Kapitel 27

Sie waren nicht da...

Laut Shinra hatten sie rechtzeitig den Treffpunkt erreicht, doch keiner der anderen Jugendlichen hatte sich gezeigt.

„Haben wir uns in der Zeit geirrt?" fragte Izaya irritiert als er von Kizami abgesetzt wurde.

„Das kann nicht sein," verneinte Shinra, „Ich hatte mit ihnen ausgemacht dass wir uns in einer halben Stunde hier treffen...Da muss etwas passiert sein."

„Hoffentlich heißt das nicht, dass man uns hier zurückgelassen hat," murmelte Kizami nur skeptisch.

„Das glaube ich nicht. Irgendetwas muss sie davon abgehalten haben, hier auf uns zu warten."

„Dann sollten wir wohl schnellstmöglich weiter, denn ich habe nicht vor, schon wieder einem dieser Geister über den Weg zu laufen," schlug Izaya vor und begann sich umzusehen.

„Das wird wohl das beste sein," stimmte ihm Shinra zu, „So war schließlich die Abmachung. Ich hoffe nur, dass ihnen nichts schlimmes zugestoßen ist..."

Sie mussten mit allem rechnen, besonders jetzt, wo sie es soweit geschafft hatten.

„Weißt du denn, wie man hier raus kommt?" fragte Kizami.

„Wissen schon, allerdings brauchen wir die anderen dafür, denn bevor wir Sachiko´s Fluch nicht aufgehoben haben, kommen wir hier nicht raus..."

„Na toll...Und natürlich bist du dazu nicht in der Lage, oder?" Kizami konnte gar nicht glauben, wie viel Pech sie hatten.

„Leider nicht," entschuldigte sich Shinra, „Uns wird nichts anderes übrig bleiben, als weiterzugehen und zu hoffen, dass wir ihnen über den Weg laufen."

Es war mit einem mulmigen Gefühl, als sie durch die schier endlosen Schächte streiften. Hier den richtigen Weg zu finden erschien unmöglich, doch irgendwie schafften sie es, in einen anderen Bereich zu gelangen, der sie hoffentlich näher an ihr Ziel brachte.

„Das sieht doch ganz vielversprechend aus," meinte Shinra optimistisch, auch wenn er dieses Gefühl nicht mit den anderen beiden teilen konnte.

„Ehrlich gesagt, habe ich irgendwie das Gefühl, dass wir hier vollkommen falsch sind. Allein schon wegen der Tatsache, das du so gut gelaunt bist..."

„Iza, du kannst manchmal ganz schön gemein sein, weißt du das? Wenn wir hier raus wollen, dürfen wir die Hoffnung nicht aufgeben."

Hoffnung...

Diese hatte er schon vor einiger Zeit nicht mehr.

Vielleicht war es wirklich besser, wenn sie einfach starben?

Seine Gedankengänge wurden jedoch jäh unterbrochen, als sie aus einiger Entfernung Stimmen hören konnten, die in rasender Geschwindigkeit näher kamen.

„Ist das etwa...?" Shinra blickte hoffnungsvoll in die Richtung, aus der kurze Zeit später ein paar Jugendliche angerannt kamen.

„Lauft!" rief einer von ihnen, „Wir müssen sofort hier raus oder wir sind für immer hier gefangen!"