Uff! Da ist mir doch glatt eine Panne passiert!
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Liebe Lufa, liebe Miss Perenelle!
Ganz große Entschuldigung, dass ihr hier in der Ansprache nicht erwähnt worden seid!
Dabei hatte ich euch hineingeschrieben! Wieso dann das hier erschienen ist, was ich im anderen Forum gepostet habe, kann ich mir überhaupt nicht erklären!
Wie dem auch sei! Das 'falsche' Kapitel ist gelöscht und das richtige, mit der RICHTIGEN Ansprache, neu hochgeladen. So wie jetzt hätte es gleich hier stehen sollen!
Vielen Dank an Lufa übrigens, denn sie hat mich in ihrem Review darauf hingewiesen!
Ich hoffe, ihr könnt mir verzeihen! Irgendwas muss ich falsch gemacht haben!
Feuerbohne
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Liebe Rattenmord-Leser!
Die Reviews zeigen es: Alle lieben Neville oder Lucius Malfoy!
Hm. Ist auch nicht weiter verwunderlich. Immerhin war von den beiden in letzter Zeit ständig zu lesen. Und sie sind ja, jeder auf seine Weise, wirklich süß! Also, ich liebe die beiden auch.
Aber: Heute ist Hermine dran. Und nur die!
Gut, sie hockt bei Malfoy auf'm Zimmer. Deswegen werden Lucius-Liebhaberinnen durchaus auch auf ihre Kosten kommen. Aber heute geht es eben nicht Diva-mäßig ab, sondern eher – äh – Hermine-mäßig! Die ist nämlich auch anders als sie sich immer gibt. Nicht ganz so selbstbewusst und souverän. Okay, sie gibt sich die größte Mühe. Aber irgendwie ... Woran das nur liegen mag?
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Vielen lieben Dank an unsere Reviewer Lufa und Miss Perenelle (cooler Name übrigens!)
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Euch und allen anderen Lesern viel Spaß!
Feuerbohne
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02. 11. 2005 - 18:30 Uhr
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Sie hatte es gesehen! Sofort danach hatte er zwar wieder gleichgültig geschaut, selbstgefällig, arrogant. Dennoch! Sie hatte sein hämisches Lächeln registriert, das er sich nicht schnell genug vom Gesicht gewischt hatte.
Ja, freu dich nur, dass auch ich meinen Zauberstab los bin. In ihrem Bauch saß der Ärger darüber hart wie eine Nuss und rumorte. Jetzt bloß nicht zu ihm hinsehen! Seinen Triumph mitansehen müssen!
Entschlossen rupfte sie ein Buch aus dem Regal und setzte sich damit aufs Bett. In diesem Zimmer gab es zwar einen Tisch mit zwei Sesseln, da könnte sie viel besser lesen. Aber genau dort hatte bereits er sich niedergelassen. Um sie zu beobachten. UM SIE MIT SEINEM ARROGANTEN GESCHAUE ZU VERUNSICHERN! Aber das würde er nicht schaffen! Sie würde sich ablenken, abdriften in die Welt der Buchstaben. Und neben ihn setzen ganz bestimmt nicht!
Sie schlug das Buch auf. Irgendwo.
Dabei spürte sie seine Blicke. Beobachtete er sie noch immer? Hatte er nichts Besseres zu tun? Konnte er sich nicht irgendwie beschäftigen?
Seine auf sie gerichtete Aufmerksamkeit beeinträchtigte sie wie ein lästiges Geräusch!
Konzentrier dich! Also gut. Sie las: „Die Gefühle potentiell möglicher Partner korrelieren mit ihrer aktuellen Befindlichkeit. Erleben sie Positives, nehmen sie sich auch eher positiv wahr."
Beinahe hätte sie gegähnt. Was für einen Mist lese ich da eigentlich? Sie schlug das Buch zu und sah auf den Titel: „Beziehungsmagie!"
Oh nein! Dieses Buch hatte sie gekauft, als sie damals Stress mit ihrem Freund gehabt hatte. Als sie meinte, dringend etwas für die Beziehung tun zu müssen. Dabei hatte es sich schnell als ausgesprochen nutzlos erwiesen. Als rausgeschmissenes Geld.
Entnervt schob sie das Buch von sich und konzentrierte sich wieder auf das Blickgeräusch neben sich. War es noch da?
Sie sah kurz auf. Er musterte die Zimmerdecke.
Aha! Gab es da etwas Interessantes?
Sie konnte gerade noch verhindern, ebenfalls den Kopf zu heben und nach oben zu sehen.
Er langweilte sich also. Wusste nichts mit sich anzufangen.
Sie musste lächeln. Ausgezeichnet! Das war gut! Das war sogar sehr gut! Das würde ihn zermürben.
„Wir könnten uns unterhalten", sagte sie in die Luft vor sich, ehe sie sich wieder ihrem Buch zuwandte.
„Mit Ihnen PLAUDERN?" Seine Aufmerksamkeit war schlagartig bei ihr. Als hätte er nur auf ihr Stichwort gelauert. Anders als sein Ton. Der war noch immer überheblich.
Sie verdrehte die Augen: „Wir müssen nicht. Ich habe hier zu tun!"
Verdammt, warum nur hatte sie das allerblödeste Buch aus dem Regal gezogen? Warum nur hatte sie den Schinken nicht gleich weggeworfen, damals, nachdem er sich als Totalflop entpuppt hatte?
Das hatte sie nun davon.
Wieder schlug sie es irgendwo auf, hob es hoch und tat so, als versenke sie sich in den fesselnden Inhalt.
„Interessant?"
Die Frage kam ebenso unerwartet wie plötzlich. Sie sah auf - und direkt in eisgraue Augen.
„Was?" Verdammt, das war jetzt aber zu schnell gekommen. ZU interessiert!
„Das Buch!"
Natürlich! Sie hatte ihm den Titel ja geradezu entgegengereckt. Da hätt ich mich auch gleich wieder bücken können, damit er mir auf den Hintern starren kann. Ihre Laune, ohnedies schon nicht besonders strahlend, sank deutlich.
Wie hab ich mich nur HIERAUF einlassen können? Sie seufzte, vorsichtshalber ausschließlich innerlich. Er musste ja nicht alles mitbekommen!
„Ich glaube nicht, dass Sie das in irgendeiner Weise interessiert."
Okay, das war eher schnippisch gewesen, nicht fachlich souverän. Sie musste unbedingt an ihrer Fassung arbeiten, wenn sie hier bestehen wollte! Aber zumindest konnte sie dieses blöde Buch wieder wegstellen.
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„Sie könnten mir erzählen, was sie mit Ginny gemacht haben!"
Au verdammt! Ging es noch blöder? Noch offensichtlicher? Was war nur los mit ihr? Sie KONNTE doch verhören. Hatte das von der Pike auf gelernt, hatte Lorbeeren eingeheimst dafür, Menschen, speziell Männern, Geständnisse zu entlocken. Und nun stellte sie sich dümmer an als die blutigste Anfängerin. Malfoy würde ihr jetzt ganz bestimmt nichts sagen. Das konnte sie sich abschminken.
Sie seufzte wieder, diesmal ungehindert, hörbar.
Was solls? Ich habe ja Zeit! Ganze fünf Tage würde sie minütlich Gelegenheit haben, aus dem werten Herrn die Wahrheit zu kitzeln.
Merlin, fast eine Woche – und der erste Tag gestaltete sich bereits furchtbar!
„Was wird das hier, ein Dauerverhör?"
War da Empörung in seinen Augen? Keine Arroganz, sondern Beunruhigung?
Oh, das war interessant! Dieser Mann tickte offensichtlich anders als die, die sie bisher verhört und geknackt hatte. Männer neigten nämlich nicht dazu, sich in Gegenwart einer Aurorin - einer jungen zudem - verunsichern zu lassen. Zunächst einmal. Sie schienen sich ihr gewachsen zu fühlen, wenn nicht sogar überlegen.
Sie täuschten sich stets und es war Hermine ein immer wieder grimmiges Vergnügen, sie das Fürchten zu lehren.
Dieser Mann jedoch ...
Nun, sie würde ihn dennoch knacken. Das Rezept dafür war schließlich vielfach erprobt! Und er NUR ein Mann!
Sie sah ihn an. Wie gewohnt. Frontal und angriffslustig: „Ist Ihnen das unangenehm? Sie könnten das hier ganz schnell beenden!"
Das sollte ihn jetzt aber deutlich nervös machen. Sie ließ schließlich keinerlei Zweifel darüber aufkommen, wer hier am längeren Hebel saß. Interessiert und ungerührt musterte sie ihn.
Doch was war jetzt? Lächelte er?
Perplex hielt sie inne. Gab es dafür den geringsten Grund? Was war mit der bewährten Methode? Funktionierte die hier nicht? Unvermittelt brach ihr der Schweiß aus.
Was ist nur mit mir los?
SIE war die Aurorin! Sie musste souverän bleiben, überlegen.
Also, ruhig Blut!
Irritiert drehte sie den Kopf zur Seite. Wo war ..., wie konnte sie ...
Es klappte nicht. Irgendwie schien ihr ihre berufsmäßige Intuition - nein, mehr noch, ihre ganze Erfahrung - abhanden gekommen zu sein. Als hätte sie diese mit ihren Zauberstäben abgegeben. Oder war es die Magielosigkeit, die sie sich so anders, so hilflos fühlen ließ?
Dabei sollte doch genau das hier ihr ganz großer Vorteil sein. Immerhin war sie muggelgeboren!
Aber ich übe einen sehr magischen Beruf aus – und hier ...
Es war einfach so: All ihr Aurorenwissen beruhte auf Magie! Auf der Überlegenheit, mit dem Zauberstab geschickter, bewanderter, schneller zu sein als der Gegner.
Hier ... jetzt ... so – es gab einfach keine Überlegenheit mehr. Keinen längeren Hebel. Alles weg. Ausgelöscht. Sie war nur noch gleichrangig. Mit dem Gegner. Mit Malfoy.
Oh Hilfe! Wohin, was jetzt?
Sie suchte herum, suchte mit den Augen nach Halt.
Das Regal!
Ihr doch leicht beschleunigter Puls beruhigte sich prompt. Sie legte den Kopf schief, als ihre Augen über die senkrecht stehenden Buchrücken schweiften. Sie war Aurorin. Irgendein Buch mit starkem Titel würde sich hier doch finden lassen!
„Zauber der Eroberung" - tolles Buch, aber blöder Titel! Völlig ungeeignet für ihre Zwecke!
Wie wichtig hier Kleinigkeiten waren! Zuhause hätte sie sich damit sicherlich erfolgreich beruhigen und ablenken können. Also weiter: „Viel Magie um Nichts", ein Liebesroman. Nein, das war es jetzt auch nicht! Wo waren denn die Fachbücher?
Da! „Magielose Verhöroptimierung" Klasse! Das war DAS Buch für diese Situation. Sie zog es aus dem Regal, setzte sich mit dem Rücken zur Wand und vertiefte sich in die Umschlag-Rückseite, genau darauf achtend, dass er die Vorderseite erkennen konnte.
Erst als sie sicher war, dass er den Titel nun ebenfalls kannte, legte sie es vor sich aufs Bett und schlug es auf.
Das sollte ihn zumindest beunruhigen!
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Etwas raschelte. Irritiert sah sie auf.
Malfoy hatte Papiere auf dem Tisch ausgebreitet, eine Schreibfeder in der Hand. Arbeitete er?
Resigniert seufzend konzentrierte sie sich wieder – aufs Inhaltsverzeichnis.
VII: Verhörkonstellationen:
A) Doppelverhör – Nee, war hier nicht! Also weiter!
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B) Frontalverhör - Ja, das wurde schon interessanter!
1.) Mann verhört Mann - überflüssig.
2.) Mann verhört Frau - dito.
3.) Frau verhört Frau - fast hätte sie wieder gegähnt. War sie müde?
4.) Frau verhört Mann – Bingo! Seite 354!
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„Die verhörende Frau hat Vorteile! Männer reagieren auf frauliche Reize. Die sollten, unter genauer Abwägung der Vor-und Nachteile, zweckdienlich eingesetzt werden."
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Sie sah auf den konzentriert arbeitenden Malfoy vor sich. Frauliche Reize!
Na, konnte es schaden?
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(Feuerbohne)
