Besten Dank an scientific ida fürs Korrigieren und Kommentieren ;-D Ich schätze das sehr!!!!

Es wurde ein wirklich interessantes Spiel und sogar der Ehrgeiz der Erwachsenen war angestachelt. Für Harry war es sehr ungewohnt, den strengen, kühlen Zaubertränkeprofessor so zu sehen. Er war immer noch ziemlich unnahbar, aber die ganze Situation war schon ein bisschen seltsam für den Jungen. Auch hatte noch niemals jemand Erwachsenes mit ihm gespielt.

Da Laura so natürlich mit Snape umging, dass sie ihn 'Dad' nannte und so ungezwungen war in seiner Gegenwart war, entspannte Harry sich und er genoss das Spiel. Remus war wirklich toll und lobte ihn immer, wenn er einen guten Einfall hatte.

Laura war froh, dass ihr Vater sich von einer guten Seite zeigte, und dass er nicht schnippisch war zu dem Jungen, wie er es in der Schule manchmal war. Allerdings hatte Laura festgestellt, dass sich das gebessert hatte, seit sie ihm erzählt hatte, wie Harry aufgewachsen war. Und das hier war eine gute Gelegenheit, damit Snape ihren Freund besser kennen lernen konnte und sehen würde, dass Harry wirklich sehr nett war. Laura konnte nicht verstehen, warum ihr Vater den netten Harry nicht mochte. Ja, er war nicht gerade der Ruhigste und er machte immer wieder Unsinn, aber sie selber ja auch und ihr Vater liebte sie trotzdem.

Es schien kaum Zeit vergangen zu sein, als Milly plötzlich zum Mittagessen rief. Das Spiel war noch nicht beendet, deshalb wollten sie nachher weiter spielen.

Harry gab sich große Mühe anständig zu essen. Laura schien aber ganz locker und die Kinder redeten miteinander während des Essens. Als Laura im Essen rumzustochern begann, erntete sie dafür einen strengen Blick von ihrem Vater und aß sofort wieder anständig.

Snape bemerkte, dass Harry immer wieder zu ihm schielte und sich Mühe gab, nichts falsch zu machen. Die Ähnlichkeit zu seinem Vater war einfach frappant! Allerdings nicht sein Benehmen. Was James an Selbstvertrauen zu viel gehabt hatte, schien dem Jungen Potter eher zu fehlen. James hätte sich nie darum geschehrt, ob er sich gut benahm oder nicht. Harry schien wirklich so zu sein, wie Laura ihn beschrieben hatte.

Nach dem Essen halfen die beiden Milly, in der Küche aufzuräumen, was auch ziemlich lustig war. Laura war es gewohnt, der Elfe zu helfen, es war sozusagen ihr Job.

Harry hatte bei den Dursleys auch meistens den Abwasch erledigt, was aber nichts im Vergleich zu hier war. Hier machte es wirklich Spaß.

Das Wetter war so schön und warm und lockte die Kinder hinaus. Sie gingen ein wenig in den Garten. Das Zauberschach könnten sie ja später noch weiter spielen.

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Neben dem Haus, auf der anderen Seite als das Gewächshaus, war ein kleiner Geräteschuppen. Diesen erkundeten die Kinder nun. Laura war noch nie dort drin gewesen, da es sie noch nie gereizt hatte. Aber zu zweit schien irgendwie alles spannender. Der Schuppen war zwar verschlossen gewesen, sie hatten den alten Schlüssel aber bald an einem Nagel hängend entdeckt und hatten aufgeschlossen.

Es war ziemlich staubig und muffig da drin und wirklich was Interessantes gab es nicht.

„Ist das ein Besen zum Fliegen?" fragte Harry plötzlich und zeigte auf einen ziemlich mitgenommen aussehenden Besen.

Laura zuckte die Schultern und schnappte sich das alte zerzauste Ding. Sie mussten beide husten von dem vielen Staub, der nun in der Luft rum schwebte.

„Ein Oldtimer vielleicht," lachte Laura. Vor ihrem inneren Auge sah sie eine schrumpelige alte Hexe mit einer schwarzen Katze auf dem Rücken mit solch einem Besen durch die Gegend fliegen.

Sie gingen damit aus dem Schuppen und Laura setzte sich sofort drauf. Harry sah gespannt zu, als Laura sich langsam in die Luft erhob. Laura war erstaunt, dass der alte Besen wirklich flog. Sie blickte ziemlich skepisch und etwas ängstlich auf Harry hinunter. Dieser grinste zu ihr hinauf. Irgendwie zittrig und holprig flog sie eine kleine Runde und landete dann neben ihrem Freund. Nun auch ein breites Grinsen auf dem Gesicht

„Oh, das war krass!" sagte sie. „Der ist speziell zu fliegen, aber irgendwie super cool."

Harry war nun auch ziemlich gespannt und wollte es auch sofort ausprobieren. Auch er flog etwas zögerlich eine Runde um die große Tanne. Es machte ihm Spaß, mit so einem speziellen Besen zu fliegen. Da waren die gewöhnlichen Schulbesen in Hogwarts Luxusmodelle, im Gegensatz zu diesem. Aber er hatte wirklich seinen Reiz, der Oldtimer-Strubbelbesen.

Die nächste Runde setzten sie sich zusammen auf dem Besen. Das war noch viel lustiger. Der Besen war nicht sehr schnell und etwas schwierig zu steuern. Er reagierte nicht immer so richtig. Aber mit mehr Gewicht drauf, zitterte er nicht mehr so stark. Sie lachten so sehr, dass sie Mühe hatten, sich fest zu halten.

Eine leise warnende Stimme schlich sich für einen kurzen Moment in Lauras Gedanken. Ob sie ihren Dad wohl hätten fragen müssen, ob sie das durften? Sie schob die lästige, mahnende Stimme schnell beiseite. Sie würde nachher schnell fragen gehen. Das war so ein Spaß, was sollte Snape schon dagegen haben?! Sie flog ja in Hogwarts auch.

Ihre Runden wurden immer mutiger. Sie drehten eine Runde um das Haus. Laura war durch die viele Übung, die sie in Hogwarts im Fliegen gehabt hatte, viel mutiger geworden und hatte ziemlich viel Spaß daran gewonnen. Leider hatte sie aber keinen eigenen Besen. Die Schulbesen waren nichts im Vergleich zu Harrys modernem Nimbus 2000.

Aber dieser Oldtimer hatte auch seinen Reiz. Laura würde nun immer mit ihm fliegen, wenn sie hier war. In die Schule konnte sie den wohl nicht mitnehmen, da hätten einige einen Lachkrampf.

„Nun sollten wir nur noch einen Schnatz haben," meinte Harry mit einem Lächeln im Gesicht, als sie wieder auf dem Boden standen. Laura nickte und griff sich den Besen, den Harry noch in der Hand hielt.

„Nun geh ich mal vorne!" verkündete Laura eifrig. Sie setzten sich wieder auf den Besen. Harry war es nicht so geheuer, obwohl er wusste, dass Laura nicht schlecht flog. Aber es war schon ein seltsames Gefühl hinten drauf zu sitzen und nichts tun zu können.

Sie flogen los und es rüttelte ziemlich. Laura beschleunigte etwas und sie lachten. Sie flogen um das große alte Haus herum.

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"Ich weiß nicht, woher sie von dem Stein wissen, aber ich könnte mir vorstellen, dass das Riesen-Baby Hagrid seinen Mund nicht im Griff gehabt hat. Laura kann da sehr stur sein und hält dicht, wenn sie fürchtet, jemanden zu verraten." Snape sah etwas beunruhigt aus.

Remus nickte. Es gefiel ihm auch nicht, dass sich die Kinder für dieses Thema interessierten.

"Laura hat erzählt dass Potters Narbe in letzter Zeit mehr schmerze. Ich werde mit Albus darüber reden." Severus sah Remus ernst an und der schien über die Neuigkeit nicht gerade begeistert.

Remus wollte darauf eben etwas erwidern, als sich Snapes Augen verengten und er schnell aufstand, als er etwas sah, dass er nicht zu sehen wünschte. Das konnte doch nicht wahr sein! Er trat schnell ans Fenster. Woher hatten die Kinder den Besen, waren die verrückt?

Remus war neben Severus getreten, da er sofort merkte, dass dieser etwas äußerst Spezielles gesehen haben musste. Remus sah aber nichts.

Severus ging zur Tür, dicht gefolgt von Remus, der ein ungutes Gefühl hatte. Er kannte diesen Gesichtsausdruck bei Snape und der konnte nichts Gutes bedeuten.

Laura konnte im letzten Moment dem Kamin ausweichen. Sie flog tiefer und irgendwie ließ sich das Tempo nicht so leicht drosseln. Sie rutschte seitwärts und Harry, der sich an ihr festhielt, verlor auch das Gleichgewicht. Laura versuchte sich wieder aufzurichten, aber nun hing Harry so schräg am Besen und krallte sich verzweifelt an ihr fest. Der Besen bekam Schlagseite und für Laura war es fast unmöglich zu steuern. Zumal sie damit beschäftigt war, nicht vom Besen zu fallen. Zum Glück sanken sie, aber nun näherten sich die Fenster des Gewächshauses beängstigend schnell.

Um ein Haar wären die Kinder in das Gewächshaus geknallt.

Remus und Severus kamen aus dem Haus gerannt und hatten die Zauberstäbe gezückt. Doch die Kinder auf dem Besen flitzten direkt auf sie zu und ihnen blieb nur noch eines übrig, nämlich so gut wie möglich auszuweichen.

Snape hatte sich sofort wieder aufgefangen und schwang seinen Zauberstab. Die Kinder waren aber schon gelandet. Der Besen steckte Stiel voran im Boden und die Kinder waren einige Meter weit gepurzelt.

Laura lag wie tot da und Harry rappelte sich stöhnend auf. Er rieb sich das Knie und sah dann zu Laura hinüber. Diese lag auf dem Rücken und starrte scheinbar in den Himmel. Harry war sofort neben ihr und als sie ihn bemerkte, bewegten sich ihre Augen zu ihm. Sie sah ihn einen Moment lang nur an. Plötzlich formte sich in ihrem Gesicht ein Lächeln und die Kinder begannen über ihre Bruchlandung zu lachen. Laura hatte sich zwar schon ein wenig an der Schulter weh getan, aber es hätte wohl schlimmer sein können. Sie hatten wohl ziemlich Glück gehabt.

Snape und Remus, die ein paar Meter von den Kindern stehen geblieben waren, sahen ungläubig zu Laura und Harry hinüber. Ihr Herz hatte einen Moment ausgesetzt. Es war ein wahres Wunder, dass den Kindern scheinbar nichts passiert war.

Laura richtete sich auf und Snape war mit ein paar Schritten bei ihr. Sie war gerade wieder auf ihren Füßen, als Snape sie umdrehte und ihr kräftig eins auf den schmutzigen Hosenboden haute. „Ihr seid wohl verrückt!" fauchte er ärgerlich.

Er drehte sie um und sah sie an. Sie war ziemlich zerzaust und schmutzig, aber ganz. Snape drückte sie an sich.

Harry sperrte die Augen auf. Er fürchtete, dass ihm dasselbe blühte, (von der Umarmung mal abgesehen!) und er machte unbewusst ein paar Schritte rückwärts, als die Augen des Zaubertranklehrers an ihm hängen blieben.

Aber das Bild von Snape, der jemanden umarmte, war so eine eigenartige Erscheinung für Harry, dass ihm der Mund offen stehen blieb!

Snape war es im Moment ziemlich egal, das Potter sah, wie er Laura umarmte.

Sein Herz war beinahe stehen geblieben, als er gesehen hatte, was für eine Landung die Kinder gehabt hatten und wie Laura danach liegen geblieben war. Diese Kinder waren der reine Wahnsinn. Snape hätte, aus lauter Ärger beiden Kindern richtiggehend den Hintern verhauen können, er war aber so unglaublich froh, dass ihnen nichts passiert war, dass er nur den Kopf schüttelte und den Atem ausstieß.

Er hielt Laura an ihren Schultern auf Armeslänge von sich. Sie sah zu ihren Füßen, ihre Unterlippe zwischen den Zähnen.

„Was fällt euch ein, ihr einfältigen Kinder! Habt ihr denn kein bisschen Verstand in euren Köpfen?" Snape tönte ziemlich verärgert und auch Remus schaute nicht gerade freundlich drein. Er war zu Harry hinüber gegangen und stand neben dem Jungen.

Harry sah zu dem Mann neben ihm hinauf, welcher ihn strafend ansah, so dass der Junge errötete. Was würde Remus wohl von ihm denken. Er schämte sich. Vor Snape eigentlich nicht so sehr, obwohl er sich speziell gut hatte benehmen wollen.

„Hinein mit euch, aber schnell !" Snape zeigte zur hinteren Türe, die offen stand. Laura und Harry sahen sich vielsagend an und Laura biss sich auf die Unterlippe. Harry schielte scheu zu Snape hinauf und ging in einem kleinen Bogen an ihm vorbei ins Haus. Auch Harry sah aus wie ein kleines Schweinchen, von oben bis unten mit Dreck verschmiert.

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Die Kinder standen mit gesenkten Köpfen vor Snape, der im Wohnzimmer langsam hin und her ging. Diese Kinder würde man in einem Hundezwinger halten müssen, um sicher zu gehen, dass sie keinen Unsinn anstellten. Ansonsten konnte man sie keinen Moment aus den Augen lassen. Und das mit beinahe zwölf!

Remus stand am Fenster und sah die Kinder an. Laura blickte kurz zu ihm rüber, aber schnell wieder zu Boden, als sie seinen Blick sah.

„Es war eben so lustig mit dem Oldtimer zu fliegen. Es ging auch gut, bis ich seitwärts gerutscht bin," piepte Laura, die die Stille nicht mehr ertrug.

„Wisst ihr, was hätte passieren können? Dieser Besen ist uralt und schon seit Jahrzehnten nicht mehr geflogen worden." Er funkelte die beiden Kinder an, dass die den Blick senkten.

„Das kann ja heiter werden," seufzte Snape, aber außer Remus wusste keiner im Raum, was er damit meinte.

Es war nicht seine Sache, Potter für diesen Schwachsinn zu bestrafen. Er würde den Kindern aber klar machen, dass sowas nicht ging. Schließlich war Snape verantwortlich, auch für Potter, solange er sich hier aufhielt.

Dass man sich nicht auf den nächstbesten Besen setzen und fröhlich ein paar Runden um das Haus drehen konnte.

„Ihr hättet sterben können. Nur um einige Zentimeter habt ihr das Gewächshaus verfehlt. Was wäre gewesen, wenn ihr in die Scheiben geflogen wärt?" Remus hatte ein paar Schritte nach vorne gemacht und sah zu den Kindern hinunter, die ihn nun mit großen Augen ansahen.

Harry schluckte und sagte leise: "Ich hätte die Scheiben ganz sicher bezahlt, Sir!" Remus und Severus sahen den Jungen alarmiert an. Snapes Augen verengten sich und Remus kniete sich vor dem ängstlich schauenden Jungen nieder.

Er schüttelte leicht den Kopf, als er Harry die Hände auf die Schultern legte. "Harry, die Scheiben könnte man ohne Probleme ersetzen. Dich nicht. Da nützt alles Geld der Welt nichts. Hast du wirklich gedacht, dass es die Glasfenster waren, um die wir uns sorgen?" Er sah den Jungen ungläubig an, der etwas verwirrt wirkte. Dann stand Remus wieder auf und wandte sich auch wieder an Laura.

„Solche alten Besen kann man kaum steuern. Was wäre gewesen, wenn der Besen nicht mehr reagiert hätte. Würdet ihr immer gen Süden fliegen, der Sonne entgegen und keiner wüsste, wo ihr seid? Wir hätten nicht mal gewusst, dass ihr einen Besen hattet." Er sah die Kinder sehr streng an.

"Wie wäre es gewesen, wenn ihr wenigstens gefragt hättet?" Remus sah die zerknirschten Gesichter der Kinder und es überkam ihn der Wunsch, sie an sich zu drücken. Gleichzeitig hätte er sich schütteln können, wegen dieser Sache. Ja, er konnte Snapes Reaktion von vorhin gut verstehen. Wenn den Kindern etwas zugestoßen wäre... nein, er durfte nicht mal daran denken.

Snape hätte es natürlich nicht offen zugegeben, aber er fand das, was Remus da von sich gegeben hatte, wirklich gut. Die Kinder schienen seine Worte sehr ernst zu nehmen. Er war auch froh, dass der gutmütige Remus die Sache nicht herunter spielte, um sich bei dem Potter-Lümmel beliebt zu machen.

Remus war sonst von friedlichem, ruhigem Gemüt und er war meistens der Meinung, dass Snape eher ein wenig zu streng und ungeduldig war, mit Laura. Aber wenn es um die Sicherheit ging, hörte für ihn der Spaß auch auf. Er wusste, dass Kinder da ganz anders dachten als Erwachsene, aber er konnte nicht zulassen, dass diesen beiden Kindern etwas zustieß, er liebte sie zu sehr.

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Harry und Laura waren ziemlich zerknirscht und ein bisschen schämten sie sich, aber es hielt nicht lange an.

Bald rannten sie ausgelassen im Wald umher. Remus hatte vorgeschlagen, einen Spaziergang mit ihnen zu machen. Snape war ins Gewächshaus gegangen, um seine Nerven zu beruhigen. Laura und Harry spielten Fangen um die Bäume herum. Danach versuchten sie, möglichst hoch auf eine Tanne zu klettern, bis Remus sie hinunter zitierte.

Es war ein wunderschöner Wald. Als sie dann zurück zum Haus kamen, hatten die Kinder rote Wangen und einen Bärenhunger. Während Milly das Essen zubereitete, spielten sie das Zauberschach zu Ende. Laura sah ihren Vater erwartungsvoll an, als Harry und Remus schlussendlich das Spiel gewannen, denn sie wusste nicht, ob Snape sauer war. Sie hatte den letzten Schritt einfach nicht voraus gesehen. Snapes Gesicht verriet aber nichts und Laura selbst störte es nicht sonderlich, verloren zu haben. Sie war so froh, dass Harry so glücklich schien und dass ihr Dad mitgespielt hatte. Er hatte es ihr überlassen, die nächsten Schritte zu planen und hatte sie nur ein wenig unterstützt und sie auf gewisse Dinge aufmerksam gemacht.

Milly brachte frische Brötchen, Käse und etwas Schinken und Eier. Die Kinder aßen hungrig und nach dem Essen redeten die Männer noch am Tisch und tranken einen Kaffee.

Harry und Laura räumten den Tisch ab und Laura ging dann zu Snape. Sie stand neben ihn und er sah sie kurz an, während er weiter mit Remus redete und unbewusst den Arm um sie legte. Sie setzte sich auf sein Bein und griff nach einem Bisquit, welche Milly gebracht hatte. Harry versuchte nicht zu sehr zu starren, aber diese Szene, die sowohl für Laura als auch für Snape, normal zu sein schien, erstaunte den Jungen ungemein. Snape trank von seinem Kaffee und Remus erzählte etwas, das Harry gar nicht richtig mit bekam, da er so erstaunt war. Er nahm sich auch ein Bisquit und biss hinein. Das würde ihm niemand glauben, dachte er.

Nach dem Dessert malten Harry und Laura in ihrem Zimmer. Sie redeten nochmals über die Bruchlandnung, die sie vor ein paar Stunden gehabt hatten und waren sich einig, dass es trotz allen Spaß gemacht hatte. Sie hätten einfach ein bisschen vorsichtiger sein müssen.

„Ich wusste gar nicht, dass dein Vater so ist, ich meine nach der Landung. Dass er sowas tut." Laura sah ihn mit fragendem Gesicht an. Was wollte ihr Harry genau sagen?

„Was meinst du, dass er mich umarmt hat, oder dass er... du weisst schon." Sie war ein bisschen verlegen.

„Beides," sagte Harry und sah sie ernst an. "Ich meine, er hat sich wirklich um dich geängstigt, das habe ich gesehen." Harry sah irgendwie traurig aus und Laura sagte schnell: „Ja, ich schätze schon. Mein Dad versteht in solchen Dingen keinen Spaß. Aber ich denke, er und auch Remus haben sich auch um dich gesorgt, Harry."

Harry dachte einen Moment darüber nach. Ja, es war eine ganz neue Erfahrung für Harry gewesen, dass Remus so geschimpft hatte mit ihnen, nur weil sie sich in Gefahr gebracht hatten. Nicht wegen der Fenster, die sie mit ihrem Stunt hätten zerstören können. Nur dass sie sich hätten verletzen können. Harry lächelte ein wenig. Remus war ihm danach noch sympatischer gewesen als vorher schon. Die Dursleys hätten sich nie darum gekümmert, ob er sich verletzt hatte oder nicht.

Snape war auch ziemlich sauer gewesen, aber dieser Mann war so schwierig einzuschätzen. Er konnte sich nicht vorstellen, dass er sich auch um ihn gesorgt hatte.

Harry hätte ihn aber auch niemals für einen richtigen Dad gehalten. Einer, der sein Kind umarmt und Gefühle zeigen konnte. Das passte irgendwie nicht zu dem strengen Lehrer, wie Harry ihn kannte. Er hatte ihn heute auf eine andere Weise kennen gelernt. Harry wusste genau, dass Snape zwar auch mit Laura sehr streng war, aber er hatte heute gesehen, dass Laura ihm sehr wichtig war.

Remus kam ins Zimmer und bestaunte die Zeichnungen, die die Kinder gemalt hatten.

„Kommt ihr bitte runter, wir müssen langsam los." Remus lächelte und die Kinder standen auf und räumten ihre Sachen zusammen.

Snape schien auch nicht mehr sauer zu sein und war so wie immer.

Als sie sich von Remus verabschiedeten, versprach dieser, den Kindern zu schreiben, was Harry sehr freute, da er nie Post bekam und er den Mann sehr gerne mochte.

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Am nächsten Tag saßen die Kinder gemeinsam beim Frühstück und Harry erzählte Ron von Lupin und von Lauras und Snapes Zuhause. Und von dem coolen Flug mit dem Besen. Die Bruchlandung ließ er natürlich aus.

Die Posteulen kamen herein geflogen und verteilten die Post. Laura erkannte Emmas schwarze Eule, die einen kleinen Brief im Schnabel hatte. Sie ließ ihn vor Emma plumpsen, aber diese machte nicht gerade einen hocherfreuten Eindruck. Meistens war es nichts sehr Erfreuliches, was ihre Mutter ihr schrieb. Zumindest konnte sie hoffen, dass es von ihrem Vater war.

Plötzlich landete ein Brief vor Laura auf dem Tisch. Laura war ganz erstaunt und sah der Eule nach, die den Brief fallen gelassen hatte. Wahrscheinlich hatte sich die Eule geirrt, Laura bekam nie Post.

Sie nahm den Briefumschlag und sah, dass es tatsächlich an sie adressiert war. Nun war sie aber wirklich gespannt. Wer konnte ihr nur geschrieben haben?

Es gab nur eine einzige Person, die sie sich vorstellen konnte. Remus. Aber den hatte sie doch erst gestern gesehen.

Sie öffnete neugierig den Brief. Sie bemerkte die Blicke ihrer Freunde nicht, die ihre Hälse reckten, um zu sehen, wer Laura geschrieben hatte. Laura hatte noch nie einen Brief bekommen.

Laura sah auf die Unterschrift im Brief und musste ein paar Mal blinzeln. Konnte das sein? Ihre Tante hatte ihr geschrieben?

Sie las den Brief sorgfältig durch.

Liebe Laura,

Ich bin sicher, du hättest keinen Brief von mir erwartet. Aber hier bei uns hat sich in den letzten Monaten viel verändert.

Ich habe erkannt, dass ich krank bin und Hilfe brauche. Und habe sie auch in Anspruch genommen. Es gibt sehr gute Ärzte und Fachpersonen, die mir helfen und ich bin sehr dankbar dafür.

Vieles habe ich über mich und meine Krankheit gelernt in letzter Zeit. Die letzten Jahre waren dunkle, freudlose Jahre für mich.

Es ist mir bewusst, dass ich dich und meine Kinder, sowie auch deinen Onkel sehr vernachlässigt habe.

Es war mir zu diesem Zeitpunkt nicht möglich, mich um irgendetwas zu kümmern. Ich weiß, dass ich das nie mehr gut machen kann, Laura, aber ich möchte, dass du weißt, dass es mir furchtbar Leid tut. Es tut mir Leid, dass ich dir keine bessere Pflegemutter war.

Ich hoffe sehr, dass es dir mit deinem Vater gefällt und dass er dir die Liebe und Aufmerksamkeit gibt, die du verdienst und brauchst.

Dein Onkel hat mir gesagt, wie man eine Nachricht in Eure Welt verschicken kann. Er hat mir vieles erzählt über diese interessante, zauberhafte Welt, zu der du gehörst. Er selber ist ja nicht magisch, hat aber sehr viel mitbekommen von seiner Mutter und seiner kleinen Schwester Ellen.

Ich hoffe sehr, du besuchst uns einmal. Es ist nun nicht mehr so chaotisch bei uns. Wir kriegen langsam, aber sicher alles in den Griff. Es braucht aber noch viel Zeit und Kraft, aber meine Familie unterstützt mich sehr.

Wir würden uns wirklich sehr über deinen Besuch freuen und ich hoffe, du kannst mir verzeihen. Irgendwann.

Liebe Grüße und alles Gute,

Deine Tante Susan

Als Laura den Brief zweimal durchgelesen hatte, sah sie zum Lehrertisch. Sie sah, wie ihr Vater sie beobachtete. Sie blinzelte die aufkommenden Tränen weg und senkte den Blick.

Ja, sie hatte die Liebe und Aufmerksamkeit ihres Vaters. Sie würde ihre Pflegefamilie besuchen. Aber das hatte noch Zeit.

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Es war Wochenende. Laura lag in ihrem Bett und sah mit ihren dunklen Augen in die ebenso dunklen ihres Vaters. Snape saß an ihrem Bett und wünschte ihr gute Nacht.

„Dad?" sagte Laura leise. Sie war den ganzen Abend etwas ruhiger gewesen. „Darf... darf ich mal die Erinnerungen ansehen, die dir meine Mum gegeben hat? „Sie sah ihren Vater erwartungsvoll an. „Ich vermisse sie manchmal. Und ich möchte sie sehen."

Snape sah sein Kind lange an und durchdachte ihre Frage. „Ich sehe keinen Grund, warum du sie nicht sehen solltest," sagte er mit ruhiger Stimme. „Aber du musst dir bewusst sein, dass es nur Erinnerungen sind. Du kannst nicht mit ihr sprechen, oder sie berühren." Er sah Laura ein bisschen traurig an. Es musste schlimm sein für das Kind, dass sie sich kaum an die Mutter erinnern konnte. Er hoffte, dass es sie nicht zu sehr aufwühlen würde.

Laura nickte. Sie war sich nicht sicher, wie sie darauf reagieren würde, ihre Mum zu sehen. Aber sie war sehr froh, dass Snape es ihr erlaubte. Der Gedanke hatte sich in letzter Zeit immer wieder bei ihr eingeschlichen und immer häufiger hatte sie sich gewünscht, die Mutter mal wieder zu sehen.

Sie streckte ihre Arme aus, um Snape zu umarmen. Er beugte sich leicht vor und ließ die Umarmung zu. Er legte auch seine Arme um Laura und stützte sich mit den Ellbogen auf dem Bett ab, um sie nicht zu zerdrücken.

Laura drückte sich fest an ihren Vater. „Ich hab dich so lieb, Dad. Was würde ich nur ohne dich tun," flüsterte sie. Snape biss seine Zähne zusammen und nickte leicht, während sie ihn drückte.

Er würde sich bei Dumbledore das Denkarium holen und morgen mit Laura in die Gedanken von Ellen eintauchen.

Laura pflanzte ihm ein paar Küsse auf die Wange, bis er sie losließ und ihr sagte, es sei nun Zeit zum Schlafen.

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Laura kannte das Zimmer, in dem sie sich befanden. In ihrer Erinnerung war es aber ein bisschen anders eingerichtet. Sie sah sich um und war froh, dass ihr Vater neben ihr stand.

Sie sah ein Babybett. Sie sah ihren Vater an und trat dann näher. In dem Moment kam eine Frau ins Zimmer. Laura wusste, dass es ihre Mutter war, hatte sie aber anders in Erinnerung.

Ellen war jung und hübsch. Nicht mager und krank, wie Laura sich an sie erinnerte.

„Mum," sagte Laura leise, hob ihren Arm um nach der Frau zu greifen, spürte dann aber die Hand ihres Vaters auf dem Nacken und ließ den Arm sinken. Sie sah kurz zu ihm auf und er gab ihr ein kleines Lächeln.

Ellen trat zu dem Babybett, neben dem Laura nun stand und sah auf das kleine schwarzäugige Baby hinunter, welches sie nun anstrahlte. Sie sprach mit dem Baby und hob es hinaus. Laura sah zu, wie ihre jüngere Version gewickelt wurde und wie ihre Mum mit ihr sprach und spielte. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass sie dieses Baby war. War sie wirklich mal so klein gewesen?

Snape sah immer wieder von seiner großen Laura zur Baby-Laura. Es musste seltsam sein, sich als kleines Baby zu betrachten. Laura war ein wirklich süßes Baby gewesen, wie er zugeben musste, obwohl er mit Babys und Kleinkindern überhaupt nichts anfangen konnte. Aber vielleicht war es ja etwas anderes, wenn es das eigene Kind war.

Plötzlich wurde es grau und sie befanden sich in einer anderen Szene. Laura sah kurz zu Snape auf, um sich zu vergewissern, dass er noch da war. Die Erinnerung von einer kleinen Laura, die nackt mit einem Jungen badete, fand sie sehr lustig. Vor allem, als der Junge sie stieß und Klein-Laura auf den Po plumpste. Sie musste lachen, als das kleine Mädchen dann dem Jungen die Plastik-Spritzkanne über den Kopf schlug.

Dann wurde es wieder grau und Laura sah ihre kranke Mutter im Bett liegen. Genau so hatte sie sie in Erinnerung.

Ihre Hand glitt in die ihres Vaters und Snape sah auf seine Tochter hinunter. Er selbst hatte sich die Erinnerungen viele Male angesehen. Er kannte jedes Detail auswendig.

Die circa vierjährige Laura kam ins Zimmer mit einem rot verschmierten Mund. Sie hatte einen tropfenden Lappen in der Hand und legte ihn der Mutter auf die Stirn.

„Für heute hast du genug gesehen, Laura," sagte Snape, der spürte, wie fest Laura sich an ihren Vater klammerte.

Sie tauchten aus dem Denkarium auf. Laura stand neben Snape und klammerte sich immer noch an seine Hand, aber sah ihn nicht an. Sie hatte einen seltsamen Gesichtsausdruck. Snape zog sie mit sich zu Sofa und sie setzte sich sofort auf seinen Schoß.

Sie umarmte ihn und vergrub ihr Gesicht in seinem Umhang. Er saß da und strich ihr übers Haar. Er spürte, wie sie weinte und fragte sich, ob er nicht einen Fehler gemacht hatte. War das Kind schon bereit gewesen, das zu sehen?

Aber es wäre wohl auch nicht gut gewesen, wenn er es ihr vorenthalten hätte.

Laura weinte herzzerreißend und ihr schmaler Körper bebte. Snape wurde etwas nervös.

Nach vielen Minuten, als sich Laura wieder etwas beruhigt hatte und ihr Gesicht in seinem Umhang versteckt hatte, hörte er Lauras murmelnde Stimme. "Danke, Dad."

Snape wusste, dass Laura um ihre Tote Mutter geweint hatte. Es war gut, es raus zu lassen. Sie hatte es vielleicht nie wirklich verarbeiten können.

Wie musste es für ein so kleines Kind gewesen sein, plötzlich in eine andere, fremde Umgebung mit so vielen lauten Kindern und wenig Aufmerksamkeit umgepflanzt zu werden. Wie konnte man da schon etwas begreifen und verarbeiten? Und das nachdem sie vielleicht Monate mit ihrer kranken Mutter mehr oder weniger alleine gewesen war? Sie hatte ihm einmal erzählt, dass ihr Großvater, also Ellens Vater sich häufig um seine kranke Tochter gekümmert hatte. Aber mit einer lauten Familie, mit der sie so plötzlich konfrontiert gewesen war, hatte sie damals keine Erfahrungen gehabt. Vielleicht war auch das ein Grund, warum sich das Mädchen häufig an diesen Fluss zurückgezogen hatte.

Er sah auf Laura hinunter und küsste ihr tränennasses Gesicht. Er würde nie in Worte fassen können, wie sehr er dieses Kind liebte. Dafür gab es keine Worte.

TBC...

Und wie immer wäre ein Review mehr als willkommen..... Liebe Grüsse Sally