Epilog

Die Möwen jagten kreischend über ihre Köpfe, flogen tief über die schwarzen Felsen, die ins Meer ragten und zischten durch die Gischt. Muggelschiffe waren im Hafen aneinander gereiht, aber ein steiniger Weg, der mit einem „Betreten-Verboten"-Schild markiert war, das so verzaubert war, dass kein Muggel an ihm vorbeikam, folgte der Küste bis zu einer Ausbuchtung in den Felsen. Als der Weg an einer Steilküste endete, bogen Draco und Harry scharf nach rechts ab und verschwanden auf Pier 39 1/2. Einige wenige Personen gingen langsam auf einem windschiefen und mit Muscheln verkrustetem Pier entlang und einen Landungssteg hinauf zu einer antiken Galeere.

„Sieht wie ein Geisterschiff aus", flüsterte Harry.

Draco runzelte nachdenklich die Stirn. Die zerfledderten und fransigen Segel wehten sanft im Wind. Das Schiff knirschte und knackte gutmütig, als die wenigen Menschen den Steg hinaufgingen. Die mit Sternen übersehene Flagge, die am Mast gehisst worden war, passte nicht nur deswegen nicht ins Bild, weil es keine Muggelflagge war, sondern nicht einmal britisch..

„Geister können kein Schiff rudern", meinte er. „Oder ist das wieder so ein Muggelding?"

Lächelnd blickte Harry in den Himmel. „Ich denke, ich erkläre es dir, wenn wir zu Hause sind."

Nur noch eine Handvoll Leute waren noch auf dem Pier. Pansy stand am Ende der Menge, ihre Hände warm in einen Muff verpackt. Sie reckte den Hals, um den Pfad abzusuchen und als sie sie entdeckte, winkte sie ihnen zu und kam ihnen entgegen.

„Ich hatte schon befürchtet, dass du es nicht schaffen würdest", sagte sie, während sie Draco umarmte. Sie blickte kurz zu Harry, nickte ihm aber nur zu.

„Entschuldige, ich musste dem Ministerium entwischen", erklärte er.

Sie nickte und trat zurück, aber ihre Hände verweilten auf seinen Schultern. Beide wollten nicht loslassen. Denn so wie die Dinge standen, war es möglich, dass sie sich nie wieder sehen würden.

Die dunklen Zauberer verließen England.

Zwar nicht alle und viele von ihnen waren jene, von denen bis jetzt niemand gewusst hatten, dass sie existierten. Draco kannte nicht viele Gesichter auf dem Schiff. Es waren verborgene Familien, die nun mutig genug waren, aus ihren Verstecken zu kommen, aber nur, um auf das nächste Schiff zu hasten, das sie in ein anderes Land bringen sollte. Ein solches Schiff zu nehmen, war meistens sehr teuer und es dauerte einige Wochen, bis es an seinem Zielhafen ankam. Aber es war sicherer, als die vom Ministerium organisierten Portschlüssel und viel bequemer als fliegen.

„Draco", murmelte sie, „bist du dir sicher, dass du nicht mitkommen möchtest?"

„Pansy", seufzte er. In den letzten Tagen hatten sie diese Diskussion schon des Öfteren gehabt, aber er hielt sie nicht auf, es nochmals zu versuchen.

„Dein Herrenhaus ist weg und sie wissen, was du bist", sagte sie schnell. „Und es werden nicht viele von uns hier bleiben. Es gibt so wenig, was dich hier hält..."

„Pansy!"

Sie hielt inne und schenkte ihm den verärgerten Blick, von dem er wusste, dass er ihn vermissen würde. „Dummer, waghalsiger Malfoy", murmelte sie.

„Nicht so waghalsig, wie du denkst." Draco griff in seine Tasche und holte eine faustgroße Wyvern aus Kupfer hervor. Ihre ausgebreiteten Flügel schimmerten in der Sonne. Pansy nahm sie mit einem wissenden Lächeln.

„Ein Portschlüssel?", fragte sie.

„Genau. Du bist unser Fluchtweg, wenn das hier schief geht." Er zuckte verlegen mit den Schultern, als ob er ihr nicht gerade ihrer aller Leben anvertraut hätte. „Stell sie an einen Ort mit viel Platz."

Sie schnaubte bei dem Extraaufwand, den er betrieb, um sie zum Gehen zu bewegen, aber was auch immer sie sagen wollte, wurde durch den scharfen Knall, den die Segel verursachten, als sie gehisst wurden, unterbrochen. Das Schiff machte einen Satz nach vorne, als ob es kaum erwarten könnte loszulegen und die Ankerkette spannte sich.

Pansy schrie überrascht auf.

„Ich muss gehen", sagte sie und steckte die kleine Wyvern in ihre Tasche. „Draco, du hast das Buch, das ich dir gegeben habe ..."

„Ich werde schreiben, versprochen", unterbrach er sie. „Und du schreibst zurück?"

„Natürlich. Ich werde dir sagen, wie es in Grinsets ist." Sie umarmte ihn noch einmal und schloss einen Moment die Augen. „Ich werde die Figur an einen sicheren Ort stellen."

„Ich vertraue dir." Er trat zurück, hielt aber noch ihre Hände. „Sicher, dass es dir gut gehen wird?"

Pansy nickte. „Wir gehen zusammen, also werden wir nicht allein sein. Und wir haben drüben bereits Gastfamilien, andere dunkle Familien. Wir werden zurecht kommen."

„Sag Theo, er soll auf dich aufpassen", sagte er.

„Okay", antwortete sie. Als sie ein paar Schritte zurücktrat, lächelte sie endlich Harry zu, aber es war kalt und voller Gift. „Wenn du ihm weh tust, werde ich es herausfinden!"

Harry zögerte, und dachte über eine Antwort nach und sie war schon auf halbem Weg zum Schiff, als ihm etwas einfiel. Der Steg verschwand, nachdem sie an Bord gegangen war und der Anker wurde gelichtet. Vom Pier aus konnten Draco und Harry sehen, wie der Kapitän in der Nähe des Hecks einen Sack öffnete und einen starken Wind befreite, der schnell die Segel füllte. Während das Schiff langsam durch die Wellen glitt, erschien Pansy neben Theo und einem jungen Zauberer an der Reling, den Draco als Kytel erkannte. Sie konnten sich nur wortlos zuwinken und nach ein paar Sekunden war das Schiff schon so weit gesegelt, dass sogar das nicht mehr möglich war. Trotzdem wandte Draco den Blick erst ab, als das Schiff nur noch ein kleiner Punkt am Horizont war.

„Bring mich zurück zum Cottage!", sagte er leise.

Harry wusste nicht, wie Draco gemeinsames Apparieren ertragen konnte, aber in den letzten Wochen nach ihrer Hochzeit hatte er festgestellt, dass Draco nichts tun würde, wenn er einen anderen dazu bringen konnte, es für ihn zu tun. Er wusste nicht, ob es an der Müdigkeit lag, die von den ganzen Kämpfen herrührte oder ob er einfach nur faul war.

„Du bist wirklich ein verzogenes Balg!", murrte Harry leidenschaftslos und schlang seine Arme von hinten um Draco. „Wirst du mich jetzt immer dazu bringen, alles für dich zu machen?"

„Für immer und ewig", antwortete Draco. „Ich vertraue dir."

Einen Wimpernschlag später standen sie auf der Lichtung vor dem Cottage. Draco stand einige Augenblicke still und nahm sich Zeit, das Haus zu betrachten. Mit seinen zwei Stockwerken, den tiefen Fenstern und Steinmauern sah es eher wie eine Minifestung aus, ganz abgesehen vom Keller und der verborgenen Feuerstelle. Es sah nicht einladend aus, aber stark und es passte gut in die Landschaft. Lila Blüten, die den Efeu überdeckten, der das ganze Gebäude umrankte, und eine Trauerweide gaben dem ganzen einen Hauch Beständigkeit, besonders da sie außerhalb der Saison blühten, aber in Hexengärten kam das schon mal vor.

Bis das Herrenhaus wieder aufgebaut war, war das ihr Zuhause. Natürlich gemütlich, aber auch formell genug, um Besucher auf Malfoy-Art empfangen zu können, aber trotzdem ... es war nicht sein eigenes Zimmer, die Bibliothek seines Vaters oder das Labor seiner Mutter. Er hoffte, dass das neue Herrenhaus sich wie ein Zuhause anfühlen würde, aber / es würde lange dauern, bis es fertig war.

In der Woche nach ihrer Hochzeit hatte er zusammen mit Harry und dem Minister die Ruinen der Zauberwelt besucht. Auftritte um Trost zu spenden und um aufräumen zu helfen, zumindest so lange, bis der Tagesprophet keine Fotos mehr schoss. Zum Glück überzeugte Dracos zerlumptes und müdes Aussehen jeden, dass seine Faulheit und Teilnahmslosigkeit auf ein Kriegstrauma zurückzuführen waren. Niemand protestierte, wenn Harry ihn nach Hause brachte, aber er wusste nicht, ob das so war, weil er ein dunkler Zauberer war oder weil sie mit ihm fühlten.

Er vermutete, dass Harry wusste, wie wenig ihm Hogsmeade, Hogwarts und die anderen Orte im Land bedeuteten, an denen Schlachten geschlagen worden waren. Die verbrannten, schwarzen Ruinen der Läden waren für ihn nicht interessant. Die Straßen, die von Riesen zerschmettert und von Werwolfkrallen zerschlissen worden waren, beeindruckten ihn nicht. Zerstörung schockte ihn nicht mehr.

Seit Monaten schwelte sein Haus in Ruinen vor sich hin und während andere Zauberer vor Voldemorts Armee geflohen waren, hatte er gekämpft. Zwar nicht freiwillig, aber er hatte ihm gegenüber gestanden, hatte Blut vergossen, Todesser und einen Werwolf getötet und sogar Harry geholfen, den Dunklen Lord zu vernichten. Sollten die hellen Zauberer doch über seine Erschöpfung und Teilnahmslosigkeit und Arroganz lästern. Der rücksichtslose, feige Malfoy, der nur kämpfte, wenn es ihm passte. Wenigstens war er bereit zu kämpfen. Hogwarts stand noch, während das Ministerium gefallen war und er wusste, dass die Zauberwelt das bemerkt hatte. Arrogante, rücksichtslose Malfoys hin oder her, der Sieg der dunklen Gesellschaft hatte sie bei den hellen Zauberern irgendwie beliebt gemacht. Sogar die Zeit, die sein Vater in Askaban verbracht hatte, interessierte niemanden mehr.

„Harry", sagte Draco langsam. „wegen meinem Vater ..."

Der Gedanke verweilte einen Moment in der Luft.

„Er ist im Haus, richtig?", vermutete Harry. „Ich weiß, wir haben das Schlafzimmer kaum verlassen, aber ich kann ihn manchmal hören, ihn und Snape."

„Mutter ist auch hier", fügte Draco überflüssigerweise hinzu.

Narcissa hob selten ihre Stimme oder stampfte mit dem Fuß auf, wenn sie wütend war. Ihre Anwesenheit machte sich durch würzige Düfte und gelegentliche Explosionen im Zaubertranklabor bemerkbar. Wenn Draco und Harry das Klopfen von Lucius' Gehstock auf dem Boden hören konnten oder wie Severus jemanden anblaffte, dann war Narcissa bestimmt nicht weit. Aber sie störten die jungen Männer nie und ließen sie ihre Eulen vom Ministerium mit einer weiteren Anfrage für ein Foto oder ein Treffen, das ihren guten Willen zum Ausdruck bringen sollte, selbst beantworten.

„Sie lassen uns ziemlich lang alleine", meinte Harry, „oder verpassen wir uns immer?"

„Von beidem etwas", sagte Draco. „Sie machen eine Show aus den Besuchen der Ritter bei den Auroren und dem Nettsein. Wir besuchen nur nicht die gleichen verbrannten Ruinen wie sie."

„Hm..."

Draco drehte sich in Harrys Armen und stand ihm nun von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Er strich Harrys wirre Haare aus dessen Augen, als der Wind sie ihm ins Gesicht wehte.

„Du bist immer noch Harry Potter", sagte Draco, „aber auch ein Teil der Malfoy-Familie. Ich weiß, dass du meinen Vater oder Severus nicht magst, aber ich verspreche, dass sie dir nichts tun werden. Es wird eine Zeitlang dauern, bis ihr euch aneinander gewöhnt habt ..."

„Da könntest du vielleicht zuviel verlangen", meinte Harry. Er seufzte, als Draco sich besorgt auf die Lippe biss. „Sieh mal, ich kann nicht versprechen, dass alles perfekt sein wird, aber ich verspreche, keinen Streit anzufangen."

„Es ist nur ... bitte versuch freundlich zu sein", bat Draco ihn, „Ich ... ich kann nicht zwischen dir und meiner Familie wählen. Ich kann einfach nicht. Vater sagt, er wird dich nicht absichtlich provozieren, aber ich weiß, dass ihr zwei trotzdem aneinandergeraten werdet."

„Ich nehme an, ich kann ihm keine Schläge androhen, wenn er Schlammblut sagt", grummelte Harry.

Als Draco sich bei diesen Worten versteifte, zuckte Harry zusammen und hielt ihn ein paar Zentimeter von sich entfernt mit den Händen auf seinen Schultern. Dann legte er eine Hand auf Dracos Wange und fuhr mit dem Daumen über die Stelle, die seine Faust damals getroffen hatte.

„Es tut mir leid!", murmelte er. „Ich hasse das Wort wirklich, aber ... es tut mir leid. Ich werde dich nie wieder schlagen, versprochen!"

Draco würde das glauben, wenn es nicht passiert wäre, aber er sagte auch nicht, dass Harry ihn nicht geschlagen hatte, weil er dieses Wort in den Munde genommen hatte, sondern weil er ihn manipuliert hatte. Er sah keinen Grund darin, das anzumerken. Mit etwas Glück würde Harry es nicht merken, wenn Draco ihn sanft in die richtige Bahn lenkte. Natürlich alles zu Harrys Bestem. Außerdem hatte er ausgezeichnete Lehrer, die sich regelmäßig gegenseitig manipulierten, mit unterschiedlichem Erfolg und Harry war war bei weitem nicht so hellhörig wie seine Eltern oder sein Meister – Severus.

Nachdem sie das Haus betreten hatten, hörte er die Stimmen seiner Eltern aus dem Salon. Draco zog leise seinen Kapuzenumhang aus, den er immer anzog, wenn er das Haus verließ und legte ihn über den Stuhl im Flur. Eine der Elfen würde ihn aufräumen.

„Draco! Harry!", rief Narcissa. „Wo wart ihr heute? Ich wusste nicht, dass euch das Ministerium geeult hatte!"

„Hat es nicht", antwortete Draco. „Wir haben Pansy verabschiedet. Ich habe ihr die Wyvern gegeben."

Er wappnete sich, als er mit Harry hineinging. Viel kleiner als der Salon im Manor, fühlte sich der Raum für Draco beengend an, nie gut für reizbare Malfoys. Die hohen Bücherregale rundherum machten den Raum gleichzeitig zur Bibliothek, in der sie sich alle abends versammelten.

Seine Mutter war nicht alleine. Severus saß ihr gegenüber, ein Sammelsurium an Zutatenfläschchen breitete sich zwischen ihnen auf dem Tisch aus. Lucius saß am Kamin und las. Mit einem dumpfes Geräusch schloss Lucius das Buch, das Draco als das Tagebuch seines Vaters erkannte, und wandte seine Aufmerksamkeit der Familie zu.

„Das war das letzte Schiff, wenn ich mich nicht irre", meinte Lucius. „Ich nehme an, alles lief nach Plan?"

Draco nickte.

„Wenn du es gewusst hast, wieso warst du dann nicht auch dort?", fragte Harry.

Draco zuckte zusammen, wobei er sich überlegte, ob er Harry jemals Manieren beibringen würde, und hoffte, dass sein Vater nicht beleidigt war. Er glaubte nicht, dass Harry diese Frage böse gemeint hatte, aber ihm wäre lieber gewesen, er hätte etwas in der Art von „Ja, ich wünschte du hättest mit uns kommen können" oder „Entschuldige, ich dachte, du hast es gewusst" gesagt. Während eines höflichen Gesprächs sprach man mit dem Familienoberhaupt einfach nicht auf diese Weise.

Im Raum wurde es still und Harry setzte sich etwas aufrechter hin, aber sein fragendes Gesicht verriet, dass er zwar wusste, dass er etwas falsch gemacht hatte, aber nicht was. Lucius machte eine Pause, bevor er antwortete.

„Ich halte es für das Beste, wenn Draco und ich nicht die gleichen Versammlungen besuchen", sagte er. „Besonders in deiner Gegenwart."

Harry versteifte sich, antwortete vorerst aber nicht, um Lucius Zeit zu geben, sich zu erklären. Dennoch ballten sich seine Fäuste leicht und verrieten den Ärger, den Lucius' Kommentar hervorgerufen hatte.

„Zwei Malfoys und der Junge-der-lebt?", fuhr Lucius fort. „Das wäre ein reizvolles Ziel für jeden, der diesen kleinen Schritt in Richtung Frieden zunichte machen wollte. Ich würde euch beiden empfehlen, darüber nachzudenken, nur dass ihr beweisen müsst, wie unzertrennlich ihr seid. Eure Ehe sollte nicht als schwach angesehen werden."

Er zuckte etwas mit den Schultern und lehnte sich in seinen Stuhl zurück. Dabei entspannte er sich etwas, als er sah, dass Harry ihm nicht widersprechen wollte.

„Außerdem habe ich das erste Schiff nach Roanoke verabschiedet", fügte er noch hinzu.

„Roanoke?", wiederholte Harry. „Ist das ein Land?"

„Die älteste magische Stadt", antwortete Draco. „Die meisten dunklen Zauberer werden sich wahrscheinlich dort niederlassen, aber es gibt noch eine andere Gemeinde namens Grinset, die an der Küste liegt. Sie sollten in beiden Städten sicher sein."

„Also, wie viele dunkle Zauberer sind geblieben?", fragte Harry.

„Nicht viele", antwortete Severus. Er schüttete eine Flasche voller Blätter auf einem Tuch aus und begann, sie zu sortieren. „Nicht, dass es je genügend gegeben hätte. Einen richtigen Kampf gegen die Blutsverräter hätten wir vorher schon nicht überlebt, aber nun können wir froh sein, wenn wir mit unserem Leben davonkommen."

„Optimistisch wie immer", murmelte Narcissa.

„Wenn du glaubst, dass wir das Ministerium mit weniger als hundert Zauberern übernehmen können, würde ich liebend gerne deine Pläne hören!", sagte Severus.

„Ich bin sicher, du könntest mit etwas viel besserem aufwarten", erwiderte sie, „da du bei anderen doch immer irgendeinen Makel entdeckst."

„Stimmt", meinte er, „es ist eine schreckliche Bürde, das einzige vernünftige Wesen in diesem Haus zu sein."

„Eigentlich sollte es vernünftigen Wesen im Blut liegen, auf die zu hören, die es besser wissen", sagte sie.

„Dann sollten diese aber auch in der Lage sein, mich zu überlisten", erwiderte Severus. „Schade, dass das nicht der Fall ist."

Narcissa setzte sich mit finsterem Gesicht in ihrem Stuhl auf. Severus reagierte auf die gleiche Weise und Draco begann, nach seinem Zauberstab zu greifen, nur für den Fall, dass er einen Schildzauber sprechen musste. Lucius dagegen seufzte und lehnte sich in seinem Stuhl zurück, wobei er sie ansah wie Katzen, die kurz davor waren, aufeinander loszugehen.

„Cissa, Sev, wenn ihr schon streiten müsst, macht das bitte draußen. Es reicht ein abgebranntes Haus."

„Fein", meinte Narcissa schnippisch. „Ich bin im Garten und pflanze Nachtschattengewächse. Wenigstens einer von uns sollte sich nützlich machen."

„Oh ja", schnarrte Severus. „Denn wir haben unbedingt zu wenig Nachtschattengewächse!"

Draco musste ein Lachen unterdrücken. Die meisten der Flaschen, die auf dem Tisch standen, enthielten die unterschiedlichsten Teile von Nachtschattengewächsen, aber es war nicht ihre Schuld, dass sie noch nicht in der Nokturngasse hatte einkaufen gehen können.

„Dann pflanze ich eben Gorweed", schnappte sie.

Nun konnte Draco sein Zusammenzucken nicht verhindern. Gorweed lockte Drachen an und er zweifelte nicht daran, dass Lucius mittlerweile über den Vorfall mit den Drachen in Hogwarts Bescheid wusste. Er bemerkte, wie Harry begann, den Mund zu öffnen, daher griff er schnell nach dessen Handgelenk und schüttelte unmerklich den Kopf. „Bei allen Göttern!", dachte er, „Lenk jetzt bloß nicht ihre Aufmerksamkeit auf dich."

Als sie beleidigt davonstapfte und im Flur verschwand, nahm Severus eine der Flaschen vom Tisch und stand auf.

„Wenn ihr mich entschuldigt", sagte er ohne jemanden anzuschauen. „Ich muss in ihrem Garten noch ein paar Tanglevine-Samen sähen und mich dann für ein paar Stunden verstecken."

Nachdem er aufgestanden war, ließ Draco los, Harry atmete aus und starrte Severus mit großen Augen nach.

„Wow", murmelte er. „Ganz und gar nicht wie bei den Weasleys."

„Du musst ihnen verzeihen", seufzte Lucius, der seine Augen schloss und sich an die Schläfen griff, als ob er Kopfschmerzen hätte. „Sie mögen sich, aber sie können es nicht ausstehen, nicht das letzte Wort zu haben. Sie die ganze Zeit im Haus zu haben, macht das Haus nur entsprechend lauter."

„Aber ..." Harry machte eine kurze Pause, bevor er weitersprach und als er es tat, klang es etwas gestelzt, als ob er sicher gehen wollte, nichts falsches zu sagen. „Du bist doch das Oberhaupt der Familie, oder? Kannst du ihnen nicht einfach sagen, sie sollen aufhören?"

Lucius starrte ihn ungläubig an, bevor er begriff, dass Harry es ernst meinte. Er lachte kläglich auf.

„Den beiden befehlen aufzuhören? Ich kann einen Angriff von einem der beiden abwehren, aber von beiden gemeinsam?" Erschüttelte den Kopf, „Nein, sie sollen ihre Energie aneinander verschwenden. Außerdem hatten sie die Erlaubnis."

Harry blinzelte. „Hatten sie?"

„Severus ist nicht gegangen, bevor er sich sicher war, dass Vater ihn nicht stoppen würde", erklärte Draco. „Und Mutter ist erst gegangen, als Vater erwähnt hat, sie sollen doch draußen streiten."

„Oh!"

Harry blickte Lucius an. Obwohl er nichts sagte, war klar, was sein Blick bedeutete. Harry würde sich wegen Draco an einige Regeln halten, aber von ihm zu erwarten, wegen allem erst um Erlaubnis zu fragen, stand außer Frage. Lucius erwiderte den Blick genauso vorsichtig wie damals, als er ihn in Dumbledores Büro getroffen hatte, nachdem er seine Pläne mit dem Tagebuch durchkreuzt hatte. Der Junge-der-lebt nun ein Malfoy, zwar nicht beim Namen, aber doch durch Heirat. Ein Teil von ihm rebellierte dagegen, dass der Junge sicher vor ihm saß und forderte für jeden durchkreuzten Plan Rache. Aber ein anderer Teil musste doch zugeben, dass er es war, der sich dem Ministerium widersetzt und Draco beschützt hatte.

„Ich habe gehört, dass du eine Weile Dunkle Magie gelernt hast", meinte Lucius dann.

Durch den abrupten Themenwechsel verwirrt, konnte Harry nur nicken.

„Ich denke, es wird das Beste sein, wenn du weiterhin unsere Zauber übst. Die Abschlussprüfungen werden sowieso nicht sehr bald stattfinden, während alles wieder aufgebaut wird, also wirst du Zeit zum Üben haben." Er neigte den Kopf zu Seite, da er sich nicht sicher war, wie Harry auf das, was er nun sagen würde, reagieren würde. „Außerdem wirst du kein Auror werden."

Empörung und Überraschung verdüsterten Harrys Gesicht. „Was?! Ich hatte das seit Jahren vor! Ich dachte, das war Teil des großen Friedenplans, dass Draco ein Ritter sein würde und ich ein Auror."

„Einige im Ministerium nehmen das wohl an, aber es ist nirgendwo schriftlich festgelegt", erklärte Lucius. „Außerdem bist du ein Malfoy, ob du den Namen nun angenommen hast oder nicht. Du hast Wichtigeres zu tun, als flüchtige Todesser einzusammeln."

„Zum Beispiel?"

„Das Bindeglied zwischen den dunklen und den hellen Zauberern zu sein", antwortete Lucius. „Sie sind genauso angespannt wie wir, wenn wir uns gemeinsam in einem Raum befinden. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Seiten wird viel reibungsloser ablaufen, wenn sie mit dir sprechen müssen anstatt mit mir."

„Und ich muss mich vor dir verantworten?", wollte Harry wissen, erbost darüber, dass Lucius annahm, Harry würde ohne Fragen zu stellen, zustimmen.

„Du musst dich vor der dunklen Gemeinschaft verantworten", antwortete Lucius, „genau wie ich."

Harry kniff die Augen zusammen. „Und was muss ich sonst noch tun?"

„Im Prinzip genau das, was du gerade machst. Leute treffen, in der Öffentlichkeit erscheinen, nur wirst du jetzt auch helfen, Politik zu machen. Du wirst helfen, Gesetze zu verfassen und ihre Umsetzung überwachen."

„Du würdest sehr mächtig sein", sagte Draco leise.

„Macht interessiert mich nicht", meinte Harry.

„Aber etwas anderes interessiert dich", sagte Lucius. „Wenn dein Gerechtigkeitssinn beleidigt wird, interessiert es dich ausreichend, um etwas zu tun, trotz der Tatsache, dass alle dir sagen es nicht zu tun. Mach das und du würdest dich nicht mehr nur über die unfaire Welt beklagen. Du könntest tatsächlich etwas ändern."

Gedankenversunken benötigte Harry einen Moment bis er antwortete. Währendessen tauschte Draco einen Blick mit seinem Vater und Lucius' leichtes Nicken zeigte ihm, dass Draco etwas sagen sollte, was Harry dazu bringen würde, dem Ganzen zuzustimmen. Draco dachte hektisch nach, bis ihm etwas einfiel.

„Du bist die beste Person dafür. Jemand, dem beide Gemeinschaften wichtig sind," sagte Draco, während er sich gegen Harry lehnte und sein Knie berührte. „Ich kann mir niemand anderes vorstellen, dem beide Seiten vertrauen würden. Aber das muss schnell entschieden werden, ansonsten wird bestimmt jemand anderes versuchen einen Fuß in die Tür zu bekommen und beginnen, die Regeln aufzustellen."

Nachdem Harry noch ein paar Momente gegrübelt hatte, schaute er beide an. „Wieso ich? Hört auf, mich da reinreden zu wollen. Ich will die Wahrheit!"

Lucius presste seine Lippen zu einer dünnen Linie zusammen und Draco setzte sich in seinen eigenen Stuhl zurück. Es ärgerte ihn mehr, dass er dazu gezwungen wurde geradeheraus zu sein, als dass er erwischt worden war.

„Weil du schon wegen Draco versuchen wirst, dass es funktioniert", antwortet Lucius dann. „Ich zweifle nicht daran, dass du mir schon sagen wirst, wenn ich etwas falsch mache, aber ich weiß auch, dass das Ministerium nicht an dir vorbeikommen wird. Deswegen. Also, machst du es nun oder nicht?"

Lucius dachte darüber nach, Harry zu fragen, ob er es nun tun würde, oder ob ihn, Lucius, zwingen würde, den Imperius anzuwenden, bremste sich aber rechtzeitig.

Zu beider Überraschung lächelte Harry. „Aber natürlich werde ich es machen, Lucius. Du hättest einfach nur fragen müssen."

Lucius zischte auf und umklammerte die Armlehnen seines Stuhls, als ob er gleich auf Harry losgehen wollte. Ohne um Erlaubnis zu fragen, weil er sich sicher war, dass er diese so oder so hatte, schnappte sich Draco Harry und riss ihn von seinem Stuhl.

„Wir lassen dich jetzt alleine", meinte Draco schnell, als er mit Harry im Schlepptau aus dem Zimmer stürmte. „Wir gehen wahrscheinlich fliegen. Für ziemlich lange. Warte nicht auf uns!"

„Draco, es wäre besser, wenn ich dich nicht vor Sonnenuntergang wiedersehe!", donnerte Lucius. „Und nimm deinen wertlosen Ehemann mit!"

„Wundervoll", grummelte Draco, während sie die Treppen zu ihren Zimmern hinaufeilten. Harrys Gelächter verbesserte seine Laune nicht unbedingt. „Ich kann das Abendessen kaum erwarten!"

„Vielleicht gibt es eine Essensschlacht", mutmaßte Harry, der nach Dracos Geschmack viel zu sehr grinste. „Das kann ich mir ziemlich gut vorstellen, wie deine Familie mit Sachen um sich wirft."

Draco erwähnte nicht, dass das sogar einmal geschehen war, als er noch ein Kind gewesen war, aber zur Verteidigung seiner Familie musste er sagen, dass sie damals sehr viel Stress gehabt hatten. Und das fliegende Essen hatte Dracos Weinen gestoppt und sie hatten sich danach alle besser gefühlt, also war es nur das Beste, was hatte passieren können.

„Ich bin schon froh, wenn sie dich nicht kochen!", meinte Draco. Er nahm ihre Besen aus der Ecke neben dem Bett und reichte Harry seinen Feuerblitz, der die Stirn gerunzelt hatte. „Das würden sie nicht machen, oder?"

„Unterschätze meinen Vater nicht!", mahnte Draco. „Oder Severus. Oder Mutter."

„Was ist mit dir?", fragte Harry, der sich hinter ihn stellte und seine Nase in Dracos Nacken vergrub. „Kann ich dich unterschätzen? Du würdest mich nicht kochen, oder?"

Draco lächelte und neigte seinen Kopf zur Seite, so dass Harry besseren Zugang hatte. „Hmm. Ich weiß nicht. Ich habe schon gekostet und bin auf den Geschmack gekommen."

„So lange du nicht zu hart zubeißt ..."

„Du gehörst jetzt mit", sagte Draco. „Ich mache mir dir, was ich will."

„Ich könnte das Gleiche sagen", erwiderte Harry und schlang seinen freien Arm um Draco und zog ihn an sich, wobei er ihn sicher hielt. „Wer sagt, dass du entscheiden darfst?"

„Ich bin ein Malfoy", antwortete Draco und drehte seinen Kopf für einen Kuss. „Und wir bekommen immer, was wir wollen."

„Du vergisst, dass ich auch ein Malfoy bin."

„Genau. Da hast du mich drangekriegt."

Harry lachte und ließ ihn los. „Also, wo fliegen wir hin? Wir haben noch den halben Tag vor uns."

„Und etwas von der Nacht", sagte Draco. „Ich will dir zeigen, was ein Nachtritt ist."

„Aber ohne die Stehlerei und dem Sich-mit-Muggeln-Vergnügen", sagte Harry und wiederholte das, was Draco ihm schon einmal erzählt hatte.

„Du vergnügst dich mit niemandem außer mir", bemerkte Draco und ignorierte dabei geflissentlich den Teil über die Stehlerei. Er ging zum Fenster und flog hinaus, Harry dicht hinter ihm.

Der Ärger aus dem Malfoy Haus verebbte langsam, als sie über Muggelstraßen und -häuser flogen, gerade hoch genug, um von jemandem, der zufällig nach oben schaute, für Eulen gehalten zu werden. Harry flog etwas dichter und erklärte, was TV-Antennen und Satellitenschüsseln waren, in dem Versuch, (ein skeptisches Reinblut zu überzeugen, dass der Muggelabschaum Maschinen in den Weltraum schießen konnte. Natürlich weigerte sich Draco zu glauben, dass Muggel auf dem Mond gewesen waren.

Als sie müde wurden, folgen sie etwas tiefer über leere Felder und Wiesen und spielten Fangen auf ihren Besen. Nachdem er einige Minuten hinter Draco hergejagt war, holte Harry ihn ein, schnappte ihn und warf sie beide zu Boden. Nach ein paar Überschlägen lag Draco unter Harry. Nach einem kurzen Kampf entspannte sich Draco und ließ Harry seine Hände auf die Erde pinnen.

„Hab dich!", keuchte Harry. „Du bist schneller als ein Schnatz auf dem alten Teil."

„Lässt du deinen Schnatz los?" fragte Draco, der sich unter Harry wand.

„Nein!" Harry ließ eine Hand los und streichelte Draco über das Haar. „Niemals!"

Danach dachte Draco, als er nackt unter Harry lag, der sogar noch die Schuhe an hatte, dass er die hellen Zauberer für das Kopulieren auf dem Boden nicht verdammen sollte. Obwohl er wusste, dass dunkle Zauberer schlau genug waren, es auf weichem Gras zu machen und nicht auf steinigem Untergrund.

Später dann, weil Draco sich absolut weigerte, in eine Muggelstadt zu gehen, geschweige denn in einem ihrer Restaurants zu essen, musste Harry eine halbe Meile zur nächsten Stadt gehen, Essen kaufen und es ihm bringen. Draco half nicht, als Harry das Sammelsurium an belegten Broten und Keksen vor ihm ausbreitete, sondern schaute ihm mit morbider Faszination zu.

„Wofür sind die Dosen?", fragte er und hielt eine rot-weiße Dose hoch und schüttelte sie, um zu hören, was in ihr war. Die Dose war fast schmerzhaft kalt.

„Das ist Limo. Das kann man trinken." Harry öffnete seine Dose und versuchte nicht zu lachen, als Draco seine Dose fallen ließ, als ob sie eine Schlange wäre. „Hier, nimm diese! Versuch es!"

Draco linste in die Dose, um zu sehen, was sie enthielt, dann setzte er sie langsam an die Lippen und nahm ein Schlückchen. Das prickelnde Gefühl überraschte ihn, aber er nahm einen weiteren, größeren Schluck.

„Nicht schlecht", gab er zu. Er starrte überrascht zu Harry, als dieser die Dose öffnete, die er fallengelassen hatte und der Inhalt auf das Gras spritzte.

„Das passiert, wenn du sie schüttelst", grinste Harry.

Nachdem sie fertig gegessen hatten, ließ Draco alle Beweise dafür, dass er Muggelprodukte zu sich genommen hatte, mit einem Wink seines Zauberstabes verschwinden. Dennoch merkte er sich den Namen der Limo, sodass er Harry später beauftragen konnte, mehr davon zu holen.

Als die Sonne unterging, flogen sie in den Himmel. Im immer dunkler werdenden Zwielicht flog Dracos so hoch, wie damals, als er vor Voldemorts Blizzard geflohen war. Seine Erinnerung an Angst und Schmerz verschwand, als er sie mit neuen ersetzte, während er durch die Wolken tauchte und die Sterne glitzerten und der Mond ihm den Weg über die Baumwipfel wies. Der Wind trug ihn höher und höher, bis die Welt wie ein Flickenteppich gespickt mit Häusern und Scheunen aussah. Er musste sich nicht vor Muggeln oder hellen Zauberern verstecken und als sie über das Land flogen, merkte er, dass er lächelte. Freudig flog er hoch und runter, während die Nachtluft um ihn herum schwirrte.

„Du hattest recht", meinte Harry. „Es ist sogar noch besser, wenn die Sonne untergeht."

„Die Sterne kann man nur nachts sehen", sagte Draco.

„Sogar der Wind fühlt sich anders an", fuhr Harry fort, „wilder."

„Natürlich", meinte Draco, „Die Nacht gehört uns!"

Ihre Sonne geht noch unter, dachte er, und unsere Sterne werden nie verblassen.

Er fragte sich, ob Morgana mit dem Ergebnis zufrieden wäre, dass keine der beiden Seiten gewonnen hatte, sondern sie stattdessen zusammenlebten. Merlin wäre es bestimmt nicht, und vielleicht würde sie das schon zufrieden stellen. Eine Handvoll dunkle Zauberer hatte überlebt, trotz aller Anstrengungen Merlins und all die Manipulationen des Ministeriums hatten nicht mehr erreicht, als dass Harry zum Dunkel zu treiben und das Dunkel ins Licht. Er lächelte. Wie in den Märchen, in denen der Held eine Schlacht schlägt, das Böse besiegt und seine Geliebte rettet.

Er dachte, dass es eine nette Geschichte für ein Buch wäre, wenn sich jemand die Mühe machen würde, sie aufzuschreiben.

Ende

Slowly Sailing Moon (Wandernder Mond), ein traditionelles dunkles Hochzeitslied
(übersetzt aus der alten Sprache)

Scribe's feather on his parchment
Feder des Schreibers auf dem Pergament.

with ink and stone and quill,
Mit Tinte und Stein und Kiel

he writes the ending of the night
Schreibt er vom Ende der Nacht

and how the moon was killed.
Und wie der Mond starb.

Of how the stars all faded
Wie die Sterne alle schwanden

and the wild winds were tamed,
Und die wilden Winde gewähmt

how gold o'ertook the silver
Wie Gold Silber übernahm

all to the sun's acclaim.
Zum Beifall der Sonne

And all across the kingdom
Und im ganzen Königreich

the proclamation swore
Wurde proklamiert

the sun would reign forever.
Dass die Sonne für immer herrschen würde

We'd see the moon no more.
Und wir den Mond nie wieder sehen würden.

The wheat and lambs and children
Der Weizen und Lämmer und Kinder

would grow up to the light,
Würden im Lichte aufwachsen

the war between the day and dark
Der Krieg zwischen Tag und Nacht

now ends without a fight.
Endet nun ohnkampflos

Peace, proclaimed the kingdom,
Frieden, erklärte das Königreich

nightmares, dreams and dusk,
Albträume, Träume und Staub

the haunts along the traveller's road
Der Spuk auf des Wanderers Weg

no more shall trouble us.
Würde uns nicht mehr ärgern.

And the people cheered their rulers,
Und das Volk jubelte ihren Herrschern zu

"the night is gone at last,"
"Die Nacht ist endlich fort"

but the sun still sets, the shadows grow,
aber die Sonne geht immer noch unter und die Schatten wachsen

and the moon still sails past.
Und der Mond wandert immer noch vorbei.

So sign your laws and promises,
Also unterzeichnet eure Gesetze und Versprechen

and say the dark is dead,
Und sagt, dass die Nacht tot ist

and cower by the hearth fire
Und kauert bei eurem Feuer

and hide within your bed
Und versteckt euch in euren Betten

for the moon still sails slowly
denn der Mond wandert immer noch

and the night is all our dream
und die Nacht is unser aller Traum

and we'll haunt your roads forever
und wir werden eure Wege für immer spuken

while the wild winds blow free.
Während die wilden Winde frei wehen.