28.Kapitel
Antworten und neue Fragen
"Wenn Shakespeare heute noch leben würde, dann würde er Drehbücher für Soap-Operas schreiben."
Die junge Studentin nickte, um ihre Worte zu unterstreichen.
Zwischenrufe wurden laut.
"Nein, wirklich - ich meine das nicht negativ...er hätte es drauf...brächte uns mit Niveau zum Lachen oder hielte uns mit Spannung in Atem."
Hermine versuchte wieder Ruhe herzustellen, nachdem alle wild durcheinander redeten.
Sie schenkte der Studentin ein Lächeln und sagte: "Nun, es scheint, dass es wert wäre das Für und Wider dieser Theorie zu untersuchen. Ich erwarte es als Hausarbeit, dabei ist es egal, ob man sich dafür oder dagegen ausspricht - aber ich möchte es anhand von Beispielen belegt haben, warum Sie zu dem einen oder anderen Schluss kommen.
Wiederum entstand Gemurmel, das Hermine hinnahm, weil die Stunde ohnehin beendet war.
Die Studenten verließen den Hörsaal und die junge Frau, die ihre Theorie immer noch vertrat, wurde von zwei Kommilitonen begleitete, während sie Richtung Ausgang gingen.
Die drei hingen immer zusammen, wie Hermine bereits aufgefallen war.
Einen Moment lang schwelgte sie in Erinnerungen.
Sie, Harry und Ron...eine Freundschaft fürs Leben...eine Freundschaft, die sich mit Verlassen der Schule schneller auseinandergelebt hatte, als sie es je für möglich gehalten hätte.
Es war wohl ihre Schuld gewesen. Ihr Wechsel in die Muggelwelt war für die anderen ein schwerer Schlag gewesen.
Sie hatten es nicht begreifen können - Himmel, sie hatte es ja selbst nicht einmal begriffen.
Und doch...sie war weggelaufen...weggelaufen vor dem Mann, den sie begehrt hatte und der ihr nichts als Hohn entgegen gebracht hatte.
Sie war weggelaufen, aber sie war ihm nie entkommen.
Und jetzt gehörte sie ihm.
Hermine wusste, dass dieser Gedanke nicht richtig war...sie würde sich dagegen wehren...es anders formulieren - aber dennoch war es so...sie war ihm bereits jetzt verfallen.
Severus hatte ihr nicht mitgeteilt wann ihre nächste Unterrichtsstunde stattfinden sollte. Wie hätte er auch? Es hatte keine Möglichkeit dazu bestanden. Hermine hatte das Bewusstsein verloren und als sie aufgewacht war, war er fort gewesen.
'Vielleicht ist er nicht zurückgekehrt', überlegte sie und spürte ihrem Gefühl bei diesem Gedanken nach.
Doch ehe die Emotionen richtig Gestalt annahmen, verbot sie sie sich selbst und stopfte ihre Bücher mit Nachdruck in die Tasche.
"Vielleicht solltest du sie schrumpfen, dann kannst du gleich noch den mit in die Tasche stopfen, der dir scheinbar mächtig auf den Keks geht", erklang eine bekannte Stimme neben ihr.
"Ginny! Was machst du denn hier? Waren wir nicht für später verabredet?"
Ihre rothaarige Freundin verzog beleidigt das Gesicht.
"Soll ich wieder gehen und später wiederkommen? Ich konnte heute früher Schluss machen und ich muss dir unbedingt etwas erzählen."
Hermine seufzte: "Ginny, ich bin gerade nicht in der Stimmung für Bettgeschichten."
Ihr Gegenüber schnalzte tadelnd mit der Zunge.
"Glaubst du, ich kann über nichts anderes mehr reden? Aber wo wir gerade schon dabei sind...was gibt es eigentlich bei dir Neues? Dieser Kollege von dir, der, den ich neulich schon mit dir sah - ich bin ihm eben auf dem Flur begegnet...er scheint sich ja wirklich brennend für dich zu interessieren."
"Wie kommst du darauf?", fragte Hermine argwöhnisch.
Ginny grinste. "Er fragt deine Studenten aus, wie du heute drauf bist."
"Dieser verfluchte...", murmelte Hermine.
"Ach, für einen Muggel ist der gar nicht schlecht", räumte Ginny ein.
Hermine sah sie mit einem ironischen Lächeln an. "Neulich hast du mich noch für verrückt erklärt, etwas mit einem Muggel anzufangen."
Ginnys Augen wurden größer: "Dann haben du und er..."
Hermine schüttelte vehement den Kopf.
"Oh tut mir leid - du bist ja gerade auf dem 'kein-Mann-darf-mich-anrühren-sonst-kratz-ich-ihm-die-Augen-aus-Trip'."
Hermine spürte, wie sie bei dem Gedanken daran wie falsch Ginny lag, errötete. Sie wandte sich schnell zur Tafel und begann das Epochenschaubild auszuwischen.
"Hast du Snape eigentlich nochmal getroffen?", fragte Ginny auch sofort.
Hermine spürte wie ihr Herzschlag für einen Moment aussetzte.
"Er ist der Ansprechpartner für meine Mission - was denkst du also...ja, ich habe ihn getroffen."
Ginny lachte leise: "Schön, dass du mich wenigstens nicht anlügst."
"Wie bitte?", fragte Hermine empört und wandte sich abrupt zu ihrer Freundin um, die wenigstens den Anstand hatte etwas verlegen auszusehen.
"Naja, ich weiß halt schon, dass du bei Snape warst...in seinen Räumen", fügte sie dann schaudernd an.
"Woher?", fragte Hermine knapp.
"Harry."
Natürlich - Harry!
Hatte Hermine ernsthaft geglaubt, ihre Begegnung wäre ihm so vertraulich vorgekommen wie ihr?
Er hatte Ginny davon erzählt, weil er es als einen Vorgang innerhalb des Ordens ansah.
"Ja, ich war bei ihm. Wir hatten viel zu besprechen", sagte Hermine und bemühte sich ganz ruhig zu klingen.
Ginny sah sie ihr tief in die Augen.
"Hermine...verkauf mich nicht für dumm. Ich weiß, dass du mich manchmal für oberflächlich hältst. Vielleicht bin ich das auch was meine Männerbekanntschaften angeht...aber nicht was meine beste Freundin angeht. Wenn ich nur diesen Namen erwähne dann röten sich deine Wangen und dein Blick wird hektisch. Was läuft zwischen euch?"
Hermine schloss die Augen und schüttelte langsam den Kopf.
"Willst du mir ernsthaft weismachen, da liefe nichts?", fragte Ginny ungläubig.
"Nein - ich will nur nicht darüber reden", sagte Hermine, öffnete die Augen und sah Ginny ernst an.
Diese riss die Augen auf, öffnete den Mund und schloss ihn schließlich wieder. Dann spiegelte sich ein frivoles Lächeln auf ihrem Gesicht. "Oh mein Gott! Hermine, du treibst es mit unserem Lehrer!"
"Er ist nicht unser Lehrer! Schon seit einer halben Ewigkeit nicht mehr!", ging Hermine in die Offensive. Dann sah sie sich hektisch um, als sei ein Unterrichtsraum nicht unbedingt der Ort, an dem man so etwas erörtern sollte.
Ginny schien Hermines Unbehagen nicht das Geringste auszumachen.
"Wie ist er? Ich fasse es nicht! Es muss animalisch mit ihm sein!"
Hermine schrie jetzt förmlich: "Ich will nicht darüber reden - ist das jetzt klar?"
Ginny verstummte und ihr Blick wurde argwöhnisch.
"Hat er dich zu etwas gezwungen, Hermine? Hat er etwas gegen deinen Willen getan? Dann werden wir ihn drankriegen! Wir machen ihn fertig!"
Hermine stützte die Stirn in ihre Hand und stieß einen langen Seufzer aus.
"Nein, Ginny, nein - er hat nichts gegen meinen Willen getan - aber er ist...kein einfacher Mensch."
"Und was bedeutet das?", fragte Ginny irritiert.
"Ich weiß noch nicht was aus uns wird...ob es gut ist, was da geschieht."
"War er gut?", fragte Ginny.
"Bitte - lass das."
"Hermine, ein einfaches Ja oder Nein reicht mir doch schon - ehrlich, ich frage dann auch nicht weiter... also, war er gut?"
"Ja", sagte Hermine leise und sah vor ihrem geistigen Auge wie er ihre verruchten Wünsche erfüllt hatte, ohne dass sie sie je ausgesprochen hatte.
Ginny atmete tief ein und aus, ehe sie ein seufzendes: "Wooooow! Na sieh mal einer an - wer hätte das gedacht? Warum habe ich nur zugestimmt, dir jetzt keine Fragen mehr zu stellen?", von sich gab.
"Weil ich sie dir ohnehin nicht beantworten würde", sagte Hermine entschieden und klemmte sich ihre Tasche unter den Arm, "lass uns von hier verschwinden", fügte sie dann an.
Den ganzen Weg über, bis sie in einem Café in der Winkelgasse angelangt waren, verlieh Ginny ihrer Überraschung über diese ungewöhnliche Liaison Ausdruck.
"Bitte Ginny, könnten wir das vertraulich behandeln?", bat Hermine schließlich, als sie immer noch den forschenden Blick ihrer Freundin auf sich spürte.
Die Rothaarige nicke schließlich und nachdem sie einen Latte Macchiato bestellt hatte, fragte sie sehr viel ernster: "Dann trefft ihr euch nur um...weil ihr euch...mögt?"
Hermine musste über das Gestammel lachen, wusste sie doch sehr genau, dass es nicht etwa entstand weil Ginny zu prüde wäre um auszusprechen was sie wirklich meinte, sondern nur daher, weil sie versuchte Hermine nicht mit zu offenherzigen Frage zu verärgern.
"Nein, wir treffen uns nicht nur um miteinander ins Bett zu steigen - er unterrichtet mich."
"Er unterrichtet dich? Und nebenher steigt ihr miteinander ins Bett - was lehrt er dich denn?"
Das eindeutig verruchte Lächeln Ginnys traf Hermine direkt in den Magen. Ihre Freundin wollte sie nur aufziehen, oder ahnte sie wirklich wie richtig sie mit ihren Andeutungen lag?
"Er unterrichtet mich in...nennen wir es mal Disziplin" - Mist, schlechtes Wort in dem Zusammenhang - ganz schlecht! "Selbstdisziplin!", erklärte Hermine noch schnell.
Ginny nickte in Zeitlupe und durch ihren Kopf schienen Bilder zu rasen, die ihr erneut ein verschlagenes Lächeln entlockten.
"Hör zu, ich möchte es nicht genauer erklären - aber es ist durchaus nicht lustig, oder anregend...und schon gar nicht erregend - also bitte, Ginny, hör auf zu lächeln, als hätte ich dir gerade einen Berg Schokolade serviert!"
Das Lächeln verschwand.
"Gut, ich werde nicht mehr fragen...wirst du mir irgendwann mal was Genaueres erzählen, ohne dass ich darum betteln muss?"
Hermine lächelte nun ihrerseits: "Ich weiß es nicht, Ginny - lass mir bitte noch etwas Zeit. Für mich ist das alles auch neu und ich habe gerade alles andere als eine gute Zeit, das kannst du mir glauben."
Ginny nippte an dem Kaffeegetränk und sah plötzlich besorgt aus.
"Ich weiß nicht genau, was los ist - eigentlich weiß ich gar nichts, aber ich bin mir sicher, dass irgendetwas beim Orden in Planung ist, und man es uns erst später mitteilen wird." Sie sah sich schnell um, ob jemand Interesse an ihrem Gespräch zu haben schien.
Hermine warf ebenfalls einen Blick durch das Café, schließlich sagte sie: "Wieso glaubst du das?"
"Wegen Harry", gab Ginny zurück.
"Was ist mit ihm?", Hermine sah Harrys zorniges Gesicht vor sich, als sie ihn getroffen hatte nachdem er bei Severus gewesen war.
Ginny sah Hermine ernst an.
"Er sagte mir, dass er zum Ministerium gehen würde."
Hermine zuckte kurz mit den Schultern: "Und? Was will er dort?"
Ginny schüttelte den Kopf, scheinbar ärgerlich über sich selbst. "Nein, du verstehst nicht - er soll dort in Zukunft arbeiten."
Es gab ein lautes Klirren als Hermine den Kaffeelöffel unsanft auf der Kaffeetasse ablegte. "Er soll im Ministerium arbeiten? Aber wieso? Und was ist mit seiner Quidditch-Karriere? Sie bedeutet ihm so viel!"
"Die muss er zum Wohle des Ordens aufgeben", sagte Ginny.
Hermine wurde klar, dass er diese Nachricht an dem Abend von Snape mitgeteilt bekommen hatte, als sie sich begegnet waren. Sie verstand plötzlich warum er so wütend gewesen war. "Weißt du warum Professor Dumbledore Harry nicht wenigstens selbst diese Weisung gegeben hat?", fragte Hermine ihre Freundin.
Ginny schüttelte den Kopf, dennoch setzte sie zu einer Erklärung an. "Der Direktor hat alle Hände voll damit zu tun, in den Reihen der Zaubermeister um Unterstützung zu bitten. Die Sache von der Snape erzählt hat...ich meine Professor Snape...ähm..."
Hermine winkte ungeduldig, damit Ginny weitersprach.
"...also...er erzählte doch, dass der Lord Muggel einsetzen würde um sich einen quantitativen Vorteil zu verschaffen. Professor Dumbledore geht davon aus, dass diese Muggel sehr viel schneller rekrutiert werden als bisher angenommen. Es soll sogar schon welche geben, die mit Todessern regelmäßige Kontakte pflegen - oder Freundschaften, wenn man das bei diesen Bastarden so nennen kann."
Hermine überlief es kalt.
Freundschaften - was für ein harmloses Wort für die Symbiose zweier Menschen, deren Zeitvertreib es war, gemeinsam zu schänden und zu morden.
Doch Hermine nickte als wäre dies eine neue Information für sie. Dass sie um ein Haar ebenfalls tiefe - viel zu tiefe Einblicke in eine solche Freundschaft bekommen hätte, verschwieg sie Ginny.
"Welche Aufgabe hat Harry im Ministerium?", fragte Hermine.
Ginny schenkte ihrer Freundin ein ironisches Lächeln.
"Dazu sagt er mir genau so viel, wie du über deinen Auftrag. Alle scheinen einen geheimen Auftrag zu haben - nur ich nicht."
Hermine hätte in diesem Moment liebend gerne mit Ginny getauscht. Vielleicht hätte sie es eher weggesteckt, blutende Bilder als wundervolle Kunst zu beschreiben, oder Severus voller Inbrunst ins Gesicht zu sagen, dass man rothaarige Frauen vergewaltigen müsse - aber nein, das war nicht fair! Ginny konnte schließlich nichts dafür, dass sie dies alles tun musste um Muggel auszuspionieren, die Freundschaften mit perversen Todessern schlossen, um sich als Herrscher über Leben und Tod aufzuspielen. Nein, Ginny konnte nichts dafür - doch wem sollte sie die Schuld geben? Vielleicht Voldemort höchstpersönlich? Ja, er wäre sicherlich die richtige Adresse! Er und seine Bestien von Todessern! Snape! Severus! Er war vergangene Nacht ebenfalls als Todesser unterwegs gewesen. Und sie hasste ihn dafür. Sie hasste den Gedanken sich diesem Mann so völlig ausgeliefert zu haben. Sie hasste ihn, weil er sie zwang das Training zu machen - sie gezwungen hatte sich lustvoll unter seinen Händen zu winden und seine unverschämten Ankündigungen sie in Erregung versetzt hatten.
Sie hasste ihn! Und gleichzeitig gefror ihr Blut, als sie daran dachte, dass er die Nacht vielleicht nicht überlebt hatte - dass er ständig in der Gefahr lebte, dass der Lord ihn durchschaute und ihm die verräterische Kehle aufschlitzte. Severus hatte ihr gesagt, dass dies an der Tagesordnung war - was, wenn er gestern Nacht auf der Tagesordnungspunktliste gestanden hatte?
Plötzlich fühlte Hermine eine schreckliche Unruhe in sich aufsteigen.
"Was ist los?", fragte Ginny und sah sie besorgt an.
"Ich muss jetzt gehen", erwiderte Hermine schwach.
"Du willst zu ihm", mutmaßte Ginny.
"Ja, ich will zu ihm", gab Hermine ohne Umschweife zu.
oooooooooooooooooooooooooooooooo
"Miss Granger, was verschafft uns die Ehre?"
Das war nicht gut gelaufen.
Kaum hatte sie die Schule betreten, war sie erst McGonagall und schließlich Professor Dumbledore über den Weg gelaufen.
Hermine lächelte den Professor freundlich an, während sie ihn eigentlich am liebsten stehen gelassen hätte um sich sofort auf den Weg in die Kerker zu machen.
"Ich wollte mit Professor Snape etwas besprechen...ist er da?"
Dumbledore verzog keine Miene, doch sie konnte an seinen Augen sehen, dass er genau verstand wonach sie fragte.
"Ja - er hat heute unterrichtet. Es geht ihm gut. Sie kennen ihn doch...es waren lediglich seine Schüler die heute zu leiden hatten."
Hermine schenkte dem alten Mann ein trauriges Lächeln: "Das glaube ich nicht wirklich - nicht mehr, Professor Dumbledore. Ich denke inzwischen, dass sich Leiden auf verschiedene Arten ausdrückt."
Für einen Moment trafen sich ihre Blicke ohne die Freundlichkeit von denen ihre Unterhaltungen sonst geprägt waren. Hermine erkannte für einen Moment den anderen Dumbledore - den unbarmherzigen der Severus gequält hatte, um sich seiner Loyalität sicher sein zu können. Doch Qual war Qual, egal welchen edlen Zielen sie diente.
Dann lächelte er wieder und senkte seine Stimme: "Sie haben schon immer tiefer als die anderen geblickt. Vielleicht sollten Sie Ihre Besprechung mit Professor Snape auf einen anderen Zeitpunkt verschieben. Ich denke der Unterrichtstag hat ihm die letzte Kraft geraubt - gehen Sie lieber, denn er erträgt keine weitere Gesellschaft in diesem Zustand. Ich meine es nur gut, Miss Granger."
Hermine nickte: "Ja, das weiß ich, Professor Dumbledore. Aber Sie haben schon mehr als einmal mitansehen müssen, wie Ihre guten Ratschläge in den Wind geschlagen wurden - Sie können es nun wieder sehen...tut mir leid", mit diesen Worten trat sie an ihm vorbei und begann die Stufen zum Kerker hinunter zu gehen.
Sie glaubte ihn leise seufzen zu hören, doch sie wandte sich nicht noch einmal um. Ihr Entschluss stand fest - Severus musste sie schon selbst vor die Tür setzen, wenn er ihre Gesellschaft nun nicht ertrug.
Nachdem sie geklopft hatte dauerte es lange bis er seine Tür öffnete.
Sie stand davor und sah ihn ernst an.
Er fragte nichts.
Ohne irgendetwas zu sagen öffnete er die Tür, damit sie eintreten könne.
Hermine zögerte tatsächlich einen Moment lang, doch dann betrat sie seine Räume.
Das hier lief zu glatt.
"Gestern, als ich...", begann sie, doch er schüttelte nur den Kopf und sie verstummte.
Sie forschte in seinem Gesicht - in seinen Augen.
Seine Züge waren hart wie immer, doch etwas in seinem Blick irritierte sie.
Er sah sie an und Hermine fühlte wie sie innerlich verglühte - so offen hatte er sie noch nie angesehen und sie vergaß für einen Moment zu atmen.
Hermine öffnete den Mund, doch bevor sie etwas sagen konnte sprach er mit ruhiger Stimme: "Wenn ich ein netter Mann wäre, dann würde ich dich jetzt auffordern zu gehen - aber ich bin kein netter Mann...dies solltest du bedenken, wenn du bleibst."
Wie erstarrt stand Hermine da und sie sah ihn immer noch forschend an.
Ihr Herz hämmerte so laut in der Brust, dass es ihren ganzen Körper in Schwingung zu versetzen schien.
Er war ganz ruhig - seine Stimme hat gefasst geklungen, doch sie wusste, dass dies täuschte. In ihm tobte ein Feuer, das sie ebenfalls in Brand setzen würde, wenn sie nicht sofort die Flucht ergriff.
Ein Teil von ihr wollte dieses Feuer spüren, doch ihr Verstand warnte sie, dass es sie vernichten könnte.
tbc
So, nachdem ich mir jetzt viele nette Sprüche überlegt habe, werde ich keinen davon anwenden - außer...ich würde mich über eure Meinung freuen:) LG, Kira
