Das ist das letzte Kapitel 2015, ich wünsche euch allen schon mal ein frohes neues Jahr und eine tolle Silvester Feier.

Kapitel 27: Ich hasse dich und doch liebe ich dich

Der nächste Morgen kam und Fiona wacht mit einem stechenden Schmerz in ihrer Stirn auf. Sie wusste nicht mehr wie viel sie in der vergangenen Nacht getrunken hatte, geschweige denn wie sie in ihr Bett gekommen war. Sie fühlte sich furchtbar, ihre Kehle war trocken wie die Wüste, ihr Kopf schmerzte und das Tageslicht brannte in ihren Augen. Fiona hatte sich Ewigkeiten nicht mehr so elend gefühlt. Langsam erhob sie sich und hielt ihre Stirn fest.

„Ohhh großer Gott." Stöhnte sie, als zu den Schmerzen auch noch Schwindel und Übelkeit dazu kamen.

Sie taumelte in Richtung Bad, stellte das Wasser in der Dusche an und ließ ihrer Sachen achtlos auf den Boden gleiten. Kaum spürte sie das heiße Wasser auf ihrer Haut, begann sie sich etwas zu entspannen und schloss die Augen. Für einen langen Moment stand sie einfach nur da und ließ das heiße Wasser über ihren nackten Körper laufen. Ihre Gedanken wanderten zurück zu den vergangenen Abend. Fiona seufzte laut auf, als sie an den Axtmann dachte und an das, was er ihr gestern offenbart hatte. Sie ärgerte sich über sich selbst, dass sie wieder an ihn dachte. Sie sollte diesen Mistkerl einfach für immer vergessen und ihn als Teil ihrer Vergangenheit abhacken, aber dennoch konnte sie es nicht. Sie hasste ihn, dass tat sie wirklich aber im selben Moment, fühlte sie etwas anderes, etwas was ebenso stark war wie der Hass. Sie wagte nicht an dieses Wort zu denken und doch konnte sie nicht dagegen ankämpfen. Sie würde es niemals zugeben aber sie liebte ihn. Sie liebte ihn ebenso wie sie ihn hasste. Fiona war nie jemand gewesen der an sich zweifelte aber gerade jetzt, war sie so zerrissen wie nie zuvor. Wie konnte man jemanden dem man so sehr hasste, so lieben? Es war verrückt…..einfach verrückt.

Wäre ich ihn doch niemals begegnet. Alles wäre anders gekommen.'

Sie hätte ihre Seele an Legba verkaufen können, auf ewig die Oberste bleiben können, sie wäre nie gealtert, niemals krank oder schwach geworden. Sie hätte alles haben können, wenn sie den Axtmann nie begegnet wäre. Aber wäre sie ihm nie begegnet, dann hätte sie vielleicht nie erfahren, wie es ist von jemanden geliebt zu werden. Wirklich geliebt. Traurig schüttelte Fiona den Kopf, denn sie wusste, dass er der einzige Mensch war, der sie wirklich aufrichtig liebte.

Wie sollte es jetzt weiter gehen? Eines stand fest, sie würde nicht zu ihm gehen. Bevor das passieren würde, würde sie sich lieber von dem Pöbel auf dem Scheiterhaufen verbrennen lassen.

Aber dazu würde es vielleicht ohnehin bald kommen. Ihre Gedanken schwenkten wieder zu ihrer Tochter und den Zirkel. Hatte sie letzte Nacht ein Gespräch mit Cordelia? Fiona wusste es nicht mehr genau und es war sicherlich auch nicht wichtig, Gespräche mit Delia waren für Fiona meistens überflüssig und uninteressant. Fiona schämte sich fast für den Gedanken, aber die meiste Zeit ermüdete sie Delia. Ganz anders Eleonora, die Kleine war wirklich eine interessante Persönlichkeit. Sie war stark, selbstsicher und witzig. Die Ausbildung ihrer Enkeltochter, wäre ihr neustes Projekt und sie würde es nicht zulassen, dass Cordelia das Kind vollkommen ruinieren würde. Eleonora hatte so viel Potenzial und sie würde ihr helfen, zu einer der mächtigsten Hexen aller Zeiten zu werden.

Selbst wenn mich nach einem Jahr die Hölle wieder verschluckt, so werde ich dafür sorgen, dass ein Teil von mir weiter lebt. In Eleonora!'

Sobald Fiona an das Kind dachte, verspürte sie einen Stolz wie sie ihn nie zuvor für jemanden empfand. War das der berühmte Stolz einer Mutter? Für Cordelia konnte sie bis jetzt nie dieses Gefühl aufbringen, denn wirklich stolz hatte sie ihre Tochter nie gemacht.

Fiona drehte das Wasser der Dusche aus und machte sich fertig für den Tag. Sie würde noch heute mit der Ausbildung von Eleonora beginnen.

Es verging eine Stunde und Fiona war fertig, noch immer schmerzte ihr Kopf etwas aber das würde nach einem schwarzen Kaffee sicher vergehen. Schnellen Schrittes ging Fiona die Treppe herunter und stolzierte ohne einen weiteren Blick auf den jungen Mann zu werfen an Kyle - den Butler vorbei. Für sie existierte er nicht, er war so unsichtbar wie ein Geist für Fiona und ebenso unwichtig.

„Guten Morgen." sagte Fiona als sie die Küche betrat und dort Cordelia und Queenie vorfand.

„Guten Morgen? Mutter, es ist fast Nachmittag!" rollte Cordelia mit den Augen und sah ihre Mutter kalt an. Vielleicht hatte Fiona das Gespräch der letzten Nacht vergessen oder verdrängt, sie jedoch nicht.

„Oh, tatsächlich? Nun, ich bin spät ins Bett gekommen." Fiona schenkte sich einen Kaffee ein und sah sich um „Wo ist denn meine kleine Eleonora?"

Queenie warf Cordelia einen vielsagenden Blick zu und zog die Augenbrauen hoch.

„Zum einen Mutter, ist Eleonora immer noch meine Tochter! Und zum anderen ist sie noch in ihrem Zimmer und kommt nicht heraus."

Fiona verzog das Gesicht, wieso musste Delia immer alles auf die Goldwaage legen?

„Ich werde nach ihr sehen. Ich glaube ich habe einen guten Draht zu DEINER Tochter."

Sie nahm ihren Kaffee und verließ wieder die Küche, sie hatte nicht das Bedürfnis mit Delia jetzt schon zu streiten oder Zeit mit Queenie zu verschwenden. Und während Fiona zu Eleonora ging, wandte sich Queenie an Cordelia.

„Ich habe es doch gesagt! Fiona hat Eleonora schon gänzlich für sich eingenommen. Wir werden hier echt Probleme bekommen, wenn die beiden zusammen sind. Fiona Goode ist schon schlimm genug, und ohne deine Tochter zu beleidigen, sie ist ebenso wie Fiona. Die beide werden uns hier richtig Probleme machen, wenn wir uns nicht was überlegen."

Cordelia seufzte und vergrub ihr Gesicht in ihren Händen. Sie wusste, Queenie hatte recht aber was sollte sie tun?