Hallo hier kommt ein neues Kapitel, es hat etwas gedauert, aber wenn es zum Ende zu geht wird es komplizierter zum Schreiben. Man sollte einiges auflösen, aber nicht zuviel wenn man eventuell noch eine Forsetzung schreiben will.

Ganz herzlichen Dank an musashi47 und Ewjena für ihre tolle Arbeit. Immer öfter müssen sie kämpfen damit mir die Sache nicht aus dem Ruder läuft. Danke


Rückblicke auf das 27. Kapitel

Hopkins lächelte nachdenklich: „Was habt ihr in den Ferien noch vor, außer die Vertretung für Snape zu übernehmen?"

Harry grinste: „Wir werden das lernen, wofür wir nach den Ferien keine Zeit mehr haben, Edward!"

Er hielt ihnen das Flohpulverglas hin. „Vergesst mir Neville, Luna und vor allem Susan nicht. Amelia macht sich große Sorgen um die drei!"


Hermine kam mit ihrer Begleitung nicht so schnell voran, wie sie wollte. Sollte sie es wagen, mit Kyrill hatte es geklappt. Er meinte sie wäre eine große Hexe, als sie gezögert hatte mit ihm zu apparieren. Direkt nach Orvasky ging es nicht, da hatten die alten Blacks vorgesorgt. Sie könnten hinter dem Schloss ankommen und dann leise hinein schleichen. „Ileana, du weißt, man darf eigentlich nicht vor etwas davonrennen." Das Mädchen sah sie erwartungsvoll an. „Aber ich habe es trotzdem gemacht." Hermine erzählte ihr von ihrem Verschwinden aus dem Gästehaus. Auch davon, dass sie möglichst ungesehen zu Kyrill wollte. „Du, da müssen wir den anderen Weg gehen, da kommen wir im Gemüsegarten heraus, kennst du den. Von dort gibt es eine kleine Türe direkt in die Küche vom Großonkel."

Hermine kannte dem Gemüsegarten. „Jetzt pass mal auf, wir werden jetzt gleich gemeinsam im Gemüsegarten sein, du musst dich nur ganz stark an mir festhalten." Ileana nickte und Hermine nahm sie auf den Arm.


28. Pläne und Sorgen

„Da Hermine ist die Türe, komm schnell mit in die Küche!" Ileana nahm Hermine an der Hand und sie gingen durch die kleine Türe, aber die Küche war leer.

„Ileana wir schreiben Kyrill ein paar Zeilen, dann weiß er, dass wir hier sind." Hermine setzte sich gleich an den Tisch und schrieb einen kleinen Brief, den sie mit einer Eule versenden wollte. Die Eule, die sie auf ihre Wanderung mitgenommen hatte, war wahrscheinlich schon wieder im Eulenturm. Es war schon schwierig einem anderen Menschen beim Apparieren mitzunehmen, aber dann noch eine Eule? Hermine hatte sie zurückgeschickt, als sie beschlossen hatte in den Gemüsegarten zu apparieren.

„Ich schreibe auch noch etwas dazu, damit er dir auch glaubt, dass ich bei dir bin, Hermine", meinte Ileana, die unbedingt noch ein paar Zeilen dazu schreiben wollte.

Hermine hatte sie gebeten, sie mit dem Vornamen anzusprechen, das ewige Fräulein hielt sie für nicht angebracht. Gemeinsam versandten sie den Brief. Der Weg in den Eulenturm war kürzer gewesen, als der von Kyrill. Ileana schien sich hier recht gut auszukennen.

Vom Turm aus hatten sie eine gute Aussicht. „Du wohnst wirklich dort drüben, in dem Haus? Bei den Leuten mit den roten Haaren?" Das Mädchen hatte Recht, drei Weasleys waren unterwegs. Man konnte gut erkennen, dass sie diskutierten. Hatten sie den Brief nicht entdeckt, den sie auf den Tisch gelegt hatte, so spät war es doch noch nicht, dass eine Suchaktion ausgelöst werden musste. Nein, ihre Armbanduhr zeigte erst 10 Uhr.

„Du Hermine, warum laufen wir beide nicht einfach hin, knallen die Zeitung auf den Tisch", schlug Ileana vor. „Und dann sagst du, so nicht Freunde, was ist eigentlich los!" Hermine musste lachen: „Du hast ja so recht. Aber könnte es nicht sein, dass den da unten verboten ist, mir die Wahrheit zu sagen. Wenn ich sie dann so herausfordere, könnte ich sie kränken." Das Mädchen schüttelte den Kopf: „Warum machst du dir Sorgen. Sie sind doch die Großen, sie haben sich doch befehlen lassen dich zu belügen. Aber, wenn du dich nicht traust, ich kann dich nicht zwingen. Komm, ich zeige dir mal die Zimmer im Schloss, die mir am Besten gefallen."

In einem runden Raum, vor einem schwarzen Kamin, saß Kyrill und winkte ihnen zu. „Ich dachte mir, dass ihr hier vorbei kommt. Das ist einer der geheimnisvollen Räume des Schlosses. Die alten Besitzer erlaubten mir hier nur sehr selten den Zutritt. Jetzt Hermine erzähle einmal und du Ileana quasselst nicht dazwischen."

Kyrill schwieg noch ein paar Minuten, nachdem Hermine geendet hat.

„Weißt du Großonkel, die scheinen Hermine schon zu suchen", unterbrach das Mädchen die Stille. „Ich denke, Hermine sollte hingehen und ihnen ihre Meinung sagen und wenn sie rausgeworfen wird, dann könnte sie bei uns wohnen. Da hätte ich endlich eine große Schwester, die auf mich aufpasst."

Hermine und Kyrill lachten, es war einfach nur zu goldig, wie die Kleine ihre Gedanken herausplapperte.

„Ileana, schau. Die Leute wollen Hermine nichts Böses. Sie wollen sie nur schützen, meinen sie jedenfalls. Ich denke sie wissen jetzt auch nicht mehr weiter." Nachdenklich schaute er auf die Zeitung. „Hermine wir kopieren die Zeitungen und legen sie in die Bibliothek, die kennt Ron ja. Wenn wir Ron jetzt noch eine Nachricht senden, dass er dich suchen soll, wird er hierher kommen, und findet dann die Zeitungen. Ich habe noch ein paar andere Ausgaben. Meine Schwester hat sie für mich gesammelt."

Sie beobachteten, wie die Eule zum Gästehaus schwebte. Während sie im Nebenraum der Bibliothek auf die Entdeckung der ausgelegten Zeitungen, durch Ron, warteten, las Hermine über die Ereignisse in England. Verwundert erfuhr sie dabei vom Ende der Schlange, Wurmschwanz Festnahme und dem Angriff auf das Haus der Squib in Little Winghing. Ileana blieb auf ihrem Schoß sitzen und las mit.

„Hermine, ich werde für ein paar Tage in das Krankenhaus müssen." Hermine merkte, wie schwer es dem alten Mann fiel, darüber zu sprechen. Sie versuchte es ihm zu erleichtern, indem sie durch eine Frage mehr herauszufinden versuchte: „Wo ist denn das magische Krankenhaus?"

Der Alte schüttelte den Kopf. „In Bukarest, aber eine gute Behandlung ist mir zu teuer und man bekommt so schwer einen Platz. Da kann man nichts machen!"

„Nein, Kyrill, sobald das hier mit den Weasleys geklärt ist, gehen wir nach London und du wirst in St. Mungo untersucht." „Hermine, das kostet Geld, hier im Krankenhaus der Muggel ist es kostenlos."

Die Angesprochene legte die Zeitung weg: „Kyrill, untersuchen ist nicht teuer, und ich glaube der neue Herr auf diesem Schloss hat ein großes Herz."

Nachdenklich schüttelte der alte Mann den Kopf, aber Hermine war davon überzeugt, dass Harry ihr den Wunsch erfüllen würde. Wenn nicht würden eben ihre Eltern zahlen, da war sie sich sicher.

„Ileana, was machen wir mit dir? Du wirst wohl wieder zurück in das Dorf gehen", wandte der alte Mann sich an seine Großnichte. Das Mädchen schüttelte den Kopf: „Ich werde mich im Koffer verstecken und mit reisen. Ich will den neuen Lord sehen und auch dich Großonkel werde ich nicht alleine lassen! Hermine, du nimmst mich doch mit, bitte!"

Hermine nickte, sie dachte an das große Haus am Grimmauldplatz, da war genug Platz.

Draußen ging eine Türe und sie hörten Ron nach ihr rufen. Plötzlich war es still. „Charly!" Die Zeitung raschelte und man hörte, wie sich Ron auf den Stuhl setzte. Man hörte, wie er blätterte. „Nein! Charly schaue dir den Tagespropheten an, ich..." Sie hatten jedes Wort verstanden, wenn Ron aufgeregt war, sprach er besonders laut.

Plötzlich wurde es lauter, vermutlich waren noch mehr Leute in der Bibliothek angekommen. „Mum, was soll das!" Vermutlich war gerade Molly und Arthur Weasley eingetroffen. „Sind das auch Erfindungen! Träume ich jetzt das auch, wie ich geträumt haben soll, als ich den Bericht von Moody über den Angriff auf Askaban gehört habe?"

„Ron!", Mollys Stimme wirkte unsicher. „Ron, höre doch mal zu..." Aber Ron lies seine Mutter, nicht aussprechen, sondern fuhr in einem Ton fort, den Hermine bei ihm noch nie gehört hatte: „Wir wollen nicht von euch für dumm verkauft werden! Lügt mich nicht an, ihr wisst alles! Warum haben Hermine und ich nichts erfahren? Ich werde jetzt Hermine suchen, und mit ihr werde ich die ganze Wahrheit erfahren!" Die Türe zur Bibliothek fiel zu, Hermine sah fragend Kyrill an? „Las uns mal in die Küche gehen, ich vermute, dass Ron dort gleich auftaucht. Ileana wird ihren Auftrag ordentlich ausführen."

Hermine folgte, nachdem die Weasleys die Bibliothek auch verlassen hatten. Arthur hatte seinen Arm tröstend um Molly gelegt. Fast taten sie Hermine leid, aber es wurde auch für sie Zeit aufzustehen. Die Worte von Charly klangen noch in ihren Ohren: „Na prima, irgendwann waren wir neun Weasleys, die an einem Strang zogen und jetzt? Dumbledore hat das sicherlich nicht beabsichtig, er hat nur vergessen, dass die Menschen auch selbstständig denken. Bei uns hat die Kleinste als erstes damit angefangen!"

Welchen Auftrag hatte Kyrill, der Kleinen wohl gegeben, gespannt betrat sie die Küche. Sie musste nicht lange warten, bis sie wusste was die Beiden ausgeheckt hatten,

In der Küche hörte sie Stimmen im kleinen Treppenhaus, zwischen der Küche und dem Gemüsegarten. Die Klagende gehörte Ileana, während Ron sie mit unsicherer Stimme versuchte zu beruhigen. Die Beiden kamen näher.

„Hermine!", total überrascht sah Ron sie an.

„Du kannst mich jetzt auf den Boden stellen, die Schmerzen sind vorbei und danke für das Hochtragen!" Ileana grinste Ron breit an.

„Habe ich doch gut hinbekommen. Gleich als er durch den Garten rannte habe ich mich umstoßen lassen, er war ganz erschrocken!"

Kyrill nickte lächelnd: „Ich nehme an, Ronald weiß den Grund, warum wir das hier veranstaltet haben? Setzt euch, ich mache uns etwas zum Essen.

Während der Alte sich in der Küche zu schaffen machte, las Ron die Zeitungsberichte durch. „Kein Wort von Ginny oder Fred und George. Haben die doch keinen Kontakt mit Harry?"

Hermine schüttelte den Kopf: „Nein, Ron sie waren nur nicht bei der Testamentseröffnung dabei. Deine Mutter hat ja berichtet, dass Ginny bei der Ordensversammlung dabei war."

„Ja, dass die olle McGonagall, Ginny einfach auf Harrys Schoß gesetzt hat, und von dem komischen Ring hat sie auch berichtet. Meinst du sie, hat sich mit Harry verlobt, ohne uns das zu schreiben. Eigentlich hätten sie warten müssen bis wir dabei sein konnten. Schließlich muss ich als großer Bruder Bescheid wissen."

„Warum, muss das ein großer Bruder?", meinte Ileana während zwei Löffel Suppe. „Mein Bruder muss sich da ganz raushalten, sonst bekommt er Ärger!"

Hermine berichtete ausführlich wie sie Ileana getroffen hatte, sie zeigte auch die Zeichnung vom Steinwurf. „Jetzt musst du nochmals hingehen, um den liegen gebliebenen Stein ein Stoß zu geben, der muss weiter rollen als deiner, schließlich habe ich mit Mum gestritten!"

Nachdem Hermine noch den Rest berichtet hatte, schaute Ron sie misstrauisch an. „Wo hast du Apparieren gelernt? Du weißt doch, dass wir da eine Prüfung brauchen."

„Ron, vergesse nicht wie sind hier in Rumänien", meinte Kyrill. „Eine solche Flut von Vorschriften gibt es hier nicht, und hier in den Bergen stört es niemand, nicht einmal unser Ministerium in Bukarest."

„Und ich muss warten, bis ich es auf Hogwarts lerne", bemerkte Ron bitter.

„Keine Klagen, ich habe es euch beiden angeboten bei mir zu lernen, aber du wolltest lieber Quidittsch spielen!"

„Ich kann es auch schon, darf es, aber nur wenn ich in großer Gefahr bin, Großvater meint, dass ich mich zu leicht ablenken lasse", erklärte Ileana. „Kyrill, neulich habe ich sogar den Todesfluch mit Großvater Mika geübt, als so ein böser Wolf ein Schaf aus seiner Herde fressen wollte.

„Bei uns in England darfst du das aber nicht, da kommst du für immer in das Gefängnis!", erklärte der überraschte Ron.

„Ich könnte nicht in England leben, wo manche alles ungestraft dürfen und die Anderen sich nicht wehren können, ohne Angst vor dem Gefängnis haben zu müssen. Ich finde euer Ministerium blöd!"

„Ileana, wenn das Ministerium die Todesser fängt, werden sie auch bestraft", stellte Hermine richtig. Aber die Ansicht von Ileana ließ sie nachdenklich werden, irgendwie hatte sie Recht. Von Malfoy wussten beinahe alle, oder ahnten es, dass er Todesser war. Ging aber im Ministerium ein und aus, wie er wollte. Bis der Orden ihn im Ministerium überwältigte, dort wo sie gemeinsam gekämpft hat. Ja, gemeinsam und nun?

„Ron wir müssen unbedingt mit Harry sprechen!" Mit diesen Worten riss sie Ron aus den Gedanken. „Erst müssen wir die da draußen mal schmoren lassen. Kyrill meinst du wir können hier schlafen?", antwortete dieser.

„Sicher könnt ihr das, aber was habt ihr eigentlich vor?"

„Wir wollen alles erfahren?"

„Und was wollt ihr nicht?"

„Oh! Eigentlich eine ganze Menge. Angefangen mit..." „Halt Ronald, ich dachte du bist ein guter Schachspieler, also wo ist die Strategie? Damals als ich bei den Partisanen war, um unser Land im Großen Vaterländischen Krieg zu verteidigen, gab es viele Gruppen, die ihre Ziele nicht erreichten! Sie hatten keine Ahnung was sie genau erreichen wollten und keine Strategie. Sie hatten nur ihre Waffen, der Gegner hatte aber mehr von diesen."

Am Nachmittag apparierte Hermine zu dem Steinwurf, Ron den sie mitgenommen hatte, gab dem Stein in der Kuhle einen Tritt, dass er ganz in der Nähe der drei kleinen roten Steine landete. Hermine grinste: „Schau, du has Charly angestoßen, er hat sich auch bewegt."

Als sie den für sie eingesetzten Stein trat, nahm er den Stein, der Bill symbolisierte ein gutes Stück mit zu den vier roten Steinen, die jetzt nahe beieinander lagen.

Als Hermine mit Ron ihm Arm auf Schloss Orvasky zurückgekehrt war, schmunzelte Kyrill über den Bericht. „Nun das Steineorakel scheint es gut mit euch zu meinen, nun aber an die Arbeit. Geht in die Rotunde, das stört euch niemand, es könnte nur sein, dass Vladimir sich hin und wieder räuspert. Es ist das Portrait des letzten Besitzers aus der Familie von Orvasky."

Der alte Herr schlief, so machten sich Ron und Hermine ungestört an ihren Plan.

„Ron sollten wir ihnen keine Nachricht senden?"

„Nein Hermine, die Erwachsenen sollten uns ruhig mal eine Nacht oder mehr vermissen, vielleicht fangen sie an nachzudenken."

Die Ereignisse hatten sie mit Hilfe der Berichte aus dem Tagespropheten geordnet und analysiert.

„Die grünen Männchen..." Hermine dachte laut nach. „Die sind auch bei der alten Squib aufgetaucht, nicht nur im Krankenhaus."

„Las doch gut sein, wir werden es schon erfahren." „Die Jugendlichen mit den grünen Haaren, ich bin mir sicher einer davon war Harry. Bei der Squib in seiner Wohngegend, im Krankenhaus in dem Wurmschwanz lag." „Dann war die zweite Person sicherlich Ginny oder Tonks?"

„Oder diese Felicitas, nach Bills Bericht könnte es eine Idee von ihr gewesen sein. Schlangen gegen Schlange einzusetzen, Ginny hasst Schlangen!", bemerkte Ron.

„Nur weil sie schamlos und frech ist, heißt es nicht, dass sie gute Einfälle hat. Oft haben solche Leute auch einen miesen Charakter."

„Mensch Hermin, mach hier nicht auf Großmutter. Sie muss schon vor Selbstbewusstsein strotzen, Mum so eine Szene hinzulegen, aber sie ist nicht abgrundtief schlecht. Die Szene hat sie ja hingelegt um Ginny zu schützen.

„Ja und, auf jeden Fall hat sie mit irgendeiner Tour Harry um ihren Finger gewickelt. Nur weil er Harry James Potter ist, und nun auch noch Lord!", warf Hermine bitte ein.

„Hermine bist du nicht etwas ungerecht, du hast das Mädchen noch nicht kennen gelernt. Gut nach euren Erzählungen scheint sie raffiniert zu sein, aber das ist nicht unbedingt schlecht", meinte Kyrill nachdenklich. „Ileana ich gehe Hoftor schließen, kommst du mit?" Als die Beiden gegangen waren, wandten sich Hermine und Ron ihrem Plan zu.

„Wir brauchen zuerst einmal einen Kontakt zu Harry und Ginny!"

„Aber wie Hermine, Bill hatte einen Kommunikationsspiegel, wie er sagt. Nur wie kommen wir an Bill heran, er war schon seit Tagen nicht mehr hier gewesen." „Ron hast du vielleicht die Telefonnummer von Harry oder dieser alten Squib?" „Feleton was?" „Vergesse es, wir müssten zum Telefonieren auch in das Dorf."

Das Hüsteln im Hintergrund wurde immer deutlicher, sodass sich beide dem Portrait dieses Vladimirs zuwandten. Ein würdiger alter Herr, mit langem grauen Bart sah ihnen entgegen. Die stahlgrauen Augen waren sehr beeindruckend, etwas verärgert sah er aus seinem Rahmen. „Meine Herrschaften, das war das dritte Mal, dass ich mich bemerkbar machte. Ich denke, das war zweimal zu viel." „Oh Entschuldigung Vladimir." „Graf Vladimir, wenn es der jungen Damen recht ist!" Hermine verdrehte die Augen: „Wir hoffen, dass wir euch werter Graf Vladimir nicht zu unsanft geweckt haben."

Das Portrait lächelte, bevor es weitersprach: „Wir vernehmen, dass ein Problem euer eigen ist, welches mir zu lösen sicherlich weit geringere Mühen abverlangen zu scheint als euch?"

„Hä?"

„Für den jungen Herren, der sich sehr unmanierlich, hier im Schloss Orvasky verhält, wiederholen wir es noch einmal, ausführlicher, damit wir unser Angebot noch ein zweites Mal, getragen von der Hoffnung, dass ihr den Wert unserer Worte erkennen möget! Aber nur wenn wir euch damit nicht der Langeweile aussetzen!"

„Werter Graf, Ronald Weasley meinte es nicht unfreundlich, er war nur über die Ausdrucksweise des Grafen etwas überrascht. Mein Name ist übrigens Hermine Granger! Wir würden Graf Vladimir dieses Problem angehen."

„Nun setzt euch, ich werde etwas ausholen müssen. Ich hatte neulich seltenen Besuch in meinem Gemälderahmen, dieser informierte mich über den neuen Besitzer von Orvasky. Der von euch freundschaftlich Harry Genannte, scheint mit Harry James Potter, The Right Honourable Earl of Hogsmeade and Protector of Hogwarts, der zusätzlich auch die Titel Earl of Ottery St. Catchpole und Herr über Orvasky trägt, identisch zu sein. Er hatte diese Titel von seinen Paten Sirius Black geerbt. Stimmen wir darin überein?"

„Der spricht aber viel mit euch, mich schimpft er immer!"

„Kleine Ileana, schon wieder unterbrichst du mich ungehörig, deshalb werden wir dich weiterhin ermahnen!"

„Graf Vladimir, ja ich denke es ist ein und dieselbe Person!" „Schön, junger Mann, erfreulich wie schnell sie lernen. Nun ich könnte mich an den guten Phineas wenden, der zu seiner Lebzeit gerne hier auf der Jagd war, und ihn bitten, den Kontakt zwischen Lord Potter zu vermitteln."

„Meint ihr Phineas Nigellus? Ich befürchte, dass er alles an unseren Schulleiter ausplaudert!"

„Unser Gewissen junge Frau lässt es zu, dass wir euer Anliegen als Familienangelegenheit, im weitesten Sinn ansehen, und dann muss auch die Plaudertasche Phineas Nigellus schweigen! Wenn es genehm ist, werde ich ihn versuchen zu erreichen. Erschreckt nicht, wenn eine rothaarige junge Frau in diesem besonderen Kamin erscheint, nennt sie nicht gleich beim Namen, den es sind zwei rothaarige junge Frauen um den neuen Grafen, wie ich bei meinem Besuch im Familiensitz der Blacks in London gesehen habe."

„Kyrill, was soll an diesem blöden Kamin besonders sein, man kann mit dem nicht einmal reisen."

Graf Vladimir, der gerade sein Gemälde, durch die im Hintergrund gemalte Türe verlassen wollte, drehte sich um: „Ileana, nicht alles was du nicht kennst oder erkennen kannst ist blöd. Wenn es dem neuen Lord beliebt und er dich mit dem Recht belehnt, das private Netzwerk der Familie dir zu diensten zu machen, dann ist dir das Reisen mit diesen besonderen Kamin sehr wohl möglich!"


Erschöpft senkte Harry seinen Zauberstab, aber an dem anderen Ende der Lichtung tauchten die Gestalten schon wieder auf. Felicitas neben ihm, sprang von dem Baumstumpf auf den sie sich gesetzt hatte auf, während Ginny und Nanda die Angreifer schon mit Flüchen belegten.

„Nun Harry, Kondition ist hier gefragt. Auf mache sie fertig und nicht mit Stupor oder Petrificus Totalus! Schwarz, rabenschwarz müssen die Flüche sein!", bellte Snape ihm in sein Ohr. Gemeinsam mit Felicitas nahmen und er die Verteidigung ihres Stützpunktes wieder auf. „Auf verflucht die Gegner!" Snape trieb sie jetzt schon den zweiten Tag an. Er hörte sich stellenweise wie Moody an. „Im Ernstfall warten die Feinde nicht das Ende der gewerkschaftlichen Kaffeepause für Auroren, und solche die es werden wollen, ab."

Sie waren alle etwas geschafft. Tonks und Remus waren erst seit heute Nachmittag dabei. Gleich nach dem Remus aus St. Mungo entlassen worden war, hatte Severus Snape beide mit zum Training beordert. „Severus, ich glaube wir machen für heute Schluss!", schlug Tonks vorsichtig vor. „Ich habe zu denen gesagt, wir üben das bis zum Umfallen", knurrte der Angesprochene. „Also, weiter, ich verwende keine leeren Redewendungen!"

Harry war es schon gestern klar, dass es für Snape kein leeres Gerede war. Er hatte darauf bestanden, dass die dunklen Flüchen geübt wurde bis zum Umfallen, und so kam es auch.

Snape war nicht lange im Krankenbett liegen geblieben, kaum, dass Felicitas und er aus dem Ministerium zurück waren, hatte er ihm alles berichten müssen. Gut sie hatten auf das Denkarium zurückgegriffen, aber die Beklemmung, dass er, Harry James Potter, willentlich jemanden umgebracht hatte, eigentlich waren es ja zwei menschliche Lebewesen, setzte ihm immer noch zu. Da konnte er die Erinnerungen noch so oft sehen, wie er wollte, und auch die Beteuerungen, dass es Notwehr war, nahm die Schuld nicht von ihm. Snape hatte überlegen reagiert, er wollte nicht wissen wer oder was Bellatrix Lestrange aus dem Weg geräumt hatte.

„Die beste Okklumentik musste nicht herausgefordert werden. Was ich nicht weiß, muss ich nicht verstecken, wenn ich wieder vor ihn treten muss!" Auf diesen Satz hin hatte Harry seine Gedanken daran wieder ganz in sein Denkarium verbannt. Wenn Voldemort erfuhr, dass Potter sein schwangeres Liebchen umgebracht hatte, dann würde er sicherlich schrecklicher und brutaler um sich schlagen, als Harry es sich vorstellen konnte.

Über die Flüche, die er in Harry Erinnerungen gesehen hatte, gab Snape kein Kommentar ab. Felicitas ärgerte sich laut darüber. „Felicitas merke dir eins, meine Schüler lobe ich nur für außergewöhnliche Leistungen. Harry hat doch nur meine Hausaufgaben vom letzten Training umgesetzt, das erwarte ich von jedem."

Flüche, welche die moralischen Grundmauern von Hogwarts zum Wanken gebracht hätten, wären sie auf den Ländereien ausgesprochen worden, hallte über die mit dem Dämmerlicht der untergehenden Sonne, erhellte Lichtung.

Plötzlich, gerade hatte er geglaubt den Gegner bezwungen zu haben, brach etwas aus dem Unterholz hervor. Es war ein Dementor, welcher aus dem gerade noch von der Sonne erwärmten Platz im Park von Black-Castle in eine Eiswüste verwandelten, wenigstens fühlte sich Harry so. Während des Trainings hatte Snape die Irrwichte immer wieder eingesetzt. Sie kamen immer zu erst auf Harry zu, und hatten so die Gestalt von Dementoren. Tonks hat diese Wesen aus dem Ministerium besorgt. Es lag an Snapes Hinterhältigkeit, dass er die Irrwichte auf den Weg schickte, wenn niemand damit rechnete.

Felicitas aber reagierte jedes Mal blitzschnell und versteckte sich hinter Harry. So kam es, dass der stolze Hirsch immer zu sehen, war Felicitas Katze aber scheinbar frei hatte.

„Meine liebe Felicitas, würdest es dir etwas ausmachen die Dementoren mit dem Patronus Zauber zu bekämpfen und nicht ständig davor abzuhauen." Snape hatte seinen Satz sehr leise und gesprochen, dass es neben Felicitas nur noch Harry hatte hören können. „Harry spiele hier nicht immer den Helden, Felicitas muss auch lernen mit ihrer Angst umzugehen!"

Harry nickte ergeben, es war zwecklos in dieser Situation mit Snape zu streiten. Eigentlich war es Felicitas, die ständig so auswich, dass die Irrlichte als Dementoren auf ihn zukamen.

Nur einmal hatte Felicitas nicht schnell genug reagiert und der Irrwicht verwandelte sich in ein Mädchen in braunen, lockigen Haaren, das lächelnd hinter einem Buch vorschaute. Kaum, dass die anderen dies bemerkt hatten, stellte sich Nanda dazwischen, das Irrwicht verwandelte sich in einen tobenden Maharadscha, der kurz darauf den Boden fegte.

Interessiert hob Severus die Augenbrauen, und sein einschätzender Blick traf den von Felicitas, die sich aber sofort um etwas anderes kümmerte.

„Wir werden das Training abrechen, wenn ihr nur Blödsinn im Kopf habt. Nanda was sollte der Ali Baba hier?", missmutig schaute Snape den großen jungen Mann an. „Ali Baba? Ah, sie meinten den Herrn Onkel. Sir, er kann er wütend werden, es ist dann empfehlenswert sehr weit weg zu sein. Es ist also gerade eine Parodie seines Wesens, wenn man ihn die Straße kehren lässt. Den Scherz kann ich mir natürlich nur hier unter Freunden erlauben."

„Oh, oh alles eine Familie von Gipsköpfen. Felicitas heute Nacht Punkt zwölf, Zaubertränke!" Severus holte aus seinem Umhang einen Schlüsselanhänger und verschwand von der Lichtung.

Ginny beobachtete das überrascht: „Und warum ist er bei seiner Flucht nicht gleich nach Hogwarts gegangen?" Felicitas schüttelte leicht den Kopf: „Ginny, Snape hat einen Portschlüssel direkt nach Hogwarts, er benutzte ihn nicht, weil er befürchtete in seiner Todesserkluft auf Hogwarts gesehen zu werden. Er wusste ja gar nicht, was alles passiert war."

Harry trieb alle etwas zur Eile an. Es gab noch einen offenen Punkt, im Testament von Sirius, den er umsetzten musste. Es war der direkte Wunsch in dem Testament von Sirius, den Harry unbedingt perfekt erfüllen wollte.

Harry, was Frauen angeht habe ich dir schon einen Rat gegeben, eigentlich einen zu viel, aber mir liegt noch eine Bitte am Herzen, beschütze Ginny Weasley so gut es geht. Lass sie machen was sie will, unterstütze sie selbstständig zu werden und ermögliche ihr aus den geerbten Mitteln eine anständige Ausbildung mit allem, was dazu gehört. Unabhängig von dir und allen anderen soll sie sein, egal, wen sie heiratet und was sie tut. Sie erinnert mich so sehr an Lily, dass ich ihr eigentlich etwas im Testament zukommen lassen wollte, aber ich durfte wie so oft nicht. Dumbledore und die Weasleys wollten nicht, dass ich sie bevorzugt behandele. Mach du es für mich, einen klärenden Brief erhält sie von Gringotts.

Gestern hatte er noch lange mit Felicitas darüber gesprochen, erst als sie Tonks noch befragten kamen sie auf eine Lösung, die Ginny nicht ausschlagen konnte. Eine feste Summe wollten sie nicht festlegen, weil sie damit sicherlich Ärger mit den Weasley und Dumbledore bekommen hätten, die das schon bei Sirius nicht wollten. Heute wollte er es noch mit Ginny und Nanda besprechen, bevor er eine Stunde vor Mitternacht, über die Kanzlei in der Oxford Street, zum Treffen mit Fortunekeeper ging.

Harry saß an einem runden Tisch, neben ihm Felicitas, Tonks und Remus. Auf dem Tisch lag ein amtlich wirkendes Dokument, als Ginny mit Nanda herein kam. „Harry was soll die Eile, eigentlich wollte ich ausgiebig baden!", beschwerte sich Ginny.

„Setzt euch, entschuldigt, dass es in dieser Eile geschieht, aber ich habe heute noch einen Termin bei Gringotts. Ginny es geht in einem Teil des Testamentes nur um dich." Überrascht sah sie ihn an. „Um mich? Um die Weasleys doch!" „Nein um dich, ganz allein. Hier bitte lies es dir selbst durch. Natürlich darfst du mit Nanda das ganze Testament durchlesen, schon um ein Gefühl der Größenordnung zu bekommen.

Während Ginny las, deckten Dobby und Addy den Tisch, denn zum Essen hatten sie in den letzten Tagen sehr wenig Zeit gehabt. Snape hatte immer nach kurzer Rast, mit ein paar Sandwichs, zum Training gedrängt.

Ginny sah ungläubig von dem Dokument auf: „Harry hast du das Schreiben von Gringotts an mich?" Dieser schüttelte den Kopf: „Ginny ich glaube es kommt erst, wenn ich Gringotts offen gelegt habe, wie ich mir das vorstelle."

„Und wie stellst du dir das vor?" „Eben das Ginny, wollte ich von dir wissen. Um ehrlich zu sein habe ich so meine eigenen Vorstellungen, aber wie stellst du dir das vor?"

Ginny schwieg kurz: „Er meint, du musst meine Bücher für Hogwarts bezahlen!" Harry nickte. „Ginny", mischte sich Remus ein. Ich kannte Sirius länger als ihr und deshalb muss ich dir sagen, dass er und auch seine Familie sehr großzügig sein konnten, wenn es um ihre Ziele ging. Du solltest großzügiger denken!"

„Oh!" Ginny brauchte etwas. „Das ist toll, dann gehe ich mit Harry nächstens in die Winkelgasse um Schulsachen auszusuchen und er zahlt sie mir, lass mich nachdenken letztes Jahr brauchte ich...!"

Das liebte Harry an Ginny, die Bescheidenheit, die allen Weasleys, Percy mal ausgenommen, beinahe angeboren war. Das war auch der Grund, warum er sich mit Tonks, Felicitas und kurz vor dem Essen mit Remus besprochen hatte.

„Ginny bitte fange jetzt nicht an zu rechnen, wie viele Pergamentrollen du brauchst, du musst einfach großzügig denken. Sirius hat geschrieben ... eine anständige Ausbildung mit allem, was dazu gehört. Unabhängig von dir und allen anderen soll sie sein, egal, wen sie heiratet und was sie tut Ich denke das enthält alles, aber auch wirklich alles, was dir zu deiner Ausbildung dienen kann. Es schrieb auch Ausbildung und nicht Schulzeit. Du kannst in das Hexenseminar nach Salem in die USA gehen oder an eine magische Hochschule oder eine Universität der Muggel." „Und nach Mumbai?", fragte Ginny lauernd. Harry grinste: „Auch nach Mumbai, klar!"

Ginny nickte nachdenklich: „Alles schön und gut, das kostet aber nebenher auch einiges an Geld!" Nanda grinste: „Mumbai nicht!" Harry schüttelte den Kopf: „Ginny ich will dich nicht ganz durcheinander bringen, aber ich will mit offenen Karten spielen. Erinnerst du dich an den Frust von Ron über seinen Festumhang? Er war so sauer, dass er sich nicht auf den Unterricht konzentrieren konnte. Wie können wir so etwas ausschließen?"

Ginny sah ihre Freundin an, die grinsend ihre Spaghetti aß. „Feli, was sagst du zu der ganzen Sache! Du hast es doch schon länger gewusst?" Felicitas nickte: „Schon, aber ich musste versprechen, dass ich die Klappe halte. Also erwarte keinen Vorschlag von mir."

„Harry", Ginny wandte sich zögernd an ihn, „muss das heute geklärt werden?" Harry nickte: „Ja es sollte alles so schnell wie möglich geklärt sein. So will es Fortunekeeper!"

„Nanda, was meinst du, oder musst du auch die Klappe halten?", warnend sah Ginny ihren Freund an. „Nein heute muss ich nicht die Klappe halten, mein Vorschlag wäre ein jährliches Budget, ein Betrag, den du im Jahr verbrauchen kannst, für deine Ausbildung und den dazugehörenden Kosten, Schuluniform, Hosen und vor allem hübsche Unterwäsche!"

„Blödmann!", gab Ginny zurück. „Harry könntest du mit so einer Lösung leben?" „Ginny ja, und außerdem muss ich, du kannst dir ja mal Gedanken über den Betrag machen. Tonks, Remus ich glaube wir müssen. Felicitas kommst du mit?" Die Freundin schüttelte den Kopf: „Darf doch noch bei Severus vorbei schauen, ich habe da einen Trank angesetzt, der Punkt Mitternacht weiter bearbeitet werden muss!"

Harry sah sie lachend an: „Auf ganz Hogwarts freut sich niemand, bei Snape einen Zaubertrank alleine zu brauen und dazu noch um Mitternacht. Du bist schon was Besonderes!"

„Weiß ich mein Schatz!" Mit einem Kuss verschwand sie. Tonks, Remus und Harry machten sich ebenfalls auf den Weg, während Ginny nachdenklich sich das Testament nochmals durchlas. Sie apparierten vor die Anwaltskanzlei in die Oxford-Street, wobei sie zwei Polizisten erschreckt hatten, die ihre Runde drehten. Aber das Gesprächsthema war so fesselnd, dass die Polizisten das Erscheinen der Drei aus dem Nichts nur mit einem abschätzigen „Freaks" kommentierten.


In den Kerkern von Hogwarts tauchten Fackeln einen Raum in ein schummriges Licht. Dämpfe in unterschiedlichsten Farben aus den Kesseln stiegen auf und vermischten sich mit dem kalten Rauch der Feuerstellen in die höchsten Stellen des Gewölbes.

Nur ganz wenige wussten von dem Raum und durften ihn betreten. Hier wurden seit langer Zeit Tränke gebraut, die in keinem Schulbuch standen. Von dieser langen Tradition zeugten die Rußschichten auf den Vorsprüngen, denn hier durfte sich auch kein Hauself sehen lassen. Viele würden ihn auch meiden, da die unterschiedlichsten Gerüche die Luft unerträglich machten.

Das leise Brodeln der Tränke wurde nur gelegentlichen von einem dumpfen Ton unterbrochen, der entstand, wenn beim Umrühren an den Kessel gestoßen wurde.

Sie sprachen nicht viel miteinander, aber sie hatten eins gemeinsam. Die Hingabe mit welcher sie sich den verschiedenen Tränken in den Kesseln zuwanden, verriet mehr, als jedes Wort über ihre Liebe zu diesem Teil der Magie.

Sonst würde niemand freiwillig mitten in der Nacht, nur weil der Mondkalender gemeinsame Sache mit den Rezepten der Tränke machte, zu Snape in die Kerker kommen. Die Stimme des Professors durchbrach die Stille. Er musste über die Frage lange nachgedacht haben, denn er formulierte sie vorsichtig und ganz ohne die sonstige Schärfe in seiner Stimme. „Felicitas, ich frage mich was kommt danach?"

Überrascht schaute das Mädchen auf: „Danach ruft mein Kopfkissen, es würde dir auch gut tun, selbst hier sieht man noch die Ringe unter den Augen.

„Felicitas, danke für die vertrauliche Ansprache, aber nur, wenn wir alleine sind, sonst bringst du es noch dazu, dass niemand mehr Respekt vor mir hat!"

„Angst, wohl eher!"

„Respekt, meinte ich. Nur bei denen die es nicht begreifen, dass Wissen und Können Respekt einfordern, muss ich mir den notwendigen Respekt durch Angst verschaffen. Niemand tanzt einem Severus Snape auf der Nase herum! Deine Antwort fehlt mir noch, was kommt danach, sollte der Kampf gewonnen werden! Lorbeeren sind recht ungemütliche Polster um sich auf ihnen auszuruhen! Wird eine Diktatur des Guten kommen?"

Das Mädchen schwieg einige Minuten nachdenklich, Severus Snape sah sie auffordernd an. „Nach dem mich die Liebe an Harry gebunden hat, du würdest es wohl eher Schicksal nennen, frage ich mich das auch. Sein ganzes Leben ist auf den Kampf ausgerichtet, nur er wurde bisher nicht darauf vorbereitet. Jetzt läuft es mit der Vorbereitung sehr gut, so haben wir auch Zeit darüber nachzudenken. Wir würden gerne für einige Jahre nach Indien gehen, bis sich die Leute, welche sowieso alles schon immer gewusst haben, wieder beruhigt haben. Vor allem würde ein lebender Mythos die Zaubergesellschaft daran hindern sich zu reformieren."

„Doch mehr als nur Sturheit, Dummheit und Überheblichkeit in Harrys Oberstübchen, oder stammen die Gedanken von dir?"

„Nein, unterschätze ihn nicht. Harry leidet an der Ungerechtigkeit in der magischen Welt. Er wünscht sich eine offenere Gesellschaft. Ein Zusammenleben der magischen Geschöpfe, in dem nicht nur alte Rechte, alte Verbindungen und Überlieferungen bestimmen was passiert, obwohl er nun auch ein kleiner Teil davon ist."

„Nur ein kleiner Teil", schnaubte Snape: „Er ist ein sehr einflussreicher Teil!"

Felicitas schüttelte nachdenklich den Kopf: „Glaub mir, gerne würde er den ganzen Firlefanz an Ämter und Titel dafür hergeben, wenn es dafür eine freie Gesellschaft geben würde. Eine magische Welt, in der alle Geschöpfe, magisch oder nicht, ihre Rechte hätten. Das ist auch ein Band was uns zusammenhält, daneben gibt es noch gegenseitige Zuneigung und natürlich auch das körperlichen Verlangen."

Severus drehte sich von ihr weg, beinahe, als ob es ihm unangenehm gewesen wäre. Plötzlich tauchte aus dem nichts eine Person auf, die Felicitas nicht erwartet hätte. Schnell und für Snape völlig unerwartet stellte sie sich hinter ihn und der Irrwicht wechselte seine Gestalt von der strebsamen Schülerin in einen Voldemort, wie sie ihn aus Harrys Gedanken kannte. Snape war sehr überrascht, aber er reagierte gleich. „Riddikullus!" Und der Dunkle Lord stand in einen alten Kissenbezug vor ihnen, wie ihn die Hauselfen trugen und löste sich in ein Nichts auf.

„Felicitas, du darfst dir viel erlauben, aber eben nicht alles!"

Beide arbeiteten schweigend weiter. Ihr war als, ob er sie beobachtete.

Für heute war sie fertig, mit dem Zauber von Dumbledore räumte Felicitas auf.

„Eine Frage noch", Snape bot ihr einen Platz in seinem Büro an und beschwor eine Flasche Rotwein mit zwei Gläsern herauf. „Warum hast ausgerechnet du vor Hermine Angst?"

Felicitas schluckte, sie hatte gehofft, dass er es nicht ansprechen würde. „Sie könnte mir alles nehmen, was ich jetzt habe!"

„Was?"

„Nun Harry, den sie anscheinend besser kennt als ich. Ginny, meine erste Freundin, weil sie schon länger befreundet sind und..."

„Und?"

„Und vielleicht auch die Anerkennung, die ich mir mit meinem Können erworben habe, sie soll ja in allem toll sein!" Lag es am Rotwein oder an dem Vertrauen was sie gegen über Snape hatte, dass sie ihre größten Ängste ausgesprochen hat.

Snape schüttelte den Kopf: „Ich denke du bist zu intelligent, um sich solchen Ängste hinzugeben. Hermine ist belesen und wissbegierig, sie ist eine starke Hexe, aber sie ist nicht so spontan wie du. Sie weiß viel, aber bei der Umsetzung bist du und die kleine Weasley ihr überlegen. Sie denkt zuviel.

Zum Thema Ginnys Freundin, na ja, wenn man ständig mit der Schwester seines besten Freundes zusammen ist, versteht man sich oder man hasst sich, ein zwischendrin gibt es nicht. Ginny braucht dich um endgültig selbstständig zu werden. Sie braucht eine große Freundin, die ihr was zutraut, mit der sie nicht nur Spaß hat, sondern die sie auch fördert und fordert. Nicht ein Molly Ersatz, der sie nur behütet."

Felicitas schaute nachdenklich auf ihr Glas, gerade als sie etwas erwidern wollte, erschien in Form eines Papierfliegers eine Memo im Zimmer. Severus hielt die Hand auf und faltete das Blatt auseinander.

Severus,

dringende Besprechung in meinem Büro,

Dumbledore.

Professor Snape reichte die Memo an Felicitas weiter. „Nur für mich!"

„Ich verschwinde gleich, wenn du mir versprichst, dass ich alles erfahre was wichtig ist?"

„Versprochen, mein Ehrenwort, reicht das dir?"

„Ja ich denke es reicht, muss kurz nur mal Harry fragen, ob er schon zurück ist?"

„Der Spiegel scheint sehr praktisch zu sein?" „Ja, aber wir befürchten, dass er nicht sicher ist. Willst du trotzdem Einen?"

Überrascht sah Snape sie an. „Bitte, für dich Severus!" Sie hatte aus ihrem Umhang einen weiteren Spiegel, mit der Anleitung von Remus herausgeholt. Ihren Ersatzspiegel wie sie es nannte. Seit ihre Mutter, ihr den Spiegel weggenommen hatte, trug sie immer einen zweiten bei sich. „Tschüß und vergesse dein Versprechen nicht!"

Snape seufzte: „Ich habe es dir versprochen!"