Hallo ihr Lieben :) Da ich so nette Reviews bekommen habe, hau ich gleich das nächste Kapitel hinterher :) Ich hoffe ihr seid mit der Entwicklung zufrieden ! Liebe Grüße!
Das erste was Hermine sah als sie wieder die Augen aufschlug war die kaltweiße Decke des Krankenflügels.
Na toll, schon wieder hier dachte Hermine und schloss erschöpft die Augen. Langsam kamen auch die Erinnerungen zurück und das letzte was sie wusste, war die Erinnerung an ihren Zusammenbruch. Gequält stöhnte sie. Ihr tat alles weh. Vor allem ihr Magen.
„Willkommen zurück."
Die Stimme jagte ihr einen Schauer über den Rücken. Langsam schlug sie wieder die Augen auf und erkannte rechts neben sich einen schwarzen Schopf. „Severus…" murmelte sie und schenkte ihm ein halbes Lächeln. Es freute sie sehr dass er da war.
„Wie geht es dir?" fragte er sanft und legte seine Hand auf ihre, die gänzlich unter seiner verschwand.
„Ging mir noch nie besser." Antwortete sie und probierte frech zu grinsen, was ihr jedoch nicht gelang. Stattdessen verzog sich ihr Gesicht zu einer Maske aus Schmerz und Kummer.
Sie sah ihren Zaubertranklehrer traurig an. „Warum bist du hier?" Sie befürchtete, dass er nur da war um sich zu vergewissern dass es ihr besser ging und wenn dem so war, dass er wieder der kalte Eisklotz wurde, der sie in diese Lage gebracht hatte.
„Ich wollte sehen wie es dir geht." Also ja.
„Und ich habe dir einen Stärkungstrank gebraut, der dich wieder auf die Beine bringen soll. Er schmeckt nach Himbeeren." Na immerhin. Er machte sich sorgen und sorgte für sie. Das war doch schon mal was.
„Ich mag Himbeeren!" murmelte Hermine und legte ihre andere Hand auf seine, sodass sie ihn festhalten konnte, falls er sich wieder zurückziehen wollte.
„Ich weiß, Mine!"
Hermine sah ihn überrascht an, doch er achtete nicht darauf und fuhr mit der freien Hand über ihr dichtes Haar. Auf seiner Stirn erschien seine Sorgenfalte.
„Du siehst schlecht aus."
„Danke schön."
„Nein ehrlich Hermine. Du siehst alles andere als gesund aus. Was hast du dir nur dabei gedacht nichts zu essen?"
„Was hast du dir denn dabei gedacht, mich so vor den Kopf zu stoßen." Nuschelte sie und zog ihre Hände wieder von ihm zurück.
Bevor Severus etwas erwidern konnte, hallten die leisen Schritte von Poppy zu ihnen, die einen Augenblick später an Hermines Bett erschien und sie zuerst besorgt musterte und dann einen wütenden Blick auf Snape warf. „Was machen Sie bloß mit ihr, Professor? Sie sieht ja schlechter aus als vorher! Nehmen Sie gefälligst Rücksicht auf das arme Ding." Sie zögerte einen Moment und fügte dann hinzu. „Hat Sie denn schon den Trank bekommen?"
„Nein." Antworte Snape trocken und sah sie unbeeindruckt an.
„Dann geben Sie ihn ihr endlich, meine Güte."
Anstatt zu antworten warf Severus der Krankenschwester nur einen wütenden Blick zu, die genervt schnaufte, Hermine noch einen liebevollen und besorgten Blick zu warf und dann in einen Nebenraum verschwand.
Als die beiden wieder alleine waren, sagte zuerst niemand ein Wort. Hermine hatte ihren Blick von Severus abgewendet, während er sie unverwandt ansah.
„Hermine, ich weiß nicht…" er brach ab, weil er nicht wusste, wie er nach allem was passiert war sich entschuldigen sollte. Dass er ihr den Grund seines Handels nicht erklären konnte war klar. Solange Hermine so schwach war, wollte er sie nicht noch mehr aufregen.
Plötzlich ergriff Hermine jedoch das Wort. „Erinnerst du dich noch an unser Gespräch? Als ich damals im Krankenflügel lag?"
Überrascht sah er sie an und grübelte. „Ein wenig. Wieso?"
„Da hast du gesagt, dass ich was gut bei dir habe!"
Er lachte leise. Ja das wusste er. Aber… „Ich habe dir den Gefallen schon getan, weißt du noch? Ich habe dich in Okklumentik unterrichtet, wie du es wolltest."
Hermine drehte sich wieder zu ihm und ihre Augen funkelten schelmisch. „Ja, ich weiß. Aber nun liege ich wieder im Krankenbett wegen dir. Also habe ich wieder einen Wunsch frei." Jetzt gelang ihr endlich ein Grinsen.
„Also…" er lehnte sich erstaunt in seinen Stuhl zurück. „Ich finde nicht, dass ich schuld dran habe, wenn du nicht isst."
Hermines Gesicht verfinsterte sich wieder. „Nein. Aber du bist an dem gebrochenen Herzen schuld. Und das ich nicht mehr schlafe und esse ist nur eine Folge davon."
Das schlechte Gewissen erschien auf Severus Gesicht und er schaute gequält auf seine Hände. Sie hatte ja Recht. Und er wusste es. Es war nur so schwer dass zuzugeben, dass er so an einem Leid schuldig sein konnte.
„Gut." Er hob wieder seinen Blick und sah sie mit einem halben Lächeln an. „Du hast wieder einen Gefallen bei mir gut."
Hermine klatschte erfreut in die Hände, was sie so sehr anstrengte, dass sie Husten musste.
Snape griff in die Tasche seines Umhangs und zog eine kleine Phiole mit lila Flüssigkeit hervor.
Er entstöpselte sie und reichte sie an Hermine. „Hier, trink erst einmal den Trank. Dann wird es dir bald besser gehen."
Sie hustete noch kurz und griff dann nach der heilenden Flüssigkeit und trank sie in einem Zug aus. Danach wischte sie sich einen verloren gegangenen Tropfen an ihrem Mundwinkel weg und spürte, wie die Kraft zurück in ihre Glieder strömte.
„Herrlich. Danke, der tat gut." Sie lehnte sich entspannt in ihr großes Kissen zurück und schloss genüsslich die Augen, während der Himbeergeschmack in ihrem Mund langsam verschwand.
„Wirklich lecker" Sie nickte anerkennend.
„Danke." Erwiderte Snape und erhob sich von seinem Stuhl. Erschrocken öffnete Hermine die Augen und sah ihn fragend an. „Du willst doch wohl nicht schon gehen?"
Er lächelte. „Du musst dich ausruhen Hermine. Der Trank macht dich zwar stärker, aber dein Körper braucht die Erholung nichtsdestotrotz. Und du solltest etwas essen. Ich werde Poppy sagen, dass sie dir was bringen soll."
„Geh nicht, bitte!" Hermine streckte eine Hand nach ihm aus und sah ihn flehend an. „Ich möchte noch nicht alleine sein."
„Poppy wird sich wundern, was ich solange bei dir mache."
„Ach was interessiert mich Poppy. Wenn sie kommt, dann reden wir eben über den Stoff deiner Unterrichtsstunde, den ich verpasste habe. Somit haben wir ein Alibi und sie wird denken dass du sogar sowas wie hilfsbereit sein kannst."
„Wie nett."
„Ja genau. Also setz dich wieder. Bitte."
Er nickte ergeben und ließ sich zurück auf den Stuhl fallen. „Also…" er lehnte sich zu ihr vor und senkte die Stimme. „Weißt du schon, was du für einen Gefallen von mir willst?"
Sie nickte und auf ihrem Gesicht erschien eine leichte Röte. Während sie nach seiner Hand griff, antwortete sie: „ Bitte gehe mit mir zusammen auf den Sommernachtsball. Sei mein Begleiter."
Überrascht sog Severus die Luft ein. Damit hatte er keinesfalls gerechnet. Und es war ein Gefallen, den er ihr nicht erfüllen konnte. „Tut mir Leid meine Süße, aber das geht nicht. Wir sind in diesem Moment noch Lehrer und Schüler und können unsere Beziehung nicht öffentlich machen…"
Hermine unterbrach ihn aufgeregt: „Das heißt, wir sind wieder zusammen? Wir sind wieder ein Paar?" Als er nickte leuchtenden ihre Augen vor Freude und ein breites Lächeln erschien auf ihrem blassen Gesicht. Ihr Blick wanderte kurz zu seinen Lippen, dann erwiderte sie wieder den Blick. „Wow… das freut mich sehr, Severus. Über alle Maßen!"
„Mich auch. Und es tut mir wirklich unwahrscheinlich Leid, dass ich dich so verletzt habe. Aber es musste sein. Jedenfalls für den Moment." Bis Harry mir klar gemacht hat, dass es eigentlich Schwachsinn war, dachte er bitter. Das ein Schüler ihn so belehrt hatte, und das es auch noch Potter gewesen war, wurmte ihn sehr.
„Warum musste es sein?" fragte Hermine und setzte sich etwas aufrechter hin und ihr Blick wanderte schon wieder über sein Gesicht..
„Das kann ich dir nicht sagen. Jetzt jedenfalls noch nicht. Aber wenn du wieder vollkommen gesund bist, dann sag ich es dir. In Ordnung?"
„Okay. Solange wird es schon nicht mehr dauern. Und wegen der Sache mit dem Ball: Wie wäre es mit einer Flasche Vielsaft-Trank? So erkennt dich niemand und wir können trotzdem zum Ball gehen."
Leicht schüttelte der Schwarzhaarige den Kopf. „Das geht doch nicht Hermine. Ich muss doch als Lehrkörper anwesend sein. Man würde mein Fehlen bemerken. Außerdem haben Dumbledore und McGonnagall sich so eine unsinnige Preisverleihung ausgedacht, an der ich auch teilnehmen muss."
„Was für eine Preisverleihung?"
„Ach… Wir sollen uns ein Geschenk für den jeweiligen Klassenbesten ausdenken. Beziehungsweise für jeden Schüler, der in einem Fach die beste Leistung erbracht hat."
„Wer ist dein Klassenbester?"
Severus warf ihr einen misstrauischen Blick zu. Sie würde doch wohl wissen, wer der beste Schüler in Zaubertränke war. Beziehungsweise, wer die beste Schülerin war.
„Dreimal darfst du raten!"
„Ron?"
„Das ist nicht dein Ernst!"
„Stimmt. Ich?"
Pause.
„Ich?"
„Ja, natürlich du! Wer sonst."
Hermine lachte erfreut auf und sah Severus neugierig an. „Was bekomm ich denn für ein Geschenk?"
Missmutig schaute der Zaubertranklehrer an ihr vorbei, sein Blick in die Ferne gerichtet. „Ich weiß es noch nicht…"
„Soll ich dir ein paar Ideen nennen, über die ich mich freuen würde?"
Er warf ihr einen schnellen Blick zu, dann sah er wieder ins nirgendwo. „Lieber nicht. Ich möchte mir selbst etwas überlegen."
Enttäuscht lehnte sich Hermine zurück. „Aber wehe es wird ein Büchergutschein für Flourish and Blotts."
Ein angedeutetes Lächeln erschien auf seinem Gesicht. „Für so einfallslos hältst du mich? Jetzt bin ich doch etwas beleidigt."
„Aber zum Glück nur etwas." Sagte Hermine und beugte sichplötzlich zu ihm hinüber. Sie griff mit beiden Händen an die Krempe seines Kragens und zog ihn zu sich ran.
„Und jetzt küss mich endlich."
Bevor er sich versah presste sie schon ihre Lippen auf seine und das nächste was er erblickte, waren ihre Wangen, die eine gesunde rosa Farbe angenommen hatten. „Ich scheine dir besser zu bekommen als meine Medizin!" stellte er belustigt fest und gab ihr wie um es zu Beweisen noch einen Kuss, und betrachtete dann das Ergebnis. Sie sah wirklich besser aus.
Plötzlich tauchte Madame Pomfrey aus ihrem Büro auf und beide ließen wie von der Tarantel gestochen loß und sahen ertappt zu Boden. Snape war der Erste, der sich wieder im Griff hatte.
„Und Sie müssen noch eine Hausarbeit über Schattengewächse anfertigen. Aber das hat noch Zeit bis…"
„Also ich glaub ich höre nicht Recht Professor. Sie können doch dem armen kranken Mädchen nicht etwas von Hausaufgaben erzählen. Sie soll sich hier ausruhen und genesen und sich nicht den Kopf darüber zerbrechen, wie sie Sie am schnellsten zufrieden stellen kann!"
Snape warf Hermine einen Ich-habs-ja-gewusst-sie-wird-mich-nicht-für-hilfsbereit-halten Blick zu und wandte sich dann schnell wieder an die aufgebrachte Krankenschwester. „Sie haben ja so Recht Madame Pomfrey. Deswegen werde ich mich nun verabschieden." Er stand auf und deutete Hermine eine Verbeugung an, die ihn noch ganz verdattert ansah. Dann schenkte er Madame Pomfrey ein verbissenes Lächeln und verließ mit wehendem Umhang den Krankensaal.
„So einer. Was soll man dazu sagen?" nuschelte Madame Pomfrey empört und reichte Hermine dann einen Teller Suppe, den sie für ihre Patienten eben zubereitet hatte.
„Hier meine Liebe, schlürfen Sie ein bisschen von der Suppe. Hühnerbrühe kann manches Wunder bewirken. Es muss nicht immer Zauberei sein."
Hermine, die innerlich erleichtert war dass ihr Kuss mit Severus von der plappernden Poppy unentdeckt geblieben ist, griff nach dem Teller und sah ihn erst einmal hilflos an.
„Oder brauchen Sie Hilfe meine Liebe? Ich kann sie auch gerne füttern?"
„Um Gottes Willen…" platze es Hermine heraus und sie verbesserte sich schnell. „Ich meine, nein, so schlimm ist es wirklich nicht. Danke Madame Pomfrey. Es geht schon."
Die Krankenschwester nickte fürsorglich und kehrte zurück an ihren Schreibtisch, an dem sie sich einen Stapel Papiere widmete.
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Harry hatte die Nacht nicht schlafen können. Wieder und wieder ging er das Gespräch mit Snape durch, und hoffte jedes Mal, dass er gleich aufwachen und feststellen würde, dass alles nur ein schlimmer Traum war.
Er hatte sich Ginny noch nicht anvertraut, da er ihre Reaktion überhaupt nicht einschätzen konnte. Würde sie besorgt sein? Natürlich! Aber wie stark? Würde sie die Lage als hoffnungslos sehen? Oder würde sie ihm ihre Hilfe anbieten? Wahrscheinlich ja. Ginny war eine starke Persönlichkeit. Wenn Harry am Verzweifeln war, hatte sie immer noch einen lässigen Spruch parat. Er dachte wieder an Hermine. Wenn sie endlich wieder auf deinen Beinen war, was hoffentlich bald sein würde, falls Snape seinem Rat folgte, würde er sie um Rat fragen. Hermine hatte schon so viele Bücher gewälzt- Sie war ein wandelndes Lexikon. Und war bestimmt in der Lage ihn mit dem ein oder anderen Rat zur Seite zu stehen.
Wenn sie nicht zu beschäftigt sein sollte mit Snape die abendlichen Stunden und überhaupt all ihre freien Minuten mit ihm zu verbringen. Was fand sie bloß an dem Kerkermeister? Gefiel ihr sein fettig schimmerndes Haar? Was sie als seidig titulierte. Oder seinen bodenlosen schwarzen Augen, die sie mit Zartbitterschokolade verglich? Sein Alter? Wohl kaum. Er könnte ihr Vater sein. Nach Harrys Meinung konnte Snape Hermine nur eines Bieten, was ihr gefiel. Was so mächtig war, dass sie für ihn schwärmte. Sein Wissen. Der Zaubertrankmeister hatte nicht nur im Fach der Kesselmatscherei ein überaus fundiertes Wissen. Er wusste wirklich so gut wie alles. Alles was mit Zauberei zu tun hatte jedenfalls. Sogar die schwarze Magie war für ihn kein Buch mit sieben Siegeln. Immerhin war er ja ein Todesser… Also wirklich Hermine, was denkst du dir nur, dir SO einen Mann auszusuchen und für ihn dich komplett aufzugeben.
Hermine hatte Harry zwar stundenlang und mit aller Geduld erklärt, wie Snape wirklich war, ihrer Meinung nach, und was er ihr gab. Aber Harry war sich immer noch ziemlich sicher, dass sie einfach unter einen ziemlichen fiesen Liebeszauber stehen musste.
Aber vielleicht, trotz allem, war dieser Snape ja wirklich in der Lage nett und liebevoll zu sein. Und wenn es so war, dann hatte Hermine seinen Segen für diese Beziehung. Und er würde, Hermine zu liebe, netter zu dem Griesgram sein.
Aber nun hatte er erst einmal wichtigeres zu tun.
E schlug seine Decke zurück und ging in den Jungenwaschsaal. Er wollte sich fertig machen, nach Hermine sehen und dann mit Ginny über sein „Schicksal" sprechen.
