A/N: So, hier ist nun das nächste Update! Bei mir klappt es ganz gut mit den 14-tägigen Update – ich bin nicht mehr so im Stress wie bei den letzten und das gefällt mir ehrlich gesagt ganz gut. Ich hoffe noch einmal, dass ihr meine Beweggründe versteht...
Jetzt, nach all den traurigen Sachen aus den letzten Kapiteln, mal wieder etwas aufmunternderes. Viel Vergnügen beim Lesen!
Teil III
Kapitel 27: Ein neuer Morgen
Vier Tage waren seit Buus Erwachen, seiner Schreckensherrschaft auf der Erde und seiner endgültigen Niederlage vergangen. Seitdem hatte sich das Leben auf der Erde verändert. Der Planet war mit Geisterstädten und zerstörten Städten übersäht, genauso wie mit Orten, die verschont worden waren und wahrscheinlich nur von dem Monster gehört hatten. In einigen dieser zerstörten Städte war das Chaos ausgebrochen. Krawallmacher und andere Kriminelle streiften frei durch die Straßen, stahlen alles, was sie in die Finger bekamen, während in anderen Städten sich die Menschen mit überlebenswichtigen Dingen wie Wasser, Nahrung und medizinischer Versorgung halfen. Die meisten Städte litten unter einem vollständigen Stromausfall, was bedeutete, dass sie fast gänzlich von dem Rest der Welt abgeschnitten waren und sich nur auf Gerüchte und Nachrichten verließen, die zu ihnen von Boten aus anderen Städten überbracht wurden. Keiner wusste, wie viele Buus Angriffen zum Opfer gefallen waren; wieder einmal konnten sie nur auf Gerüchte vertrauen. Aber eines war sicher – das Leben auf der Erde würde niemals das gleiche sein.
Jenny kniete auf einem Hocker und schaute aus ihrem Fenster, obwohl sie fast nichts sehen konnte. Dunkle, beinahe schwarze Wolken, hingen gefährlich tief über der Stadt und Regen schlug hart gegen das Fenster. Doch das störte sie nicht – sie was zu tief in ihren Gedanken versunken als dass sie irgendetwas dort draußen wahrnahm. Wenn ihre Großmutter sie so vorfand, würde sie mächtig Ärger bekommen. Sie war seit sie im Labor zusammengebrochen war, an ihr Bett gefesselt gewesen. Ihre Großmutter hatte zu ihr gesagt, sie dürfte es erst verlassen, wenn sie sich ganz erholt hatte. Und sie hatte nicht nur von ihrer Erschöpfung gesprochen, sondern auch von der hässlichen Schnittwunde an ihrem Arm, die nur langsam verheilte. Jenny war sich sicher, dass sie eine Narbe hinterlassen würde, aber was war eine körperliche Narbe verglichen mit ihren emotionalen Narben?
Dem Mädchen wurde jedoch schnell langweilig, da sie nur ihre Gedanken zur Unterhaltung hatte. Ihre Großmutter war im Haus viel zu beschäftigt um ihr ständig Gesellschaft zu leisten, und Vegeta? Nun, sie hatte ihn seit dem Vorfall im Labor nicht mehr gesehen. Jenny hatte das Gefühl, dass er ihr aus dem Weg ging. Er hatte nicht einmal nach ihr gesehen und verbrachte fast seine ganze Zeit im Gravitationsraum. Nur einmal oder zweimal am Tag verließ er ihn um etwas zu essen, doch sonst konnte sie sein Ki immer dort drinnen spüren. Sein Ki war fast ständig extrem hoch und nur spät in der Nacht, wenn sie dann noch wach war, konnte sie ein drastisches Fallen seines Kis bemerken.
Um ehrlich zu sein, hatte Jenny Angst. Sie hatte Angst gehabt, als sie herausgefunden hatte, dass er abhauen wollte und hatte jetzt Angst, dass er in seinem Training etwas Dummes anstellte. Sie hatte ihre Worte vor vier Tagen ernst gemeint – sie wollte ihn nicht auch noch verlieren.
Seufzend schaute sie zu den zwei leeren und gemachten Betten auf der anderen Seite des Zimmers. Seit sie vor zwei Tagen wieder aufgewacht war, war alles in diesem Zimmer so still gewesen, zu still für ihren Geschmack. Es war einfach nie still in diesem Zimmer, außer wenn niemand drinnen war. Diese Stille war einfach unheimlich.
Und das gab ihr viel zu viel Zeit um über Dinge nachzudenken, über die sie lieber nicht nachdenken wollte. Sie wurde stetig ruheloser – sie musste aufstehen und rausgehen. Sie musste wissen, was in der Welt vor sich ging, ansonsten würde sie noch wahnsinnig. Wenn nur der Strom wiederkommen würde, damit sie zumindest etwas fernsehen oder Radio hören könnte. Irgendetwas, um ihre Gedanken davon abzuhalten, zu wandern.
Eine Träne rann an ihrem Gesicht herunter, als sie an ihre Brüder, Trunks und alle anderen dachte, die gestorben waren und an alles dachte, was die Menschen verloren hatten. Familie, Freunde, ihre Habseligkeiten, alles. Sie wünschte sich, Dinge wären anders gelaufen. Sie konnte nicht anders als sich zu fragen, wie der Kampf ausgegangen wäre, wenn sie Vegeta nicht aufgehalten hätte. Wäre er dazu fähig gewesen, Buu zu zerstören und die Welt vor all diesem Leiden zu bewahren? Oder wäre das Resultat das gleiche gewesen, wenn nicht sogar schlimmer?
Plötzlich spürte sie, wie die Erschöpfung sie wieder übermannte, und kroch wieder in ihr Bett, wo sie fast sofort einschlief, mit der Frage im Kopf, was die anderen jetzt gerade machten.
Die ersten Tage im Jenseits waren sehr schnell vergangen. Neben all den Planungen, die vorgenommen werden mussten, dem Einziehen im Palast des Dai Kaiou bis das Haus für sie fertig gestellt war und der Erkundung des Planeten mit den zwei Jungs, auf Bitte ihrer Mütter hin, hatte Gohan nicht viel Zeit gehabt über das, was auf der Erde geschehen war, nachzudenken. Doch nun, nach ein paar Tagen, war Gohan, wahrscheinlich das erste Mal seit er seinen Fuß auf diesen Planeten gesetzt hatte, nicht von seiner Familie oder seinen Freundin umringt. Er stand auf dem Balkon, der sein und Videls Zimmer miteinander verband und starrte in den Nachthimmel des Planeten, ein Nachthimmel, der sich so von dem der Erde unterschied. Er fragte sich, ob er die Konstellationen am Himmel der Erde jemals wiedersehen würde, doch tief im Inneren wusste er, dass die Antwort höchstwahrscheinlich niemals lautete.
Er war dabei gewesen, als Kaiousama sie darüber informiert hatte, dass laut irgendeinem Gesetz die einzige Möglichkeit die namekianischen Dragonballs zu benutzen gewesen wäre nach Neu Namek zu reisen, doch diese Möglichkeit war mit Jennys Zerstörung von dem einzigen Raumschiff, das in der Lage war diese Strecke zu reisen, zerstört worden.
Zumindest waren sie hier oben sicher. Keine weiteren Bedrohungen, nichts Böses, was sie bekämpfen müssen. Ewiger Frieden. Hatte er sich nicht immer danach gesehnt? Wie sehr hatte er dieses ständige Kämpfen gehasst, immer opfern… Und doch, das Wissen, dass, wenn unten auf der Erde etwas nicht in Ordnung war und er nicht helfen konnte, brachte ihn fast um den Verstand. Er musste sich an so vieles neu anpassen. Zumindest hatte er den Großteil seiner Familie und Freunde, genauso wie Goten und Trunks, obwohl er wusste, dass sie alle ihre zurückgebliebene Familie auf der Erde vermissten... Aber was war mit Videl? Ihr war es erlaubt worden auf diesen Planeten zu kommen, weil sie seine Freundin war, doch was hatte sie verloren? Ihr Vater war noch immer auf der Erde, noch immer am Leben, und er wusste nicht, wie es um ihre anderen Freunde stand, Freunde, die sie viel länger kannte als ihn. Sie hatte noch nicht einmal die Möglichkeit gehabt, sich zu verabschieden.
Und er hatte sich nicht von Jenny verabschieden können...
Gohan konnte sich überhaupt nicht vorstellen, wie einsam sie sein musste. Die einzige Familie, die sie noch auf der Erde hatte, waren Mrs. Briefs und Vegeta. Alle anderen waren tot. Ihre Eltern, ihre Brüder, ihre Freunde... Wer würde sie beruhigen, wenn sie einen Albtraum hatte? Wer würde mit ihr spielen? Er wusste, dass Mrs. Briefs nicht ewig da sein würde – sie war nicht mehr die Jüngste und sie konnte auch nicht mit einem hyperaktiven Saiyajin mithalten. Da blieb dann nur noch Vegeta übrig und sie alle kannten nur all zu gut Vegetas nicht existierende Qualifikationen Kinder großzuziehen. Es würde für Jenny nicht leicht werden und die Situation auf der Erde verschlimmerte es nur. Gohan wünschte sich, er könnte ihr irgendwie helfen...
Nach all dem, was sie getan hatten, warum war das Leben ihnen gegenüber noch immer so ungerecht?
„Du siehst besorgt aus."
Gohan wirbelte herum, als er plötzlich eine Stimme hinter sich hörte, und seine Augen ruhten auf dem Kaioushin. Der Gott schwebte auf der anderen Seite des Geländers von dem Balkon mit seinen Händen hinter seinem Rücken gefaltet und mit einem wissenden Lächeln auf seinem Gesicht.
„Es ist nichts", sagte Gohan und schaute wieder zum Himmel. „Ich hab nur über die letzten paar Tage nachgedacht und überlegt, was jetzt geschehen wird... Mit uns, mit denen auf der Erde, mit..."
„Jenny?" riet er. „Es tut mir Leid, dass alles so sein musste. Es sollte alles anders sein."
„Wem erzählt Ihr das?", fragte der Saiyajin grimmig ohne ihn anzuschauen. „Es ist einfach nur alles so... frustrierend! Wir haben keine Ahnung, was geschehen wird, was aus uns wird, aus uns allen!"
„Ich habe einst einen weisen Mann sagen hören, dass es unsere Entscheidungen sind, die unsere Zukunft und das, was wir werden, bestimmen. Ich weiß, dass das Leben auf der Erde hart sein wird, doch Jenny ist ein starkes Mädchen mit einem starken Willen. Sie wird die richtigen Entscheidungen treffen. Außerdem hat sie einen starken Beistand."
„Vegeta?", schnaubte der Teenager.
„Ja, Vegeta. Wir haben ihn schon einmal unterschätzt und sollten das nicht wieder tun."
Gohan seufzte. Er wusste, dass der Kaioushin Recht hatte. Vegeta hatte sich geändert. Aber genug, um ein kleines Mädchen durch eine post-apokalyptische Welt zu führen?"
Der Saiyajin drehte sich um, als er hörte, wie sich die Balkontür zu Videls Zimmer öffnete und das Mädchen heraustrat. Gohan musste die leichte Röte in seinen Wangen bekämpfen, als er sah, dass sie nur ein Paar unglaublich kurze Shorts und ein enges Top trug. Es schien so, als ob sie schon geschlafen hatte, da sie ihre Augen rieb und ein Gähnen unterdrückte. Doch als sie ihn und den Kaioushin erblickte, wurde sie sofort ernst und fragte: „Ist etwas nicht in Ordnung? Ich hab Stimmen gehört."
Gohan lächelte – er hatte sie falsch eingeschätzt. Sie schien emotional stärker zu sein als er gedacht hatte. „Keine Angst, Videl. Alles in Ordnung. Der Kaioushin und ich, wir haben nur geredet."
„Und ich wollte Gohan ein Angebot machen, welches ich jetzt auch dir unterbreiten möchte", sagte der Kaioushin nun mit einem vielversprechenden Blick auf seinem Gesicht. Sowohl Gohan wie auch Videl schauten ihn neugierig an. „Ich habe bereits mit Bulma und Dr. Briefs gesprochen und sie möchten beide mitmachen."
„Von was für einem Angebot sprecht Ihr?", wollte Gohan wissen.
Die Lippen des Kaioushin zogen sich zu einem mysteriösen Grinsen. „Ich möchte jedem von euch die Möglichkeit geben, noch etwas Zeit mit einer geliebten Person, die ihr auf der Erde zurücklassen musstet, zu verbringen und euch dann ordentlich zu verabschieden."
„Wie wollt Ihr das anstellen?", fragte Videl verblüfft. Wenn sie ihren Vater nur noch einmal sehen könnte, um ihm zu sagen, wie sehr sie ihn liebte, etwas, das sie zuletzt getan hatte, als sie noch ein Kind gewesen war, würde es ihren Aufenthalt auf diesem Planeten wesentlich erleichtern.
„Ihr werdet sie in ihren Träumen besuchen." Der hohe Gott erklärte ihnen dann das Ritual, das durchgeführt werden musste. Die beiden Teenager hörten ihm genau zu, da sie kein wichtiges Detail vergessen wollten, falls – wenn – sie es tun würden. Ihnen wurde die Chance ihres Lebens geboten, etwas, dessen waren sie sich sicher, das nicht vielen Toten ermöglicht wurde. Wer würde schon so ein Angebot ausschlagen? War das nicht genau das, worum Gohan sie solche Sorgen gemacht hatte? Sich nicht ordentlich verabschieden zu können?
Als der Kaioushin seine Erklärung beendet hatte, schaute er die beiden jungen Leute erwartungsvoll an. Videl nickte sofort. „Ich werde es tun."
Gohan dachte jedoch noch ein paar Sekunden länger darüber nach, obwohl er sich noch nie in seinem Leben einer Sache so sicher gewesen war. „Wäre es nicht besser, wenn meine Eltern Jenny besuchten?"
Der Kaioushin schüttelte lächelnd seinen Kopf. „Ich habe mit Goku und ChiChi gesprochen und sie sagten, dass du sie besuchen solltest, da du den stärksten Bund zu deiner Schwester hast."
Der Saiyajin schien dieses zu akzeptieren, doch es wäre unfair, wenn nur er dieses Privileg haben würde. Trunks würde sicher bei seiner Mutter sein, doch Goten verdiente es genauso sehr, sich von Jenny zu verabschieden, wie er es tat. „Ich verstehe, aber würde es möglich sein, dass Goten mich begleitet?"
Nachdem er einen Moment darüber nachgedacht hatte, nickte der Kaioushin. „Weck ihn und kommt dann in zwanzig Minuten in die Gärten hinter dem Palast."
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Nicht einmal zwanzig Minuten später kamen Videl, nun einer Jogginghose und einem Sweatshirt gekleidet, und Gohan, gefolgt von Goten und Trunks, in den Gärten an. Trunks, der sich ein Zimmer mit Goten teilte, hatte darauf bestanden, mitzukommen, da ihre Mutter ihren Vater alleine besuchte – aus offensichtlichen Gründen, hatte er mit einem angewiderten Blick auf seinem Gesicht gesagt. Er und Goten waren noch ein wenig müde, doch im Großen und Ganzen aufgeregt, nachdem Gohan ihnen eine kurze Erklärung gegeben hatte.
In den Gärten flammte ein riesiges Lagerfeuer, neben dem der Kaioushin, Bulma und Dr. Briefs standen. Als sie das Feuer sah und dessen Hitze spürte, bereute Videl sofort ihre Kleidungswahl. Diese verdammten Saiyajins, dachte sie, als ihr Blick über die drei Saiyajins wanderte, die allesamt luftigere Sachen trugen, nämlich Jogginghosen und T-Shirts. Sie wünschte sich jetzt, sie könnte ihren Sweater ausziehen, doch da sie nur einen BH darunter trug, musste es genügen, die Ärmel hochzukrempeln.
Als sie neben Bulma und Dr. Briefs, die beide ein wenig nervös, aber doch gleichzeitig interessiert aussahen, zum Stehen kamen, wies der Kaioushin sie an, sich um das Feuer herum hinzusetzen, und, nachdem er von Trunks Entscheidung Gohan und Goten zu begleiten informiert worden war, bat er Gohan ebenfalls eine Hand von jedem Jungen zu ergreifen. Sie folgten seinen Anweisungen und bildeten um das Feuer herum einen Kreis, wobei sich ein Junge an Gohans rechte und der andere an Gohans linke Seite setzte.
Der Teenager versuchte die Hitze, die das Feuer vor ihnen absonderte, zu ignorieren und schloss seine Augen, wie der Kaioushin es ihnen gesagt hatte, kontrollierte seine Atmung und konzentrierte sich auf einen Ort, an dem Jenny, er, Goten und Trunks sich wohl am wohlsten fühlen würden. Der beinahe hypnotisierende Gesang des Kaioushins war zu Beginn stark, doch begann zu verblassen je länger sie dort saßen, obwohl Gohan nicht feststellen konnte, ob der Gott leiser wurde oder sie einfach nur mehr und mehr in eine Art Trance verfielen. Diese Frage wurde beantwortet, als auch die Hitze des Feuers mit jeder Minute weniger intensiv wurde, zusammen mit allen anderen Sinneseindrücken.
Obwohl seine Augen geschlossen waren, bekam Gohan plötzlich das Gefühl, dass die Welt um ihn herum anfing sich zu drehen und zu verschwimmen. Er festigte seinen Griff an den Händen der beiden Jungs, die eigentlich nur Mitreisende waren und in der Sache, wie Gohan den Ort kreieren wollte, an dem sie Jenny trafen, nichts zu sagen hatten, und löste den Griff erst wieder, als das Drehen aufgehört hatte. Vorsichtig öffnete der Saiyajin seine Augen und lächelte – alles war genauso wie er es sich vorgestellt hatte. „Goten, Trunks, ihr könnt jetzt eure Augen öffnen. Wir sind da."
Er konnte Jenny schon spüren. Sie war im Hinterhof.
Vegeta war im Gravitationsraum und trieb seinen Körper mehr an als je zuvor, sogar ohne den Gebrauch der erhöhten Schwerkraft. Schweiß rann an seinem Gesicht und Rücken herunter und durchtränkte seine Trainingskleidung beinahe vollkommen. Es war seit der Zerstörung des Raumschiffes immer der gleiche Ablauf, nachdem er in der Nacht herausgefunden hatte, dass er nicht einschlafen konnte, dass die Worte des Mädchens ihn immer wieder heimsuchten, die ihn zum Grübeln brachten und ihn an dem, zu dem er geworden war, zweifeln ließen. Gedanken darüber ließ ihn unweigerlich an Bulma denken. Jedes Mal wenn das geschah zog sich seine Brust schmerzhaft zusammen und erschwerte ihm das Atmen.
Die einzige Möglichkeit, dass seine Gedanken ihn ruhen ließen, war, wenn er vor Erschöpfung bewusstlos wurde. Deshalb arbeitete er den ganzen Tag an den Grenzen seines Körpers, absorbierte Schlag nach Schlag, und strapazierte ihn bis er anfing zu protestieren und noch weiter. Die einzige Pausen, die er machte, waren, wenn sein Magen nach Nahrung verlangte, und selbst das war zur Seltenheit geworden.
Vegeta wusste, dass er so nicht weitermachen konnte. Es würde weder ihm noch irgendjemand anderem etwas bringen. Das Mädchen hatte gesagt, es bräuchte ihn und doch ging er ihr aus dem Weg. Warum? Weil, so schwer es ihm auch fiel es zuzugeben, er Angst hatte, jemandem nahe zu kommen, obwohl er wusste, dass nichts schmerzvoller sein konnte als der Verlust der Partnerin.
Nachdem er einen großen Ki-Strahl aus seiner Hand geschossen hatte, verschwand sein Körper und erschien wieder um den Strahl frontal abzublocken. Eine mächtige Explosion ließ den ganzen Gravitationsraum erzittern und der Prinz der Saiyajins fiel zu Boden und verlor das Bewusstsein, als er auf dem harten Grund aufschlug.
Endlich ruhen...
Hercule Satan, derzeitiger Weltmeister und selbst ernannter Retter der Welt, hatte seit er von dem Tenkaichi Budokai zurückgekehrt war, nicht einmal seine Villa verlassen. Als er zuerst von den Angriffen eines Monsters gehört hatte, hatte er sich in seinem Trainingsraum verbarrikadiert und verkündet, dass er sich mental und körperlich vorbereiten musste, bevor er sich der neuen Bedrohung der Erde stellen konnte. Doch in Wirklichkeit hatte er sich vor Angst in die Hosen gemacht. Laut denjenigen, die ihm diese Nachricht überbracht hatte, schien dieser Dämon sogar noch stärker und weitaus boshafter als Cell zu sein.
Die Welt zählte auf ihn, doch die Welt wusste nicht, dass nicht er es gewesen war, der Cell besiegt hatte. Sie wusste nicht, dass Cell seinen Tod durch die Hände eines Jungen gefunden hatte. Sie wusste nicht, dass Satan das Ansehen für diesen Sieg an sich gerissen hatte, da die Gelegenheit so günstig gewesen war und die nette Nebenwirkung hatte, ihm noch mehr Ruhm einzubringen. Der Weltmeister konnte nur hoffen, dass der Junge noch immer irgendwo da draußen war um wieder einmal diese unwissende Welt zu retten.
Während dieser Zeit der Vorbereitung hatte niemand Mr. Satan gesehen. Er hatte sich in seinen Keller verkrochen, der nach Cell speziell für solche Situationen gebaut worden war, als Buu Satan City als neues Ziel auserwählt hatte. Wundersamerweise war seine Villa verschont geblieben und im Großen und Ganzen hatte die Stadt Glück gehabt, da sie Buus Interesse nicht lange wecken konnte. Die Stromversorgung hatte nicht gelitten, genauso wie der örtliche Radiosender. Deshalb hatte er sich aus dem Keller, aber nicht aus der Villa, getraut, als er von Buus Niederlage im Radio gehört hatte, obwohl die Überlebenden draußen vor den Toren lungerten und nach ihm riefen.
Er hatte nachgedacht. Zum ersten Mal in seinem Leben wusste er nicht, was er tun sollte. Offensichtlich war da irgendein wahrer Held gewesen, der es geschafft hatte, das Monster zu besiegen. Doch die Leute kamen noch immer zu ihm... Wussten sie es nicht? Nahmen sie alle nur an, dass er wieder einmal das Ende der Welt abgewendet hatte? Doch dieses Mal wusste er nicht, ob er das Ansehen für diese Leistung kassieren sollte. Bevor das alles begonnen hatte, war er sich sicher, er hätte es getan, doch nun? So viele Menschen waren gestorben und litten. Und dieses Mal war die Welt von einem Ding befreit worden, das wesentlich gefährlicher als Cell gewesen war.
Er hatte Tag und Nacht seit den Angriffen darüber nachgedacht, sich die ganze Zeit versteckt und vor dem Radio gewartet, nicht selten mit einer Flasche in seiner Hand. Doch langsam, nach zwei Tagen, begann eine weitere Sorge an ihm zu nagen. Videl – sie war noch nicht zurückgekehrt. Er hatte direkt nach dem Turnier und vor den Angriffen gehört, dass sie mit einigen Leuten in einem großen gelben Copter weggeflogen war. Eine von diesen Leuten sollte Bulma Briefs gewesen sein, doch woher kannte Videl die Wissenschaftlerin?
Doch das war jetzt nicht wichtig. Seine Tochter war vermisst und er dachte, dass es seine Schuld war. Satan wusste, dass er nichts gegen Buu hätte machen können, doch er hätte ihr während des Turniers mehr Aufmerksamkeit schenken und darauf bestehen können, dass sie mit ihm zurück zur Villa kam.
Mit jedem vergehenden Tag und jeder vergehenden Stunde ohne Nachricht von seiner Tochter schrumpfte seine Hoffnung, dass Videl überlebt hatte. Am Ende war die Schuld unerträglich gewesen, sodass er anfing seine Sorgen zu ertränken, genauso wie er es in der Nacht des vierten Tages seit den Angriffen tat. Den ganzen Tag hatte er in seinem privaten Kino gesessen und sich alte Videos von seinen und Videls Siegen in Turnieren angeschaut, umgeben von leeren Flaschen.
„Du warst immer 'n starkes Mäd'l", lallte er, als eine besondere Szene von einer jungen Videl gezeigt wurde, die auf seinen Schultern saß und einen goldenen Pokal in die Luft hielt, und nahm einen weiteren Schluck aus der Flasche in seiner Hand. „'n starkes Mäd'l..."
Die Flasche fiel aus seiner Hand und landete mit einem dumpfen Plumps auf dem roten Teppich. Die goldene Flüssigkeit sickerte heraus, als der Weltmeister bewusstlos wurde.
Plötzlich fand er sich mitten im unzerstörten Ring des Tenkaichi Budokais im hellen Tageslicht wieder. Verwirrte schaute er sich um. Die Zuschauerränge waren leer, doch auf der anderen Seite des Ringes stand jemand. Satan konnte seinen Augen nicht trauen, als Videl mit einem schüchternen Lächeln auf ihrem Gesicht näher trat und sagte: „Hallo, Dad."
„Ist das ein Traum?", fragte er verblüfft und rieb seine Augen. Doch seine Tochter war noch immer da, gekleidet in Jogginghosen und einem Sweatshirt. Erst jetzt bemerkte er, dass er ganz nüchtern war und einen sauberen Gi trug. „Seh ich Gespenster?"
„Nun, Dad, du schläfst und ich bin tot, aber das hier ist real. Um eine lange Geschichte kurz zu machen – ich durfte dich dieses eine Mal in deinen Träumen besuchen." Ihr Vater schaute sie ungläubig an und Videl seufzte, da sie wusste, dass sie ihm die lange Geschichte erzählen musste. „Wie du vielleicht weißt, bin ich mit der Familie und Freunden von Gohan – das ist der Junge, der mir die Bohne gegeben hatte – zu einem sicheren Ort gegangen. Sie hatten gehört, dass jemand einen Dämon mit dem Namen Buu wiedererwecken wollte und Gohan, sein bereits toter Vater, der für diesen einen Tag zurückkommen durfte um am Turnier teilzunehmen, und einige seiner Freunde zogen los um das aufzuhalten, doch offensichtlich hat das nicht funktioniert. Buu wurde wiedererweckt, hat die meisten von ihnen getötet und dann uns gefunden. Wir wurden getötet." Sie warf ihrem Vater ein trauriges Lächeln zu, da sie noch immer ein paar Sachen vor ihm verheimlichte. „Gohans Vater, Goku, hat es geschafft, Buu am Ende zu besiegen bevor er ins Jenseits zurückkehren musste. Wie auch immer, da Goku schon tot war und die Welt schon ein paar Mal gerettet hat – ja, Dad, ich weiß von Cell. Gohan hat ihn erledigt", fügte Videl hinzu, als sie den schuldigen Blick auf dem Gesicht ihres Vaters sah. „Das hat ihm ein paar Freunde in höheren Kreisen im Jenseits eingebracht und wir durften alle unsere Körper behalten und unsere Unleben auf dem Planeten eines hohen Gottes fortsetzen – eine Ehre, die nur großen Kriegern zuteil wird. Und obendrein durften wir alle, die noch einen geliebten Menschen auf der Erde zurückgelassen hatten, ihn heute Nacht besuchen."
„Das ist... Ich...", stotterte Satan.
„Unglaublich? Du weißt nicht, was du sagen sollst?", sie lachte, doch sie verspottete ihn nicht. „Keine Angst, Dad. Ich hab mich genauso gefühlt, als sie mir das alles erzählt haben."
„Also bist du wirklich tot?", fragte er, obwohl er sich sicher war, dass er die gefürchtete Antwort nicht hören wollte.
Videl nickte. „Das bin ich, aber das bedeutet nicht, dass ich fort bin. Ich bin nur auf einer anderen Eben und ich hab bereits einen der höchsten Götter gebeten, dass du zu uns kommen kannst, wenn deine Zeit gekommen ist. Aber lass uns jetzt nicht darüber sprechen, Dad. Ich bin hier, um ein bisschen mehr Zeit mit dir zu verbringen, Zeit, die uns so grausam genommen wurde."
„Okay...", sagte Satan traurig. „Was willst du tun?"
Das schüchterne und unsichere Lächeln war wieder auf ihrem Gesicht. „Vielleicht etwas, dass wir kaum gemacht haben? Einfach reden?"
„Reden? Klingt gut."
Vater und Tochter lächelten sich an und setzten sich hin. Und sie fingen tatsächlich an miteinander zu reden, als Satan zum ersten Mal seit er das erste Mal Weltmeister geworden war, wirkliches Interesse im Leben seiner Tochter zeigte. Sie sprachen über Schule, ihre Freunde, ihren Kampf gegen die Kriminalität in Satan City und gingen sogar zu peinlicheren Themen über. Videl wurde furchtbar rot, als ihr Vater sie fragte, ob sie irgendwie an diesem Typen – wie war sein Name? – Gohan interessiert war.
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Viel zu früh wurde es für Videl Zeit sich zu verabschieden. Sie umarmte ihren Vater fest und küsste ihn auf die Wange. „Ich liebe dich, Dad."
„Ich liebe dich auch, Liebling", sagte Satan, der sogar Tränen in seinen Augen spürte, als er die Umarmung erwiderte. Das war das letzte Mal für seine sehr lange Zeit, dass er seine Tochter sah. „Ich werde dich vermissen."
„Daddy, ich werde dich auch vermissen. Aber denk immer daran, dieser Abschied ist nicht für immer. Wir werden uns wiedersehen." Sie ließen sich los und prägten sich das Gesicht des anderen noch einmal ein, als Videl sich plötzlich an etwas erinnerte. „Übrigens, ich glaube nicht, dass es den anderen etwas ausmacht, wenn du der Welt erzählst, dass du es warst, der Buu besiegt hat. Das könnte den Überlebenden eine neue Hoffnung geben", sagte sie, als die Landschaft um sich herum anfing zu verschwimmen. Noch immer lächelnd öffnete Videl ihre Augen und sah die Sonne im Süden des Planeten des Dai Kaiou aufgehen. Sie war seit Tagen nicht so glücklich gewesen.
Vegeta musste ein paar Mal blinzeln, als er plötzlich in seinem Schlafzimmer stand, doch es hatte sich verändert. Das Zimmer war in dem sanften Glühen von Hunderten roten Kerzen erleuchtet und auf dem Bett lag eine Person, bei der er gedacht hatte, dass er sie niemals wiedersehen würde. Sein Weib, Bulma, gekleidet in einem langen, seidenen Nachthemd. Als er an sich selbst herunterschaute, sah er auch, dass er nicht mehr seinen zerfetzten Gi trug, sondern stattdessen schwarze Hosen und ein schwarzes Seidenhemd.
„Du träumst nicht, nun, nicht wirklich", beantwortete Bulma seine ungestellte Frage. Sie stand von dem Bett auf und ging auf ihn zu.
Er ruhte vorsichtig und zögerlich seine Hände auf ihren Hüften und stieß vor Erleichterung einen leisen Seufzer aus, als er das sanfte Material ihres Nachthemdes unter seinen Fingern spürte. Er hatte Angst gehabt, dass das ein Albtraum war und dass sie verschwinden würde, sobald er sie berührte. Das war einfach zu gut um wahr zu sein. Unfähig dazu irgendwelche Worte zu formulieren, blickte er sie fragend an.
„Der Kaioushin hat einigen von uns angeboten, die zu besuchen, die wir zurückgelassen haben, um etwas Zeit mit ihnen zu verbringen und uns zu verabschieden", erklärte sie kurz, während ihre eigenen Hände auf seinen starken Unterarmen ruhten, und dann küsste sie ihn sanft auf die Lippen. Sie konnte seinen Körper ganz eben unter ihren Händen zittern spüren, was ihre eigenen Gefühle widerspiegelte. „Ich musste dich wiedersehen... wieder mit dir sprechen... dich wieder spüren..." Bulma küsste ihn wieder und dieses Mal verweilten ihre Lippen länger auf seinen. Sie öffnete ihren Mund und gewährte seiner Zunge Zugang, dem Vegeta sehnsüchtig nachkam. Sie musste seine Worte nicht hören um zu wissen, was er fühlte – seine Berührung alleine sagte ihre alles, was sie wissen musste.
Als sie sich schließlich trennten, beide völlig außer Atem, fand Vegeta endlich seine Sprache wieder. „Worüber wolltest du mit mir sprechen?"
„Ich wollte wissen, wie es dir geht", antwortete sie, wobei sie noch nicht einmal daran dachte, ihre Hände von seinen Armen zu entfernen. Solange sie ihn unter sich spürte, wusste sie, dass er da war und sie wusste, dass ihr Partner die gleiche Bestätigung brauchte.
Vegeta zögerte mit seine Antwort, als er über seinen Versuch die Erde zu verlassen, über die Worte des Mädchens und über seine neuen Trainingsgewohnheiten nachdachte, und wahrscheinlich zum ersten mal in seinem Leben schämte er sich. Er senkte seinen Blick, da er nicht den seines Weibs treffen wollte.
Nun nahm Bulma endlich ihre Hände von seinen Armen und legte ihre Hand sanft an sein Kinn, als sie ihn zwang, sie anzuschauen. „Ich weiß über alles Bescheid, aber du darfst dich nicht von den anderen abwenden, besonders nicht von Jenny. Ich weiß, dass es wehtut – es tut mir auch weh. Ich habe auch gefühlt, wie der Bund brach, aber jetzt kann ich dich endlich wieder spüren", sie legte ihre rechte auf ihre Brust, „in meinem Herzen. Ich weiß, dass du das auch spürst. Doch obwohl der Bund gebrochen ist und es sich so anfühlt, als ob der Schmerz niemals enden wird, bin ich mir einer Sache sicher – unserer Liebe für einander. Und der Liebe unserer Freunde. Sie werden uns da durch helfen, aber du musst sie helfen lassen. Ich tue es, und ich weiß, dass es besser werden wird."
Vegeta öffnete seinen Mund, um etwas zu sagen, doch ihm gelang nur ein Wort mit heiserer Stimme: „Weib", bevor Bulma kopfschüttelnd einen Finger auf seine Lippen legte.
„Nicht", sagte sie lächelnd. „Du brauchst nichts sagen."
Nachdem sie langsam sein Hemd aufgeknöpft hatte, fuhr sie mit ihrer Hand über seine Brust und bestaunte wieder einmal, wie gut ihr Partner gebaut war. Mit einem leisen und beinahe schüchternen Flüstern fragte Bulma: „Kannst du mich noch einmal lieben? Ein letztes Mal?"
Ein verführerisches Grinsen zog an Vegetas Lippen, als er sie küsste und in die Arme nahm, um sie ein letztes Mal zu ihrem Bett zu tragen, wo er sie sanft niederlegte.
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Stunden später lagen sie in ihrem Bett, Bulma an Vegeta gekuschelt und der Saiyajin mit einem Arm um ihre Schulter gewickelt, um sie nahe an sich zu halten. Beide sagten kein Wort, doch nach dieser Nacht waren keine Worte nötig.
Bulma musste jedoch das Schweigen schließlich brechen. „Unsere Zeit ist fast um." Vegeta grunzte nur als Antwort und zog sie noch näher an sich heran. Sie seufzte zufrieden, doch wusste gleichzeitig, dass es nur noch wenige Minuten dauern würde. „Bitte Vegeta, versprich mir eines. Schließ Jenny oder meine Mutter nicht aus. Sie brauchen dich und du kannst nicht leugnen, dass du sie auch brauchst."
Obwohl es ihm schwer zu fallen schien, diese Worte über seine Lippen zu bringen, murmelte Vegeta schließlich: „Ich verspreche es." Und er bemerkte, dass er es so meinte. Doch es gab noch eine Sache mehr, die gesagt werden wusste, bevor ihre Zeit um war. Wenn es nur nicht so schwer wäre. Er seufzte. Jetzt oder nie. „Ich liebe dich." Es war kaum lauter als ein Flüstern, doch in der Stille des Zimmers hallte es in seinen Ohren wie ein Schrei.
Sie schaute auf, von seinen Worten überrascht, und bemerkte, wie eine Träne an ihrer Wange herunterlief. Doch sie lächelte. Das war das erste Mal, dass er jemals diese drei Worte zu ihr gesagt hatte.
Plötzlich bemerkte Bulma ein ziehendes Gefühl in ihrem Hinterkopf und wusste, dass es soweit war. Als ob er ihre Gedanken spürte, küsste Vegeta sie auf die Stirn und flüsterte: „Lebe wohl, Bulma."
„Auf wiedersehen. Ich werde dich vermissen."
Dann begann alles um sie herum zu verschwimmen und sie war zurück auf dem Planeten des Dai Kaiou. Sie bemerkte, dass ihre Wange feucht war und wischte mit einem Lächeln auf ihrem Gesicht die einzelne Träne fort.
Jenny lächelte, als sie ihre Augen öffnete und sich ihre Umgebung anschaute. Der Himmel war blau, die Vögel zwitscherten, ein grüner Wald war in der Nähe und ein Haus stand auf einer kleinen Wiese. Dieser Traum war definitiv anders – und besser – als die Träume aus den vergangenen Nächten. Sogar der Verband von ihrem Arm war verschwunden und da war keine Schnittwunde, Narbe oder so etwas Ähnliches zu sehen. Sogar ihre Kleidung war anders, da sie nun ein Paar Sneaker, kurze Hosen und ein Top trug.
Sie kannte diesen Ort, obwohl sie bis jetzt nur ein paar Mal hier gewesen war. Er sah so aus wie sonst und doch irgendwie anders. Zum einen sah das Haus so aus, als ob tatsächlich jemand darin lebte und der Garten war gut gepflegt. So hatte das also ausgesehen, als ihre Eltern noch gelebt hatten. Jenny hätte es geliebt, hier zu leben.
Sie ging den gepflasterten Weg zwischen dem Haus und Garten entland, so wie sie es immer getan hatte, als sie mit Gohan, Goten und Trunks hier gewesen war, und landete schließlich im Hinterhof. Das war immer ihr erster Stopp gewesen, als sie hierher gekommen waren, und sie hatten immer frische Blumen mitgebracht. Doch dieses Mal, bemerkte das Mädchen traurig, hatte sie keine Blumen dabei. Sie schaute sich um und ihr Blick landete auf ein paar Wildblumen am Wegrand, die sie schnell pflückte, und kniete sich dann vor den Gräbern hin, wo sie die Blumen vorsichtig vor die Steine legte.
„Es tut mir Leid", flüsterte sie. „Es tut mir Leid, dass ich mich bei dem Turnier und während dem Kampf mit Buu so verhalten habe, wie ich es getan hab. Ich hoffe, ihr seid mir nicht böse."
„Sie sind nicht auf dich böse", hörte sie plötzlich eine gut bekannte Stimme sagen. Erschrocken schaute sie sich um und ein riesiges Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus, als sie die drei Personen hinter sich stehen sah. Sie alle trugen ihre Gis, doch einer sah anders aus. Mit einem erfreuten Qietschen sprang sie ihrem großen Bruder in die Arme und drückte ihn fest.
„Jenny... brauch... Luft", keuchte Gohan, der zum ersten Mal ein Gi trug, der so aussah wie der seines Vaters, als er langsam Luftprobleme bekam, obwohl er ja genau gesehen schon tot war, und pflückte das junge Mädchen von seinem Hals.
Jenny strahle ihn, Goten und Trunks an, doch plötzlich wurde ihr Blick ein trauriger. „Ihr seid nicht wirklich hier. Das ist nur ein Traum."
„Ein Traum ist es", erzählte Gohan ihr, als er sich vor sie auf einem Knie hinhockte. „Aber ein besonderer. Dank der Magie des Kaioushins dürfen wir eine Person in ihrem Traum besuchen und etwas Zeit mit ihr verbringen und uns von dieser Person verabschieden."
„Also hast du das alles geschaffen?", fragte Jenny, als sie mit ihrer rechten Hand auf ihre Umgebung wies.
Gohan nickte nur und stand wieder auf. Er wollte nicht noch mehr Zeit damit verbringen, über die Feinheiten des Zaubers, den der Kaioushin benutzt hatte, zu sprechen. Dass er und die Jungs hier waren, bei Jenny, war das wichtigste. „So, und was wollt ihr jetzt tun?"
Die drei Kinder schauten sich an und da sie im Herzen (oder Magen) wahre Saiyajins waren, einigten sie sich sofort auf eine Sache – ein Picknick! Gohan hatte schon an das gleiche gedacht, bevor sie überhaupt hier angekommen waren, und hatte die notwendigen Vorkehrungen getroffen, während er diesen Ort kreiert hatte. Er scheuchte die Kinder schnell durch die Hintertür in die Küche, wo er gleich anfing, einen riesigen Stapel Sandwichs zu machen, wobei er alle Zutaten in den gleichen Schränken und Regalen fand, wo seine Mutter sie schon immer aufbewahrt hatte, während die Kinder sich aufgemacht hatten, das Haus zu erkunden. Sie waren neugierig darauf, wie es ausgesehen hatte, bevor Gohan gezwungen gewesen war, es mit Goten und Jenny zu verlassen.
Als sie in die Küche zurückkamen - er hatte in dem Moment gerade die Sandwichs fertig bekommen und sie zusammen mit einer Decke in einen Korb getan -, redeten sie alle gleichzeitig, sodass es Gohan schwer fiel herauszufinden, von was jeder von ihnen eigentlich sprach. Doch eine Sache konnte Gohan von dem ununterbrochenen und unzusammenhängenden Geplapper seiner Geschwister (und seinem Stiefbruder) verstehen – sie liebten diesen Ort schon. Zu dumm, dass sie ihn in ein paar Stunden wieder verlassen musste. Wie sehr hätte er es geliebt das Haus mit der Hilfe der Kinder wiederherzustellen, damit er selbst wieder darin leben konnte, sobald er alt genug war und selber Geld verdiente.
Etwas anderes, das seine Ohren erreichte, war Jennys Feststellung: „Dein Zimmer war ja überhaupt nicht unaufgeräumt. Das ist nicht normal." Die Jungs stimmten ihr da ganz und gar zu.
Gohan schmunzelte, als er den Korb von dem Tisch nahm. „Mom war immer ziemlich streng gewesen, was mein Zimmer anging. Dad war immer ein wenig nachsichtiger, aber Mom hatte die Bratpfanne", ein plötzlicher Schauder durchzog ihn, „also hatte es keinen Sinn, sich mit ihr anzulegen." Die Kinder hatten auch schon Geschichten von Gohan über seine Mutter und die Bratpfanne gehört und erzitterten zusammen mit ihm.
Der Tag wurde mit essen, leichten Trainingskämpfen, Saiyajin-Tick und Saiyajin-Verstecken – beides manchmal ziemlich brutale Spiele, da man mit dem, der es war, kämpfen musste, die entwickelt worden waren, nachdem Jenny es geschafft hatte, ihre Kräfte zu kontrollieren – und reden verbracht, obwohl das eher seltener der Fall war. Gohan hatte es immer mehr geliebt mit den Kindern zu spielen, anstatt mit ihnen zu reden. Er sagte sich immer, dass die Kinder noch früh genug lernen würden, ernst zu sein, und dass sie so lange wie möglich Spaß haben sollten.
Doch einer der seltenen Momente, in dem zwei der Kinder miteinander redeten, war gewesen, als Trunks als Sucher in einer Runde Verstecken ausgewählt worden war, und er Jenny vor den anderen gefunden hatte. Nun suchten sie beide nach Goten und Gohan in den Wäldern, die in der Nähe des Hauses standen.
„Danke", sagte Trunks plötzlich und Jenny schaute ihn verwirrt an. Der Junge seufzte und fuhr mit der Hand durch sein Haar. „Dass du Dad gerettet hast. Piccolo hat uns von seinem geplanten Selbstmordangriff erzählt. Davon... davon hat dein Traum in der Nacht vor dem Turnier und der Schlacht gehandelt, nicht wahr? Du hast gesagt, dass er sterben würde, sich selbst umbringt. Du hast von Buu geträumt, nicht wahr?"
Jenny schaute beschämt zu Boden. Sie murmelte: „Wenn ich deinen Dad nicht aufgehalten hätte, hätte er Buu vielleicht getötet und dann wären du und die anderen noch am Leben..."
„Aber das weißt du nicht", widersprach der Junge. „Schau, es ist noch nicht mal so schlimm. Ich weiß, dass da im Labor ein Raumschiff ist und das könnt ihr benutzen um nach Namek zu fliegen und die Dragonballs dort zu benutzen. Dummerweise wird ein Ferngespräch mit Namek nicht funktionieren... Irgendein dummes Gesetz des Universums... Aber, es würde nur ein paar Wochen dauern und dann..."
„Das Raumschiff gibt es nicht mehr...", sagte Jenny, kaum lauter als ein Flüstern, doch Trunks hörte es. Er starrte sie mit offenem Mund an. Er und Goten mussten diesen Teil überhört haben, als sie den Erwachsenen gelauscht hatten. „Ich hab es zerstört."
„Wie? Warum?", konnte der Junge nur fragen. Seine Augen waren weit vor Unglauben.
Das Mädchen seufzte. „Umstände..." Sie wollte ihrem Freund – wart mal! Freund? Jaah, irgendwie waren die zwei über die letzten Tage und besonders der letzten Nacht vor dem Turnier, wirklich Freunde geworden – nicht erzählen, dass sein Vater die Erde und seine Familie für immer hatte verlassen wollen (noch immer verlassen wollte?). Sie wollte ihm nicht erzählen, dass die einzige Möglichkeit um ihn aufzuhalten die Zerstörung des Raumschiffes gewesen war.
Trunks öffnete seinen Mund, doch es kamen keine Worte heraus, also schloss er ihn wieder. Da war etwas an der Art, wie sie das gesagt hatte, gewesen... Das ihm gesagt hatte, dass sie nicht darüber reden wollte. Er schaute sie von der Seite an und bemerkte, dass sie ihren Kopf noch immer hängen ließ. Er hatte sich nicht mit ihr streiten wollen, nicht an diesem Tag (oder in dieser Nacht). Plötzlich dachte er, er hätte etwas Orangefarbenes hinter einem Busch entdeckt und zupfte an ihrem Ärmel. Jenny schaute auf und er wies mit seinem Kopf zu dem Busch, wobei er ein leises Grinsen auf seinem Gesicht und ein schelmisches Funkeln in seinen Augen hatte. Das Mädchen verstand und auf ihrem Gesicht erschien ebenfalls ein Grinsen. Sie nickte und zusammen sprangen sie in den Busch, wo sie einen zappelnden und lachenden Goten zu fassen hatten.
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Genauso wie für die anderen kam das Ende ihrer Zeit zusammen in diesem Traum zu früh zu ihrem Ende. Jenny klammerte sich wieder einmal an Gohans Hals, als sie ihn nicht loslassen wollte. Sie hatte diese paar Stunden so sehr genossen – sie hatte fast vergessen, dass sie tot waren. „Geht nicht...", murmelte sie, als ihr großer Bruder ihr sanft über den Rücken rieb, während die anderen beiden Jungs sie mit ebenso traurigen Blicken auf ihren Gesichtern betrachteten.
„Wir müssen gehen und du weißt das. Aber eines Tages werden wir uns wiedersehen, doch das wird hoffentlich noch sehr lange dauern. Du hast noch ein langes Leben vor dir und obwohl es jetzt noch nicht so aussieht, wird es besser werden. Du musst nur stark sein. Wirst du stark sein?"
Nickend ließ sie seinen Hals los und er setzte sie zu Boden. Jenny wischte sich die Tränen aus ihren Augen und trat mit einem schüchternen Lächeln auf Goten und Trunks zu. Plötzlich und vollkommen unerwartet warf sie ihre Arme um sie und zerdrückte sie fast in einer knochenbrechenden Umarmung. „Ich werde euch vermissen."
„Wir werden dich auch vermissen", antworteten beide Jungs gleichzeitig. Sie warfen Gohan dann einen kurzen Blick zu, bevor sie Jenny etwas anderes ins Ohr flüsterten, was ihr Lächeln in ein Grinsen verwandelte, das sich auf ihrem ganzen Gesicht ausbreitete, und sie fing an zu kichern.
Sie trennten sich und die Jungs gingen zu Gohan herüber und blieben neben ihm vor dem Haus stehen, das einst seinen Eltern gehört hatte. Jenny schlurfte mit ihren Füßen, als sie darauf warteten, dass die letzten Minuten vergingen. „Ich hab euch lieb", sagte sie schließlich, als sie ihre Brüder und ihren Freund anlächelte.
„Wir haben dich auch lieb, Jenny", antwortete Gohan, wobei er für sie alle drei sprach, und sagte dann, als ihm nachträglich noch etwas einfiel: „Und bitte, geh deiner Großmutter und besonders Vegeta nicht so doll auf die Nerven."
Jenny grinste nur und zwinkerte Goten und Trunks zu, in dem Moment, als die Welt um sie herum anfing zu verschwimmen und alles verschwand.
Als Gohan seine Augen öffnete, hatte er ein Lächeln auf seinem Gesicht und schüttelte seinen Kopf. Das letzte Grinsen auf Jennys Gesicht konnte nichts Gutes verheißen und Vegeta fing ihm fast an, Leid zu tun. Sein Verdacht bestätigte sich, als er ein beinahe identisches Grinsen auf den Gesichtern von Goten und Trunks sah. Das Höllentrio würde weiterbestehen, mit einem Mädchen auf der Erde, während die anderen beiden Mitglieder im Jenseits festsaßen. Gohan wollte nicht einmal daran denken, was für einen Unfug die zwei Jungs schon planten.
Wieder zurück auf der Erde wachte Jenny zu dem Sonnenlicht auf, das durch ihr Fenster schien, und fühlte sich zum ersten Mal seit Tagen besser. Sogar das Stechen und Ziepen in ihrem Arm, der, wie sie bemerkte, wieder bandagiert war, war nicht mehr so schlimm. Als sie sich im Zimmer umschaute, sah sie, dass es nicht mehr so bedrückt wirkte. Sie Sonne flutete das Zimmer in einem warmen Licht. Lächelnd und sich streckend drehte sie sich nach links und sah vier rote Nullen auf ihrem Wecker blinken. Der Strom war wieder zurück!
Mit einem weiten Grinsen sprang sie fast aus dem Bett, wobei sie ganz und gar vergaß, dass ihre Großmutter ihr verboten hatte, einen Fuß auf den Teppich zu setzen, und flog die Treppen hinunter in die Küche, wo sie schon den herrlichen Geruch von Pfannkuchen wahrnehmen und ihre Großmutter summen hören konnte. Sobald sie in die Küche trat, drehte Mrs. Briefs sich um, doch anstatt sie missbilligend anzuschauen, hatte sie ebenfalls ein helles Lächeln auf ihrem Gesicht. „Guten Morgen, Liebes. Setz dich und iss ein paar Pfannkuchen. Wie fühlst du dich an diesem schönen Morgen?", fragte sie, während sie schon einen Teller füllte und ihn Jenny gab.
Jenny wollte gerade antworten, als Vegeta mit einem merkwürdigen Grinsen auf seinem Gesicht in die Küche kam, sich hinsetzte und anfing, die Pfannkuchen, die Mrs. Briefs vor ihn hingestellt hatte, zu verschlingen. Die Frau zuckte nur mit den Schultern, wandte ihre Aufmerksamkeit wieder der Bratpfanne zu und setzte sich schließlich zu ihnen an den Tisch.
Während sie aßen, erzählte Mrs. Briefs davon, wie ihr Ehemann sie in der letzten Nacht in ihrem Traum besucht hatte und wie sie zusammen durch die Gärten gegangen waren und über alles gesprochen und sich gut amüsiert hatten. Sie schien wieder ganz ihr altes sprudelndes selbst zu sein, dachte Jenny fröhlich.
Sie überlegte, ob sie ihnen auch von ihren Besuchern erzählen sollte, entschied sich aber nach kurzem nachdenken, dass sie das mit niemanden teilen wollte, da sie wusste, dass Vegeta und ihre Großmutter ihre eigenen Erlebnisse in der Nacht gehabt hatten. Nein, die Zeit, die sie mit Gohan, Goten und Trunks verbracht hatte, war ihre, um sich daran zu erinnern, und gehörte niemand anderem. Diese Erinnerung sollte geschätzt werden und schätzen würde sie sie, da sie wusste, dass sie nicht wirklich tot waren, sondern ihre Leben einfach nur an einem anderen Ort verbrachten, wo sie eines Tages zu ihnen stoßen würde.
Als Vegeta mit seinem Frühstück fertig war, stand er auf und verkündete, jetzt duschen zu gehen. Bevor er jedoch die Küche verließ, wandte er sich Jenny zu: „Sobald du bereit bist, werden wir mit deinem Training weitermachen, Gör."
„Aye, Sir", antwortete Jenny mit einem gespielten Salut und einem Grinsen auf ihrem Gesicht. Vegeta erwiderte das Grinsen bloß und machte sich auf den Weg in sein Bad.
Gohan hatte Recht gehabt. Es würde letztendlich besser werden. Sie brauchten nur etwas Zeit, doch die Besuche ihrer Geliebten in ihren Träumen und der Möglichkeit sich von ihnen zu verabschieden hatte ihnen geholfen, den ersten großen Schritt auf ihrem Weg zur Heilung zu machen.
