Hallo meine Lieben. Ich bin endlich zurück mit dem nächsten Kapitel meiner Drarry-Fanfiction. Es tut mir wirklich leid, dass ich so lange gebraucht habe, aber ich hatte mit Zeit-Problemen und Schreibblockaden der übelsten Sorte zu kämpfen .Ich wollte die Story zwischenzeitlich komplett von meinem Laptop löschen und sie aus dem Internet entfernen. Ich hatte, um es kurz zu sagen, einfach keine Lust mehr.
Aber das ist jetzt zum Glück vorbei und hier ist das nächste Kapitel.
Danke an Liona für die Reviews. Es hat mich echt riesig gefreut :-)
Auch danke an all die anderen, die meine Geschichte (vielleicht) finden. Ihr seid spitze :-)
Und jetzt bleibt mir eigentlich nicht mehr allzu viel zu sagen. Ich kann euch nur noch "Viel Spaß" wünschen bei diesem Kapitel ^^ Denn ich habe auch (endlich) wieder Spaß beim Schreiben xD
Kapitel 27
Die ersten Minuten verstrichen schweigend. Der Tumult, der um die beiden ausbrach, scherte sie nicht. Draco versuchte Harrys Blick aufzufangen, der eine seltsame Mischung aus Freude, Anspannung, Erwartung, Angst und Wut beinhaltete. Und er sah und spürte Harrys Augen über seinen ganzen Körper wandern, wie Finger, die ihn eigentlich berühren wollten, es doch nicht wagten.
„Warum?", war das erste, das zwischen ihnen gesprochen wurde. Nur ein Wort aus dem Mund des Gryffindors. Doch Draco wusste genau, was er damit meinte. Warum bist du hier?
Er senkte den Kopf. So viel, das ihm auf dem Herzen, auf der Zunge lag, hätte er jetzt in diesem Augenblick aussprechen können, und wagte es doch nicht. Es wäre nicht richtig gewesen. Er hätte alles erklären können, und doch wäre es falsch gewesen. Harry hätte ihm niemals geglaubt, was er zu sagen hätte. So dachte er zumindest.
Das Schweigen hielt an. Das Dröhnen um sie herum, das nach dem Erscheinen von Dean, Ginny, Fred und George Weasley und Lee Jordan ausgebrochen war und das den Erklärungen der Granger und Ronalds folgte, drang zwar an ihre Ohren, jedoch drang nicht bis zu ihrem Bewusstsein vor. Es war wie das Summen einer riesigen Biene, zwar störend aber nicht weiter wichtig.
„Antworte mir, Malfoy", war es wieder Harry, der das Schweigen durchbrach.
Malfoy …
Sein Nachname aus Harrys Mund hallte Draco im Kopf nach wie eine Anklage.
Malfoy …
„Ich …", es war wirklich schwer auf Harrys Frage zu antworten. Er hatte nicht die Zeit, sich die richtigen Worte zurechtzulegen, da er befürchtete, dass Harry ihn dann sofort wegschicken würde, verstoßen … „Ich möchte mich … an mein Versprechen halten."
Dracos Stimme war so leise, dass er sich selbst kaum hörte.
Harry schnaubte. Er glaubt mir tatsächlich nichts mehr … ist auch nicht verwunderlich, nach allem, was passierte.
„Deine Versprechen", kommentierte der Schwarzhaarige ebenso leise. „Meinst du wirklich, die kann man noch ernst nehmen?"
Draco senkte den Kopf. Harry hatte ja recht, aber wollte er das wahr haben? Natürlich nicht. Sein Stolz erwachte in genau diesem Augenblick wieder vollkommen zum Leben. Sein Kampfgeist, um genau zu sein, wollte, dass er sich wieder bewies, dass er es wieder wert war, Harry im Arm zu halten, ihn zu berühren, zu küssen …
„Du weißt, ich wollte das nie", seine Stimme wurde fester mit jedem Atemzug. Jetzt fing er Harrys Blick wieder vollkommen auf, sog ihn in sich ein, diese smaragdgrünen Augen, die er gelernt hatte zu lieben, die er immer lieben würde, egal was kam. „Es war immer meine Absicht, dass ich in unsere Villa eindringe, ohne euch, heimlich, um etwas über die … Du-weißt-schon-was in Erfahrung zu bringen. Ich wollte euch nicht verraten. Ich …"
„Darum geht es nicht."
„Wie bitte?", Draco verstand nicht. Es ging nicht um Verrat? Um was ging es dann?
„Du bist geflohen", Harrys Stimme wurde noch leiser, sodass sie vom immer noch anhaltenden Dröhnen um sie herum beinahe verschluckt wurde. „Du bist einfach abgehauen, als wir … als ICH dich am meisten gebraucht habe", er schluckte. „Und wir standen da … und die Greifer haben uns gefangen. Trotz deines Versprechens, bei uns zu bleiben. Bei … bei mir zu bleiben."
Draco war erstarrt. Die Worte trafen ihn mehr, als ein handfester Streit um den Verrat, den er begangen hatte. Sie waren so gespickt mit Trauer, Schmerz und auch einer gewissen Anklage, dass sie ihn vollkommen überrumpelten. Und er hat recht.
Ja, Harry hatte recht.
„Und dann … in Malfoy Manor", sprach er weiter, erbarmungslos, schonungslos, „hast du wahrscheinlich wirklich alles getan, um Du-weißt-schon-wem zu gefallen, anfangs."
Grüne Augen bohrten sich wie Nadeln in graue. Als versuchten sie, Dracos innerste Gedanken und Gefühle zu lesen. Wäre das möglich, er hätte Harry alles gestattet, alles, nur um diese Anschuldigung loszuwerden. Er wollte dem Dunklen Lord nie gefallen, wollte niemals der ergebene Diener sein. Und doch … Harry glaubte es.
„Vielleicht hast du auch versucht, einen Ausweg zu finden", sprach Harry weiter und Draco atmete auf. „Man weiß ja nie, was im Kopf eines Slytherins so alles abläuft."
Der Gryffindor senkte den Kopf. „Ich frage dich noch einmal", flüsterte er jetzt kaum vernehmbar in den immer lauter werdenden Harry-Rufen um sie herum, „warum bist du hier?"
Draco hätte so viele Dinge sagen können, er hätte sich in bodenlose Erklärungen stürzen können, hätte sich versuchen können zu rechtfertigen … doch er tat es nicht. „Weil ich dich liebe", war alles, was Draco herausbrachte. „Und ich dachte, dass du das weißt."
Harry erstarrte. Ein Blitzen durchlief seine grünen Augen. Verstehen. Sein Blick wurde weicher – kaum merklich, jedoch für Draco deutlich zu sehen.
„Warum können sie denn nicht helfen?", drang der erste deutlich vernehmbare Satz wieder an ihren Verstand vor (S. 591). Ron bekam nun einen kleinen Hauch der Aufmerksamkeit seines besten Freundes wieder, der trotz seiner immer noch anhaltenden Konzentration auf Draco eine Antwort zustande brachte, die mehr war als nur ein Gestammel.
Er wollte keine Hilfe von Außerhalb. Er wollte sie nicht in Gefahr bringen. Unglauben legte sich daher auf sein Gesicht, als Ronald auch noch – unverhofften – Beistand von Granger erhielt. Auch sie war der Meinung, dass ihnen die Hilfe der ehemaligen D.A. durchaus zugute kommen könnte.
„Du musst nicht alles alleine machen, Harry", wies sie ihn leise zurecht und brachte ihn so wieder in die Realität zurück und lenkte seine Aufmerksamkeit wieder von Draco auf ihre Aufgabe – die Horkruxe (s.o.). Und dennoch wusste der Slytherin, dass er ihm mit dem ersten Liebesgeständnis, das er ihm direkt gemacht hatte, einen wenn auch nur kleinen Denkanstoß verpasst und ihn vielleicht ein kleines Stück zurückgewonnen hatte. Er hoffte es inständig. Er hoffte, dass Harry nach all dem, was passiert war, nach allen Enttäuschungen, Entbehrungen und Rangeleien sich wieder für sie beide entscheiden würde können.
„Es gibt etwas, das wir finden müssen", hörte er Harry neben sich seine umständliche Erklärung beginnen, um den vorletzten Horkrux zu finden (S. 592). Er umging es, sie durch die Bezeichnung direkt einzuweihen … er umging es, direkt nach Hilfe zu fragen. Er wollte es nicht. Er wollte sie nicht noch mehr in die Sache hineinziehen, wollte sie nicht noch mehr in Gefahr bringen, als sie dieser verdammte Krieg sowieso schon gefährdete. Doch Draco wusste, dass jemand helfen könnte. Er wusste, dass all die seltsamen, verhaspelten und verwirrten Worte jemanden auf die richtige Spur bringen würden.
„Also, da wäre das verschollene Diadem." (s.o.)
Wie er erwartet hatte war es Luna Lovegood, die die alles entscheidenden Informationen hatte. Luna, die auf ihre seltsame, verrückte Art alles direkter, ehrlicher und klarer sah, das Hatte Draco in den wenigen Wochen, die er nun mit ihr und den Anderen verbracht hatte, begriffen. Bei Merlin, vor einem halben Jahr hätte ich jeden für diese Gedanken ausgelacht … und heute … ich habe mich verändert. Wir alle haben uns während des Krieges verändert.
Er bemerkte Harrys nicken. Er glaubte, den Horkrux vielleicht finden zu können, er glaubte – wie Draco – dass Luna den Nagel mal wieder auf den Kopf getroffen hatte. Und auch Luna nickte. Sie nickte, als Cho sich anbot, Harry in den Ravenclaw-Gemeinschaftsraum zu führen und als Ginny Weasley schnippisch forderte, dass Luna selbst mit Harry gehen würde.
Und dann, wider allen Erwartungen, streckte sie eine Hand nach Draco aus.
„Komm mit", sagte sie. „Du könntest helfen. Wie wir es besprochen haben. Wir wir es geplant haben."
Zunächst noch zögernd, doch als er merkte, dass alle Blicke auf ihm lagen hoch erhobenen Hauptes, ging Draco auf Luna zu und nahm ihre Hand in festem Griff in die seine.
Ja, er würde kämpfen. Er würde seinen Teil der Abmachung erfüllen. Er würde nicht wieder aufgeben, sondern für Harry weitermachen. Und für sich selbst.
Und auch Harry hatte begriffen, dass Draco nicht aufgeben würde. Der Slytherin spürte ganz deutlich seine Blicke im Nacken, als sie von Neville Longbottom den Weg nach draußen gezeigt bekamen. Nach draußen in die Hölle des alten Gemäuers, das so viele Jahre lang ihr Zuhause gewesen war, das jetzt verschwiegen und sich ängstlich duckend in der Wildnis stand, wie vor einem gefährlichen, alles zerstörenden Sturm. Und Draco ahnte, dass der Sturm wirklich die Macht haben könnte, alles zu überrollen. Und das galt es abzuwenden.
Durch den geheimen Ausgang aus dem Raum der Wünsche gingen sie noch gemeinsam und wendeten sich ein letztes Mal einander zu, um sich zu verabschieden und ihre Pläne auszuführen. Sorge lag in Harrys Blick. Sorge, die Draco auf eine seltsame Art hoffen ließ.
„Was planst du?", fragte der Gryffindor. Seine Worte hallten trotz des Flüsterns etwas in dem verlassenen, dunklen Korridor wider. „Was hast du vor?"
Draco lächelte. Es war abwegig, unpassend, doch er lächelte. Ich habe ihn tatsächlich zurück.
„Ich werde irgendwie versuchen, die Todesser von dir fern zu halten. Ich werde mein Bestes geben, verlass dich drauf."
Das war der Plan. Simpel. Und doch wohl gefährlicher, als es sich anhörte. Und Luna und Draco teilten die Meinung, dass nur er dazu in der Lage wäre. Sie teilten die Hoffnung, dass noch nicht jeder von seiner Flucht aus Malfoy Manor erfahren hatte, dass sie alle annahmen, er suche noch immer nach Harry Potter, um ihm seinem Meister auszuliefern. Und Luna vertraute ihm. Voll und ganz, wie sie ihm versichert hatte. Und er war froh darum. Er brauchte das Vertrauen, das sie ihm entgegenbrachte.
Die Angst, die Harry nach seinen Worten ins Gesicht geschrieben stand, hätte ihn beinahe wieder zum Rückzug veranlasst, nur um Harry zu beruhigen. Doch nein. Ich werde das durchziehen. Für dich. Nur für dich, Harry.
Draco schloss die Augen und spürte sofort eine zaghafte Hand, die sich auf seine blasse Wange legte, einen Daumen, der sie sanft streichelte. Der Slytherin genoss die Berührung, den vertrauten, so geliebten Geruch des Anderen in vollen Zügen, atmete dessen so vertrauten Atem ein, der sich ihm immer weiter näherte, bis Harry so nah und leise an Dracos Ohr sprach, dass nur er ihn hören konnte. „Ich liebe dich auch."
Ein Hauch. Nur der Hauch eines Kusses an seinem Ohr. Doch Draco war glücklich damit. Es war mehr, als er sich zu hoffen gewagt hatte; mehr, als er jemals zu träumen gewagt hatte. Ihnen war beiden bewusst, dass es das letzte Mal sein könnte, dass sie sich sehen, sich berühren konnten. Und Harry hatte ihm in diesem Augenblick vergeben. Das war alles, was er gewollt hatte.
Draco wendete sich ab, bevor er sich doch noch anders entscheiden könnte. Strammen Schrittes ging er den langen, kalten Korridor entlang, dessen Wände ihn zu beobachten schienen, auch wenn er ohne jegliches Portrait geschmückt war.
„Wir sind im fünften Stock", hörte er Harry gerade noch leise hinter sich sagen, bevor er sich zu weit von ihm und Luna um die nächste Ecke entfernte (S. 594). Dann war es still und sie gingen beide ihrem Schicksal entgegen. Einem Schicksal, ohne jegliche Vorhersehung. Voller Ungewissheit. Voller Angst.
