Disclaimer: Die Serie CSI NY gehört den Produzenten Bruckheimer / Zuiker!

Zum Kapitel:
Mac kommt und ist etwas fertig! Außerdem hält David seine Deadline nicht ein und bekommt Stress mit seinem Dad ...


Stephen hatte, nachdem Mac mit Jason gegangen war, ein wenig geschlafen oder vielmehr gedöst. Jetzt hockte er auf seinem Sofa, hatte die besockten Fuße auf dem Couchtisch abgelegt, die Fernbedienung in der rechten Hand und zappte etwas gelangweilt durch das Abendprogramm von Fox. Er bewegte seine Fuße leicht hin und her, während er versuchte gedanklich der neuen Actionserie zu folgen, die der Sender seit heute im Programm hatte, die er aber nicht von der ersten Sekunde an, gesehen hatte. Kurz sah er auf seine Armbanduhr. Es war schon ziemlich spät. Kurz nach zehn ...

Wo bleibt Mac?

Wenn sein Verlobter sich umentschied und doch noch bei Jason bleiben wollte, dann hätte Mac ihn doch angerufen und Bescheid gesagt!

Stephen legte die schwarze Fernbedienung neben sich auf das weiche Kissen und streckte sich ein Stück, um nach dem Telefon zu greifen, was er auf den kleinen Tisch gelegt hatte. Doch dann hörte er einen Schlüssel im Türschloss.

Aha ...

Er ließ das Telefon wieder fallen und drehte sich ein Stück in Richtung Lobby, wo jetzt die Tür leise geschlossen wurde. Zuerst sah er nichts. Dann zwei Sekunden später spazierte Mac leise mit den Schlüsseln in der Hand zum Sekretär und legte sie auf dem dunkelen Holz ab. Jetzt war der Cop in Stephens Blickfeld. Er warf Stephen kurz einen Blick zu, seufzte leise und ging dann weiter in die Küche. Den Mantel hatte er noch nicht ausgezogen.

Stephen sah ihm etwas verwirrt hinter her, schaltete dann den Flat-Screen aus und erhob sich vom Sofa. Schnell stieg er die drei Holzstufen hinauf, wandte sich nach links und betrat die kleine Küche, wo Mac sich jetzt an dem silbernen Kühlschrank bediente und eine Flasche Weißwein heraus nahm. Stephen legte den Kopf schief und beobachtete ihn still von der offenen Tür aus. Irgendetwas war passiert. Er sah, wie Mac die weiße Flasche auf der schwarzen Anrichte abstellte, den Kühlschrank zudrückte und dann ein Weinglas aus dem oberen Hängeschrank nahm, was er neben die Flasche stellte. Dabei warf er Stephen kurz einen Blick zu und der Arzt wusste sofort, dass etwas nicht nach Plan gelaufen war!

Stephen betrat langsam die Küche, ohne Mac aus den Augen zu lassen und lehnte sich dann mit dem Hintern an den weißen Küchentisch. Die Hände legte er auf der Tischplatte ab.

"Gib mir auch eins, bitte!"

Taylor öffnete erneut den Schrank, nahm ein weiteres Glas heraus und reichte es seinem Verlobten, der es abstellte und dann die neue Flasche öffnete. Mac lehnte sich an die Anrichte und sah Stephen dabei zu, wie er die schwarze Folie vom Korken zog, dann den Korkenzieher nahm, der fast immer auf dem Tisch lag und die Flasche abstellte um die Spitze des Ziehers hinein zu rammen. Er musste nicht so viel Kraft aufwenden und hatte sie innerhalb ein paar Sekunden geöffnet. Der Chirurg füllte die beiden Gläser und reichte eines Mac, der versuchte zu lächeln und sie stießen an.

Während Stephen einen Schluck von dem kalten Wein trank, beobachtete er Mac immer noch skeptisch. Er setzte das Glas ab, behielt es aber in den Fingern. "Wie ist es gelaufen, Mac?"

War ja klar, dass er was merkt ... Mac sah an die Zimmerdecke und seufzte leise. Die Frage war sicher begründet, so wie er sich ins Haus geschlichen und Stephen noch nicht mal ein Hi zugerufen hatte. Mac trank noch einmal, ohne eine Antwort zu geben. Auch er behielt den Stil des Glases in den Fingern, dann nach einem weiteren kritischen Blick von Stephen, öffnete er den Mund.

"Es ... ist nicht ganz so glatt gelaufen, wie ich es mir gewünscht habe!"

Stephen zog eine Augenbraue hoch. "Das heisst?"

"Er war sauer," zählte Taylor leise auf. "Er hat rumgebrüllt. Ich hab rumgebrüllt! Er hat es vorgezogen abzuhauen und dann haben wir eine kleine Verfolgungsjagd um den Block veranstaltet."

"Was," fragte Connors verwirrt. "Er ist abgehauen?! Ist das dein Ernst?"

Mac nickte leicht. Er setzte sein Glas auf dem Tisch ab, schnaubte und rieb sich dann mit beiden Händen durch das Gesicht. Den Mantel hatte er immer noch am Körper. Es war beinahe so, als hätte er vergessen ihn auszuziehen. Stephen legte den Kopf schief. Ihm war immer noch nicht ganz klar, was genau geschehen war, dass Mac jetzt so geschafft und in Gedanken versunken war. Natürlich war es niemals leicht, sein eigenes Fleisch und Blut - sein Kind - zu bestrafen, wenn es etwas verbockt hatte! Doch normalerweise konnte Mac das ganz gut wegstecken! Mac nahm seine Handflächen wieder von seinem Gesicht und Stephen konnte Tränen in seinen Augen sehen.

"Was," fragte der andere Mann erstaunt und löste sich sofort vom Tisch, um zu ihm zu gehen. Stephen legte Mac seine Hände hinter den Kopf und sah ihm eindringlich in die Augen. Doch Mac wandte den Kopf und den Blick von ihm ab. Stephen blieb jedoch hart. "He? Erzähl mir was passiert ist, Schatz. Komm schon. Hm?"

Sanft streichelte Stephen durch Macs kurzes, schwarzes Haar und drückte ihm dann seine Lippen auf den Mund. Die beiden Männer standen jetzt so dicht zusammen, dass der Arzt den heftigen Herzschlag seines Verlobten spüren konnte und es machte ihm etwas Angst. Stephen löste sich wieder von Mac und nahm dann eine Hand von seinem Haar. Er griff zur Seite, zog einen der Holzstühle unter dem Tisch hervor und drückte Mac leicht nach hinten.

"Setz dich hin, okay?"

Mac spürte wie sein Mund wieder trocken wurde. Er ließ sich auf dem Stuhl nieder und sah Stephen dabei zu, wie er sich seinen Stuhl nahm und ihn über die Fliesen und zu ihm hinüber zog. Der Arzt setzte sich Mac gegenüber, so dass sich ihre Knie berührten und nahm zärtlich Macs Hand und Finger.

Stephen streichelte über die Haut, während seine grünen Augen in die von Mac sahen. Liebevoll, zärtlich, besorgt und warm. Mit seinem Daumen fuhr Stephen leicht über die Knöchel von Macs rechter Hand, bevor er wieder den Mund öffnete, um herauszufinden, was denn nun eigentlich passiert war.

"Schätzchen? Er ... Jason lebt doch noch, oder?"

Doch anstatt eine Antwort zu geben, drehte Mac sich schluckend ein Stück von ihm weg, legte den linken Ellbogen auf den Tisch und ließ sein Gesicht in die offene Hand fallen. Er schüttelte leicht den Kopf. Seine warmen Hände zog er jedoch nicht aus Stephens Griff. Der Arzt beugte sich ein Stück nach vorne und strich Mac liebevoll über die Wange, doch bevor er wieder etwas fragen konnte, sah Mac ihn plötzlich an.

"Er ist fast in ein Auto gerannt," klärte Taylor ihn endlich leise auf. "Er hatte einen guten Vorsprung, weil er nur auf Socken unterwegs war und sich nicht die Schuhe angezogen hatte. Er ist rausgestürzt, als wir mit Reden fertig waren und ich bin hinter her gerannt. ... Dann war er plötzlich an der Ecke und ein Wagen kam angerast." Mac schüttelte immer noch fassungslos den Kopf, während Stephen ihm aufmerksam zu hörte. "Ich konnte ihn noch am Kragen packen und zurück ziehen, Steve. Aber ... er war so wütend und hat nichts mehr um sich herum wahrgenommen! Das war ... sehr knapp heute."

Stephen streichelte ihm weiter die Hand. "Aber es geht ihm jetzt gut, oder? Also, es ist nichts passiert?"

Mac seufzte leise. "Er ist nicht angefahren worden, wenn du das meinst. Aber er hat einen leichten Schock, denke ich."

Etwas fassunglos hob Stephen die Augenbrauen und riss den Mund auf. "Was?! Und das sagst du mir jetzt erst? Mac! Wieso rufst du mich nicht an, ich wäre schnell rübergekommen auch zu Fuß-"

Taylor sah ihn an und unterbrach ihn leise. "Er wollte nicht, okay? Ich habe ihm angeboten, dich anzurufen, weil er so geweint hat, aber er hat nein gesagt. Ich möchte ihn nicht zwingen, wenn es nicht dringend ist, Stephen. Er ruft an, wenn was ist!"

Der Arzt seufzte etwas genervt.

"Mac? Bist du sicher, dass es okay für ihn ist, wenn du jetzt hier bist und er ganz allein in eurem Haus im Bett liegt? Ich will damit nur sagen, dass du auch wieder rüber gehen und die Nacht bei ihm bleiben kannst, wenn du meinst, dass es für Jason besser ist! Das Auto hat ihn also nicht erwischt, ja? Es ist nur der Schock, mehr nicht?"

Mac konnte sehen und hören, dass sich sein Verlobter jetzt Sorgen um seinen Stiefsohn machte. Der Arzt kam in ihm durch! Und der überaus besorgte Dad!

"Ja," gab Mac zurück und nickte. "Ich bin sicher!"

Stephen beugte sich ein Stück näher zu ihm. "Okay, ich glaube dir das! Und geht es dir jetzt besser?"

Nicken. "Ja."

"Und du hast ihm klar gemacht, dass er so etwas nicht noch mal tun soll? Einfach wegrennen ohne richtig gerade aus zu gucken, meine ich?"

Taylor grinste leicht und seufzte leise. "Ja, keine Sorge. Ich hab ihm die Löffel lang gezogen dafür! Das wird er nicht noch mal bringen!"

Jetzt lächelte auch Stephen und gab Mac einen Kuss auf den Mund. Taylor ging darauf ein, packte Stephen am Hinterkopf und zog ihn noch näher zu sich. Stephens Herzschlag beschleunigte sich. Der Kuss wurde leidenschaftlicher. Mac schloss seine Augen, während Stephen seinen Oberkörper weiter nach vorne schob und schließlich auf stand. Taylor nahm seine Hände weg und stand ebenfalls auf. Schnell rupfte er sich den Mantel von den Schultern und setzte sich dann wieder. Der schwarze Mantel lag achtlos auf dem Küchenboden hinter dem Stuhl.

Mac zog Stephen auf seinen Schoß und umarmte ihn fest, während sie sich wieder küssten. Wenige Sekunden vergingen, bis sich Mac von ihm löste und ihm in die grünen Augen sah.

Er legte seine Hände auf Stephens Hintern. "Er war nicht so sehr von dem Gästezimmer begeistert ..."

"Oh," machte der Arzt und legte seine Hand an Macs Nacken. Sanft strich er mit den Fingerspitzen über die warme und weiche Haut. "Das kann ich verstehen, aber es geht leider nicht anders. Soll ich noch mal mit ihm sprechen?"

"Wir," erwiderte der Polizist deutlich. "Werden noch mal mit ihm sprechen, Schatz!"

"Okay!"

Taylor sah sich kurz um und spähte dann hinaus in die Lobby. Dann sah er wieder Stephen an. "Wo sind deine Chaoten eigentlich?"

Stephen rückte sich etwas auf Macs Oberschenkel zu recht und küsste ihn dann noch mal sanft auf den Mund. "Wen nennst du hier Chaoten?! David ist auf ner Party und Alex ist oben. Warum?"

Schulterzucken. Mac griff nach links und nahm Stephens Glas, was er ihm reichte und nahm dann sein eigenes in die Hand. "Hat mich nur interessiert, Häschen. Willst du mit mir ins Wohnzimmer gehen und da auf Davids Rückkehr warten?"

"Gute Idee, ja! Ziehst du dich denn noch um," fragte Stephen und zupfte dann an dem Stoff von Macs Hose herum. "Die ist doch bestimmt unbequem?"

Mac grinste und erhob sich dann vom Stuhl. "Zu Befehl, Sir!"

Stephen stand auf, nahm Macs Glas und drehte sich um. "Ich geh schon mal vor ..."

"Mach das und halt mir meinen Platz frei," sagte der Cop lächelnd und sah Stephen hinter her, der aus der Küche verschwand und die Richtung zum Wohnzimmer einschlug.

Taylor trat dann ebenfalls aus der kleinen Küche, löschte das Licht und spazierte die Wendeltreppe hinauf in das erste Obergeschoss, um sich umzuziehen. So down er auch drauf war, als er vor ein paar Minuten den Wagen geparkt hatte, so gut hatte ihm dieses kleine Gespräch mit Stephen schon wieder geholfen und ihn aufgebaut!

Einige Zeit später lag Mac mit seinem Kopf auf einem beigen Kissen, was Stephen auf seinem Oberschenkel drapiert hatte. Der Cop schlief, während sein Verlobter sich in die Lehne gedrückt hatte und wieder das Nachtprogramm durchzappte. Ein kurzer Blick auf die Uhr. David war bereits zwanzig Minuten überfällig! Stephen ließ erschöpft seinen Kopf gegen die Sofalehne kippen und legte seine rechte Hand auf Macs Brust. Sanft streichelte er ihn, um sich zu entspannen. Stephen schloss die Augen. Dann hörte er den Schlüssel in der Tür und wie sie geöffnet wurde. Na endlich ... Schritte.

Der Arzt öffnete seine Augen wieder und drehte seinen Kopf so, dass er auf die geschlossene Schiebetür sehen konnte Ein paar Sekunden vergingen, dann wurde sie zur Seite geschoben und ein um Atem ringender David stand auf der Treppe. Stephen sah seinen 15-jährigen Sohn an, hob dann eine Hand und krümmte einen Finger, ohne etwas zu sagen. David rollte in Gedanken mit den Augen, trat die drei Stufen hinunter und ging zu dem Sofa. Dort blieb er stehen und fuchtelte sofort mit den Händen herum, während er seinen Dad bittend an sah.

"Es tut mir leid," sagte er leise, doch von Reue fehlte jede Spur, das konnte Stephen heraus hören und sehen! "Ich ... ich hab die Zeit vergessen!"

Stephen beugte sich vorsichtig ein Stück nach vorne, achtete aber darauf, dass Mac nicht wach wurde. Seine Stimme war leise, aber streng. "Wenn ich dir eine Deadline gebe, mein Freund, dann erwarte ich, dass sie eingehalten wird! So war es früher und so ist es auch jetzt! Daran hat sich rein gar nichts geändert, David! Und ... Wie spät ist es eigentlich?"

David seufzte leise. Er wusste nur zu gut, dass diese Frage rein sarkastisch gemeint war und sein Vater ganz genau die Uhrzeit im Kopf hatte! Am Liebsten hätte er nicht geantwortet, aber ihm blieb leider nichts anderes übrig.

"Es ist ein Uhr 26, Sir!"

Nicken. "Sehr gut! Das heisst deine Uhr funktioniert noch und meine auch. Also wo ist bitte das Problem pünktlich wieder hier auf der Matte zu stehen, David?"

Sein blonder Sohn kniff frustriert die Augen zusammen. "Es. Tut. Mir. Leid, Dad!"

Der Arzt öffnete den Mund. Er war etwas überrascht von dem respektlosen Ton, den sein Junge jetzt bei ihm anschlug. Normalerweise würde sich David das niemals trauen und schon gar nicht wenn er eh schon tief in der Scheisse steckte! Stephen sah noch mal hinunter auf Mac, der sich etwas bewegte, doch scheinbar noch schlief. Zwei Sekunden später galt sein Blick wieder David. Der Fernseher lief immer noch, doch Stephen stellte jetzt den Ton leiser. Er legte den Kopf schief und die Fernbedienung neben sein Bein.

"Komm mal her."

David schluckte. Der Ton in der Stimme seines Vaters war alarmierend. Langsam ging David auf ihn zu. Als er in Stephens Reichweite war, raste seine rechte Hand nach vorne und packte seinen Sohn am Kragen der Jacke. Ohne zu zögern riss Stephen ihn ein Stück hinunter und zu sich. Seine Augen funkelten wütend.

David stotterte sofort drauf los. "Ich ... es ... es tut mir leid, Dad, ich-"

"Scht," zischte Stephen wütend, aber leise. David verstummte sofort und Stephen sprach weiter. "Sei froh, dass Mac hier liegt und schläft, David, sei froh! Du sprichst nicht mit mir in einem solchen respektlosen Ton, ist das klar?" Nicken. "Ich hatte dir gesagt, du sollst um Punkt eins hier sein und das warst du nicht! Das ist Fakt! Hättest du einen guten Grund gehabt, zu spät zu kommen und hättest du mich angerufen um Bescheid zu sagen, würde ich vielleicht über diesen Regelbruch hinweg sehen. Aber-"

"Dad," jammerte sein Sohn jetzt genervt. "Bitte!"

Stephen ließ ihn los und David stolperte ein Stück zurück. Der Arzt fixierte ihn immer noch. "Wieviel Bier hast du getrunken?"

"Zwei!"

"Und was noch?"

David atmete tief durch, hob die Hände und ließ sie in einer eindeutigen Geste wieder fallen. "Nichts, Dad! Nur die zwei Bier, die du mir gegönnt hast! Das war's!"

"Wirst du jetzt auch noch laut," fragte der schwarzhaarige Mann sein Kind sauer. "Eigentlich hatte ich nicht vor, Mac aufzuwecken, in dem ich hier rumschreie, aber wenn du darauf bestehst, dann-"

"Nein, nein. Ist ... schon gut. Entschuldige bitte. Ich habe zwei Bier getrunken, Dad. Mehr nicht!"

Connors atmete tief durch, doch nickte dann. "Es geht doch! Aber dein feindseliger Ton hat mir gar nicht gefallen, hörst du? Deswegen wirst du uns allen Morgen Frühstück machen, okay?"

David runzelte die Stirn. "Was?! Ich soll ..."

"Du hast mich schon verstanden, ja? Du machst der ganzen Familie Frühstück und Jason werden wir Morgen auch noch einladen!"

"Morgen ist Sonntag!"

Jetzt reicht es! Stephen sah auf Mac hinab und kraulte ihn am Kinn. "Schätzchen, aufwachen! Ich muss mal eben aufstehen!"

Taylor bewegte sich leicht und schlug dann gähnend die Augen auf. Als er Stephens verärgertes Gesicht über sich sah, stutzte er überrascht. "Was?"

"Lässt du mich mal eben aufstehen? Ich muss meinen Sohn sein Gehirn wieder in den Kopf zurückstopfen!"

Stephen hob wieder den Blick und sah David an, der jetzt etwas panisch wirkte. Während Taylor sich bewegte und seinen Oberkörper anhob, damit Stephen unter ihm raus klettern konnte, streckte der Arzt eine Hand aus und zeigte in die Lobby.

"Küche, David!"

David sagte nichts mehr, wandte sich aber frustriert um und ging zu den Stufen hinüber, die in die Lobby führten. Stephen stand auf, rieb sich den Kopf und marschierte hinter her. Sein Verlobter blieb zurück. Als der Chirurg wenig später in der Küche stand, hatte sich David mit dem Hintern an die sichere Anrichte gelehnt, um so eventuell Stephens Hand zu entgehen.

Doch gerade als Stephen ihn maßregeln wollte, hörten sie Schritte auf der Treppe. Stephen drehte sich um und sah seinen anderen Sohn, der jetzt auf der untersten Stufe stand und zu ihnen hinüber blickte.

Als Alex David mit seinem Vater in der Küche stehen sah, war ihm sofort klar, dass sein kleiner Bruder Ärger am Hals hatte. Wahrscheinlich war er zu spät gekommen! Alex lachte laut los.

"DU BIST ZU SPÄT?!"

Wieder lachte er, doch Stephen unterbrach ihn sofort, noch bevor David ihm an den Kragen gehen konnte. "Alexander! Gib Ruhe bitte und geh wieder nach oben! Das ist eine private Unterhaltung okay?"

Sein schwarzhaariger Sohn schloss den Mund und drehte sich wieder um. Langsam lief er die Stufen hinauf und war wenig später verschwunden. Auch Stephen drehte sich wieder um, nahm dann jedoch beide Hände nach hinten und zog die weiße Schiebetür zu.

Als sie Privatsphäre hatten, verschränkte Stephen die Arme vor der Brust und sah David finster an. "David? Möchtest du lieber vor dem Schlafengehen über meine Knie? Das können wir gerne tun, wenn du drauf bestehst?"

Etwas geschockt schüttelte David den Kopf und presste sich näher an die Anrichte. "Nein, Sir!"

Stephen machte drei Schritte nach vorn, bis er neben dem weißen Tisch stand und zeigte mit dem Finger auf seinen Sohn. Seine Stimme war immer noch leise und gefasst. "Dann schlage ich vor, dass du dich mit deiner kleinen Rebellion jetzt vollkommen zurück hälst! Du hast dich verspätet! Und du hast nicht Bescheid gesagt, obwohl du ein Handy hast, wenn ich mich richtig erinnere? Es ist dein Fehlverhalten und du wirst dafür grade stehen! Mit anderen Worten: Ich erwarte Morgen früh, dass der Tisch gedeckt ist und Frühstück bereit steht und zwar für alle Familienmitglieder inklusive Jason! Haben wir uns jetzt verstanden?"

David nickte schnell. "Ja, Sir."

Stephen hob mahnend einen Finger. "Neun Uhr! Frische Brötchen vom Bäcker wären super! Croissants, Eier und Speck! Eben alles, was lecker ist!" Der Mann grinste leicht, ging dann auf David zu und schloss ihn liebevoll in die Arme. David lehnte sich an ihn, schlang seine Arme um seinen Vater und ließ sich drücken. Es tat gut, ihm wieder so nahe zu sein. Plötzlich hörte David ein Flüstern. "Und verschlaf nicht, okay?"

David grinste. "Nein, nein!"

Sekunden vergingen. David drückte sein Gesicht in Stephens Pullover und atmete den guten Duft seines Vaters ein. Stephen legte ihm eine Hand auf das Haar.

"Gut! Ist dein Gehirn jetzt wieder an seinem Platz?"

"Ja, ja!"

"War die Party okay, oder? Ich meine ist irgendwas passiert?"

David drückte sich von ihm weg. "Nein, es ... ich hab mit den Jungs gequatscht und darüber die Zeit vergessen ehrlich! Und ich hatte wirklich nur die zwei Bier und den Rest Pepsi."

"Ich glaub dir das, David," gab Stephen zurück, lächelte und küsste seinen Sohn auf die Stirn. Schnell wuschelte er ihm noch mal durch das Haar, legte einen Arm um seine Schulter und sie gingen durch die Küche.

David schaltete das Licht aus. In der Lobby trennten sich Vater und Sohn und Stephen ging wieder ins Wohnzimmer, wo Mac jetzt auf dem Sofa sass und gähnte.

Stephen setzte sich dicht neben ihn und legte eine Hand auf seinen Oberschenkel. Mit dem Daumen fuhr er über den Stoff der Trainingshose.

"Sollen wir schlafen gehen, Schatz? Wir haben immerhin nächsten Samstag eine Hochzeit ..."

"Das ist schon nächsten Samstag?"

Der Arzt schlug ihm spielerisch auf die Schulter. "Du Arsch!"

Taylor grinste breit. "Entschuldige, Schätzchen. Natürlich weiss ich wann unsere Hochzeit ist ..."

Er beugte sich zu Stephen und gab ihm einen Kuss auf die Lippen. Mit der rechten Hand hielt er seinen Kopf in Position und der Kuss wurde intensiver. Stephens Atem ging schneller. Er ließ sich nach hinten auf das Sofa fallen, bis Mac auf ihm lag. Mac löste sich wieder von ihm und streichelte Stephen durch das dichte Haar, während er ihm in die grünen Augen starrte.

Connors grinste wieder und leckte sich die Lippen. "Ich weiss, dass ich schöne Augen habe ..."

Jetzt musste Taylor lachen und legte eine Hand auf Stephens Brustkorb, der sich in regelmäßigen Abständen hob und senkte. "Das wollte ich eigentlich nicht sagen, Schatz!"

"Was denn?"

"Ich bin wahnsinnig glücklich, dass ich dich kennen gelernt habe und dass, du meinen Antrag in Miami angenommen hast," raunte Mac Stephen leise zu, während er sanft mit den Fingern über das Hemd seines Verlobten streichelte. "Denn wenn du nein gesagt hättest ..."

Stephen grunzte leicht und unterbrach ihn sanft. "Als ob ich nein gesagt hätte!"

"Ganz ehrlich," fuhr Taylor lächelnd fort. "Wenn du nein gesagt hättest, dann hätte ich dich abgeknallt!"

"Und meine Kinder zu Halbwaisen gemacht," fragte Stephen verblüfft und gab Mac einen Kuss auf die Lippen. "Das glaub ich dir nicht! Außerdem würdest du dann im Knast vor dich hingammeln und du hättest den armen Jason zum Vollwaisen gemacht, Mac! Also vergiss es!"

"Stimmt auch wieder!"

"Gut," erwiderte Stephen lächelnd. "Dann haben wir das jetzt geklärt, ja? Also Detective Taylor? Würden sie mir die Ehre erweisen, sie nächsten Samstag zum Mann zu nehmen? Sie zu lieben und zu ehren bis d-"

Jetzt gab Mac ihm einen Stoß vor die Brust und stand langsam und vorsichtig auf. "Spar dir das für Samstag auf, Stevie! Ich möchte dein Gelöbnis vorher nicht hören, okay? Außerdem schließen wir vor Gott eh nichts ab, schon vergessen? Die Zeremonie wird nur für uns, unsere Familien und unsere Freunde sein! Gott hasst uns jetzt schon!"

Taylor stand vom Sofa auf und Stephen machte es ihm nach und griff nach Macs Hand. Ihre Verlobungsringe berührten sich. Stephen schloss seine Hand um die von Mac. "Ich weiss! Wir kommen in die Hölle, aber das ist mir egal, so lange wir nicht getrennt werden, Mac!"

"Gute Antwort! So sehe ich das auch! Was muss denn bis Samstag noch alles getan werden?"

Stephen überlegte. "Die Gäste sind eingeladen: Brian kommt mit Justin aus Pitts, mein Bruder kommt mit Sully aus West Virginia, meine beiden Kollegen," grübelte Stephen. "Was ist denn mit deinem Team? Die kommen doch komplett oder?"

Sein Verlobter grübelte. "Sully? Sein First-Lieutenant? Entschuldige aber, wann hast du das denn entschieden?"

Stephen atmete tief ein. "Rick hat mich angerufen und wollte schon absagen, weil es Sully im Moment nicht so gut geht. Sein Pferd ist gestorben, Mac. Und Rick hat Angst, Sully allein auf der Base zu lassen, weil er dann vielleicht ... austicken könnte. Ich habe ihm angeboten, dass er den Jungen mitbringen kann, weil ich doch sehr gerne meinen großen Bruder hier hätte. Und auf einen mehr am Tisch, kommt es doch auch nicht an oder?"

Nicken. "Nein, natürlich nicht! ... Ja von meiner Sippe kommen Stella, Danny, LIndsay, Flack, Sheldon und Adam!"

"Okay," gab Stephen zurück und zählte weiter. "Plus die Nachbarn ... Das waren alle."

Mac grinste. "So unbeliebt sind wir doch gar nicht?"

Jetzt lachte der Arzt. "Tja! Wir haben keine Eltern mehr ... Du hast keine Geschwister! Meine ältere Schwester lebt nicht mehr? Wen möchtest du denn noch einladen?"

Taylor zuckte die Schultern. "Nein, niemanden mehr! Ist ... schon gut! Wir sind komplett!"

"Okay," sagte Stephen. "Das Catering ist bestellt und die Leute für die Deko, der Kerl für die Zeremonie! Blumen, Stühle! Für die Übernachtungsmöglichkeiten ist gesorgt. Musik, Getränke, die Torte ..."

Mac lächelte leicht. "Du bist ein Organisationstalent! Ich glaube wir haben wirklich an alles gedacht!"

"Sag ich doch! Hast du dir den Montag auch frei genommen, Schatz?"

"Natürlich, Schatz! Und sogar den Dienstag damit wir etwas Zeit für uns haben! Die Jungs quartieren wir bei mir ein!"

"Das klingt ... spannend! Die Gäste kommen Freitag schon und hauen Sonntag und Montag wieder ab!"

Nicken.

Stephen seufzte leise und gähnte dann. "Komm, wir gehen schlafen, okay?"

Mac nickte. "Gute Idee! Was war mit David?"

Mac stellte den Fernseher aus. Dann ließ der Cop sich von seinem Verlobten zur Treppe ziehen. Stephen gab ihm eine Antwort. "Er hat die Deadline nicht eingehalten und macht uns deswegen Morgen Frühstück! Das hat er zuerst nicht ganz eingesehen!"

"Okay," erwiderte der Cop und trat mit Stephen aus dem Zimmer. Der Arzt löschte das Licht und schloss die Haustür ab. Langsam schlenderte Mac die Treppe hinauf und Stephen folgte ihm. Auf der Treppe, drehte sich Mac wieder zu ihm um. "Dann gibt es also Morgen Frühstück alla David, ja? Ich bin gespannt!"

Mac ging weiter. Stephen grinste, als sie den Absatz und das Obergeschoss erreichten. "Ich habe Croissants für uns bestellt! Frische!"

"Wow!"

"Ja, ich bin auch mal gespannt ob er das auf die Reihe kriegt ..."

Stephen grinste immer noch. Die beiden Männer gingen ins Schlafzimmer. Dort zogen sie sich aus und Mac verschwand im Bad. Stephen sagte den Jungs noch Gute Nacht und gesellte sich dann zu seinem Verlobten vor das Waschbecken.

Nur wenige Minuten später, war auch im Bad wieder das Licht gelöscht und Stephen lag dicht an Mac gekuschelt in seinem Ehebett und schloss müde die Augen. Wenn Jason Morgen zu ihnen kommen würde, würde Stephen ihn sich noch mal ansehen und sich selbst ein Bild von seinem Zustand machen. Er glaubte zwar Mac, dass nichts passiert war, aber sein Verlobter war nun mal Polizist und kein Arzt, oder? Ein tiefer Schock, konnte auch gut später oder verzögert einsetzen! Tief atmete er ein. Er würde es ja sehen! Jason wusste, dass er anrufen sollte, egal ob abends oder nachts, wenn etwas nicht stimmte. Und falls nicht und Jason etwas verschweigen oder einfach nicht sagen sollte, nur um keinen Aufstand zu machen - dann würde Stephen ihm den Kopf abreißen!

Zärtlich legte er eine Hand um Macs Oberkörper und Brustkorb, streichelte ihn sanft über den Stoff des grauen T-Shirts und driftete dann wenig später in einen tiefen und erholsamen Schlaf ab.

Tbc ...


AN: Ich mag die Szenen von Stephen und Mac total :) Erst wo Mac total fertig nach Hause kommt und Stephen nicht weiss, was los ist ... Und dann wo sie zusammen im Wohnzimmer auf dem Sofa liegen und über die Hochzeit reden :) Ok, den Anschiss von Stephen, wo David zu spät kommt, finde ich natürlich auch klasse! Danke fürs Lesen und die lieben Reviews! Im nächsten Kapitel machen wir einen Zeitsprung und frühstücken zusammen *grins* Alles Liebe, eure Vanessa