Animagusverwandlung

Immer wieder fiel Harry auf, das er seinem Vater, Sirius und Remus viel zu selten für die Karte des Rumtreibers dankte. Anders wäre es, mit dem kleinen Zeitfenster was Hermine ihnen gab, als sie auftauchte, unmöglich gewesen ihre deutschen Freunde zu verfolgen. Am Fenster im 2. Stock sahen sie die beiden aus dem direkten Schlossbereich auf das weite Schlossgelände laufen.

Durch die Karte waren sie den beiden auf den Fersen, mitsamt dem Tarnumhang über dem beiden Verfolgern. Harry wusste zwar das sie gerne einmal dazu tendieren ihn bloß zu stellen und trotz des Umhangs zu sehen, aber reine Magie über diese Distanz zu spüren war seiner Auffassung nach nicht möglich.

Als Harry und Hermine immer näher an den Verbotenen Wald kamen, wo ihre Karte auch enden würde, überkam ihn ein schrecklicher Verdacht. Was wäre wenn die beiden doch Verräter waren und er sich getäuscht hatte. Was wenn es wirklich ein Mordanschlag auf Dumbledore war und er ihnen wirklich geholfen haben sollte? Schneller als er normalerweise solche Gedanken vertrieb, schaffte er es bei speziell diesen.

Absolut keine winzige Chance das die beiden Verräter sind.

Als sie im kleinen Teil des verbotenen Waldes ankamen, der noch auf der Hogwarts-Seite der Schutzzauber war, begannen sie sich umzusehen, so gut es mit verschiedenen Verzauberungen der Augen eben ging. Sie entdeckten keine offensichtlichen Todesser. Aus den Erinnerungen Flints waren sie sich sicher, das keine Todesser die in der Lage wären, sich magisch einwandfrei zu verstecken in Rookwoods Bataillion eingesetezt wurden. Eigentlich lernten sie mehr oder weniger, das jeder Todesser der nicht in Bellatrix und Dolohovs Spezialeinheit war nicht besser als ein Schulkind am Zauberstab war. Ein Vasall, den Julian innerhalb von wenigen Sekunden wegpustet.

Nachdem die Umgebung als sicher galt, bereiteten sie alle weiteren Dinge vor. Sie nahmen das Handtuch hervor, ebenso wie ihre Hauptzauberstäbe, die sie vor wenigen Wochen von Olivander bekamen. Jetzt hieß es einzig und allein auf das aufziehende Gewitter zu warten.

„Es fängt bald an zu stürmen. Was machen die da?", fragte Harry, dem durch den aufziehenden Wind immer kälter wurde. Die beiden versteckten sich hinter einem dicken Baum, der seine besten Jahre schon gesehen hatte. Durch den Tarnumhang sollten sie vor den immer wachsamen Blicken der beiden Deutschen geschützt sein.

„Ich glaube Moody wäre Stolz auf sie. Die sind ja wirklich paranoid.", murmelte Hermine, was Harry verschmitzt lachen lies.

Gerade als Harry wieder antworten wollte, grollte ein bebender Donner durch die Waldlichtung. Direkt danach fielen erste Tropfen, in dieser Situation so laut wie Hammads Deutsch-Rap, auf die Blätter des sommergrünen Waldes.

Innerhalb weniger Sekunden wurden aus dem beginnenden Regen, eimerweiße Wasser die pro Minute den Himmel verließen. Windböen durchwuchteten wenige Sekunden nachdem der Regen anfing den Wald.

Julian und Christian hörten den Donner und lachten sich an. Direkt anschließend nahmen sie die Flaschen mit dem Trank aus ihrem Rucksack, stießen klassisch im wachsenden Niederschlag an und tranken auf Ex. Julian dachte das es schlechter schmecken würde, was bei Merlin nicht heißen sollte, das es gut schmeckte.

Nachdem es getrunken war, lächelte er Christian erneut an und hielt ihm die Hand hin. Sein Freund der sie lächelnd anschaute, schaute anschließend wieder hoch. Anders als Julian erwartet hatte, ging Christian schnell den Schritt nach vorne und riss seine Amre um Julian.

So schnell wie die Umarmung begann, so schnell war sie zu Ende. Trotz dass es nicht sehr emotional wirkte, war Julian emotional ergriffen. Für Christians Verhältnisse war das ein Vulkanausbruch.

„Pass auf dich auf.", sagte er zu seinem Freund, von der er dachte er höre gar nicht mehr zu.

Christian schaute aber auf und antwortete kurz:

„Du auch. Du auch…"

Nachdem sie den Trank getrunken haben, ahnte Hermine was heute passieren sollte. Sie wusste durch ihre Gespräche mit Professor McGonnagal, mit der sie früher eng zusammen arbeitete in etwa, was es für eine Animagusverwandlung brauchte. Daher wusste sie aber auch, wie gefährlich sie sein konnte. Es war eine Unverantwortlichkeit der Jungs das sie das Ganze ohne Begleitung machten. Außerdem deprimierte es Hermine komischerweise, das sie sie nicht gefragt hatten.

Nach diesen Überlegungen kam ihr eine weitere Emotion in den Sinn. Angst. Was Hermine auch wusste war, das frische Animagi nur ganz selten und schwer zwischen dem Tier und dem Mensch unterscheiden können und sehr oft die ganze Nacht ihre tierische Form beibehalten, ohne zu wissen das ein Mensch dahinter steckt. Die Professorin erwähnte auch mal, das sie Forscher kennt, die den Verdacht haben, das anfangs zwar nicht das handelnde Bewusstsein des Menschen ausgeprägt ist, aber das Unterbewusstsein. Beispielsweise behaupten sie, das bei vielen Animagi menschliche Verhaltensweisen und Moralvorstellung durchkommen. So gibt es nur extrem wenige Fälle in der Raubtieranimagi tatsächlich einen Mensch attackierten, obwohl es erheblich mehr Konfrontationen gibt.

Professor McGonnagal hatte ihr sogar davon erzählt, das sie sich fast mit einer Katze in ihrer ersten Animagusnacht gepaart hatte und nur Professor Dumbledore, der das ganze überwachte sie daran hinderte.

Nach einigen weiteren Verwandlungen und einiges an Training würde der Animagi geübt darin werden und auch seine Kleider nicht mehr zerstören.

„Die beiden verwandeln sich heute in Animagi Harry. Sollen wir da bleiben?", fragte sie ihren Freund.

„Ja, hab ich mir auch schon gedacht. Es wäre zwar falsch, aber ich würde es gerne sehen.", sagte er verschmitzt lächelnd.

Hermine nickte und dachte darüber nach:

„Wenn wir schon bleiben und ihnen diesen Moment rauben, den sie privat halten wollen, sollten wir ihnen aber auch einen gewissen Mehrwert bieten. Wir versuchen zu vermeiden das sie in Tierform Dinge tun, die sie nicht sollten. Des Weiteren hindern wir sie daran das Gelände zu verlassen. Und wir sagen ihnen nichts davon, dass wir sie sahen. Ich denke das sollte ein weiteres unserer 1000 Geheimnisse bleiben."

Harry lächelte sie an und sagte:

„Okay.", bevor er noch mehr grinsend hinzufügte, „wie das du auf Julian stehst?"

Hermine, die sich schnell daran erinnern musste das sie nicht laut aufreden durfte, hieb Harry auf den Oberarm und grummelte:

„Ich stehe nicht auf Julian, wie oft muss ich dir das noch sagen. Ich sagte nur, als DU mich gefragt hast, wen ich INTERESSANT finde, das Julian ein interessanter Charakter ist."

Harry der immer noch lächelte, aber wieder den Jungen zuschaute, die gerade einige Schutzzauber zauberten , vorwiegend an der Barriere der Hogwartschutzzauber murmelte daraufhin:

„Und du beim Trinkspiel vorgestern in der Bar, leise neben mir seinen Namen murmelte bevor du dann laut Charlie Weasley sagtest, weil er schon lange dein Schwarm war."

Fassungslos, aber ebenso nicht fähig ein Wort herauszubekommen schaute sie ihren Freund an, der nur lächelte und abwinkte. Sie wusste das Geheimnis war bei ihm sicher. Die betrunkene Hermine war schon immer idiotisch und vor allem unvorsichtig. Manchmal war sie stolz darauf, dass sie betrunken immer noch genau so schlau wirkte wie nüchtern, aber Momente wie dieser erinnerten sie dann an ihre anderen Schwächen im trunkenen Zustand.

„Schon gut. Ich schweige wie ein Grab.", sagte Harry bevor Hermine noch einmal kurz zu diesem Thema antwortete:

„Ist auch besser so. Das hat so wie so keine Zukunft."

„Warum?", fragte Harry erstaunt, „er scheint ja nicht gerade abgeneigt zu sein."

„Weil ich es versprochen habe."

Nachdem alle Schutzzauber gezaubert waren und Julian und Christian wieder in Position waren, begannen sie sich auszuziehen. Als beide dann nur noch in Unterhosen voreinander standen, hingen sich beide ein Handtuch um und ließen die Unterhose ebenfalls auf den Boden fallen.

„Los geht's.", sagte Christian, der seinen Zauberstab auf sich richtete und anfing Worte in einer alten Sprache zu sagen. Julian tat ihm anschließend gleich.

Eigentlich hätte sich Harry nicht darüber wundern sollen, das Julian und Christian sich auszogen, bevor sie mit der Verwandlung begonnen. Es machte nur Sinn sich so die eigenen Kleider zu schützen.

Selbst er, der in keinster Weise am eigenen Geschlecht interessiert war, musste neidlos anerkennen, das sein trainierter Quidditch Körper weder mit Julians vernarbten, noch mit Christians Körper mithalten konnte.

Hermine wunderte sich noch weniger als Harry darüber das die beiden sich auszogen, wo es doch in so gut wie jeder Literatur als sehr sinnvoll beschrieben wurde. Erst wollte sie gar nicht hinschauen, entscheid sich aber dagegen. Sich selbst und vor allem anderen würde sie zukünftig erzählen, wenn es denn zu diesem Punkt kommen wird, das sie nur hinsah, weil sie den prägenden Moment der Verwandlung sehen wollte.

Doch wer Hermine eigentlich kannte, also nur Harry, der wusste das Hermine nach etwas anderem schaute. Alles in allem war sie doch nur eine in Männern interessierte sterbliche Frau.

Hätte jemand penibel darauf geachtet was Hermine machte, hätte er gemerkt das sie Christian und seinen nackten Körper keines Blickes würdigte sondern nur Julian anstarrte.

Immer wieder schallte nur ein Satz in ihrem normalerweise so schlauen Verstand, den sie mit ihren nicht gerade gigantischen Deutschkenntnissen in Hammads Musik hörte:

Willst du sie haben, dann brauchst du Narben" (Alligatoah, „Narben")

Als Julian die Augen schloss, während er die letzten Worte sprach, hörte er einen schmerzdurchdrungenen Schrei. Er musste zweifelsohne von Christian kommen. Gerade als er die Augen wieder öffnen wollte um seinem Freund zu helfen, verließ die letzte Silbe, das letzte kleine Wörtchen, seinen Mund und seine Reise begann.

Betäubende Stille. Julian spürte sein eigenes Blut durch seinen Körper pumpen. Das war alles was er hörte, wenn man so etwas überhaupt hören konnte.

Schnell verlor er auch jegliche Gedanken. An Hermine, Christian, Harry, Voldemort, Grindelwald und Schneider. An das Geheimnis seines Bruders und alle anderen Fragen die ihn nachts nicht schlafen ließen.

Frische Nachtluft durchströmte das leichte Gefieder des Vogels der am Himmel kreiste und den Boden beobachtete. Immer wieder zirkelte er seine Bahnen um das Stück des Waldes auf dem Gelände und die Wiesen davor. Klein wie Ameisen, aber doch klar wie direkt vor seinem Gesicht nahm er Menschen war, die ihn beobachteten.

Eine Windböe des Sturms peitschte in sein Gesicht, was ihn bedrohlich nah zu einem der großen Bäume schleuderte. Die Bewegungen seiner Flügel so natürlich sie auch für ihn waren, fühlten sich seltsam vertraut an. Vertraut und doch fern. Ein weiterer Schatten huschte durch den Wald, doch er beachtete ihn nicht.

Der Schrei einer Stimme, menschlich erkannte der Jäger, lies ihn Platz auf einem Ast, hoch oben im Baum finden. Seine Krallen gruben sich tief in das feuchte Holz des uralten Baumes.

Stille durchflutete sein Gehör. Seine Sinne schalteten alles natürliche um ihn herum ab. Kein Regentropfen, kein Donner war mehr zu spüren. Es war nur noch er, sein Gefieder und der frische Abendwind.

Ein plötzliches Rascheln auf der Wiese vor dem Schloss, lies seine Augen auf sein Ziel fallen. Schon während er die Ratte anvisierte, hob sein Körper vom Ast ab.

Anstatt direkt auf sein Ziel zuzuschießen, folgte er seinen natürlichen Instinkten und hob immer weiter in den dunklen Nachthimmel ab. So bereitete er sich auf seinen finalen Sturzflug vor, während der Mensch wieder unter ihm, hinter ihm herlief.

Als er nah genug war, senkte er seinen Kopf, winkelte seine Flügel an und schoss abwärts.

Kurz bevor seine langen Krallen sich in den Körper der Ratte bohren würden, sah er einen großen Schatten von der Seite auf ihn zurasen.

Julian…

Tatze für Tatze raste die Katze durch die für ihn unnatürlich wirkenden Bäume. Vorbei an einem anderen Lebewesen, einem Mensch, dem er keine Beachtung schenkte. Der Mensch tat dem aber nicht gleich und schrie auf ihn ein, wobei er aus dem regelmäßig unregelmäßigem Geschreie nichts verstand.

Für einige kurze Momente waren es nur er und die kühle Abendluft. Noch war er nicht bei seiner Maximalgeschwindigkeit angekommen. Stattdessen nutzte er die Zeit die er in dieser langsameren Geschwindigkeit hatte um über Hindernisse zu springen. Am Himmel hörte er einen Vogel schreien, kein friedlicher Vogel, sondern ein Raubvogel. Trotz dass er eine Konkurrenz zu ihm darstellte, hegte er kein Misstrauen gegenüber dem Vogel. Er wirkte vertraut.

Als er schlussendlich auf der Wiese ankam, sah er einige hundert Meter vor sich, eine Bewegung, ein Tier. Seine Instinkte übernahmen.

Nun beschleunigte er seine Geschwindigkeit auf sein Maximum. Mit einem letzten Satz hob er vom Boden ab, bevor er einige Meter später wieder landen würde, um sein Opfer zu packen. Direkt vor sich kam ein weiterer Schatten ins Bild. Aus dem Himmel schoss er auf sein Ziel zu.

Christian…

Die größte Hexe ihrer Generation wurde sie früher immer genannt. Davon war Hermine gerade meilenweit entfernt. Wie dumm es doch war, zu glauben das man tatsächlich zwei Tiere aufhalten können würde, wenn man ein langsamer Mensch war. Bevor sie überhaupt realisieren konnte, das die beide sich fertig verwandelt hatten, kreiste Christian seine Zirkel am Firmament, während Julian an ihr vorbeischoss.

Harry verfolgte den jungen Geparden, dessen Animagusgestalt der seines Patronus ähnelte. Wenn man den jungen Verfolger selbst gefragt hätte, hätte er das Ganze wohl nicht verfolgen genannt. Wie soll auch ein Mensch ein Tier verfolgen, was einen Topgeschwindigkeit von über einhundert Stundenkilometer erreichen kann, wohin gegen der Mensch bei 25 bis maximal 30 Stundenkilometer limitiert ist.

Auch für Hermine sah es nicht wirklich besser aus. Falken waren nicht dafür bekannt, trotz Flügeln und Federn auf dem Boden zu bleiben. Im dichten Wald war sie froh, den Falken ab und zu sehen. Als eine Windböe den frischgebackenen Neufalken erreichte, trieb es ihn fast in die Baumwipfel, was sicherlich nicht gut geendet wäre.

Nach einiger Zeit bewegten sich beide Neutiere in Richtung der offenen Wiese, wobei sowohl Harry als auch Hermine nichts davon wussten.

Also kam es wie es kommen musste und die beiden wurden in ihrem Fokus auf die Beute, auf den Rest so unfokussiert, das sie voll ineinander krachten. Wenn es nicht zwei Personen gewesen wären, auf die Hermine und Harry aufpassen wollten, dann hätte es wahrscheinlich urkomisch ausgesehen.

Harry rannte so schnell er konnte, aber den Zusammenstoß der beiden Tiere konnte er nicht mehr vermeiden. Alles was er aus seiner Distanz sehen konnte war, das der Vogel und die Taubkatze mehr oder minder frontal ineinander gekracht waren und gemeinsam auf dem Boden landeten. Als er wenige Meter weiter gelaufen war, sah er Hermine wenige Schritte von sich entfernt, ebenfalls wenige Schritte der beiden Tierkörper entfernt stehen und das Bild begutachten.

„Scheiße.", murmelte Harry vor sich hin und wurde nicht von Hermine dafür kritisiert.

Diese fing sich auch als erstes wieder, nach dem Bild das sich den beiden jungen Hogwartsbewohner darbot und rannte auf ihre Freunde zu.

Diese lagen beide am Boden, immer noch in Tiergestalt. Der Vogel, Christian, schien einen gebrochenen Flügel zu haben, wobei auch etwas anderes nicht stimmte, weil er sich generell wenig bewegte. Das selbe galt für den Geparden, der in Brusthöhe einen tiefe Wunde hatte, aus welcher das Blut nur so herausquoll.

Als Hermine bei den beiden angekommen war, sah sie sich zuerst Julian als Geparden an. Die Wunde die das Merlin sei Dank immer noch lebende Tier, durch den Schnabel des Falken erlitten hatte, sah nicht sehr gut aus. Auch der Falke, schien einen gebrochenen Flügel zu haben.

„Hört mir zu, Jungs. Ich bin es Hermine. Ihr müsst euch zurückverwandeln, dann können wir euch helfen. Vertraut mir. Konzentriert euch, auf euch. Ich weiß ihr seid da drin, ihr wisst es.", fing Hermine an.

Harry klinkte sich, während er Christians Flügel begutachtete ein:

„Ihr könnt das."

Einige Zeit passierte nichts, währenddessen Harry und Hermine weiter auf die beiden einredeten. Zunächst dachten sie, es würde auch zu bleiben, währenddessen die Verletzungen immer schlimmer wurden, doch langsam begannen die beiden Tiere sich anders zu verhalten. Der Gepard stupste mit seiner Schnauze Hermine an, die sich versuchte um seine Wunde zu kümmern. Auch Christian als Falke wurde etwas menschlicher.

Nach einiger Zeit bemerkte Harry die Veränderungen der Wildkatze und des Vogels. Langsam kehrten die beiden Freunde wieder zu ihrer menschlichen Gestalt zurück. Die Verwandlung selbst, dauerte nur einige wenige Sekunden, aber die Vorbereitung und die Dauer die sie sich angedeutet hat brauchte seine Zeit.

Etwas geschockt realisierte Hermine, das die beiden immer noch nackt waren.

Natürlich waren sie nackt…

Als die Wunde mit einigen Stoffstreifen der Klamotten der Jungs verarztet wurde, war Julian durchgehend ohnmächtig. Auch Christian war nicht wirklich ansprechbar, murmelte aber ab und zu unverständliche Dinge.

„Ich denke die beiden sind dann stabil?", fragte Harry Hermine die nickte.

„Ja, ich hoffe sie kommen bald zu sich. In wenigen Stunden wird es wieder hell und ich will nicht dabei gesehen werden, einen nackten Julian und Christian ins Gebäude zu bringen.", sagte Hermine, die dabei unweigerlich zum wiederholten Male auf die Männlichkeit Julians schaute. Nicht das sie sonderlich viele Vergleichswerte hatte, besonders nicht im nicht-erigierten Zustand, aber doch blieb ihr Blick des Öfteren dort hängen. Sie wollte es nie und doch passierte es immer wieder.

„Hermine, die Wunde ist wo anders.", hörte sie eine bekannte Stimme. Kurz dachte sie es sei Julian gewesen, was sie sehr beschämt hätte. Gott sei Dank war es nur ein sehr deutlich grinsender Harry Potter.

„Harry, wir müssen was machen. Wir haben noch 20 Minuten, dann müssen die beiden im Schloss sein.", sagte Hermine, die sich den Arm des mittlerweile angezogenen Christian ansah. Einige Minuten nach der Verwandlung ist den beiden jungen Zauberern aufgefallen, dass sie ihren Freunden Klamotten anzaubern konnten.

„Dann hole ich Moody. Wenn es für sie okay ist, das jemand über ihre Fähigkeiten weiß, dann ein Externer.", sagte Harry, der sich nach Abschluss seiner Worte umdrehte und weg ging.

„Granger, wir bringen sie in den Externenschlafsaal.", grunzte Moody der gerade mit Harry auf sie zukam. Hermine war nur wenig überrascht, über die schlechte Laune des Externen und Schilds.

„Okay. Ich nehme Christian.", sagte Harry, der Hermine anzwinkerte. Anschließend griff er nach den Beinen und dem Oberkörper.

„Du kannst zaubern, Harry, weißt du?", fragte sie in einem hochnäßig-egoistischen Ton.

„Ja, stimmt.", antwortete der Potter-Sprößling, bevor er Christian mit dem Zauberstab in die Luft hievte.

So folgte die mit Sicherheit etwas seltsame Prozession Mad-Eye Moody, der den Weg zum Externen Schlafsaal beschritt. Schon als sie auf dem Stockwerk der Externen ankamen, taumelten die letzten Gäste der Bar heraus, die die beiden Jungen in der Luft verdutzt ansahen. Als sie die Tür zum Externenschlafsaal aufstießen, hörte Hermine von drinnen ein doch recht deutliches Gemurmel und Regungen.

Als sie die ersten Schritte in den Raum gemacht hatten, erinnerte sich Hermine auch wieder daran, warum die Externen so munter waren. Sie würden in einigen Minuten auf den Kontinent aufbrechen.

„Was ist denn mit denen los?", fragte Tonks ungläubig.

„Erste Animagusverwandlung. Haben sich mehr oder weniger gegenseitig angegriffen.", antwortete Harry, was Sirius, der einzige Animagus im Raum merklich schaudern lies.

Nach einigen kurzen Momenten, in denen sich nur Harry und Hermine bewegten, die die Körper auf zwei nebeneinander stehende Betten ablegten, eilten die anderen ihnen auch zur Hilfe.

„Geht Madam Pomfrey holen.", sagte Remus, der sich gerade Julians Wunde ansah.

„Muss das sein?", fragte Hermine, die als sie sich komische Blicke einheimste präzisierte, „Sie wussten nicht das wir sie verfolgt haben. Ich glaube sie wollten nicht das jeder weiß das sie Animagus sind."

Remus antwortete direkt:

„Das hier ist leider wichtiger als ihr oder dein Ehrgefühl."

Gerade als sich Hermine umdrehen wollte, um die Krankenpflegerin holen zu gehen, sah sie Kingsley den Kopf schütteln:

„Die Wunden sind nicht so tragisch. Kennt ihr jemanden der etwas heilen kann, aber nicht in direkter Befehlsfreigabe unter dem Rat steht?"

Nach kurzer Überlegenszeit sagte Harry:

„Neville lernt schon seit einiger Zeit das Heilen."

„Neville?", sah ihn ein interessierter Kingsley an, „Frank und Alice Sohn?"

Harry nickte daraufhin, was Kingsley entscheiden lies:

„Gut. Hermine bring ihn her und sag ihm es sei wichtig das er subtil bleibt. Niemand sollte erfahren was er hier macht. Wenn ihr Zustand schlechter wird, oder sich nicht merklich verbessert, dann bringt sie zu Madam Pomfrey. Das alles ist nicht ihr Leben wert. Verstanden?"

„Ja, alles verstanden.", sagte Hermine, die zu Harry noch hinzufügte, „Ich geh Neville wecken."

Die Externen verließen sie noch bevor Neville ankam. Der junge Mann stand schlussendlich morgens um etwa 6 Uhr an Christians Bett und arbeitete an dessen Arm.

„Harry, gib Julian ein Blutverdünner. Die sind in meiner Tasche recht weit hinten.", sagte Neville zu Harry, der tatenlos dem Hobbyheiler zusah. Hermine befand sich zwar ebenfalls noch im Raum, ging aber selbstständig laufen, wie es zu ihrem Trainingsplan gehörte.

Nevilles Tasche, oder Koffer eher, war magisch begehbar. Das bedeutet, wenn man reintrat, konnte man eine Treppe herunter gehen und in einen Lagerraum mitsamt magischem Gewächshaus kommen. Harry wusste von Ron, das diese Taschen, wenn sie nicht in den Reinblut-Familien Generationenweise weitervererbt werden, tausende Galleonen kosteten.

Als er bei den anderen Tränken auch, den blutverdünnenden Trank gefunden hatte, trat er wieder heraus. Hermine war inzwischen anscheinend unterwegs und Harry musste wieder an das Gefühl denken, das ihm seit Sonntag plagte. Neid.

Noch nie in seinem Leben empfand er es vorher. Möglicherweise dachte Harry auch, dass er es aufgrund seiner Kindheit nicht empfinden konnte. Aber als Hermine sich schlussendlich entschied zu den Externen zu gehen, den Externen zu denen er schon ewig wollte und sie nie, empfand er Neid. Tief in seinem inneren brodelte es. Noch konnte Harry seine Wut auf Hermine zurückhalten, weil sie seine beste Freundin war, aber wusste nicht wie lange das noch möglich war. Er wollte kämpfen und er konnte kämpfen.

„Wieder im Krankenbett?", fragte Julian eher stöhnend als sprechend. Als er dann die Augen öffnete und Neville sah, war er zuerst erstaunt und lächelte dann. Neville sah ihn währenddessen ebenfalls die ganze Zeit an und sagte:

„Keine Angst. Nur Externe Harry und ich wissen es."

Julian lächelte weiterhin, wahrscheinlich aus reiner Dankbarkeit. Noch wusste er nicht, wer die Weitsichtigkeit besaß, sie ohne Pomfreys Wissen zu verarzten aber er hoffte es herauszufinden. Als sein Kopf zum Bett neben sich wanderte auf dem Christian immer noch ohnmächtig, verlor er sein Lachen und sah Neville kritisch an. Daraufhin ließ der ein noch breiteres Lachen durchblicken und sagte zum sehr verwirrten Julian:

„Den konnte ich leichter heilen. Hatte einen Arm gebrochen. Der schläft mittlerweile schon ganz normal."

„Danke.", flüsterte ein schwächlicher, aber noch wacher Julian. Bei so viel Blutverlust ist es eigentlich ein Wunder das er überhaupt wach wurde.

Hermine musste sich eingestehen, das Training ohne ihren beiden Peiniger fast schon langweilig war. Trotzdem war sie durchaus zufrieden mit sich selber. Obwohl sie mehrere Gänge hätte zurückfahren können, gestaltete sie ihr eigenes Sporttraining am Morgen durchaus realistisch anstrengend.

Von Julian und Christian hätte man wahrscheinlich erwartet das sie in der nächsten Nacht direkt eine erneute Verwandlung anstreben würden, um ihre Form zu verfestigen und weiter zu trainieren. Die vergangen Tage gingen aber gerade an Julian nicht ohne spürbare Folgen vorbei. Der junge Mann lag eigentlich nur in seinem Bett und schlief etliche Stunden. Christian, obwohl er auch unverhältnismäßig viel schlief, war er doch noch abends in der Bar anzutreffen und versuchte auch Hermines Training voranzutreiben. Fächer wie Okklumentik oder Duellieren fielen so die nächsten Tage zwar Flach, aber Todesserkunde, Zaubertheorie, Verwandlung und einige andere konnten sie realistisch angehen. Wenn Christian ehrlich zu sich selber wäre, müsste er wohl auch zugeben das er selber bei dem Training auch etwas lernte. Glücklicherweise konnte Christian äußerst ignorant sein.

Hermine zog endgültig aus dem Gryffindorturm aus, um bei den Externen einzuziehen. Das bedeutet irgendwo das sie ihre Privatsphäre, beziehungsweise Zeit mit dem gleichen Geschlecht gegen ein Schlafsaal mit Julian und Christian austauschte , aber es gehörte irgendwo dazu. Alles in allem war der Auszug gar nicht so unpassend. Ron, Harry und Neville veranstalteten eine Überraschungsparty im Gemeinschaftsraum, bei der Alkohol aber auch importiertes Gras aus der Bar im Spiel war. Leider hat Seamus der Abschied mehr zugesetzt als vermutet wurde, wodurch er einen zweifelhaften Annährungsversuch getätigt hatte.

Vor den Augen der Partygesellschaft drückte ihr der junge Ire bei der Antäuschung einer Umarmung einen Kuss auf den Mund, den Hermine abrupt abgebrochen hatte. Es war bei Gott nicht ihr erster Kuss, auch nicht mit Seamus, aber zu diesem Zeitpunkt absolut unpassend. Anschließend bat sie ihren Verehrer raus, um ihn nicht vor jedem der Partyteilnehmer zu blamieren. Dort versuchte er jedoch weitere unziemliche Annährungsversuche, worauf Hermine den Betrunkenen spontan verhext hatte. Bis zum nächsten Morgen, also nachdem sein Alkohol abgeebbt war, lies er sich nicht mehr blicken. Insgesamt war sie doch sehr froh, weder Harry noch Julian zum Beispiel etwas erzählt zu haben. Harry hätte seinen Zimmerkumpanen mit Sicherheit ebenfalls verhext. Was Julian gemacht hätte, wusste Hermine nicht so genau, aber sie war sich ziemlich sicher das alle Zauber die jemals aus Hermines Zauberstab kamen angenehmer wären.

Tatsächlich war Julian fast vier Tage kaum ansprechbar. Außer Essen zu gehen und ab und zu einen Joint zu rauchen tat er sonst nichts. Am vierten Morgen nach der Verwandlung stand er wortlos mit Hermine auf und begleitete sie zum Laufen. Anders als die Trainings zuvor, gab er nicht den Ton an, sondern begleitete sie simpel. Sogar ein kleines Gespräch über die vergangenen Tage hatten sie geführt. Nachdem, ohne das Julian ein einziges Mal sauer oder spöttisch wurde, die Kraftübungen anfingen, wurde Hermine unbehaglich und sie fragte:

„Julian, du hast mich noch kein einziges Mal gequält, was ist los?"

„Darf ich nicht so stolz auf dich sein, dass du ohne zu fragen die letzten Tage ordentlich trainiert hast, das ich dir mehr Freiraum lasse?", antworte er grinsend was auch Hermine ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

„Doch, natürlich. Ich dachte nur es wäre mehr dahinter.", antwortete sie, wobei sich Julians Mine verwirrend änderte. Er schien noch sarkastischer zu lachen. Hermine hatte schlimme Vorahnungen.

„Ist es auch. Ich will heute endlich mal richtig Zaubern. Da Christian keine Lust hat im Duell abzustinken, musst du als Trainingsdummie herhalten.", erklärte ihr Julian. Augenblick verschwand jedes vorher dagewesene Lächeln aus ihrem Gesicht und sie starrte ihn ungläubig an.

„Lernst du den noch was wenn du mich einfach deklassierst?"

„Ne, aber es macht Spaß."

„Pfff.", stöhnte Hermine, die sich daraufhin umdrehte und sauer fortstapfte.

„Du hast die 30 Liegestütze vergessen.", hörte sie den deutschen Jungen brüllen, woraufhin er in Lachen ausbrach und Hermine mürrisch zu Boden ging.

„So, nimm bitte deinen Zauberstab in die falsche Hand.", sagte Christian der das Training zwischen Hermine und ihm von außen leitete.

„In die falsche?", fragte Hermine erstaunt.

„Genau.", sagte Julian.

„Julian greift dich jetzt an. Nur einfache Zauber. Du hast zwei Möglichkeiten. Entweder du verteidigst dich mit deiner schwachen Hand, also beschwörst damit Schilde, oder du musst ausweichen. Du greifst nicht an. Achte auf deinen Gegner.", erklärte Christian und Hermines Mine erhellte sich etwa.

„Hat das etwas mit dem Kampf mit 2 Zauberstäben zu tun?", fragte sie interessiert.

Erstaunt über ihren doch sehr schnellen Verstand erkundigte sich Julian:

„Wie kommst du denn darauf?"

„Wenn du mit zwei Zauberstäben kämpfst und nicht gerade in der vollen Offensive bist, ist deine schwache Hand, also links, die Verteidigende. Deswegen dachte ich, wenn ich jetzt mit meiner linken Hand verteidigen soll, oder ausweichen soll, das es dafür eine Vorbereitung ist."

„Absolut richtig.", lobte Christian mehr oder weniger deutlich durch die Blume.

Hoffnungsvoll wartete Hermine nur auf Julians Lob, der aber außer einem Grinsen nicht viel zustande brachte. Nach und nach wurde der ehemaligen Hogwartsschülerin immer klarer das anstatt einem Lob Julians gleich etwas anderes passieren würde.

„Tanz für mich.", sagte er lächelnd, bevor aus beiden Händen nacheinander Schockzauber entwichen, denen sie nur mühevoll ausweichen konnte. Als ihr Kontrahent sah, das sie noch nicht zu Boden ging, schossen seine zwei Zauberstäbe in seine Hände und er begann zu feuern.

Tatsächlich schoss der Deutsche aber anders als Hermine erwartet hätte. Er beeilte sich nicht, eigentlich ließ er sich sogar Zeit. Mit, wie Hermine sicher wusste, viel zu großen Ausholbewegungen und nie mit zwei Zauberstäben gleichzeitig schoss er Zauber um Zauber auf Hermine die, die offensichtlichen Entwaffnungszauber und Schockzauber mit ordentlicher Beweglichkeit konterte.

Nach und nach wurden Hermine, trotz das Julian nichts an der Feuerrate änderte und weiterhin die einfachsten Zauber benutzte einige Probleme deutlich. Allen voran eines, an welchem sie mit den beiden schon arbeitete, ihre Kondition. Es wurde einfach immer anstrengender. Des Weiteren musste Hermine gestehen, merkte man, obwohl der junge Mann wie ein Drittklässer zauberte, seine unheimlichen Fähigkeiten. Trotz das theoretisch immer genug Zeit zum Ausweichen war, zwang er sie öfter als gesund ist zum Schilden, durch perfekt platzierte Flüche. Er konnte quasi voraussehen wie sie ausweichen würde und genau dorthin einen Fluch feuern.

„Achte auf die Beine.", sagte Christian von der Seite des „Kampfes".

„Mach ich doch.", hustete Hermine mehr oder weniger beim Springen heraus.

„Nein. Du hüpfst durch die Gegend als ob du von einer Terantel gestochen wurdest. Sofern du keine Veela bist, deren langen Beine sie hinterher gaffen, funktioniert der Tanz den du hier präsentierst nicht wirklich.", lachte Christian, was Hermine verstummen lies, „Was ich meine ist, ja du bewegst deine Beine und ja du vermeidest Schildzauber. Das ist gut und notwendig, denn nicht jeder Fluch kann geblockt werden. Das ist das Problem. Gehst du einem der Todesser auf den Sack, feuert er Todesflüche und das war es. Momentan lässt du deinen Instinkt dich leiten. Das ist nicht falsch, aber du übertreibst es. Jede unnötige Bewegung kostet Kraft. Julian STOPP!"

Im Folgenden ließen die Jungen Hermine nun immer wieder die Gleichen Bewegungen wiederholen, die sie die Grundtanzschritte nannten. Hier musste Hermine zugeben, dass sie ihr nicht nur leichter von der Hand gingen, sondern sie diese Tatsächlich in Variationen gesehen hatte als Julian kämpfte.

Obwohl der akademische Sinn für sie erkennbar war, kam Hermine nicht herum zugeben zu müssen, das es ätzend war. Vor allem, weil sie ganze Zeit die gleiche Bewegung wiederholte währenddessen zwei spätpubertierende Jungen, die nie wirklich Frauen begaffen konnten hinter dir stehen und dich beobachten. Hermine konnte natürlich nicht sicher sein, das auch nur einmal ein so unziemlicher Blick der Jungen auf sie fiel, aber sie konnte es auch beim besten Willen nicht wiederlegen.

Vergangene Erfahrungen zeigten ihr zwar eindeutig das Hermines Reize auf das andere Geschlecht mit zunehmenden Alter eher frivolerer Natur wurden, aber es war ihr dennoch sehr unangenehm ein Kompliment gemacht zu bekommen. Dies lag vermutlich in ihrer schwierigen Kindheit außerhalb und auch etwas innerhalb Hogwarts.

„STOPP!", sagte Christian, der nun vor Hermine schritt und ihr tief in die Augen schaute. Diese Position hielt der Deutsche nun einige Zeit, was sie sehr beunruhigte. Egal mit was Christian haderte, es konnte nichts schönes sein, wenn selbst er es nicht aussprechen oder fragen wollte. Nach einigen Momenten der Ruhe, schritt Julian vor ihn und übernahm seinen Job.

„Hermine, wir haben uns eine Frage gestellt.", murmelte er, auch sichtbar mit dem Mut am kämpfen.

Etwas verunsichert setzte Hermine zur Antwort an:

„Spucks aus. Wird wohl nicht so schlimm sein."

„Willst du auf Folter vorbereitet werden?", fragte Julian jetzt, der wieder deutlich mutiger klang.

„Was? Ihr wollt mich foltern, seid ihr verrückt… einen Gefangen hier zu foltern, unter meiner Aufsicht, das war schon schrecklich, aber mich foltern? Seid ihr bescheuert? Ich fasse es nicht das ihr hier seid…", fing Hermine an, sie an zu schreien.

„Sagte ich dir doch… Scheißidee", murmelte Julian zu Christian der das Gesicht zu einer Grimasse zog. Mit einem schnellen Zauberstabstreich lies Julian direkt vor Hermine eine kleine Explosion durch einen gut konzentrierten Expulso Fluch erzittern.

„Hör mir jetzt zu. Ich verstehe deine Angst und auch das du nicht willst. Das ist okay! Es gibt aber Mittel und Wege sich eine gewisse Affinität zu Folter anzueignen, das sie einen nicht mehr so hart trifft. Diese Mittel und Wege müssen erst theoretisch durchgesprochen werden. Anschließend werden sie trainiert. Das geschieht nicht mit dem Crutiatus Fluch, sondern weicheren Methoden. Diese Schmerzen des Folterfluchs kann man niemandem zumuten. Außer man heißt Christian und trainiert Julian…", schrie er Hermine an, die sich nach und nach beruhigte.

Etwas beschämt schaute sie zu Boden und murmelte:

„Entschuldige…"

Mit einer Hand auf ihrer Schulter lächelte Julian sie wieder an und sagte:

„Schon gut. Alles beim alten..."
„Ich denke darüber nach. Aber ich glaube nein, danke.", murmelte Hermine.