Die Personen und Orte gehören Stephenie Meyer.
Die Originalstory ist von Mara Gaunt.
Edward Cullen 04. April 2008
Es war jetzt gut zwei Monate her, dass dieses Gespräch in meinem Büro stattgefunden hat. Es war das letzte mal gewesen, dass ich Isabella Swan gesehen habe und ich sie zerstörte, so wie sie mich zerstört hat und wie sie es meiner Meinung nach nicht anders verdient hat.
Ich habe versucht mein Leben auf eine Art weiterzuführen, bei der sie keine Chance hat, sich in meine Gedanken zu schleichen. Meine Geschäfte standen im Vordergrund, aber ich ging auch viel aus, traf mich mit Frauen, ließ mich mit ihnen in der Öffentlichkeit sehen und versuchte mein altes Leben, vor Isabella, wieder aufzunehmen.
Das gelang mir bis zu einem gewissen Grad, also eigentlich gar nicht. Immer wieder schlichen sich Bilder von ihr in meinen Kopf, ich sah ihre traurigen Augen und den Schmerz in ihnen, als ich sie aus meinem Büro warf.
Und dann musste ich auch noch wütend feststellen, dass ich meinen Charme bei den Frauen verloren habe. Es ist beschämend, aber Isabella hat meine Libido mitgenommen. Die Frau konnte noch so schön sein, sobald ich mich mit einer der Unbekannten, mit denen ich mich umgab, einem Bett näherte verweigerte sich mir mein Körper. Ich bekam, verdammt noch mal, keinen Ständer mehr.
Doch sobald ich an die leidenschaftlichen Stunden dachte, die ich mit Isabella verbracht habe, fing ich an zu schwitzen und verbrannte vor Verlangen nach ihr.
Mit Ausnahme dieser demütigen Tatsache, war mein Leben wieder zu seiner alten Routine zurückgekehrt. Ich arbeitete viel, machte neue Verträge, mein Projekt kam voran, ich wurde immer reicher und war, oberflächlich, wieder ein ganz normaler Typ.
Aber der Beweis dafür, dass ich alles andere als normal war, waren meine Nächte, insbesondere meine Träume.
Jede Nacht beglückte mich mein Unterbewusstsein mich mit makaberen Träumen. Träume von ihr und mir, Träume von Friedhöfen, Tod und Dunkelheit. Ich zähle mich mit Sicherheit nicht zu einem Experten, was Traumdeutung anbelangt, aber mir ist klar, dass sie nicht normal sind und etwas mit ihr und unserer Trennung zu tun hat.
Manchmal denke ich, dass ich jetzt wirklich durchdrehe, immer wieder muss ich an sie denken und daran, was sie wohl gerade macht. Ich vermisse sie wie ein Kind seine Mutter...wie ein Geliebter seine Geliebte...
Aber ich wollte nach vorn sehen...ich musste.
Edward Cullen 03. Juni 2008
Hier war ich, in meinem Büro und unterschrieb den Vertrag für den ich solange gekämpft und gelitten hatte. Mein Projekt war endgültig abgeschlossen.
Ich hätte mir gewünscht, dass es James wäre, der an meiner Seite saß, aber ich hatte schon lange nichts mehr von ihm gehört. Besser gesagt, seit dem Tag an dem ich Isabella vor die Tür gesetzt habe. Ich erinnerte mich noch gut an mein letztes Gespräch mit ihm.
„Es ist erledigt." Hatte ich ihm gut eine Stunde nach meinem Zusammentreffen mit Isabella gesagt. Er verstand natürlich sofort was ich meinte, aber er schien gar nicht glücklich darüber zu sein.
„Wenn das so ist, werden sie meine Dienste ja nicht mehr brauchen." Hatte James kalt gesagt.
„Wovon zum Teufel redest du?" Fragte ich, verwirrt über sein Verhalten.
„Ich werde nicht länger für sie arbeiten, sie müssen sich einen neuen Anwalt suchen." Antwortete er schneidend.
Wieso war er plötzlich so moralisch, er selber hat sie doch für mich gesucht und gefunden. Ich verstand ihn nicht und würde es wohl auch nie tun. Das einzige was ich noch von ihm bekam, war sein Kündigungsschreiben und die Empfehlung eines neuen Anwaltes und dieser saß jetzt neben mir. George Sinclair war sehr effizient, aber ich vermisste James sehr. Er war bei mir gewesen, seit meine Eltern gestorben waren und jetzt hatte er mich, wegen so einem kleinen Fehler, im Stich gelassen.
Ich war felsenfest davon überzeugt, dass er sich von ihr hat einwickeln lassen. Sie, die immer so unschuldig tat. Oft betrachte ich nachts ihre Fotos und suchte das, was sie nicht zeigten, eine Erklärung für alles. Ich war noch immer eifersüchtig, obwohl ich dazu kein Recht mehr hatte, sie gehörte nicht mehr zu mir, auch wenn es mal so gewesen war.
Jetzt war es schon drei Monate her, seitdem ich sie zum letzten mal gesehen habe, mein Leben war nicht gerade idyllisch, aber ich hatte mein Projekt abgeschlossen.
Und genau jetzt, wo die Arbeit getan war, war ich traurig und allein, ich hatte niemandem mit dem ich meinen neuen Triumph feiern konnte. Mir wurde bewusst, dass ich James vermisste, dass ich sie vermisste. Auch wenn ich es nicht zugeben wollte, würde ich meinen Arm dafür geben, dass sie jetzt hier wäre und mich so bewundernd ansehen würde, wie nur sie es konnte.
Jetzt schweifte ich schon wieder auf verbotenes Terrain ab, ich richtete schnell die Schranken um mich wieder auf und ich sagte mir selber, dass die einzige Person dich ich brauchte, ich selber war.
Ich unterschrieb die letzten Dokumente, der Notar beglaubigte sie und alles war erledigt.
Ohne mich von den anderen Anwesenden zu verabschieden, ging ich aus meinem Büro. Ich war kurz davor, in meiner Einsamkeit zu ertrinken.
Ich stieg in mein Auto und bat Laurent, mich zu einer Bar in der Nähe zu bringen. Wenn die Frauen mir nicht halfen, vielleicht tat es ja der Alkohol, den ich seit meiner Hochzeit nicht mehr angerührt habe.
Laurent hielt vor einer diskreten Bar und ich sagte ihm, dass er nicht auf mich zu warten braucht und nach hause fahren soll. Er sagte mir, dass ich ihn anrufen soll, ich nickte nur, damit er endlich ging und betrat dann die Bar.
Es war relativ leer, da es eigentlich noch keine Uhrzeit für einen Barbesuch war, aber das war mir egal. Ich musste mich jetzt auf irgendeine Art und Weise entspannen, diese Bar war perfekt, sie war in schummriges Licht getaucht und es gab einzelne Sitzecken.
Ich setzte mich an einen der dunklen Tische und bestellte einen doppelten Whisky. Sobald der Kellner ihn mir brachte, trank ich ihn zur Hälfte aus und erinnerte mich sofort an das letzte mal, als ich Whisky getrunken hatte und an das Verbrechen, dass ich danach begangen habe.
Als ich mich ein wenig drehte, um mich bequem hinzusetzten, fiel mein Blick auf die Tür und zu meiner großen Überraschung, sah ich diesen Hund von einem Kellner in die Bar kommen. Und er war nicht allein.
Mein Magen zog sich schmerzhaft zusammen und ich verdrehte mir fast den Hals, um seine Begleitung zu sehen. Vielleicht war sie es ja, aber die Frau die mit ihm die Bar betrat, war nicht Isabella. Seine Begleiterin hatte lange, schwarze Haare und eine dunkle Haut, sie war sehr attraktiv, aber wie schon so viele in den letzten drei Monaten, nicht hübsch genug, um mich zu interessieren.
Ich beobachtete, wie die beiden sich an einen der Tische setzten, sie machten den Eindruck, sehr verliebt zu sein. Der verdammte Hund hatte Isabella also benutzt und als sie ihn gelangweilt hat, hat er sie ganz schnell gegen eine andere ausgetauscht.
Und ich hatte nicht das Gefühl zu haben Isabella beschützen zu müssen, sie war freiwillig zu ihm gerannt.
Ich konnte meine Augen nicht von ihnen nehmen und wartete ungeduldig darauf, dass die Frau für einen Moment verschwindet, damit ich mit dem verdammten Hund meine Rechnungen begleichen kann. Die Eifersucht und auch das Verlangen Isabella beschützen zu müssen, brannte wie Feuer in mir.
Endlich stand die Frau auf und meine Gelegenheit war gekommen.
Schnell trank ich meinen Whisky aus, stand auf und ging zu seinem ein Wort zu sagen, setzte ich mich zu ihm an den Tisch. Mit all meiner Kraft unterdrückte ich den Impuls, ihn einfach meine Faust spüren zu lassen, diesmal wollte ich reden.
Er sah mich einen Augenblick lang nur an.
„Sie..." Murmelte er ernst.
„Ich..." Antwortete ich dümmlich, während ich darüber nachdachte, wie ich die Sache am besten anging.
Dann machte er etwas völlig unerwartetes, er lächelte mich an und mein Blut kochte wieder.
„Ich habe gerade versucht Bella zu erreichen...ich bin gerade von meiner Reise zurück." Sagte er und die Art wie er ihren Namen aussprach, weckte wieder die Eifersucht in mir.
„Sie ist nicht mehr bei mir." Sagte ich kalt und verschränkte meine Arme vor meiner Brust. Sein Lächeln verschwand sofort.
„Aber, sie ist ihre Frau..." Sagte er langsam und schien den Sinn meiner Worte zu analysieren.
„Nein, dass ist sie nicht." Jetzt konnte ich mich nicht mehr beherrschen und haute mit meiner Faust auf den Tisch. „Sie ist das Luder, das sich mit ihnen vergnügt hat, während sie mit mir verheiratet war."
„Was? Moment..." Er hob seine Hand. „Wovon zum Teufel reden sie?" Er war ein guter Schauspieler, dass musste ich zugeben, sein perplexer Gesichtsausdruck war richtig überzeugend.
„Wir haben uns vor drei Monaten getrennt und zwar, als ich herausgefunden habe, das sie sich hinter meinem Rücken mit ihnen getroffen hat." Warum erzählte ich ihm das? Er musste doch genau wissen, was mit Isabella passiert war nachdem ich sie auf die Straße gesetzt habe, er war schließlich ihr Liebhaber.
„Aber...was reden sie da?" Er machte wieder ein auf unwissend. „Wir haben nie..." Ihm schienen die Worte zu fehlen.
„Jetzt streitet er es ab..." Ich lachte ironisch.
„Sie sollten erstmal zuhören." Sagte er und hob etwas seine Stimme.
„Ich muss gar nichts! Sie wollte es mir auch erklären, aber ich hatte die Beweise für eure heimlichen Treffen in der Hand." Warum machte ich das? Warum ging ich nicht einfach meiner Wege und vergaß die ganze Geschichte?
„Halt den Mund!" Sagte er wütend und beugte sich über den Tisch. „Du hast ja keine Ahnung..."
„Ehrlich gesagt interessiert es mich auch nicht. Ich wollte mich nur überzeugen, wie schnell du deine Gespielinnen auswechselst. Aber klar, Isabellas Fähigkeiten sind wahrscheinlich nichts, im Verhältnis zu denen dieser...Frau, die dich..." Bevor ich zu Ende geredet hatte, holte er aus und ich spürte seine Faust auf meinem Kinn. Obwohl er saß, hat er so viel Kraft, dass ich vom Stuhl fiel und es tat verdammt weh.
„Was hast du getan?" Fragte er mit so viel Angst in der Stimme, dass ich mich langsam fragte, was hier los sei. Ich stand langsam auf, als ich sah, wie zwei Kellner auf uns zu kamen.
„Sie hat nur das bekommen, wa sie verdient hat." Knurrte ich ihm regelrecht zu.
„Oh Gott...was hast du getan?" Fragte er wieder und fuhr sich mit den Händen durchs Gesicht und stand auf, es sah aus, als ob er sie gleich suchen gehen will.
In dem Moment kam die Frau wider zum Tisch und schlug sich entsetzt die Hand vor den Mund.
„Jacob...was?" Fragte sie entsetzt und kam näher.
„Leah..." Er macht einen Schritt auf sie zu und legte ihr den Arm um die Schultern.
„Was ist hier los Jacob?"
„Leah, ich hab mein Handy im Hotel gelassen, hol es bitte und ruf direkt im Café Paris an, die Nummer ist gespeichert. Frag bitte, ob sie wissen wo Isabella Swan ist." Sagte er schnell zu ihr und drehte mir dabei den Rücken zu. Warum glaubte er, dass sie dort wissen wo sie ist?
„Ist was mit ihr?" Fragte diese Leah besorgt und ohne die geringste Spur von Eifersucht und das überraschte mich gewaltig.
„Tu es bitte einfach, irgendetwas ist gar nicht in Ordnung." Murmelte er und gab ihr einen Kuss auf die Lippen.
„Gut, ich machs und komm dann gleich wieder.." Sagte sie nur, drehte sich um und ging aus der Bar.
Wie konnte diese Leah Isabella kennen? Und wieso war sie nicht eifersüchtig, wenn sie die neue von diesem Jacob war?
„Ich hoffe für dich, dass ihr nichts passiert ist." Knurrte er mich an und ich bekam Lust, ihm zu zeigen, wer von uns der stärkere war.
„Ich hoffe gar nichts." Antwortete ich kalt.
„Du...du hast ja keine Ahnung, was mich mit Isabella Swan verbindet." Redete er weiter und sah mich jetzt wieder fest an.
„Ich will es gar nicht wissen, mit dem was ich weiß, habe ich mehr als genug." Ich drehte mich um, aber sein nächster Satz hielt mich zurück.
„Ich bin nicht Bellas Geliebter, ich bin nur ihr Freund aus dem Heim." Er hörte sich schon wieder so besorgt an.
Langsam drehte ich mich wieder zu ihm und etwas bitteres stieg in mir auf...vielleicht...
„Ich habe die Fotos." Sagte ich abweisend.
„Deine Frau ist ein Engel Cullen." Erklärte er und sah mich dabei so fest an, dass ich fast etwas eingeschüchtert war. „Glaubst du wirklich, dass jemand so reines wie Bella dich betrügen könnte? Sie hat bei jedem unserer Treffen nur von dir gesprochen, wie sehr sie dich liebt...Ich habe nie..." Er ließ sich auf den Stuhl fallen und fuhr sich wieder übers Gesicht.
„Ich bin, wie Isabella, in dem Heim aufgewachsen und habe die Misshandlungen denen sie ausgesetzt war am eigenen Leib erlebt. Immer schon habe ich Bella im stillen angebetet...aber ich habe auch gewusst, dass sie nicht für mich bestimmt ist...Dann habe ich sie wieder getroffen und ihr meine Liebe gestanden, aber sie...Gott schütze sie. Bella hat immer gesagt, auch wenn sie mich nicht so lieben kann, wie ich sie liebe, würde es eine Frau auf dieser Welt geben, die für mich bestimmt sei und das es nicht lange dauern würde, bis sie meinen Weg kreuzt. Bella erzählte mir immer, wie glücklich sie sei und hat mich angetrieben, auch mein Glück zu suchen..."
Er schwieg, aber er hatte alles gesagt und plötzlich war diese Erklärung die einzig mögliche. Auf den Fotos hatte man gesehen, dass sie sich nahe standen, sie hatten sich umarmt, aber mehr auch nicht. Sie hatten sich nicht geküsst, oder sich anderweitig berührt.
„Wo ist sie?" Fragte er wieder, aber ich konnte ihm jetzt nicht mehr zuhören, oder ihm antworten. Das schlimme ist, dass ich ihm jedes Wort glaube, er hat mir die Erklärung gegeben, die ich so lange gesucht hatte und in meiner Wut und Eifersucht nicht sehen wollte.
„Ich weiß es nicht." Murmelte ich, drehte mich um und ging aus der Bar. Ich suchte ein Taxi, während ich mein Handy aus der Tasche zog und James anrief. Er war der einzige, der mir jetzt helfen kann.
„Hallo?" Hörte ich seine dunkle Stimme.
„James..." Sagte ich atemlos und stieg in das Taxi, um nach Hause zu fahren und dort das gehörte zu verarbeiten.
„Edward...Was kann ich für dich tun?" Es schien ihm sehr schwer zu fallen, dass zu mir zu sagen, aber jetzt verstand ich ihn nur zu gut. Jetzt musste ich wissen, ob das stimmt was Jacob gesagt hat.
„Ich brauche eine Kopie von dem Bericht, den du von Isabella vor Monaten gemacht hast. Und auch die Fotos von damals."
„Soweit ich mich erinnere, arbeite ich nicht mehr für dich." Sagte er langsam.
„James, ich muss etwas prüfen und wenn das stimmt, was man mir gerade gesagt hat, dann habe ich den größten Fehler meines Lebens begangen." Sagte ich voller Verzweiflung. James schwieg einige Sekunden lang.
„Sonst noch was?"
„Information...Ich muss wissen wo sie ist..." Platzte mein tiefster Wunsch aus mir raus.
„Gut, den ersten Bericht schicke ich dir direkt per Mail, das andere wird ein paar Tage dauern."
„Danke und beeile dich bitte." Sagte ich und legte dann auf.
Sobald das Taxi vor meinem Haus hielt, warf ich dem Fahrer ein paar Scheine nach vorne und sprang aus dem Wagen. Ich rannte regelrecht ins Haus und direkt weiter in mein Büro. Sofort machte ich meinen Computer an und meine Mails auf. Wie versprochen hatte James die Akte schon geschickt.
Diesmal las ich den Bericht Wort für Wort und fand den Namen Jacob Black in der Liste des Jahrgangs von Isabella. Es war auch ein Foto dabei und ich erkannte ihn sofort, er war zwar nur ein schlaksiger, dünner Junge, aber seine Gesichtszüge waren unverkennbar.
Das war die erste Ohrfeige, die ich von der Realität bekam. Ich sah mir das Foto weiter an und versuchte Bella zu finden, um zu sehen, wie sie als Kind ausgesehen hat, als ich unter den Gesichtern ein anderes erkannte, bei dem sich mir der Magen umdrehte.
In einer Ecke, neben einem Jungen, der genauso schleimig wirkte, sah ich das Gesicht von dem angeblichen Fotografen. Ich sah mir die Namen unter dem Bild an und da stand es Ben Cheney.
Bitte, lass es nicht das sein, was ich denke. Langsam wurde mir so einiges klar und ich suchte jetzt etwas bestimmtes in dem Bericht und da war es. Der Bericht über einen ungeklärten Zwischenfall, der nicht näher beschrieben wurde, aber die Namen der Beteiligen waren aufgeführt. Isabella Swan, Mike Newton... und Ben Cheney.
Verdammt! Verdammt! Verdammt!
Ich wollte schreien, ich wollte weinen, ich wollte...
Das war die zweite Ohrfeige! Ben hat sich an Isabella rächen wollen, weil er sie nicht hatte haben können und wollte ihr Leben ruinieren. Und in mir hatte er den perfekten Mitspieler gefunden, blind vor Eifersucht, habe ich ihm alles geglaubt. Das würde ich jetzt bis an mein Lebensende bereuen.
Ich lass den Bericht zu Ende und dann brannte nur noch ein Wunsch und zwar der, sie sofort suchen zu gehen. Aber das würde James viel besser können als ich.
Ich weiss jetzt, dass ich einen großen Fehler gemacht habe, jetzt muss ich anfangen etwas zu tun, um ihn wiedergutzumachen. Ich griff zum Telefon, rief einen Bekannten bei der Polizei an und zeigte diesen Hurensohn von einem Fotografen, wegen Betrugs, Raub und versuchter Vergewaltigung an. Ich gab der Polizei alle Details, die ich habe.
Als ich auflegte ist ein wenig von dem Druck abgefallen, aber da ist dieses seltsame Gefühl, dass mir fast die Brust eindrückt. Es ist eine unheimliche Ahnung, dass in den letzten Monaten mit Bella irgendetwas schreckliches passiert ist.
Jetzt versuchte ich mich an jeden Satz und an jedes Wort von ihr zu erinnern und jetzt kann ich etwas sehen, was ich damals nicht hatte sehen wollen, die Wahrheit die aus ihren Augen sprach.
Diese Augen, die mich nie angelogen haben.
Was soll ich jetzt machen?
In meinem Kopf drehte sich alles und ich beschloss, mich einen Augenblick hinzulegen, bevor ich weitermache. Ich muss sie so schnell wie möglich finden, aber das muss James erstmal übernehmen. Es wird mit Sicherheit einfacher für sie, James zu sehen, als mich. James muss sie vorsichtig darauf vorbereiten, mich wiederzusehen. Sie hasst mich bestimmt.
Ich ging in mein Zimmer und ließ mich auf die Seite des Bettes fallen, die ich seit Monaten gemieden habe. Natürlich war ihr Duft verschwunden, aber ich dachte an das letzte mal, als sie genau hier gelegen hat. Wie sehr habe ich sie verletzt? Sie war so zart, so rein...so Bella.
Unruhig wälzte ich mich im Bett herum und mein Blick fiel auf ihren Nachttisch. Die Schublade war nicht richtig zu und ich sah etwas rotes durch den schmalen Schlitz. Ich zog die Schublade ganz auf und da lag das Tagebuch, dass ich ihr geschenkt habe. Sie hatte sich damals so darüber gefreut.
Als ich es in die Hand nahm, hatte ich das Gefühl es zu entweihen, aber die absolute Notwendigkeit ihr nahe zu sein siegte.
Ich schlug es auf und las.
25. Juni 2007
Oh mein Gott! Meine Hand zittert während ich das hier schreibe. Wenn ich so zurück sehe, sehe ich einen Weg, den ich nie wieder gehen wollte, den es wird sich eine neue Tür für mich öffnen. Morgen, nach einigen anstrengenden und schwierigen Tagen, werde ich heiraten. Ich, verheiratet. Wer hätte das gedacht? Wer würde mir das glauben? Du Esmeralda? Oder du Jessica?
Ja, von dem Augenblick an, an dem ich Edwards Heiratsantrag angenommen habe, erlebte ich einige harte Tage. Madam Chantal machte mir mein Brautkleid, wir haben es zusammen aus einem Katalog ausgesucht und schneiderte es mir, es ist wunderschön, aber gleichzeitig schlicht und nicht zu pompös. Es ist schließlich keine kirchliche Trauung, da wir nur auf dem Standesamt heiraten.
In diesen Tagen gingen viele Leute im Haus ein und aus. Sie waren alle elegant gekleidet und hatten alle etwas mit der Hochzeit zu tun. Hochzeit! Ich konnte es noch immer nicht glauben, in wenigen Stunden, würde ich eine verheiratete Frau sein. Ich war glücklich. Das Schicksal, dass es lange Zeit nicht so gut mit mir gemeint hat, zeigt mir jetzt ein freundliches Gesicht. Der Unterschied zwischen meinem jetzigen Leben und das im Heim, war wie der Unterschied zwischen Himmel und Hölle.
Das Heim...der Ort an dem ich die schlimmsten Tage meines Lebens verbracht habe. Aber daran will ich jetzt nicht denken, nichts soll mein Glück trüben, es ist als ob es Blumen regnet und ich liebe meinen zukünftigen Mann. Edward hat viel Geld, ja, aber das interessiert mich nicht. Ich liebe seinen vielschichtigen Charakter, seine grünen Augen, vor allem, wenn sie mich ansehen, seine imponierende Körperhaltung, seine Intelligenz. Ich liebe die Verletzlichkeit, die er manchmal zeigt und auch die Momente wenn er mit mir zusammen ist und er kurz davor ist seine Selbstbeherrschung zu verlieren. Und was das wichtigste ist, er empfindet etwas für mich. Ich könnte mich sogar als die Mutter seiner Kinder sehen und wie ich an seiner Seite alt werde. Gott, lass bitte nicht zu, dass irgendetwas das Ruiniert.
Ein mächtiges Gefühl der Schuld überfiel mich und ich klappte das Tagebuch schnell wieder zu.
Es war wie eine Stück aus einem Märchen, Aschenputtel entflieht ihrer schrecklichen Vergangenheit, um an der Seite ihres Prinzen glücklich zu werden. Dieser Prinz war nicht ich...Der Prinz zerstörte seine Prinzessin nicht. Wenn ich an all das dachte, was ich zu ihr gesagt habe, wurde mir bewusst, dass ich Isabella Swan wirklich zerstört habe.
Mit zitternden Fingern klappte ich das Tagebuch wieder auf und las weiter, ich lass Isabellas Gedanken zu unseren Flitterwochen, was sie über mich dachte, über meine Versuche, sie unsere Hochzeitsnacht vergessen zu lassen. Das war eine Sache, die ich mir nie verzeihen würde und wie es aussah, würden noch einige dazukommen.
Sie hat so eine unschuldige Art ihre Gefühle auszudrücken und so wenig Selbstbewusstsein. Ja und ich habe dafür gesorgt, dass ihr Selbstbewusstsein noch einen Tiefschlag dazu bekam.
Meine Kopfschmerzen waren weg, aber sie waren durch die schrecklichsten Schuldgefühle ersetzt worden, gemischt mit Trostlosigkeit und Verzweiflung. Wie es auch schon meine Eifersucht getan hat, fraßen mich diese Gefühle förmlich auf.
Ich schlug wieder eine neue Seite in dem Tagebuch auf und las weiter.
Jetzt konnte ich mit eigenen Augen lesen, wie die Freundschaft zwischen Jacob und Isabella verlaufen war und das es wirklich nur reine Freundschaft war. Ich musste aber auch lesen, dass sie sich nicht getraut hat, es mir zu erzählen. Isabella hat ihre Angst vor mir nie ganz verloren und sie hat Recht behalten. Selbst wenn sie versucht hätte es mir zu erklären, wusste ich nur zu gut, dass ich ihr nicht geglaubt hätte.
Das war ihr letzter Eintrag in dieses Buch und ich konnte lesen, dass sie die Veränderungen natürlich bemerkt hat und nicht wusste wie sie damit umgehen soll. Ich war ihr aus dem Weg gegangen, Victorias Verhalten ihr gegenüber hatte sich verändert und sie hatte niemanden, mit dem sie darüber reden konnte. Warum habe ich sie so leiden lassen? Warum habe ich nicht bemerkt, dass jemand wie Bella nicht zu einem Betrug fähig ist?
Sie hatte sich trotz allem in mich verliebt und ich habe ihre Gefühle mit Füßen getreten.
Mir war, während ich ihr Tagebuch gelesen habe, etwas klar geworden. Etwas, was ich noch vor wenigen Stunden auf schärfste abgestritten hätte, aber das konnte ich jetzt nicht mehr. Nicht nachdem ich ihre, mit so viel Gefühl geschriebenen, Worte gelesen habe.
Meine Augen waren müde und...feucht?
Moment!
Ich fuhr mir mit den Händen durchs Gesicht und merkte, dass ich weinte...Tränen liefen mir über die Wangen und ich habe einen Knoten im Hals.
Hier in meinem Haus, vor meinen Augen, war die ganze Zeit über das gewesen, was ich gesucht hatte, das was ich in den Fotos nicht gefunden habe, der Beweis für Bella's Unschuld.
Ich war blind gewesen vor Eifersucht, habe ihre Gefühle mit Füßen getreten und sie aus ihrem zu Hause geworfen. Ich habe ihr Märchen zerstört.
Als ich sie weggeschickt habe, hat sie mein Herz mitgenommen.
Ja, ich war endlich dazu bereit zuzugeben, dass ich mich in Isabella Swan verliebt habe.
Nein, ich liebe sie!
Edward Cullen 05. Juni 2008
Zwei Tage habe ich mein Zimmer jetzt schon nicht mehr verlassen. Ich las immer und immer wieder Bellas Tagebuch und fand in den Worten die ich las, die Essenz der Frau wieder, die ich verloren habe. Ich fand auch mich in ihren Worten, aber nicht wie ich wirklich war, sondern wie sie mich gesehen hat. Ich kann nicht von mir behaupten perfekt zu sein und noch viel weniger kann ich mich als guten Menschen bezeichnen. Es gibt nicht eine Seite in dem Buch, auf der ich nicht meinen Namen finde und jetzt weiss ich es, sie hat mich nicht nur bewundernd angesehen, sie hat all ihre Bewunderung niedergeschrieben.
Ich nahm keine Anrufe entgegen, ich aß nicht, ich trank nicht, ich wartete nur auf James. Er musste mir helfen, er musste sie finden und mir dann helfen, sie um Verzeihung zu bitten.
Jemand klopfte an die Tür.
„Was?" Meine Stimme war rau.
„Mr. James wartet in ihrem Büro auf sie." Hörte ich Laurent durch die geschlossene Tür. Das waren die Worte, auf die ich gewartet habe, während ich den inneren Dialog von Bella Swan gelesen habe. Meiner Bella...
Sie war die ganze Zeit über wirklich meine gewesen.
Schnell ging ich in mein Bad und wusch mir mein Gesicht mit kaltem Wasser. Gegen mein zerknittertes Hemd und die noch schlimmer aussehende Hose, konnte ich jetzt nichts machen.
Mit schnellen Schritten ging ich in mein Büro und sobald ich James in die Augen sah wusste ich, dass etwas gar nicht in Ordnung war.
Er war blass und sah aus, als ob er fürchterliche Nachrichten für mich hat.
Angst kroch in mir hoch und ich sah auf die Ordner, die James auf den Tisch gelegt hat. Er sagte nichts, sondern betrachtete mich und meinen Zustand nur.
Bevor ich mich setzte, schüttete ich mir einen Whisky ein und stellte das Glas auf den Tisch. Ebenfalls schweigend, setzte ich mich hin, griff nach dem Ordner und fing an zu lesen.
Das erste was ich las war, dass sie wirklich wieder im Café Paris arbeitete und auch wieder in ihrer alten Wohnung wohnte. Das war ja einfacher, als ich gedacht habe. Jetzt muss ich nur alles dafür tun, dass sie mir verzeiht.
Jetzt zählt nur noch Bella, alles Geld der Welt war mir egal, genau wie meine Verträge und Projekte. Ja, am Anfang ging es mir nur ums Geld, aber ich habe damals auch darüber nachgedacht unsere Ehe zu verlängern und in den letzten Tagen habe ich den Grund dafür gefunden. Es ist so einfach wie auch rätselhaft, ich würde all meinen Besitz dafür hergeben, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte und jedes Wort das ich zu ihr gesagt habe, für mich behalten könnte. Ich wollte sie, ich wollte, dass sie bei mir ist.
Sie ist die Herrin meines Herzens und momentan ist es eingefroren. Jetzt werde ich um die Frau kämpfen die ich liebe und wenn es bis zu meinen Tod sein muss.
Aber zuerst brauche ich alle Informationen über sie, die ich kriegen kann.
Das nächste Blatt das ich in die Hand nahm, war eine Bericht aus dem Krankenhaus und meine Augen blieben an einem Wort hängen.
Frühgeburt...Geburt?
Sofort sah ich zu James, der erwiderte meinen Blick und schien seinen Kugelschreiber zerbrechen zu wollen.
„Was...was bedeutet das?" Ich traute mich nicht, meine Befürchtungen auszusprechen.
„Ließ weiter." Sagte er nur.
Ich lass den Bericht zu Ende und mein Herz schlug schmerzhaft in meiner Brust. Dort stand, dass Bella mit Zwillingen schwanger gewesen war und beide Babys verloren hat. Das Mädchen war tot geboren worden und der Junge war nach nur 72 Stunden gestorben. Dann folgten die Geburtsurkunden und auch die Totenscheine.
Die Worte waren kaum in mein Gehirn eingedrungen, als das Glas mit dem Whisky an der Wand zerschellte.
„Das kann nicht sein..." Murmelte ich, während mein Gehirn kaum dazu fähig war, die Worte zu assimilieren. Der Ordner flog dem Glas hinterher und ich sprang von meinem Stuhl. Meine Finger zerwühlten meine Haare, während mein Inneres genauso zerwühlt war.
„Das kann nicht sein..." Murmelte ich wieder und wusste nur zu gut, dass es doch so sein konnte. Ich hatte nicht Verhütet und sie geschwängert...das erste mal, als ich sie zu meiner gemacht hatte, ihr ihre Unschuld genommen hatte, da hat sie unsere Kinder empfangen.
„Mrs...Cullen..." Fing James an, er schien nicht genau zu wissen, wie er Bella nennen soll. „Sie ist Gestern aus dem Krankenhaus verschwunden."
Dieser Satz legte einen Schalter in meinem Kopf um und ich verstand jetzt eine Unterhaltung, die ich in unseren Flitterwochen mit Bella geführt habe..
„Wenn man keine Gründe mehr hat auf dieser Welt zu leben, sollte das Leben einfach aufhören."
Jetzt wurde mir auf grausame Weise der Sinn hinter diesen Worten bewusst. Wenn ich sie nicht schnell fand, würde sie sterben. Sie hat mir einmal gesagt, dass ich der einzige Grund sei, für den sie lebt. Sie hätte für ihre Kinder gelebte, unsere Kinder, aber die lebten nicht mehr und sie hatte keinen Grund mehr zu leben.
Wie ein Irrer rannte ich aus meinem Büro und schrie James zu.
„Ruf das Krankenhaus an und sag Bescheid, dass eine Patientin auf dem Weg ist, die in Lebensgefahr schwebt!"
„Aber..." James kam hinter mir her.
„TU WAS ICH DIR SAGE!" Schrie ich hysterisch.
Ich rannte die Treppen hinunter und aus der Tür. Laurent rannte hinter mir her, aber ich gab ihm keine Chance mich zu fahren. Ich sprang in mein Auto und gab Gas.
Lass es Bitte nicht zu spät sein!
