Notwendig zum Überleben

Ja, natürlich, auch wenn es niemand ahnte – es gehörte zu seinen Aufgaben, auch ein wenig in die Zukunft sehen zu können.

Auch wenn der alte Sorting Hat keine echten Augen hatte – für eine sinnvolle Einteilung der Schüler war es wichtig, zu sehen und zu wissen, was auf die einzelnen Kinder zukam.

Seine Gabe bezog sich nicht auf die Zukunft im Allgemeinen – nur auf das Kind, dessen Kopf er gerade zierte, und sie war nur dazu da, eine korrekte Entscheidung zu treffen.

Mehr wollte der alte Hut auch gar nicht.
Erstens war es meist Schwindel, wenn einer der Zauberer behauptete, wirklich in die Zukunft sehen zu können. Teeblätter, Kristallkugeln, wie auch immer ... Scharlatane.
Und zweitens wollte er sicher nicht die Verantwortung tragen für die Zukunft der Welt ... besser nichts wissen.

Und so war er zufrieden.
Bis heute.

Es war ein Tag wie all die ersten Schultage.
Wie in all den vergangenen Jahrhunderten wurde er auf die noch kleinen Schülerköpfe gesetzt, rutschte etwas hinunter, bis er die Ohren erreichte, und sah sich in den Köpfen der Kinder um ... ja, und ein wenig in deren Zukunft.

Heute war ein ausgesprochen hübscher junger Bub von elf Jahren die Treppe heraufgesprungen.
Schlank und sportlich, das junge Gesicht mit den großen Augen, den langen Wimpern und den hohen Wangenknochen fast androgyn anmutend ...

Und der Hut hatte sich im Kopf des Kindes umgesehen.
Er sah Begabung, Intelligenz und eine ganz eigene Art von Humor, trotz der jungen Jahre schon geprägt von Witz, von Ironie und einem Ansatz von Sarkasmus, den der Hut spontan sympathisch fand.

Aber als er seinen Blick in die Zukunft schweifen ließ ... erschrak er.
Er erschrak vor der Zukunft des Kindes.

Was würde dieser Junge alles ertragen müssen?
Was würde er alles tun müssen für die Dinge, für die Ideologien, die er gut und richtig fand?
Was würde er alles auch gegen den Willen und über den Spott der anderen hinweg durchsetzen?

Der Junge hatte Großes vor sich. Sehr Großes ...

Aber wohin sollte der Hut ihn einsortieren?

Der Junge war mutig genug für Gryffindor.
Der Junge war klug genug für Ravenclaw.
Der Junge war raffiniert genug für Slytherin.

Der Hut entschloss sich.
Er würde etwas tun, was er höchst selten tat.

Er würde ein Kind einsortieren nicht anhand der Eigenschaften, die es hatte, sondern anhand der Dinge, die es erst noch lernen musste.

Auch wenn es dem hübschen Jungen schwer fallen würde, auch wenn es seinem Charakter widersprach, so gab es nur eine Wahl für dieses Kind, die Dinge zu lernen, die es brauchte, um sein restliches Leben ertragen zu können.

Alastor Moody – Hufflepuff!"

A/N: OK, die Idee ist mal wieder strange :D. Aber Hufflepuff kommt in unserer Gemeinschaftsfic ein wenig zu kurz, finde ich. Denn eigentlich - wenn wir ehrlich sind - sind die Hufflepuff-Eigenschaften doch mindestens genauso wertvoll wie aller Mut und alle Klugheit oder Raffinesse zusammen.

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Für Hufflepuffs Verstärkung hat sich Mariacharly stark gemacht