An diesem Kapitel hatte ich ganz viel Spaß - vermutlich habe ich vorher zuviel Colin Forbes gelesen. *räusper*

Als Beta hat sich wieder Faithful Magewhisper geopfert. Danke!


Kapitel 28

Besprechungen

„Und Sie bleiben dabei, dass Sie nicht wissen wo Harry Potter sich derzeit aufhält?", Thicknesse beugte sich über seinen Schreibtisch und funkelte Minerva an.

„Ja, Minister", erwiderte sie ruhig. „Es sind Sommerferien, während dieser Zeit kümmere ich mich für gewöhnlich nicht darum wo sich meine Schüler aufhalten und was sie treiben."

„Für gewöhnlich?", hakte er nach.

„Solange sie keinen Unsinn anstellen und heimlich zaubern und dergleichen", erwiderte sie achtlos. „Sie wissen doch, dass der wiederholte Verstoß gegen das Geheimhaltungsabkommen mit einem Schulverweis geahndet wird. In einem solchen Fall müsste mich der Aufenthaltsort und das Benehmen meiner Schüler interessieren, aber alles andere ist ihre Privatsache."

„Merkwürdigerweise waren Sie nicht auffindbar als Potter verschwand", knurrte Thicknesse und versuchte es von einer anderen Seite.

„Wo waren Sie in der ersten Augustwoche?"

„Ich habe Urlaub gemacht", erklärte Minerva und schlug gelassen die Beine übereinander. „Sie werden zugeben, dass das Leben als Lehrer unter normalen Umständen schon recht stressig sein kann und dass die Geschehnisse der letzten Monate besonders anstrengend und aufwühlend waren."

„Sicher. Warum wusste denn niemand von Ihrem so genannten Urlaub?", feuerte er dann die nächste Frage auf sie ab.

Minerva hob die Brauen. „Ich wusste nicht, dass ich dazu verpflichtet bin dem Ministerium meine Freizeitgestaltung mitzuteilen. Falls Ihnen meine Auskunft weiterhilft und es Ihren Tag verschönern sollte, ich hatte das spontane Bedürfnis nach Ruhe und Frieden und war ein paar Tage lang in Frankreich."

„In Frankreich?", wiederholte Thicknesse stirnrunzelnd. „Warum ausgerechnet dort?"

„Warum nicht dort?", konterte Minerva. „Wie Sie sicher wissen, bin ich hier eine recht bekannte Person. Angenehmerweise ist das im Ausland nicht der Fall. Ich konnte also davon ausgehen, dass mich niemand erkennt und niemand irgendetwas von mir will. Zudem heißt es immer, dass die Bretagne zu dieser Jahreszeit besonders schön sein soll. Also habe ich mich ein paar Tage dorthin aufgehalten und mich persönlich von dieser Tatsache überzeugt. Sollten Sie auch einmal in Erwägung ziehen, Minister. Ein paar Tage Urlaub in einer ruhigen und friedvollen Umgebung würden Ihnen sicher auch nicht schaden", fügte sie höflich hinzu. „London erscheint mir in letzter Zeit ein sehr bedrückender Ort geworden zu sein."

„Haben Sie irgendwelche Zeugen dafür, dass Sie tatsächlich dort waren?", setzte er die Inquisition fort, ohne sich um ihren letzten Kommentar zu kümmern.

„Wozu wollen Sie Zeugen?", fragte Minerva verwundert. „Habe ich mir etwas zuschulden kommen lassen?"

„Beantworten Sie nur meine Frage", erwiderte er knapp.

„Es geht Sie zwar nichts an, aber wenn es der Wahrheitsfindung dient", bemerkte sie achselzuckend. „Nein, es kann niemand bezeugen, dass ich dort war. Wie ich vorhin schon sagte, war ich auf der Suche nach Ruhe und Frieden und nicht darauf aus mich mit Menschen abzugeben."

„Und das soll ich Ihnen glauben?"

„Es wird Ihnen nicht viel anderes übrig bleiben, Thicknesse", antwortete Minerva ruhig. „Wenn Sie keine weiteren Fragen an mich haben, würde ich jetzt gerne gehen. Ich muss noch einige Dinge in London erledigen bevor ich nach Hogwarts zurückkehre."

„Soso, einige Dinge erledigen? Welche denn?", fragte er lauernd.

Minerva schüttelte den Kopf. „Ich verstehe den Grund für Ihre Frage nicht."

„Sie wollen sich nicht noch mit jemanden treffen?"

„Nein. Ich hatte vor in der Winkelgasse einzukaufen. Ich brauche ein paar neue Federn, Tinte, Pergament und dergleichen. Außerdem habe ich das Bedürfnis mir neue Lektüre anzuschaffen. Lesen bildet bekanntlich", erklärte sie und warf ihm einen Blick zu, der deutlich besagte, dass ihm ein wenig dieser besagten Bildung auch nicht schaden würde.

„Na schön", sagte er langsam. „Sie können gehen. Aber Sie werden sich bereithalten nötigenfalls weitere Fragen zu beantworten und Sie werden das Land nicht verlassen."

„Das hatte ich nicht vor", erwiderte sie knapp, wobei sie völlig offen ließ auf welchen Teil von Thicknesses Aussage ihre Antwort zutraf. Sie erhob sich würdevoll.

„Guten Tag, Minister."

Mit erhobenem Haupt rauschte sie aus dem Büro, er starrte ihr mit zusammengekniffenen Augen nach.

Im Atrium warf sie einen hasserfüllten Blick auf die neue Statue, die den früheren Brunnen ersetzte. Sie fand es unethisch und grauenhaft, dass das Ministerium sich für eine solche Abscheulichkeit entschieden hatte: Die Statue eines prachtvoll gewandeten Zaubererpaares, die auf den verzerrten Körpern von Muggeln thronten. Sie schauderte als sie daran dachte welche Geisteshaltung hinter diesem Kunstwerk steckte und beeilte sich aus diesem finsteren Ort fortzukommen.

Minerva rechnete damit, dass man sie überwachte, also machte sie das, was sie dem Minister gesagt hatte und kaufte in der Winkelgasse ein. Sie ließ sich bei ihren Besorgungen Zeit und erfreute sich heimlich daran, dass ein eventueller Verfolger sich sicher unglaublich langweilen musste während sie pedantisch Federn auswählte und Pergament und Tinte einkaufte. Schließlich machte sie noch einen Besuch bei Flourish & Blotts, um in Ruhe ein wenig zu stöbern und sich ein paar Bücher anzusehen. Dabei unterhielt sie sich ausführlich mit dem alten Mr. Blotts, der sich sichtlich über ihre Aufmerksamkeit freute und bereit schien unendlich viele Bücher aus den Stapeln zu ziehen und ihr zu zeigen, während er unaufhörlich vor sich hin schwatzte. Schließlich kaufte sie ein paar der Bücher, die der alte Herr ihr gezeigt hatte und ließ sie lange genug auf der Theke liegen, damit jeder sehen konnte, dass es sich um unverfängliche Titel handelte, schließlich wollte sie den alten Herrn nicht in Schwierigkeiten bringen.

Schwer bepackt mit ihren Einkäufen schlenderte sie die Winkelgasse entlang und suchte in den Spiegelungen der Schaufenster unauffällig nach Anzeichen, dass sie verfolgt wurde. Ein untersetzter Mann in einem unauffälligen braunen Umhang schien ihr ein wenig zu häufig in ihrer Nähe herumzustehen und sich ein wenig zu intensiv mit den Auslagen zu beschäftigen als sie sich herumdrehte.

Sie war sich sicher ihn in der Buchhandlung gesehen zu haben und beschloss ihren Verdacht, verfolgt zu werden, zu überprüfen.

Ein verschmitztes Lächeln schlich sich auf Minervas Gesicht und sie beschloss sich zunächst bei Qualität für Quidditch umzusehen und ließ sich von einem hilfsbereiten Verkäufer in ein langes Gespräch verwickeln, bei dem die Aufstiegschancen von Eintracht Pfützensee ausgiebig beleuchtet wurden. Dann entschuldigte sie sich höflich dafür ihm seine Zeit gestohlen zu haben und machte sich wieder auf um spaßeshalber bei Madam Malkins ein paar Roben anzuprobieren und auf diese Art und Weise den neuesten Tratsch in Erfahrung zu bringen. Schließlich kaufte sie sich einen neuen Umhang mit Schottenkaros und verließ mit einem fröhlichen Lächeln das Geschäft. Aus den Augenwinkeln sah sie, dass der untersetzte Zauberer in braun ihr immer noch an den Hacken klebte und beschloss noch eine Tasse Tee zu trinken, bevor sie sich auf den Heimweg machte.

Beim nächsten Cafe setzte sie sich an einen freien Tisch und packte ihre Einkäufe auf den Stuhl neben sich. Sie bestellte ihren Tee, nahm eines ihrer neuen Bücher heraus und las ein wenig darin, während sie genüsslich ihren Tee trank.

Dann beschloss sie, dass sie die Geduld ihres Verfolgers genug strapaziert hatte und machte sich auf den Rückweg.

Als sie die Winkelgasse in Richtung des Tropfenden Kessels hinunterging, meinte sie einen erleichterten Ausdruck auf dem Gesicht des Mannes zu sehen und fühlte sich kurz versucht einen Sprung in die Magische Menagerie zu machen, unterdrückte diesen Impuls aber und schlenderte weiter bis sie im Hinterhof des Tropfenden Kessels ankam. Sie verlagerte ihre Pakete etwas bequemer in den Armen und disapparierte.

Poppy wartete schon ungeduldig auf sie und ihre Augen weiteten sich, als sie Minerva bepackt mit ihren Einkäufen in die Eingangshalle treten sah.

„Hast du sie nicht mehr alle?", schimpfte sie anstatt einer Begrüßung, „ich warte hier auf dich und mache mir Sorgen, weil du nicht zurückkommst und du hast den Nerv und gehst einkaufen?"

„Beruhige dich, Poppy", sagte Minerva kurz, „Ich muss dir etwas erzählen. Komm mit."

Sie bugsierte ihre Einkäufe mit einem Schwebezauber vor sich her in ihre Räume, wo sie sie achtlos ablegte, bevor sie sich zu Poppy umdrehte.

„Setz dich doch", wies Minerva mit einer Handbewegung in Richtung Sofa an. „Tee?"

„Bitte", grollte Poppy immer noch ein wenig eingeschnappt, weil Minerva sie hatte warten lassen.

Minerva machte Tee für sie beide und setzte sich Poppy gegenüber in ihren Lieblingssessel.

„Es war so, wie ich es mir gedacht hatte. Thicknesse wollte wissen ob ich wüsste, was auf dem Astronomieturm passiert ist und wo Harry sich aufhält. Er wurde ein wenig ungehalten, als ich letzteres nicht wusste und hat mich einem regelrechtem Verhör unterzogen."

„Einem Verhör?" Poppy verschluckte sich beinahe an ihrem Tee.

„Ja", bestätigte Minerva. „Er wollte wissen, warum ich kürzlich weg war, wo ich gewesen bin und ob ich Zeugen dafür hätte, dass ich nur Urlaub gemacht habe. Habe ich natürlich nicht, wer denkt denn an so etwas? Ich habe ihm erklärt, dass ich auf der Suche nach Ruhe und Frieden war und dem Kontakt mit Menschen ausgewichen bin, aber das schien ihn nicht zu überzeugen. Er vermutet wahrscheinlich, dass ich Harry verstecke oder weiß wo er ist."

„Weißt du es?"

„Nein, leider nicht", erwiderte Minerva. „Oder Merlin-sei-Dank nicht. Jedenfalls habe ich ihm noch einmal erklärt, dass es mir neu wäre, dass ich das Ministerium über meine Freizeitgestaltungen informieren muss und so weiter. Als es mir dann endgültig zu bunt wurde, habe ich gesagt, dass ich noch etwas zu erledigen hätte und ob ich gehen könnte."

„Konntest du?"

„Er wollte wissen, ob ich vorhätte mich mit jemandem zu treffen und ich habe behauptet, ich wollte noch in der Winkelgasse einkaufen, Federn, Tinte und so weiter. Na, er schien das nicht so ganz zu schlucken und wies mich an mich für weitere Befragungen bereitzuhalten und hat mir gesagt, dass ich das Land nicht verlassen darf."

„Und was hast du gemacht?"

„Ich wollte sehen, ob er mir jemand hinterher schickt und bin also tatsächlich in die Winkelgasse gegangen. Ich habe Federn, Tinte und Pergament gekauft und mich ausgiebig bei Flourish und Blotts umgesehen. Ich hatte eine wirklich nette Unterhaltung mit Mr. Blotts und als ich herauskam, fiel mir ein untersetzter Mann in einem braunen Umhang auf. Dann bin ich in den Quidditchladen gegangen und habe mich lange mit einem der Verkäufer unterhalten, während der Kerl draußen den Feuerblitz im Schaufenster bestaunte. Als ich den Laden verließ wechselte er zum nächsten Schaufenster, also bin ich zu Madam Malkins gegangen und habe ein paar Roben anprobiert und einen neuen Umhang gekauft und mich gleich noch ein wenig über den neuesten Tratsch informiert. Nun ja, brauner Umhang stand immer noch draußen als ich den Laden verließ,

also habe ich noch eins draufgesetzt, mir in einem Café einen Tee getrunken und in einem meiner neuen Bücher geschmökert. Auf dem Rückweg durch die Winkelgasse hatte ich diesen Mann immer noch an den Fersen hängen. Allerdings wirkte er sichtlich erleichtert, als er merkte, dass ich auf dem Rückweg bin."

„Das Ministerium beobachtet dich also", resümierte Poppy nachdenklich, „und was machst du jetzt?"

„Das, was ich immer mache", erwiderte Minerva. „Ich kann mir gut vorstellen, dass der gute Thicknesse sehr enttäuscht war, dass sein Spion stundenlang durch die Winkelgasse laufen musste um mir beim Einkaufen zuzusehen. Ich habe mir bei allem viel Zeit gelassen, Mr. Blotts war ganz begeistert, dass er mich so lange mit Beschlag belegen durfte und ich nicht sofort wieder geflüchtet bin."

„Ich hoffe es bekommt niemand Schwierigkeiten wegen deiner Manöver", bemerkte Poppy.

Minerva schüttelte den Kopf. „Das kann ich mir nicht vorstellen. Ich habe meine Bücher lange genug auf der Theke liegen lassen, damit jeder sehen konnte, dass es sich um gewöhnliche Bücher handelt und bei Qualität für Quidditch stand die Tür offen. Ich schätze, er hat jedes Wort gehört, dass ich über Eintracht Pfützensee verloren habe. Ich habe kurz überlegt Weasleys magische Zauberscherze aufzusuchen, aber ich wollte Fred und George nicht in Schwierigkeiten bringen. Es wäre doch ein wenig sehr ungewöhnlich für mich Scherzartikel zu kaufen und die Magische Menagerie auf dem Rückweg habe ich mir auch heldenhaft verkniffen. Es ist sicher allgemein bekannt, dass ich kein Haustier habe. Es hätte doch etwas merkwürdig gewirkt."

„Allerdings", stimmte Poppy trocken zu.

„Ich war auch in Versuchung mich einfach umzudrehen und den Mann anzusprechen, habe mir das dann aber auch heldenhaft verkniffen. Soll Thicknesse ruhig glauben, dass ich keine Ahnung habe, dass er mich beobachten lässt. Brauner Umhang würde ich auf jeden Fall wieder erkennen und ich lege keinen Wert darauf, dass er mir jemanden hinterherschickt, der sich geschickter anstellt."

„Klingt alles nach einem ziemlichen Abenteuer", meinte Poppy, „wenn die Sache nicht so ernst wäre, würde ich darüber lachen wie du den Mann an der Nase herumgeführt hast. Du und gemütlich einkaufen gehen, das hätte ich zu gerne gesehen! Wo du das doch sonst als notwendiges Übel ansiehst und so schnell wie möglich durch die Geschäfte hetzt."

„Tja, du weißt das. Brauner Umhang wusste das aber nicht", erwiderte Minerva und schenkte ihnen beiden Tee nach.

„Aber das Schlimmste war die neue Statue im Ministerium", sagte sie dann nachdenklich.
„Du weißt ja sicher, dass der Brunnen der magischen Geschwister bei dem Kampf im Ministerium zu Bruch gegangen ist als Du-weißt-schon-wer zurückgekehrt ist?"

Poppy nickte kurz. Der Tagesprophet hatte ausgiebig darüber berichtet.

„Nun, anstelle dieses Brunnen haben sie eine neue Statue aufgestellt, aus schwarzem Stein, die einen Zauberer und eine Hexe darstellt, die auf einem Thron zu sitzen scheinen. Aber bei genauerer Betrachtung sitzen sie auf Hunderten von Muggeln, die unter Qualen das Gewicht des Paares tragen müssen. Geschmückt mit der Inschrift 'Magie ist Macht'." Minerva legte ätzende Schärfe in die letzten Worte.

„Nun wissen wir woher der Wind weht."

„Minerva, das ist ja furchtbar! Wie kann man nur so tief sinken!" Poppy war ehrlich entsetzt. Minerva nickte grimmig.

„Und dann hast du noch den Nerv gehabt, diesen Spion auszutricksen? Das hätte ich mich gar nicht mehr getraut", bekannte Poppy und bedachte Minerva mit einem bewundernden Blick. „Ich wäre vermutlich auf dem schnellsten Weg hierher zurückgekehrt, um allem Ärger aus dem Weg zu gehen. Ich glaube auch nicht, dass ich dem Minister hätte ruhig Rede und Antwort stehen können."

„Nervöses Herumgezappel hätte mich nur verdächtig gemacht", sagte Minerva, „aber natürlich war ich nicht so ruhig und gelassen wie es ausgesehen hat. Aber die ständigen Gefechte mit Severus waren wohl doch eine recht gute Übung dafür."

Poppy sah Minerva nachdenklich an. „Weißt du, das ist das erste Mal seit der Nacht von Albus Tod, dass ich höre, dass du seinen Namen aussprichst."

Minerva zuckte die Achseln. „Bislang hatte ich keinen Grund dazu. Außerdem bekomme ich einen schlechten Geschmack im Mund, wenn ich nur an ihn denke!"

Ermutigt durch Minervas ruhige Reaktion, wagte Poppy einen neuen Vorstoß: „Und was ist mit Septima?"

„Was soll mit ihr sein?", fragte Minerva und gab sich verständnislos.

„Ich meine euren lautstarken Krach von neulich. Es sieht dir so gar nicht ähnlich deinem Unmut in einer solchen Weise und für alle hörbar Luft zu machen. Was ist zwischen euch geschehen?"

„Ich würde es als unüberbrückbare Differenzen bezeichnen", gab Minerva kühl zurück und improvisierte weiter: „Und was meinen Temperamentsausbruch angeht, wie viel Verrat und Betrug in so kurzer Folge würdest du vertragen ohne die Beherrschung zu verlieren?"

„Verrat? Du willst doch wohl nicht sagen, dass Septima übergelaufen ist?"

„Natürlich nicht, die würden sie aufgrund ihrer Herkunft nicht dulden", wehrte Minerva ab. „Sie hat mein Vertrauen missbraucht und mir unverzeihliche Dinge gesagt. Einer von uns musste die Schule verlassen und das war sie. Und weiter möchte ich wirklich nicht ins Detail gehen, Poppy."

„Verstehe", Madam Pomfrey nickte nachdenklich. „Ich habe mir schon so meine Gedanken gemacht", gab sie zu, „Pomona und ich waren recht besorgt über deinen ungewöhnlichen Ausbruch, aber so wie du mir das erzählt hast klingt es vollkommen nachvollziehbar."

„Ich möchte, dass das bitte unter uns bleibt", setzte Minerva hinzu, wohl wissend, dass Poppy sich über kurz oder lang Pomona anvertrauen würde, was ihr nur Recht sein konnte.

„Natürlich", versprach Poppy und wechselte schnell das Thema: „Hat sich im Ministerium jemand geäußert wie es personell weitergeht? Immerhin fehlen uns drei Lehrkräfte."

„Nein, es hat sich niemand dazu herabgelassen sich zu äußern. Sie waren viel zu sehr damit beschäftigt mich nach meinem Urlaub auszufragen", erwiderte Minerva trocken. „Aber sie werden sich langsam mal dazu äußern müssen. Auch wenn unsere Schülerzahl in diesem Jahr geringer ausfallen wird – dank der neuen Gesetze", Minerva gestattete sich ein zynisches Lächeln, "so brauchen wir dennoch Unterstützung. Auch wenn ich persönlich befürchte, dass Muggelkunde sicher keine hohe Priorität genießt, ebenso Arithmantik. Was Verteidigung gegen die Dunklen Künste angeht, so hoffe ich doch, dass dieses Fach erhalten bleibt. Wir brauchen es nötiger als je zuvor, aber ich muss gestehen, dass meine Hoffnungen nicht sehr hoch sind. Das Ministerium ist von Todesser überschwemmt, wie ich heute feststellen durfte, und die werden sich sicher keine Laus in den Pelz setzen und den Schülern beibringen wollen wie man die dunkle Seite bekämpft."

„Du wirst doch trotzdem bleiben, oder?", vergewisserte sich Poppy.

„Natürlich", erwiderte Minerva bestimmt. „Ich werde hier gebraucht. Wer weiß wen das Ministerium uns schickt und ich muss hier sein um die Schüler zu schützen. Ich kann doch sicher davon ausgehen, dass du auch hier bleibst?"

„Selbstverständlich! Hogwarts ist mein Zuhause. Ganz davon abgesehen, wer würde die Schüler wieder zusammenflicken, die beim Quidditch vom Besen stürzen oder bei einem heimlichen Duell verletzt wurden? Nein, keine Sorge, ich werde bleiben."

„Das beruhigt mich", sagte Minerva ernst. „Ich brauche jeden vernünftigen Menschen an meiner Seite, wenn es darum geht die Kinder vor Schaden zu bewahren."

Septima hatte Zeit. Viel zu viel Zeit. Zwar schlief sie gerne lange, aber, da zur Untätigkeit verdammt, hatte sie inzwischen Probleme damit, überhaupt zu schlafen. Sie hatte inzwischen die entnervende Angewohnheit, bis morgens gegen vier, fünf Uhr durch dass Haus zu geistern, bis an Schlaf überhaupt zu denken war, wachte dann aber spätestens gegen neun wieder auf, mit einem langen Tag vor sich, den sie nicht zu füllen vermochte. Es gab halt nur eine begrenzte Zeit, in der man Müßiggang wirklich genießen konnte und es gab auch eine gewisse Grenze, ab der es überhaupt keinen Spaß mehr machte, nichts zu tun zu haben.

Mitunter fühlte sie sich versucht, das Haus zu verlassen, um zumindest mal ein anderes menschliches Wesen zu sehen, zu wissen, dass sie nicht der einzige Mensch war, der übriggeblieben war und vielleicht auch zu erfahren, was wirklich in der Welt so los war. Die Radiosendungen wimmelten nur von Propaganda gegen Muggel und Schlammblüter und brachten keine wirklich brauchbaren Neuigkeiten. Ihr einziger Grund, nicht zu gehen, war Minerva und das Versprechen, das sie ihr gegeben hatte. Außerdem würde Minerva einen Herzinfarkt bekommen, sollte sie ausgerechnet dann beschließen, herzukommen und würde sie nicht vorfinden. Also blieb sie, wo sie war und machte sich Sorgen.

An diesem Tag hatte sie Minervas Häuschen von oben bis unten geputzt – auf Muggelart, wie sie es noch von früher kannte, in der Hoffnung, dass sie dann abends vielleicht besser einschlafen konnte, aber während diese Tätigkeit ihre Hände beschäftigte, hatte ihr Geist genügend Muße um zu wandern. Und wie immer in diesen Tagen, wanderten ihre Gedanken nach Hogwarts, zu Minerva. Während sie wischte und polierte, was das Zeug hielt – Minerva würde ihr Haus vermutlich nicht mehr wiedererkennen – dachte sie darüber nach, was Minerva wohl gerade machen würde und stellte sich ihren Tag vor. So kurz vor Beginn des neuen Schuljahres hatte sie für gewöhnlich immer eine Menge zu tun und nun, wo Dumbledore nicht mehr da war, würde sie wohl die doppelte Arbeit haben, vermutete sie. Vermutlich würde sie abends todmüde ins Bett fallen und schlafen wie ein Stein. Vermutlich würde sie gar keine Zeit dazu haben, Septima ebenso schmerzlich zu vermissen, wie sie Minerva vermisste.

Seufzend warf sie einen Blick auf den Ring, den Minerva ihr geschenkt hatte und erinnerte sich an das letzte Weihnachtsfest, als die Welt noch um einiges rosiger ausgesehen hatte. Zwar hatte auch da schon der Krieg seine Schatten voraus geworfen, doch Snape war noch jemand, dem sie hatten vertrauen können, Dumbledore hatte noch gelebt und Minerva war hier bei ihr gewesen. Niemals hätte sie sich vorgestellt, dass ausgerechnet Snape Dumbledore umbringen würde, sie sich verstecken müsste und ihre Minerva allein einer Welt trotzen müsste, die sich vollkommen auf den Kopf gestellt hatte.

Kurz vor Ende der Ferien ließ sich das Ministerium dazu herab Minerva mitzuteilen wer den personellen Engpass an der Schule ausfüllen würde und schäumend vor Wut berief sie kurzfristig eine Konferenz ein.

Ihre verbliebenen Kollegen saßen schweigen um den Tisch im Lehrerzimmer und starrten Minerva an, die erregt vor dem Tisch auf und ab lief und auf die letzten Nachzügler wartete.

Irgendetwas schien ihre sonst so ruhige Kollegin furchtbar aufgeregt zu haben und gespannt warteten sie darauf, dass McGonagall ihnen mitteilte warum sie diese ungewöhnliche Zusammenkunft einberufen hatte.

Als Hagrid als letzter ankam und einen Stuhl fand, der nicht unter seinem Gewicht zusammenbrach, und sie schließlich vollständig waren, blieb Minerva vor ihren Kollegen stehen und verschränkte die Hände auf dem Rücken.

„Das Ministerium hat mir soeben mitgeteilt welche personellen Veränderungen sich für diese Schule ergeben werden. Die erste Änderung betrifft das Fach Muggelkunde. Von nun an wird Alecto Carrow diese Fach unterrichten, während ihr Bruder Amycus das Fach Verteidigung gegen die Dunklen Künste übernehmen wird."

Erregtes Gemurmel brandete auf und Flitwick wandte ein: „Minerva, Sie wissen so gut wie ich, dass die Carrows Todesser sind. Das können Sie nicht zulassen! Sie können nicht zulassen, dass die Kinder von Todessern unterrichtet werden!"

„Dessen bin ich mir durchaus bewusst, Filius", erwiderte Minerva grimmig, „ich fürchte nur, dass ich in diesem Punkt kein Mitspracherecht habe."

„Aber du als Schulleiterin solltest doch einen gewissen Einfluss auf solche Entscheidungen haben!", rief Poppy entrüstet.

Minerva schüttelte den Kopf. „Ich habe keinerlei Einfluss auf diese Entscheidungsfindung, da ich nicht länger die Schulleiterin von Hogwarts bin. Die Stelle des Schuldirektors wird ab sofort von Severus Snape ausgefüllt."

Nun brach ein Tumult los, der die Schüler in Erstaunen versetzt hätte.

„Das können Sie nicht zulassen!", rief Hagrid mit dröhnender Stimme, während Poppy sprachlos den Kopf schüttelte.

„Minerva, bist du sicher?", vergewisserte sich Hooch, während Pomona auf Minerva einstürmte: „Die können doch unmöglich ernsthaft Severus für diesen Posten ernannt haben!"

Minerva hob die Hände und versuchte dem Ansturm ihrer Kollegen Herr zu werden.

„Ich fürchte, mir wird gar keine andere Wahl bleiben als diese Entscheidung des Ministeriums zu akzeptieren", sagte sie und zwang sich dazu ruhig zu bleiben, „und ich erwarte von Ihnen, dass Sie ebenso kooperieren werden wie ich."

„Aber Severus hat Albus ermordet! Die können ihn doch unmöglich noch dafür belohnen!", schrie Poppy erregt.

„Das Ministerium ist dieser Tage nicht mehr das, was es einst war", antwortete Minerva mit einem schiefen Lächeln. „Anscheinend gehen die Meinungen darüber was in jener Nacht geschehen ist weit auseinander. Morgen wird diese Neuigkeit im Tagespropheten stehen, inklusive eines Interviews mit unserem neuen Schuldirektor, der natürlich seine eigene Sicht der Dinge verbreiten darf. Ich persönlich lese dieses Schundblatt inzwischen ja nicht mehr."

Sprout und Pomfrey wechselten einen kurzen Blick. Sie erinnerten sich noch zu gut an Minervas Reaktion, als Kimmkorns Biografie über Albus, vom Tagespropheten lanciert, erschienen war.

„Werden Sie die Schule verlassen?", unterbrach Flitwick. „Ich könnte verstehen, wenn Sie zurücktreten würden."

„Nein, ich werde die Schule nicht verlassen. Nicht freiwillig. Oder glauben Sie etwa, ich könnte mich ruhigen Gewissen zurückziehen, wenn ich weiß, dass Mörder und Todesser die Verantwortung für unsere Schüler übernehmen? Nein, ich werde hier bleiben und die Schüler so gut beschützen, wie ich es vermag. Ganz davon abgesehen, bin ich mir nicht sicher was das Ministerium mit denen anstellt, die nicht unter Snape arbeiten wollen", fuhr sie verbittert fort. „Ich glaube nicht, dass wir die Wahl haben. Wir können unterrichten, nach den neuen Richtlinien des Ministeriums versteht sich, oder wir können ein paar Jahre in Askaban verbringen. Wenn wir Glück haben und nicht gleich spurlos verschwinden", setzte sie hinzu und dachte an Charity Burbage.

„Ich bitte Sie, das alles zu bedenken und keine unüberlegten Dinge zu tun", fuhr sie fort und sah ihren Kollegen der Reihe nach in die Gesichter. „Mir gefällt das genauso wenig wie Ihnen allen, aber wir werden das Beste daraus machen müssen."

„Natürlich bleibe ich hier", wiederholte Poppy ihr Statement öffentlich. „Hogwarts ist mein Zuhause und wer würde die Schüler wieder zusammenflicken, wenn nicht ich? Nein, Minerva, ich werde auf jeden Fall hier bleiben. Ich habe die dumpfe Befürchtung, dass ich in diesem Jahr häufiger gebraucht werde als je zuvor."

„Gut gesprochen", quiekte Flitwick. „Ich werde natürlich ebenfalls hier bleiben. Ich kann die Schüler und die Schule nicht im Stich lassen. Und ich möchte Sie nicht im Stich lassen, Minerva!"

Nacheinander bekundeten alle ihren Willen zu bleiben, mehr oder minder enthusiastisch, nur Firenze senkte den Kopf und scharrte mit den Hufen.

„Ich schätze nur, mich wird der neue Schulleiter nicht tolerieren", meinte er ruhig. „Halbmenschen dürften in unserer Welt noch weniger hoch im Kurs stehen als zuvor. Ich werde nicht warten bis man mich auffordert zu gehen", er hob stolz den Kopf, „und ich gebe hiermit meinen Rücktritt bekannt."

Hufe klapperten als er das Lehrerzimmer durchquerte und sich der Tür näherte.

„Es tut mir Leid, Professor McGonagall", sagte er ruhig.

„Mir tut es auch Leid, Firenze", erwiderte sie traurig und sah ihm nach, wie er mit ruhigen Schritten das Zimmer endgültig verließ.

„Wenn Sie mich hier haben wollen, bleib ich trotzdem", ließ sich Hagrid vernehmen. „Ich glaub zwar nich, dass die mich unterrichten lassen, aber nen Wildhüter werden die auch brauchen. Hogwarts is mein Zuhause seit ich elf bin, ich geh hier nich weg."

Minerva nickte ihm zu. „Ich bin froh das zu hören, Rubeus", sagte sie warm. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass man Sie nicht vertreibt. Ansonsten wird Snape mich so richtig kennen lernen!"

„Und das wird er sich nicht wünschen", murmelte Poppy Sprout zu. „Anderenfalls kann er gleich sein Testament machen. Hast du ihr Gesicht gesehen?"

„Allerdings", gab Sprout grimmig zurück. „Und ich würde ihm beim Testament schreiben die Hand führen."

Allgemeines Stühlescharren zeigte das Ende der Besprechung an.

„Musst du noch etwas dringendes erledigen oder hast du eine Minute?", wurde Pomona leise von Poppy gefragt. „Ich muss dir unbedingt etwas erzählen, aber nicht hier."

„Für dich habe ich immer eine Minute. Lass uns doch zu den Gewächshäusern gehen. Ich wollte dir sowieso noch ein paar neue Heilpflanzen zeigen, die ich gezogen habe. Da stört uns niemand."

Die beiden Hexen machten sich auf den Weg in Pomonas Lieblingsgewächshaus, das die Schüler nur unter besonderen Umständen betreten durften, und fachsimpelten unterwegs über magische Heilpflanzen und deren Anwendung.

Im Gewächshaus angekommen vergewisserte Sprout sich, dass sich niemand darin aufhielt und verschloss sorgfältig die Tür, bevor sie Madam Pomfrey in ihren privaten Arbeitsbereich führte, in dem sie sich so etwas wie eine kleine Sitzecke eingerichtet hatte.

„Tee?", fragte sie der Form halber und beschwor sogleich die entsprechenden Dinge herauf, da sie wusste, dass ihre Freundin gern ein Schwätzchen bei einer Tasse Tee hielt.

„So, was wolltest du mir denn erzählen?", fragte sie, als beide zufriedenstellend versorgt waren. „Geht es um Minerva?"

„Ja. Ich habe neulich die Gelegenheit gehabt sie nach Septima zu fragen. Das ist natürlich alles streng vertraulich", setzte sie hastig hinzu.

„Natürlich", bestätigte Pomona und sah Poppy gespannt an.

„Sie hat sich nicht wirklich viel aus der Nase ziehen lassen – du kennst ja Minerva! - aber sie sprach von unüberbrückbaren Differenzen zwischen ihnen und ließ anklingen, dass Septima sie verraten und betrogen und ihr unverzeihliche Dinge an den Kopf geworfen hätte. Also hätte eine von ihnen die Schule verlassen müssen. Mehr wollte sie mir nicht sagen."

„Sie ist doch keine von denen?", fragte Pomona entgeistert.

„Das habe ich auch erst gedacht, aber Minerva sagte sie würden sie aufgrund ihrer Herkunft nicht dulden. Soweit ich weiß ist Septima muggelstämmig. Also wird sie sich wohl niemals bei Du-weißt-schon-wem einreihen."

„Zum Glück", bemerkte Pomona finster. „Schlimm genug einen Verräter zum Kollegen gehabt zu haben, aber bei Zweien hätte ich doch dann sehr an Dumbledores Menschenkenntnis gezweifelt."

„Ich frage mich nur die ganze Zeit, was Septima wohl getan haben mag", sinnierte Poppy. „Es muss etwas ganz furchtbares gewesen sein, denn ich habe Minerva noch nie so aufgebracht erlebt, dass sie ihre schmutzige Wäsche in der Öffentlichkeit wäscht."

„Wundert mich nur, dass sie dir nicht den Kopf abgerissen hat als du sie gefragt hast."

„Mich auch", gab Poppy zu. „Und ganz egal was sie sagt, ich kann nicht glauben, dass Septima ihr plötzlich gar nichts mehr bedeutet. Du hättest die beiden mal erleben sollen, damals als Minerva von Umbridge und ihren Schergen so übel zugerichtet wurde. Oder als Dumbledore starb. Septima war immer gleich zur Stelle und hat sich rührend um sie gekümmert. Und Minerva ist unter ihrer Fürsorge richtig aufgeblüht. Ich kann nicht glauben, dass es zwischen den beiden zu einem endgültigen Bruch gekommen ist. Sie waren so eng befreundet."

„Das kann ich auch nicht glauben", sagte Pomona ehrlich. „Sie liest den Tagespropheten ja nicht mehr – bei Merlin, ich kann es ihr nicht verdenken, nach all den Lügen die diese Kimmkorn verbreitet hat! - aber dann und wann schiebe ich ihr mal einen Artikel zu, den sie einfach lesen muss. Unter anderem den Artikel, in dem es darum ging, dass sich Muggelgeborenen beim Ministerium melden müssen und untersucht wird, wie sie an ihre magischen Kräfte gekommen sind. Du weißt schon, der Blödsinn sie hätten die Magie gestohlen."
Poppy nickte.

„Minerva hat den Artikel gelesen und wurde weiß wie eines deiner Bettücher. Und als dann diese Liste herauskam, auf der die Muggelgeborenen standen, die sich noch nicht haben registrieren lassen – ich dachte, das würde sie auf jeden Fall interessieren, wo doch schon die Granger mit draufstand - da riss sie mir den Artikel förmlich aus der Hand und ich schwöre dir, sie hat nach Septima gesucht." Pomona strich sich erregt den Pony aus der Stirn.

„Stand sie drauf?"

„Ja", erwiderte Pomona kurz. „Anscheinend ist sie von der Bildfläche verschwunden und untergetaucht. Meiner Meinung nach das Beste, was sie im Moment tun kann. Ich glaube nämlich nicht, dass das Ministerium es bei der Registrierung belassen wird. Da wird noch Schlimmeres hinterher kommen", unkte sie.

„Auf jeden Fall las sie die Liste, du weißt ja wie schnell sie liest, und als sie unten bei den 'V's ankam, wo Septimas Name stand, habe ich gedacht sie fällt mir glatt um. Septima geht ihr immer noch nahe, einerlei was sie behauptet", erklärte Sprout.

Poppy wiegte den Kopf. „Eine Schande, die beiden hatten ein so harmonisches Verhältnis. Und Minerva braucht dringend einen Freund, gerade jetzt."

„Allerdings. Sie zieht ein Gesicht wie Snape seinerzeit. Man hat fast Angst sie anzusprechen, könnte ja sein, dass sie einem den Kopf abbeißt."

Pomona nahm noch einen Schluck von ihrem inzwischen erkalteten Tee.

„Aber wer könnte es ihr verdenken? Sie hat ja innerhalb kürzester Zeit die drei Menschen verloren, die ihr am nächsten standen."

„Die einzigen drei Menschen, die ihr nahestanden", korrigierte Poppy. „Minerva hat niemanden mehr, dem sie vertraut und versucht nun alles alleine zu schultern. Ich würde ihr zu gerne helfen. Ich mag sie wirklich."

„Ich doch auch. Aber nach dieser Sache wird sie sobald niemanden mehr an sich heran lassen. Sie wird noch verschlossener sein als jemals zuvor", seufzte Sprout.

Die beiden Hexen wechselten einen bedeutungsvollen Blick und schwiegen.