Hi. Die Frage, wann sich Lily und James streiten kann ich mit einem simplen bald beantworten.

Bitte schaut auch mal bei meinen anderen Geschichten vorbei. Da hätte ich auch gerne eure Meinung gewusst. Bei Luceo non uro wird es auch bald weiter gehen. Ich bin am planen. DANKE!

Kapitel 28- Valentinstag

„Was für eine Show.", lachte Sirius, als James herein kam. Dieser beäugte ihn.

„Bitte?"

„Na du und Lily."

„Neidisch?"

„Nö, das habe ich selber!"

„Warum benimmst du dich dann wie ein Erstklässler?"

„Ähhh...", keine Antwort kam aus Padfoots Mund.

„Erwischt, doch neidisch!", lachte Prongs und ein Kissen landete augenblicklich in seinem Gesicht.

„Nichts mit erwischt!", verteidigte sich Sirius. „Sag mir lieber was ich am Valentinstag mit Alex mache!"

Remus horchte auf.

„Mr. Sirius –mir gehen nie die Ideen aus- Black weiß nicht was er machen soll?", feixte er.

Sirius blickte ihn finster an.

„Na so schwer wird es nicht werden. Schenk ihr was Schönes oder unternimm etwas mit ihr.", half Moony aus.

Man konnte deutlich sehen wie es in Padfoots Kopf arbeitete. Im Schneidersitz saß er nun auf seinem Bett.

„Mh, Süßigkeiten scheiden aus. Da wird sie sich hinterher nur beschweren, sie hätte zugenommen.", grübelte er. „Etwas unternehmen... Mh."

„Ist am Valentinstag nicht auch ein Hogsmeade Wochenende?", fragte James.

„Warum fragst du mich das?", Moony zuckte mit den Schultern. „Du bist doch Schulsprecher."

„Es wird schon eines sein.", ertönte es aus Peters Bett. „Das Wochenende um oder an Valentinstag war immer ein Hogsmeade Wochenende und nun seid bitte etwas leiser, ich will endlich schlafen."

Sirius, James und Remus sahen sich überrascht an. Hatte Wormtail sie gerade angefahren still zu sein?

Remus zog ein verwirrtes Gesicht und zeigte auf Peters Bett, „Was zum Troll war das?" Die Anderen zuckten die Schultern.

Leise zogen sie sich um.

„Gute Nacht!", flüsterten sich die verbliebenen Drei zu.

Der Sonntag gestaltete sich entspannt. James spazierte mit Lily um den See und sie genossen ihre Zweisamkeit. Sirius war wieder mit Alex verschwunden und so wurden nur Remus und Lorrain im Gemeinschaftsraum gesichtet. Ellen war im Schlafsaal und schrieb einen langen Brief an Zeus. Peter war schon früh aufgestanden und aus dem Schlafsaal verschwunden.

„Ich fühl mich heute nicht so olympisch.", gestand James als sie auf einer Bank saßen.

„Hast dich doch erkältet?"

„Kann sein, aber wenn du bei mir bist werde ich ganz schnell wieder gesund."

Lily sah ihn mit hoch gezogener Augenbraue an.

„Nur darauf würde ich nicht vertrauen.", und sie zerrte ihn zu Madame Pomfrey, wo er einen Aufguss von allerlei Kräutern trinken musste.

„Igitt, was ist da drin?"

Lily schnupperte.

„Kamille, Echinacea, Pfefferminze und Eukalyptus."

„Sehr gut Miss Evans!", lobte die Krankenschwester.

„Das will ich nie wieder trinken müssen.", beschwerte James sich etwas später.

„Ach, so schlimm war es doch nicht. Außerdem muss ich dich doch gesund erhalten damit ich eine Überraschung zum Valentinstag bekomme.", sie grinste.

„Valentinstag? Was ist das, kenne ich nicht.", gab Prongs vor.

„Lügner! Sirius zerbricht sich auch schon den Kopf."

„Woher weißt du das?"

„Alex hat es mir erzählt."

„Woher weiß sie das?", James war vollkommen perplex. Erst gestern hatten sie sich darüber unterhalten.

Lily lachte.

„Oh, wir bekommen so was ganz leicht mit."

„Wie!", wollte er wissen.

„Das ist ein Geheimnis."

„Ihr Frauen bespitzelt uns doch, oder? Ihr habt bestimmt ganz spezielle Ohren und ihr könnt durch Meter dicke Mauern hören!"

„Sei nicht albern. Schon mal was von der weiblichen Intuition gehört."

James dachte nach.

„Remus hat mal irgend so etwas erwähnt."

„Remus ist auch der sensibelste von euch vieren. Kein Wunder das er davon weiß. Er ist so verständnisvoll und lieb und zuvorkommend und..."

„Warum nimmst du ihn dann nicht!", fauchte James plötzlich.

„Weil ich lieber jemanden habe der so wunderbar ist wie du.", schmeichelte Lily und lächelte ihn charmant an.

„Aha.", er sah sie abschätzend an. „Das hört bald auf!"

„Ach gar nicht! Du bist der liebste James den ich nur haben kann."

„Logisch, ich bin ja auch der einzigste."

„Ich weiß und deswegen habe ich dich auch so lieb!"

„Gut zu wissen, dass es keinen Anderen gibt."

„Den wird es auch nie geben."

„Noch besser das zu wissen."

„Gewöhn dich nicht daran so viel zu wissen."

„Ich genieße einfach den Moment."

„Jetzt will ich aber wissen was ich zum Valentinstag bekomme!"

„Das sage ich dir nicht."

„Also hast du dir schon was überlegt?"

„Aber klar doch!"

„Na dann sag schon."

„Nein, sonst ist es ja keine Überraschung mehr."

„Kann ich dich bestechen?", fragte Lily sanft und küsste James behutsam.

„Nein."

„Wirklich nicht?", und sie rückte näher an ihn heran.

„Nein."

„Ganz ehrlich nicht?", Lily presste ihre Hüften gegen seine.

„Ähh, nein.", James fiel es wirklich schwer das zu sagen.

„Bist du dir da ganz sicher?", flüsterte sie in sein Ohr und ihre Hände glitten unter seinen Umhang.

„Ja.", brachte James noch viel schwerer hervor.

„Na gut.", Lily wich von ihm zurück. „Wollen wir jetzt zum Essen gehen?", erklärte sie beschwingt und schritt voran.

„Hey!", rief James empört. "Das war gemein!"

Sie kam zu ihm zurück.

„Was soll gemein von mir sein?", flüsterte Lily in genau demselben Ton.

„Na das!", hauchte er zurück.

„Ich weiß gar nicht was du meinst."

James schlang die Arme um ihre Hüften.

„Komm mit mir!"

„Wohin? Wenn uns jemand sieht, oder noch schlimmer erwischt!"

„Uns wird niemand finden! Vertrau mir!"

Im vierten Stock bogen sie nach links und kurze Zeit später standen sie vor einer schweren Eichentür.

„Confido.", nannte James das Passwort. Sie waren im Raum der Schulsprecher.

„Hier?"

„Na ja, noch nicht das richtige Ambiente...", gab Prongs zu. Augenblicklich schwenkte er seinen Zauberstab. Kerzen erschienen und ein Feuer prasselte gemütlich im Kamin.

„Du bist gut.", gab sie zu.

„Ich weiß!", sagte er selbstsicher. „Also, wo waren wir stehen geblieben?"

„Vor dem Krankenflügel.", lachte Lily.

Er schnaufte resignierend und ließ sich auf das Sofa fallen.

„Was?", sie sah ihn überrascht an.

„Du willst nicht, oder?", fragte James vorsichtig.

Lily setzte sich auf seinen Schoß. „Doch, aber ich wollte dich heute ein bisschen ärgern."

„OH! Du!", er hielt sie fest.

„Ja?", fragte sie scheinheilig. Doch bevor er etwas sagen konnte küsste sie ihn vielsagend. Ihre Lippen waren wie immer weich und einladend. Ihre Zunge umschmeichelte seine und James spürte wie sein Herz schneller schlug. Gemeinsam halfen sie sich aus den schweren Umhängen. Der Februar war noch immer kalt und bei ihrem Spaziergang waren sie sehr nützlich gewesen.

Schal und Handschuhe lagen auf dem Boden. Kurz darauf folgte James Pullover. Lily küsste über seinen Hals. Als sie ihm das T-Shirt auszog hielt sie inne.

„Ich sehe nichts.", nuschelte er in den Stoff.

„Ist das nötig?"

„Nein, nicht unbedingt."

„Dann sei still!"

Genüsslich küsste sie über seinen Oberkörper. James atmete tief ein, als sie seine Hose öffnete.

„Warte.", sagte er etwas später und zog Lily zu sich hinauf. „So leicht kommst du mir nicht davon."

/o/

Hand in Hand gingen sie später zum Gemeinschaftsraum.

Sirius und Alex saßen zusammen in einem Sessel.

„Gibt es sonst keine mehr?", fragte James Padfoot.

„Doch.", grinste Sirius. „Aber so ist es doch viel schöner."

Alex lehnte sich an ihn.

„Hat einer von euch Lorrain und Remus gesehen?", erkundigte sie sich. „Ich muss Lorrain noch was wegen Kräuterkunde fragen."

James und Lily schüttelten den Kopf.

„Es ist schon interessant mit den beiden.", sagte Padfoot plötzlich.

„Welche beiden?", wollte Alex wissen.

„Na Remus und Lorrain, Pumpkin."

„Was ist mit ihnen?", Lily schien verwirrt.

„Na es ist doch offensichtlich, dass die Beiden sich mögen.", erklärte Sirius.

„Na und? Man kann auch nur gut befreundet sein.", sagte Alex leichthin.

„Das glaubst du doch wohl selber nicht.", lachte James plötzlich. „Männer und Frauen können nicht gut befreundet sein."

„Warum nicht?"

„Das ist einfach so!"

„Keine gute Erklärung."

„Ich weiß, aber das kann man nicht erklären."

Lily rollte mit den Augen.

„Egal.", unterbrach Sirius. „Warum sagen sie sich nicht, dass sie sich mögen?"

„Das ist ihre Sache!", sagte Lily warnend. „Versuche ja nicht Amor zu spielen!"

„Ich doch nicht.", stritt Padfoot ab.

„Sirius, das ist kein Spiel. Halte bitte ein Mal in deinem Leben die Finger still. OK?"

„Ja!", erwiderte er knirschend.

Als Lily am nächsten Morgen in den Gemeinschaftsraum kam herrschte ein wildes Stimmengemurmel.

Am Schwarzen Brett hing ein Aushang, dass am nächsten Wochenende ein Ausflug nach Hogsmeade stattfinden würde.

Drittklässler waren noch immer sehr aufgeregt, wenn es darum ging von den Schlossgründen zu kommen. Aber die Abschlussjahrgänge nahmen es mit Gelassenheit hin.

Lily hatte schon die ganze Zeit überlegt, was James ihr wohl zum Valentinstag schenken würde. Rein gar nichts kam ihr in den Sinn. Bei James Gedankengängen, musste man sich auf alles vorbereiten.

„Guten Morgen.", grüßte Lorrain überschwänglich.

„Oh, dir auch.", wünschte Lily. „Heute morgen so gut gelaunt?"

„Ja, es war herrlich gestern."

„Was?"

„Na der Tag gestern."

„Du warst doch nur mit Remus zusammen."

„Na danke, ‚Nur mit Remus.' Nein, es war wirklich schön. Er ist so zuvorkommend und höflich und intelligent und...ach. Du weißt schon...", Lorrain sah sie freudestrahlend an.

„Aha.", machte Lily nur.

„Freu dich doch mal für mich!"

„Na über was?"

„Na weil ich mich freue."

„Ok, da freue ich mich mit dir, weil du dich freust."

„Du bist unmöglich, Lily. James hat einen schlechten Einfluss auf dich. Er redet auch manchmal so verwirrend."

Lily lachte.

„Also magst du Remus, oder?", erkundigte sie sich.

„Ja, ich denke schon.", flüsterte Lorrain. „Er ist einfach perfekt. Er ist nicht so wie andere."

Das ist er allerdings nicht., schoss es Lily durch den Kopf. Besonders nicht in einer Vollmondnacht.

Als Sirius auf sie zukam unterbrachen sie ihre Unterhaltung

„Ist Alex schon wach?", fragte er ohne Umschweife.

„Ja."

„Gut."

„Warum?"

„Weil ich sie einladen will!"

„Zu was denn?", fragte Lorrain neugierig.

„Sag ich nicht. Nur das es mit dem Wochenende zu tun hat.", und Sirius verschwand, so schnell wie er aufgetaucht war.

„Manchmal ist er schon seltsam, oder?", überlegte Lorrain laut.

„Manchmal?", Lily sah sie mit hoch gezogener Augenbraue an. Beide lachten.

„Komm, lass uns Frühstücken gehen."

Die Woche schob sich langsam vorwärts. Die Sonne schien länger und der Schnee taute ab. Es war ungewöhnlich warm für Mitte Februar. Die Professoren hingegen schienen das nicht zu bemerken. Das einzigste Thema war die Abschlussprüfung und die Schüler wurden mit Hausaufgaben überschüttet.

„Die will uns bestimmt den Hogsmeade Ausflug vermiesen!", beschwerte sich eine Hufflepuff, die aus Professor McGonagalls Klassenzimmer kam.

„Ja, bestimmt und Professor Randall ist auch nicht besser.", bestätigte ihre Freundin.

Lily hatte noch nie wirklich Probleme in der Schule gehabt. Aber Sirius etwas über Zaubertränke bei zu bringen überstieg fast ihre Grenze.

Wie kann man nur so schwer von Begriff sein! Das macht er bestimmt mit Absicht, fluchte sie insgeheim. Gott sei Dank ist es die letzte Woche seines Unterrichtverbots!

„Ich werde nie verstehen warum du als einer der schlausten Schüler des Jahrgangs bezeichnet wirst.", sagte Lily eines Abends.

„So, werde ich genannt?", tat Sirius überrascht.

„Tu nicht so! Und wiederhole den Nutzen von Wolfswurz. Randall hat mit uns so viele Dinge aus den ersten Jahren wiederholt!"

Sirius sah nicht wirklich glücklich aus, aber tat wie ihm geheißen wurde.

Jeder Schüler atmete auf als der Freitag vorbei war.

Lily hätte schwören können, das sie Schüler gesehen hatte deren Köpfe rauchten. Aber das erklärte sich dadurch, dass sie Pyromander behandelt hatten und die kleinen Teufel ihre Haare angesengt hatten.

Endlich war der Samstag gekommen. Das Schloss war zum Erstaunen vieler Schüler mit kleinen rosa Feen und Herzen geschmückt. Fette kleine Engel flatterten über Torbögen und streuten Gold glänzenden Staub auf diejenigen hinab, die unter ihnen standen.

Lily traf James beim Frühstück.

„Erinnerst du dich noch an den Turm, auf dem wir unsere erste zivilisierte Unterhaltung hatten?", fragte James lächelnd.

„Ja, wie könnte ich diesen Tag vergessen. Das war das schlechteste Spiel in der Geschichte der Gryffindormannschaft.", antwortete Lily grinsend.

Er zog ein Gesicht.

„Nein mein Liebling, klar erinnere ich mich daran.", sie streichelte seine Wange.

„Gut, in einer halben Stunde erwarte ich dich dort.", James lächelte sie an, gab ihr noch einen Kuss und verschwand.

„Was hat er nur vor?", fragte Ellen neugierig.

„Ich habe keine Ahnung. Und was macht ihr so?", wollte Lily von ihren Freundinnen wissen.

„Ich treffe mich mit Zeus in Hogsmeade. Er kommt extra von London. Ist das nicht toll?", sprudelte Ellen fast über.

„Sirius hat mir auch nicht verraten was er vorhat. Er hat nur gesagt: „Alex, ich möchte dich am Samstag einladen." Und weiter habe ich nichts aus ihm raus bekommen.", antwortete Alex.

„Und du Lorrain?", erkundigte sich Ellen.

Diese wurde etwas rot.

„Ich geh mit Remus nach Hogsmeade.", sagte sie fast verlegen.

„Oh, das ist ja süß.", seufzten ihre Freundinnen.

„Ach ihr wieder."

„Du musst uns dann alles genau erzählen!", bestürmte Alex sie.

Das Frühstück war bald beendet. Immer mehr Schüler fanden sich in der Eingangshalle ein.

Lily verabschiedete sich von Lorrain und Ellen. Alex erklomm mit ihr zusammen die Treppen zum Gemeinschaftsraum.

„Ich geh jetzt.", verabschiedete sich Lily nun auch von Alex und warf ihren schweren Umhang über sich. „Da oben wird es ziemlich windig sein."

„OK; viel Spaß dann.", wünschte Alex.

„Ja, dir auch!", und sie ging aus dem Schlafsaal.

Wo geht es denn noch mal lang, überlegte Lily und ging einen Korridor entlang.

Beinahe hätte sie sich verlaufen, doch wieder war der schrullige Ritter zur Stelle, der ihr schon den Weg zu Professor Apollo gewiesen hatte.

Gespannt erklomm sie die Leiter. Was würde sie dort erwarten? Vorsichtig öffnete sie die Falltür und spähte hinaus. Rein gar nichts war zu sehen.

Na toll, er ist noch nicht da., und sie trat hinaus auf das Dach. Lily stand dort einige Zeit und besah sich die Umgebung. Auf den Bergwipfeln lag noch Schnee. Der Wind wehte stark hier oben. Plötzlich hörte sie Flügelrauschen und sie fuhr herum. Etwas Großes kam auf sie zu. Sie konnte es nicht richtig erkennen, weil sie von der Sonne geblendet wurde. Es kam immer näher. Klar war, es hatte Flügel und sah eigentlich aus wie ein überdimensionaler Vogel. Doch als es landete erkannte Lily was es war. Ein Hippogreif! Und auf seinem Rücken saß James.

„Was ...?", Lily fehlten einfach die Worte.

James sprang ab und kam auf sie zu.

„Ein herrliches Tier, oder?"

„Äh, ja..."

„Das ist Pongee.", sprach James weiter. „Hagrid meinte, es wäre eines der besten Hippogreife die er hätte."

„James, ich verstehe nicht was ich mit einem Hippogreif soll."

„Ach so. Ja, ganz einfach. Du hast so wahnsinnig vom fliegen geschwärmt, als du eine Eule warst und da du nicht gerne auf Besen fliegst und fliegende Teppiche verboten sind blieb nur der Hippogreif übrig."

„Hä?", Lily verstand gar nichts.

„Na ich wollte mit dir zusammen fliegen. Noch einmal den Bestia Multumpotio klauen wäre zu riskant gewesen."

„Ich weiß gar nicht was ich dazu sagen soll?", Lily war total perplex.

„Also gefällt dir meine Überraschung?"

„Ja, sehr sogar. Oh, James das ist so lieb von dir!", sie fiel ihm um den Hals.

„Ich wusste es!", und sie küssten sich.

Lily verbeugte sich tief vor Pongee und zu ihrer großen Überraschung tat der Hippogreif es ihr gleich. Behutsam streichelte sie ihn.

„Du bist aber richtig schön, Pongee!", flüsterte Lily ihm zu und er klackerte zufrieden mit dem Schnabel. Wahrhaftig! Das Hippogreif hatte ein silbrig glänzendes Gefieder, das stetig dunkler wurde und in ein sattes braun an der Stelle von Vogel zu Pferd überging.

James half ihr auf den Rücken und schwang sich hinter sie.

„Wo soll ich mich fest halten?"

„Na an seinen Federn. Aber zieh ihm keine raus. Dagegen wird er etwas haben."

„Und wo hältst du dich fest?"

„An dir."

Gesagt, getan. Für einen Anlauf war das Dach einfach zu klein und so stürzte sich Pongee frohen Mutes über den Rand des Turmes.

Lily merkte wieder wie ihr das Adrenalin durch die Adern schoss. Als sie fast dachte, sie würden auf dem Boden aufschlagen öffnete der Hippogreif seine Flügel. Es gab einen Ruck und sie schwebten geradewegs über die Große Halle hinweg.

„Wow, das war klasse!", rief James zu ihr.

Sie drehten ein paar Runden um das Schloss. Unten am Boden liefen kleine Figuren, manche starrten nach oben.

„Es ist so wunderbar!", Lily war total aus dem Häuschen. „Lass uns in die Berge fliegen! Ja?"

„Gut, aber das musst du Pongee schon sagen. Nicht mir.", antwortete James und schloss die Augen.

Wie sagt man einem Hippogreif, wo es hinfliegen soll, grübelte sie kurz.

„Pongee, wenn du mit uns in die Berge fliegst sage ich Hagrid er soll dir ganz viele fette Frettchen geben.", rief Lily.

Im ersten Moment tat sich nichts, aber dann folgte ein gewaltiger Flügelschlag und sie änderten die Richtung. Abgesehen von dem auf und ab, wenn der Hippogreif mit den Flügeln schlug war es einfach ein Traum.

Knapp drei Stunden später landeten sie neben Hagrids Hütte.

Noch immer brauste der Wind in Lilys Ohren. Auf einem der Berge waren sie gelandet. Hogwarts hatte ganz klein ausgesehen. Wie ein Planet am anderen Ende einer Galaxie.

„'ello James.", grüßte Hagrid, als er die Türe zu seiner Hütte öffnete.

„Hi Hagrid."

„Und, hab ich zuviel versprochen?", fragte der Wildhüter erwartungsvoll.

„OH, Pongee war großartig!"

„Ja, du musst ihm eine extra Portion Frettchen geben. Er war wirklich sehr brav.", schaltete Lily sich mit ein.

„'ello Lily. Wie geht's dir?"

„Danke, gut Hagrid. Schon ein neues Monster bekommen?"

Dieser sah sie verlegen an und legte den Finger an die Lippen. „Psst!"

„OK!", sie lächelte.

„Wollt ihr mit mir ne Tasse Tee trinken?", lud Hagrid sie ein.

„Ja, gerne.", antwortete James erfreut und er trat mit Lily ein.

Zwei riesige Tassen standen vor ihnen mit herrlich duftendem Tee. Lily wollte gerade nach einem der Kekse greifen als James angstvoll und geschockt den Kopf schüttelte. Die Kunst bestand jedoch darin, dies nicht zu offensichtlich zu machen.

Lily schaute James an. Es sah total komisch wie er versuchte in einem Moment ziemlich auf sich aufmerksam zu machen, es aber auf der anderen Seite geheim zuhalten versuchte was er eigentlich wollte.

Schnell nahm sie ihre Hand wieder von dem „Gebäck".

James unterhielt sich mit Hagrid über Gryffindors Chancen um den Quidditch Pokal, während Lily einem altersschwachen Hund namens Phil den Kopf streichelte.

Als der Himmel sich verdunkelte gingen beide zurück zum Schloss.

„Was war das vorhin?", fragte Lily überrascht.

„Was das war? Ich habe deine Geschmackssinne bewahrt!"

„Bitte?"

„Du hast keine Erfahrung mit Hagrids Kochkünsten, oder?"

„Nein.", sie sah ihn neugierig an.

„Sirius hat sich mal fast einen Zahn ausgebrochen, als er in einen Keks gebissen hat und Remus hat mal ein Ohr in einem Sandwich gefunden!"

„Argh! Musstest du mir das jetzt erzählen!"

„JA!"

„Ich wollte jetzt etwas essen!"

„Ach, das war noch nicht mal das schlimmste!", flüsterte James kaum hörbar.

„Das hab ich gehört!"

„Ich habe doch gar nichts gesagt. Komm lass uns essen gehen.", und er zog sie mit sich.

Die Halle explodierte fast von Stimmen. Alle redeten aufgeregt über den Tag. Öfters als sonst konnte man das Kichern von Mädchen hören.

„Was waren das noch für Zeiten als ich mich wegen einem Jungen so benommen habe.", sinnierte Lily vor sich hin.

„Hä, wer war das denn?"

„Kennst du nicht."

„Lily, Hogwarts ist nicht gerade eine Großstadt! Klar kenn ich ihn!"

„Ach du wirst nur böse."

„Nein, werde ich nicht."

Lily seufzte.

„Na ja, ich habe mal etwas für Remus geschwärmt."

Prongs machte ein komisches Gesicht. Fast so, als wollte er sagen. „WAS!"

„Da wusstest du noch nicht was in ihm steckt."

„James, das war jetzt wirklich gemein. Er ist einer deiner besten Freunde."

„Entschuldige, das war unüberlegt. Es macht mich manchmal eben verrückt, wenn ich daran denke, dass andere etwas von dir wollen was ich auch will."

„Du bist manchmal zu süß, weißt du das?", lächelte sie.

„Das hat meine Mutter früher auch immer gesagt."

Lily musste lachen.

„Du kannst nie ernst bleiben, oder?"

„Doch, aber nur wenn es angebracht ist."

Am Ende des langen Haustisches entdeckten sie Ellen, Lorrain und Remus.

„Und, wie war euer Tag?", erkundigte sich Ellen fröhlich.

„Oh, es war wunderschön.", schwärmte Lily. „James hat ein Hippogreif von Hagrid ausgeliehen und wir haben einen Rundflug gemacht. Es war einfach herrlich.", seufzte sie genießerisch.

„Bis jetzt?", wunderte sich Lorrain.

„Nein, Hagrid hat uns dann zum Tee eingeladen.", sagte Prongs und trank etwas Kürbissaft.

„Ihr habt doch hoffentlich nicht seine Kekse probiert!", fragte Remus alarmiert.

„Ich konnte Lily gerade noch davor bewahren.", James wischte sich unsichtbaren Schweiß von der Stirn.

„Da hast du noch mal Glück gehabt. Bei Hagrids Kochkünsten kann man immer auf Überraschungen stoßen. Einmal hatte ich..."

„Remus, sei bitte still. Ich habe den Gedanken über das Ohr gerade verdrängt!"

„Igitt!", keuchten Lorrain und Ellen.

„Ups, das ist mir so raus gerutscht.", entschuldigte sich Lily.

„Ich wollte eigentlich was ganz anderes sagen Lils, aber das Ohr war auch gut.", gratulierte ihr Moony.

„Gern geschehen.", und sie klimperte mit den Wimpern.

„Ach, na komm. Das reicht jetzt aber.", unterbrach Prongs das Ganze.

„Er ist so süß, oder?", fragte Lily die Anderen und kniff James in die Wange, der eine Grimasse zog.

„Wo sind eigentlich Alex und Sirius?", erkundigte sich Ellen. „Ich habe sie seit heute Morgen nicht mehr gesehen."

„Die sind in letzter Zeit doch ständig weg.", tat Lorrain es leichtfertig ab.

„Ja, aber mich würde es mal interessieren, wo sie ständig sind.", beharrte Ellen.

„Du bist einfach zu neugierig!", grinste Remus.

„Neugierde hat noch niemandem geschadet."

„Wir können Alex bei der nächsten Gelegenheit mal ausquetschen.", schlug Lorrain vor.

„Ja, am besten gleich heute Abend.", pflichtete Lily bei.

„Na viel Glück!", wünschte James. „Bei Pad.. äh Sirius kann man machen was man will. Wenn der ein Geheimnis hat dann sagt er es auch nicht. Eher würde er sterben!"

„Das ist gut für ihn, aber schlecht für euch.", Ellen war wieder euphorisch.

„Weißt du James, in Alex Haut möchte ich nicht stecken.", sprach Remus und wandte sich zu dem Angesprochenen. „Wenn man Freunde hat die alles aus einem raus quetschen wollen. Welch furchtbare Vorstellung."

„Remus, wir wollen sie doch nicht wirklich ausquetschen. Das wäre ja ekelhaft!", gab Lily zu. „Wir wollen die Antworten nur aus ihr raus kitzeln."

Moony lachte.

„Ich weiß doch, wollte euch nur mal ein bissel ärgern."

„Lorrain, was hast du mit Remus gemacht!", fuhr James sie an.

Diese sah ihn gepuzzelt an.

„Äh, nichts."

„Kann ich mir nicht vorstellen. Unser Remus würde nie jemanden ohne Grund ärgern!", beschwerte sich Prongs weiter.

„Ich habe nichts gemacht! Ehrlich!"

„Lass dich nicht von ihm aufziehen. Er hatte heute einen aufregenden Tag und da ist er immer etwas temperamentvoll!", tätschelte Moony Lorrains Hand.

James sah ihn mit hoch gezogener Augenbraue an und sagte nichts.

„Ein Tag, wo ein James Potter mal schweigt ist einfach ein Geschenk des Himmels.", sagte Ellen plötzlich.

Prongs sah sie nun an.

„Seid ihr jetzt fertig auf mir rum zuhacken? Lily, sag doch auch mal was.", forderte er sie in einem belustigten Ton auf.

„Also wirklich!", tadelte Lily. „Das ärgern anderen Mitschüler während des Essens ist verboten. Jeder bekommt einen Punkt abzug dafür."

„Oh nein, einen Punkt Abzug!", rief Ellen schockiert. „Wenn das die anderen Schüler erfahren! Gryffindor ist entehrt!"

Alle lachten.

Das Essen ging so weiter bis alle Teller leer waren.

„Alex und Sirius würden doch nie ein Essen verpassen.", stellte Lorrain fest, als sie die Stufen zum Gryffindor Turm erklommen.

„Ach, das ist doch nicht schlimm. Sirius weiß wo die Küche ist.", beruhigte Remus sie.

Der Abend schritt voran. Alle fünf saßen gemütlich um den Kamin. Peter war nirgends zusehen. Aber irgendwie fiel das auch keinem auf.

Gegen Mitternacht begaben sie sich in ihre Schlafsäle.

„Es war ein wunderschöner Tag heute.", bedankte sich Lily noch einmal mit einem Kuss.

„Nächstes Jahr mache ich eine ganze Herde Hippogeife klar!"

/o/

„Ich mache mir ja jetzt doch langsam Sorgen.", sagte Lorrain bedächtig, als alle in ihren Betten lagen. Alex war noch immer nicht erschienen.

„Wer weiß, was Sirius mit ihr vorhatte. Er wird sich schon etwas Verrücktes ausgedacht haben.", beruhigte Ellen sie.

„Ja, das glaube ich auch.", bestätigte Lily. „Alex wird bestimmt am frühen Morgen hier auftauchen und in ihr Bett fallen."

Lorrain fand das alles nicht überzeugend.

„Es macht mich trotzdem nervös!"

Nach langem hin und her schliefen die drei ein.

„Ha, ich möchte wissen, wo Padfoot so lange bleibt!", fragte James etwas besorgt.

„Ich will nicht wissen was er macht!", ertönte Remus Stimme.

„Peter ist auch noch nicht da!", stellte Prongs fest.

„Das ist dann eher ungewöhnlich."

„Ja, komisch ist das schon. Aber beide sind alt genug. Denen passiert schon nichts. Wie war eigentlich dein Date mit Lorrain?"

„Das war kein Date!"

„Ach Moony, lüg mich doch nicht an."

„James, bei meiner Werwolfehre. Es war kein Date."

„Werwölfe können eine Ehre haben?"

„Klar können wir das!", sagte Remus theatralisch.

„Na gut, wenn du das sagst. Aber wie war euer Treffen?"

Moony seufzte nachgiebig.

„Ja, es war OK."

„Nur OK?"

„Was willst du, was ich sage?"

„Na so was wie, „Ach sie ist ja so süß!"!", klimperte James mit den Wimpern.

Ein Kissen flog auf ihn zu.

„Du bist kindisch.", tadelte Remus ihn.

„Ich weiß!"

Mitten in der Nacht kam Peter in den Schlafsaal.

„Peter oder Sirius?", flüsterte James.

„Peter.", kam die Antwort.

„Wo warst du so lange?"

„Hogsmeade."

„So lange?"

„Ja!"

„Du hattest Glück, das dich niemand gesehen hat."

„Ich war vorsichtig, aber jetzt will ich nur noch schlafen, James."

„OK, gute Nacht."

„Ja, dir auch."

Kurz darauf hörte Prongs wie die Vorhänge zu Peters Bett zugezogen wurden. Wo verdammt ist Sirius? Ob er bei Alex schläft, er grinste augenblicklich.

/o/

Lily hatte einen unruhigen Schlaf. Aber ihr ging es nicht alleine so. Lorrain wälzte sich immer wieder im Bett umher. Gespannt lauschten sie nach Schritten in den Korridoren, aber nichts geschah. Letztendlich schlief Lily tief und fest ein.

Als Lorrain am nächsten Morgen erwachte sah sie sich schnell um. Ellen schlief noch, doch Lily saß aufrecht in ihrem Bett und überlegte angestrengt.

Alex' Bett war unberührt.

„Lily, ich mach mir wirklich Sorgen."

„Ich mir auch, aber vielleicht hat sie bei Sirius geschlafen?", grübelte sie.

„Glaub ich nicht. Unsere Alex?"

„Man kann nie wissen! Aber James wird uns das schon erzählen."