Kapitel 28
Wiedersehen
Amanda sorgte dafür, dass sie den Tag über beschäftigt war, insgeheim hoffte sie aber die ganze Zeit auf eine Antwort von Severus, auch wenn sie selbst nicht einmal genau wusste, was sie hören wollte. Wie sie über das Geschehene denke sollte, wusste sie noch immer nicht und ihr fehlte auch sehr stark die zweite Meinung, also Snapes, dazu. Es machte immerhin nicht viel Sinn, sich darüber Gedanken zu machen, ob es mehr werden könnte, wenn er das ohnehin von vornherein ausschloss. Das Problem war, dass Amanda sich beides nicht vorstellen konnte. Weder, dass er einfach mit einer Frau ins Bett stieg, die ihm nichts weiter bedeutete, noch dass gerade sie für ihn mehr Bedeutung haben sollte. Das waren beides Dinge, die sie nicht verstand.
Eigentlich musste sie mit ihm reden, aber Amanda wusste nicht, wie sie das am besten anstellen sollte. Ob sie es ihm direkt sagen, oder ob sie sich einen Vorwand ausdenken sollte.
Es dauerte lange, bis sie sich zu einer Entscheidung durchgerungen hatte, mit der sie aber trotzdem nicht wirklich zufrieden war. Am Abend setzte sie sich hin und schrieb erneut einen kurzen Brief an Snape und schickte ihn ab.
Snape hatte den Tag über seinen Trank untersucht und war zu dem Entschluss gekommen, dass er noch verbesserungswürdig war, der Weg jedoch schon in die richtige Richtung ging. Die ganze Zeit über hatte er versucht, möglichst wenig an die Problematik mit Amanda zu denken, was ihm auch weitgehend gelang.
Doch als ihr Brief kam, wurde er ihr wieder in vollem Umfang gewahr. Er setzte sich, nachdem er ihn entgegen genommen hatte, wieder an den Schreibtisch und begann zu lesen.
Hallo Severus,
ich finde, wir sollten miteinander reden, bevor wir anfangen, das Geschehene tot zu schweigen.
Deshalb würde ich mich gerne mit Dir treffen. Wenn Du das anders siehst, oder das nicht möchtest, verstehe ich das auch…
Amanda
Amanda war beim Schreiben nicht sicher gewesen, ob es nun die richtige Formulierung gewesen war und sie bezweifelte auch, dass sie es wirklich verstehen würde, sollte er sich vor einem Gespräch drücken, doch so schien ihr der Brief am unverfänglichsten und weder aufdringlich noch kalt.
Hätte Snape gerade etwas gegessen oder getrunken, hätte er sich beim Lesen mit ziemlicher Sicherheit daran verschluckt. Er starrte den Brief an und las ihn noch einmal durch. So etwas hatte er nicht erwartet und nun wusste er nicht, was er ihr antworten sollte.
Leise seufzend legte er den Brief erst einmal auf seinen Schreibtisch und lehnte sich in seinem Sessel zurück.
Er hatte nicht damit gerechnet, schon so früh eine Entscheidung fällen zu müssen. Im Grunde musste er ihr Recht geben. Es nützte nichts, darüber zu schweigen, denn irgendwann müssten sie reden. Es würde kein Weg daran vorbei führen. Also wieso nicht jetzt, oder in nächster Zeit...
So nahm er also die Feder zur Hand und schrieb ihr zurück, dass er damit einverstanden wäre. Er ließ ihr frei, Ort und Termin selbst zu bestimmen und schickte eine Eule mit der Antwort an Amanda zurück.
Amanda wusste nicht recht, was sie davon halten sollte und vor allem wusste sie keinen geeigneten Treffpunkt. Bei ihm oder bei ihr war es Amanda zu privat, in der Winkelgasse war es zu voll, außerdem wollte sie auch niemanden treffen, den sie kannte. Es dauerte etwas, aber schließlich fiel ihr ein ruhiges Café in London ein. Sie schickte Snape die Adresse und einen Vorschlag für ein Treffen am nächsten Nachmittag. Zwar war sie nicht so erpicht auf ein Gespräch, wie man aus ihrer Eile vielleicht hätte schließen können, doch sah sie auch keinen Sinn darin, alles lange vor sich hin zu schieben.
Snape bestätigte ihr den Termin, auch wenn er, genauso wie sie, nicht sehr erpicht darauf war, zu reden. Nun konnte er davon ausgehen, dass er bis morgen Nachmittag damit beschäftigt sein würde, darüber nachzudenken, was er Amanda sagen wollte. Und genauso war es auch. Auch wenn er versuchte, sich noch auf etwas anderes zu konzentrieren, die Sache ließ ihm einfach keine Ruhe mehr.
Viel anders ging es Amanda nicht, auch wenn die Nachricht, dass das Testament ihrer Oma gefunden wurde, sie eine zeitlang ablenkte. Doch als sie sich am Nachmittag schließlich auf den Weg machte, war sie nicht nur viel zu früh dran, sondern auch noch sehr viel nervöser, als sie ihrer Meinung nach sein sollte. Als sie das Café erreichte, suchte sie sich draußen einen Tisch, der etwas in einer Ecke stand und setzte sich.
Snape kam nur kurze Zeit später, sah sich um, ob Amanda schon da war und steuerte dann auf sie zu, als er ihr gewahr wurde.
„Hallo..." Er sah sie an und setzte sich zu ihr. Er war sich nicht sicher, wie er sie weiter begrüßen sollte, deshalb beließ er es erst einmal dabei.
„Hallo." Sie sah ihn freundlich an und schon waren ihre ganzen guten, vorgebauten Sätze und Formulierungen wie weggefegt. „Schön, dass Du so spontan Zeit hattest."
„Es ist ja im Moment keine Schule, also ist das kein Problem."
Amanda nickte und schon wusste sie nicht weiter, doch zum Glück kam die Bedienung und nahm ihre Bestellungen auf. Danach sah sie Snape wieder an. „Ist der Trank eigentlich gelungen", wollte sie wissen, damit sie wenigstens ins Reden kamen.
„Es geht in die richtige Richtung, aber so ganz gelungen ist er nicht. Aber ich bin zufrieden mit den ersten Versuch."
„Das ist schön." Sie machte eine kurze Pause und sah Snape an. „Also da Du ja ohnehin merkst, wenn ich lüge, kann ich ja auch gleich ehrlich sein... Für mich kam das ziemlich überraschend und ich weiß einfach noch nicht wirklich, was ich denken soll. Aber weil das mit der Zeit auch nicht besser wird, dachte ich, es wäre besser, wenn wir möglichst schnell darüber reden." Amanda sprach etwas schneller als gewöhnlich und dadurch, dass sie den Großteil ihrer Meinung gleich am Anfang sagte, hatte sie es wenigstens hinter sich.
Wieder einmal war Snape etwas erschlagen von ihrem plötzlichen Vorstoß, dennoch versuchte er, sich nichts anmerken zu lassen. Er atmete tief durch, um auch ja nicht irgendetwas Falsches zu sagen, was er im Nachhinein bereuen könnte. „Dann geht es Dir ähnlich wie mir."
Auch wenn sie sicher war, dass man es ihr nicht ansah, fühlte sich Amanda nicht sonderlich gut. Solche Gespräche fielen ihr nie leicht und der einzige Weg herauszukommen, war meist, das Unangenehme so schnell wie möglich hinter sich zu bringen. Und die Sachen musste ohnehin gesagt werden, also warum lange damit zögern und alles nur noch mehr in die Länge ziehen.
„Die Frage ist wohl, ob es nur einmalig war und wir uns darüber völlig einig sind, oder ob das, was es war, nicht so klar ist. Für mich war es bis jetzt hauptsächlich nicht klar, weil ich nicht wusste wie Du dazu stehst."
„Ich denke, wir befinden uns beide in einer ähnlichen Situation, Amanda." Er sah sie ruhig an und schon allein die Tatsache, dass er sie noch immer beim Vornamen nannte, war Beweis genug, dass es für ihn nicht zwangsläufig was Einmaliges gewesen war. Er nahm einen Schluck von seinem Wasser, das vor ihm stand. Er hasste solche Gespräche und würde auch wieder heilfroh sein, wenn dieses hier vorbei war.
„Wenn nicht in der Gleichen", sagte sie leise und schwieg dann eine Weile. Es war schwierig und sie mochte bei so etwas eigentlich nicht die treibende Kraft sein, genauso wenig wie sie jemandem etwas aufdrücken wollte. Wenn es nicht gerade Severus gewesen wäre, hätte sie es wohl einfach darauf ankommen lassen, aber ihr war aus irgendeinem Grund klar, dass das bei ihm nicht funktionieren würde. „Also ich...", sie zögerte kurz. „Ich fand den Abend schön. Vielleicht wäre es gut, einfach zu sehen, wie es sich entwickelt. Wobei es dann natürlich keinen Sinn machen würde, sich aus dem Weg zu gehen..." Spätestens jetzt bröckelte ihre Fassade stark, denn nun wusste sie auch nicht mehr, ob sie noch das Richtige sagte.
„In der gleichen glaube ich kaum...", murmelte Snape noch, allerdings kaum hörbar und trank noch einmal einen Schluck Wasser. Dann sah er sie wieder an. „Nein, würde es nicht", entgegnete er nach kurzer Stille ruhig. „Allerdings... weiß ich nicht, ob es überhaupt einen Sinn machen würde... es zu versuchen... auch wenn ich den Abend auch schön fand. Das war aber nur ein Abend - von vielen..." Snape sah sie weiter an und dachte sich nur, dass Amanda doch eigentlich gar nicht wusste, auf was sie sich hier einlassen wollte.
Amanda runzelte kurz die Stirn, nickte dann aber. „Okay. Wenn das Deine Meinung ist." Sie sah ihn nicht an und fragte sich, wieso er sagte, dass er auch nicht wisse was er davon halte und dann doch sagte, dass er nicht wisse ob es Sinn machen würde. Das passte irgendwie nicht zusammen.
In Snapes Antwort spiegelte sich im Grunde nur seine eigene Unschlüssigkeit in dieser Sache wieder. Er konnte sich nicht vorstellen, dass er sich ihr irgendwann öffnen konnte, genauso wenig wie er sich vorstellen konnte, dass sie es länger als eine Woche mit ihm aushielt. Er wollte sich diese Enttäuschung ersparen und schon gar keine Hoffnungen in eine mögliche Beziehung legen, die dann schlussendlich nur wieder zerstört wurden.
Amanda sah ihn wieder an. „Warum glaubst Du, dass es keinen Sinn macht? Wann würde es denn welchen machen?"
„Es würde wahrscheinlich nie welchen machen..." Er sah sie an und seine Augen waren ausdruckslos und kalt, auch wenn seine Stimme ruhig und normal klang. „Du kennst mich nicht Amanda..." Er sah kurz weg, nur um sie danach gleich wieder anzusehen. „Und das ist wahrscheinlich auch gut so...", fügte er etwas leiser hinzu und trank noch einen Schluck Wasser.
Amanda sah ihn an. „Du kennst mich doch auch nicht wirklich... Warum lässt Du mich nicht entscheiden, ob es gut oder schlecht ist, Dich zu kennen? Ich entscheide ja auch nicht, ob es gut ist, mich zu kennen..." Sie wusste, dass es gut möglich war, dass sie damit zu weit gegangen war, aber dieses Gespräch würde nicht viel Sinn machen, wenn sie nicht ehrlich waren, oder nur verschönernd darum herum redeten.
Snape hatte Mühe, jetzt nicht giftig zu werden. Er sah sie an und atmete tief durch, um unten zu bleiben, dennoch konnte er es nicht vermeiden, dass seine Stimme eine harte und kalte Färbung annahm. „Dann bitte... entscheide!" Mehr sagte er dazu nicht, auch wenn er sehr gut dazu im Stande gewesen wäre.
„Kann ich nicht. Wie sollte das gehen, wenn Du es nicht zulässt, dass jemand Dich kennen lernt? Was ich von Dir kenne, ist wie heiß und kalt. Die eine Seite würde ich gerne kennen lernen, bei der anderen bin ich mir nicht so sicher. Du entscheidest, nicht ich."
„Siehst Du und genau das ist der Punkt. Das was Du weißt ist nur ein Bruchteil der Seite an mir, die Du als kalt bezeichnest und wenn Du Dir jetzt schon nicht sicher bist, wie ist es dann erst, wenn du mehr weißt?!" Er sah sie mit bohrendem Blick an und zog, wie so oft, fragend eine Augenbraue hoch. „Gerade eben wolltest Du noch selbst entscheiden. Bitte..."
„Severus, ich kann nicht entscheiden, ob ich Dich gerne kenne oder nicht, wenn ich Dich gar nicht kenne. Und wie viel schlimmeres als Todesser kann es denn geben", wollte sie von ihm wissen.
Er sah sie mit einem eisigen, leeren Blick an und seine Miene erstarrte für einen Moment, als sie diese Tatsache einfach so aussprach. „Hast Du überhaupt eine Vorstellung davon, was das bedeutet?" Seine Stimme war nun ruhig und leise, und ihre völlige Emotionslosigkeit und Kälte war ein harter Kontrast zur Tonlage, die sie erst vor kurzem noch innehatte.
„Ja so in etwa, zumindest was die Folgen angeht. Immerhin bin ich alt genug, um das alles ziemlich genau mitbekommen zu haben. Aber ich kann natürlich nicht beurteilen, wie es ist, einer gewesen zu sein."
„Auch wenn meine Mutter sicher begeistert gewesen wäre", fügte sie noch hinzu.
Snape schnaubte ein wenig verächtlich. „Die Folgen... Du weißt gar nichts über die Folgen." Er sah sie an. „Askaban ist nur ein kleiner Teil davon und wahrscheinlich auch der bequemste Weg die Folgen zu ertragen." Kurze Zeit schwieg er, dann ergriff er jedoch noch einmal das Wort. „War Deine Mutter auch dabei?"
„Mit Folgen meinte ich mehr das, was sie angerichtet haben und nein war sie nicht, trotzdem hätte sie es gut gefunden." (A/N: Als Schwiegersohn hätte er ja dann schon mal gute Karten bei der Mutter. *lach*)
„Deine Mutter weiß offenbar nicht, wovon sie redet."
„Dass hab ich ihr auch gesagt und mein Vater ebenfalls... Aber darum geht es jetzt gar nicht."
Snape trank noch einen Schluck Wasser, schwieg jedoch auf diese Worte. Seine Meinung schien sich immer mehr zu verfestigen. Amanda hatte keinerlei Ahnung was es hieß, Todesser gewesen zu sein und mit dieser Vergangenheit zu leben. Wie sollte dann so etwas wie eine Beziehung Zukunft haben? Erzählen konnte er ihr das alles nicht. (A/N: Woher sollte sie die denn auch haben??? *seufz*)
Amanda sah ihn eine Zeit lang an. „Ich kann nicht wissen wie das ist, Severus. Und wenn es so schlimm ist, was es sicherlich ist, dann sei froh darüber, dass ich es nicht kann", meinte sie ruhig und leise. „Wenn Du jemanden suchst, der es nachvollziehen kann, weil er es auch erlebt hat, dann hast Du Recht, dann macht das alles wirklich keinen Sinn."
„Ich suche niemanden, der das nachvollziehen kann. Das kann keiner wirklich nachvollziehen, Amanda." Er sah sie an. Noch immer war sein Blick leer.
Amanda runzelte etwas dir Stirn. „Wen sucht Du dann? Oder wenn Du nicht suchst, von wem willst Du gefunden werden?"
„Ich suche überhaupt nicht und ich will auch nicht zwangsläufig gefunden werden."
„Dann weiß ich eigentlich gar nicht, warum wir uns überhaupt unterhalten", stellte Amanda kühl fest. Sie verstand Snape nicht, das passte bei ihm alles einfach nicht zusammen.
Snape starrte wieder sein Glas Wasser an. Manchmal wünschte er sich, jemand anderes zu sein. Im Moment war wieder so ein Augenblick. Er konnte einfach nicht aus seiner Haut heraus, auch wenn er gewollt hätte - er war einfach so. Zu Amandas Worten sagte er nichts weiter.
Amanda seufzte leise und trank einen Schluck von ihrem Tee, dann sah sie ihn wieder an. „Ich würde Dich gerne wirklich kennen lernen, was dann daraus wird - keine Ahnung, aber so oder so bin ich hinterher schlauer als vorher und viel zu verlieren gibt es da ja nicht", sagte sie ruhiger und leiser als zuvor und fügte in Gedanken noch ein eigentlich hinzu.
„Eigentlich...", fügte Snape aber hinzu und sah sie wieder an. Er blickte ihr in die Augen und die Erinnerungen an ihren letzten gemeinsamen Abend kamen wieder in ihm hoch. Es war schön gewesen, dennoch hatte er Angst, es noch öfter geschehen zu lassen. Es würde ihn verletzlich machen...
Sie trank noch etwas von ihrem Tee und sah ihn eine Weile schweigend an. Das machte scheinbar keinen wirklichen Sinn mehr, trotzdem konnte sie sich nicht überwinden zu gehen, noch nicht, zumindest.
Nach einer Weile wandte Snape den Blick wieder ab und trank sein Wasser aus. Er wollte gehen, doch irgendetwas in ihm sträubte sich noch gegen dieses Vorhaben. Amanda hatte schon jetzt sein Leben ein wenig verändert, wenn auch eher unabsichtlich. Dennoch war es Veränderung und Snape wusste nicht, ob er mit noch mehr davon umgehen konnte.
Amanda hatte zwar noch nicht ganz ausgetrunken, dennoch entschloss sie sich zu gehen. Viel länger würde sie nicht mehr schweigend so dasitzen können, denn in ihr entwickelte sich langsam das Bedürfnis, Snape anzuschreien, er solle aufhören, sich hinter sich selbst zu verstecken. Sie suchte kurz in ihrer Tasche und legte dann das Geld für den Tee auf den Tisch. „Ich glaube nicht, dass das hier noch viel Sinn macht. Wenn Du es Dir anders überlegst, weißt Du ja, wie ich zu finden bin..." Amanda stand auf und sah ihn noch kurz etwas traurig an, bevor sie sich zum Gehen wandte.
Snape fing ihren Blick auf. Im Grunde wollte er nicht, dass sie ging, aber er brachte es nicht über die Lippen.
Eigentlich war Amanda schon an Snape vorbei, als sie sich doch noch einmal umdrehte. „Du hast ja auch noch wenigstens ein Essen bei mir offen..." Erneut wandte sie sich ab.
Snape nickte und sah ihr zu, wie sie sich wieder zum Gehen wandte. Das Essen würde er dann wohl nicht mehr in Anspruch nehmen...
Doch kurz bevor Amanda wirklich ging, stand er plötzlich auf und fasste sie am Arm. Erst als er sie gepackt hatte, wurde ihm wirklich bewusst, was er gerade getan hatte. Er sah sie an, ohne für einen Moment zu wissen, was er nun weiter tun wollte. (A/N: Hui... *kicher*)
Amanda war überrascht und sah zu Snape auf und in seine Augen. Dann lächelte sie leicht. „Ja?"
Er sah ihr nur weiter in die Augen und sagte kein Wort. Stattdessen zog er sie sanft am Arm zu sich zurück und küsste sie lediglich noch einmal auf den Mund. Wenn sie schon gehen wollte, dann wenigstens noch ein allerletzter Kuss, dachte sich Snape.
Amanda war überrascht und sah ihn nach dem Kuss an. „Du musst Dich schon entscheiden...", sagte sie sehr leise und küsste ihn dann noch einmal, aber länger und inniger. Dann löste sie sich von ihm und drehte sich erneut weg, um zu gehen.
Snape atmete hörbar aus, als sie sich wieder von ihm löste, doch er hielt sie nicht noch einmal auf. Er vergrub die Hände in seiner Robe und sah ihr nach. Er brachte diese wenigen simplen Worte einfach nicht über die Lippen. (A/N: *heul* - *seufz*)
Ein wenig hatte Amanda gehofft, er würde sie noch einmal aufhalten, aber er tat es nicht und so machte sie sich auf dem Weg nach Hause. Irgendwie fühlte sie sich noch verwirrter als vor dem Gespräch, aber viel konnte sie scheinbar nicht mehr tun, was das betraf.
Snape bezahlte noch sein Getränk und machte sich auch auf den Rückweg nach Hogwarts. Er fühlte sich seltsam leer, doch sein Verstand redete ihm ein, dass es richtig gewesen war, was er getan hatte. Dennoch blieb ein Gefühl, dass gerade das Gegenteil sagte.
Als Amanda nach Hause kam, fand sie einen Brief von ihrem Vater. Die Verlesung des Testaments ihrer Großmutter sollte am nächsten Tag sein und sie müsse auch kommen, da sie auch etwas erben würde. Amanda runzelte die Stirn und setzte sich in der Küche auf einen Stuhl. Eigentlich wollte sie gar nichts erben, dafür hatte sie ihre Oma viel zu gern gehabt, als das sie etwas von ihr ohne schlechtes Gewissen bei sich haben konnte. Hingehen müssen würde sie aber trotzdem und das würde sie sicherlich von der Sache mit Snape ablenken.
Snape fand den ganzen Tag keine Ruhe und Muße mehr, sich seinen Forschungen zu widmen. Die meiste Zeit saß er in einem Sessel und starrte in den leeren Kamin, oder lief ruhelos in seinen Räumen herum. Es fiel ihm schwer, die ganze Sache zu den Akten zu legen und noch schwerer wäre es für ihn gewesen, über seinen Schatten zu springen und Amanda zu sagen, dass er nicht wollte, dass alles vorbei war.
