HalliHallo. Entschuldigt, dass ich so lange gebraucht habe, aber ihr kennt ja alle diesen fürchterlichen Schulstress

:-O Fangt übrigens schonmal an für mich zu beten. Montag schreibe ich meine letzte Matheklausur für 2006 und so wie es aussieht wird das fürchterlich...fürchterlich werden :-D

EIn paar Reviews bauen mich sicherlich auf:-) LG LUCIA


Die Wahrheit

„Mum?"

Narcissa öffnete die Augen.

„Habe ich dich geweckt?"

„Nein, Darling. Hast du nicht.", log sie und sah herauf zu ihrem Sohn. „Es tut mir Leid, dass ich nicht länger bei euch bleiben konnte, Draco.", sagte sie bitter und versuchte sich hinzusetzen.

„Du bleibst liegen, Cissa.", Lucius kam zusammen mit Severus zur Türe herein. Missmutig ließ sie sich zurückfallen.

„Mir geht's wieder ganz gut.", log sie und gab Severus nur äußerst widerwillig ihren Arm, damit er ihren Puls fühlen konnte.

„War Josephina sehr böse, dass ich nicht mehr runter gekommen bin?"

Draco schüttelte den Kopf. „Nein, sie sagt, dass sie das gut verstehen kann. Du sollst dich schonen, soll ich dir von ihr ausrichten, damit deine Schwangerschaft normal verläuft."

„Was verläuft bei dieser Schwangerschaft schon normal.", murmelte Severus zornig und maß mit seinem Zauberstab Narcissas Temperatur.

Draco sah ihn erstaunt an. „Was hast du gesagt?"

„Gar nichts, Draco-Darling. Severus hat gar nichts gesagt."

Draco runzelte die Stirn, sagte aber nichts weiter sondern verließ beschwingt das Zimmer.

„Mein Junge ist verliebt.", grinste Narcissa glücklich und sah strahlend zu ihrem Mann auf.

„Oh, Lucius. Du musst doch wirklich nicht sie schauen, als wäre sie ein Knallrümpfiger Kröter."

„Hufflepuff.", sagte Lucius nur, in einem Tonfall als gäbe es nichts Schlimmeres auf der Welt, als ein ‚Hufflepuff' zu sein.

„Wenn es wenigstens noch Ravenclaw wäre, aber Hufflepuff?", seine Stimme schwoll langsam zu einem kleinen hysterischen Anfall an.

„Da kommen doch nur die hin, die nichts können. Die, die zu unwürdig und schmutzig für Slytherin sind, zu dumm und hässlich für Ravenclaw und nicht großkotzig genug für Gryffindor."

„Aber Lucius…", sie schnalzte tadelnd mit der Zunge.

„Stell dir mal vor ein Malfoy wird nach Hufflepuff gehen?"

„Vielleicht nimmt er ja auch ihren Namen an.", warf Severus scherzhaft ein.

Lucius machte große Augen. „Das würde er nicht tun? Darling, sag mir dass er das nicht tun würde."

Narcissa streichelte leicht belustigt seine Hand. „Aber nein. Bestimmt nicht, Lucius." Der Mann nickte einigermaßen beruhigt und ging hinüber ins Badezimmer.

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„Ahhhh."

Lucius schmiss die Türe auf und lief ins Schlafzimmer. Er fand seine Frau kreidebleich und stark schwitzend auf ihrem Bett vor. Daneben stand der völlig verwirrte Severus. „Bei Merlin.", rief der Tränkemeister und suchte nach der Ursache für ihre plötzliche Schmerzattacke.

„Mein Bauch, es brennt so.", schrie sie und krallte ihre Nägel ins Kissen, um nicht noch lauter zu brüllen.

„Was ist passiert?", fuhr Lucius seinen Freund an und eilte zu seiner Frau ans Bett.

„Tut doch etwas, das tut so weh.", heulte Narcissa und sah die beiden Männer flehend an.

„Halt still, Narcissa. Ich kann doch sonst nicht-"

„Es geht nicht.", weinte sie und zuckte unter den neu aufkommenden Schmerzen zusammen.

„Dad? Was ist das für ein…Mutter? Was ist mit dir?"

Severus wurde panisch. „Du hast mir gerade noch gefehlt, Draco. Raus mit dir." Unsanft schob er den Jungen aus dem Zimmer und verriegelte die Türe.

„Placidus coniveo.", rief er dann und richtete seinen Zauberstab auf Narcissa. Schlagartig fielen der Frau die Augen zu. Sie schlief, doch die Krämpfe blieben.

„So was habe ich noch nie gesehen."

So verzweifelt kannte Lucius ihn nicht. Aber, wenn selbst Severus Panik bekam, dann musste es schon ganz schön schlimm sein.

„Was hat sie?"

„Verdammt Lucius. Ich weiß es nicht.", schrie der Mann den Älteren an.

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Die Frau regte sich.

„Engelchen, geht es dir besser?", drang seine Stimme leise zu ihr durch. Narcissa legte ihre Hände auf ihren Bauch.

Die beiden Männer hatten sich nach einigen Minuten damit abfinden müssen, dass sie ihr nicht auf die magische Art hätten helfen können. So lag nur eine Wärmflasche auf ihrem Bauch.

Sie nickte benommen. Der Schmerz hatte tatsächlich nachgelassen.

„Mum?"

Draco stand in der Türe.

„Was ist denn Draco?", fragte sie und versuchte das Krächzen aus ihrer Stimme zu kriegen.

„Mum, was war eben los? Das kann doch nicht normal sein."

Seine Eltern sahen sich kurz an.

„Setz dich bitte, Draco- Und mach die Türe zu.", sagte Lucius und deutete auf den Stuhl, der neben Narcissas Bett stand.

Der Junge folgte den Anweisungen seines Vaters. Nachdem er sich gesetzt hatte sah er seine Eltern erwartungsvoll an.

„Es ist so Draco…Deine Mutter, ich meine-"

„Das Kind ist nicht von deinem Vater, Draco.", platzte Narcissa heraus, froh darüber endlich wenigstens einen kleinen Teil gebeichtet zu haben.

„Und ihr habt mir nichts gesagt?", schnauzte er (hauptsächlich) seinen Vater an.

„Lass mich bitte aussprechen, Draco. Das ist nicht das Baby von irgendjemandem und ich tu das hier bei Merlin nicht gerne…"

Draco war entrüstet aufgesprungen.

„Nicht Rodolphus, oder?"

„Wie kommst du denn darauf?", fragte sein Vater verächtlich.

„Weil selbst ein Blinder sieht, dass er auf Mum steht. Liebst du Dad nicht mehr?"

„Hör mir zu, Draco.", sagte die blasse Frau, aufgebracht über die erneute Unterbrechung.

„Ich tue das hier sicherlich nicht freiwillig, Draco. Es ist so, dass…der Vater…ich tue das hier für…für den- für den Dunklen Lord, Draco."

Der Junge schien zu erstarren. „Du meinst das da ist-"

Tränen quollen aus ihren Augen. Draco sah seinen Vater an. Dieser nickte langsam und bitter, während er seine Frau streichelte.

„Ich bring ihn um.", brüllte Draco und lief zur Türe. „Nein, Draco nicht. Wenn das hier vorbei ist, vielleicht sind wir dann frei."

Er hielt inne.

„Bitte bleib Draco.", flehte sie ihren Sohn förmlich an. Nie hatte er seine Mutter so verzweifelt gesehen. Am Ende ihrer Kräfte, total erledigt.

Er nickte langsam und verließ das Zimmer.

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„Wie wär's mit einem Eis, Darling?"

Lucius beugte sich nach vorne und küsste ihren Hinterkopf.

„Gerne.", sagte sie und betrachtete sich im Schaufenster von Florish&Blotts. Sie fand, dass sie ein schreckliches Bild abgab, wie sie dasaß in ihrem Rollstuhl. Aber das war die Bedingung gewesen und Narcissa hätte unter keinen Umständen länger in ihrem Haus bleiben können.

Sie hatte schon starke Depressionen bekommen und das war für Severus Anlass genug gewesen ihr einen Ausflug zu gestatten.

„Und danach bekommst du die teuerste Kette, die wir bei Le Trésor finden."

Der Gedanke an Schmuck zauberte ein kleines Lächeln auf Narcissas Gesicht. Sie nickte glücklich und ließ sich von ihrem Mann in das kleine Café schieben.

„Lucius, würdest du mir helfen auf den Stuhl zu kommen. Ich möchte nicht die ganze Zeit in diesem Ding sitzen.", fragte sie mit gesenkter Stimme, damit niemand von den umliegenden Tischen sie hören konnte.

Er hob sie vorsichtig aus dem unbequemen Rollstuhl und setzte sie auf einen der weich gepolsterten Sessel.

„Erdbeerbecher, Darling, wie immer?"

„Aber nicht so viel, Lucius. Ich glaube nicht, dass mir das besonders gut bekommt." Er nickte und winkte den Kellner heran.

„Sieh einer an, Mrs. und Mr. Malfoy." Rufus Scrimgeor hatte soeben das Café betreten, gefolgt von einem rothaarigen jungen Mann.

„Und wie ich sehe, Mrs. Malfoy in anderen Umständen.", der grauhaarige, hagere Mann beugte sich zu ihr herunter. „Doch nicht etwa von mir, meine Liebe?", fügte er grinsend hinzu.

Lucius sprang auf und zog gleichzeitig seinen Zauberstab.

„Lucius, nicht!", rief Narcissa panisch und hielt ihn an seinem Ärmel fest. „Bitte!" Er zwang sich dazu sich wenigstens etwas zu beruhigen, als er das Flehen in ihrer Stimme hörte.

Schwer atmend setzte er sich wieder hin.

Scrimgeor entfernte sich immer noch grinsend und steuerte einen weiter entfernten Tisch an.

„Danke", flüsterte sie und nahm seine Hand.

„Du bist ganz kalt.", bemerkte ihr Mann besorgt, als sie seine Hand streichelte. „Es geht mir gut, Lucius.", sagte sie und lächelte.

Ihr Mann legte den Kopf schief. „Und so blass, Cissa-Darling, lass uns heim fahren."

Sie schüttelte eilig den Kopf. „Nein, Lucius. Nicht nach Hause. Nicht jetzt schon."

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Lucius hatte widerwillig ihren Wunsch respektiert und schob seine Frau durch Muggle-London. Sie hatte unbedingt darauf bestanden noch mal in dieses großartige Porzellangeschäft zu gehen und er hatte ihr den Wunsch natürlich nicht abschlagen können.

Dann hatte er ein Antiquitätengeschäft entdeckt und konnte(auch wenn es ihm äußerst widerstrebte in ein Muggel-Geschäft zu gehen) nicht daran vorbeigehen.

Narcissa saß vor dem Schaufenster in ihrem Rollstuhl, da der Laden ganz schön eng und voll gestopft war und beobachtete ihren Mann lächelnd, wie er ganz begeistert in dem alten Krempel herumstöberte.

Ein sanfter Druck auf ihrer Schulter ließ sie jäh aufschrecken.

„Octavian!", sagte sie erstaunt und nahm Dracos Schleiereule den Brief aus dem Schnabel.

Liebe Mutter,

Bitte verzeih mir, aber ich kann nicht länger zu Hause sitzen und dieses Monster ungestraft lassen.

Wenn mir etwas zustoßen wird, dann weiß ich wenigstens, dass ich das alles getan habe, um dich zu rächen.

Sag Vater, dass ich ihn trotz allem, was zwischen uns passiert ist sehr liebe.

Ich liebe dich, Mutter!

Draco

Die schöne Frau war mit einem Mal ganz weiß geworden. Zitternd erhob sie sich aus ihrem Stuhl und ging zur Ladentüre.

Noch im Gehen spürte sie einen hämmernden Schmerz in Brust und Bauch.

„Lucius, er…", sagte sie tränenüberströmt und brach dann in der Ladentüre zusammen.

„Mr.,…Mal-foy?" Der Arzt sprach den Namen etwas unsicher aus. Nie hatte er so einen merkwürdigen Namen gehört. Er sah auf zu dem imposanten blonden Mann, der sich anscheinend äußerst anstrengen musste um die Fassung zu bewahren.

„Wie geht es meiner Frau?", fragte er und steckte seine zitternden Hände in die Manteltaschen

„Nun, Mr. Malfoy. Sir. Wir können die Ursache für den Zusammenbruch ihrer Frau nicht finden. Wir haben ein EKG gemacht und verschiedene andere Tests aber…"

„Sie haben ein was gemacht?"

„Ein EKG, Sir." Der Arzt war leicht verwundert über die Unwissenheit des recht kultiviert wirkenden Mannes. „Ihre Herzfrequenz.", fügte er hinzu.

Lucius nickte.

„Nun, es könnte ein Infarkt gewesen sein, oder auch nicht. Jedenfalls ist dem Kind nichts passiert, nur muss ich Ihnen leider sagen, dass es Ihrer Frau alles andere als gut geht. Aber wir werden das hinbekommen, Sir. Versprochen."

Der Mann tat ihm leid. Seine schwangere Frau einfach so auf der Straße kollabiert. Mit einem Stück Papier in der Hand, das der Ehemann sofort an sich genommen hatte.

„Ich möchte sie gerne sehen. Sie wird Angst haben. Sie war noch nie in einem…Krankenhaus."

Der Arzt öffnete die Türe zum angrenzenden Zimmer. „Aber bitte sorgen Sie dafür, dass sie sich nicht aufregt. Ansonsten…"

Lucius wollte gar nicht hören, was nach diesem Wort kommen könnte. Er lief zu seiner Frau herüber, die blass in einem Bett lag.

Er schreckte zurück, als er die merkwürdigen Apparaturen näher betrachtete. Auf ihrer Brust klebten merkwürdige kleine saugnapfähnliche Dinge, die mit Kabeln verbunden in einem großen Kasten endeten.

Auch in ihrer Nase steckten, wie Lucius zu seinem allergrößten Unbehagen feststellen musste, zwei dünne Schläuche und einer auf ihrem Handrücken.

„Wir haben ihr ein starkes Beruhigungsmittel gegeben, Sir.", sagte der Arzt und warf einen Blick auf den kleinen Monitor neben dem Bett.

„Cissy, wie geht es dir?", fragte er leise und zog seinen Zauberstab, um sich einen der Stühle heranzuholen.

Narcissa räusperte sich geräuschvoll und schüttelte den Kopf. Lucius verstand nicht ganz. „Lucius…", sie nickte zum Arzt hin und sah dann auf Lucius Zauberstab.

„Oh." Ihr Mann errötete kaum merklich und verbarg seinen Stab wieder unter seinem Mantel. Die Frau atmete erleichtert auf und entspannte sich wieder ein wenig.

Lucius zog sich den Stuhl ans Bett.

„Ich habe schon nach Severus geschickt.", murmelte er und warf dem Muggelarzt, der immer noch die Geräte überprüfte einen argwöhnischen Blick zu.

„Wie geht es dir, Darling?", fragte er wieder. „Ich- bin so müde, Lucius.", sagte sie und mühte sich damit ab ihre Augenlider offen zuhalten.

Er nahm ihre nicht verkabelte Hand und küsste sie. „Wir holen dich hier raus, Cissa. Versprochen."

„Ist gut...", sagte sie schläfrig und klang, als hätte sie nicht wirklich mitgekriegt, was er gerade gesagt hatte.

„Sie…ist so komisch.", sagte Lucius zu dem jungen Arzt. „Wie gesagt, wir haben ihr ein starkes Mittel gegeben. Aber schon morgen Früh wird sich das wieder legen, Sir."

Langsam hob und senkte sich ihr Brustkorb. Sie war eingeschlafen.

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„Da bist du ja endlich.", flüsterte Lucius, um seine Frau nicht aufzuwecken. „Wieso bist du nicht schon längst disappariert, Lucius?", Severus Stimme klang sauer, aber die Sorge um die schöne Frau, die viel schwächer, als am Tag zuvor in dem Krankenhausbett lag, überwog.

„Sieh sie dir doch an. Ich wollte auf dich warten, ich allein hätte ihr doch mit meinen wirklich ziemlich fragwürdigen Heilkünsten nicht im Geringsten helfen können."

Severus sah ich an. In der Tat hatte Narcissas Situation ihn verändert. Niemals hätte er zugegeben, dass er in etwas nicht so gut war wie Severus. Niemals sich in einem Muggelkrankenhaus blicken lassen.

Irgendwo in ihm wurden gerade große Sympathiewerte für Lucius geweckt. Sicher sie waren ‚Freunde' gewesen. Wobei die Freundschaft immer mehr auf einer Basis von großer Bewunderung für den reichen und schönen Lucius bestanden hatte.

Ein tolles Leben, eine Menge Geld, die er nicht in 200 Jahren ausgeben könnte, die schönste und klügste Frau, die Severus kannte, eine Familie, die er nie gehabt hatte, Ansehen und Verehrung von vielen Anderen- Alles das, was er nie gehabt hatte.

Und jetzt drohte das alles durch den erneuten Aufstieg des Dunklen Lords zu zerbrechen.

Voldemort war für Severus immer eine Art Gottheit gewesen. Er hatte ihm eine Art Familie gegeben, hatte ihn unter den Todessern aufgenommen und gefördert aber jetzt, mit dem was er Narcissa angetan hatte- Auf einmal wurde ihm schlagartig bewusst, wie viele Leben er zerstört hatte und dass er gerade im Begriff war das Leben seines Freundes zu zerstören.

Narcissa stöhnte auf.

„Cissa mein Engel. Alles in Ordnung?"

„Wo bin ich Lucius?"

Sie sah sich verwirrt in dem kleinen Zimmer mit den blinkenden und piepsenden Geräten um. "Was…was ist das Lucius?", fragte sie, als ihr Blick auf ihre Brust und dann zu ihrer Hand wanderte.

Panik flackerte in ihren Augen auf, als sie auch den Schlauch in ihrer Nase registrierte. „Lucius…"

Sie klammerte sich an seine Hand.

„Das ist o.k. so, Cissa. Mach dir keine Sorgen."

„Tu das weg, Lucius. Bitte, nimm es weg.", sie hatte sich aufgerichtet. Severus warf einen erschrockenen Blick auf den Monitor, als dieser ungeheuerlich schrill zu piepsen begann.

„Leg dich wieder hin, Cissa.", rief er und drückte sie zurück in die Kissen.

„Nein, ich will nicht. Mach dass das Piepsen aufhört, bitte. Und nimm diesen…diesen Schlauch weg."

In ihrer Panik schlug sie nach ihm und versuchte aus dem Bett zu kommen.

„Bitte, Lucius. hilf mir."

Sie begann zu weinen, weil sie sich nicht gegen den, ihr körperlich überlegenen Mann, durchsetzen konnte.

„Warum tut ihr das?"

Lucius war völlig hilflos. Die ganze Situation überforderte ihn maßlos. „Bitte, bitte bringt mich hier weg."

Sie krallte ihre Finger in Severus Rücken. „Bringt mich heim, bitte."

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Zitternd klammerte sie sich an ihren Mann.

„Wir sind zu Hause, Darling. Alles ist gut."

Er legte sie aufs Bett.

„Mach das ab, bitte." Sie hatte sich noch immer nicht ganz beruhigt.

So vorsichtig wie möglich knibbelte Lucius an dem Pflaster auf ihrer Hand herum und zog schließlich die Nadel aus dem Handrücken.

Er drückte seinen Daumen auf die Stelle, aus der nun ein dünnes Rinnsal an Blut heraustrat.

„Bring meinen Jungen nach Hause, Lucius." Wieder begann sie zu weinen. „Er darf mir meinen Jungen nicht wegnehmen. Bitte bring ihn zurück."

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Lucius ging über den langen dunklen Gang. Er hatte sie nicht alleine lassen wollen, aber sie hatte darauf bestanden, dass er ging. Severus passte auf sie auf.

Er verlangsamte seine Schritte.

„Rodolphus?", er klopfte an die Türe. „Mh?", kam es von drinnen.

Lucius öffnete die knarrende Türe.

„Lucius." Der Mann klang überrascht, umarmte seinen Schwager aber trotzdem. „Weißt du, wo Draco ist?", fragte Lucius ohne Umschweife.

„Er ist hier?" kam die Gegenfrage seines Gegenübers.

„Das heißt du weißt es nicht.", Lucius lehnte sich gegen die Wand und pustete eine Haarsträhne aus seinem Gesicht.

„Warum suchst du ihn hier?" Rodolphus stand auf und ging zu seinem Schrank herüber. Er zog eine Flasche Feuerwhiskey heraus und präsentierte sie seinem Besuch.

Lucius nickte dankbar.

„Er möchte seine Mutter rächen.", sagte er und dachte daran, wie mutig sein Sohn doch war, sich ganz alleine herzutrauen, nur aus Liebe zu seiner eigenen Mutter.

Rodolphus glitt die Flasche aus der Hand.

„Scheiße.", rief er aus, als der Teppich einen Flecken bekam.

Lucius zog seinen Zauberstab und reparierte sie.

„Er will seine Mutter rächen. Ist er verrückt geworden?"

Lucius setzte sich auf Rodolphus und Bellatrixs Bett. „Er weiß, was wirklich mit ihr passiert ist er…"

„Ist unheimlich mutig.", sagte Rodolphus fassungslos und schenkte Lucius ein Glas Whiskey ein.

„Danke.", er nippte an seinem Glas. „Ich muss ihn finden, bevor er sich in Gefahr bringt. Das würde seiner Mutter das Herz brechen."

Rodolphus nickte zustimmend. „Ich helfe dir."