichtert und waren bereit, ihre Reise gemeinsam fortzusetzen.
Nova verabschiedete sich in der Zwischenzeit ausgiebig von Haldir, Josie entschuldigte sich förmlich bei Galadriel für ihr kleines Missgeschick und Gimli und die restlichen Hobbits waren mit packen beschäftigt. Dabei taten sie sich ein wenig schwer, da Sam unbedingt Galadriels Perücke in seinen Rucksack packen wollte und Pippin und Frodo so viel Essen wie möglich hineinstopften. So hatten sie am Ende keinen Platz mehr für Kleidung, Kochutensilien, Elbenseile, Pfeifen und anderen Krimskrams. Missmutig und murrend begannen sie also, ihre Rucksäcke wieder auszuleeren und von neuem anzufangen. Damit würden sie eine Weile beschäftigt sein. Plötzlich stand ein elbischer Soldat vor ihnen und betrachtete amüsiert das Chaos vor ihm. Gimli, dem die Sache etwas peinlich war (er musste zugeben, dass ihm die Ordentlichkeit und die Sauberkeit der Elben doch etwas imponierte), fragte den Soldaten, was er wolle. „Die edle Herrscherin Galadriel wünscht Euch zu sehen und die Abschiedszeremonie mit Euch zu feiern. Kommt bitte mit!", forderte er sie freundlich auf. „Was? Aber ich bin doch noch gar nicht fertig mit packen! Das kann sie doch nicht machen! Soll ich vielleicht ohne meine Sachen weiterreisen? Wo ist Legolas? Er muss mit ihr reden! Das geht einfach nicht!", rief Sam panisch. „Keine Sorge mein Freund. Sie werden später noch Zeit zum packen bekommen", beruhigte der Legginsfan den Kleinen. Misstrauisch blickte Sam zu ihm hoch, doch der Elb lächelte ihn nur freundlich an.
„Warum lächeln die immer so? Das gefällt mir gar nicht! Ist dir überhaupt schon mal aufgefallen, dass es hier viel mehr Elben als Elbinnen zu geben scheint? Das macht einen schon nachdenklich, nicht?", flüsterte er Frodo zu. Dieser begann daraufhin leise zu kichern, was Merry (der endlich zum Lager zurückgekehrt war) und Pippin dazu veranlasste sofort zu ihm zu stürmen und ihn mit Fragen zu löchern was Sam gesagt hatte.„Nun kommt schon! Wir müssen gehen! Der Storchenbeinige da wird langsam ungeduldig!", machte Gimli die Hobbits wieder auf den Soldaten aufmerksam. Dieser drehte sich noch immer freundlich lächelnd um und zeigte ihnen den Weg zum Festplatz. Dabei dachte er angestrengt darüber nach, warum plötzlich alle der kleinen, lockigen Racker einen breiten Grinser aufsetzten, wenn sie ihn ansahen. Aber wahrscheinlich waren sie nur so begeistert von seinem Aussehen und seinem würdevollen Auftreten. Na ja, ihm sollte es recht sein.
Nach wenigen Minuten waren sie am Festplatz angelangt. Es war eine große, wunderschöne Wiese, die von majestätischen Bäumen eingerahmt wurde. Die Sonne ließ die kleinen weißen Blumen im Gras aufleuchten, als wären sie Edelsteine. Sowohl die Hobbits als auch der Zwerg waren ganz verzaubert von diesem Schauspiel. Erst ein kleiner Schups ihres Führers holte sie wieder in die Realität zurück. Sie sahen, dass die anderen der Gefährten schon da waren. So wie sie starrten sie alle bewundernd auf die Wiese. Nur Aragorn stand gelangweilt daneben. Das hatte er schon oft gesehen und hatte sich auch zur genüge davon überzeugt, dass das wirklich nur langweilige Blumen waren und keine wertvollen Klunker, was ihm viel besser gefallen hätte. Außerdem war er immer noch sehr besorgt über die Abschiedszeremonie.
Als hätte Galadriel seine Gedanken gelesen (was nicht ungewöhnlich gewesen wäre), räusperte sie sich plötzlich und alle wandten sich ihr zu. Sie sah umwerfend aus. Ihr weißes Kleid flatterte leicht im Wind und ihre wieder blonden Locken (der Perückenmacher hatte Tag und Nacht durchgearbeitet um ihr eine neue Echt-Goldhaar-Perücke zu machen. Dafür hatte er sich sofort danach zu einem dreihundertjährigen Urlaub abgemeldet. Galadriel hoffte deswegen, dass die Gefährten den Rückweg nicht wieder durch Lothlorien nehmen würden. Außer Josie wäre in der Zwischenzeit etwas zugestoßen.) fielen locker über ihre Schultern. „Wow!", war alles was Gimli herausbrachte. Auch Boromir war der Mund offen geblieben, als er die Elbenherrscherin so vor sich sah. Doch als Ronny ihm einen kräftigen Tritt gegen das Schienbein verpasst hatte, wusste er wieder wohin er zu blicken hatte.
„Meine lieben Freunde! Da ihr uns heute wieder verlassen werdet, möchte ich euch einige Abschiedsgeschenke mitgeben, die euch hoffentlich nützlich sein werden. Stellt euch mal in einer Reihe auf!", begann sie. Dann schritt sie, begleitet von zwei weiteren wunderschönen Elbinnen, von einem Gefährten zum nächsten und verteilte ihre Geschenke:
Aragorn bekam ein Bild von Arwen (zur Erinnerung, was auch nötig war. Er war ganz überrascht davon, dass Arwen soooo dunkle Haare hatte, er hatte sie immer eher blond in Erinnerung gehabt. Außerdem hatte er gedacht, dass Arwens Augenfarbe undefinierbar gewesen war, nicht so tief dunkelbraun. Auch ihre Gesichtszüge waren ihm nie so sanft vorgekommen. Die sah ja richtig langweilig aus!), das er peinlich berührt entgegennahm.
Boromir erhielt einen kleinen Zettel (Ich darf mich nicht an Frodos Ring vergreifen!) mit dem Hinweis, dass es sonst zu Sexentzug oder Verlust des Lebens kommen würde.
Legolas bekam eine neue Haarbürste, die er laut jauchzend entgegennahm, und einen Gutschein für eine Echt-Goldhaar-Perücke, welche er aber leider erst in ungefähr dreihundert Jahren abholen könne, da der Perückenknüpfer derzeit außer Landes weile. Doch das störte den Gerupftes-Huhn-Frisur-Elben gar nicht. Er war nämlich in den letzten Tagen zum modischen Vorbild vieler Jungelben geworden, die nun alle so einen total coolen und modernen Haarschnitt haben wollten, wofür ihn viele Eltern verfluchten.
Gimli bekam eine Sammlung von Galadriels Locken in allen Variationen (sogar eine in Blutrot!) worüber er überglücklich war und sofort damit begann, sich alle Locken sorgfältig in seinen Bart einzuflechten.
Sam bekam eine große Gewürzesammlung und einen größeren Rucksack, in den endlich auch die geklaute Perücke hineinpassen würde.
Merry konnte sich über brandneues Sandspielzeug freuen und musste somit nicht mehr eifersüchtig auf diesen Zwergen sein, den er in die ewigen Tiefen von Moria-City befördert hatte. Außerdem steckte ihm Galadriel noch eine Schallplatte von Peter, Paul and Merry zu, auf der die neusten Hits der drei, „Puff the magic dragon" und „Leaving on a jet plane", zu hören waren, mit der er aber überhaupt nichts anfangen konnte.
Zu seiner Verwunderung bekam Pippin ein Fläschchen mit Intelligenztrank (1 Tropfen genügt und du bist der Meister auf dem Platz) und fragte sich, ob er diesen wohl irgendwann einmal benötigen würde, was er stark bezweifelte.
Genauso verwundert war Frodo, der zur Erinnerung an Galadriel einen Ring bekam.
Was sollte er jetzt mit zwei Ringen machen? Der eine hätte ihm schon vollkommen gereicht! Langsam wurde er sich immer sicherer, dass die edle Frau einen leichten Knacks hatte.
Nova freute sich über eine CD mit den neusten Elben-Pop-Hits (Außer Nova, Ronny, Josie und Galadriel wusste keiner was diese dünne, glänzende Platte mit Musik zu tun haben sollte, aber die Wege der Herrin waren unergründlich).
Josie bekam einen bösen Blick (Galadriel hatte ihr noch immer nicht verziehen) und Ronny hielt plötzlich einen aufblasbaren Lederfußball in den Händen, was dem Mädchen ein unglaubliches Strahlen in die Augen zauberte. „Jetzt kann ich endlich damit beginnen Aragorn zu einem Torhüter auszubilden!", rief sie erfreut und grinste schelmisch zum Angesprochenen hinüber, der ganz erschrocken zurückstarrte. Torhüter? Was war denn das schon wieder? Auf jeden Fall klang es langweilig! Er wollte nicht den ganzen Tag vor einem Tor stehen und es bewachen! Des Weiteren drückte die Elbin dem Mädchen noch ein kleines, zusammenklappbares Grammophon in die Hand, mit dem Hinweis darauf, dass ein gewisser Hobbit die Musik dazu hatte. Als Merry begriff, dass er sich, wenn er sein Geschenk benutzen wollte, mit Ronny zusammentun musste, verzog er beleidigt das Gesicht und gesellte sich zu Frodo um über Galadriel zu diskutieren.
Auch Haldir bekam ein Abschiedsgeschenk. Zwar nicht von Galadriel, dafür aber von Nova. Sie schnallte ihrem Liebsten einen silbernen Gürtel, der besser als Keuschheitsgürtel bekannt war, um. Dieser würde jedem Elben, der Haldir zu nahe kam, kleine elektrische Schläge verpassen. Dass ziemlich einige Elben in den folgenden Wochen blaue Flecken und Probleme beim gehen und sitzen hatten, bekam Nova Gott sei dank nicht mehr mit.
Als sich die Gefährten mehr oder weniger herzlich für ihre Geschenke bedankt hatten, kletterten sie in vier kleine Elbenboote und begannen den Anduin hinunter zu rudern. Wehmütig ließen sie das Elbenreich hinter sich und schifften neuen, unbekannten Abenteuern entgegen.
A/N: So, Lothlorien haben wir glücklich hinter uns gelassen. Mal sehen, was auf dieser Reise per Schiff noch so alles passiert!! Es würde mich sehr freuen, wenn sich auch die stillen Leser einmal melden würden. Das wäre sehr motivierend!!
