phoenixTV - hey hallo und willkommen in den Reihen der Mutigen die ein Review schreiben :) Das freut uns alle immer sehr und macht das Weiterschreiben dann umso schöner. :)

strega79 - und hier ist das nächte Kapitel, ich hoffe du hast nicht zu lange auf der Folterbank liegen müssen. :)

3Sternchen - sie arbeitet in St. Mungos als Medi Hexe und daher der Begriff Schwesterntracht / Arbeitskleidung

An alle - danke das ihr diese Geschichte weiter mit lest. Sind sehr gespannt wie euch das folgende Kapitel gefällt, da es wieder mit der Hilfe unserer dritten Mitschreiberin entstanden ist, die Lucius Malfoy schreibt. (kurz zu Tiyome wink)

Ich hoffe bald mehr von euren Meinungen lesen zu können :) -- Morti

Kapitel 27 - Arrangiert

Das Anwesen war wirklich riesig. Das Manor allein musste viermal so groß sein wie ihr Elternhaus oder das ihres Onkels am Grimmould Platz. Es war schneeweiß und hob sich von den dunklen Bäumen ringsum fast schon blendend ab. Und dann erst das Grundstück dazu.

Mit ihrem jüngeren Cousin Regulus war sie gerade vor das Malfoysche Anwesen appariert, da man aufgrund verschiedener Schutzbanne natürlich nicht direkt drinnen erscheinen konnte. Unsicher sah sie den jüngeren Black an und umarmte ihn kurz. Woraufhin dieser sie fest hielt und sanft zuredete.

Narzissa Black war nicht wirklich glücklich hier zu sein. Um ehrlich zu sein, würde sie lieber weglaufen. Und das war garantiert auch der wahre Grund, weswegen ihr Vater auch darauf bestanden hatte, dass Regulus sie begleitete. Anstandsperson... lächerlich. Sie wusste genau, dass Regulus das dunkle Mal trug und sofort kuschen würde, wenn Lucius Malfoy auch nur eine Augenbraue hob.

Diese ganze Sache gefiel ihr überhaupt nicht. Auf Befehl des dunklen Lords sollte sie dessen ersten Berater ehelichen. Klasse... Einen Mann ,den sie bisher nicht ein einziges Mal gesehen hatte, außer vielleicht im Tagespropheten.

Ihre Schultern straffend und sich zu ihrer vollen Größe aufrichtend betrat sie endlich das Gelände. Ihre blonden Haare waren aufwendig frisiert und leuchteten im frühen Sonnenlicht. Sie trug ein blaues, modisch geschnittenes Kostüm, zu dem ein fließender, Silber durchwirkter Seidenschal gehörte, den sie sich nun in einer selbstsicheren Geste über die Schulter warf.

Undeutlich war sie sich bewusst, dass Regulus ihr wie ein Hündchen gefolgt war, als sie an die große Eingangstür klopfte. Eigentlich mochte sie ihren Cousin nicht besonders, was aber an dem Altersunterschied von fast fünf Jahren und den Streichen lag, die sie sich als Kinder gespielt hatten.

Dobby, der Hauself, der schon seit kaum zählbarer Zeit im Hause Malfoy seine Dienste tat, öffnete die große Eingangstür, hatte dabei sichtlich ein wenig Probleme.
"Ah, Miss Black...!", nuschelte der kleine Hauself und verbeugte sich übereifrig. "Der Herr Sie schon erwartet, Dobby Sie führen herein!", quiekte er und ließ Narzissa in das Gebäude eintreten. "Und Mister Black auch anwesend sein? Herzlich willkommen, Sie auch eintreten!"
Obwohl seine Aussprache doch sehr dürftig war, brachte er die Worte fließend hervor und schloss anschließend die Tür wieder, wobei er sich erneut ziemlich abrackern musste.

Lucius hatte bis jetzt in dem mehr als großzügigen, fast schon Saal-ähnlichen Wohnzimmer gesessen und darüber nachgedacht, wie wohl der Angriff auf dieses Ordensquartier, der heute Morgen stattfinden sollte, gelaufen war.
Doch nun stand er auf, als er hörte, wie die Tür geöffnet und geschlossen wurde und Dobby mit seiner quiekenden Stimme die Gäste hereinführte.
Erst fiel sein Blick auf Regulus, da er nicht wirklich mitbekommen hatte, dass dieser Narzissa Black begleiten würde.
Er wandte seinen Blick aber schnell ab und trat dann auf Narzissa zu.
Er begrüßte sie mit einer leichten Verbeugung und einem angedeuteten Handkuss, so hatte man es ihm von klein auf beigebrach. Frauen gegenüber Höflichkeit wahren, war oberstes Gebot.
"Herzlich Willkommen, verehrteste Narzissa..."

Der Hauself, der ihnen so mühsam die Tür öffnete, trug lediglich einen Kopfkissenbezug als Kleidung und hatte überall an seinen Händen Pflaster kleben. Aber das störte die junge Frau nicht weiter. Immerhin gab es in ihrem Elternhaus auch Hauselfen und Kreacher, der Elf ihres Onkels, sah noch weitaus schlimmer aus als dieser hier.

Narzissa zwang sich dazu, sich nicht umzuschauen, wie ein neugieriges Kind. Aber was sie dennoch sah, beeindruckte sie ebenso wie zuvor der Anblick des Manor von außen.

Dann stand sie dem Mann gegenüber, den sie würde heiraten müssen, ob sie es nun wollte oder nicht. Aber zu ihrem eigenen Erstaunen sah er doch besser aus, als die Bilder.
"Guten Morgen, Lucius...", erwiderte sie mit dem Anflug eines Lächelns. "Meinen Cousin Regulus kennst du sicher."

"Natürlich...", antwortete Lucius. "Setzt euch doch...", fügte er hinzu und man wusste nicht wirklich, ob er mit dem 'euch' wirklich beide, Narzissa und Regulus, meinte oder aber nur Narzissa.
Auf jeden fall führte er junge Frau zu dem übergroßen Sofa.

Lucius hatte ein charmantes Lächeln aufgelegt, wobei auch sein Tonfall diesem gleichkam.
"Wollt Ihr etwas trinken, Narzissa?" Er sah sie eine Weile an, musterte sie unauffällig.
Sie sah wirklich nicht schlecht aus, der Lord hatte nicht zuviel versprochen...
Kurz sah er auch zu Regulus, fragte diesen ebenfalls, ob er etwas trinken wollte.

Dobby stand bereits da. Bereit irgendwelche Aufgaben zu erledigen.

Ein sanftes Rot stieg in Narzissas sonst bleiche Wangen, als er ihr mit ausgesuchter Höflichkeit, aber dennoch unmissverständlich, wie sie fand, andeutete, dass man sich nicht einfach so duzte.
"Sehr gern.", erwiderte sie etwas verlegen, während sie versuchte sich wieder zu fassen. "Die Bilder in den Zeitungen werden Euch nicht gerecht, Lucius.", versuchte sie dann irgendetwas Nettes zu sagen, um ein Gespräch ins Rollen zu bringen.

Regulus blieb in der Nähe der Tür stehen, da er annahm, dass der Platz ihm nicht angeboten worden war. Er war nur ein niederer Todesser und Lucius Malfoy war immerhin der Berater des Meisters.
"Danke, Sir.. aber nein.", erwiderte er mit einem unsicheren Blick und sah anschließend zu Boden.

Wie auf Kommando kam Dobby herangewuselt und machte mit überhöflichen, andauernden Verbeugungen bekannt, dass er Miss Black jegliches Getränk bringen würde, was sie wünschte. Vorher fragte er aber noch, was sie trinken wollte...

Im Gegensatz zu Narzissa blieb Lucius gelassen und behielt auch denselben, charmanten, Gesichtsausdruck.
Auch wenn er meinte, dass die Fotografen des Tagespropheten ziemliche Stümper waren, sagte er dies nicht. "Ich bezweifle sehr stark, dass das Bild minderwertig aussehe, wenn Ihr Bild daneben stehen würde.", meinte er stattdessen.
Das hörte sich vielleicht ziemlich weit hergeholt an, aber Lucius fand wirklich, dass Narzissa eine ausgesprochene Schönheit war.

"Eine Tasse Tee...", murmelte die junge Frau etwas abwesend und sah Lucius dabei die ganze Zeit an. Bei seinen Worten wurde sie sogar rot und senkte verlegen den Blick. Sie war mit ihren 22 Jahren noch sehr behütet worden und solche Komplimente nicht gewöhnt.

Als sie ihre Tasse Tee einige Minuten später in der Hand hielt, wurde sie wieder etwas ruhiger.
"Es ist... eine etwas seltsame Situation, findet Ihr nicht, Lucius?", murmelte sie dann und lächelte ihn etwas unsicher an. "Keiner von uns hat eine Wahl... alles steht schon fest. Als wären wir..."
Sie schluckte heftig und verstummte.

Lucius nickte verstehend. Für einen Moment schloss er die Augen, ehe er Narzissa wieder ansah.
"Es ist seltsam, in der Tat, aber trotzdem ist es wohl unwiderrufbar. Der Dunkle Lord zieht seine Vorteile aus dem Gegebenen. Und ich finde, dass wir es nicht als Nachteil sehen sollten."
Lucius musste zugeben, dass er von dem Beschluss selber ja überrascht gewesen war. Aber trotzdem hatte er nicht das Recht Widerspruch einzulegen. Mal abgesehen davon dass es ihn, in Bezug auf Narzissa, wirklich schlimmer hätte treffen können.

Doch für die jungen Frau war es nicht ganz so leicht. Sie fühlte sich wie eine Zuchtstute, die ausgewählt worden war, sich mit des Meisters Lieblingshengst zu paaren. Der Lord fand sie gut genug aussehend, intelligent genug und schon war sie verheiratet.

Ihre wütenden Gedanken wieder verdrängend nickte sie nur leicht. Natürlich hätte sie es schlechter treffen können. Lucius Malfoy sah gut aus und war noch dazu verdammt reich.

"Sicher werden wir lernen können einander zu ... lieben.", murmelte sie und lächelte ihn scheu an.

Lucius bemerkte die plötzlich angespannte Atmosphäre und strich sich einmal kurz durch die langen, blonden Haare.
"Da sehe ich wirklich kein Problem...", sagte er und erwiderte Narzissas Lächeln offen.

Darauf lächelte auch Narzissa wieder und nippte an ihrem Tee.
"Steht... denn schon ein Termin fest?", wollte sie leise wissen. "Mein Vater ist nicht wirklich sehr gesprächig gewesen... er meinte nur, dass ich herkommen soll, um meinen zukünftigen Mann kennen zu lernen und dass Regulus den Aufpasser spielen soll."
Bei diesen Worten warf sie ihrem jüngsten Cousin einen Blick zu, der diesen unsicher schlucken ließ.
"Es ging nur darum, dass ich auch herkomme. Ich weiß genau, dass Ihr nur schnippen müsstet und der Kleine würde freiwillig am Boden herum kriechen."

Regulus wurde mehr als bleich, sagte aber nichts dazu.

Lucius dachte kurz nach, aber der Dunkle Lord hatte nichts der gleichen gesagt.
"Nein, ich weiß nichts von einem Termin."

Die Annahme von Narzissa, die durchaus der Wahrheit entsprechen durfte, entlockte Lucius ein kurzes Auflachen.
"Wollt Ihr es vielleicht einmal testen, Narzissa?", fragte Lucius und verkniff sich ein weiteres Grinsen, er sah aber zu Regulus, dem anscheinend gar nicht wohl bei dem Gedanken war.

"Zissa...", wisperte Regulus in einem beinahe beschwörenden Tonfall und sah sie fast schon flehend an.

Narzissa lachte leise.
"Mich würde schon interessieren... was Ihr alles von ihm verlangen könntet.", erwiderte sie dann und sah Lucius in die Augen. Dieser grinste darauf kalt und sah Regulus an.

"Regulus, du solltest nicht in so einem beschwörenden Ton mit deiner Cousine sprechen... sie könnte sich sonst unter Druck gesetzt fühlen. Komm her und entschuldige dich erst einmal bei ihr...", sagte Lucius, aber allein der Tonfall versprach, dass dies nicht das einzige war, auf was sich der junge Black einstellen konnte.

Regulus Black hatte wie alle Blacks schwarze Haare, nur seine Cousine bildete die eine große Ausnahme, welche die Regel ja bekanntlich nur bestätigte. Mit seinen 18 Jahren wirkte sein Gesicht noch immer kindlich und irgendwie unschuldig.

Bei Lucius Malfoys Worten und dem Tonfall wurde er mehr als bleich, sodass er mehr der Wand hinter sich als einem gesunden Menschen glich. Zögerlich schob er sich von der Wand, an der er lehnte, weg und kam zu den beiden herüber. Ihm schwante bereits nichts Gutes, was hier noch geschehen würde.
"Verzeih mir, Zissa...", wisperte er leise und sah ihr bettelnd in die Augen. Sie könnte diesem Spuk mit einem Wort ein Ende bereiten. Doch seine Cousine reagierte gar nicht weiter.

"War das schon alles, Regulus? Ich glaube, du vergisst, dass du es hier mit der zukünftigen Mrs Malfoy zu tun hast."
Auffordernd sah Lucius den Black-Spross an. "Oder wäre das auch eine Entschuldigung, die du mir zu Teil lassen würdest...?"

Regulus bekam weiche Knie und schluckte heftig, während er Lucius einen Moment anstarrte, als hätte er zwei Köpfe. Immerhin blieb Zissa doch seine Cousine, selbst wenn sie dann Malfoy hieß. Mit einem ergebenen Seufzen und irgendwie hoffend, dass dies bereits alles war, drehte er sich wieder zu der blonden jungen Frau um.
"Ich bitte ergebenst um Verzeihung, Madam.", murmelte er und neigte den Kopf.

Narzissa musste sich ein Kichern verkneifen. Es war einfach zu süß, wie Regulus bei diesen Worten rot anlief.

"So ist es schon gleich viel besser...", meinte Lucius.
"Du gibst schon ein gutes, schnurrendes Kätzchen ab, Regulus. Willst du uns nicht zeigen, wie sehr du noch Kätzchen bist...? Setz dich hin, Regulus und schnurr uns noch eine Weile etwas vor.."
Abwartend sah Lucius den anderen an und grinste höhnisch.

"Ich.. Ich soll was?", wisperte Regulus und wurde nun wieder bleich. Diese schnellen Farbwechsel ließen ihn schon Sterne sehen.

In seine Angst vor einer Strafe, die der Berater des dunklen Lords durchaus jederzeit aussprechen durfte, mischte sich nun auch Wut über die Demütigung vor den Augen seiner Verwandten. Diese Wut weitete sich auch auf Narzissa aus, die das Ganze auch noch äußerst amüsant zu finden schien.

"Bist du festgewachsen, oder warum setzt du dich nicht endlich auf den Boden?", fragte Lucius und klang nun etwas lauter, auch wenn er weiterhin in einem freundlichen Ton sprach.
"Ich erkläre es dir aber gerne noch einmal...", fügte er hinzu. "Setz dich auf den Boden und schnurr ein wenig rum, wie es sich für ein zahmes Kätzchen gehört!"

Bei diesem Tonfall hätte Regulus sich beinahe einfach fallen gelassen, schaffte es dann aber doch sich halbwegs langsam hinzusetzen. Dann schluckte er unsicher, zog die Beine an und schlang seine Arme darum. Etwas Peinlicheres gab es ja wohl kaum.

Sein Gesicht versteckend versuchte er irgendwie die geforderten Laute zu erzeugen, bekam aber nichts halbwegs annehmbares hin.

Narzissa hob langsam eine Augenbraue.
"Wenn dein Vater dich jetzt sehen könnte, Regulus...", spottete sie nur, ehe sie zu Lucius sah. "Was kann er noch?"

"Alles was Ihr wollt, Narzissa. Sagt was Ihr wollt. Ich hoffe für ihn, dass er es tut. Sonst wird er sehen, was er davon hat..."
Der Anblick von Regulus hatte wirklich schon etwas Reizvolles. Es war wirklich amüsant.
Lucius hatte aber noch andere Aufforderungen im Kopf, die er gerne an Regulus testen würde.
Fürs erste aber, war dieses kleine Rollenspiel doch wirklich erheiternd.

Narzissa sah von Lucius zu Regulus und fing an zu grinsen.
"Du würdest also endlich einmal tun, was ich sage, Regulus?", wollte sie wissen.

"Ja, Madam...", erwiderte der junge Todesser nur mit deutlich zittriger Stimme und blinzelte zwischen seinen Haaren hindurch zu seiner Cousine auf. Wenn sie hier raus waren, würde sie aber was hören bekommen!

"Das ist interessant. Deine Katze ist ja nicht ganz so gut... kannst du vielleicht besser bellen?", wollte sie wissen und lachte, als ein "Wuff" von ihrem Cousin kam.

Es amüsierte ihn wirklich köstlich, wie Narzissa tatsächlich Gefallen an Regulus' Demütigung fand.
Er konnte sich aber auch genau denken, was in Regulus vorging.
Bevor seine Zukünftige und Black wieder verschwanden, würde Lucius noch ein ernstes Gespräch mit Regulus führen...
"Tatsächlich. du scheinst viel besser einen räudigen Hund imitieren zu können...", grinste Lucius und sah den jungen Mann an. "Na los, Regulus. Wenn du Männchen machst, bekommst du vielleicht auch gleich ein Leckerchen..."

Auf diese Worte hin regte Regulus sich erst überhaupt nicht, zitterte dafür aber umso stärker. Sein Geist wollte gehorchen, aber sein Körper rührte sich nicht im mindesten.
"Ich...ich kann...nicht...", hauchte er fast lautlos.

Lucius' Blick wandelte sich wieder zu einem mehr als kalten.
"Was heißt, du kannst nicht?", wollte er wissen und sah Regulus weiterhin an.
"Soll ich erst nachhelfen? Und glaub mir, danach wirst du denken, du bist wirklich ein Hund!"
Ungeduldig tippte er mit seinen Fingern auf die Sofalehne. Er würde sich garantiert nicht von Regulus Black auf der Nase herumtanzen lassen.

Der junge Mann schluckte heftig. Für solche Spiele war er nicht zu den Todessern gegangen. Er wollte helfen die Welt der Zauberer zu verändern, damit sie endlich einsahen, dass schwarze Magie nicht schlecht und verdammenswert war. Dass das, womit er aufgewachsen war, was ihn sein Vater gelehrt hatte, richtig war.

Doch ihm blieb keine Wahl. Langsam, sich zu jeder kleinen Bewegung zwingend begab er sich zuerst auf alle Viere, sodass er direkt vor Lucius war und hob dann langsam die Hände, richtete sich dabei auf die Knie auf. Eine einzelne Träne lief ihm über die Wange ob dieser Demütigung.

Wieder fing Narzissa an zu kichern. Irgendwie tat ihr der Junge nicht leid und sie konnte nicht einmal sagen weshalb genau. Immerhin hatte er sich dieses Schicksal doch selbst ausgesucht.

Schmunzelnd betrachtete Lucius den vermeintlichen Hund und als bei diesem auch noch eine Träne herunter lief, grinste er noch mehr. Für einen Moment fragte er sich, ob es nicht langsam genug war, mit dieser Demütigung, aber entschied sich dagegen. Stattdessen strich er Regulus durch die Haare, als sei er tatsächlich ein Hund und sagte:
"Nana, du weißt doch dass Hunde nicht weinen können. Hunde winseln und jaulen, aber weinen tun sie nicht..."
Soweit Regulus sich jetzt richtig verhielt, würde es dann genügen...

Die Augen des jungen Mannes weiteten sich kurz und er starrte den weiß-blonden vor sich an. Immer mehr Tränen begannen zu fließen, während Regulus versuchte irgendwie ein hundeähnliches Jaulen von sich zu geben. Dann verbarg er sein Gesicht schluchzend in seinen Händen.
"Bitte... Bitte, Sir, genug..."

"Du bist wirklich ein sehr guter Hund...", sagte Lucius herablassend, ungeachtet der Tränen.
"Jetzt steh auf und setz dich ordentlich hin."
Lucius fand dass die Demütigung fürs erste genug war. "Reicht Euch die Vorstellung, Narzissa?", fragte er aber dennoch nach.

Sofort stand Regulus auf und setzte sich an den äußersten Rand des Sofas, möglichst weit weg von den beiden. Weiter schluchzend versuchte er sich wieder zu beruhigen. Dass Lucius Malfoy so ein Arsch war, wusste er ja schon länger. Aber dass seine eigene Cousine mit machte und sich auch noch köstlich amüsierte, war einfach unfassbar. Offensichtlich kannte er Narzissa überhaupt nicht.

"Ich denke schon, Lucius. Ich wusste ja schon immer, dass er ein Waschlappen ist... Sein Vater hätte ihn besser erziehen können.", meinte Narzissa lächelnd zu Lucius und sah dann kurz zu Regulus, der selbst jetzt noch wie ein geprügelter Hund wirkte. "Nun krieg dich wieder ein, Regi... du hast es dir selbst eingebrockt!"

Es gefiel Lucius, dass Narzissa anscheinend ziemlich skrupellos war.
Allein wie sie mit ihrem Cousin umging. Sie hatte ihn sozusagen ins offene Messer laufen lassen.
Das würde garantiert noch vorteilhaft werden.
"Regi?", fragte er dann grinsend. Das klang einfach lächerlich. Lucius würde seinen Spaß haben Regulus ab und an mit diesem Spitznamen zu triezen.

Sofort schoss Regulus' Kopf herum und er starrte Narzissa an. Wieso musste sie ihn jetzt auch noch so nennen? Er musste nicht mal zu Malfoy hinschauen, um zu wissen, dass er den Namen nicht wieder los werden würde.

"Ich finde Regulus klingt viel zu erwachsen und stark für so einen kleinen Bengel.", murmelte Narzissa grinsend, während sie nun wieder an ihrem zuvor vergessenen Tee nippte.

Lucius sah Narzissa mit einem leicht erstaunten Blick an. Sie schien ja wirklich nicht grad eine hohe Meinung von ihrem Cousin zu haben. Vielleicht dachte sie sich auch nur die Situation zu Nutzen?
Eigentlich war es Lucius egal. Die junge Black schien zu wissen, was Spaß machte, und den passenden Charakter schien sie dazu auch zu haben.
"Das ist nicht grad die Meinung, die man einem Verwandten gegenüber hat...", stellte Lucius fest, machte mit seinem Ton aber klar, dass es ihm nicht viel ausmachte.

"Habt Ihr einen jüngeren Cousin oder Bruder, Lucius, auf den Ihr früher aufpassen musstet?", fragte Narzissa nach, obwohl sie wusste, dass er nur einen älteren gehabt hatte, der allerdings nicht mehr lebte. "Das sind die lästigsten kleinen Insekten, die es gibt! Und ich habe noch einen Cousin und eine Schwester..."

"Nein, ich habe keinen jüngeren Bruder.", meinte Lucius und seine Stimme klang verbittert, wenn er an seinen älteren dachte.
Aber das gehörte nun zur Vergangenheit. Es hatte ihn damals zwar einige kurze Überlegungen gekostet, aber schließlich hatte er seinen Bruder doch getötet. Zusammen mit dessen Frau.
"Na, aber zumindest weiß ich jetzt wie mein Bruder über mich gedacht hatte.", sagte er und lachte leise.

"Sehr wahrscheinlich hat er so gedacht.", meinte Narzissa schmunzelnd und sah wieder zu Regulus hinüber, der sich so langsam wieder beruhigt zu haben schien. Lächelnd stellte sie ihre leere Tasse neben das Sofa auf einen kleinen Tisch, von wo sie Dobby sofort wegholte.
"Ich bin wirklich froh, dass wir uns so verstehen, Lucius. Ich habe ehrlich gesagt damit gerechnet, dass wir einander nicht leiden können würden..."

Lucius schenkte ihr ein kurzes Lächeln.
"Da habt Ihr recht, Narzissa...", meinte Lucius und sah kurz dem kleinen Hauself hinterher, der förmlich darauf gebrannt hatte, wieder bedienen oder irgendetwas vom Tisch räumen zu können.
Nun, wo er sich doch ziemlich sicher war, dass Narzissa keine schlechte Wahl war, mal abgesehen davon dass er es eh nicht zu entscheiden hatte, nahm Lucius sich vor das Treffen auch angemessen abzurunden.

"Nun, Narzissa. Da sich alles ins Positive entwickelt hat..."
Wie aus dem Nichts hervorgezaubert, hatte Narzissa auch schon am linken Ringfinger einen goldenen Verlobungsring. Es war hochkarätiges Gold, nicht zu protzig, aber sehr wertvoll. Der richtige Ring würde dann sowieso erst zur Hochzeit geliefert.
Lucius war auch der Meinung, dass er sich unter den Umständen den Antrag sparen konnte. Es ließ sich ja so oder so nicht ändern, auch wenn er nun wirklich nicht mehr abgeneigt, der Heirat gegenüber war.

Lucius selber hatte das passende Gegenstück des Ringes an seinem Finger.
"Er steht Euch wirklich ausgezeichnet, Narzissa...", sagte er, nachdem er ihre Hand genommen, sie etwas angehoben und das Schmuckstück betrachtet hatte.
Diesmal gab er ihr sogar einen echten Handkuss, keinen Angedeuteten.

Narzissa sah auf ihre Hand herab und staunte nicht schlecht, als sie einen Ring am Finger hatte. Bevor sie etwas dazu sagen konnte, nahm Lucius ihre Hand und küsste sie nach kurzem betrachten. Mit leicht geröteten Wangen, die durch ihre Blässe noch mehr auffielen, lächelte sie scheu.
"Vielen Dank, Lucius.", murmelte sie leise und sah ihm in die Augen. Dieser Mann mit seinen perfekten Manieren gefiel ihr immer mehr.

Regulus sah zur Seite. Er hätte kotzen können. Wie sie sich anhimmelten. Zumindest seine Cousine benahm sich gerade mehr wie eine Hure. Fehlte nur noch, dass sie sich Malfoy an den Hals warf und ihm dankte, ihn heiraten zu dürfen.

Lucius erwiderte den Blick, ehe er sich wieder aufrecht setzte.

Die Personen, in den Bildern die an der Wand hingen, waren untereinander am Tuscheln.
Wahrscheinlich hatten sie nicht damit gerechnet, dass es doch soweit kommen würde. Sie hatten zwar gehört, dass der Dunkle Lord da seine Pläne gehabt hatte, es aber wohl erst nur für ein Gerücht gehalten.

"Da gibt es nichts zu danken.", meinte Lucius, sah prüfend zu Regulus, welchem er auch kurz einen höhnischen Blick zuwarf. ‚Da hast du es, Regulus und ab jetzt würde ich mir an deiner Stelle sehr stark überlegen, wie du mit deiner Cousine umspringst, nach diesem Tag...'

Der junge Black schluckte unsicher, als er Lucius' Augen auf sich spürte. Schnell sah er wieder weg.

Narzissa Black lächelte sanft.
"Werden wir uns bald wieder sehen, Lucius?", fragte sie mit einem mehr als santen Lächeln, die Blicke der beiden Männer ignorierend.

"Natürlich, Verehrteste. Sobald Ihr wollt...", antwortete er und lächelte sie freundlich an.
"Wir werden uns sehr bald wieder sehen, das verspreche ich."
Als ob man es umgehen könnte. Spätestens auf der Hochzeit würden sie sich wieder sehen, soviel war klar.
Lucius stand auf und zog Narzissa ebenfalls sanft auf die Beine, betrachtete die junge Frau noch einmal.

Langsam hob Narzissa eine Hand, während sie erneut in Lucius' Augen zu versinken schien. Sanft legte sie einen Finger gegen die Lippen des anderen und lächelte ihn an.
"Ich freue mich schon darauf.", wisperte sie und sah dann spöttisch zu ihrem Cousin hinüber, der nun auch aufgestanden war. "Und beim nächsten Mal vielleicht auch mit etwas besserer Unterhaltung.", setzte sie hinzu.

Sanft küsste er die Fingerkuppe Narzissas, ehe er wisperte: "Und ich ebenfalls..."
Dann ließ er von ihr ab und geleitete sie zur Tür, sah sich erst dann wieder nach Regulus um.
Dobby kam heran getapst und öffnete ächzend die Tür. "Ich freue mich, auf ein baldiges Wiedersehen, Narzissa..."

Ehe Regulus aber an ihm vorbei gehen konnte, hielt er den jungen Black fest.

Draußen drehte Narzissa sich nochmals um und lächelte ihren zukünftigen Mann an.
"Bis bald.", erwiderte sie auf Regulus wartend. Als sie dann aber sah, dass Lucius ihn fest hielt, grinste sie ein wenig und nickte leicht. Dann drehte sie sich einfach um und ging durch den herrlichen Garten zurück zur Auffahrt, von wo aus sie nach Hause apparieren konnte.

Regulus sah seiner Cousine völlig perplex nach. Dann blickte er total unsicher zu Malfoy auf und sah ihm in die Augen.
"Was... Was möchten Sie noch, Sir?", wollte er mit leiser, leicht quiekender Stimme wissen.

Kurz sah Lucius noch Narzissa nach. Dann wandte er seinen Blick zu Regulus. "Nicht viel...", meinte er katzenfreundlich, sah ihn auch genauso an. "... ich wollte dich lediglich darauf aufmerksam machen, dass du gut darauf acht geben solltest, wen du gleich für dein kleines Rollenspiel von gerade verantwortlich machst..."
Leicht strich er Regulus über die Wange. Aber es hatte nichts Sanftes an sich. Es wirkte nur umso bedrohlicher.

Die Augen des jungen Black weiteten sich und er trat erschrocken einen Schritt zurück, um aus der Reichweite Malfoys zu gelangen, damit dieser ihn nicht mehr berührte.
"Ich...", fing er an und verstummte wieder, weil er nicht wusste, was er sagen sollte. Natürlich war es alles Zissas Schuld. Wessen denn sonst? Vielleicht noch ihres Vaters Schuld, weil er auf diesen idiotischen Einfall gekommen war, ihn mitzuschicken. Als wenn Narzissa es gewagt hätte, wegzulaufen, anstatt ihrem Schicksal zu begegnen. Unsicher sah er den Mann vor sich an, ehe er langsam den Blick senkte.

"Ich werde Acht geben, Regulus...", meinte Malfoy noch androhend, bevor er ihn gehen ließ.
"Bis bald Regi, und pass gut auf deine Cousine auf..."
Mit diesen Worten drehte Lucius sich um und ging wieder in Richtung des Wohnzimmers.

Dobby stand noch an der Tür und wartete darauf, dass der letzte Gast nach Draußen ging, damit er die Tür schließen konnte. "Einen angenehmen Tag Dobby wünschen, Sir Black!", fiepte der Hauself.

Regulus nickte nur leicht. Alles was er wollte, war hier endlich weg zu kommen und möglichst nie wieder einen Fuß auf dieses verfluchte Grundstück zu setzen.
"Der ist sowieso im Arsch.", knurrte der junge Mann nur und als er merkte, dass er mit einer Hauselfe sprach, kickte er Dobby in die Seite und stürmte aus dem Haus.

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TBC