Hochzeit
Bellas POV
Als ich am Tag meiner Hochzeit aufwachte, konnte ich ja noch nicht ahnen, was mich tatsächlich erwarten sollte. Ich war ja schon überwältigt, als Edward und ich am Tag zuvor bei Esme und Carlisle ankamen. Alles war so schön dekoriert. Esme und Alice hatten sich wirklich übertroffen. Ich hätte es mir nicht schöner erträumen können.
Im Gegensatz zu Edward, der die Ruhe selbst war, war ich doch sehr nervös. Ich hatte keine Angst, dass Edward sich umentscheiden würde, aber der ganze Akt der Hochzeit machte mich zu einem Nervenbündel. Alice und Rose, die ihre Hochzeiten ja schon hinter sich hatten, versuchten alles, um mich abzulenken. Zudem hatten wir die ganz kleinen Gäste Millie und Lilly zu versorgen. Die beiden Süßen schafften es, mir wenigstens etwas von der Aufregung auszutreiben.
Nachdem die Kleinen im Bett waren, blieb Rose bei Lil. Während Alice gemeinsam mit Esme letzte Vorbereitungen traf, war ich Gott sei Dank nur kurz allein. Diesmal war es Sue, die sich in der Küche zu mir setzte.
Sie sah mir meine Nervosität wohl an, denn ohne etwas zu sagen, nahm sie mich in den Arm und drückte mich fest an sich. Ich musste mich wirklich sehr zusammenreißen, um nicht in Tränen auszubrechen. Ich konnte mir diese extremen Emotionen gar nicht erklären. Sue aber anscheinend schon.
Sie nahm mein Gesicht in beide Hände, sah mich mitfühlend an, während in ihren eigenen Augen Tränen blitzten.
„Kein Grund aufgeregt zu sein, Kleines. Es wird alles gut werden. Der schönste Tag deines Lebens, das verspreche ich dir. Und deine Ma wird dir zur Seite stehen, da bin ich mir sicher", meinte Sue liebevoll und drückte mir eine Hand auf meine Brust, unter der mein Herz schlug.
Natürlich verstand ich ihre Geste. Aber es von ihr zu sehen, war etwas ganz Besonderes.
„Danke, Sue. Ich bin mir sicher, meine Ma und du, ihr wärt richtig gute Freundinnen geworden", vergrub ich mein Gesicht wieder in ihre Schulter.
Wir verharrten so eine ganze Weile. Es tat uns beiden gut. Jeder, der an uns vorbei ging, schenkte uns ein Lächeln, wagte es aber nicht, diesen Moment zu unterbrechen
„Alles OK bei euch?", war es erst mein Dad, der uns leicht besorgt ansprach.
Seine Besorgnis stieg, als er unsere Tränen sah, nachdem wir unsere Umarmung lösten.
„Alles bestens, Dad", lächelte ich ihm zu und umarmte dann ihn.
„OK?!", schaute er fragend zu Sue und drückte mich an sich.
„Nur ein Gespräch unter Frauen", zwinkerte sie ihm zu.
Wie immer brauchte es etwas Überzeugungskraft, um meinem Dad auch sicher zu machen, dass es wirklich nur Emotionen waren, die wir zeigten.
Leider bekam ich Edward nicht mehr zu sehen. Da sorgte Alice schon für. Mit ihr schlief ich auch in einem Zimmer. Sie versuchte, mich auch weiter abzulenken, doch es dauerte nicht lange und ich war eingeschlafen.
Tja und dann war er eben da, der Tag, an dem ich Mrs. Edward Cullen werden sollte. Meine Nervosität hatte sich mittlerweile halbiert, denn die Freude, mich mit Edward zu vermählen, brachte mir immer wieder ein Lächeln auf die Lippen. Dann träumte ich vor mich her, wie unsere weitere gemeinsame Zukunft aussehen könnte.
Ich war noch gar nicht richtig wach, da kamen auch schon Rose, Sue und Esme ins Zimmer. Alice kam aus dem Badezimmer, so wach, als hätte sie schon einige Tassen Kaffee getrunken. Und als wenn Rose meine Gedanken lesen könnte, überreichte sie mir eine Tasse des heißen Koffeins.
„Danke", lächelte ich ihr zu.
Sie, wie auch die anderen drei Frauen, grinsten mich freudig an.
"Was?", versuchte ich mich hinter der Tasse zu verstecken.
„Dein Strahlen, Bella. Es haut uns jetzt schon um. Wie soll es erst Edward ergehen, wenn wir dich schick gemacht haben", klatsche Alice freudig in die Hände.
„So schön", küsste Rose meine Stirn.
Esme drückte meine Hand, während Sue mir liebevoll über den Oberschenkel strich. Sie gaben mir nur wenige Minuten, wach zu werden und die Ruhe genießen, bis sie begannen, mich für die Trauung fertig zu machen.
Da sie den Spiegel abgedeckt hatten, war ich natürlich gespannt, wie ich am Ende aussehen würde. Ich hatte keine Angst, dass es mir nicht gefallen würde. Dazu kannten mich alle gut genug, um zu wissen, was mir gefällt und was nicht.
Aber was ich dann erblickte, als sie den Spiegel enthüllten, darüber war ich selber sprachlos. Ich musste mir die Tränen unterdrücken. Und dies wurde immer schwieriger, da auch die anwesenden Damen feuchte Augen bekamen. Sie hatten sich wirklich übertroffen.
Und dann waren es auch nur noch wenige Minuten. Nur noch Alice war bei mir. Zumindest, bis es an der Tür klopfte und mein Dad durch die Tür lugte.
„Bereit?", fragte er grinsend
„Und wie", meinte Alice und sprang auf.
„Bis gleich, Schwester", küsste sie meine Wange, wie auch Charlies und verschwand, wie der Wirbelwind, der sie nun mal war.
Charlie kam auf mich zu und nahm mich vorsichtig, um mein Make-Up nicht zu zerstören, in seine starken Arme. Ich konnte noch so alt sein, in seiner Umarmung fühlte ich mich wieder wie ein kleines Mädchen. Und selbst in Anzug und Fliege hatte er seinen typischen Duft an sich. Als wenn er seine Feuerwehrausrüstung an hatte.
„Ich bin so stolz auf dich, Bells. Und deine Ma ist es auch", sagte er, was mich dazu brachte, ein Schluchzen unterdrücken zu müssen.
Er strich mir über den Rücken und küsste meine Stirn. Als er merkte, dass ich mich wieder gefangen hatte, löste er die Umarmung und sah mir liebevoll in die Augen.
„Auf diesen Moment habe ich lange gewartet, um sie dir endlich zu geben", holte er plötzlich eine funkelnde, silbernde Kette aus seiner Innentasche.
„Die habe ich deiner Ma damals zu unserer Hochzeit geschenkt. Ich habe immer gehofft, sie dir einmal zu deiner Hochzeit zu schenken."
„Oh Dad", musste ich meine Emotionen nun arg im Zaum halten.
Jetzt, wo ich die Kette genauer betrachtete, erkannte ich sie wieder, wie sie noch um den Hals meiner Mutter hing. Und nun hing sie um meinen Hals. Das seltsame war, dass es sich plötzlich wirklich so anfühlte, als wäre meine Ma ganz nah.
„Danke, Dad. Danke für alles", drückte ich ihn noch einmal an mich.
„Na komm. Ich kenne da jemanden, der schon ganz ungeduldig auf dich wartet", küsste er grinsend meine Wange und bot mir seinen Arm zum einhaken an.
„Lass mich nicht fallen, OK?"
„Niemals, mein Schatz. Niemals."
So schritten wir durch das gewaltige Haus. Jeden Schritt den ich näher zu Edward kam, pochte mein Herz kräftiger gegen meine Brust. Als wir an der Terrasse ankamen, hörte ich schon die Musik, was das ganze noch realer machte. Es fühlte sich immer echter an. Wir gingen an den Gästen vorbei, die uns allesamt lächelnd ansahen.
Charlie hielt, was er versprach und ließ mich nicht fallen, was gut war, denn nachdem ich Edward erblickte, in seinem heißen Smoking, war es um mich geschehen und ich konnte meinen Blick nicht mehr von ihm nehmen. Schon von weitem konnte ich sehen, wie seine grünen Augen funkelten.
Meine Knie wurde immer weicher, je näher wir ihm kamen. Ich bekam zwar mit, wie mich Rose, Alice, Jasper und Rose, unsere Trauzeugen, freudig angrinsten, aber nur Edward bekam jetzt meine Aufmerksamkeit. Selbst, was Charlie Edward noch sagte, ging an mir vorbei.
Edward hatte meine Hand genommen, so zärtlich, als könnte sie zerbrechen. Aber das war nun mal Edward.
„Hey", grinste er mich an und konnte nicht anders, als mir einen kurzen Kuss auf die Lippen zu geben.
Charlie war es, der uns auf seine Art mitteilte, dass wir uns nun vielleicht mal umdrehen sollten.
Reverend Weber lächelte belustigt, als wir Charlies Rat folgten.
Die nächsten zehn Minuten gingen wie ein Schleier an mir vorbei. Das einzig Klare waren Edwards Augen und sein Lächeln.
„Bella?", grinste er mich an.
„Der Reverend hat dich etwas Wichtiges gefragt", lachte er, nicht als einziger.
Ich sah zum Reverend und mir fiel wieder ein, auf was ich antworten sollte. Nun grinste ich breit, wenn auch verlegen.
„Ich will", unterdrückte ich einen Schrei der Freude.
„Dann erkläre ich euch, Kraft meines Amtes, zu Mann und Frau….."
Seine Worte sackten. Ich sah zu Edward, ihm schien es genauso zu gehen wie mir, zu realisieren, dass wir nun wirklich verheiraten waren.
„Nun küsst euch schon endlich", rief mein Bruder der die Menge damit zum Lachen brachte.
Aber wir hörten auf ihn. Zärtlich legte Edward seine Hand in meinen Nacken und zog mich langsam zu ihm. Verrückt, aber der erste Kuss als verheiratetes Paar fühlte sich wirklich anders an. Gut anders. Edwards Lippen waren so sanft wie immer. Ich konnte nicht genug bekommen, wie er meine Lippen liebkoste.
„O-Ok, ihr könnt aufhören."
Grinsend lösten wir uns voneinander, aber nahmen nicht den Blick vom anderen.
„Ich liebe dich", hauchte Edward.
„Und ich liebe dich", drückte ich noch einen kurzen Kuss auf die Lippen, bevor wir uns zu unseren Familien und Freunden umdrehten.
Es folgte eine Drück- und Kussarie mit Beglückwünschungen bei der mir nach jeder Umarmung klarer wurde, dass ich nun Mrs. Edward Cullen war. Naja. Nicht ganz. Natürlich wollte ich Edwards Namen annehmen, aber Edward selbst war es, der mir vorschlug daraus lieber einen Doppelnamen zu machen. Dr. Bella Swan-Cullen. Denn darum ging es Edward, wie auch seinem Vater. Sie waren der Meinung, dass ich mir längst einen Namen gemacht hätte in der Welt der Ärzte und Patienten. Mir wäre es egal gewesen, aber ich wollte mich auch nicht mit Edward darum streiten.
Nachdem uns wirklich jeder gratulierte, zogen wir uns kurz in unser Zimmer zurück. Wir ließen uns beide aufs Bett fallen und wie von selbst fanden sich unsere Hände.
„Kaum zu glauben, oder?", sah Edward grinsend zu mir.
Ich konnte nur zufrieden nicken. Was für ein Tag und der war noch längst nicht zu ende. Ich schmiegte mich an Edward und genoss einfach seine Nähe. Edward legte seinen Arm um mich und strich liebevoll über meinen Rücken.
„Schläfst du mir hier jetzt ein?", fragte Edward belustigt.
Was soll ich sagen? In Edwards Armen fühlte ich mich einfach sicher und geborgen. Nichts konnte mir passieren in dieser Seifenblase, die sich aufbaute, sobald ich in Edwards Armen war. Seine Hand wanderte zu meinen Haaren, wo er mir erst den Nacken massierte und mir dann den Blumenkranz vom Kopf nahm. Alice hatte ihn so befestigt, dass ich ihn wirklich gar nicht mitbekam und erst jetzt wieder daran dachte, wo Edward ihn in der Hand hatte.
Zum Einschlafen kam ich jedoch nicht, obwohl Edward anscheinend nichts dagegen hätte. Aber ein Klopfen an der Tür unterbrach unseren ruhigen Moment.
„Ja?", meinte Edward, selbst leicht schläfrig.
„Kann ich reinkommen, oder braucht ihr Zeit euch wieder anzuziehen?", kicherte Alice hinter der Tür.
„Komm rein", lachte ich und richtete mich auf.
„Alle warten nur auf euch Turteltäubchen. Lange kann Esme deinen Bruder nicht mehr vom Buffet fern halten. Aber erst müsst ihr den ersten Tanz eröffnen", kam Alice ebenso schwungvoll ins Zimmer getanzt.
Edward stand auf und zog mich zu sich hinauf. Schmollend sah ich ihn an.
„Keine Sorge, Dr. Swan-Cullen. Die Nacht gehört nur uns", raunte er in mein Ohr, und ergriff dabei meine Pobacken fest in seine Hände.
„Das hab ich gehört. Und gut, dass dieses Zimmer weit weg von all den Anderen ist", meckerte Alice, allerdings grinste sie gleich wieder.
Alice richtete den Blumenkranz auf meinem Kopf und wischte doch tatsächlich Lippenstift von Edwards Wange.
„Alice!"
„Was? Wir machen später noch Bilder", zuckte sie unschuldig mit den Schultern.
Alice zog mich an meiner Hand aus dem Zimmer. An meiner anderen Hand hing Edward, der nur müde lachen konnte über das euphorische Verhalten seiner Schwester.
Wir hatten wirklich Glück mit dem Wetter. Kein Wölkchen war zu sehen, zudem war es angenehm warm, dass wir sicher auch noch in den Abendstunden draußen feiern könnten. Dort, wo nun alle gespannt auf uns warteten.
„Mr. & Mrs. Edward Cullen", kündigte uns Alice an und lief in die Arme ihres Mannes.
Hand in Hand gingen wir gleich auf die Tanzfläche, denn dahin führte uns das Spalier der Gäste.
Wir waren uns schnell einig, welcher Song gespielt werden sollte, wenn wir den Eröffnungstanz tanzten. Mit einem leicht mulmigen Gefühl, betraten wir die Tanzfläche, welche Esme extra für unsere Hochzeit hatte bauen lassen.
„Ich lass dich schon nicht fallen", flüsterte Edward in mein Ohr.
Anscheinend hatte er meine leichte Angst, mich gleich zu blamieren, mitbekommen. Meine Aufregung, High Heels und meine kaputte Hüfte waren keine gute Kombination. Zwar hatte ich keine größeren Probleme mit meiner Hüfte, aber manchmal schmerzten die Muskeln dort bei bestimmten Bewegungen und gerade beim Tanzen konnte es dann schon mal passieren, dass ich mein Bein nicht so bewegen konnte, wie es sollte. Das hielt mich aber nicht davon ab, mit meinem Ehemann zu tanzen.
Die ersten Töne erklangen und Edward nahm meine Hände in seine Starken. Ganz langsam begannen wir uns zu bewegen und lauschten dem Text, der so passend zu unserer Beziehung war.
You've been on my mind, I grow fonder every day
Lose myself in time just thinking of your face
God only knows why it's taken me so long to let my doubts go
You're the only one that I want
Edward bewegte seine Lippen nicht, aber seine Augen zeigten mir, wie er innerlich den Text mitsang.
I don't know why I'm scared, I've been here before
Every feeling, every word, I've imagined it all
You'll never know if you never try
To forget your past and simply be mine
I dare you to let me be your, your one and only
Promise I'm worthy to hold in your arms
So come on and give me a chance
To prove I am the one who can walk that mile
Until the end starts
Ich glaubte ihm jedes Wort. Er zog mich an sich heran, bis wir wirklich Nasenspitze an Nasenspitze tanzten, ich meine Hände in seine Nackenhaare vergrub und Edward seine Hände kurz über meinen Po ablegte.
If I've been on your mind, you hang on every word I say
Lose yourself in time at the mention of my name
Will I ever know how it feels to hold you close
And have you tell me whichever road I choose you'll go
I don't know why I'm scared 'cause I've been here before
Every feeling, every word, I've imagined it all
You'll never know if you never try
To forget your past and simply be mine
Wir bewegten uns hin und her, getragen von den Tönen, Worten und Emotionen. Denn nicht nur mir standen die Tränen in den Augen. Selbst Edwards leibliche Mutter konnte nicht inne halten. Aber wer sollte es ihr verübeln. So viel hatte sie schon von ihren Kindern verpasst.
I dare you to let me be your, your one and only
Promise I'm worthy to hold in your arms
So come on and give me a chance
To prove I am the one who can walk that mile
Until the end starts
I know it ain't easy giving up your heart
I know it ain't easy giving up your heart
Ja es wird sicher nicht immer einfach sein in unserer Ehe. Dafür haben wir viel zu zeit aufwendige Berufe, aber wir haben im letzten Jahr nicht nur uns bewiesen, dass es machbar war. Selbst mit Rückschlägen, wie dem Brand und den schweren Verletzungen die ich damals davongetragen hatte. Aber Edward war an meiner Seite. Half mir, wo er konnte und hatte einen großen Anteil daran, dass ich heute wieder in der Notaufnahme arbeiten konnte.
Nobody's perfect
(I know it ain't easy giving up your heart)
Trust me, I've learned it
Nobody's perfect
(I know it ain't easy giving up your heart)
Trust me, I've learned it
Nobody's perfect
(I know it ain't easy giving up your heart)
Trust me, I've learned it
Nobody's perfect
(I know it ain't easy giving up your heart)
Trust me I've learned it
So viel lag noch vor uns. Edward, wie ich hatten noch einige Träume, wie Ziele. Aber vor allem stand der Kinderwunsch. Mittlerweile konnte ich es kaum abwarten, Mutter zu werden.
So I dare you to let me be your, your one and only
I promise I'm worthy to hold in your arms
So come on and give me a chance
To prove I am the one who can walk that mile
Until the end starts
Come on and give me a chance
To prove I am the one who can walk that mile
Until the end starts
Edward sang die letzten Worte leise in mein Ohr und küsste meinen Nacken. Mir wurden mal wieder die Knie weich und mein werter Gatte machte es mir nicht einfacher, als er mich mit seinem schiefen Lächeln ansah, in das ich mich verliebte, schon als wir uns das erste Mal genau hier an Ort und Stelle trafen. Welch Ironie, dass wir nun auch hier geheiratet hatten.
Es ertönte ein neues Lied, doch ich hatte nur Augen für Edward. Ich legte meine Hand an seine Wange und strich mit dem Daumen sanft seine weiche Haut. Wir waren gefangen in unseren Blicken. So viel Liebe spiegelte sich in seinen Augen wider. Ich hoffte, er sah es auch in meinen, denn ich liebte diesen Kerl so verdammt, dass es schmerzte. Noch immer gibt es Momente, in denen ich nicht glauben konnte, Edward gefunden zu haben.
„Darf ich?", tappte mein Vater Edward auf die Schulter und unterbrach den elektrisierenden Moment.
„Ungern", löste Edward nicht den Blick von mir, allerdings grinste er frech, woraufhin ich ihm in den Bauch kniff.
„Klar doch, Charlie. Aber lass sie ganz. Ich brauch sie noch eine ganz lange Zeit", drückte er mir einen Kuss aufs Haar.
„Keine Sorge, mein Sohn", hörte man die stolze Stimme meines Vaters.
Und ich wusste, dass es nicht nur sein Stolz auf mich, sondern auch sein Stolz auf Edward war. Ich glaubte, Charlie war sehr zufrieden mit der Wahl, die ich getroffen hatte.
Edward hatte schnell eine neue Tanzpartnerin in Esme gefunden, während Charlie etwas unbeholfen versuchte, mit mir zu tanzen. Da waren wir uns einfach zu ähnlich. Weshalb ich mich einfach an seine starke Brust lehnte und er seine Arme um mich schlang.
„Bist du glücklich, Schatz?"
Ich sah zu ihm hoch und konnte nur breit grinsen.
„Noch nie, Dad. Noch nie war ich so glücklich und zufrieden."
„Dann bin ich es auch", küsste er meine Stirn und drückte mich wieder an seine Brust.
Wir schaukelten noch ein Weilchen hin und her, bis Emmett unseren Vater ablöste. Emmett, anders als Charlie und Edward, hatte sein Spaß daran, mich über die Tanzfläche zu schleudern. Erst, als Rose ihm eine verpasste, besann er sich.
Emmett aber hatte das geschafft, was er immer schaffte, mich zum Lachen zu bringen. Ich bekam mich kaum mehr ein. Aber das war nun mal mein Bruder. So liebte ich ihn und würde ihn nie ändern wollen.
„Pass auf, Bells. Wenn Eddie mal wieder nicht gehorcht, sagst du mir bescheid und ich lasse ihn einen Löschzug nach dem Anderen waschen", grinste er freudig, als wenn er es kaum abwarten konnte.
„Nenn ihn nicht Eddie, Emmy."
„Oh ich verstehe. Bestimmt darfst nur du ihn so nennen und dann auch nur beim…."
Emmett kam nicht weiter, denn diesmal war es Carlisle, der ihn einen Klaps auf dem Hinterkopf gab.
„Manno. Gut, dass Ärzte im Haus sind, falls mir heute noch jemand eine Gehirnerschütterung verpasst", rieb er sich seinen Kopf, schmollte aber nicht lange und griff sich Alice zum Tanzen.
„Darf ich?", bot mir Carlisle seine Hände an.
„Aber natürlich."
Für ein paar Minuten tanzten wir in aller Stille und ich konnte mich ein wenig umsehen, wie glücklich alle um uns herum sich ebenfalls zur Musik bewegten.
„Du weißt gar nicht, wie dankbar ich dir bin, dass du in Edwards Leben getreten bist", begann Carlisle.
„Bitte danke mir nicht dafür. Ich liebe ihn, er mich", lächelte ich ihn an.
„Mag sein, Bella. Ich bin dennoch dankbar dafür, dass ihr euch gefunden habt. Ich weiß nicht, wo Edward jetzt wäre, ohne dich. Für mich wird es immer so sein, dass du ihn gerettet hast", schimmerten Tränen in den Augen des starken Mannes mit blondem Haar.
„Carlisle… Ich…"
„Schsch. Belassen wir es dabei. OK?"
Auch wenn ich es ungern dabei beließ, nickte ich. Und vielleicht hatte er ja in gewisser Weise Recht. Nur hatten Edward und ich uns gegenseitig gerettet. Als wir uns getroffen hatten, waren wir beide gebrochene Seelen, die mittlerweile geheilt waren.
Nur kurz hatte ich Zeit, etwas zu essen, von dem leckeren Buffet, welches Esme gezaubert hatte, bevor ich allerdings wieder auf die Tanzfläche gezogen wurde. Jedes Mal, wenn ich dachte, dass ich endlich alle durch hatte und ich endlich wieder zu Edward konnte, kam der nächste, der mit mir tanzen wollte.
Irgendwann aber lehnte ich wieder an Edwards Brust und wir schunkelten bis in die Nacht hinein. Um uns herum wurden es immer weniger, aber wir hörten nicht auf. Wieder waren wir in unserer Seifenblase. Selbst die Musik nahmen wir nicht mehr wahr. Ich hatte meine Augen geschlossen und lauschte Edwards Herz pochen.
Ab und zu ließ Edward seine Hände über meinen Rücken wandern. Ich hingegen fuhr immer wieder durch seine weichen Nackenhaare. Das liebte ich ungemein und beruhigte mich immer wieder.
„Huh", hörte ich irgendwann von Edward.
Ich sah zu ihm hoch und entdeckte, wie er sich verwundert umsah. So tat ich es ihm gleich und konnte sehen, dass wir mittlerweile völlig alleine waren. Die Musik kam nur noch vom Band. Selbst die Tische waren schon abgeräumt.
„Wann ist das passiert?", musste ich lachen und vergrub mein Gesicht wieder an Edwards starker Brust.
„Keine Ahnung", schmunzelte auch mein Mann.
Edward sah auf seine neue, funkelnde Uhr, die ihm Charlie zur Hochzeit geschenkt hatte und klopfte verduzt aufs Gehäuse.
„Also entweder hat dein Dad an der Batterie gespart, oder es ist wirklich schon 4 Uhr morgens."
Gemeinsam schauten wir zum Haus, wo, bis auf das Küchenlicht, alle Lichter erloschen waren, und anscheint war der Rest schon in ihren Betten. Wie konnten wir nicht mitbekommen, wie alle verschwunden waren?
Wir sahen uns kurz verwundert an, prusteten dann aber auch schon laut los. Unglaublich. Aber wir ließen uns nicht schocken und tanzten noch ein paar Minuten weiter, bis wir unsere Müdigkeit realisierten.
Ohne Worte, wussten wir beide, wann der Moment kam, Richtung Bett zu gehen, was wir verliebt Arm in Arm taten. Im Wohnzimmer entdeckten wir die vielen Hochzeitsgeschenke, an welche ich mich schon nicht mehr erinnern konnte, geöffnet zu haben. Aber ich hatte nun mal nur Edward im Kopf.
Nun doch ziemlich müde, schleppten wir uns die Treppe hoch. Edward trug mich regelrecht, obwohl seine Augen auch schon ziemlich klein vor Müdigkeit waren.
Kurz vor der Tür zum Zimmer, begann plötzlich ein Pfad aus Rosenblättern.
„Edward?", sah ich fragend zu ihm.
„Schau mich nicht so an. Auch wenn ich die Lorbeeren gerne einheimsen würde, muss ich zugeben, dass das eine andere Fee getan haben muss", meinte er und öffnete die mit Herzen verzierte Tür.
Was uns im Zimmer erwartete, machte uns ganz schnell wieder wach. Es war mit vielen, vielen Kerzen hell romantisch erleuchtet und noch mehr Rosenblätter. Es duftete herrlich.
„Feen, würde ich sagen."
Edward stimmte mir zu. Ich erschrak, als Edward mich plötzlich in seine Arme schwang.
„Auch wenn wir nicht so auf das Traditionelle stehen, möchte ich dich über die Schwelle tragen", küsste er meinen Mundwinkel.
„Aber nur, wenn du gleiches auch bei unserem Haus tust", schmolle ich ihn an.
„Selbstverständlich, Liebes", schaute mich Edward nun mit einer Intensität an, die mich ganz wuschig machte.
Liebevoll legte mich Edward aufs Bett und sah mich weiter gierig an. Da er nur weiter guckte und keine Andeutungen machte, näher zu kommen, zog ich ihn an seiner Krawatte, die nur noch locker um seinen Hals hing, zu mir hinab.
Kurz, bevor sich unsere Lippen berührten, sah Edward mich wieder intensiv an.
„Ich liebe dich, Dr. Swan-Cullen."
„Edward…", mehr bekam ich nicht raus, bevor Edward meine Lippen attackierte.
Wie so oft, und so wie ich es liebte, übernahm Edward die Dominanz und schob seine Zunge, zwischen meine Lippen. Seine Hände wanderten über meinen Körper, auf und ab. Selbst diese Berührungen machten mich wahnsinnig.
Edward bekam kaum mein Kleid auf, so euphorisch war er, was mich gleichzeitig belustigte, aber auch meine Lust steigerte. So gierig Edward auch das Kleid öffnete, so viel Zeit ließ er sich, es mir von meinem Körper zu ziehen.
So lag ich dann nur noch in Unterwäsche vor ihm, während er sich schnell seiner Sachen entledigte und dann splitter nackt vor mir stand und mich schelmisch beobachtete. Es war mir ein Vergnügen, mit anzusehen, wie sein Penis nur durch meinen Anblick anschwoll. Aber mir erging es bei Edwards Anblick nicht anders. Die Feuchte zwischen meinen Beinen war Beweis genug.
Bedächtig stieg Edward wieder auf's Bett, küsste sich an meinen Oberschenkeln hinauf, bis hin zu meinem Slip. Er grinste mich kurz an, bevor er mein Zentrum küsste und dann den Slip mit den Zähnen und mit Hilfe einer Hand von meinen Beinen zog. Seine freie Hand strich mir über den nackten Bauch, verdächtig nah an meinem Schambereich.
Als ich vom Slip befreit war, küsste sich Edward nun meinen Bauch entlang, bis hin zu den Brüsten. Ich richtete mich etwas auf, um es Edward leichter zu machen meinen BH auszuziehen, was Edward dankend annahm. Kaum war ich ebenfalls komplett nackt, machte sich Edward auch schon über meine Brüste her.
„Perfekt", hörte ich ihn sagen, als er zärtlich meinen Nippel biss und mich damit zum Stöhnen brachte.
Auch wenn es einer der romantischtesten Nächte sein sollte, hatte ich heute wenig Geduld für ein langes Vorspiel. Edward schien gleicher Meinung zu sein, da er sich mittlerweile über mich stützte und mich mit seiner Eichel an meinen Schamlippen reizte.
„Bitte, Edward", stöhnte ich.
Er fackelte nicht lange und stieß mit Gefühl zu. Während er in mir war, sah er mich so lustvoll an. Er neigte seinen Kopf und küsste mich gierig, während er anfing, sich in mir zu bewegen. Jeder Stoß, entfachte in mir ein loderndes Feuer.
Edward war so angetörnt, dennoch vergaß er mich nicht und liebkoste wieder meine Brüste. Ich hielt meine Hände erst in seinen Nacken. Doch als Edward immer schneller und wilder wurde, krallte ich mich in seinen Rücken fest. Das wiederum entlockte Edward ein Stöhnen.
„Gott, Weib. Du bist so verdammt sexy", atmete er immer schwerer.
Ich war mittlerweile vor Ekstase sprachlos und beobachtete Edward, wie sich langsam sein Höhepunkt aufbaute. Ich wollte unbedingt mit ihm zusammen kommen, weshalb ich etwas dazu beitragen wollte und meine Finger zu meinem Kitzler schob. Doch Edward stieß meine Hand weg.
„Lass mich das machen, Babe", fanden nun seine magischen Finger meine zarte Perle.
„Fuck", zischte ich, als mich Edward zusätzlich befriedigte.
Seine Bewegungen wurden immer verlangender. Wir waren ganz nah. Edward suchte meinen Blick, wurde etwas langsamer, allerdings um dann mehrmals heftig zuzustoßen. Eins… Zwei… Seine Augen verließen nicht meine. Drei… Und nach seiner vierten heftigen Bewegung flog ich ins Universum. Wow.
Schwer atmend ließ Edward sich auf mir fallen. Genau wie ich es liebte, weshalb ich meine Arme um ihn schloss. So dass ich seinen ganzen Körper spüren konnte. Fühlen konnte, wie sein Herz schlug.
Wir hatten schon immer ein aktiven Sexleben, doch noch nie war es so intensiv wie heute. Es war schon etwas Besonderes. Unsere Hochzeitsnacht. Oh Gott, ich war wirklich Edwards Frau.
Ein breites Grinsen machte sich breit und es wurde noch größer, als ich merkte, dass Edward kurz vorm Einschlafen war.
„Ich liebe dich so sehr. Für immer", fuhr ich durch sein schweißnasses Haar.
„Für immer", murmelte Edward noch, bevor er sich von mir rollte und sich an mich kuschelte.
Dieser Mann. Er machte mich wahnsinnig. Süchtig. Ohne ihn könnte ich gar nicht mehr. Aber an ein Leben ohne ihn wollte ich nicht denken. Unserer Zukunft stand noch viel bevor. Mit diesen Gedanken, an mein zukünftiges Leben mit Edward, schlief ich friedlich ein.
TBC
