Yvanne: Vielen lieben Dank, das geht runter wie Öl :o) Und ja – es wird noch lange weitergehen ::s:: Was Xizor angeht, so kann es durchaus passieren, daß er noch auftaucht – aber erst später. Derzeit ist er noch nicht eingeplant, aber ausschließen möchte ich es nicht ;o)
Jane: Willkommen im Kreis :o) Und auch dir vielen Dank für das Lob! Das heutige Update (alle zwei Tage, und ich hab noch reichlich Nachschub und arbeite an mehr) ist für dich :o)
An alle: Wenn ihr „signed" bei den Reviews wählt, kann ich euch direkt antworten :o)
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Kapitel 28
Sie erreichten den Rendezvouspunkt als Erste und schwebten reglos und wartend im Normalraum. Vader hatte sich mit Luke und den anderen in den Hangar begeben und nutzte die Zeit, um die 20 TIE-Jäger zu begutachten, die ihre Eskorte darstellten. Ihre Piloten waren von Cass ausgesucht worden und stellten die Speerspitze der 501sten dar – Männer, von denen Arik glaubte, daß sie die besten waren, um im kommenden Projekt die Offiziere der Legion zu stellen. Allen war gemein, daß ihre Furcht vor Vader sehr viel geringer war als ihr Respekt und ihre Bewunderung vor ihm. Sie waren alle schon mit ihm geflogen und dienten seit langem an Bord der EXECUTOR, und so war die Inspektion eine ruhige und gelassene Angelegenheit – vor allem, weil die Piloten ihren Job liebten und ernstnahmen. Sie wußten, daß die Maschinen ihr Leben waren, und hielten sie in Bestform. Und wenn ihnen jemand half, dies noch zu toppen, nahmen sie Rat gerne an – vor allem von Vader, dem anerkannt besten Piloten der Galaxis.
Vader hatte sie kurz gebrieft, ihnen Ziel und Grund der Reise mitgeteilt – und sie ebenso darüber informiert, daß Luke sein Sohn war. Daran hatten sie einen Moment zu kauen.
„Lord Vader." Einer der Piloten trat vor.
„Ja, Leutnant?"
„Sir, Commander Skywalker ist bekanntermaßen eine Leitfigur der Allianz…"
„Ist das ein Problem, Leutnant?" Vaders Stimme war ruhig, hatte aber einen gewissen festen Unterton, der Luke sehr eindringlich daran erinnerte, wer hier neben ihm stand. Er begann, sich ein wenig unbehaglich zu fühlen.
„Nein, Sir.", erwiderte der Pilot gelassen. „Aber ich denke, wir sollten wissen, ob der Commander aus eigenem Willen hier ist oder als Gefangener zu betrachten. Unser Verhalten hängt davon ab. Sir."
Vader drehte lediglich den Kopf und sah seinen Sohn an, und Luke konnte spüren, daß er lächelte.
„Ich kam zwar nicht unbedingt freiwillig, aber mittlerweile bin ich aus eigenem Willen hier, Leutnant.", erwiderte Luke ruhiger, als er war.
Der Soldat nickte, sah aber Vader an. „Mylord, mit Eurer Erlaubnis." Er wandte sich wieder Luke zu. „Commander, wir dienen Eurem Vater und sind für seine Sicherheit verantwortlich. Euer Wort ist akzeptiert, aber sollte sich eine Situation ergeben, die das ändert, oder sollten Umstände eintreten, in denen wir entscheiden müssen, wird Euer Vater unser Mündel sein."
„Verstanden." Luke nickte und seufzte innerlich. Einmal Rebell, immer Rebell? Aber immerhin akzeptierten sie ihn – er konnte keine Feindseligkeit spüren, nur Vorsicht. Das war immerhin etwas.
Nun, während der Inspektion, schlenderte er im Hangar umher und besah sich die Maschinen – nicht ohne Neugier und Faszination. Ihr Design war ihm neu, und so musterte er sie aufmerksam.
„Nette Babies, was, Commander?" Einer der Piloten stand plötzlich neben ihm.
„Allerdings." Er erwiderte das Lächeln des Piloten vorsichtig, aber es schien ehrlich gemeint. „Hab ich noch nie gesehen… eine Neuentwicklung?"
„Hm." Der Pilot nickte nicht ohne Stolz. „Wir nennen sie Avenger. Sie fliegen sich einfach wundervoll… damit können Eure X-Flügler einpacken!"
„Käme auf einen Test an." grinste Luke zurück.
„Wo ihr grade davon redet…", meinte ein anderer und deutete durch die offene, nur durch ein Magnetfeld versiegelte Hangarluke nach draußen. „Wir kriegen Besuch. – Lord Vader! Schiff im Anflug, X-Flügelklasse."
„Sehr gut." Vader löste sich von dem begutachteten Jäger und ging in die Mitte des Hangars, um den Jäger in Empfang zu nehmen.
Der X-Wing durchstieß das magnetische Feld und landete sanft direkt vor dem dunklen Lord. Das Cockpit blieb geschlossen, doch R2 schob sich aus seiner Hülse und trillerte aufgeregt. Vader holte ihn mit Hilfe der Macht herunter und setzte ihn vor sich ab. Der Droide bewegte sich ein wenig zögernd auf die große, gepanzerte Gestalt zu und schrillte etwas.
„Erlaubnis erteilt. Willkommen an Bord, R2-D2." Vaders Tonfall war eindeutig amüsiert. R2 antwortete etwas, was irgendwie erleichtert klang, und wandte sich dann Luke zu, um auch ihn zu begrüßen.
„Gehen wir zurück ins Cockpit. R2, du kannst uns begleiten, wenn du magst." Vader wandte sich zum Gehen, doch einer der Piloten hielt ihn auf.
„Lord Vader, haben wir Eure Erlaubnis, den X-Wing zu überprüfen?"
„Wozu?" rutschte Luke es heraus, bevor er es verhindern konnte.
„Sicherheitscheck, Commander. Und Neugier." Der Pilot grinste. „Eins von diesen Dingern hing vor kurzem hartnäckig an meinem Arsch. Ich fand das nicht besonders witzig."
„Die Maschine ist sauber, Leutnant." sagte Luke ein wenig verärgert.
„Höchstwahrscheinlich, Commander. Aber sicher ist sicher."
„Tut es." entschied Vader. „Ihr könnt ihn bei der Gelegenheit gleich saubermachen und reparieren. Das Ding sieht ja zum fürchten aus!"
„Hat der in einem Sumpf gesteckt?" Ein anderer Pilot hielt ein Stück Alge in der Hand und verzog das Gesicht.
„Das trifft es ziemlich genau…"
„Oh scheiße. Das wird uns eine Weile beschäftigt halten…" seufzte der Pilot, aber er lachte dabei. „Also los, Jungs. Fangen wir an."
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„Prinzessin Leia!"
Leia stöhnte leise, als sie die wohlvertraute Stimme hörte. „Ja, 3PO?"
„Euer Hoheit, ich kann R2 nicht finden. Wißt Ihr vielleicht, wo er ist?"
„Nein, 3PO, ich habe ihn seit Stunden nicht gesehen. Vielleicht weiß Chewie…"
Der Droide vollführte die üblichen eckigen, abgehackten Bewegungen, die bei ihm stets mit großer Aufregung einhergingen und so die fehlende Mimik ersetzten. „Nein, Hoheit, ihn habe ich bereits gefragt. Er weiß auch nicht, wo er ist. Niemand weiß, wo er ist."
Leia runzelte die Stirn. „Er kann doch nicht einfach verschwunden sein. So groß ist das Lager auch nicht."
„Ich habe bereits alles überprüft und jeden gefra-"
„Wann hast du ihn zum letzten Mal gesehen?" schnitt die Prinzessin ihm das Wort ab.
„Nun, das war, als Master Luke sich gemeldet hatte, Hoheit."
„Als Luke…? Er wird doch nicht – Deckoffizier!" rief sie plötzlich.
„Ja, Prinzessin?"
„Wo steht Lukes X-Flügler?"
„Gleich da drüben, wir haben ihn etwas am Rand ge- er ist weg!" unterbrach der Mann sich selbst erstaunt.
„Oh verdammt.", fluchte Leia. „Hatten wir einen kleinen Deserteur unter uns?"
„R2 würde die Rebellion nie verraten!" protestierte C-3PO.
„Ach nein, würde er nicht? Und wo ist er dann?"
Einige hilflose Gesten später: „Nun, vielleicht ist er Master Luke suchen gegangen?"
„Genau, 3PO. Und wo ist der gerade?"
„Oh du meine Güte…"
Leia zog eine Grimasse. „Das trifft es wohl nicht mal annähernd. Ich muß Madine suchen gehen – wir müssen evakuieren, bevor das Imperium hier eintrifft."
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Vader, zurückgekehrt ins Cockpit, sprang wieder in den Hyperraum und setzte die PRIDE auf Autopilot, bevor er sich R2-D2 zuwandte.
„So, alter Freund. Sag mir, wo sich die Rebellenbasis befindet."
„Vater!" rief Luke entsetzt. „Du wirst doch nicht im Ernst R2 dafür ausnutzen und die Basis überfallen? Sie haben vielleicht noch nicht einmal bemerkt, daß er fehlt!"
„Doch, genau das werde ich tun, Luke. Und einfach deshalb, weil es der logische Schritt ist, den ich tun würde – und tun werde. Aber keine Sorge – wir werden sie nur aufscheuchen, nicht angreifen. Schließlich könnte R2 hier auch eine Falle sein… Ich werde eine Aufklärereinheit hinschicken und ein bißchen mit den Muskeln spielen. Täte ich es nicht, wäre es wenig glaubhaft, nicht wahr? Und unterschätze deine Freunde nicht – vor allem nicht C-3PO. Der wird längst Alarm geschlagen haben. Also, wo sind sie?"
R2 gab trillernd und ohne zu zögern Auskunft, was Luke schockte – und es war auch noch die korrekte Antwort, wie er auf dem Display nachlesen konnte.
„Danke." Vader nahm Verbindung mit der EXECUTOR auf und gab Admiral Piett knapp Anweisungen, daß er mit einer gewissen Zeitverzögerung Leute hinschicken sollte – inklusive eines Angriffs, falls noch jemand dort sein sollte.
„Vater…!"
„Luke, die Rebellen verdienen es nicht besser, wenn sie nicht vorbereitet sind, sobald meine Leute ankommen. Sie haben mehr als genug Vorlauf, glaub mir."
„Das gefällt mir nicht.", murrte Luke.
„Offiziell bist du nicht freiwillig hier. Nur Leia, Chewbacca und Calrissian wissen davon. Also kann ich die Informationen genausogut von dir erpreßt haben – und deine Astromecheinheit ist als exzentrisch bekannt, oder? Mach dir keinen Kopf. Es wird ihnen schon nichts passieren – und du weißt ganz genau, daß ich auch hätte anders handeln können, so DASS ihnen etwas passiert wäre. Hm?"
„Ja, aber - "
„Nichts ‚aber'. Du weißt, daß ich Recht habe. Ich zeige mich hier sehr großzügig, und das muß dir genügen. Und nun laß uns zu etwas angenehmerem kommen… R2, dein Gedächtnis blieb unangetastet, oder? Ich nehme stark an, das von 3PO wurde gelöscht."
Der Astromech bestätigte beides und hupte dann fragend. Vader zögerte ein wenig.
„Ich habe mich gefragt, ob du noch Bilder und Vids von Padmé gespeichert hast…"
Bejahendes Trillern, dann eine weitere Frage.
„DAS? Oh… Nun ja… Ich weiß nicht, ob ich dafür bereit bin… Hast du nichts anderes?" Vader klang ein wenig gequält, und Luke sah ihn neugierig an.
„Wofür bereit, Vater?"
Der dunkle Lord seufzte. „Er hat als erstes Beispiel eines vorgeschlagen, das… schmerzhaft ist. Unsere Hochzeit."
„Eure Hochzeit? Oh, bitte, ich möchte es sehen! Dann kann ich auch dich sehen!" rief Luke neugierig.
Ein paar mechanische Atemzüge lang sagte der dunkle Lord gar nichts, sein Blick verlor sich augenscheinlich in weiter Ferne oder längst vergangenen Zeiten. „Na schön.", sagte er schließlich. „Spiel es ab, R2."
Der Droide fuhr einen Adapterarm aus, stöpselte sich in das Schiffssystem ein und aktivierte einen Bildschirm. Ein junger Jedi, noch mit dem Zopf des Padawans, gutaussehend und schlank, stand einer jungen Frau im weißen Brautkleid gegenüber, neben ihnen ein Priester. Der junge Mann trug sein dunkelblondes Haar kurzgeschnitten, er war bartlos, und seine Augen waren von einem strahlenden Blau. Das Mädchen war einen Kopf kleiner als er, dunkle Locken wallten bis zur Taille unter einem Spitzenschleier hervor. Beide sahen sich in die Augen und ließen die Blicke nicht voneinander. Was der Priester sagte, war nicht zu hören, aber dann entfernte er sich, und das Paar küßte sich innig.
Luke starrte fasziniert auf den Schirm – und auch Vader tat dies, doch er senkte den Kopf und wandte sich ab, als das kurze Stück zuende war. Und Luke spürte – er wußte nicht, warum, aber er war sich dessen sicher – daß er lautlos weinte.
„Vater… tut mir leid." sagte er hilflos. R2 drehte den Kuppelkopf von einem zum anderen und entschied spontan, daß er nachsehen würde, was die Piloten mit seinem Jäger machten.
Vader sagte eine Weile nichts, das rhythmische Geräusch des Beatmers hing wie eine Wand zwischen ihnen.
„Schon gut." sagte er schließlich tonlos. „Das ist lange vorbei. Aber es schmerzt dennoch, es zu sehen…" Der Atem beschleunigte sich kurz, als er wohl tief durchatmete. „Du kannst R2 später nach mehr Material fragen – er meinte, er hat noch so einiges."
„Du warst ein gutaussehender Mann." sagte Luke nach einer Pause.
„Danke.", erwiderte Vader trocken.
„Wirst du mir irgendwann zeigen, wie du jetzt aussiehst?"
„Irgendwann. Ja." sagte Vader knapp. Luke lächelte.
„Das reicht vollauf." Dann, nach einer Pause, fügte er hinzu: „Übrigens… was ist denn neulich nachmittags passiert?"
Der Helm drehte sich zu ihm, die Maske unergründlich wie immer. „Neulich nachmittag?"
„Ja… nachdem wir im Garten gesprochen hatten."
„Was meinst du?" Die Stimme klang ebenso harmlos wie lauernd.
„Ich habe dich gespürt. Du warst… erregt."
„War ich das." Der Helm drehte sich wieder weg, prüfte einen belanglosen Wert auf der Konsole vor sich.
Luke grinste breit. „Oh ja. Und wie."
„Ah."
„War es Corva?"
Der Helm fuhr wieder herum, sehr abrupt diesmal. „Was?"
„Die Heilerin."
„Ich habe sehr genau verstanden, welchen Namen du genannt hast. Wie kommst du auf sie?"
Luke zuckte die Schultern. „Naja… sie sagte, sie mag dich, sie wäre mit dir befreundet."
Zu seinem Erstaunen sah er die mächtigen Schultern leicht beben, von lautlosem Lachen geschüttelt. „Mein Sohn, es ist noch nicht an der Zeit, daß ich dir einen so tiefen Einblick in mein Privatleben gewähre. Geduld. Du wirst es schon noch erfahren."
„Du bist gemein!" Luke lachte.
„Was erwartest du von einem Sith?"
„Stimmt auch wieder."
„Na siehst du."
