Kapitel 28: Abreise
-Vier Tage Später-
(Sam)
Jessie und ich standen an der Küste, während die Wellen anrollten und den Großteil des Sandes begruben, bevor sie sich wieder zurück zogen. Ich hatte meinen Arm um sie gelegt, während sie sich an meine Seite lehnte und fröhlich eine Melodie summte, die ich noch nie zuvor gehört hatte. Die Luft war beruhigend, als ich meine Lungen mit dem frischen und sauberen Küstenwind füllte und die Sonne schien bequem über mein Gesicht und Teile meines Körpers. Wir warteten darauf, dass die Basitin die Vorbereitungen eines ihrer Schiffe beendeten, damit wir auf das Festland zurückkehren konnten; Die Generäle hatten entschieden, dass meine Anwesenheit zu gefährlch war, um mich länger auf ihrer Insel verweilen zu lassen. Ich schaute lächelnd zu meiner Seite und beobachtete Jessie, während ihre eigenen Augen geschlossen blieben und sie ihr eigenes Lächeln auf ihrer Schnautze hatte. Ich lehnte mich hinüber und küsste sie auf die Stirn, bevor ich mich wieder zurück zog und meinen Blick wieder auf den Ozean richtete, der uns beinahe getrennt hatte.
"Nya... Ich liebe dich Sam." sagte Jessie als sie sich umdrehte und ihre beiden Arme um meinen Körper legte. Ich lächelte, als ich mich ebenfalls etwas drehte, damit ich sie auch umarmen konnte, ohne dass der Griff meines Schwertes in sie stieß. Ich seufzte, als ich mein Gesicht in ihrem Fell und ihrem Haar vergrub. Ich hatte ein paar Einkäufe auf der Basitin Insel getätigt, allerdings hatte ich mit meinen Dollar-Münzen anstelle meiner Quarter bezahlt. Das Schwert an meiner Hüfte hatte mich zwei Goldmünzen gekostet. Es war ein extrem scharfes Kurzschwert; Scharf genug, dass ich alle Haare in meinem Gesicht abrasiere konnte. Ich hatte ausserdem einen Sack voller Fleisch und Medizin für eine einzelne Goldmünze erworben. Jessie hatte mir erzählt, dass das ein viel besserer Preis war, als ich von jedem Händler der Menschen bekommen hätte. Nachdem ich all das gekauft hatte, haben Jessie und ich die Insel ein wenig erkundet, wobei wir eine große Höhle gefunden haben. Sie war sehr weit oben, also musste ich dort alleine hoch klettern, sehr zu Jessie's missfallen. Als ich die Höhle betrat, traf ich auf einen Jackpot. Nun trug ich insgeheim zehn Pfund an verdichteten und höchst machtvollen Manakristallen in meinem Rucksack mit mir herum; Nicht einmal Jessie wusste von ihnen. Ich mag zwar kein Magier sein, aber selbst ich kann die Energie fühlen, die diese Dinger ausstrahlen... Ich frage mich, ob ich sie für einen hohen Preis verkaufen kann.
Während Jessie in meinen Armen war, nahm ich einen tiefen Atemzug, genoss ihren Geruch, während ich da so stand und ich fühlte wie ihre Arme sich um meinen Körper verengten. Als wir da so standen und unsere gegenseitige Gesellschaft genossen, fand letztendlich Trauer ihren Weg in mein Herz. Ich fühle mich so schlecht... Ich weiß dass nichts davon mein Fehler ist, aber da war nichts, dass ich darüber tun konnte. Spirit muss sich sogar noch schlechter fühlen, da sie ja diejenige ist, die ihr Herz gebrochen bekommen hat. Ich kann nur hoffen dass sie jemanden findet, der ihre Liebe erwiedern kann...
-:Flaschback:-
-Zwei Tage Zuvor-
Als ich mein Schwert senkte und es nach vorne stieß, wich der Basitin Trainer zur Seite aus und schlug mit seinem Schwertgriff gegen meinen Oberkörper. Ich stolperte rückwärts, während ich mich duckte und mein Schwet über meinen Kopf hielt, wodurch der laute Klang von Stahl auf Stahl ertönte. Ich lächelte als ich mich hochdrückte und meine überlegene Reichweite nutzte, um mein Schwert zur Seite zu schwingen und es noch einmal gegen seines schlugen lies. Die Kraft in dem Schlag lies ihn zurück taumeln. Ich sah sein Lächeln als er mit seinem Fuß zutrat, aber ich begegnete es mit einem Stoß meiner Hand, während ich mein Schwert wieder über meinem Kopf hielt, da er wieder von oben zuschlug. Ich nutzte diese Gelegenheit um sein Schwert wegzustoßen und schwang mein Schwert mit aller Kraft in einem Aufwärtshaken nach oben. Das Gebiet auf das ich zielte war sein Ohr, aber da ich wusste, dass er mich blocken würde, machte ich mir keine großen Sorgen. Gerade als unsere Schwerter aufeinander trafen, griff ich seine Trainings Rüstung. Sein Schwert wirbelte anmutig durch die Luft, nachdem es aus seinem Griff gbrochen wurde, allerdings war seine Landung alles andere als so anmutig wie sein Tanz in der Luft. Ich riss meine andere Hand zurück, sah zu wie der Trainer zu boden fiel und hielt mein Schwert an seine Brust. Als er lächelte, tat ich das auch und hielt meine Hand hinunter um ihm aufzuhelfen, was er bereitwillig annahm.
"Ich habe noch nie einen Menschen gesehen, der mit soviel Können kämpft und so schnell lernt. Das war ein guter Kampf Sam..."
Ich lächelte Reilan an und sagte, "Der einzige Unterschied zwischen Menschen und Basitin ist, das ihr viel beweglicher und in manchen Fällen auch stärker seid."
"Da gibt es viel mehr Unterschiede als diese..." fing Reilan an als er herüber kam und mein Schwert nahm. Als er wieder davonging, kicherte ich kurz.
"Wenn du es von einem anderen Standpunkt aus betrachtest, sind wir wirklich nicht so verschieden. Du magst ja Fell, einen Schwanz und Ohren, die viel geräuschempfindlicher sind als meine, haben, aber ernsthaft, wie verschieden sind du und ich?" fragte ich, während ich mich umsah und Raven mit einer aufgewühlt aussehenden Spirit reden sah. Als Spirit ankam, war sie unruhig, aber sie erzählte mir nicht warum, also entschied ich mich mit Reilan weiter zu tranieren.
Ich drehte mich gerade um, als Reilan die Schwerter auf dem Waffenständer abgestell hatte. Als ich zu ihm hinüber ging, hörte ich ihn sagen, "Ich verstehe was du meinst, aber es ist nicht... die Art..." Er schien mehr darübr nachzudenken, bevor er meinen Blick traf und sagte, "Ich weiß nicht, wie ich es in der Gemeinsprache formulieren kann."
Ich nickte, blickte über meine Schulter und schaute dann wieder zu ihm zurück, als ich fragte, "War's das für heute?
"Ja, ich muss heute mit den Fischerbooten helfen..."
"In Ordnung. Einen schönen Tag noch Reilan." sagte ich als er anfing wegzugehen, aber als ich eine Hand auf meiner Schulter spürte, drehte ich mich um. Ich erkannte, dass es Spirit war und als ich an ihr vorbei schaute, sah ich, dass Raven uns mit einer gespannten Aufmerksamkeit beobachtete, von der ich nicht gedacht hätte, dass sie sie besitzten würde. Meine Aufmerksamkeit wurde wieder auf Spirit gelenkt, als sie einen tiefen, zittrigen Atemzug tat. Sie legte ihre andere Hand auf meine andere Schulter, während sie mir in die Augen sah.
Mit einem nervösem Atem fing sie an zu sprechen, "Sam, ich weiß das ist früh und plötzlich, aber ich habe in den letzten paar Tagen viel darüber nachgedacht, zusammen mit jeder Nacht. Es tut mir leid, das ich in den vergangenen Tagen nicht hier gewesen bin, aber jetzt da ich hier bin, möchte ich deine Antwort haben, damit ich aufhören kann mir darüber Gedanken zu machen. Es ist schwerer als es scheint, aber meine Frage ist eine von der ich nie erwartet hätte, dass ich diejenige bin die sie an jemand anderes stellt, ganz besonders einem Menschen, aber du warst anders als jeder andere Mann. Es ist hauptsächlich wegen-"
"Spirit, was ist es?" fragte ich als sie dabei war noch weiter abzuschweifen. Sie brach aus ihrer Benommenheit, während sie mich mit einem betrübten aber hoffnungsvollem Blick ansah.
"Würdest du mein Lebenspartner sein?" fragte sie und ich fühlte mich wortwörtlich, als ob ich einen Block verpasst hätte und mit einem stumpfen Schwert an der Seite meines Körpers getroffen worden bin. Ich hatte mich gerade erst dazu verpflichtet, der Lebenspartner von jemand anderes zu sein und ihr Name war Jessie. Ich runzelte die Stirn als ich meine eigenen Hände auf ihre Schultern legte. Ich sog einen tiefen Atemzug ein, während ich versuchte meine Gedanken nicht durch mein Gesichtsausdruck zu verraten.
"Um... Spirit, es tut mir leid dass du so fühlst. Ich... ähm... Ich habe bereits eine Lebenspartnerin für die ich mein Leben riskieren würde. Ich denke wir können, ähm, einfach nur Freunde sein, falls das... in Ordnung ist?" fragte ich und der Schmerz in ihren Augen war deutlich. Sie nickte langsam ihren Kopf, während sie ein schwaches, gebrochenes Lächeln auf ihre Schnautze zwang. Ich fühlte mich so schlecht als sich Tränen in den Winkeln ihrer Augen formten. Als sie ein halb unterdrücktes Schluchzen ausstieß, drehte sie sich weg und ging davon, während sie sagte, "Ich m-muss gehen..."
Während ich zusah wie sie wegging, wusste ich tief im Inneren, dass sie über ihr Leiden hinweg kommen würde, aber ich wusste auch dass ich der Grund von den Schmerzen war, mit dem sie klarkommen musste...
-:Flashback Ende:-
Mit einem Schauder, hob ich meinen Kopf von Jessie's und schaute gerade auf, als eine Basitin Wache herantrat und sagte, "Das Schiff ist bereit zur Abfahrt. Eure Anwesenheit wird unverzüglich für die Abfahrt verlangt." Er drehte sich um und ging fort, bevor ich etwas erwiedern konnte, aber das hielt mich nicht davon ab zustimmend zu nicken. Als ich zu Jessie hinunter sah, schaute sie mit lächelnden Augen zu mir auf, während ihr Schwanz ununterbrochen hin und her schwang.
"Nun, du hast ihn gehört. Lass uns gehen, damit wir auf das Festland zurückkehren können... Ich vermisse es irgendwie von Killer-Keidran umgeben zu sein." Als ich das sagte, griff ich nach ihrer Hand und führte sie den Strand in Richtung des Basitins entlang. Während wir liefen, konnte ich nicht anderes als darüber nachzudenken, was wir zurück auf dem Festland tun würden und wie wir es schaffen könnten unsere Beziehung beizubehalten oder in öffentlichen Gebieten sicher zu bleiben; Was sozusagen überall war. Die Aufgabe Jessie in Sicherheit zu bewahren, während gleichzeitig dafür zu sorgen dass sie Glücklich blieb, würde sich als schwer erweisen. Aber ich wusste dass ich das nun schaffen konnte, da ich jetzt wenigstens etwas Bewaffnung hatte, der nicht die Munition ausgehen würde.
Wer hätte gedacht, dass ich in eine andere Welt kommen würde, die mein Leben ändern würde und dann noch zum besseren. Ich habe nicht nur einen Ort gefunden, an dem ich nicht darum kämpfen muss um in Sachen Geld auszukommen, sondern ich habe auch ein Mädchen das ich mein eigen nennen kann, auch wenn sie äusserlich ein Tier ist. Das Schiff kam in Sicht und das brachte Jessie zum zögern. Ich drückte beruhigend ihre Hand und schaute sie mit einem Lächeln an. Sie wirkte besorgt, aber sie schien an Zuversicht zu gewinnen, während sie mir weiterhin in die Augen sah. Ich muss immernoch irgendwie Vergeltung an den Templern verüben, schließlich haben sie versucht Jessie und mich umzubringen und sie haben all diese anderen Unschuldigen ermordet.
…
Jessie und ich waren unter Deck, während wir uns mit dem Layout des Schiffes vertraut machten. Uns wurde gesagt, dass wir zu unseren Räumen zurückkehren sollen, wenn es dunkel auf der See wurde. Wir lagen auf dem Bett, das in unserem Raum stand und da es für Basitins bestimmt war, war es etwas zu klein für uns. Das störte uns allerdings nicht, während wir dalagen, unsere Gesellschaft genossen und darauf warteten, dass unsere Körper uns ins Traumland führten. Jessie und ich lagen gemeinsam unter der Decke, während sie in meine Arme gewickelt war und sanft und langsam atmete, was mich denken ließ, dass sie bereits schlief. Ich selbst war kurz davor einzuschlummern, während das Schiff langsam hin- und herschwankte, aber irgendetwas hielt mich immernoch wach. Es fühlte sich an, als ob mich etwas ausserhalb der Tür rief, allerdings war es kein physisches Rufen, eher ein mentales. Die Art wie es sich anfühlte war wie ein Pfad aus Energie, der an meinem Herzen zog und es wurde immer dringender, je länger ich es warten ließ.
Letztendlich konnte ich es nicht mehr aushalten, löste meine Arme von Jessie und glitt unter der Decke hervor so schnell ich konnte, während ich gleichzeitig darauf achtete sie nicht zu wecken. Als ich aus dem Bett war, stand ich auf, aber als ich nach meinen Schuhen griff, fühlte es sich an, als ob etwas in der Luft um mich herum erschien. Ein schwaches Wispern des Windes war zu vernehmen; Es hörte sich schwach und zart an, 'Lass sie zurück..'
Mit einem letzten Blick auf meine Stiefel, begann ich auf die Tür zuzugehen und hielt an, als ich den Türgriff fasste. Ich presste mein Ohr an die Tür, schloss meine Augen und konzentrierte mich nur auf's hören, aber alles was ich hören konnte war das Stöhnen und Knarren des hölzernen Schiffes. Ich zog die Tür auf und steckte meinen Kopf durch die winzige Öffnung. Ich schaute in beide Richtungen und keine Seele war in Sicht. Die Tür ganz öffnend, schritt ich in den Gang und dann hörte ich Stimmen hinter mir um die Ecke. Ich schloss schnell und leise die Tür, rannte den Gang hinunter und versteckte mich gerade rechtzeitig um eine Ecke, als zwei Basitin Wachen die andere herum kamen. Als eine von ihnen sprach, hörte sie sich wie ein Mann an, "Das ist der Raum des Menschen, bist du dir sicher, dass du ihn alleine bewachen möchtest?"
Der andere Basitin nickte als sie sagte, "Ja, aber kannst du mir jemanden für später einen Stuhl bringen lassen?"
Als der andere nickte, kam das Verlangen zurück und ich drehte mich schnell um und joggte den Gang entlang, während das leise Wispern der Luft langsam lauter wurde. Sie mussten mich zu einem anderen Raum geführt haben, da sie verschwanden als ich an einer Tür auf der anderen Seite des Schiffes ankam. Ich schaute abermals in beide Richtungen, bevor ich den Griff drehte und eintrat. Ich schaute mich um, aber es war gänzlich dunkel, abgesehen von dem Fenster am Ende des Raumes. Ich schloss die Tür und ließ meine Augen sich an die Dunkelheit anpassen.
Plötzlich erschien eine blaue Kugel aus dem Nichts und ich sah, dass der Raum genauso wie der von Jessie und mir war, abgesehen von dem anderen Menschen, der au dem Bett saß und mich ansah. Ich stand steif da, während er mich weiterhin ansah, aber schon bald wechselte er zu einem Lächeln als er sagte, "Schön dich zu sehen Junge, du weist auf jedenfall wie man rumschleicht."
Ich nickte nervös und hatte eine merkwürdige Idee. Vielleicht war er der Grund, warum ich überhaupt das Gefühl hatte hierher kommen zu müssen. "Haben sie mich mit Magie beschworen Sir?" Sobald ich das sagte, fühlte ich mich lächerlich an soetwas zu denken, bis er nickte.
"Es war dazu, um die Tatsache zu diskutieren, dass du und dein Keidran in einer Beziehung zu sein scheit... Das ist eine Diskussion, die am besten zwischen uns beiden bleibt." sagte er, als er aufstand, während er sich auf einem Gehstock stützte. Er lief auf mich zu, während er in meine Augen hochsah und tippte mir dann mit einem Finger auf die Brust. "Die anderen Menschen, besonders die Templer, werden deinen Keidran nicht so zu schätzen wissen wie du... Sie könnten sogar versuchen deinen Keidran oder dich zu verletzen oder zu töten, wenn sie es herausfinden."
Das bestätigte meine Befürchtungen und ich konnte nicht anders als meine Schultern etwas hängen zu lassen während ich fragte, "Was soll ich dann tun? Ich will nicht weiterhin so tun als ob sie eine Sklavin wäre, während wir um anderen herum sind... Und ich will nicht ihr Leben riskieren, nur um meine Gefühle zu ihr zu zeigen."
Der alte Mann drehte sich um, ging zu seinem Bett zurück und fragte, "Wie sehr bist du bereit deinen Keidran zu beschützen?" Er blieb seinem Bett zugewandt, während ich dastand und zu ihm hinüber schaute. Er hatte eine Frage gestelt, die ich zweifellos und ohne zu zögern zu beantworten wusste. Aber als sie in dem Raum stand, hörte sie sich an, als ob sie etwas endgültiges war.
Seufzend, schaute ich zu dem Fenster und sagte, "Mit meinem Leben... Und ich bin einmal bereits fast gestorben um sie zu beschützen."
"In wiefern Junge?"
Ich wand mich dem alten Mann wieder zu und sah, dass er seinen Kopf schräg gelegt hatte, also antwortete ich, "Ich bin vor ein Schwert gesprungen und ließ es bis zum Griff in meinen Bauch dringen. Ich habe das Schwert abgefangen, damit sie nicht sterben würde... Soweit bin ich gewillt sie zu beschützen; Weiter als sogar ein Mensch für einen Anderen."
Der alte Mann sprang mit einer Agilität herum, die mich überraschte, aber nicht so sehr wie das Lächeln auf seinen Lippen, oder das Glitzern in seinen Augen. Er leckte seine Lippen, bevor er sich hinsetzte und sagte, "Es gibt da einen Ort, tief im Wolfs-Territorium, namens Oasis. Es ist ein Ort an dem Menschen und Keidran in Frieden und Harmonie zusammen leben können." Ich fühlte, wie meine Augen sich weiteten, während ich mich instinktiv vorbeugte und aufmerksamer zuhörte. "Ich bin zu alt um dich dorthin zu führen, aber ich kann dir sagen dass es nahe der Küste ist, weit weg von dem drohenden Krieg in der Zukunft. Die Reise um dorthin zu gelangen ist tückisch und Oasis selbst zu finden ist härter als es scheint. Es ist selbst vor den Wölfen verborgen und ist zudem gut bewacht."
"Es ist mir egal wie gefährlich es ist, wenn ich Jessie dorthin bekomme, dann werde ich das Risiko dafür eingehen. Wenn ich es überlebe und mit ihr dort ankomme, umso besser." sagte ich, während ich Hoffnung tief in meinem Körper brennen fühlte. Was der alte Mann mir enthüllt hatte, war eine Lösung für meine Probleme, selbst wenn es schwierig werden würde, wenn nicht mehr als er gesagt hatte. Das ist der Ort an dem Jessie und ich gehören. Ein Ort, an dem wir in frieden leben können, ohne unsere Liebe zueinander verbergen zu müssen; Ein Diamant auf einem Strand aus Glas... Ein Paradies.
Der alte Mann nickte und schaute auf sein Kissen, bevor er sagte, "Das war alles... Du kannst jetzt zu deinem Raum zurückkehren. Das waren alle Informationen die ich über Oasis habe, aber sie reichen aus..."
Lächelnd, drehte ich mich schnell um und als ich meine Hand auf die Türklinke legte, drehte ich mich noch einmal um und fragte, "Gibt es eine Möglickeit, wie ich es dir vergelten kann?"
Als er seinen Kopf auf das Kissen legte, nickte er, "Ja Junge... Überlebe das Abenteuer..."
Damit schloss er seine Augen und die blaue Kugel erlosch, was den gesammten Raum in Dunkelheit hüllte. Ich schritt aus dem Raum und ging den Gang in einem stillen Rausch aus Freude und Hoffnung zu meinen Raum zurück.
Ich hielt an, lugte um die Ecke und sah die Basitin Wache vor vorher dastehen, während sie ihren, durch den Helm verdeckten, Blick auf das Oberdeck gerichtet hatte. Ich sog einen tiefen Atemzug ein, bevor ich in den Korridor schritt und ihn so leise wie möglich entlangschlich. So weit so gut... wenn ich nur die Tür ohne ein Geräusch öffnen kann...
Fünf Schritt von der Basitin entfernt, griff ich den Türknauf und drehte ihn, ohne das ein Geräusch entstand. Als ich aber die Tür aufdrückte, knarrte sie laut. Ich zuckte zusammen und schaute zu der Wache hinüber, die stationär blieb, was meine Neugier weckte. Ich schüttelte meinen Kopf, während ich mich langsam durch die Öffnung in meinen Raum quetschte, aber ich hielt meinen Blick auf die Wache gerichtet. Als ich komplett drinnen war, schloss ich die Tür und stieß einen erleichterten Seufzer aus. Meinen Kopf schüttelnd, drehte ich mich um und ging auf das Bett zu, dieses Mal das gesammte Ausmaß meiner Müdigkeit spürend.
Als ich in das Bett zurück kletterte, sah ich ein Paar aus violetten Kugeln in der Luft schweben und ich fühlte mich schwach und kalt werdend, als Angst meine Eingeweide umklammerte; Panik füllte mein Bewustsein. "Wo warst du Sam?" Ich nahm einen tiefen Atemzug als Jessie's Stimme meine Ohren erreichte und ich begriff, dass diese violetten Kugeln in wahrheit ihre Augen waren. Tieraugen und ihre ungewöhliche Fähigkeit, in der Dunkelheit zu glühen...
"Ich bin nur ein wenig herumgelaufen... Habe ich dich geweckt?" fragte ich, während ich gänzlich in das Bett rutschte und meine Hand zu ihrem Nacken hob.
Sie legte ihre Arme um meinen Körper, während ihr Schwanz sich um mein Bein wickelte und sie antwortete, "Nicht wirklich..." Ich lächelte, während ich einen Arm unter ihren Kopf brachte und das Kissen so bewegte, dass wir beide es benutzen konnten. Dann legte ich meinen anderen Arm um sie.
Ein leises Gähnen ausstoßend, zog ich sie dichter, während ihre Seelenstein-Kette in einer blassrosa Färbung zu glühen schien. "Nun dann, lass uns schlafen..."
"Liebe dich Sam"
Ein letztes mal lächelnd, während ich anfing einzuschlafen, lehnte ich mich vor und küsste Jessie, bevor ich sagte, "Lieb' dich auch, Jessie."
