Kapitel achtundzwanzig – Lösungen
Dumbledore stirbt
Die Worte schwebten durch Harrys taubes Hirn, aber sie verloren ihre Bedeutung in dem Malstrom der Emotionen, die der Junge fühlte.
Dumbledore stirbt
Worte, die Harry unterbewusst seit der letzten acht Jahre gefürchtet hatte, er wusste, dass eines Tages sein Führer und Mentor fort sein würde.
Dumbledore stirbt
Die Taubheit reiste durch Harrys Körper, dämpfte den Schmerz und fegte die Erschöpfung davon.
Dumbledore stirbt
Ein Satz, der in Harrys Gedanken bis zum Ende seines Lebens widerhallen würde. Wenn der große Albus Dumbledore starb, dann hatte er keine Chance. Wenn der ältliche Zauberer fort war, würde Harry nicht länger seinem Unmut über die Dunklen Künste ausgesetzt sein, etwas das ihn ohne Zweifel seit Jahren zurück gehalten hatte. Das Leben würde nie wieder dasselbe sein, aber nun, wenn das Leben nur noch drei Tage dauerte, was spielte es für eine Rolle?
Severus stand an seiner Seite und beobachtete still die Emotionen, die über das Gesicht seines jungen Freundes huschten. Das letzte was er jedoch sah, war geschlagene Resignation und der Zaubertrankmeister wurde wütend, er wusste was Harry dachte.
„Du kannst jetzt nicht aufgeben", knirschte er und riss den Jungen aus seinen Gedanken.
„Warum nicht?", flüsterte Harry.
„Weil ich an dich glaube. Ich glaube, wenn du dieses Ding bekämpfen willst, dann kannst du es. Du musst nur an dich selbst glauben."
„Ich kann nicht!", rief Harry und erlang die Aufmerksamkeit von allen, „ohne Dumbledore, der mich zurückhält, werde ich mich selbst verlieren."
„Denkst du er ist die einzige Person, die dich zurückhält?", fragte ihn Severus ungläubig.
„Sein Widerwille gegen die Magie, die ich einsetze, hat sichergestellt, dass ich nicht böse werde Ohne ihn werde ich wieder abrutschen und das nächste Mal wird es zu spät für mich sein!"
„Hast du so wenig Vertrauen in deine Freunde?", fragte Severus schockiert. Harry senkte beschämt die Augen.
„Es ist nicht so, dass ich kein Vertrauen in meine Freunde habe, Sev", murmelte er, „ich habe nur kein Vertrauen in mich selbst. Ich gehe diesen Weg zur wahren Dunkelheit schon seit Jahren und ohne Dumbledore, wer wird mich zurückholen?"
Eine einzelne Träne lief Harrys Wange hinab und Severus zog den Jungen in seine Arme und umarmte ihn, was für seinen Charakter ungewöhnlich war. Die anderen Anwesenden im Raum beobachteten fasziniert wie ihr Retter schließlich zusammenbrach, der Druck der Enthüllung wurde davon gewaschen, als er sich an seinen Slytherin Freund klammerte und schluchzte. Als er sich schließlich beruhigte, sah er Minerva an und lächelte traurig.
„Ich will ihn sehen."
„Harry…", begann sie, aber der Ausdruck in seinen Augen ließ sie verstummen. Sie nickte und zog den Vorhang um das Bett neben Harry auf. Darin lag Albus Dumbledore, der blass und krank aussah. Zum ersten Mal sah er seinem Alter entsprechend aus. Seine Augen waren geschlossen und sein Atmung schwach. Er sah schlimm aus und Harry wandte sich nach einem Moment ab, zu traurig um weiter hinzusehen.
„Was ist geschehen?", fragte er, „das letzte Mal als ich ihn gesehen habe, hat er sich gut gegen Voldemort geschlagen. Als ich ihn aus dem Kampf geholt habe, dachte ich, er wäre in Ordnung!"
„Er war erschöpft von dem Kampf mit dem Dunklen Lord", sagte Hermine traurig, „er ist nicht mehr so jung wie er einmal war und sobald du den Kampf mit Voldemort übernommen hattest, ist er zusammen gebrochen. Einer der Todesser hat ihn mit mehreren Flüchen getroffen, als Ergebnis ist er zu stark verwundet, um geheilt zu werden."
Harry schloss die Augen, als ihn eine Welle aus Traurigkeit und emotionalen Schmerzen traf. Dumbledore war für ihn wie ein Großvater. Er war ein Mentor, ein vertrauenswürdiger Alliierter und ein Freund. Er war ein Felsen für den Jungen gewesen, jemand auf den man sich immer verlassen konnte. Die meisten Leute in 1943 hätten die Zeitreisenden verdammt oder hätten sie zumindest als verrückt abgetan. Albus jedoch hatte ihnen geglaubt und was noch wichtiger war: an sie geglaubt. Trotz seiner Abneigung gegenüber Harrys Einsatz von Dunklen Künsten, erlaubte er es ihm und zeigte, wie viel Vertrauen er in den jungen Retter setzte. Nun, da er nicht länger da sein würde, um Harry zu unterstützen, wusste der Junge-der-lebt nicht was er tun sollte.
Als der physische Schmerz wieder zuschlug, wurde Harry wieder ohnmächtig, während eine einsame Träne seine Wange hinunter lief.
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Die nächsten zwei Tage waren die längsten Tage im Leben der Zeitreisenden und gleichzeitig die kürzesten. Sie verbrachten die Zeit, die sie hatten damit, eine Kur für Harry zu suchen, sie riefen sogar Lolide und Vrykolakas, um sie nach Rat und Lösungen zu fragen, die ihre Leute vielleicht bieten könnten. Harry pendelte zwischen Bewusstsein und Ohnmacht, der ständige Schmerz wurde mit der Zeit immer stärker. Egal was die Gruppe versuchte, gab es nichts was sie für den Retter der Zaubererwelt tun konnten.
Im übrigen Land gab es in jeder magischen Ortschaft Festivitäten. Es war wie das letzte Mal als Voldemort besiegt wurde, mit Festen in den Straßen und Vergiss-michs die Überstunden machen mussten wegen der vielen Muggel, die Magie zu Gesicht bekamen. Alle waren glücklich und es kümmerte sie nicht was sie für Probleme verursachten. Harry Potter hatte es wieder geschafft, das was niemand sonst tun konnte. Er hatte den Dunklen Lord Voldemort vernichtet und hatte der Zaubererwelt Sicherheit und Freiheit gebracht. Die Leute wussten nichts davon, dass ihr Retter im Sterben lag.
Das Ministerium lag im Chaos. Die Auroren, die den Kampf überlebt hatten, erzählten allen von Voldemorts Wiedergeburt. Geschichten von der Schlacht gab es viele und sie verbreiteten sich unter denen, die nicht dabei gewesen waren wie Lauffeuer. Der Verlust von Cornelius Fudge wurde ebenfalls von vielen gefeiert, aber das Machtvakuum verursachte einige Probleme. Die ältesten Ministeriumsmitarbeiter hatten es auf sich genommen, eine Wahl einzuberufen, um einen neuen Minister zu wählen. Die Luft in der Regierung im Allgemeinen war freudig gespannt, erleichtert und mehr als ein wenig gespalten, aber niemand beschwerte sich.
In Hogwarts sah man eine Erweiterung der Festivitäten. Jedes Haus war Amok gelaufen, wilde Partys wurden gefeiert und Geschichten ausgetauscht, aber gleichzeitig betrauerten sie die Mitglieder, die sie in der Schlacht verloren hatten. Die Lehrer hatten den Unterricht bis auf weiteres ausfallen lassen, während sie sich um die Verwunderten kümmerten und so gut sie konnten den Verlust das Schulleiters kompensierten. Minerva hatte die Leitung als Direktorin übernommen, war aber von Harrys und Albus Zustand zu abgelenkt, um sich um die Schüler zu kümmern.
Am Abend des achten Mai verloren alle die Hoffnung eine Kur für Harry zu finden. Sein Zustand hatte sich früher am Abend verschlechtert und Poppy war sicher, er würde am nächsten Tag tot sein. Die übrigen Zeitreisenden waren aus dem Krankenflügel geworfen worden, als Harry wieder ohnmächtig wurde, da die Medihexe darauf bestand, dass sie Schlaf bräuchten. Als Ginny und Glen ihr sagten, sie würden nicht schlafen bis es vorbei wäre, goss ihnen die gerissene Hexe traumlosen Schlaf in ihren Tee und nahm ihnen damit die Entscheidung aus der Hand.
Als Harry mitten in der Nacht aufwachte, sah er sich mit verschwommenem Blick um und entdeckte, dass der Krankenflügel frei von Besuchern war. Die Stille der Nacht wurde nur durch den rasselnden Atem des ältlichen Zauberers im nächsten Bett gestört. Harry biss die Zähne zusammen und dreht den Kopf nach rechts und sah zum Schulleiter. Während der letzten beiden Tage hatte er den anderen Mann immer schwächer werden sehen. Er war nicht aufgewacht, was Harry das Herz brach. Er wollte mit seinem Mentor sprechen, bevor ihre Leben endeten.
Als Harry die Augen vor Schmerzen schloss, lauschte er Dumbledores Atmung. Es beruhigte ihn und er driftete bald wieder in den Schlaf ab. Die plötzliche Abwesenheit des Hintergrundgeräusches brachte Harry schnell wieder zu Bewusstsein. Stille Tränen begannen aus seinen geschlossen Augen zu tropfen und er stellte fest, dass Dumbledore fort war. Ein leichtes Lachen überraschte ihn immens.
„Nun, Harry, das ist nicht nötig, mein Junge."
Harrys Augen schossen bei der bekannten Stimme auf und er sah wild in deren Richtung. Seine Augen weiteten sich geschockt, als er eine transparente Figur neben seinem Bett stehen sah. Sie strömte ein sanftes blaues Licht aus und als Harry in das Gesicht der Gestalt sah, traf er auf ein Paar bekannter, funkelnder, blauer Augen.
„Professor!", keuchte Harry.
„Ja, Harry, ich bin es. Hab keine Angst."
Die Tränen liefen nun ungehindert Harrys Gesicht hinab und er fing an leicht zu schluchzen. Dumbledore legte einen transparenten Arm um den Jungen und zog ihn in eine Umarmung. Der grünäugige Junge versenkte sein Gesicht in den weichen Falten der himmlischen Robe und weinte, bis keine Tränen mehr übrig waren. Als er sich beruhigt hatte, sah er zu seinem Freund und Mentor auf.
„Wie?", fragte er.
„Ah nun, weißt du, Harry, diejenigen die wir lieben verlassen uns nie. Insbesondere nicht wenn wir Hilfe benötigen", sagte Albus mit einem Lächeln.
„Aber… mir ist nicht mehr zu helfen", schniefte Harry, „ich werde auch sterben und es gibt nichts was man dagegen tun kann."
„Bist du davon überzeugt?", fragte Dumbledore. Harry dachte lange und gründlich nach, ehe er resigniert nickte.
„Wir haben überall nach einer Kur gesucht, aber es gibt keine. Ich brauche Magie in meinen Zellen, damit sie heilen können. Sie sind fast zusammen gebrochen, ich kann es fühlen. Madam Pomfrey glaubt nicht, dass meine natürliche Magie vor einer Woche zurückkommt, was zu spät sein wird."
„Nichts ist jemals zu spät, mein Junge. Jedes Problem hat eine Lösung; es ist nur die Sache sie zu finden."
„Nun, was schlagen Sie vor?", fragte Harry. Dumbledore lächelte ihn nur an und begann zu verschwinden. Der jüngere Mann begann in Panik zu geraten und verstärkte seinen Griff in den Roben des Schulleiters, aber ohne Nutzen. Die Figur wurde ein leuchtender Ball sanften, blauen Lichts, das plötzlich in Harrys Brust rammte und sich in seinem Körper ausbreitete. Das letzte was Harry hörte, als ihn die Dunkelheit übermannte, waren Dumbledores Worte.
Jedes Problem hat seine Lösung; es ist nur die Sache sie zu finden.
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Als Harry am nächsten Morgen aufwachte, war das erste was er bemerkte, dass der Schmerz, der in den letzten drei Tagen ein ständiger Begleiter gewesen war, fort war. Als er jedoch versuchte sich zu bewegen, überkam ihn ein Schwindelgefühl und seine Hände wurden ergriffen. Er öffnete die Augen und sah auf der einen Seite Glen und auf der anderen Ginny, beiden liefen stumme Tränen das Gesicht hinab. Harry dachte an die Nacht zuvor zurück und drehte seinen Kopf nach rechts und sah das leere Bett neben seinem. Eine Traurigkeitswelle überkam ihn und seine eigenen Tränen begannen zu fließen.
Wein nicht, Harry, hörte er in seinen Gedanken widerhallen. Alle Dinge kommen in diese Welt und verlassen sie auch wieder. Ich bin nicht anders. Sei nicht traurig, Jüngling, denn die, die wir lieben, verlassen uns nie.
Die bekannten Worte aus der vorherigen Nacht brachten ein Lächeln auf Harrys Gesicht und er gluckste leise. Die anderen im Raum, inklusive seiner Freunde und Familie warfen ihm schräge Blicke zu und sahen sich gegenseitig besorgt an.
„Harry, überanstreng dich nicht", wimmerte Ginny, „du schwächst deinen Körper und wir verlieren dich schneller."
„Lieg einfach still, Dad. Hast du Schmerzen?", fragte Glen.
Harry sah sie fragend an, bevor er feststellte, dass heute der Tag war für den Madam Pomfrey das Versagen seines Körpers prophezeit hatte. Obwohl er nicht wusste, was Dumbledore mit ihm in der letzten Nacht gemacht hatte, konnte er in seinem Körper spüren, dass er langsam heilte. Er war noch sehr schwach, aber er lag nicht länger im Sterben. Er sah zu der Medihexe, die am Rand der Gruppe stand und deutete ihr mit einer Kopfbewegung an näher zu kommen.
„Madam Pomfrey, würden Sie mich bitte scannen und den anderen den Verlauf meines… Zustandes mitteilen?", fragte er, ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen. Alle dachten er hätte seinen Verstand verloren und wunderten sich, warum er zu so einem Zeitpunkt lächelte.
„Wenn du sicher bist, Harry, Liebster", sagte sie und bewegte ihren Zauberstab über ihm und beurteilte den Schaden an seinem Körper. Als sie laut vor Überraschung aufkeuchte, lachte Harry leicht, der Horror und Schock, der letzten paar Tage verließ ihn nun gänzlich.
„Er ist … er ist", keuchte Poppy, unfähig die Worte zu sagen.
„Was ist es, Poppy?", fragte Sirius.
„Ihm geht es gut."
„Gut?", schrieen alle alarmiert. Poppy führte den Test ein zweites, drittes und viertes Mal durch bekam aber immer das gleiche Ergebnis.
„Ihm fehlt nichts. Die meisten seiner Zellen sind gut verheilt und ich vermute der Schmerz ist weg. Ich … ich versteh es nicht!", jammerte sie und warf die Arme in die Luft. Alle sahen den lächelnden Harry schockiert und erleichtert an, ehe jeder seiner Freunde und Familienmitglieder ihn abwechselnd umarmte. Sobald die Runde durch war, setzten sie sich wieder und sahen ihn erwartungsvoll an, sie warteten auf eine Erklärung. Harry grinste zurück.
„Jedes Problem hat eine Lösung; und es ist nur die Sache sie zu finden", sagte er, schloss seine Augen und schlief wieder ein.
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Das nächste Mal als Harry aufwachte, waren weniger Leute im Raum. Ginny war immer noch an seiner Seite, genau wie Glen und Sirius, aber sonst schien es, als hätten alle Anderen wichtigeres zu tun als im Krankenflügel zu bleiben. Als sich sein Kopf klärte, stieß er ein Stöhnen aus und erlangte die Aufmerksamkeit seiner Familie. Ginny umarmte ihn fest, ein breites Lächeln auf dem Gesicht und Sirius grinste ihn breit an. Glen nahm seine Hand und drückte sie leicht.
Es ist immer nett ein freundliches Gesicht zu sehen, wenn man von einer Krankheit oder Verletzung erwacht, kommentierte die bekannte Stimme in Harrys Gedanken, sie bringen immer eine Auswahl Süßigkeiten mit, um einem auf dem Weg der Heilung zu leiten.
Die anderen sahen Harry seltsam an als er anfing zu lachen. Als er sich beruhigt hatte, dachte er es wäre am besten es zu erklären. Es gab jedoch nichts was ihn davon abhielt ein wenig Spaß zu haben.
„Tschuldigung deswegen", sagte er mit einem Hickser, „die Stimmen in meinem Kopf begehren wieder auf!"
Der Ausdruck auf den Gesichtern der Anderen war unbezahlbar und brachte Harry dazu noch doller zu lachen. Er konnte ein Echo der Heiterkeit in seinem Schädel hören, er war erleichtert, dass der Tod den Sinn für Humor des Schulleiters nicht erschöpft hatte.
„Der … Ausdruck … auf … euren… Gesichtern!", keuchte er aus.
„Nun, was erwartest du!", schrie Sirius auf ganz durcheinander, „du hast uns gerade gesagt, dass du Stimmen hörst!"
„Ich weiß, ich weiß", sagte Harry und dachte an Ron und Hermine, „selbst in der Zaubererwelt ist es nicht gut Stimmen zu hören. Macht euch keine Sorgen, es ist nur Professor Dumbledore."
Die anderen verfielen sofort in Stille, sie fanden die Unterhaltung nicht länger lustig.
„Harry…", sagte Ginny sanft, „Dumbledore ist tot. Erinnerst du dich nicht? Er war fort als du vorhin aufgewacht bist."
„Ich weiß, Gin", versicherte er ihr, „ich verliere nicht meinen Verstand."
Er entschied es wäre das Beste ihnen zu erklären was in der letzen Nacht geschehen war, um ihnen somit eine anständige Antwort für seine verbesserte Gesundheit zu geben. Als er geendet hatte, trugen Glen und Ginny einen amüsierten Ausdruck auf dem Gesicht, aber Sirius sah erleichtert aus.
„Aber Dad", sagte Glen, „wenn das stimmt, wie bist du dann geheilt?"
„Es war Dumbledores Geist", erklärte Sirius, „wenn wir sterben, verlassen unsere Geister unsere Körper und reisen weiter. Manchmal bleibt der Geist im sterblichen Reich in der Form eines Gespenstes. Nun, obwohl der Geist nicht so mächtig ist wie der Zauberer im Leben, speichert er ein wenig der Magie dieser Person. Ohne sie hätten wir keine Gespenster. Ich glaube, Dumbledore hat Harrys Körper besetzt, als er starb"
„Harry ist besessen?", schrie Ginny geschockt.
„Es ist nichts Schlechtes, Ginny, genau genommen ist es das, was ihn am Leben hält."
„Meine Zellen", schloss Harry, „sie brauchen Magie um zu leben und ich hatte keine. Als Professor Dumbledore gestorben ist, kam er für ein wenig Urlaub in meinen Körper, bis meine Magie sich selbst erholen konnte, er benutzte die Magie, die sein Geist noch besessen hat, um meine Zellen heilen zu lassen."
„Das ist genial!", gab Glen bekannt, ein Lachen auf dem Gesicht.
„Ich weiß", sagte Harry und umarmte seinen Sohn.
Geistig suchte Harry die andere Seele, die seinem Körper inne wohnte und sandte ein Gefühl der Dankbarkeit dorthin.
Gern geschehen, mein Junge, antwortete die überirdische Stimme, als Harry Zeit damit verbrachte das Neueste von seinen Freunden zu erfahren.
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Vier Tage später wurde Harry endlich aus dem Krankenflügel entlassen, sodass er Dumbledores Beerdigung beiwohnen konnte. Es war gerade mal eine Woche nach dem Endkampf und die Zaubererwelt hatte sich schließlich ein wenig beruhigt. Der Schock von Dumbledores Tod hatte die Zaubererwelt fast genauso erschüttert wie das Ende des Dunklen Lords. Seine Beerdigung würde das Ende einer wichtigen Ära in der magischen Geschichte bedeuten. Die Dunkle Herrschaft war zu Ende, einer des Landes größten und meist verehrten Zauberer war tot und das Ministerium unterlief wichtigen Veränderungen unter dem neu gewählten Minister Aberforth Dumbledore. Der Bruder des verstorbenen Schulleiters war ein Überraschungskandidat gewesen, aber er schien ein fähiger Anführer zu sein.
Harry fühlte jedes Mal eine Traurigkeit wenn er an seine Mentor dachte. Während der gerissene alte Zauberer immer noch bei ihm war, auf die denkbar intimste Weise, eingeschlossen in seinem Körper, war es nicht das Gleiche wie seine beruhigende Präsenz im Fleische zu haben. Der Tag von Dumbledores Tod war offiziell als Tag der Trauer bestimmt worden und die Zaubererwelt war bereit ihren Respekt zu zollen. Schließlich hatte Dumbledore nicht nur den Fall von Voldemort gesehen, sondern hatte auch die Bedrohung durch Grindelwald vernichtet.
Die Zeremonie war sehr privat und wurde auf dem Hogwartsgelände abgehalten. Die Trauernden waren auf Dumbledores Familie und Mitglieder des Ordens des Phönix beschränkt. In der ersten Reihe saßen Aberforth, Harry, Ginny, Ron, Hermine, einige Generationen Rumtreiber, die Elfen und Severus. Der Vorstand des Ordens saß auf den Plätzen hinter ihnen, die weniger bekannten Ordensmitglieder saßen ganz hinten. Hagrid schluchzte wie gewöhnlich laut und sorgte für eine ziemliche Unterbrechung.
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Als die Zeremonie in der Großen Halle begann, standen alle auf und sangen eine von Albus Wünschen ‚Puff, the Magic Dragon'. Aberforth, als des ehemaligen Schulleiters nächster Verwandter, ging als erstes zum Podium und sprach die Menge an.
„Meine Damen und Herren, wie viele von Ihnen wissen, bin ich nicht so gut mit Worten wie mein Bruder, aber es gibt ein paar Dinge über die ich gern sprechen würde. Albus war ein Mann der Stärke, Ehre und Integrität. Ein Mann, der von allen geliebt wurde deren Leben er berührt hat, nur dadurch dass er er selbst war. Viele Leute haben ihn über die Jahre für verrückt erklärt oder zumindest ein wenig kindisch, aber unter seinen kunterbunten Roben und Zitronendrops war er ein Mann, der einer Nation Hoffnung gebracht hat, einer Nation, die ohne ihn der Dunkelheit verfallen wäre. Eine Nation, die ihm eine große Schuld schuldet. Ich bin Aberforth Dumbledore, Bruder von Albus Dumbledore und ich bin stolz darauf ihn Familie zu nennen. Danke sehr."
Als Aberforth herunter trat, füllte Applaus die Halle. Dumbledore hatte jedes ihrer Leben auf persönliche Weise berührt, also fühlten sie alle, dass Aberforths Worte wahr waren. Als alle Personen, die dem Schulleiter nahe standen, aufgestanden waren um einige Worte zu sprechen, wurde die Atmosphäre der Beerdigung sehr emotional. Last but not least trat Harry auf das Podium, mit einem kleinen Klumpen im Hals.
„Ihr kennt mich alle. Ich bin Harry Potter, den alle als Retter der Zaubererwelt bezeichnen. Ich werde euch etwas anderes sagen."
Es gab ein kollektives Keuchen, als alle Harry geschockt anstarrten. In seinem Kopf fühlte der Junge-der-lebte wie sich Albus Seele bewegte und seine Neugier bekundete.
„Ich bin hier um euch zu sagen, wer der wahre Retter der magischen Welt ist. Dieser Titel gehört keinem anderen als Albus Dumbledore."
Ein Flüstern ging durch die Menge.
„Ich weiß ihr alle glaubt, dass ich Macht habe. Ihr alle glaubt, ich habe Magie und meinen Verstand eingesetzt, um den großen ‚Dunklen Lord' auszumanövrieren, aber in Wirklichkeit war ich nicht mehr als ein Bauer. Eine kleine Schachfigur auf dem Schachbrett des Lebens. Albus Dumbledore hingegen war der König. Einen Bauer auszuschalten beeinflusst die Welt nicht auf tiefgründige Weise. Es gibt viele wie mich; jung, impulsiv und enthusiastisch, Leute mit dem Willen das Unmögliche zu erreichen. Ich bin nicht außergewöhnlich. Jeder hat es in sich ein Bauer oder Turm oder Springer zu sein. Es können jedoch nur wenige König sein, ohne den das Spiel endet. Albus Dumbledore war mehr als der Schulleiter von Hogwarts. Er war mehr als der Anführer des Ordens des Phönix. Er war unser König. Derjenige der uns zusammen gebracht hat, um für eine gemeinsame Sache zu kämpfen und am Ende war die Schlacht nicht verloren bis er schachmatt war. Nun ist er fort und das Spiel ist beendet. Die Schlacht ist gewonnen und die Welt ist sicher. Ohne ihn hätte es nicht geschehen können und ich preise/lobe ihn. Für Albus Dumbledore!", sagte er, verbeugte sich, Tränen rannen sein Gesicht hinab, während die Menge jubelte.
Schön gesagt, mein Junge, schön gesagt, flüsterte die Stimme des besagten Mannes in Harrys Gedanken, als er vom Podium trat und sich wieder setzte.
Als sich die Menge wieder beruhigte und der Sarg aus der Halle getragen wurde, sangen Harry, Minh, Lolide und Gaerwyn ein Elfen Trauerlied von Fawkes unterstützt. Es unterschied sich leicht von dem, das die Zeitreisenden und ihre Freunde bei den anderen Beerdigungen gehört hatten und als sie dem Sarg auf das Gelände folgten, sprach Ginny Harry darauf an. Er schenkte ihr ein wässriges Lächeln, als er die unvergessliche Melodie beendete.
„Sie ist für die Familie reserviert", sagte er ihr, als Albus Dumbledore zur letzten Ruhe gebettet wurde.
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