Banges Hoffen, stille Qual
Unterdessen in Minas Tirith,
in den Wochen der Heilung
Die Tage in Minas Tirith zogen sich in den Augen Aragorns endlos schleppend dahin. Er hatte Trost in den Armen Arwens gefunden und war nach und nach wieder zu seinen Pflichten als König zurück gekehrt, in die er sich dann regelrecht vergrub um nicht über die vergangenen Tage und das Geschehene nachzudenken. Aber immer mehr wurde allen deutlich, daß der König von Gondor seit seiner Rückkehr verändert war und in seiner Seele litt. Wann immer er einen kurzen Moment der Untätigkeit hatte, war er mit seinen Gedanken weit fort und Tränen schimmerten in seinen Augen oder seine Hände begannen zu zittern.
Aragorn verdrängte den Schmerz, der ihn bohrend quälte, aber verstecken konnte er ihn nicht. Arwen sah ihren Gemahl leiden aber durch ihre Verweigerung, das Schlimmste anzunehmen und um Legolas zu trauern, war sie das Feuer, das Aragorns Herz wärmte und ihm half, seine eigene kleine, fast ersterbende Flamme der Hoffnung auf ein Wiedersehen mit Legolas am Leben zu erhalten. In seinen Augen hatte er dem Elben gegenüber Wortbruch begangen und dies schon zum zweiten Male. Einem Freund und Bruder gegenüber, der ihm in so vielen Gefahren und bei eigenen Zweifeln ohne Zögern zur Seite gestanden hatte und ihn zeitlebens nur um die Erfüllung eines einzigen Wunsches gebeten hatte. War es Legolas da überhaupt noch möglich, auch wenn Aragorn wohlgemeinte Gründe gehabt hatte, ihm zu vertrauen? Ihm Verzeihung zu gewähren? Aragorn fragte sich dies jeden Augenblick des Tages, und des Nachts hörte er Legolas gequälte Frage: ‚Warum?'. Was Aragorn in Verzweiflung stürzte war, daß es wohl keine Aussicht auf Vergebung und Erneuerung ihrer Freundschaft gab. Legolas würde vielleicht noch vergeben können, aber nie wieder vertrauen. Aragorn war es nicht möglich sich von diesem Gedanken zu lösen und zu hoffen, daß Legolas dies vielleicht aufgrund seiner Jahrhunderte an Lebensweisheit anders sehen mochte. Aragorn war gefangen in einem Kreis der Selbstgeißelung und immer stärker wurde es auch körperlich bei ihm sichtbar. Der König von Gondor wirkte wie ein alter Mann. Er baute körperlich zunehmend ab und seine Flucht in sich selbst ließ Arwen allmählich verzweifeln.
Arwen las die Zeilen, die sie nach langem Zögern niedergeschrieben hatte, noch einmal sorgfältig durch. Die Worte waren an Thranduil gerichtet, in der Hoffnung auf Rettung für ihren Gemahl:
Oheim, alter Freund, ich bitte Euch dringend um Nachricht von Legolas. Verzeiht, wenn ich Euch vielleicht in eurer Trauer treffe, sollte das Licht Rhovanions erloschen sein, aber bitte helft mir dennoch, meinen Gemahl zu retten. Sollte Legolas leben, würde eine kurze Nachricht genügen um mir Zeit zu schenken sein Herz zu heilen. Ist unser geliebter Bruder aber von uns gegangen, bitte ich Euch an meine Seite zu eilen und mir beizustehen, sonst wird Aragorn, König der Menschen, Legolas' Seelenbruder, ihm alsbald nachfolgen, wohin er auch immer gegangen sein mag.
Ich weiß mir nicht mehr zu helfen. Aragorn zerbricht und auch meine Liebe vermag nicht den Schmerz, den er in sich fühlt, zu lindern. Ich kann eine gewisse Hoffnung spüren, wenn ich meine Sinne gen Düsterwald richte, und so hoffe ich denn auf glückliche Nachricht.
Helft mir, ich bitte Euch.
Arwen Undomiel´
Sie verschloß das Schreiben sorgfältig und beauftragte dann den Wachhabenden damit, einen kleinen Trupp von vier Soldaten für einen Ritt nach Eryn Lasgalen auszurüsten und gab ihm ihre Nachricht an den König der Waldelben mit. Sie hatte sich zu diesem Brief entschlossen, da auch Gandalf nicht in der Lage war durch die Palantírí zu erfahren, wie es um Legolas stand. Ihre Hände bebten, als sie die Nachricht an den Soldaten übergab. Es war bereits spät, der Trupp würde am nächsten Morgen aufbrechen, und sie hoffte sehr auf eine baldige Nachricht. Aragorn war noch nicht in ihre Gemächer zurückgekehrt, aber sie wußte, wo sie ihn finden konnte. Als der Wachhabende gegangen war, wandte sie sich in den Teil des Schlosses, der mit seinen Terrassen und Gärten die Sicht in Richtung Eryn Lasgalen ermöglichte. Wie oft schon hatte Aragorn dort stundenlang in der Nacht gestanden und seine Gedanken zu Legolas schweifen lassen. Arwen kannte Legolas soviel länger und hatte ihn über die Jahrhunderte wie einen kleinen Bruder zu lieben gelernt. Sie hatte immer bewundert, wie sehr der junge Elb ohne Vorbehalt auf andere zugehen konnte, aber die enge Freundschaft, diese tiefe Zuneigung zwischen Legolas und Aragorn hatte sie dennoch stets erstaunt und auch innerhalb der Elbenvölker hatte sich ein Jeder gefragt, warum Legolas so ohne jeden Zweifel an Estel glaubte und nie schwankte. Die Zuneigung von Aragorn war bis zu diesen Tagen nie so deutlich zum Ausdruck gekommen, aber mittlerweile hatte Arwen erkannt, daß Legolas für Aragorn weit mehr bedeutete, als ein guter Freund. Es war keine Liebe zwischen ihnen wie zwischen ihr und Aragorn, aber ihre Verbindung glich der von Zwillingen, die einander immer auch ein Teil des anderen waren. Arwen spürte, daß ihre Liebe keine Chance gegen diese Verbindung hatte, und wenn Legolas Aragorns Herz nicht heilen konnte, würde sie ihren Gemahl verlieren. Sie spürte einen tiefen Stich, als sie ihn reglos stehend, in die Dunkelheit starrend auf der Terrasse mit Blick in Richtung Düsterwald fand. Sie verspürte keine Eifersucht oder Wut auf Legolas, der ihr Aragorns Herz streitig machte, denn sie wußte, daß Aragorn auch sie auf andere Weise von Herzen liebte, aber einen Hauch von Trauer empfand sie dennoch.
Leise trat sie hinter ihn, umschlang ihn sanft mit ihren Armen und legte ihren Kopf an seine Schulter. Sie spürte wie er tief einatmete, als wenn er aus einer Trance erwacht wäre und ein Beben seinen so schmal gewordenen Körper durchflutete. Leise hörte sie ihn sagen:
„Arwen, meine geliebte Arwen. Wärst du nicht mein Fels, mein Hort, ich könnte diese Ungewißheit und den Schmerz nicht mehr ertragen. Kannst du Legolas denn nicht fühlen, kannst du mir nicht den Schmerz lindern?"
Arwen erwiderte sanft:
„Nein, Estel, es ist mir nicht möglich eine Verbindung herzustellen. Lebt er, dann ist er noch nicht so weit, wieder am Leben teilzunehmen, sich seinem Volk wieder zu offenbaren. Aber auch ich ertrage diese Ungewißheit nicht mehr und habe eine Nachricht an Thranduil gerichtet. Morgen schon wird ein Trupp nach Eryn Lasgalen aufbrechen und uns Nachricht bringen. Wie sie ausfällt, vermag ich nicht zu sagen."
Aragorn drehte sich in ihren Armen und umfaßte zärtlich das besorgte Gesicht seiner Gemahlin, hauchte ihr einen Kuß auf die Lippen und sprach:
„Ich habe es nicht gewagt eine solche Botschaft zu schicken. Thranduil verstand nicht, als wir uns trennten, warum ich gehen mußte. Ich fürchtete, er würde mir grollen und deshalb auch nicht antworten, aber dir wird er eine Antwort nicht verweigern. Ich danke dir, mein Herz."
Sanft küßte er erneut seine Frau und zog sie fest in seine Arme. Die Stärke von Arwen hielt ihn aufrecht, gab ihm Tag für Tag die Kraft weiterzumachen, aber er wußte auch, daß sie spürte, wie ein Teil seines Herzens mit jedem Tag mehr erstarb. Jener Teil, den Legolas fast siebzig Jahre lang mit seiner bedingungslosen Freundschaft ausgefüllt hatte, noch bevor Aragorn der Liebe in Arwens Angesicht begegnet war.
Lange standen sie so eng umschlossen, als Aragorn merkte wie Arwen fröstelte. Ein leichtes Lächeln zog über sein Gesicht, denn nur an wenigen Dingen wurde deutlich, daß Arwen sich gegen die Unsterblichkeit für ein Leben an seiner Seite entschieden hatte. Die meisten elbischen Fähigkeiten waren ihr geblieben, aber der Schutz der Eldar lag nicht mehr über ihr und so empfand sie inzwischen Müdigkeit, Kälte und Hunger ebenso wie ein Mensch. Er löste sich aus ihren Armen, umfing sie an ihren Schultern und lenkte ihren Weg durch die Gänge des Palastes zu den Gemächern. Trotz des Schmerzes in seiner Brust, empfand er in der Nähe von Arwen immer Geborgenheit und Wärme. Sie vermochte es, ihn für kurze Zeit aus seiner Agonie zu befreien und in dieser Zeit waren sie sich in Liebe körperlich wie seelisch so nah, wie es nur zwei so innig Liebende sein konnten.
In den Hallen Thranduils
Sechs Tage später hielt Thranduil das Schreiben Arwens in seinen Händen und nachdem er es gelesen hatte, ließ er den Brief erschüttert sinken. Traurig blickte er Elena an, der er die Zeilen der Elbenprinzessin vorgelesen hatte und sprach:
„Ich hatte es befürchtet. Für Aragorn war Legolas' Aufschrei in der Feste wie ein Dolchstoß in sein Herz."
Er trat an das Fenster und blickte hinaus in den Garten, wo sein Sohn, noch immer in seiner Agonie gefangen, ein Schatten seiner selbst, wie so oft schon, reglos am kleinen See stand und auf die spiegelglatte Oberfläche starrte. Es waren einige Wochen vergangen und Legolas Genesung ging nur mühsam vorwärts. Auch er zerbrach langsam, wenn auch aus einem anderen Grund.
Die Elbenkönigin, die ihren Gemahl beobachtet hatte, erwiderte leise:
„Du mußt ihr antworten. Legolas hat sich für das Leben entschieden, auch wenn sein Herz und seine Seele noch keine Heilung gefunden haben. Allein schon die Tatsache, daß er sich bewußt für das Leben und seine Liebe zu Nefhithwen entschieden hat, wird Aragorn Linderung und Hoffnung bringen. Du mußt Arwen Nachricht geben!"
Thranduil atmete tief durch und drehte sich zu seiner Gemahlin um, zögerte noch einen Moment mit der Antwort aber dann antwortete er:
„Du hast Recht. Allein schon dies wird ihr Zeit geben. Hoffen wir, daß Aragorns Kraft seiner Verzweiflung und den Selbstvorwürfen noch etwas standhält und Legolas bald zu sich findet. Nur er wird Aragorns Seele heilen können."
Mit diesen Worten wandte er sich zu seinem Schreibpult und begann mit dem Federkiel seine Antwort für Arwen niederzulegen.
Der dritte Vollmond bangen Wartens
Die Boten Gondors waren von Eryn Lasgalen zurückgekehrt und hatten ihrer Königin das Schreiben des Königs der Waldelben überreicht. Sie waren geeilt und bereits elf Tage nach ihrem Aufbruch wieder in Minas Tirith eingetroffen. Ungeduldig war ihnen Arwen entgegen geeilt und hatte mit zitternden Händen das Schreiben Thranduils in Empfang genommen. Fast wagte sie nicht es zu öffnen, blickte statt dessen den Überbringer fragend an und dieser erahnte, was seine Königin zu hören wünschte und sprach:
„Im Reich Thranduils herrscht eine bange Erwartung, aber keine Trauer. Man hat das Gefühl, alle warteten nur auf den Moment der Befreiung, was immer dies sein mag."
Arwen dankte dem Soldaten und wandte sich zu jener Terrasse hin, auf der sie Aragorn vermutete. Wie so oft in den letzten Tagen harrte er dort mit dem Blick auf die Ebenen vor ihnen aus und wartete ungeduldig auf die Rückkehr der Boten. Als Arwen an ihn herantrat drehte er sich abrupt zu ihr um und blickte sie ängstlich, nach Linderung heischend an und wagte es kaum, mit Blick auf den Brief in ihrer Hand, zu atmen.
„Arwen, bitte öffne die Zeilen, die dir Thranduil sendet und lies sie für uns. Bitte, mein Leben, mach meiner Qual ein Ende", seine Stimme versagte ihm und seine Haltung zeigte die Anspannung unter der er stand.
Die Elbin erbrach das Siegel Thranduils und entfaltete das Blatt. Langsam, jedes Wort betonend, las sie ihrem Gemahl die Worte Thranduils vor und spürte dabei fast körperlich die Furcht Aragorns vor dem Moment, der ihm vielleicht vom endgültigen Verlust kündete:
‚Arwen Undomiel,
geliebte Freundin,
verzeiht, daß ich nicht selbst daran gedacht habe, Euch Nachricht über den Zustand von Legolas zukommen zu lassen. Er lebt! Er hat sich noch auf dem Weg zum Schloß in Liebe zu Nefhithwen, der Tochter meines Bruders, für das Leben entschieden. Dennoch muß ich die Freude trüben, denn obwohl er langsam körperlich Genesung findet, verharren seine Seele und Herz im Schmerz und sein Geist verweigert bislang die Auseinandersetzung mit dem Geschehenen. Wir warten jeden Tag voller Bangen auf den Moment, wo er unter der Last der Erinnerung zusammenbricht und seinen Schmerz, seine Ängste und seine Wut offenbart und hoffen, ihn auffangen zu können.
Sprich zu Aragorn deshalb folgende Worte:
Estel, Legolas lebt. Und Hoffnung gibt es immer!
Thranduil'
Arwen blickte von den Zeilen auf und direkt in Aragorns Augen, sah seine Tränen, aber auch den Funken Hoffnung, um den sie so gefleht hatte, damit sie ihren Gemahl nicht verlor.
Aragorn sah sie an, Tränen fanden ihren Weg über seine Wange und leise wiederholte er die letzten Worte Thranduils, die an ihn gerichtet waren:
‚Legolas lebt.'
Es kam einem Gebet gleich von seinen Lippen und langsam ließ er die Worte in seinen Geist sinken:
‚Hoffnung gibt es immer.'
Arwen war ganz nahe zu ihm getreten und wie in Trance, noch immer diesen Worten nachlauschend, legte er seine Arme um sie, zog sie fest an sich und sprach erneut:
„Er lebt, Arwen! Er lebt!"
Er ließ ein wenig ab von seiner Gemahlin, übersäte dafür ihr Gesicht mit federleichten Küssen, bevor er sie erneut an seine Brust zog und sein Gesicht in ihrer offenen Haarfülle vergrub. Arwen spürte das Beben ihres Mannes und auch, wie die Anspannung unter der er seit Wochen stand, etwas in ihm nachließ. Legolas lebte und mit ihm Aragorns Hoffnung auf Vergebung. Thranduils Worte hatten genau sein Herz getroffen. Zu warten und in Hoffnung auszuharren würde zwar fast ebenso schwer werden, wie die Ungewißheit zu ertragen war, aber nichts war endgültiger als der Tod und so konnte Aragorn wieder Mut schöpfen und seiner Tugend als Waldläufer folgend sich in Geduld fassen. Arwen dankte Thranduil in Gedanken für diese so weise gewählten Worte, die trotz ihrer vagen Zukunftsaussicht doch so viel Kraft enthielten.
Erinnerungen
Thranduil blickte aus seinem Arbeitszimmer hinaus in den Garten und erblickte Legolas am See stehend. Reglos, seinen Blick auf die Wasseroberfläche gerichtet, in seiner Haltung merkwürdig angespannt, erinnerte dieses Bild Thranduil zu sehr an jenen Tag, an dem Legolas in seinen Armen zusammengebrochen war und seinem Schmerz freien Lauf gelassen hatte. Seither hatte sich fast alles wieder zum Guten gewendet, und dennoch verursachte dieser Anblick seines Sohnes Thranduil fast körperlichen Schmerz. Er wußte nicht zu sagen warum, aber er eilte in sicherer Gewißheit, daß Legolas ihn brauchte, an dessen Seite.
Thranduil trat hinter seinen Sohn, legte seine Arme um ihn und zog ihn an seine Brust. Er sagte nichts und Legolas ließ sich diese zärtliche Geste seines Vaters wortlos gefallen. Still standen sie so eine kurze Weile, als Legolas plötzlich in die Stille des hereinbrechenden Abends fragte:
„Warum ist Aragorn nicht hier?"
Noch bevor Thranduil auf diese Frage antworten konnte, sprach Legolas weiter, als würde er Selbstgespräche führen:
„Ich erinnere mich. Ich spürte ihn. Er war so nah und dann war er plötzlich verschwunden."
Thranduil spürte die Spannung in seinem Sohn, ahnte seine Anstrengung sich zu erinnern was geschehen war. Er konnte das Zittern Legolas' spüren, als er sich mehr und mehr Bild für Bild seiner Gefangenschaft ins Gedächtnis zurückrief und es doch nicht wahrhaben wollte, weil dies alles ihn noch viel zu sehr schmerzte. Thranduil löste sich von seinem Sohn, drehte ihn sacht zu sich um, sah die Tränen in seinen Augen und hörte sein verzweifeltes Flehen:
„Vater, was habe ich getan?"
Dem Elbenkönig wurde bewußt, daß sich in diesem Augenblick Legolas an den Moment der Erschöpfung und der Qual nach der Wundbehandlung durch Aragorn und seiner Worte an ihn erinnerte.
Sacht wischte er die Tränen aus Legolas' Gesicht und sprach vorsichtig, nach Worten suchend:
„Thranduilion, dich hatten Schmerz und Erschöpfung überwältigt. Was du erduldet hast, hätte jeden denjenigen, der ihm noch mehr Qual zufügte, verfluchen lassen, auch wenn dessen Absichten wie bei Aragorn wohlgemeint waren."
Legolas löste sich aus den Armen seines Vaters, trat einen Schritt zurück und widersprach heftig:
„Ich habe ihn aber nicht verflucht oder angeschrieen."
Und leiser, verzweifelt fügte er an:
„Ich habe ihn fortgeschickt, das Band zwischen uns zerrissen."
Mit gesenktem Kopf drehte er sich wieder zum See und seine Schultern zuckten, aber Thranduil wollte nicht zulassen, daß sein Sohn sich nun so grämte. Abermals nahm er ihn an den Schultern, drehte ihn erneut zu sich und zwang ihn sanft, sein Gesicht zu heben, damit er in seine Augen blicken konnte. Thranduil sprach mit ruhiger Stimme, die dennoch keinen Widerspruch duldete:
„Hoffnung gibt es immer. Dies sagte ich Aragorn und nun auch dir. Ihr seid so sehr verbunden, daß nichts zwischen euch endgültig sein kann außer der Tod. Knüpfe das Band neu und sprich mit ihm. Er hofft darauf."
Legolas blickte seinen Vater zweifelnd an, schluckte schwer seine Tränen hinunter und fragte dann leise:
„Kann ich das? Wird er mir denn vergeben können?"
Nun war es an Thranduil, fast ärgerlich zu schnauben:
„Er dir vergeben? Aragorn hegt die gleichen Zweifel in Bezug auf dich! Was immer zwischen euch in all den Jahren, in denen ihr nun schon gemeinsam durch Mittelerde streift, vorgefallen ist, Aragorn ist davon überzeugt, Verrat an dir geübt zu haben. Und du? Welchen Grund hast du, daran zu zweifeln, daß Estel dir nicht glücklich wieder die Hand reichen würde?"
Der junge Elb blickte seinen Vater überrascht, dann immer stärker erschrocken an und hauchte:
„Er glaubt, Verrat an mir begangen zu haben? Estel?"
„Ja!"
Erwiderte Thranduil ärgerlich. Langsam wurde ihm das Ganze zu bunt. Erst Aragorn, der sich fast selbst zerfleischte und dem er nicht in seinem Schmerz beistehen konnte und nun sein zutiefst erschrockener Sohn.
„Willst du mir nicht mal erklären, was mit Aragorn los ist und warum du nun so erschrocken bist?"
Aber Legolas schüttelte nur heftig den Kopf und floh seinen Vater. Er wollte, er mußte allein sein, seine Gedanken sammeln. Bilder aus der Vergangenheit von vor über fünfundsechzig Jahren kamen ihm in Erinnerung. Legolas war zutiefst erschüttert, daß Aragorn glauben konnte, ihn verraten zu haben, aber er war ebenso tief berührt, weil dieses Ansinnen ihm zum erstenmal in all den Jahren Aragorns tiefe Gefühle für ihn offenbarte. Sie waren Freunde, tief verbunden, aber geredet hatten sie darüber nie. Er war es immer gewesen, der zu Estel gestanden hatte, weil er Aragorns Wesen, Güte und Gerechtigkeitssinn schätzte. Seine Zuneigung und Freundschaft hatte Legolas ohne Gegenleistung zu erwarten gegeben, und in all diesen Jahren war er selbst nie in eine Situation gekommen, in der er die gleiche Loyalität von Aragorn hätte einfordern müssen, wie er immer selbst freiwillig bereit war zu geben. Legolas lief durch den Garten und wandte sich, wie schon als kleiner Junge zu dem fast zugewucherten Pavillon, der ihm immer schon das Gefühl von Geborgenheit gegeben hatte, so verwunschen und ummantelt wie er aussah.
Thranduil indessen wandte sich verärgert zurück zu seinem Arbeitszimmer. Legolas' Reaktion irritierte ihn, machte ihm aber auch deutlich, daß sein Sohn und der König der Menschen Geheimnisse teilten, von denen er noch nicht einmal andeutungsweise eine Ahnung hatte. Als er mit so grüblerischer Miene auf dem Weg zu seinen Räumlichkeiten war, begegnete ihm Lómion, und dieser sprach ihn sofort auf seinen erkennbaren Ärger an:
„Adar, was hast du? Ist etwas mit Legolas?"
Thranduil blieb stehen und fragte seinen ältesten Ziehsohn geradeheraus.
„Weißt du, was zwischen Aragorn und Legolas steht? Aragorn grämt sich für sein Handeln, was ich nicht verstehen kann, weil ich seine Beweggründe nicht kenne, und Legolas reagiert nun genauso verwirrend für mich, weil er nicht glauben kann, daß Aragorn glaubt Verrat an ihm geübt zu haben. Worum geht es hier, bitte?"
Er hielt einen Moment inne und sprach dann weiter:
„Legolas war zutiefst erschrocken, als ich ihm von Aragorns Betragen erzählte."
Lómion blickte Thranduil zunächst schweigend einige Augenblicke an bevor er fragte:
„Legolas erinnert sich also wieder an das, was in der Feste geschehen ist?"
Thranduil bejahte dies und erwiderte:
„Und er glaubte zunächst, er hätte das Band zwischen ihnen zerstört, weil er Aragorn fortgeschickt hat. Aber ich berichtete ihm von Aragorns Zweifel und Legolas schien mir plötzlich zutiefst verwirrt und betroffen. Er wandte sich ab und lief davon, suchte die Einsamkeit und ließ mich mit meinen Fragen einfach stehen."
Es klang des Elbenkönigs ganze Verwirrung aus diesen Worten und Lómion forderte seinen Vater auf, mit ihm an einen ungestörten Platz zu gehen, wo er ihm berichten wollte, was er und Eluchíl sich aus den wenigen Erzählungen von Legolas und Aragorn zusammengereimt hatten.
Lómion sprach eine ganze Weile, ohne daß der Elbenkönig ihn unterbrach, aber seinem Gesichtsausdruck konnte der jüngere Elb entnehmen, wie sehr den König das neu erworbene Wissen schockierte. Als Lómion geendet hatte, schwieg Thranduil lange Zeit bevor er zu seinem Ziehsohn sprach:
„Jetzt wird mir klar, warum sich Aragorn so grämt. Ich dachte, es beruhte nur darauf, daß er ihm solche Schmerzen hatte zufügen müssen um ihn am Leben zu erhalten. Auch der verzweifelte Aufschrei von Legolas zeigt sich mir nun in einem anderen Bild. Aragorn hätte Legolas' Behandlung nicht vornehmen dürfen, nicht er, und wäre ein anderer Heiler anwesend gewesen, ich hätte es mit diesem Wissen nie zugelassen. Aber es erschüttert mich auch tief, daß Legolas' Wunden aus der Zeit, als er um Eryn Lasgalen und unser aller Leben kämpfte, nach Hunderten von Jahren noch immer so tief waren, daß er zu jenem Zeitpunkt noch im Angesicht eines Dunkelelben alle Hoffnung fahren ließ, selbst nochmals die Kraft aufzubringen der Dunkelheit zu widerstehen."
Thranduil atmete hörbar durch bevor er fortfuhr:
„Ich danke den Valar, daß Aragorn den Mut aufbrachte, sich trotz seines Schwures gegen Legolas' Erschöpfung und den Willen zur Aufgabe zu stellen und Thranduilion dadurch die Entscheidungsfreiheit zwischen Flucht und Leben schenkte. Aragorn vertraute auf die Stärke Legolas' und hofft nun bang auf Vergebung, die er sich selbst nicht gewähren kann. Das Ehrgefühl Estels ist groß und an sich selbst gerichtet besonders hoch."
Lómion schwieg zu diesen Worten und beide hingen sie eine Weile ihren Gedanken nach, dann stand Thranduil von der Bank auf, auf der sie sich niedergelassen hatten und wandte sich an den jüngeren Elben:
„Ich muß an Arwen, Königin von Gondor eine Nachricht senden. Du solltest Legolas aufsuchen. Vielleicht braucht er jemanden, der ihm beisteht. Ich hatte den Eindruck, daß die Erinnerung an gewisse Vorkommnisse ihm sehr zu schaffen macht. Er entfernte sich in Richtung zum Grünen Pavillon."
Legolas' Bruder war ebenfalls aufgestanden und nickte nur bestätigend, dann wandte er sich auch sogleich in Richtung des Pavillons, der seinem kleinen Bruder schon immer ein sicherer Hort gewesen war.
Thranduil stand noch eine Weile sinnend bei der Bank, bevor er sich seinem Arbeitszimmer zuwandte. Die Zeilen, die er nun an Arwen Undomiel richten würde, so hoffte er, würden ihr helfen, Aragorn aus seiner Agonie zu reißen. Seit seiner Rückantwort auf ihr erstes Schreiben, hatte er dafür gesorgt, daß sie regelmäßig Nachricht erhielt. Zwar konnte er ihr stetig erfreulichere Mitteilungen zukommen lassen, aber die Tatsache, daß Legolas bis heute Aragorn aus seiner Erinnerung verbannt hatte und auch Gimlis Andeutungen ihn nicht dazu bewegen konnten über Aragorn zu sprechen, hatten die Freude über die Entwicklung immer wieder aufs Neue gedämpft. Umgekehrt hatte er von ihr erfahren, daß Aragorns Zustand besorgniserregend wurde. Zwar hatte die Tatsache, daß Legolas lebte in ihm wieder Hoffnung wachsen lassen, aber mit jeder Woche, in der ein Wort von Legolas ausblieb, schwand Aragorn dahin. Obwohl er sich an den Worten Thranduils festklammerte wie ein Ertrinkender, erlahmten sein Lebenswillen und seine Energie zusehends.
Nach dem, was Thranduil nun wußte, beschloß er mit seinem Sohn nach Minas Tirith aufzubrechen. Legolas war noch nicht so kräftig geworden, daß er eine Reise dorthin ohne entsprechende Vorbereitung bewältigen konnte, aber um Aragorn zu retten, würde er seinen Sohn zum Aufbruch drängen. Der Elbenkönig glaubte nach Legolas' erschrockenem Ausbruch sicher sein zu können, daß sein Sohn es sich nie verzeihen würde, wenn Aragorn an diesem Schwur zerbrach. Allerdings war ihm auch klar, daß zunächst Legolas sich über seine Gefühle bewußt werden mußte, bevor er sich den Ängsten und Schuldgefühlen seines besten Freundes stellen konnte. Thranduil hoffte aber auch, daß die Auseinandersetzung und die Aussprache zwischen den Freunden, Legolas wieder seine frühere Sicherheit bringen würde. Er ahnte, daß die nächsten Tage nicht leicht werden würden und vielleicht auch seinen Sohn erneut an die Grenzen seiner Kräfte bringen konnten. Nefhithwen würde natürlich mit ihren Soldaten mitkommen und auch Gimli würde es sich nie nehmen lassen, sie zu begleiten. Der Elbenkönig überlegte, ob er seiner zukünftigen Tochter raten sollte von Gondor aus nach Galen weiterzureisen und die Gelegenheit zu nutzen, in ihrem Land nach dem Rechten zu sehen. In Minas Tirith würden Legolas und Aragorn Zeit füreinander brauchen, aber vielleicht war es auch besser, wenn sie an der Seite von Legolas blieb, denn wie auch immer sie Aragorn vorfinden würden, es würde seinen Sohn belasten und er brauchte noch jede liebevolle Hand. Legolas' Genesung auch an Herz und Seele schritt für jeden sichtbar voran und fand auch in der körperlichen Nähe zu Nefhithwen seinen Ausdruck, aber er war noch immer nicht wieder der ruhige und ausgeglichene Elb, als den ihn jeder kannte. Er zog sich oft in sich zurück und schien dann weit weg mit seinen Gedanken zu verweilen. Thranduil war zuversichtlich, daß sich auch dies noch geben würde, aber er stimmte der Einschätzung von Haron, dem Heiler zu, daß man nicht vergessen durfte, daß Legolas bereits mehrmals so um sein Leben hatte kämpfen müssen und daß diese Kämpfe ihre Male in Legolas' Erinnerung und auf seiner Seele hinterließen. Thranduil erinnerte sich, daß Haron es in einem Gespräch so ausdrückte:
Es mag Vergangenheit und überwunden, aber nie vergessen sein. Er wird sich immer wieder aufs Neue damit auseinandersetzen müssen, mal mehr, mal weniger.´
Der Gedanke, daß sein Sohn nie wieder wirklich frei sein würde, stimmte ihn traurig, aber er vertraute auf die Stärke Legolas' und seine Lust am Leben.
Lómion fand Legolas, wie er es erwartet hatte, in dem kleinen Gartenpavillon. Legolas saß auf der Bank, die Beine angezogen und mit seinen Armen umschlossen, den Kopf auf den Knien. Er schien zu träumen, aber der ältere Elb sah die Tränen in Legolas' Gesicht. Er setzte sich an dessen Seite und fuhr ihm sanft über sein Haar. Fast augenblicklich richtete sich Legolas auf, wandte sich zu ihm hin und suchte in seinen Armen Trost. Lómion sprach nichts sondern gewährte ihm einfach die Nähe, die sein jüngerer Bruder in diesem Moment brauchte. Er mußte viel Geduld aufbringen, denn es dauerte lange, bis Legolas von sich aus zu sprechen begann:
„Ich kann mich erinnern, was in der Feste geschah, als sie mich befreit hatten, als ich nur noch aufgeben und schlafen wollte, sie aber um mein Leben kämpften. Die Erinnerung macht mir noch immer Angst und ich spüre die Erschöpfung fast so, als wäre ich noch dort."
Lómion entgegnete nichts. Es bedurfte im Moment keiner Worte. Legolas brauchte nur jemanden, der ihm zuhörte und Halt gab, damit er nicht von seinen Erinnerungen überwältigt wurde und so zog er seinen Bruder noch ein wenig näher zu sich und ließ ihn die Wärme seines Körpers spüren.
Still genoß Legolas die Nähe Lómions, zu dem er schon, so lange er denken konnte, als großem Bruder aufblickte. Nach eine Weile sprach er in einem Ton, als wenn er schon seit Stunden verzweifelt nach der Antwort auf die Frage suchte, die er nun laut äußerte:
„Aragorn. Warum glaubt er, mich verraten zu haben? Warum? Ist er deshalb nicht hier? Er hatte mich noch nie im Stich gelassen!"
Lómion richtete Legolas auf und setzte sich ihm gegenüber. Dann stellte er die Gegenfrage:
„Erinnerst du dich nicht an den Schwur, den er dir gegeben hatte nach dem Kampf gegen die Dunkelelben und Korsaren?"
„Doch", brach es aus Legolas heraus: „Aber das ist doch schon so lange her und war auch etwas, daß sich auf die Versklavung des Geistes durch das Böse bezog! Warum glaubt Aragorn, diesen Schwur gebrochen zu haben?"
Lómion betrachtete seinen jüngeren Bruder lange Zeit schweigend und antwortete dann sehr bedacht:
„Kennst du Aragorn so wenig, Kleiner, daß dir nicht klar ist, wie viel ihm dieser Schwur dir gegenüber bedeutet?"
Er beobachtete das Mienenspiel von Legolas und fügte an:
„Wenn du dich erinnerst, wird dir dann nicht bewußt, daß Aragorn nicht zum erstenmal mit sich ringen mußte, ob er sich gegen deinen Wunsch und seinen Schwur stellt um dich ins Leben zurückzuholen?"
Abermals ließ er Legolas Zeit seine Gedanken zu sammeln und über seine Worte nachzudenken bevor er nachsetzte:
„Aragorn ist gegangen, weil er spürte, daß er diesmal vielleicht zu weit gegangen ist. Er erkannte, daß das Zünglein an der Waage, das deinen Lebenswillen wieder entfachen konnte, durch seine Anwesenheit und deine Erinnerung an die Qual in jenem Augenblick, nur erstickt worden wäre. Nefhithwen und ihre Liebe waren seine Hoffnung. Er fühlte sich nicht mehr als Teil deines Lebens, sondern nur noch Teil deiner Qual. Seine Entscheidung war richtig und nie gab es in Mittelerde einen besseren Freund, aber in seinem Herzen und an seiner Seele frißt der Zweifel, ob er nicht aus Selbstsucht dir die Erfüllung seines Schwures verweigert hat."
Legolas hatte wieder beide Knie ganz eng an den Körper gezogen, seine Arme fest um sie geschlungen und wippte leicht hin und her. Seine Gedanken schienen weit, weit fort zu sein, als er plötzlich den Kopf hob, Lómion anblickte und leise fragte:
„Was kann ich tun?"
Der Ältere lächelte milde und antwortete, bei sich denkend ‚wie unsicher und empfindlich er noch ist. Es wird noch eine Weile dauern, bevor Legolas wieder ganz der Alte ist':
„Geh zu ihm, sprich mit ihm. Er wird sicher darauf warten und hoffen. Du bist ein Teil von ihm, wie er von dir. Und habe keine Angst, daß er dich abweisen könnte. Er ist es, der sich Schuld gibt, er gibt sie nicht dir."
Nach diesen Worten stand Lómion auf und ließ seinen jüngeren Bruder mit seinen Gedanken allein. Er hatte keinen Zweifel, daß Legolas sich dafür entscheiden würde, Aragorn in Minas Tirith aufzusuchen. Sein kleiner Bruder brauchte nur ein wenig Zeit, seine eigenen Empfindungen zu ordnen um sich den tiefen Gefühlen Aragorns stellen zu können, die erstmals durch seine Gefangenschaft zu Tage getreten waren. Lómion konnte sich nicht entsinnen von Legolas jemals gehört zu haben, daß Estel seine tiefe Freundschaft zu ihm auch nur einmal in Worte gefaßt hätte. Dazu war Aragorn einfach zu wortkarg. Estels Wesen und seine Ansichten fanden schon immer Ausdruck in seinen Handlungen und nicht in Worten.
Legolas saß bis tief in die Nacht hinein allein in dem Pavillon. Er war so in Gedanken versunken, daß ihm nicht einmal auffiel, daß weder Gimli noch Nefhithwen zu ihm kamen und ihn zum Nachtmahl holten. Als er dann in sein Zimmer trat, lag seine Geliebte bereits im Bett und schlief. Leise entkleidete er sich und legte sich vorsichtig, um sie nicht zu wecken, neben sie, aber er hatte sich getäuscht. Nefhithwen schlief nicht, wandte sich ihm zu und kuschelte sich an ihn. Zärtlich küßte sie ihn aber forderte nicht zu viel. Sie hatte am Abend noch ein Gespräch mit Thranduil gehabt und spürte Legolas' Seelenzustand. Sie wollte ihm heute nur Wärme und Geborgenheit schenken und ihn Ruhe finden lassen. Legolas erwiderte ihre sanften Küsse und zog sie ganz nah zu sich. Er liebte Nefhithwen von ganzem Herzen und war immer wieder überrascht, wie genau sie stets wußte, was er brauchte, was ihm gut tat und so hielt er sie nur fest in seinen Armen und rasch waren beide eingeschlafen.
Legolas' ganzes Sein löste sich aber von seinem schlafenden Körper, wandte sich Richtung Gondor und suchte den Kontakt zu dem Menschen, den er von ganzer Seele Bruder nannte.
